Ende der Euphorie: Bayern verliert in Berlin

“Wir brauchen die Schärfe wieder”, hatte Niko Kovac nach dem Unentschieden gegen Augsburg unter der Woche angekündigt – bereits wenige Tage später hatte die Mannschaft in Berlin die Chance, das zu zeigen. Am Freitagabend jedoch gelang das nicht. Mit 0:2 verloren die Bayern verdientermaßen bei der Hertha und mussten einen weiteren Dämpfer hinnehmen.

Nach großer Rochade gegen Augsburg setzte Niko Kovac wieder auf seine vermeintlich stärkste Elf. Mit dabei auch der wiedererstarkte Renato Sanches, der mit James und Thiago im Zentrum auflief.

Die Aufstellung des FC Bayern gegen Hertha BSC.

Von Beginn an versuchte die Hertha die Bayern hoch zu pressen und so das Aufbauspiel der Münchner zu unterbinden. Dabei wählten sie einen sehr mann-orientierten Ansatz und gaben den Bayern kaum Zeit am Ball. In der Folge variierten sie geschickt die Höhe und Intensität im Pressing und stellten die Mannschaft von Niko Kovac so vor Probleme.

Nach wenigen Minuten der Eingewöhnung kamen die Bayern dann auch besser in Schwung. Die Achter Sanches und James agierten wieder sehr hoch. Dies streckte zum einen das Pressing der Herthaner und öffnete Räume für die Bayern. Zum anderen waren die Abstände bei den Bayern aber dann teilweise zu groß, so dass Boateng und Süle Schwierigkeiten hatten, Pässe auf eben jene Achter zu spielen.

Nachdem die Bayern mal kontrolliert in der Hälfte der Berliner spielen konnten, erarbeiteten sie sich nach einer schönen Verlagerung einen Eckball. Boateng kam zum Kopfball und verfehlte das Tor nur knapp.

In der 22. Minute kam die Hertha dann zur ersten großen Chance. Duda nahm den Ball überragend mit und nutzte das Loch im linken Halbraum der Bayern. Ibisevic scheiterte nach der Flanke von Duda noch am starken Neuer, allerdings leistete sich Boateng beim Abpraller einen Fauxpas und grätschte Kalou um. Folgerichtig gab es Elfmeter, den Vedad Ibisevic in der Folge sicher verwandelte.

Nach dem Tor reagierten die Bayern gut und schafften es, die Hertha in deren Hälfte festzusetzen. Der FC Bayern schaffte es, die sich bildenden Dreiecke auf dem Flügel dynamisch zu nutzen. Nach anschließenden Verlagerungen versuchte man, sich dann über außen durchzusetzen.

Doch die Probleme im Spielaufbau und die damit verbundenen Ballverluste sorgten dafür, dass die Hertha immer wieder zu gefährlichen Konterchancen kam. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung für die Berliner verdient.

Nach der kurzen leichten Drangphase der Bayern plätscherte das Spiel vor sich hin. Bayern kam erst in der 38. Minute zur nächsten Chance, nachdem Alaba Ribery überlief und den heranrauschenden Robben im Sechzehner fand. Der Niederländer konnte den Ball allerdings nicht aufs Tor bringen.

Doch es kam noch dicker für den FC Bayern. Hertha setzte sich erneut über die linke Seite der Bayern durch. Nach einem wunderbaren Pass von Duda legte Lazaro den Ball zurück auf den offensiven Mittelfeldspieler, der kurz vor der Pause zum 2:0 für die Hertha traf.

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Kurz nach der Pause wechselte Kovac das erste Mal und brachte Müller für Robben. In der Folge agierte James auf dem rechten Flügel, während sich Müller zwischen den Linien bewegte. Der Kolumbianer agierte deutlich weiter eingerückt, vermutlich wollte Kovac damit die Präsenz im Halbraum erhöhen.

Doch die Bayern taten sich weiterhin schwer und konnten sich kaum Chancen erspielen. Daran änderte auch die Einwechslung von Serge Gnabry für Sanches nichts. Wenn, dann waren die Bayern über die Seite von Franck Ribery gefährlich. Nach einer Ecke hatte der FC Bayern dann in der 66. Spielminute die große Chance zum Anschluss. Doch keiner konnte den Ball aus einem Meter über die Linie drücken.

Mit Sandro Wagner für James versuchte Niko Kovac dann mit aller Macht ein Tor zu erzwingen. In der Folge rannten die Bayern an, hatten nach einer Ecke noch eine weitere große Chance, strahlten sonst aber wenig Gefahr aus. Hertha BSC stand stabil und gab den Bayern besonders im Zentrum keinen Raum.

Verdientermaßen gingen die Berliner am Ende als Sieger vom Platz. Nach einem sehr starken Saisonstart erlitt die Bayern-Saison nun ihren ersten Knick. Es wird spannend wie das Team in den nächsten schweren Spielen gegen Ajax und Mönchengladbach reagieren wird.

Dinge, die auffielen

1. Bayerns Loch im Halbraum

Auffallend in diesem Spiel waren die großen Lücken im Halbraum, speziell im linken. Unter Niko Kovac schieben die Achter in der ersten Phase des Spielaufbaus sehr weit nach vorne. Lewandowski lässt sich gleichzeitig auf die gleiche Höhe fallen.

Richtig ausgeführt hat man dadurch sehr viele Anspielstationen im vorderen Drittel. Gegen die Hertha passte die Aufteilung aber nicht. Durch das weite Vorschieben von Sanches und James klaffte eine riesige Lücke im Halbraum. Die Innenverteidiger Boateng und Süle konnten keine vertikalen Pässe nach vorne spielen, weil die Herthaner diese sehr gut zustellte. Folglich war Thiago die einzige Anspielstation im Aufbauspiel oder man musste bereits früh nach außen spielen. Beides sorgte für Probleme im Aufbauspiel.

Besonders nach Ballverlusten fanden die Herthaner dann sehr viel Platz vor. Das Gegenpressing der Bayern scheiterte regelmäßig, da Sanches sehr hoch und Alaba oft auf dem Flügel stand. Hertha konnte daraus mehrmals Kapital schlagen.

2. Keine Lösungen gegen mannorientiertes Pressing

Gegen das Pressing der Hertha hatten die Bayern in der gesamten ersten Hälfte keine Lösungen. Thiago wurde gut zugestellt, Boateng und Süle hatten kaum Anspielstationen und die Hertha konnte den FC Bayern nach außen lenken.

Die Bayern taten sich sehr schwer gegen das mannorientierte Pressing. Gegen diese Art des Pressings sind Bewegungen ohne Ball entscheidend. In der ersten Hälfte gab es nur selten passende Bewegungen von James und Sanches. Außerdem fehlte es den Bayern auch am nötigen Tempo, um die Hertha vor Übergabe- und Kommunikationsprobleme in ihren Defensivabläufen zu stellen.

3. Defensivprobleme auf der linken Seite

Die Hertha hatte den FC Bayern vor dem Spiel gut durchleuchtet. Die klare Schwäche sah Pal Dardai wohl auf der linken Abwehrseite der Bayern. Er sollte damit Recht behalten. Beide Tore entstanden über diese linke Seite, die bislang so hervorragend verteidigt hatte.

Die Hertha nutzte sehr geschickt den offenen Halbraum. Renato Sanches zeigte sich hier nicht immer gut positioniert. Auch die Kommunikation mit dem oft herausrückenden Alaba war nicht immer optimal. So übergab Sanches seinen Gegenspieler an Alaba während der Österreicher sich gerade nach vorne bewegte, oder der Portugiese schloss die Räume nicht schnell genug.

Auch Boateng und Alaba hatten immer wieder ihre Aussetzer. Gerade Boateng ließ sich beim zweiten Tor zu einfach abkochen und verschuldete den Elfmeter, der zum ersten Tor der Hertha führte. Gerade hier wartet Arbeit auf Niko Kovac.

4. Fehlende Kreativität im Offensivspiel

Unter Niko Kovac wirkten die Bayern bisher wesentlich flexibler im Offensivspiel als noch in der letzten Saison. In diesem Spiel fielen sie aber wieder in alte Muster zurück. In Berlin fehlte es sehr oft an Tempo und passenden Staffelungen im letzten Drittel.

Einzig über die linke Seite wurden die Bayern gefährlich. Gerade Ribery war der bemühteste Spieler. Der Franzose war umtriebig, setzte sich ein paar Mal gegen Lazaro durch und schaffte es zusammen mit Alaba, sich hinter die letzte Linie zu spielen. Bei Robbens Chance in Durchgang eins konnte man dies sehr gut beobachten. Allerdings waren sonst die Flanken nicht präzise genug und die Strafraumbesetzung der Bayern schwach.

Abseits davon brachten die Bayern wenig zustande. Man schaffte es nicht, die Herthaner in Bewegung zu bringen, weil man selten längere Ballbesitzphasen in Herthas Hälfte hatte. Zu oft versuchten die Niko Kovacs Mannschaft mit Lupfern hinter die letzte Linie der Herthaner zu kommen. Das stellte die Berliner aber kaum vor Herausforderungen. In der zweiten Hälfte rannte man dann auf einen tiefstehenden Block aus Berlinern zu, der sehr schwer zu knacken war. Nichtsdestotrotz fehlte es den Münchnern an der nötigen Kreativität and diesem Abend – und an der Konsequenz im Abschluss.

