Top 15 der Klubgeschichte: Platz 3

Justin Trenner 05.01.2019
Bisherige Artikel
Einleitung
Plätze 15 bis 12
Plätze 11 bis 8
Plätze 7 & 6
Plätze 5 & 4
Platz 3
Platz 2
Platz 1

Platz 3: Philipp Lahm

von Justin Kraft

Als Schweinsteiger den Elfmeter im Finale Dahoam 2012 an den Pfosten setzt, zeigt Philipp Lahm seine ganze Größe. Im womöglich schwierigsten Moment seiner Karriere ist er damit beschäftigt, seine Mannschaft aufzufangen. Es wäre nicht abwegig, zu glauben, dass er schon da an die Zukunft denkt. Lahm ist mit seiner Art der komplette Gegenpol zu Bastian Schweinsteiger.

Während seiner Karriere entwickelte er sich zum Vorzeigekapitän einer neuen Generation. Er prägte gemeinsam mit Schweinsteiger den Führungsstil einer flachen Hierarchie. Vor allem legte er aber eine sportlich einmalige Karriere hin. Schlechte Spiele von ihm? Gab es kaum. Fehler? Wenige. Lahms Laufbahn war geprägt durch eine unfassbare Konstanz.

Als der Erfolg ausblieb, wurden ihm Sicherheitspässe und Langeweile unterstellt. Doch Lahm hatte schon immer eine einzigartige Gabe, die jeder Trainer an ihm zu schätzen wusste. Er konnte das Spiel von jeder Position aus kontrollieren. Selbst von der Außenverteidigerposition aus, die oft viel zu weit vom relevanten Spielgeschehen entfernt ist.

Lahm war Kapitän und Kopf der Triple-Mannschaft
(Quelle: Alex Grimm/Getty Images)

Lahm war ein Taktgeber, ein Stratege und hatte ein unglaubliches Spielverständnis. Als Guardiola ihn als den intelligentesten Spieler bezeichnete, den er je trainierte, war das kein typisches Guardiola-Lob, das in wenigen Tagen wieder verfallen würde. Dass ausgerechnet er, der Messi, Xavi, Iniesta und Busquets trainierte und sich so intensiv mit taktischen Abläufen und Strukturen beschäftigt, Lahm auf diesen Thron setzte, war kein Zufall.

Lahm konnte fast alles. Für Kopfbälle mag er zu klein sein, doch selbst vermeintliche Nachteile in der Physis konnte er mit Köpfchen ausgleichen. In der Geschichte des Fußballs gab es nie einen Spieler wie ihn. Das wird oft unter den Tisch gekehrt, weil Lahm eben so monoton auf seinem Niveau spielte und nicht für die besonderen Momente zuständig war, wie es beispielsweise bei Messi oder Iniesta der Fall war.

Doch seine Trademark-Grätschen, seine makellose Balance aus Offensive und Defensive, sein unermüdliches Vorder- und Hinterlaufen Robbens sowie seine klugen Pässe und Bewegungen hoben seine Mannschaften auf ein anderes Level. Lahm gab dem Spiel Struktur und sorgte dafür, dass andere überhaupt erst besondere Momente haben konnten. Er war nicht nur der beste Fußballer seiner Generation, sondern einer der besten, die dieses Land je gesehen hat. Auf einer Stufe mit Beckenbauer, Müller und Matthäus.

So indiskutabel seine sportliche Qualität ist, so sehr wird über den Menschen Philipp Lahm diskutiert. Doch auch hier lässt sich eindeutig feststellen, dass er beim FC Bayern fehlt. Lahm mag viele mit seiner vermeintlich spießigen und streberhaften Art genervt haben. Doch er war es, der in Interviews stets den richtigen Ton traf und die Mannschaft zusammenhielt. Ein echter Leader. Eine echte Legende. Ein Meister dieses Sports und ein Typ, den der FC Bayern in Zukunft brauchen wird.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

Du willst Miasanrot Supporter werden?

