Round-Up: Schussel-Münchner statt Dusel-Bayern

Maurice Trenner 13.12.2018

Im September noch sah der Start unter Niko Kovač gelungen aus. Ein Sieg gegen Augsburg hätte einen neuen Startrekord für einen Trainer der Roten bedeutet und nach knapp 80 Minuten lag man nach einer streckenweise dominanten Vorstellung auch 1:0 in Führung. Doch dann gab es eine Ecke für die Fuggerstädter und ausgerechnet der Welttorhüter ließ diese durch seine Hände segeln. Kurioserweise ist es der Ex-Bayer Felix Götze, der am schnellsten reagierte und zum 1:1 abstaubte. Es sollte das Ende der guten Phase sein.

Führungen verspielen als Hobby

Aus den nächsten drei Spielen holten die Münchner nur einen Punkt, und diesen in der Champions League. Gegen Berlin und Mönchengladbach setzt es sogar empfindliche Niederlagen jeweils ohne eigenes Tor.

Inklusive dem FC Augsburg hat der FC Bayern in dieser Saison bereits sechs Spiele nach eigener Führung nicht gewinnen können. Gleich drei Mal – gegen Augsburg, Freiburg und Düsseldorf – fiel der Ausgleich des klaren Außenseiters in den letzten zehn Minuten. Beim Heimspiel gegen Amsterdam in der Champions League stellte man nach dem frühen Führungstreffer jegliche Bemühungen ein und konnte am Ende sogar mit dem Unentschieden zufrieden sein. Beim Rückspiel konnte die zweimalige Führung ebenfalls nicht über die Zeit gebracht werden und man kassierte in der 95. Minute noch den Ausgleich zum 3:3.

Beim Spitzenspiel in Dortmund konnte man zwei Mal in Führung gehen, nur um jeweils den Ausgleich zu bekommen und am Ende sogar das Spiel zu verlieren. Der Tiefpunkt folgte nach der Länderspielpause als man im Heimspiel gegen Düsseldorf sogar einen Zwei-Tore-Vorsprung vergab.

Lediglich am dritten Spieltag konnte man einen Rückstand noch in einen Sieg umwandeln, als man gegen Leverkusen die frühe Führung durch Wendell souverän in einen 3:1-Sieg umbog. Weitere zwei Male schaffte es der Rekordmeister zumindest nach einem Ausgleichstreffer des Gegners noch den Sieg nach Hause zu tragen, zuletzt gegen Bremen.

Knappe Spiele als Markenzeichen

Auf Twitter erstellt Michael Karbach (@BStat) diverse Statistiken zur Bundesliga. Zuletzt hat er sich speziell knappe Spiele angeschaut und zusammengestellt. Ein knappes Spiel ist dabei so definiert, dass die Expected-Goal-Differenz kleiner Eins ist.

Übersicht der knappen Spiele für die letzten zwei Jahre sowie die aktuelle Saison.
(Bild: Michael Karbach)

In der Grafik sind für die letzten beiden Spielzeiten sowie für die aktuelle Saison dargestellt, welche Mannschaft wie viele Punkte aus den knappen Spielen geholt hat. Dieser Wert wird in Relation zu den maximal erreichbaren Punkten gestellt. Die Balkenlänge im Bild repräsentiert diese Prozentzahl.

Bei Betrachtung der Darstellung fällt sofort auf, dass der FC Bayern dieses Jahr im Vergleich zu den vorherigen Spielzeiten deutlich schlechter abschneidet. In der Saison 16/17 lag man mit 77% und in der Saison 17/18 mit 78% deutlich vor dem jeweiligen Verfolger. Der Abstand auf das nächste Team im Ranking war in beiden Fällen größer als zehn Prozentpunkte.

In der aktuellen Spielzeit hingegen lag Bayern zum Zeitpunkt des 12. Spieltags mit gerade einmal 27% auf dem drittletzten Platz nur knapp vor den beiden Abstiegskandidaten Nürnberg und Stuttgart. Der aktuelle Tabellenführer Dortmund hingegen führt die Liste mit 78% souverän an.