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Leserkommentare
  1. kitas

    ohne Müller ist nicht viel los. hat man bis zu seiner Einwechslung gesehen.
    Sanchez bitte nur daheim wenn’s schon 2:0 steht.
    sonst sehr gute Analyse.

    1. Anton

      Sanches habe ich nicht schlechter gesehen, als andere auch.

    2. Lukas

      Das ist ein toller Kommentar Kitas, vielen Dank dafür. Gerade die konstruktive Note, die inhaltliche Auseinandersetzung finde ich erfrischend

  2. Torsten

    Hertha kopiert Augsburg, hat aber das bessere Personal. Sanches zeigt sich in der Offensive deutlich agiler und dynamischer, steht aber noch sehr oft falsch. Nach vorne besetzt er oft den raum zwischen den Pressinglinien des Gegners, der aber den Passweg zustellt und Sanches ist dann nutzlos und isloiert. Defensiv fehlt im schlicht das Timing. In Spielen gegen taktisch gut organisierte Gegner sollte er eher als Joker gezogen werden.
    Naja die Effektivität ist mehr als , aus meiner Sicht ist das in den letzten Spielen zu statisch, zu langsam und zu durchschaubar. mal gespannt was Kovac für Lösungen findet….dass er sie findet hoffe ich zumindest.

    1. Anton

      Die Effektivität. Gegen Mannschaften, die sehr mannorientiert verteidigen UND die entsprechende Laufbereitschaft mitbringen – und das war sowohl gegen Augsburg als auch gegen Herta so – erreichst du ohne Gschwindigkeit und schnelles Passspiel wenig bis nichts. Wenn dann noch bei den wenigen erfogreich aussehenden Angriffen die entscheidenden Pässe nicht ankommen, dann kommt sowas raus wie heute.

      Es war schon in der ersten Hälfte deutlich sichtbar – egal über welche Seite oder auch durch die Mitte man agierte, Herta hatte immer genug Zeit sich zu organisieren. Und wenn man es dann wirklich mal geschafft hat, durch zukommen, ab es den letzten Bass, den keiner verwerten konnte.
      Bezeichnend für das sich selbst behindernd war doch die Szene, als Kimmich im Strafraum den Gegner austeigen ließ und dann Ribery den Schuß abfälschte.

      Was mich viel mehr gestört hat – und auch das konnte man am Bildschirm gut erkennen – war die Tatsache, dass man sich in den letzten 15 min auch noch gegenseitig anmachte auf dem Platz. Das fand ich schon eher bedenklich.
      Und was sagte Neuer – da haben dann eben die 2, 3 % beim ein oder anderen gefehlt.

  3. wohlfarth

    Jetzt ist es soweit. Bei unserer goldenen Generation ist der Lack ab. Boateng tappst rum wie ein Altherrenkicker. Übergewichtig und mit gruseligen Chipbällen. Für Riberys Auftritt heute wurde der Begriff “brotlose Kunst” erfunden. Robben und Müller waren bemüht, aber wer will das im Zeugnis haben. Wo war eigentlich Lewandowski?
    Und vielleicht hat ja der ungerechtfertigte hype um sanches ein ende, da fehlt es noch weit.

    1. Pete

      Zwei Spieltage nicht gewonnen, davor alles, und schon kommen die Horrorszenarien.

      Der Hype um Sanches?
      Das ist ein paar Jahre her, oder?
      Mittlerweile ist er der Prügelknabe, wenn eine ganze Mannschaft (inkl Trainer) verliert.

      1. Marco05

        Allerdings. Da stehen Weltmeister, Vize-Weltmeister, Welttorhüter, 3. Weltfußballer usw. auf dem Platz aber es vergeht kaum ein Post indem Sanches kritisiert wird. Der mit Abstand jüngste Spieler beim FCB. Manchmal frag ich mich schon….

    2. wohlfarth

      Ich hab den Jungen nicht kritisiert, sondern nur den hype um ihn. Mir gehen die Lobhudeleien nach einem guten und zwei brauchbaren Spielen auf den Sack. Wie gesagt, da fehlt es noch weit. Und wenn es bei Bayern so wie gestern nicht läuft, ist er halt überhaupt kein positiver Faktor.

      1. Marlene Dietrich

        Macht nix, der Bub is noch jung.

      2. Osrig

        Nicht nur der Hype um ihn, sondern auch die Einstellung “Der Bursche ist noch jung, muss sich doch erst noch entwickeln!” ist zu kritisieren!
        Zwar ist dieser “junge Bursche” mit seinen 21 Lenzen tatsächlich noch das “Küken” bei unseren Profis, allerdings eben auch kein A-Jugendspieler mehr, der mit 17 oder 18 bei der ersten Mannschaft anklopft.
        Nein, Sanches ist Europameister, hat international gespielt und auch in den Ligen schon einige Partien absolvieren dürfen. Natürlich sind Wechsel in jungen Jahren mit Problemen verbunden, häufig kommen sie zu früh in der Entwicklung eines Fussballers.
        Aber derartige Entwicklungen haben auch andere Spieler genommen, die in dem Alter schon eine dreistellige Zahl von Ligaspielen in Sichtweite haben, große Titel gewinnen konnten und sich schon früh ihrer Verantwortung auf dem Platz gestellt haben.

        Niemand ist mit 21 schon eine Führungspersönlichkeit, aber ein Talent ist man dann auch nicht mehr – zumal der Zenit einer Fussballerkarriere in den letzten Jahren offenbar deutlich früher erreicht wird, als noch vor 20 Jahren.

        Ich erwarte daher von Sanches mehr als nur Einsatzwillen! Ich erwarte die Fähigkeit, klug und überlegt zu spielen, sich an die Vorgaben seines Trainerteams zu halten und vor allem fussballerische Fertigkeiten zu zeigen, die weit über Normalmaß hinausgehen – weil die Ziele unseres FCB weit über Normalmaß hinausgehen, ja sogar hinausgehen müssen.
        Und hinsichtlich seiner fussballerischen Fertigkeiten und seinem überlegten Agieren auf dem Feld habe ich Zweifel, ob er dem Anspruch gerecht werden wird. Denn dann dürfte er nicht 5 von 7 Torschüsse “in den dritten Stock” semmeln, sondern auf das Tor und wenigsten einen Schuss auch mal versenken. Dann würde er geschickter abspielen und sich auch besser in die Zonen bewegen, als er es im Moment schafft.

        Gut, ich bin geduldig, manche brauchen etwas Zeit! Aber eine klare Beurteilung ist nötig, und die darf ihn weder in den Himmel jazzen, wenn es nicht angebracht ist, und ihn auch nicht in Schutz nehmen, wo Kritik angebracht ist.
        Letztlich Aufgabe der Trainer und erfahrenen Mitspieler.

  4. Raptor

    “Nichtsdestotrotz fehlte es den Münchnern an der nötigen Kreativität and diesem Abend …”

    Und das mit Thiago und James zeitgleich auf dem Platz …

    Fußball ist dann doch sehr vielschichtig und absolute Wahrheiten und vermeintliche Lösungen nicht so einfach, wie sie vielfach verkauft werden.

  5. Tschemp

    Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.
    Einerseits ärgert jede Niederlage. Die Einstellung, Spielanlage, Chancenverwertung, individuelle Leistungskurven/zenite geben Anlass zur Sorge..
    Andererseits: Gott sei dank: es wird keine langweilige Saison. Endlich wieder Anlass für Diskussionen, endlich wieder Raum für Verbesserungen, endlich wieder externe Motivation! Endlich wieder Emotion.

    1. Eigentor

      Auf all das „endlich wieder…“ kann ich gerne verzichten.

      1. Lukas

        Wirklich? Hättest du echt gerne eine weitere Saison, in der Bayern im März Meister wird?

      2. Osrig

        Da hätte ich nichts gegen! ^^ Zumal wir uns dann in Ruhe auf die CL bzw. den Pokal konzentrieren können.

      3. Eigentor

        @Lukas
        Ich nehm auch gerne den Februar.

  6. Josef

    Meine fünf Punkte:

    1) Dass ausgerechnet Ribery bei eurer Analyse (mit) am positivsten abschneidet, wundert mich. Er ist bemüht, ja, aber “viel” ist nicht automatisch gut. Und defensiv findet er einfach gar nicht mehr statt. Erschreckende Passivität vor dem 2-0. Wie gelangweilt er und James stehen bleiben als Duda und Lazarro sich in den Angriff einschalten, das habe ich selten gesehen.

    Generell machen gegnerische Rechtsverteidiger gegen uns zu oft zu gute Spiele, so auch heute.

    2) Es hat mich sehr gewundert, dass Sanches heute schon wieder von Beginn an spielen durfte. Für mich zu viel für den Jungen. Kovac tat bisher gut daran, ihn langsam und behutsam aufzubauen.

    3) Ich hatte etwas in Erinnerung – und finde es soeben wieder: OSRIG war es, der nach dem Schalkespiel wie folgt kommentierte: “Wenn sich der “Staff” sowie die Vereinsführung jetzt ähnlich selbstgefällig auf die Schultern klopfen und in dem Glanz sonnen (…) dann ist der Einbruch und Absturz geradezu vorprogrammiert.
    Jetzt wäre es genau der Zeitpunkt gewesen, zu dem sich Sammer zu Wort gemeldet hätte!!!”