  1. Kurz und knackig. Sehr schön auf den Punkt gebracht @Justin.

    Mit seiner öffentlich zur Schau gestellten Kritik an der Vereinsführung und -politik war er, retrospektiv betrachtet, sowas wie der Vater des Erfolgs dieser Dekade.
    Wird sehr schwierig werden, jemanden zu finden, der mittelfristig in seine Fußstapfen treten kann… Danke Captain. Du warst nie mein Lieblingsspieler, aber mit Garantie der wichtigste und größte deiner Generation.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Man muss dazu sagen, dass das Interview kam, als van Gaal schon da war, oder? Also ihm alles zuzuschreiben, wäre natürlich zu viel. Und doch war es öffentliche Kritik zum richtigen Zeitpunkt.

      1. Das Interview war im Herbst 2009, als es gerade gar nicht lief. Van Gaal legte in der Liga und in der CL (4 Punkte nach 4 Spielen) einen Start zum Vergessen hin und es brodelte im Verein. Lucio war im Sommer zu Inter weggeekelt worden, mit Luca Toni lag van Gaal im Dauerstreit und da bemerkte Lahm völlig richtig, dass andauernde Trainerwechsel die Mannschaft verunsichern würden, dass man keine übergeordnete Spielpholosophie habe (wie beispielsweise Barca) und das bei den Neueinkäufen keine Strategie zu erkennen sei. Das war damals schon zu viel für Hoeneß, aber in der Sache absolut richtig. Typisch Lahm halt.

      2. Wenn du damit zu verstehen geben willst, dass ich King Louis Arbeit geringschätze, bist du bei mir garantiert an der falschen Adresse @Justin. ;-)

        Ich denke einfach, dass dieses Interview bleibende Spuren hinterlassen hat, die Uli gerade mit aller Macht versucht zu verwischen.

        Ach ja… Wer war einer der ersten, die damals Lahm zur Seite gesprungen sind…? ;-)

        Je schneller Oli und Philipp zu uns zurückkehren, umso kleiner wird der Schaden sein, den UH “seinem” Club gerade zufügt.

      3. korrigiere: “einer der ersten, DER Lahm damals zur Seite gesprungen IST…?” xD

  2. Schade, nur Platz 3. Aber vollkommen verdient in der Top 3. Wie sehr Lahm dem FC Bayern und auch der Nationalmannschaft fehlt ist schon deutlich geworden und keiner der jetzigen Mannschaften kann ihn vollkommen ersetzen. Auf dem Platz sowieso, und auch außerhalb des Spielfeldes. Seine Art und Weise wird komischerweise nur in Deutschland kritisiert, im Ausland genießt er den höchsten Respekt.

  3. Sehr gute Beschreibung Lahms und die (von mir) erwartete Platzierung. Ein ganz Großer, ohne die spektakulären Momente halt.

    Persönlich könnte ich sehr gut damit leben, wenn er und Kahn künftig die sportliche Verantwortung beim FCB hätten. Schaut aktuell nicht so aus, kann aber ja noch werden.

  4. Fußballerisch und aufgrund der unzweifelhaft essenziellen Bedeutung für den FC Bayern kann ich mich der Platzierung nur ungeteilt anschließen.

    Aber es gibt halt auch die emotionale Komponente, die für die Leidenschaft für einen bestimmten Verein so unheimlich wichtig ist. Auf diesem Feld war und ist Philipp Lahm leider überhaupt nicht präsent. Ist nicht seine Schuld, er ist halt als Persönlichkeit so. Aber wenn man den Faktor höher gewichtet, wären mindestens Kahn und Schweinsteiger vor ihm einzuordnen, weil die definitiv als Person wesentlich höheres Polarisierungs-Potenzial haben. Man liebt sie oder hasst Sie – ein neutrales Urteil ist kaum denkbar. Lahm kann man auch als BVB- oder HSV-Anhänger ungestraft gut finden. Das ist für die Identifikation mit einem Verein, vorsichtig gesagt, nicht ideal. Dazu braucht es Typen, die alle anderen hassen. Robben, Ribery, Augenthaler, … usw.