Außerdem ist auffällig, dass Bayern in früheren Jahren jeweils am wenigsten knappe Spiele bestritten hat. In der Saison 16/17 sogar nur zwölf Spiele über die gesamte Saison, was für einen dominanten Fußball mit vielen Torchancen und deutlichen Siegen spricht. Unter Kovač hingegen haben die Bayern nach zwölf Spielen bereits fünf knappe Partien absolviert. Das entspricht 41% aller Spiele.

Trendwende als Chance

Doch was kann man nun aus dieser Statistik ableiten? Der gesamten Mannschaft scheint das Selbstvertrauen und die Souveränität der letzten Jahre ganz eindeutig zu fehlen. Einzelne individuelle Patzer, die zu Gegentoren führen, verunsichern Spieler, Mannschaftsteile und sogar das ganze Team.

Während in früheren Jahren die Mannschaft eine Selbstverständlichkeit und Siegesgewissheit ausstrahlte, die Gegner vor Ehrfurcht erstarren ließ, so glauben heute selbst Underdogs noch an ihre Chance. Wer unter Heynckes oder Guardiola die Bayern stichelte, musste häufig mit einer hohen Klatsche nach Hause fahren. Wer bisher unter Kovač die Münchner ärgert, darf sich realistisch Hoffnung auf Punkte machen.

Hat sich nach den vielen Jahren voller Titel eine gewisse Sättigung im Bayern-Kader eingestellt? Fehlt den Spielern ein Nörgler, der auch nach knappen Spielen den Finger in die Wunde legt anstatt die Spieler überschwänglich zu loben?

Von Außen gestaltet sich ein Blick hinter die Kulissen immer als schwierig. Dennoch muss hier zumindest nach dem öffentlichen Bild eine gewisse Kritik an der sportlichen Führung erlaubt sein. Sie haben es verpasst im Sommer mit einem konsequenteren Umbruch neue Reizpunkte in der Mannschaft zu schaffen. Sie hat es verpasst einen Mahner zu installieren, der – wenn es angebracht ist – unbequeme Wahrheiten auch einmal öffentlich anspricht.

Für Kovač stellt sich nun dennoch die Aufgabe die Mannschaft mental wieder aufzubauen. Dass die Bereitschaft hierfür in der Mannschaft existiert, hat nicht zuletzt Robben im Interview mit uns oder Kimmich nach dem Spiel in Bremen bewiesen. Das Team und sicher auch das Trainerteam wartet auf einen Befreiungsschlag, zu dem diese Mannschaft natürlich immer noch in der Lage ist. Ein einzelner klarer Erfolg kann hier die viel benötigte Trendwende einläuten.

Hitzfeld: “Bin erschüttert!” | Andreas Werner | tz

Salihamidzic bestätigt Ribéry-Ende – Bosse raten Coman, „nicht zu überdrehen“ | Transfermarkt

Allianz Arena führt innovative Systeme ein | FC Bayern

Die Vermessung des Fußballs – wie der DFB zurück an die Weltspitze will | Diana Fröhlich | Handelsblatt

Wie groß ist der Einfluss des Zufalls im Fußball? | BStat

Die aktuellen Miasanrot-Artikel

Christian Ziege: “Hinten reinstellen hat mit Fußball nichts zu tun” | Maurice

[Podcast] Rasenfunk: Spieltag 14 – Der FC Bayern schlägt Nürnberg | Christopher

Starke Leistung, knapper Sieg | Maurice

Vorschau: FC Bayern München – 1.FC Nürnberg | Justin

Aktuelle Statistiken und Visualisierungen

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

Du willst Miasanrot Supporter werden?

  1. Zu Boateng fehlen mir mittlerweile die Worte…

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. .das war auch mein erster gedanke nach dem lesen. wenn staat boateng martinez gespielt haette… waere

      und sorry das auswechseln von gnabry tat weh

    2. oh ja und wenn man im mttelfeld den ball zu schnell verliert und nen tiago auf der bank hat…?