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Immer wieder schmerzhaft festzustellen, wie sehr dieser Mann bzw. seine Rolle fehlt.

    4) Fußball ist und bleibt ein Spiel, in den Nuancen, Spielglück und 1000 andere Kleinigkeiten über einzelne Spielausgänge entscheiden. Deshalb noch kein Grund, nervös zu werden…

    5) …es sei denn: Man kann der Bundesliga, zurecht, vieles vorwerfen. Unter anderem, dass fast niemand mit Ball “spielen” will. Aber eins das können sie alle: reagieren. Spielweisen und -konzepte werden analysiert und durchschaut. Das erleben regelmäßig Überraschungsteams, die nach furiosen (Halb-)Jahren scheinbar überraschend abstürzen.
    Und deshalb stellt sich die Frage: Ist Kovacs erstes Spielkonzept ein Stück weit geknackt? Jetzt könnte die Zeit für ihn sein, seine Spielidee weiterzuentwickeln, ob mit wechselnden Systemen (3er-Kette usw.) oder anderen Ausrichtungen (Positionierung der 8er usw.).

  7. Rainer

    Vor dem Spiel Gestern dachte ich noch, diese Aufstellung unterschreibe ich sofort. Sie versprach mir sehr viel Kreativität und Geschwindigkeit nach vorne. Leider erfüllte sich meine Erwartung überhaupt nicht. Sanches erwartungsgemäß sehr motiviert findet z.Z. im Positionsspiel noch nicht die richtigen Laufwege. Trotzdem war er weder besser noch schlechter als andere. Die Abgängigkeit von Lewa im Abschluss ist gravierend. Ribéry, ohne Zweifel sehr motiviert, findet defensiv nicht statt. Vielleicht liegt das daran, das er offensiv sehr viel investiert und ihm dann die Power nach hinten fehlt. Robben bleibt immer wieder am Gegenspieler hängen oder dreht ab und passt nach hinten. Hier wird deutlich, das der Transfer eines weiteren schnellen Top Wingers mit Aschlussstärke, wie im Forum häufig gefordert, wirklich Sinn gemacht hätte. Es gab in den ersten Spielen schon bessere Ansätze gg. das gegnerische Pressing. Das Spiel wurde breiter gemacht und der Ball lief schneller. Zudem boten sich die Mittelfeldspieler besser an, indem sie sich weiter nach hinten positionierten. Der Gegner rückte dementsprechend auch weiter vor, was Räume in der Offensive nach dem überspielen bzw. durchkomponieren der Pressinglinien erzwang.
    Der Ball muss einfach wieder schneller und besser laufen. Dazu sollten auch weniger und kürzere Wege mit dem Ball am Fuß gemacht werden.
    Zudem fehlt uns im Augenblick einfach ein wenig das Spielglück. (Boateng grätscht im Sechzehner ohne Not den Gegner um, Augsburg schießt aus dem Nichts kurz vor Schluss den Ausgleich und wir treffen das Tor nicht mehr). Positiv gesehen können ein oder zwei Schüsse vor dem Bug zur richtigen Zeit auch sinnvoll sein. Ich denke da vor allem an die CL. Was würde z.B. Liverpool in einem Spiel wie Gestern mit uns anstellen?

    1. Tschemp

      Gegen Liverpool hätten wir eine ganz andere Schärfe mit in die erste Halbzeit gebracht. Unser Team hat sich leider von der Einlullungsstimmung anstecken lassen, und dann geht man nicht mit 100% in ein Spiel. Ist auch nicht weiter dramatisch, man kann nicht immer voll motiviert sein. Dazu kommt dann ein verschenkter Elfmeter und der einzig gefährliche Gegnerangriff führt zum 0 zu 2, das ist die Zufälligkeit des Fussballs.

      Zu den Einzelkritiken: Sanches findet gegen tief stehende Gegner praktisch nicht statt, da ihm dann Lösungen in Strafraumnähe fehlen und er nicht in seine Stärkebereiche der langen Sprints kommt.
      Lewandowski war gestern ein Geist, mehrfach in der 1. Halbzeit war der Ball auf den Außen und das Sturmzentrum trotz guter Passmöglichkeit verwaist.
      Ribery war der einzige Spieler, der für sich genommen für Gefahr sorgen konnte. Lazaro hat ihn zwar meist in Schach gehalten, aber ab und zu kam Ribery vorbei. Im Gegensatz dazu war Robben ein Komplettausfall, dem gar nichts aus dem Spiel gelang. Er hat auch die größte Chance des Spiels verballert.

      Trotzdem fehlt kein weiterer abschlussstarker Dribbler. Den haben wir mit Gnabry und im Januar kommen Coman zurück und Davies dazu. Bis dahin werden wir über die Runden kommen.

      1. Rainer

        …….und es verletzt sich keiner mehr, was aufgrund der Verletzungsstatistik eher nicht zu erwarten ist. (Gnabry, Robben und Ribéry)Zudem ist Davies erst 17Jahre alt und sollte langsam an die Mannschaft herangeführt werden. Hier in Bezug auf die CL etwas zu erwarten erscheint mir zuviel. Coman braucht zudem bestimmt auch nach der Genesung einige Monate um in absoluteTopform zu kommen. Auch mit einer ganz anderen „Schärfe in der ersten Halbzeit“ wäre es sehr schwer gg. Einen Gegner dieses Kalibers, der in den Bereichen Pressing, Individuelle Klasse und Torgefahr um zwei bis drei Klassen besser als Hertha ist.

      2. Herrispezial

        Also Davies muss erst einmal zeigen, ob er überhaupt bei uns im die Mannschaft gehört. Tolle Dribblings jenseits des Atlantiks sind noch kein Qualitätsmerkmal. Und wie weit der Weg in die Startelf ist, sieht man an den Top-Nachwuchsspieler der letzten EM. Auf Davies sollte man erst einmal gar nicht setzen. Erst recht nicht, wenn es in die entscheidende Phase der Saison geht.

  8. bürschchen

    Insgesamt ist mir die üppige Portion Depression und Frustration in den Kommentaren zu übertrieben. Konnte das Spiel nur in der Zusammenfassung sehen, da allerdings habe ich insgesamt drei Chancen für den Gegner gesehen und ungefähr drei Mal soviele für den FC Bayern. Es gab und wird immer wieder solche Spiele geben, wo quasi jeder Schuss aufs Tor beim Gegner drin ist – so war das gestern mal wieder.
    Bedenklicher stimmt mich allerdings die mangelnde Kompaktheit und Abstimmung im zentralen Mittelfelf – da sind bereits im Spiel gegen Augsburg rießen Räume entstanden und das liegt nicht nur, aber eben auch an Sanchez, der er es (bisher noch) nicht versteht auf engem Raum den ball zu behaupten bzw. ins Gegenpressing zu gehen. Die großen Räume, die dadurch entstehen sind kontraproduktiv für unser Aubauspiel, aber auch für unsere Konteranfälligkeit.
    Auch erwähnt werden muss, dass bei beiden Gegentoren individuelle Fehler von Boateng erst die Chance ermöglichten.haben. Hoffe wir mal, dass er dieses schwache Abwehrverhalten schnell wieder abstellen kann.

    Bin trotzdem optimistisch für die nächsten Spiele….

    1. Herrispezial

      Naja. Gegen Ausgburg hatten wir auch deutlich mehr Chancen. Also zwei Spiele hintereinander die deutlich bessere Mannschaft zu sein und nicht zu gewinnen, deutet schon auf ein Problem hin. Normalerweise hast du davon 1 bis 2 Spiele pro Saison. Und wenn es 2 sind, dann sind sie breiter verteilt. Und jetzt kommt Gladbach in der BuLi. Wenn es da nicht zum Sieg reicht, dann muss man konstatieren, dass wir gegen Mannschaften, die keinen holprigen Saisonstart hatten (Schalke, Stuttgart, Leverkusen, 1899) noch nicht viel geholt haben.

  9. Marco05

    Ok, 4 Flutlichtspiele in 10 Tagen, davon 3 auswärts waren wohl dann doch zuviel. Bravo DFL!

    Aber daran lags nicht. Augsburg und Berlin mit je 100% Chancenverwertung, dazu Geschenke (Neuer, Boateng) und gestern ein typischer Fall von „schießt man in 10 Stunden kein Tor“ weil immer irgendwie noch ein Fuß– oder Fingernagel dran war. Zur Not wurde Kraft auch einfach angeschossen…

    Geschenkt und möglicherweise zur rechten Zeit. Mund abputzen, weiter gehts!

    1. GS

      Vielleicht ist ja auch die Bundesliga insgesamt gar nicht so schlecht, wie uns viele seit Monaten einreden wollen … :-)

      Grundsätzlich: es soll ja auch in der Vergangenheit schon mal vorgekommen sein, dass der FC Bayern (Auswärts-)Spiele verloren hat. Bevorzugt mit “Ansage”, also nach mehreren Spielen mit großer Dominanz und entsprechenden Kommentaren der Medien und gegnerischen Trainer, Funktionäre etc. … (vgl. Heidel nach dem Schalke-Spiel).