    Soll heißen: objektiv ist der Platz 3 mehr als verdient. Aber wenn alle Bayernspieler so eine ausgeglichene Persönlichkeit hätten, gäbe es den FC Bayern als Nr.1 in Deutschland schon länger nicht mehr ;-)

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich finde die Platzierung auch absolut richtig, stimme dir in Sachen Emotionen aber völlig zu.
      Bei fast allen bisherigen Spielern gab es in den Artikeln zahlreiche Anekdoten, Skandale oder auch spektakuläre Dinge zu berichten. Bei Lahm ist hier nichts da, weil es diese Dinge eben nicht gab und man also auch eine Legende sein kann, ohne besonders aufzufallen.
      Ich bin jetzt auch schon seit Mitte der 80er Jahre Bayern-Fan und habe seit Mitte der 90er kaum ein Spiel verpasst, hab also einiges erlebt. Wenn ich mich mit meinem Vater (Jahrgang 1942) über Bayern unterhalte, kann er mir über die Protagonisten der 60er und 70er und frühen 80er Jahre Romane erzählen. Wenn ich mal meinem Sohn (Jahrgang 2014) hoffentlich was über die Bayern zwischen 1990 und 2020 erzählen darf, dann wird sicher auch der Name Philipp Lahm fallen, aber so wirklich Spektakuläres werde ich ihm wohl nicht erzählen können, wenn er mal fragen sollte, was denn an diesem Lahm so besonders war, dass er als eine der größten Bayernlegenden geführt wird.

    2. Lahms doppeltes Problem: Er selber wenig emotional und sein Spiel meistens unspektakulär. Wenn er mit seinem tatsächlichen Niveau auf der 7 oder der 9 gespielt hätte, wäre er vermutlich 2-3x Weltfußballer geworden. So ist der Fußball.

    3. Ist Schweinsteiger so eine polarisierende Figur? Seh ich eigentlich nicht so. Wenn ich mich mit Nicht-Bayernfans unterhalte hab ich bei den meisten den Eindruck, dass sie Schweinsteiger mindestens respektieren, manche auch mögen. Warum auch nicht? BS31s emotionale Komponente würd ich eher im Auf und Ab seiner Karriere: erst früh hochgejubelt zum vermeintlichen Supertalent, dann als ewiges Talent abgestempelt, dann doch noch der Aufschwung zum Weltklassefußballer.

      Unbeliebt bei Fans anderer Vereine sind meinem Eindruck nach eher Ribéry (was ich gut nachvollziehen kann, weil ich ihn auch als Bayernfan nicht mag), Lewandowski (was ich teilweise nachvollziehen kann) und Robben (was ich gar nicht nachvollziehen kann). Ist aber find ich eine komische Bewertungsgrundlage, Beckenbauer und Gerd Müller sind auch nicht total verhasst bei Nicht-Bayernfans. Lahms fantastische “Hackengrätschen” mit einer Fehlerquote von quasi null waren für mich auch sehr emotional (emotionale Bewunderung).

  5. Marlene Dietrich Seite 05.01.2019 - 17:51

    Riberys primitive Ausraster sind nicht zu entschuldigen.
    Schön langsam sollten es Hoeneß und Co. gemerkt haben, dass man bei ihm die Zügel nicht allzu locker lassen darf.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. #bestesTrainingslagerallerZeiten

  6. And now something completely different:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/franck-ribery-mit-beleidigenden-aeusserungen-auf-instagram-und-twitter-a-1246588.html

    Der Kerl ist eine Schande für den FC Bayern München. Sofort raus – ohne Applaus!

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Schau dir doch mal auf seinem Twitter-Account so die Antworten auf seinen Tweet an. Sind schon sehr nette Sachen dabei.
      Wie schrieb die AfD- Islam frißt Hirn. Kommt bei einem Muslim sicher gut an.

  7. Tja Ribéry… noch vor wenigen Tagen hatten einige Foristen eine höhere Platzierung gefordert, verglichen mit Lahm und Schweinsteiger, zum Beispiel.

    Ich muss ganz ehrlich sagen: Abseits vom Platz konnte ich mit diesem “großen Kind” (unfreundlichere Ausdrücke bitte dazu denken) nie viel anfangen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zu Robben, der ein Musterprofi war. Auch sein “isch gömacht 5 mehr Jahr” war hauptsächlich seiner Verletzung und dem Vergew’prozess damals geschuldet.

    Der Typ ist einfach unsäglich.

  8. “So indiskutabel seine sportliche Qualität ist“
    Nee, falsches Wort :)
    Indiskutabel meint das Gegenteil von dem, was du sagen willst.
    “Unumstritten“ isses.