  2. Peter Weichenrieder Seite 13.12.2018 - 09:12

    Wenn ich alleine den Satz “unter Kovac” schon lese, könnte ich kotzen. Verglichen mit Heynckes und Guardiola, hat Kovac eine überalterte Mannschaft übernommen, deren Abwehrreihe dem Tempofußball nicht gewachsen ist. Im Sturm werden zu Hauff 100%ige vergeben. Jede Statistik hat was für sich, keine Frage, aber die Defizite sind nicht von der Hand zu weisen und ist dem Vorstand anzulasten. Zudem hatte unsere Mannschaft das Verletzungspech heimgesucht, das sind alles Faktoren, die in keiner Statistik auftauchen.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. .an nem normalen tag haette lewa gestern 3 bis 4 buden gemacht

      1. Lewy hatte noch nie eine hundertprozentige Chancenverwertung. Das fiel nur nicht so auf, weil es dennoch früher klar zum Sieg reichte und die Mannschaft nicht so abhängig von ihm war wie momentan.

    2. heynckes hat vor 6 monaten mit dieser überalterten mannschaft gegen real ein großes halbfinale gespielt und überlegen die meisterschaft geholt. lewandowski ist aktuell der beste europäische stürmer in der torstatistik. verletzte gab es auch schon früher mehr, zumal thiago und coman bei kovac im moment auch gesund nicht gesetzt sind, weil er ja nicht mehr rotieren will.
      man kann nur hoffen, dass dieser trainer die saison nicht überstehen wird, bevor er auch noch james vergrault hat…

    3. Was ist den so falsch an der Formulierung “unter Kovac”? Zunächst einmal ist das ein Fakt, an dem man nicht vorbeikommt. Das würde auch die Formulierung “in dieser Saison” nicht wirklich ändern.

      Inhaltlich ist aber schon die Frage, warum es vor einem Jahr unter Jupp Heynckes gelang, den Umschwung zu schaffen? Der Kader ist ungefähr der Gleiche und natürlich hätte man im Sommer mehr machen müssen. Aber eine so dramatische Veränderung gegenüber den erfolgreichen Vorjahren jetzt nur der Kaderplanung anzulasten, ist m.E. falsch. Zumal das Verletzungspech auch nicht sehr groß ist. Da hatten wir in den letzten Jahren schon andere Phasen. Wir haben viele Spieler mit Formtiefs (Boateng gestern war ja mal wieder so ein Beispiel dafür, wie es mit einigen bergab geht). Dazu eine Spielanlage, die immer wieder zu Gegentoren führt. Die letzten beiden großen Gegner (Dortmund, Ajax) durften uns 3 Tore einschenken und auch ansonsten fangen wir uns in fast jeder Partie mind. einen Treffer. Wie kann denn so ein Kader in so kurzer Zeit so viel schlechter werden? Ganz offensichtlich werden dort auch nicht richtigen Dinge trainiert und ganz offensichtlich fehlt auch jemand, der die Mannschaft richtig anspricht, damit sie über 90 Minuten voll konzentriert bleibt und auch mit dem notwendigen Selbstbewusstsein ein Spiel bestreitet.

  3. Habt ihr gestern nach dem Spiel noch die Interviews mit Brazzo und Kovac gesehen??

    Da war ich das erste Mal komplett d’accord mit unserem Sportdirektor. Habe mich zwar selbst ein bissl darüber erschrocken, aber ich fand auch, dass wir kein besonders gutes Spiel gemacht haben. Gerade in der zweiten Halbzeit hat doch (fast) nur noch Ajax gespielt und wir konnten nur reagieren!!