      Irgendwann glauben dann alle Spieler unterbewusst, dass die Saison ein Selbstläufer wird und nehmen einen Gang raus – speziell in der Defensive. Während z.B. gegen Lissabon Ribery und andere emsig bei jeden Angriffsversuch von Benfica mit zurück kamen, schauten sie gestern entrüstet aus der Ferne zu, wie’s hinten brenzlig wird. Und dann verlierst du halt mal ein Spiel.

      Ist wahrscheinlich unumgänglich, um die Spannung hoch zu halten bzw. wieder auf das nötige Level zu bringen.
      Gegen Augsburg konnte man noch denken “blöd gelaufen” – jetzt ist allen klar, dass 95% eben nicht reichen.
      Kein Grund, jetzt von Euphorie auf Trübsal umzuschwenken oder gar Kovac in Frage zu stellen. Wie soll das denn werden, wenn er wirklich mal Nachwuchsspieler bringt und ein Spiel verliert? Ale wollen, das Talente eingebaut werden, trotzdem muss natürlich jedes Spiel souveränst gewonnen werden …

    2. GS

      Nachtrag: der eigentlich Grund für die Niederlage waren natürlich die Trikots. Der ständige Würgereiz ob des lindgrünen Leibchens, das man trägt, behindert einfach zu sehr beim Spielen.

      Ich sage nur: Mia san Rot!

  10. Franz_B

    Vielleicht wird es einfach mal wieder eine normale Saison in der wir nicht mit 20 Punkten Vorsprung Meister werden.
    Objektiv betrachtet hatten wir gegen Augsburg und Berlin auch ein wenig Pech bzw. der Gegner Glück das Neuer und Boateng gepatzt haben.
    Zu Sanchez und auch Gnabry. Jo mei, sind halt noch junge Burschen. Ihr Einsatz passt zumindest, nur bei der Chancenverwertung haperts noch. Gerade Sanchez jetzt wieder verteufeln ist der größte Fehler den wir machen können. Jetzt ist der Trainer gefragt, der ihn weiterhin Vertrauen vermittelt muss.
    Sturm steht und fällt mit Lewandowski, da Wagner einfach nicht die Topklasse hat und Robbens/Riberys Torgefährlichkeit deutlich nachgelassen hat.

    1. T.W.

      Schon richtig, nun nicht ausgerechnet vor allem die Jüngeren (teils Neuzugänge) bzgl. Schuldzuweisung im Regen stehen zu lassen. Allerdings: “Einsatz passt schon” darf auch bei ihnen als Teil einer Profitruppe schlicht vorausgesetzt werden – und “Vertrauen” allein wird nicht reichen, um solche Spieler auf konkurrenzfähiges CL-Topniveau zu heben. Bereits Kimmichs notorische Defensiv-Kapriolen hätten längst nachhaltig durch div. Trainer (inkl. Löw, Guardiola hat’s wohl versucht) angegangen werden müssen (beim defensiv immer noch oft schulbubhaften Alaba habe ich die Hoffnung aufgegeben). Boateng kann in brenzligen Situationen nicht ewig die Kimmich-/Alaba-Nanny geben, zumal er seit längerem genug mit sich selbst und seiner Formkurve zu tun hat. Von “Weltklasse” sind er und Hummels inwischen weit entfernt, auch das Aufbauspiel betreffend.

      Sanches muss u. a. schleunigst beigebracht werden, den Eifer im Gefecht zu dosieren und ggf. Ballverluste intelligenter denn duch übertrieben dampwalzenhafte Grobmotorik (mit entsprechender Gelb-/Rot-Gefahr à la Vidal) ausbügeln zu wollen. Im Offensivspiel hilft ihm seine physische, oft durchsetzungsstarke Dynamik zweifellos, verpufft aber noch zu häufig mangels Übersicht beim richtig getimeten Abspiel und präzisem Abschluss. Bei letzterem sind die Älteren im Kader derzeit aber auch kaum leuchtende Vorbilder. Da hilft es nicht, wenn Robben, Müller und Co. nach solchem Spielende zwar kritische Worte finden, beim nächsten Spiel aber wieder denselben Mist auf dem Platz fabrizieren und bei Auswechslung majestätsbeleidigt sind.

      Die teils verschleppende, allzu selbstgefällige Kaderpolitik durch die Chefetage (sowie Verletzungspech) bei weiterhin ambitionierten CL-Saisonzielen macht’s für Kovac freilich nicht einfacher. Mal sehen, wie weit der Optimismus von Olorin / 10:30 Uhr am Dienstag ff. Entsprechung findet…

  11. Olorin

    Nur keine Panik. Jeder verliert mal Spiele, auch wir. Gegen Augsburg und in Berlin kam jetzt einiges zusammen, ist doch gut dass Boateng und Neuer jetzt ihre Fehler machen…besser als in der CL. Für Kritik am Trainer (oder auch an manchen Spielern wie Sanches, den ich auch nicht schlechter gesehen hab als die meisten anderen) ist es entschieden zu früh. Ich rechne mit einem klaren Sieg gegen Ajax unter der Woche, da holländische Mannschaften meist nicht die Schärfe in der Defensive wie Bundesligisten und auch qualitativ schwächer mindestens als die Hertha, vielleicht auch als Augsburg sind.0

    1. Tschemp

      Anscheinend verfolgst du Ajax kaum, die sind sicherlich nicht schlechter als Hertha. Bis auf das Spiel gegen Eindhoven spielen die eine tolle Saison. Mit De Ligt, Ziyech, Van de Beek, De Jong oder Neres haben die eine herausragende Generation. Allesamt Spieler, die auch für uns in Frage kommen würden.

  12. Kurt

    Ohne Müller läuft nichts.

    1. Marco05

      Sehr differenzierter Kommentar, der noch nicht mal Stammtischniveau erreicht. Müller hat schon gegen Augsburg nicht stattgefunden und gestern nach der Einwechslung auch fast nicht. Einzig gute Szene: die Kopfballablage auf Lewy.

      Und genau an dem Besipiel nochmal: In einem “normalen” Spiel, macht Lewandowski den im Schlaf. Super Ablage, einfach einschieben, fertig. Nur nicht gestern. Da kommt der Ball 5 cm zu weit, zu kurz, zu lang, zu scharf. Ist Kraft noch mit den Fingerspitzen dran vor 2 (!!!) einschußbereiten Bayern damit der Ball ja in deren Rücken landet, da kommt die Hereingabe auf Robben etwas zu scharf, der dann etwas zu weit in Rücklage aus 3 Metern übers Tor hämmert. Da köpft Lewandowski den unbeweglichen Kraft einfach ans Knie statt 5 cm rechts oder links davon und und und…

      1. Marco05

        Ach und Kimmich schießt Ribery an…

        Zu dem Zeitpunkt hätte einem eigentlich schon klar sein müssen wohin die Reise geht.

        Dazu noch die erbärmliche Qualität des “Eurosportplayer” den man ja immer einmal im Jahr wegen EINEM famaledeiten Bayern-Spiel aktiviern muss. Kann ja nur schief gehen…

      2. August46

        Lieber Marco05, ich schätze Deine Kommentare sehr, aber
        was Müller betrifft: Beim 2. Hertha-Tor hat er mir gefehlt .
        Müller scheut sich nicht, bis in den eigenen Strafraum zurück-
        zukommen. Ribery hat zugeschaut und auch Sanches ist stehen
        geblieben. Ich würde Müller von Anfang an spielen lassen und
        dann ggf. auswechseln.
        Zum Verhältnis Robben – Lewa : Der herrliche Paß von Robben
        auf Lewa (es war nicht der einzige) wurde – wie sovieles – ver-
        stolpert. Ansonsten vollste Zustimmung !

  13. Anton

    “Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hasr!” Spass beiseite, Dardai ist kein Depp!
    Und gegen welchen Gegner hat der FCB die letzten vier Spiele nicht gewonnen; gegen wen hat der FCB zuletzt kein Tor geschossen? Gegen Herta!
    Und offenbar ist es da völlig egal, ob der Trainer Ancelotti, Heynckes oder Kovac heißt.
    Das soll nun nicht die Leistung gestern entschuldigen, aber es gibt offenbar Gegner, die einem nicht liegen – oder wo der gegnerische Trainer immer ein gutes Rezept hat.
    Das letzte Spiel in Berlin-Ausgleich in der 96! min. Da war man auch nicht weit von der Niederlage weg. Das letzte Spiel zuhause 0:0.
    Die Herta ist offensichtlich alles andere als der Wunschgegner.

  14. Jo

    Ok, sicher kein Grund um in eine Depression zu verfallen. Aber zwei Spiele nicht zu gewinnen fühlt sich halt sehr ungewohnt und wahrlich nicht gut an.
    Wenn man da nach Erklärungen sucht landet man meiner Meinung zuerst bei der Offensive oder einfach den Toren.
    An der Defensive gibt es wenig zu meckern. Nach 5 Spieltagen reichen immer noch die Finger um die richtigen Torchancen unserer Gegner abzuzählen. Etwas erstaunlich nur, wie viele Tore dann verhältnismäßig draus wurden. Das ist ein, zwei Einladungen unsererseits und einer bemerkenswerten Chancenverwertung zu verdanken. Das wäre aber nichts was mir große Sorgen machen würde. Rein strukturell sehe ich da kein Problem.