  9. Der mit Abstand beste Spieler dieser Generation und auch international auf einer Ebene mit den ganz Großen.
    Er steht Xavi, Iniesta, Modric, Busquets und Ronaldo in nichts nach.
    Selbstverständlich hat er in Deutschland weder von Fans noch von Journalisten je die Anerkennung bekommen, die er verdient. Kein Wunder, schließlich kann er Fußball spielen und das ist hier eine Todsünde. Leichtathleten und Kampfsportler braucht das Land.

    “In der Geschichte des Fußballs gab es nie einen Spieler wie ihn. Das wird oft unter den Tisch gekehrt, weil Lahm eben so monoton auf seinem Niveau spielte und nicht für die besonderen Momente zuständig war, wie es beispielsweise bei Messi oder Iniesta der Fall war.”
    Den ablehnenden Vergleich mit Iniesta halte ich für unglücklich. Iniesta ist auch ein sehr unspektakulärer, aber ungeheuer konstanter Spieler, der eben nicht für die besonderen Momente zuständig ist. Zumindest hinsichtlich eines Spektakelfußballs. Da täuscht das Tor im WM-Finale etwas über seine eigentliche Spielweise hinweg.
    Hieße Lahm Felipe oder Felip und wäre er in Spanien ausgebildet worden, wäre er meiner Meinung ziemlich genau der Spieler geworden, der Iniesta ist.
    Und auch Messi wäre jetzt nicht der erste Name, der mir einfiele, wenn ich beschreiben müsste, was Lahm nicht ist. Da kommt mir eher Ronaldinho oder Neymar in den Kopf. Messi und Lahm sind sich doch abgesehen davon, dass Messi offensiver spielt und natürlich – so unglaublich das ist – nochmal viel besser ist, relativ ähnlich. Beide spielen ungemein konstant, beide machen so gut wie keine Fehler, beide wählen immer den richtigen Weg, beide machen keine unnötig komplizierten, aber spektakulären Dinge.

  10. Zum Steak:

    1. Ich hab schon vor ca. 20 Jahren (also zu DM-Zeiten) So ein Goldteil gemampft. Und wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Eidgenossen, sondern die Italiener natürlich. Ein “risotto foglia d’oro”, was jeder googeln und auf google-Bildern anschauen kann. Der Clou ist, dass die Goldschicht unglaublich dünn ist, beim Schneiden (des Steaks) bzw. beim Löffeln (des risottos) zerreißt natürlich die Oberfläche und es bilden sich ganz dünne Fäden. Es wirkt fast so, als würde das Gold schmelzen.

    2. In das risotto kam auch noch ordentlich Safran. Der war wahrscheinlich rein von den Materialkosten teurer als das hauchdünne Goldblatt.Das Gold hat den Geschmack des risottos tatsächlich irgendwie verändert. Die kulinarische Erbauung war es trotzdem nicht. Beim Steak kann ich mir kaum vorstellen dass das was bringt.

    3. Die 1.200 bucks für den Fransen Fleisch sind übrigens grotesk überteuert. Das Risotto war damals Teil eines Menüs. Einzelpreis nach meiner Erinnerung irgendwo im Bereich von 75.000 Lire. Und – es gibt ja auch das “Danziger Goldwasser”. Ein süßer Likör, in dem auch so Goldzeug rumschwimmt. Gleiches Prinzip wie beim Steak. Schmeckt auch nicht.

    4. Der Betreiber dieses nahöstlichen Abzockschuppens hat sich wohl – nicht zu Unrecht – Werbung für sein Etablissement erhofft, wenn ein berühmter Kicker (und gläubiger Moslem) seine prätentiöse Speisekarte auf instagram postet. Darum hat er Franck das Steak spendiert, der – vielleicht war das Teil des Deals – das dann veröffentlicht hat. Das ist auch der einzige Fehler, den man Ribery vorwerfen muss. Es hätte ihm eigentlich klar sein müssen was das in der Neidhammelrepublik BRD auslöst.

    5. Die Reaktion Francks auf die Beleidigungen? Krimskrams, nicht der Rede wert.

    6. Karl Lauterbach? Ohne Worte.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @ WIPF: Nicht Dein Ernst, oder?

      #1-4 und #6 sind mir egal. Ich gehe auch gerne gut(!) essen. Kein Thema.