    Kovac hingegen fand, dass “die Jungs das super gemacht hätten und nur die Chancenverwertung schlecht war!”. Bei der Chancenverwertung geben ich ihm Recht. Lewi hätte locker noch 2 Buden machen müssen und Gnabry eine, aber dass es “nur” 3 Tore wurden, lag auch an den krassen Reflexen von Ajax’ Keeper!! Ich fand jedoch nicht, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. In wenigen Teilen vielleicht. Man hat gesehen, dass wir auch Umschaltfußball können, wenn es gefragt ist… Und ich glaube, wenn Gnabry plus Coman GLEICHZEITIG auf dem Feld gestanden hätten, hätte das Umschalten noch besser ausgeschaut, aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass uns Ajax taktisch, spiel- und geschwindigkeitstechnisch (bis auf Coman / Gnabry) doch sehr überlegen war…Wie die vor der Box kombiniert haben, hat mich sehr an den Pep-Fußball erinnert: Dreiecke bilden, Ball klatschen lassen, immer nur ein bis zwei Ballkontakte…zum mit der Zunge schnalzen!!!

    Zum Glück hatten wir aber auch einige Momente, wo wir ebenfalls fast wieder One-Touch-Fußball gespielten haben. Im Vergleich zu Ajax waren es halt leider nur sehr wenige Momente!

    Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass Ajax einfach ne geile Truppe zusammen hat, die super homogen und eingespielt wirkt. Eigentlich fehlt denen nur ein klassischer Mittelstürmer! Trotzdem, wenn die ihren Kader zusammenhalten können, werden auch Barca, City, PSG und CO. ihre Probleme mit diesen jungen Holländern bekommen.

    De Ligt, Ziyech, de Jong würde ich übrigens sofort nehmen. Und langfristig Onana als Neuer-Nachfolger. Der Typ ist erst 22!!

    Ach ja: das Spiel gestern, auch wenn mir Vieles nicht gefiel, war geil!!

    Antwortsymbol8 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Antwortsymboldicker-bäcker Seite 13.12.2018 - 11:22

      Koana Onana! ;-) Sorry ich musste den bescheuerten Witz bringen…

      Danke für die tollen Kommentare und den tollen Artikel.

    2. Sehe es auch so, dass Ajax die bessere Mannschaft war. Alleine, wie die kombiniert haben… Davon können wir nur träumen. Die Ballstaffetten waren mit Kontrolle und perfekter Raumaufteilung. Im Endeffekt haben sie ja nur einen Punkt geholt, weil sie zum Schluss unbedingt gewinnen wollten und deswegen hinten sehr aufgemacht haben. Dazu einige Abspielfehler – das hat uns dann geholfen. Aber deren Ballbesitzspiel ist schon um Längen besser als unseres (das es ja eigentlich gar nicht mehr gibt). Ten Hag hat es geschafft, der Mannschaft etwas beizubringen, was wir leider verlernt haben. Und wenn man sich einmal ansieht, wie jung die Mannschaft bei Ajax ist, dann ist das umso bemerkenswerter. Vielleicht hat er ja noch ein weiteres Mal Lust auf München…

    3. Auch Joshua Kimmich sprach im Interview mit FCB-TV davon, daß Ajax den erheblich besseren Fußball gespielt habe. Kimmich sah die Leistung der Mannschaft offenbar kritisch, betonte aber, daß Bayern die besseren Chancen gehabt habe.

      Ich folgere daraus, daß auch die Mannschaft die Trainer-These vom “fantastischen Spiel” nicht teilt.

      22% Fehlpässe dürften für Bayern ein schrecklicher Wert sein!

    4. Vielsagend sind für mich oft die Bilder, die Kovac auf der Trainerbank im Gespräch mit seinem Bruder zeigen, denn der gute Robert sieht dabei aus wie ein Schüler, der absolut keine Ahnung hat, was er antworten soll. Peter Hermann guckt nur besorgt. Und wenn ich jetzt überall Spielerkommentare lese, im Achtelfinale gäbe es keine schlechten Mannschaften, dann schaut mal in den Spiegel. Wie beim Poker: Wenn man nicht weiß, welcher Spieler das Opfer ist, ist man es selber.