    Etwas anders sieht es in der Offensive aus. In den letzten drei Spielen nur ein Tor aus dem Spiel. Ist schon mager für unsere Verhältnisse. Liegt wie in der Defensive auch an der Chancenverwertung, aber eben an einer nicht sehr überzeugenden. Was mich noch etwas stutziger macht ist allerdings, dass es uns zunehmend schwer fällt wirklich zwingende Chancen herauszuspielen. Solche Dinger von denen man dann sagen kann, den muss er doch machen.

    Ein Ansatz dazu könnte vielleicht mangelnde Abstimmung und Eingespieltsein in den vorderen Regionen sein. Das defensive Verhalten ist nun mal leichter einzuüben. Für die Offensive brauchst es seine Zeit.
    Wenn ich mir die wechselnden Aufstellungen, vor allem im MF, der Schaltzentrale, so anschaue. Da wechseln nicht nur die Spieler an sich, sondern auch die Positionen mit denen der jeweiligen Spieler betraut wird. Manche sind dazu noch neu, oder so gut wie neu bei uns.
    Da fehlt vielleicht eben die letzte Selbstverständlichkeit, das blinde Verständnis um den letzten, den schwierigen Pass auch noch hinzukriegen.
    Das ist im übrigen nichts was ich Kovac vorwerfen möchte. Diese Rotation, über die man im Einzelfall sicher diskutieren kann., ist grundsätzlich nicht infrage zu stellen.

    Vieles ist ja sowieso größeren Verletzungen, oder kleineren Wehwehchen geschuldet. Und wenn ich mir dann die Vielzahl der Spiele und unsere Spieler so anschaue? Das ich vielleicht der einzige Punkt an dem man ansetzen kann. Wenn ich Spieler wie Robbery, Boateng, Thiago, Martinez oder nun auch Gnabry und Goretzka nehme, dann ist uns allen aus leidvoller Erfahrung klar, dass du die tunlichst nicht vier Spiele in 10 Tagen machen lässt. Weil das deine Probleme dann mutmaßlich an anderer Stelle nur verschärft.
    Aber für dieses Jahr ändert sich da natürlich auch nix mehr. Kannst du nur mit leben und ggf. in deine Zukunftsplanungen einbeziehen.

  15. Osrig

    Auch mit etwas Distanz kann ich unserem Spiel gestern abend nicht viel Positives abgewinnen!
    Sicherlich ist nicht davon auszugehen, dass wir ohne Niederlage durch die Saison marschieren würden, doch die Art und Weise, wie die Punktverluste gegen Augsburg und – mehr noch – jetzt gegen Berlin zu Stande gekommen sind, gibt Anlass zur Sorge!
    Nein, ich werde jetzt nicht den Stab über Kovac brechen, mit dessen Spielidee ich gerade begonnen hatte, mich anzufreunden. Und ich will auch nicht die Spieler pauschal der Unfähigkeit zichtigen, sie sind immer noch herausragend gute Spieler von hoher bis höchster individueller Klasse und großer internationaler Erfahrung.

    Woran lag es nun aber, dass der erhoffte Alleingang ausbleibt und wir sogar Gefahr laufen, “der Musik hinterher zulaufen”, gesetzt den Fall, das Spiel gegen Gladbach bringt keine drei Punkte!

    Wie schon von anderen hier angemerkt, waren die Bewegungen und die Pässe zu langsam, war in Rückwärtsbewegung zu behäbig, wirkten die Spieler nicht konzentriert genug! Na klar, wenn ihnen schon zu Beginn alles gelingt, die Vertreter der Gegnervereine und der Medien unisono beklagen, der FC Bayern sei diese Saison nicht zu schlagen, dann setzt sich diese Vorstellung aller Erfahrung zum Trotz zunächst mal in den Köpfen fest. Und schon neigt man dazu, jenes Quentchen Leistung weniger zu bringen, das aber notwendig wäre, um einen hochmotivierten, kämpferisch und läuferisch starken Gegner zu bezwingen. Bringt der Gegner auch noch eine gewisse spielerische Klasse mit, sind Punktverluste öfter und schneller passiert, als erwartet, und plötzlich ist ein Konkurrent enteilt, die Krise da und vielleicht sogar die CL in Gefahr!
    Soweit ist es glücklicher Weise noch nicht, aber es ist leider auch kein unwahrscheinliches Szenario, wenn die Mannschaft jetzt nicht schnellstens in die Spur zurückfindet.

    Überlegungen wie “2 nicht gewonnene Spiele hintereinander sind doch noch kein Drama”, “Wir waren doch besser!” oder “es hat nur etwas Glück gefehlt!” sind in der Aufarbeitung der Gründe für die beiden Pleiten überhaupt nicht hilfreich, sie verstellen den Blick auf das Wesentliche!

    Und das Wesentliche ist für mich, dass die Jungs schon jetzt in dieser frühen Phase eine zu lasche, eine überhebliche Einstellung an den Tag gelegt haben, die zu weiteren Punktverlusten führen wird, wenn sie nicht schleunigst verändert wird.
    Das Wesentliche ist für mich, dass die Jungs trotz einer hohen Kreativität in der Elf es nicht geschafft haben, das Berliner Pressing zu umspielen und sich dem Zugriff des “mannorientierten Pressings” – für ich im Grunde Manndeckung – zu entziehen. Die Kraft für die dafür nötigen Bewegungen muss so früh in der Saison noch da sein, also hatte die Spieler neben einer zu laxen Einstellung noch ein weiteres Problem:
    Unsere Spieler hatten augenscheinlich keine Idee, welche Positionierung sie sich innerhalb ihrer Zone suchen mussten, um einerseits für einen Pass-Geber anspielbar zu sein und gleichzeitig weit genug weg vom gegnerischen Manndecker!
    DAS wiederum ist ein taktisches Problem, für das schnellstmöglich Lösungen gefunden und einstudiert werden müssen, denn diese Vorgehensweise unser Gegner wird auch in Zukunft, sogar noch weiter verfeinert, zu sehen sein. Letztlich eine folgerichtige Entwicklung einer Liga, die erstens gar nicht so schwach ist und sich zweitens ohnehin schon zur “Weltmeister gegen den Ball-Liga” entwickelt hat. Zukünfig wird der Gegner noch kompakter in der Defensive, noch mannorientierter im Pressing und noch ausdauernder in seinen Bewegungen sein, was den Druck auf unsere Spieler noch weiter erhöhen wird.

    Welche Lösung gibt es? Wir könnten uns selbt stärker “hinten rein” stellen, kompakt stehen und die schnellen vertikalen Bälle spielen, die wir gestern schon zu Hauf gesehen haben. Dann bleibt es möglicher Weise bei dieser einen Niederlage, aber die Anzahl der Unentschieden dürfte deutlich ansteigen und verhindern, dass wir am Ende ganz oben stehen. Was spielstarke UND individuell herausragend besetzte internationale Gegner dann mit uns anstellen, bleibt Spekulation, die mir aber keine Freude bereiten, wenn ich darüber nachdenke.

    Eine andere Lösung wäre im ersten Moment geradezu ein Anachronismus, dürfte aber der Königsweg werden:
    Tiki-taka im eigentlichen Sinne, das schnelle Kurzpass-Spiel möglichst im “one-touch” aus einer klugen Zonenbesetzung heraus!
    Denn immer noch ist es so, dass die Gegner zwar früh pressen, sich dabei mannorientiert stellen, trotzdem aber den Raum mit abdecken müssen, also ein paar Meter Abstand zu unseren Spielern halten müssen, um Lücken nicht zu groß werden zu lassen. Dieser Abstand ist schnell überwunden, wenn der Gegner einen kurzen Sprint ansetzt UND unsere eigenen Spieler zu behäbig agieren!
    Sind unsere Jungs aber dynamisch genug, so reichen ein paar Meter Abstand aus, um einen Pass anzunehmen und ihn strukturiert weiter zu passen auf einen Mannschaftskameraden, der sich in seiner Zone wiederum selbst durch eine schnelle Bewegung in Position gebracht hat.
    Wenn der gespielte Pass scharf genug getreten ist, kann der Gegner trotz relativer Nähe nur hinter her laufen und wird dann auch Lücken in seiner eigenen Formation bieten, die durch schnelle Kombinationen ausgenutzt werden können.

    Wichtig ist, dass die ganze Mannschaft auf dem Feld entsprechend dynamisch agiert, selbst die Abstände nicht zu groß geraten lässt.
    Zusammen mit dem eigenen, zukünftig wieder besser koordinierten Gegenpressing dürfte das schnelle Pass- und Positionsspiel auch wieder zum Erfolg führen.
    Vorausgesetzt, die laxe Einstellung wird verändert und die Jungs agieren auch wieder konzentrierter!
    So oder so, jetzt ist Kovac mit seinem Trainer-Team gefragt, aber auch die Führungsriege muss klare Ansagen machen.

