Top 15 der Klubgeschichte: Platz 3

Justin Trenner 05.01.2019
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Einleitung
Plätze 15 bis 12
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Plätze 7 & 6
Plätze 5 & 4
Platz 3
Platz 2
Platz 1

Platz 3: Philipp Lahm

von Justin Kraft

Als Schweinsteiger den Elfmeter im Finale Dahoam 2012 an den Pfosten setzt, zeigt Philipp Lahm seine ganze Größe. Im womöglich schwierigsten Moment seiner Karriere ist er damit beschäftigt, seine Mannschaft aufzufangen. Es wäre nicht abwegig, zu glauben, dass er schon da an die Zukunft denkt. Lahm ist mit seiner Art der komplette Gegenpol zu Bastian Schweinsteiger.

Während seiner Karriere entwickelte er sich zum Vorzeigekapitän einer neuen Generation. Er prägte gemeinsam mit Schweinsteiger den Führungsstil einer flachen Hierarchie. Vor allem legte er aber eine sportlich einmalige Karriere hin. Schlechte Spiele von ihm? Gab es kaum. Fehler? Wenige. Lahms Laufbahn war geprägt durch eine unfassbare Konstanz.

Als der Erfolg ausblieb, wurden ihm Sicherheitspässe und Langeweile unterstellt. Doch Lahm hatte schon immer eine einzigartige Gabe, die jeder Trainer an ihm zu schätzen wusste. Er konnte das Spiel von jeder Position aus kontrollieren. Selbst von der Außenverteidigerposition aus, die oft viel zu weit vom relevanten Spielgeschehen entfernt ist.

Lahm war Kapitän und Kopf der Triple-Mannschaft
(Quelle: Alex Grimm/Getty Images)

Lahm war ein Taktgeber, ein Stratege und hatte ein unglaubliches Spielverständnis. Als Guardiola ihn als den intelligentesten Spieler bezeichnete, den er je trainierte, war das kein typisches Guardiola-Lob, das in wenigen Tagen wieder verfallen würde. Dass ausgerechnet er, der Messi, Xavi, Iniesta und Busquets trainierte und sich so intensiv mit taktischen Abläufen und Strukturen beschäftigt, Lahm auf diesen Thron setzte, war kein Zufall.

Lahm konnte fast alles. Für Kopfbälle mag er zu klein sein, doch selbst vermeintliche Nachteile in der Physis konnte er mit Köpfchen ausgleichen. In der Geschichte des Fußballs gab es nie einen Spieler wie ihn. Das wird oft unter den Tisch gekehrt, weil Lahm eben so monoton auf seinem Niveau spielte und nicht für die besonderen Momente zuständig war, wie es beispielsweise bei Messi oder Iniesta der Fall war.

Doch seine Trademark-Grätschen, seine makellose Balance aus Offensive und Defensive, sein unermüdliches Vorder- und Hinterlaufen Robbens sowie seine klugen Pässe und Bewegungen hoben seine Mannschaften auf ein anderes Level. Lahm gab dem Spiel Struktur und sorgte dafür, dass andere überhaupt erst besondere Momente haben konnten. Er war nicht nur der beste Fußballer seiner Generation, sondern einer der besten, die dieses Land je gesehen hat. Auf einer Stufe mit Beckenbauer, Müller und Matthäus.

So indiskutabel seine sportliche Qualität ist, so sehr wird über den Menschen Philipp Lahm diskutiert. Doch auch hier lässt sich eindeutig feststellen, dass er beim FC Bayern fehlt. Lahm mag viele mit seiner vermeintlich spießigen und streberhaften Art genervt haben. Doch er war es, der in Interviews stets den richtigen Ton traf und die Mannschaft zusammenhielt. Ein echter Leader. Eine echte Legende. Ein Meister dieses Sports und ein Typ, den der FC Bayern in Zukunft brauchen wird.

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