      Ich habe ja die Hoffnung, dass da in der Vereinsführung zurzeit viele Groschen fallen und zu Entscheidungen führen, die sich aus der Analyse unserer Spiele aufdrängen. Meine Hoffnung basiert darauf, dass UH so eine Demütigung, wie wir sie während der langen Phasen gestern erleiden mussten, in denen wir uns nicht befreien konnten und einen Fehlpass nach dem anderen gespielt haben, nicht ertragen kann. Die 0:4-Klatsche gg BCN hat zu Klinsmanns Ende geführt, das 0:3 gg Paris zu Ancelottis Ciao, hoffentlich war diese spielerische Blamage gestern der Anfang vom Kovac-Ende.

      1. Das wird schwierig, da der Gruppensieg erst mal einiges wieder überdecken dürfte.
        Aber es kommen ja noch die Spiele gegen Leipzig und in Frankfurt. Mal shen, wie sich die Bilanz danach so liest.
        Man kann sich so ein Spiel wie gestern ja auch schön reden! Hätte Lewandowski die 2. Chance in Halbzeit eins……, hätte Lewandowski den Kopfball….., hätte der Linienrichter das Abseits…..!
        Und schon kann man sich auf die Chancenverwertung rausreden, was es ja auch schon in der Vergangenheit immer wieder mal gab.
        Und wie du ja richtig schreibst, bei Klinsmann und Ancelotti waren es zwei krachende Niederlagen- gestern war es ein Unentschieden und der Gruppensieg. Das macht zwar das Spiel nicht besser, aber es überdeckt viel.

        Viel erschreckender ist eigentlich, dass sich sowohl Brazzo als auch die Spieler von Kimmich bis Lewandowski eher kritisch über ihre Mannschaftsleistung äußern, während der Trainer mal wieder in höchsten Tönen schwärmt.
        Entweder er will das nicht sehen, oder er will die Mannschaft in der Öffentlichkeit nicht kritisieren.
        Das zweite könnte man ihm ja noch positiv auslegen.

        Die Spieler sind realistisch, die wissen, dass es keine Laufkundschaft im AV gibt, nicht umsonst sind auch in der letzten Saison schon mal gleich vier Gruppenerste im AV rausgeflogen. Und in den letzten 2 Jahren hat ein Gruppenzweiter die CL gewonnen.

      2. Klinsi wurde damals ja nicht direkt nach den Horrorkicks Anfang April 2009 (1:5 in Wolfsburg und 0:4 in Barcelona) entlassen, sondern durfte noch vier weitere Spiele auf der Bank sitzen. Ein vergleichbar harmloses 0:1 daheim gegen Schalke besiegelte sein Schicksal, wohl auch, weil die CL-Quali ernsthaft in Gefahr geriet.

        Bei Ancelotti handelten die Bosse in der letzten Saison ja ziemlich schnell, da schien intern aber schon längere Zeit vieles im Argen gelegen zu haben, und das 0:3 in Paris lieferte den (vielleicht nicht ganz unwillkommene) Gelegenheit.

        Ich bin mir unsicher, welchen Stand Kovac derzeit bei den Bossen hat und ob er eine Schlappe in den nächsten Spielen überstehen würde. Die Widersprüche zwischen den Aussagen des Trainers und seiner Spieler dürften ihnen nicht entgangen sein, zumal die Tür zu den Oberen für alle ja bekanntlich immer offen steht.

      3. UH wird sich so lange an Kovac klammern, bis die CL-Quali ernsthaft in Gefahr gerät. Er hat darauf gesetzt, dass Kovac der große Coup sein könnte – das ist er aber nicht geworden und wird es auch nicht mehr. Aber wenn diese Saison (UH hat sie ja schon vorsichtshalber neulich als Umbruch bezeichnet) mit Platz 2, 3 oder 4 endet, wird man im Sommer viel Geld für neue Spieler raushauen und hoffen, dass es dann besser läuft als dieses Jahr. Das wird es vermutlich sogar, weil die Investitionen sich zumindest zum Teil auszahlen werden. Und dann kann man wieder einigermaßen entspannt bleiben in der Vereinsführung – es sei denn, man gerät im Meisterschaftsrennen zu weit ins Hintertreffen. Die Chance, Kovac loszuwerden, war schon da – und man hat an ihm (zu Unrecht) festgehalten. Warum sollte es in dieser Saison noch einmal anders kommen? Dafür muss schon viel schiefgehen. Grottenkicks alleine reichen nicht aus. Spielerisch ist der Anspruch in der Führungsebene anscheinend eher gering. Hauptsache, die Ergebnisse stimmen. Und diese Saison hat man sich schon damit abgefunden, dass die Meisterschaft woanders hingeht. Also reicht Kovac dann die CL-Quali, um seinen Job zu sichern. Bemerkenswert, dass man so nachsichtig mit einem Trainer umgeht. Aber das ist dann der Vorteil vom Stallgeruch. Ein Ancelotti musste für sehr viel weniger gehen.