    1. Anton

      Du hast es eigentlich auf den Punkt gebracht. “Augsburg hat immer nur was geholt, wenn wir schon Meister waren.” “Wir verlieren doch, während Oktoberfest ist, sowieso nie!” “Die Bayern werden diese Saison kein Spiel verlieren” und so weiter!
      Vielleicht hätte man den Spielern mal ins Gedächtnis rufen sollen, wann sie das letzte Mal gegen Herta gewonnen haben und wann sie das letzte Mal gegen die ein Tor geschossen haben.
      Und was wurde vor der Saison alles geredet -böser Spielplan!- gleich all die dicken Brocken der letzten Saison, dazu dann noch Stuttgart, gegen die man im letzten Spiel so böse ausgesehen hat.
      Und dann – werden die alle locker abgeräumt! Geht doch! Alles easy! Augsburg, na und!
      Und dann passiert eben genau das, was auch ein Neuer gesagt hat, dann fehlen eben ein paar Prozent.
      0:1, blöder Fehler, wird schon!
      Mannschaften wie Hoffenheim, Leverkusen, Stuttgart hat man niedergespielt. Gegen S04 hätte man eigentlich 5 Stück schießen müssen.

      Aber offensichtlich hat auch ein Kovac doch seine Probleme, den Schlendrian da auszutreiben. Vielleicht passt da auch sein Kommentar von gestern dazu – das lassen wir uns nicht gefallen!
      Behäbig, langsam, und ohne wirklichen Druck – damit kannst du keinen mehr überraschen. Und dann beißt du dir eben, wie in der 2.Hälfte an zwei Fünferketten die Zähne aus, wenn du nichts änderst.
      Auch ein Thiago brachte gestern nicht den notwendigen Drive nach vorne, wie in den vergangenen Spielen.
      Ich habe auch nicht verstanden, warum ein Gnabry wieder erst mal auf der Bank saß.
      Bei Ribery musste man sagen, er hat sich bemüht – aber so wirklich toll war das bis auf den ein oder anderen Trick auch nicht. Flanken/Pässe eher suboptimal. Nach hinten – na ja! Auch einem Robben gelang nicht wirklich viel.
      Und allen anderen fehlten die angesprochenen paar Prozente – auch im Kopf!
      Normalerweise läuft ein Boateng den Ball einfach ab, aber wenn man eben zu spät reagiert und startet, kommt eben so eine unsinnige Grätsche daei raus. Beim 2:0 war es ja auch nicht besser.
      Ein Samme hat es vor dem Spiel noch an einem Beispiel gezeigt und gelobt, wie konzentriert man nach hinten arbeitet – 9 Spieler hinter dem Ball bei einem Konter. Beim 2:0, was noch nicht mal ein wirklicher Konter war, waren es noch keine 6 und davon mindestens 3 völlig unorganisiert.
      Die Punkte in dieser Woche wurden eindeutig im Kopf verloren.

    2. Olorin

      Die CL in Gefahr? Selbst als Vierter wären wir immer noch sicher in der CL. Sorry, aber da ist wirklich gar nix in Gefahr. Zu den spieltaktischen Anmerkungen hab ich dir nichts hinzuzufügen, da ticken wir glaub ich sehr ähnlich.

      Ansonsten kann ich die Spieler einfach verstehen. Ich weiß noch, wie ich mich vor wenigen Jahren aufgeregt hab, wenn wir verloren oder auch nur Unentschieden gespielt haben, über Schiedsrichter, Gegner, Fehler der eigenen Mannschaft usw. Nach den narkotischen Meisterschaften der letzten Jahre ist das komplett verschwunden, die Emotionalität meines Fanseins kommt nur noch in den Pokalwettbewerben hervor, in Ligaspielen bin ich emotional unbeteiligt…sowohl bei Siegen als auch wie gestern bei Niederlagen. Ich saß achselzuckend in der Kneipe und dachte mir sinngemäß: “Gönn doch den Berlinern den Spaß, für uns gehts eh erst am Dienstag weiter.”
      Und auch wenn sie das natürlich niemals zugeben würden hab ich schon den Eindruck, dass es den Spielern und selbst dem Management ähnlich geht. Hoeneß und Rummenigge sind seit Jahrzehnten im Geschäft, die haben doch nicht im Ernst geglaubt dass man mit einem so kleinen Kader drei Wettbewerbe auf höchstem Niveau bestreiten kann. Die ersatzlosen Verkäufe des Sommers kann man eigentlich nur in diese Richtung deuten. Für die paar entscheidenden Spiele in CL und Pokal braucht man keinen großen Kader, nur einen qualitativ guten. Und den Rest spielen wir halt mit 90 % Leistung durch. Wenn sich wider Erwarten ein wirklich starker Konkurrent abzeichnet können wir ja im Winter noch nachlegen.
      Auch wenn ich dagegen viel wetter, aber irgendwie ist dieser Gedanke schon reizvoll. Wisst ihr noch, wie Andersson 2001 in der letzten Minute den Freistoß versenkt hat? Wie Olli Kahn dann die Eckfahne massakriert hat? Oder wie Haching 99 Leverkusen geschlagen hat…ich werd den Weg damals zum Marienplatz, mit dem keiner ernsthaft gerechnet hat, nie vergessen. Das waren geile Momente, auch wenn die Guardiola-Ära fußballerisch weit ansprechender war (aber davon haben wir uns ja mittlerweile auch wieder entfernt). Und irgendwie liefs ja damals auch in der CL gut.

      1. Osrig

        Na ja, Olorin, ich glaube, jeder von uns, der die damaligen Spielzeiten miterlebt hat, kann sich an die Spannung und die Freude über die knapp und teils unerwarteten Meisterschaften auch rückblickend noch gut erinnern. Aber es waren eben Höhepunkte, einzelne “Highlights” und keine Regelmäßigkeit! Wäre jede Spielzeit so eng und würden wir häufiger sogar das Nachsehen haben, so wäre zwar mehr Spannung vorhanden, aber das Besondere einer “Highlight”-Meisterschaft würde dann verloren gehen, weil jede Meisterschaft dann gewissermaßen ein “Highlight” darstellte.

        Nein, ich bin sehr damit zufrieden, dass wir Meister in Serie sind und hoffentlich auch weiter werden, weil in der BL nur 90 Prozent Leistung und Einsatzwillen eben doch nicht reichen und es noch immer eine herausragend gute Leistung ist, am Ende der 34 Spieltage ganz oben zu stehen.
        Und dazu bedarf es eben auch eine herausragend gute Mannschaft UND Taktik, die sich im “Brot-und-Butter-Geschäft” Bundesliga entwickeln und einspielen muss! Rumpelt es in der Liga, wird es meistens auch in Pokal und CL nichts!!!

        Übrigens, die Wahrscheinlichkeit, dass wir die CL verpassen, wenn wir uns eine Krise nehmen, ist sicherlich nicht hoch, aber es ist auch nicht völlig unwahrscheinlich, dass wir unterhalb Platz vier landen, wenn eine Krise nicht bewältigt wird.
        Noch haben wir keine Krise, doch – und das meinte ich in meinem Beitrag weiter oben – ist diese Krise schneller da, als befürchtet, vor allem, wenn jetzt gegen Ajax und Gladbach ebenfalls nicht gewonnen wird.

  16. Schwarzenbeck

    Und schwupp ist aus der “Gähn, schon wieder zig Punkte Vorsprung”-Nummer Platz 2 geworden mit ein paar Clubs gleich dahinter. Ganz so einfach scheint das Ganze dieses Jahr denn doch nicht zu werden.

    1. Kurt74

      Was aber auch zeigt das es regelmässig harte Arbeit ist einen solchen Vorsprung über die Saison zu erspielen.
      Wenn andere Mannschaften die Tabellenführung übernehmen ist es ne Meisterleistung aber wenn Bayern die Führung inne hat wird das Leistungstechnisch immer ein wenig heruntergespielt. Mal schauen welche Lehren die Spieler aus den 2 Spielen ziehen. Weil Kovac kann ich schlecht kritisieren das die Spieler ihre Tore nicht machen.

    2. Anton

      Wer sagt denn, dass das einfach ist. Da kann man nicht mal so einfach die Liga daherspielen.
      So lange ist doch die letzte Saison noch nicht vorbei. Da waren wir am 6. Spieltag 3. mit schon drei Punkten Rückstand.
      Kurt74 hat recht, das ist harte Arbeit. Und auch das nächste Spiel wird kein Spaziergang.
      Ein Völler hat schon gestern gesagt:”Wir haben nur eine Chance, wenn wir unser Spiel 90 min durchhalten.”
      Haben sie aber nicht und dann gehts dahin.
      Und wenn du in der Liga -warum auch immer – glaubst, dass auch ein paar Prozent weniger reichen, hast du Pech gehabt.
      Mir fällt da immer die CL ein, wo man genau mit dieser Einstellung nach Russland gefahren ist und sich da bis auf die Knochcen bei Ragard blamiert hat.
      Solche Phasen wirst du immer haben. Wenn es nicht so wäre, hätten wir seit Jahren immer die gleiche Tabelle. Ist aber offenbar nicht so. Wir haben doch immer wieder solche Phasen gehabt, wo eigentlich völlig unnötig Punkte abgegeben wurden.
      Und es wird jedes Jahr schlimmer werden, weil jede Meisterschaft noch mehr dazu führt, Spiele für Selbstläufer zu halten.
      Nimmt man sich mal als Beispiel die PL – wie konnte es passieren, dass ein Fast-Absteiger wie Leicester bei all den arrivierten Topvereinen plötzlich Meister wird. Der wurde einfach nicht ernst genommen.
      Und das Ergebnis – seitdem stehen wieder die üblichen Verdächtigen oben.