      Aber #5, dass ein Fußballprofi sich so äußert, das geht weit über Effes “Stinkefinger” hinaus. O-Ton:
      „Beginnen wir mit den Neidern und Hatern, die durch ein löchriges Kondom entstanden sein müssen: F**** eure Mütter, eure Großmütter und euren gesamten Stammbaum.“

      Das ist ganz weit jenseits allen “so isser halt” Getues. Unterste Gossenschublade, die ein sehr eigenes Weltbild offenbart.

      1. “Unterste Gossenschublade…”

        Und das verwundert, überrascht, verärgert dich jetzt?

    2. Ribery ist und bleibt trotzdem ein Vollprolet. Jeder Prominenter bekommt auf Social Media Gegenwind wegen irgendeinem Scheiß. Entweder man steht drüber oder man läßt es. Aber so eine Reaktion entspricht einem pupertierendem Idioten.
      Nur: Er genießt ja Narrenfreiheit bei uns. Und die Geschäftsführung hat sich ja augrund der berühmten Pressekonferenz nicht nur lächerlich gemacht, sondern in Sachen Moral und Anstand jede Glaubwürdigkeit verloren. Wie willst Du da gegenüber einem Spieler noch „erzieherisch“ auftreten?

    3. Ribery kann sich das Blattgold auch um seinen Penis wickeln und – erwachsene! – Prostituierte vögeln – ist mir völlig wumpe! Was gar nicht geht, sind seine Reaktionen auf die angeblichen “Hater”. Da fordert ein UH Respekt für sich und seine Spieler ein und ein Ribery dreht verbal völlig am Rad und genießt immer wieder Narrenfreiheit – was ein absolutes Unding ist.

      Aber für WIPF1953 “Krimskrams, nicht der Rede wert”. Sollte Ribery in dieser Spielzeit zum Abschied vom Platz getreten werden, werde ich WIPFs Spruch wieder rausholen: “Krimskrams, nicht der Rede wert”. Mannomann!

      1. Und wenn einer, weil ihm etwas an dir nicht passt, deine Frau oder deine Mutter als Garce oder Putè bezeichnet, ist dir das auch wumpe?

  11. Niemand hier, der wenigstens ein wenig Verständnis zeigen möchte für einen Kerl, der aus der untersten französischen BIldungs- und Einkommensschicht kommt, der sich auf der Straße behaupten musste (und zwar nicht mit intellektuellen Fähigkeiten), und der evtl. nicht das soziale Umfeld hat, das ihm hilft, aus diesen früh erlernten Verhaltensmustern herauszukommen und andere Bewältigungsstrategien für Konflikte zu entwickeln? Niemand hier, der Politiker wie Lauterbach, die jetzt schon ganz opportunistisch auf ihn draufschlagen, auch kritisieren möchte?

    Davon abgesehen finde ich, dass man unsere Spieler nicht toll finden muss, wenn sie gerade nicht auf dem Platz stehen. In unserem jetzigen Kader gibt es eine Reihe von Jungs, die ich wirklich nicht persönlichen kennenlernen muss. Aber zum Glück bin ich ja Fußballfan, nicht (männliches) Bayern-Groupie.

    Übrigens sehe ich in der Kurve und an den Busparkplätzen auch manchmal Bayern-Fans, die “unsäglich” sind und für die ich @Holdor unterstreichen kann: “eine Schande für den FC Bayern München. Sofort raus – ohne Applaus!” Obwohl der Vergleich natürlich hinkt, macht er doch deutlich, dass alleine die Verbundenheit zu einem Fußballverein nicht reicht, um Ansprüche an das Verhalten anderer stellen zu können.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich würde nicht behaupten Verständnis zu haben. Die Beleidigung ist schon echt finsteres Haupschulniveau. Aber ja mei, es ist halt der Fronck. Mir tun die Leute leid, die sich um Schadensbegrenzung bemühen müssen.