      4. Oh man, @Herri, da hast Du meine Befürchtungen genau auf den Punkt gebracht!! Mir geht der Hut hoch, wenn ich nur daran denke, dass wir nicht nur in der Rückrunde, sondern auch noch die nächste Saison mit Kocac als Cheftrainer bestreiten müssten.

        Eigentlich könnte nur das frühe Aus in der K.O.-Runde UND ein drohendes Verpassen der CL-Plätze ein Umdenken bei unseren Bossen bewirken. Alles, was sich irgendwie als Erfolg für Kovac hernehmen lässt, wird dazu führen, dass man weiter krampfhaft an ihm festhält.
        Einzig, wenn die avisierten internationalen Stars mit dem Argument abwinken, von einem wie Kovac könnten sie nicht profitieren und wären Titel unwahrscheinlich, DANN würden Kalle und Co. vielleicht hellhörig. Aber eine solche Weitsicht halte ich bei den Top-Spielern und deren Beratern für zu selten, um den Ausschlag für eine Sinnesänderung unserer Führung zu geben.

  4. https://ibb.co/XJ3R0Y2

    Arme Schalker!!

    Für den FCB und BVB darf es gerne Lyon, die Roma oder ManU werden!!!

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich würde mich über Liverpool freuen. Damit die ganze Schönredeerei ein Ende hat! :-)

      1. Echt super fände ich die Reds im Viertelfinale, fürs Achtel wärs mir zu hochkarätig.

        Bis dahin müss(t)en unsere Abwehrspieler aber viiiiel Geschwindigkeit trainieren.

      2. Liverpool fände ich im Achtelfinale auch klasse. Damit UH und KHR sehen, dass sie auf den falschen Trainer gesetzt haben.

    2. Wer ManCity zuhause schlägt wie Lyon dürfte mit Vorsicht zu genießen sein und das trifft auch auf Tottenham zu.
      So wirklich leichte Gegner gibt es keine mehr.

      1. Bitte 3 € ins Phrasenschwein. Danke.

    1. Mich hat das an einen gewissen Herrn Kahn erinnert :D

      Aber Mortal Kombat hat auch was ;)

  5. Ich finde es schade, dass unter diesem Round-Up fast ausschließlich über die CL und das gestrige Match diskutiert wird. Das wird dem guten Round-Up nicht gerecht.

    Ich finde die Analyse von Michael Karbach sehr interessant. Hätte an ihn/euch 1-2 Fragen dazu:

    Warum habt ihr hier für MSR ein xG-Delta von <1 als Marker für "knappe" Spiele verwendet? Auf seiner Homepage empfiehlt MK ein xG <0,75, wenn ich es richtig sehe.

    MK berechnet die tatsächlichen Punkte aus den knappen Spielen. Beim FCB sind das 4 Punkte aus diesen 5 Spielen. 4 von 15 möglichen Punkten ergibt die 27%, die man in der Tabelle sieht.
    Nun wär es theoretisch möglich (als Extremfall), dass der FCB in diesen 5 Spielen jeweils 0,99 xG besser war als der Gegner, also im Mittel z.B. 1,99 zu 1,0 xG.
    Es wäre aber auch möglich, dass der FCB in diesen 5 Spielen jeweils 0,99 xG schlechter war als der Gegner, also im Mittel z.B. 0,5 zu 1,49 xG.
    Im ersten Fall wäre das Ergebnis von 27% absolut unterirdisch. Im zweiten Fall gefühlt gar kein so krasser Ausreißer.
    Wird dieser Faktor irgendwie berücksichtig?