      Ich habe viele Jahre als Spieler und als Trainer – wenn auch im Handball – gearbeitet. Da ist es doch nicht anders. Die Masse dieser Spiele wird im Kopf entschieden. Da gibt es ganz tolle Statistiken, von Spielen, wo eine Mannschaft zur Halbzeit bereits klar führt, aber nicht in der Lage ist, das die zweite Halbzeit genauso durchzuziehen. Und erzähle nichts vom Gang runterschalten – denn das passiert auch im Kopf. Kein Trainer stellt sich in der Halbzeit hin und sagt: jetzt schaltet mal einen Gang runter. Nein, das passiert automatisch. Schlecht ist nur, wenn man den Gang schon zum Spielbeginn runterschaltet und das sah gegen Augsburg und Herta sehr danach aus.
      Augsburg ist nicht stärker als Hoffenheim und Herta auch nicht stärker als Leverkusen.
      Aber im Kopf aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre und der Tabelle schon – und da liegt der Fehler.
      Ein Heynckes hatte das eigentlich im Griff, aber auch der hat es nicht in allen Spielen geschafft. Herta zuhause 0:0! Da kommt am 24.Spieltag, wo man mit 19 Punkten die Tabelle anführt der Tabellenelfte, der 29 Punkte Rückstand hat – wo ist das Problem? Das Problem war ein 0:0, was natürlich bei 19 Punkten Vorsprung nicht mehr wirklich stört. Aber es ist symptomatisch.
      Und wenn Kovac das nicht in den Griff bekommt, dann wird es schwierig.
      Wir kennen doch unsere Spieler und deren Leistungsfähigkeit. Da schießt mal ein Neuer einen Bock, dann mal ein Ribery. Da trifft ein James aus 5m das Tor nicht, wie gegen S04. Da konnt ein Robben einen viertel Schritt zu spät und semmelt über das Tor, Müllers Vorlage fehlen 5cm und so weiter. Komisch, dass es in anderen Spielen, die man offenbar ernster genommen hat, nicht passiert.

  17. Herrispezial

    Und wenn die Mannschaft doch alles ernst genug nimmt? Halte ich für durchaus möglich. Immerhin erspielen wir uns ja genug Chancen. Der Unterschied zu den ersten Spielen ist nur, dass die letzten Gegner etwas besser waren und keinen Fehlstart in die Saison hingelegt haben (gemessen an ihren Verhältnissen). Schalke und Co haben halt eine schwache Frührform gehabt – und das kam uns entgegen. Dortmund hat letzte Saison auch die ersten fünf Spiele gewonnen, weil sie gegen Fallobst gespielt haben. Und danach war es dann vorbei mit der Herrlichkeit. Das wird uns vermutlich nicht passieren. Aber wir haben halt auch Glück mit den Ansetzungen gehabt (auch wenn die DFL das anders geplant hatte). Das Spiel gegen Gladbach wird zeigen, ob wir diese Saison gegen die etwas besseren Mannschaften regelmässig Probleme bekommen werden oder ob wir auch aktuell formstarke Mannschaften schlagen können. Bisher ist es uns diese Saison noch nicht gelungen.

    1. Anton

      Einem Manuel Neuer ist doch zuzutrauen, dass er mt seiner Erfahrung die richtigen Schlüsse ziehen kann. nd er hat es doch genau so auf den Punkt gebracht – da fehlten dann eben beim ein oder anderen 2-3 Prozent.
      Und dann reicht es eben nicht! Weil sich die anderen eben nicht so herspielen lassen wie Nürnberg in Dortmund, die dann komischerweise heute 3:0 gewinnen.
      Und da sind eben Baum und Dardai ein anderes Kaliber. Die schaffen es eben, eine Mannchft entsprechend einzustelllen – vor allem gegen die Bayern. Die zweitligaerfahrenen Nürnberger hatten eben vor den knapp 80.000 Dortmundern spätestens nach dem 3:0 die Hosen voll. Gegen eine 90 min engagierte Truppe – die ja nichts zu verlieren hat, weil ja eine Niederlage sowieso normal ist – tut man sich dann mit 97% eben schwer.
      Und ich wette gegen die Mannschaft, die uns in den letzten beiden Jahren die meisten Punkte abgenommen hat, da wird das anders laufen. Und wenn man wieder verwachst, hat man vielleicht schon drei Punkte Rückstand -am 7.Spieltag! Und das ist kein Saisonbeginn mehr.

      1. Herrispezial

        Also wenn ich es richtig sehe, sind 5 unserer bisherigen 6 Gegner in der unteren Tabellenhälfte. Und man sollte einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass es eine deutliche Leistungssteigerung braucht, um mal wieder zu gewinnen. Erst jetzt wird sich zeigen, welche Qualität die Mannschaft und Kovac haben. Es sind die ersten englischen Wochen (und es werden noch einige folgen); und die sind bisher eher durchwachsen gewesen. Wenn sich nicht alle deutlich steigern – und zwar mehr als um 2-3 %, sondern eher so 10-20 % – dann werden wir bald nicht nur wieder Diskussionen über den Kader führen, sondern auch über den Trainer. Bisher ist noch nicht klar, ob er der Mannschaft beibringen kann, Rückstände umzubiegen und gegen Gegner zu gewinnen, die eine solide Abwehr haben. Bisher haben alle schon ja mind. 9-10 Tore gefangen. Da wird mir der gute Saisonstart schon ein wenig zu schön geredet, weil eben diese Einordnung nicht stattfindet.

      2. Anton

        Die Tabelle würde ich am 6. Pieltag noch nicht zu hoch hängen. Konnte man doch heute deutlich sehen, wie der 15. den 5. schlägt, der 17. den 8. und so geht das doch dauernd. Das wird sich alles noch sortieren.
        Und du bist doch genau auf dem gleichen Trip – Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Und drei von den 5 sind nur deswegen in der unteren Hälfte, weil sie gegen den FCB verloren haben.

  18. Stiepel-Arne

    Offtopic: Gibt es bald mal wieder einen Artikel zu den Amas?
    Bekomme nur die Ergebnisse mit … und da gab es nach erfolgreichen Start ja auch die ersten kleinen Rückschläge.
    Auch ein Jugend – Überblick wie vor der Saison wäre super!

    1. Martin

      Servus Arne,

      ein neuer Artikel ist auf jeden Fall für den Oktober geplant. Möchte noch ein oder zwei Spiele von U19 und U17 abwarten, um meine bisherigen Eindrücke zu verfestigen, bevor ich das öffentlich bewerte.

      Viele Grüße

    2. Hi Arne, Martin will in den nächsten Wochen einen Artikel über die Jugend schreiben & das in ein Playdoer für kleine Kader und Einsätze für Jugendspieler (bei den Profis) einbetten.

      Edit: Und flotter an den Tasten war er auch noch. ;)

  19. Mehmet68

    Di SZ schreibt was vom überreifen Kader, Kernthese: Münchens Problem: Der Kader ist klein und überreif

    Das kommt ja auch hier immer wieder zur Sprache, die Kaderzusammenstellung kann man nach Sichtweise arrogant oder nachlässig nennen? Und bei den sehr erfahrenen Spielern wirds mit der täglichen Motivation ja nicht einfacher.

    https://www.sueddeutsche.de/sport/fc-bayern-ueberreif-und-ein-bisschen-muede-1.4150602

    1. Anton

      Das ist mir zu einfach! Und die Schlüsse, die der Autor da zieht, sind teilweise absoluter Unfug.
      Es ist doch schon oft genug davon gesprochen worden, dass der Abstand der Bayern nur deshalb so groß ist, weil ander einfach “Ihre Hausaufgaben nicht machen”. Da Paradebeispiel war doch Gladbach, die dem FCB als einzige Mannschaft der Liga 4 Punkte in der Saison abnehmen – Augenhöhe? – aber dann 13 Spiele in der Saison verlieren. Leverkusen, Herta, dito. Und dann verlieren die eben mal nicht in diesem Umfang und schon rückt alles enger zusammen. Der FCB hat die letzten 4 Spiele gegen Herta nicht gewonnen! Die haben auch nicht zuhause gewonnen, als sie 29 Punkte Vorsprung hatten.
      Und dann kommt wieder der überreife Kader – warum sagt er nicht gleich Altherrenmannschaft! Ist doch völliger Mumpitz. Wenn man sich den Kader – nicht die Mannschaft – ansieht, Kimmich23,Süle23, Tolisso25, Goretzka 23, Coman21, Gnabry23. Da ist ein Alaba mit seinen 26 ein alter Sack, Thiago, James alle noch locker unter 30.
      Und die gleichen Schreiberlinge verkauften einem dann noch vor nicht allzulanger Zeit den Ligakonkurrenten BVB mit Pisczeck32, Castro30, Kagawa29, Sahin29, Schmelzer 29, und einem halben Dutzend 28jährigen als Junge Wilde – gehts noch?
      Hätte er etwas von Schlendrian oder Überheblichkeit geschrieben-da hätte man vielleicht zustimmen können.
      Aber überreif und müde?

      1. Osrig

        das sehe ich ganz genauso!
        Hat mich auch etwas geärgert, der Artikel, zumal er im Grunde keine Argumente für die Behauptung bietet.

      2. Tipic

        Das stimmt so nicht ganz. Seine “Etwas überreif und müde”-These macht der Autor an den Unkonzentriertheiten einiger altgedienter, sehr erfolgreicher Spieler in den beiden letzten Partien fest (“Der Fehlgriff von Manuel Neuer gegen Augsburg, die wirre Attacke von Jérôme Boateng vor dem Elfmeter zum 0:1 in Berlin, der völlig blasse Auftritt von Arjen Robben – es sind ausgerechnet die Helden von 2013, die in den vier statistisch erfassten Tagen die Punktverluste des FC Bayern zu verantworten hatten.”). Dieses Problem (eine gewisse Sattheit, ein gewisses Motivationsproblem, wie immer man das nennt) wird ja auch hier diskutiert.
        Im Übrigen heißt es in dem Beitrag ja auch, dass die jetzt auftretenden Probleme höchstwahrscheinlich nicht das Ende der Langeweile in der Liga bedeuten. Das glaube ich auch nicht, dafür ist die Liga insgesamt zu schwach.

  20. Osrig

    Mal ein Gedanke:
    Mich hat Kimmich zuletzt auch mit seiner feinen Ballbehandlung im Spiel nach vorn beeindruckt! Josh kann nicht nur prima Flanken schlagen, sondern sich auch trickreich im Eins-zu-Eins behaupten. Wir sehen ihn ja – mit Recht – eher im Defensiven Mittelfeld, als auf der Rechtsverteidigerposition.

    Was haltet ihr – losgelöst von der Frage nach einem neuen RV – von der Möglichkeit, Kimmich noch weiter vorn einzusetzen und ihn auf der Rechtaussenposition zu etablieren?
    Ich meine, mit seiner Wendigkeit, Ballgewandtheit und seinem Zug zum Tor wäre das eine Variante, die dem Potential unserer Nr. 32 vielleicht sogar am Besten entspricht!

    1. Anton

      Interessante Überlegung! Fragt sich halt nur, wie man das zur Zeit mit dem Kader auf die Reihe bekommen soll. Ein weiterer Punkt, der für mich dagegen spricht – Wendigkeit, Ballgewandtheit, Zug zum Tor -Ja! Das 1 gegen 1 ist aber eher nicht seine Stärke. Da zieht er es doch eher vor den sicheren Pass zu spielen. Und die Schnelligkeit – eher guter Durchschnitt.
      Und bei den anderen potentiellen Außenspielern – Coman, Gnabry, Ribery, Robben war uns ist eigentlich gerade das 1 gegen 1 und die Schnelligkeit immer der Trumpf gewesen.
      Er kann sich zwar behaupten – also am Ball bleiben. Aber den Gegenspieler ausspielen und vorbeiziehen – na ja!
      Da fehlt dann meiner Meinung nach doch ein bißchen.
      Aber vielleicht sehe ich das auch zu kritisch – oder man müsste ihn in diese Richtung weiter aufbauen.

      Ich denke aber, dass er mittlerweile – auch wegen der fehlenden Alternative – so in diese Schublade Lahm-Nachfolger einsortiert worden ist, dass es sehr schwer wird da wieder rauszukommen.
      Und da muss es auch erst mal einen Trainer geben, der bereit ist, dieses “Experiment” zu wagen.

      1. Osrig

        Na ja, dass das 1:1 nicht seine Stärke sei, hatte ich bisher auch gedacht, ihn deswegen für die “Winger”-Position noch nicht auf der Rechnung. Aber er kann es! Sein Dribbling im Spiel gegen Hertha, in dem er sich mit Rechts den Ball auf den linken Fuss legt, um ihn dann in einer fließenden Bewegung dann selbst vorzulegen und am Gegner vorbei zu gehen – das ist feine Fussballkunst! Auch Coman und co. gewinnen nicht jedes Duell, keine von ihnen hat aber so prima Flanken im Repertoire, und in Hinsicht Spielverständnis scheint mir Kimmich auch die Nase vorn zu haben. also, warum nicht?

      2. Anton

        Ja, Versuch macht klug. Ist aber in der jetzigen Kadersituation vermurlich eher schwierig.
        Das letzte Außenverteidigerexperiment verlief ja auch eher durchwachsen.
        Und wann soll es Kovac jetzt ausprobieren ohne Alternative auf der rechten Seite. Frühestens wenn ein Rafinha wieder fit ist. Oder er müsste mal mit einer Dreierkette spielen und im Mittelfeld Goretzka auf die rechte Seite stellen. Aber ob er das probieren will?

        Wahrscheinlich ist es wirklich so, dass Kimmich sowohl im Vrein als auch in der NM als AV “eingetütet” ist. Bei Lahm hat es auch bis zum Dienstantritt von Guardiola gedauert, bis er mal auf einer Anderen Position spielte. Und bei der WM 2014 wäre das dann auch noch fast in die Hose gegangen.
        Ein Kimmich auf Rechtsaußen – da muss ein Trainer aber schon ein tolles Standing bei der Vereinsführung haben, um sich das zu trauen.

      3. Tipic

        In der N11 spielt Josh inzwischen auf der 6.

    2. August46

      Und warum eigentlich nicht Renato auf die Außenposition – da hätte er Platz
      und Fehler werden nicht sofort bestraft ?

      1. Osrig

        Da habe ich auch schon drüber nachgedacht! Aber Sanches ist ja eher der Typ Spieler, der den Kopf herunter nimmt und vorprescht, wenn er den Ball bekommt und vor sich etwas Platz. Als Flügelspieler? Mit dieser “Rammbockmentalität”? Aber gut, zuzutrauen, auf diese Weise zwei oder sogar drei Gegenspieler zu überwinden, wäre ihm dadurch! Wenn er dann noch überlegter und genauer im Abschluss sein würde!
        Aber genau da sehe ich seine größte Schwäche, die vermutlich nicht zu beseitigen sein dürfte.
        Dann eher Sanches als Rechtsverteidiger aufbauen und hoffen, dass er in dieser Hinsicht lernfähig ist und es auch hinbekommt, den Ball vernünftig weiterzuverarbeiten, wenn er auf seine beeindruckende Art und Weise das Spiel aus der eigenen Hälfte nach vorn verlagert hat.

      2. Anton

        Ich glaube bei Sanches muss man jetzt aufpassen, nicht zuviel auf einmal zu wollen. Gut, er war nun im Vergleich zum ein odr andren auch nicht der große Schwachpunkt, an dem man das 0:2 festmachen sollte.
        Trotzdem, er hat gegen Lissabon ein tolles Spiel gemacht; darauf kann er aufbauen.
        Aber wenn man nicht aufpasst, setzt er sich wieder zusehr selbst unter Druck – nach dem Motto: Ich muss jetzt jedes Spiel ein Superspiel machen. Der Junge ist 21 und sicher noch entwicklungsfähig. Also lieber Schritt für Schritt. Das Schlimmste, was man jetzt wieder tun kann, sind überzogene Erwartungen wecken. Dann sehen wir ihn unter Umständen in kürzester Zeit wieder da, wo wir ihn nicht sehen wollen, als verunsicherten Spieler, dem wieder nichts gelingt.

  21. Hittmer Otzfeld

    Bisschen potenter dürfte die Chancen aus dem Ballbesitz heraus schon werden. So viele “gute Chancen” gab es eigentlich nicht, gegen Augsburg war es ähnlich. Diese wenn-da-einer-steht-dann-ist-er-drin-Chancen sehe ich kritisch, daher verstehe ich auch Kovacs Aussagen nach dem Spiel nicht, aber gut, was soll er groß sagen.

    Wie gut hätte es funktioniert mit [dem Versuch] einer Dreikette? Alaba und Kimmich stehen höher, und Ribery und Robben automatisch mehr in den Halbräumen. 2 Mann im zentralen Mittelfeld hätten gegen Hertha sicherlich auch gereicht. Natürlich müssten Ribery und Robben dann vielmehr nach Hinten arbeiten, was das Konstrukt dann doch sehr fragwürdig macht

    1. Anton

      Ja, was soll er denn sagen. Die Statistik gibt ihm ja eigentlich recht. Und es sind dann eben immer die paar cm, die fehlen. Auch wenn ich da eher auf die Konzentration dess einzelnen als Grund tippe. Die Flanke von Robben auf Lewandowski – verstolpert. Der Kopfball aufs Knie von Kraft. Die zwei, die am langenPfosten am Ball vorbeirutschen. Ein Ribery, der Kimmichs Schuß abblockt. Müllers Kopfball dem dann zu Lewandowski eben die berühmten 5cm fehlen. Der Kopfball vom völlig freistehenden Boateng am Tor vorbei. Robbens Schuß über das Tor. Immer fehlt es an einer Kleinigkeit. Da steht einer nicht richtig zum Ball, da kommt einer zu spät, da ist einer zu früh, da trifft einer nicht richtig den Ball. Das sind dann genau die von Neuer angesprochenen 3%, die fehlen.
      Wir hatten es doch schon gegen S04, wo ein James zwei eigentlich 100%ige nicht reinmacht.

  22. […] die erste Niederlage der Saison folgte gegen Ajax unter der Woche die erste schwache Leistung unter Niko Kovač. Kann er […]

  23. […] noch ganz passabel gegen den Ball treten. Sie sollten in der Lage sein, Mannschaften wie Augsburg, Hertha und Gladbach zu jeder Zeit zu […]

  24. […] die Hertha und noch viel schlimmer gegen Ajax Amsterdam, konnte man dieses Loch beobachten. Der Gegner kann […]

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