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Hallo Josef,

      danke für die netten Worte.
      In der Tat wäre eine solche tiefere Analyse sehr interessant. Allerdings können wir einen solchen Deep-Dive leider nicht immer umsetzen, weil es auch nur einen kleinen Teil der Leserschaft in dieser Ausführlichkeit ansprechen würde.
      Schau doch mal hier bei Michael direkt auf die Homepage: https://bstat.de/doku.php/1819/xgd_tod_bl
      Dort sind die Grafiken für jeden Verein nochmal detailliert aufgeführt. Für Bayern sieht man, dass ein Spiel knapp bei -1xG lag, zwei bei etwa 0xG und zwei zwischen +0,5…+1 xG lag. Gerade bei den Spielen gg Berlin und Gladbach ist der Unterschied zwischen xG und Toren eklatant. Auch bei diversen Unentschieden ist eine große Differenz erkennbar.
      Ich hoffe damit deine Frage etwas beantwortet zu haben.

      Gruß Maurice

      1. Danke für deine Antwort, die ich leider jetzt erst gesehen habe.

        So wirklich beantwortet hast du meine Fragen aber nicht. Insbesondere bzgl. der ersten bin ich jetzt, nachdem ihr den Artikel auch auf Englisch veröffentlicht habt, noch verwirrter. Denn im Englischen verwendet ihr Michaels empfohlene Knappheitsdefinition von 0,75. Also eine andere als hier im deutschen Artikel.

        Die andere, methodische Frage, bleibt ja auch noch offen, auch wenn die konkreten Bayern-Zahlen vermuten lassen, dass der Einfluss viel kleiner ist als in meinen theoretischen Extrembeispielen beschrieben.

  6. Ich möchte noch einmal auf das Augsburg Spiel zurückkommen, da es wohl der Knackpunkt der Saison gewesen ist.

    Was mich ganz persönlich auch Wochen danach im Nachhinein von dem Spiel weiter stutzig macht, waren 3 Dinge: Einerseits die Riesenchance von Sandro Wagner, um kurz vor (oder nach) der Pause zum 2:0 zu stellen. Resultierend aus einem FCA-Abwehrschnitzer stand er eigentlich vor dem leeren Tor und vergab die Vorentscheidung kläglich. Dabei wirkte er weder motiviert noch verärgert danach, was mich im Stadion bereits etwas überraschte. Es schien ihm schlichtweg egal. Dann der Patzer von Neuer zum Ausgleich, der so ungewöhnlich und deplatziert wirkte wie kaum sonst. Und zuletzt dass der eigentlich hochverdiente zweite Treffer wegen angeblichem Abseits zurückgenommen wurde. Das ganze war eine äußerst zweifelhafte Entscheidung (das replay wurde sehr weit zurückgedreht) – wurde aber kaum in den Medien diskutiert.

    Nach dem Spiel hatte ich jedenfalls (erstmals) den Eindruck dass dem Team die Motivation fehlt und von einem Schlag auf den anderen zerfahren wirkte. Man verließ sich überwiegend auf die individuelle Stärke und keiner lief wirklich für den anderen. Das war die Wochen davor nicht so stark der Fall und es wirkte fast so, als sei etwas vorgefallen bzw. es zu einem Bruch im Kollektiv genommen.

    Zweitens wurde mir klar, dass nach der völlig sinnfreien Schiri-Bonus Diskussion der letzten Jahre nun ein Level erreicht war, in dem in dubio contra Bayern entschieden wird. Beides hat sich dann bestätigt und zu den Schicksals-Wochen geführt. Soviel zu meinen zugegeben sehr subjektiven und persönlichen Eindrücken in dieser Zeit.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.