      Der eigentliche Grund so auszurasten war ja Audrey Pulvar und das wiederum ist dann völlig nachvollziehbar. Wenn eine Journalistin auf ihre 3000€-Brille angesprochen mit “ich mache was ich will” antwortet, sich dann rausnimmt jemanden für ein Steakessen zu kritisieren, der hat es auch verdient beleidigt zu werden. (Allerdings wenigstens mit einer richtigen Beleidigung. Was zum Teufel sollen diese albernen Kraftausdrücke. *seuz*)

      Ansonsten sollte man auch mal anmerken, dass es zwar “wieder” Ribery ist, der einfach häufig auffällt, allerdings so weit ich weiß, das erste Mal mit Social Media-Fuckup. Es ist also nicht so, als hätte man da irgendwie im Club vorbereitet sein können.

      1. Wobei ja „ich mache, was ich will“ eine einwandfreie Reaktion von Frongg gewesen wäre… seufz.

      2. Aber das war ja auch nur einer der Kommentare. Andere gingen da schon recht deutlich unter die Gürtellinie.
        Warum das Essen eines Steaks dazu führen muss, die Mutter bzw Ehefrauals “Garce” zu beschimpfen, erschließt sich mir nicht.
        Aber dass der dann aus dem Sattel geht, war eigentlich zu erwarten.

  12. Unser geliebter Volldepp…also der Ribery…jede Familie hat doch so einen.

    Salihamidzic auf der Homepage ganz souverän mit seinem Statement.
    Franck kriegt eine saftige Geldstrafe und wird in allen Stadien Deutschlands ausgepfiffen. Also everybody happy?!

    Wie heißt es so schön: you can get a man out of the ghetto, but you can’t get the ghetto out of a man. Keine Entschuldigung
    und keine Herabsetzung von Ribery, nur ein Erklärungsansatz im Sinne von AXEL hier drüber. Bin in den asozialen Netzwerken nicht unterwegs. Möchte nicht wissen, das ihm angesichts des Steaks um die Ohren gehauen wurde. Es ist wie bei der unsägliche PK: man kann viel eleganter und gekonnter zurückschlagen. Aber leider nicht beim FCB…

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Klasse Spruch, triffts haargenau!

  13. @Axel: Vielen Dank für deinen Beitrag, das ist auch meine Meinung zur Person Franck Ribery.

    Die Beleidigungen welche er als Muslim ebenfalls öffentlich auf seinen Tweet bekommen hat, bleiben bei der ganzen Diskussion leider unberücksichtigt. Leider ist diese öffentliche und anonyme verbale Erniedrigung Anderer inzwischen üblich.

    Allerdings ist und darf seine Antwort durch den Verein nicht toleriert werden.

    Deshalb MUSS der Arbeitgeber dem Angestellten Franck Ribery öffentlich klar und deutlich die Grenzen aufzeigen. Denn eine “…private Angelegenheit…” welche dem Ansehen des Vereins schadet, ist eben keine private Angelegenheit mehr.
    Eine hohe Geldstrafe reicht mir hier nicht. Da sollte sich Franck Ribery mindestens öffentlich entschuldigen.
    Weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen braucht und kann der Arbeitgeber eh nicht durchsetzen.

    Im Übrigen hat er durch diese -weitere – unbedachte öffentliche Aktion selbst bei 20 Buden in der Rückrunde jegliches Argument für eine Vertragsverlängerung selbst verspielt.

    Jetzt bin ich auf die PK um 12:15 gespannt.

  14. Ribery’s Standing in Frankreichs Öffentlichkeit ist und bleibt vorbelastet und “Steak-Gate” hat das wieder einmal verdeutlicht.

    Viele haben ihm seine Rolle und Rücktritt aus der Nationalmannschaft nie verziehen und dass er bei einem großen Club im Ausland eine Ersatzheimat geschaffen hat. Dass in F seit Jahren v.a. über jeden seiner Fehltritte gesprochen wird und weniger über das was er sportlich erreicht hat – das sitzt bei Ribery nach wie vor tief. Zumal bei dem Ganzen ja unterging, dass es wohl eine PR-Veranstaltung war und kein privater “Protz”-Besuch.

    Nicht verstehen kann ich, warum der FC Bayern nach so vielen Jahren Ribery hier nicht besser aussteuert. Wer auf solche zweifelhaften Events von Menschen mit ganz offensichtlich ausgeprägtem Darstellungs-Wahn geht und darüber berichtet, weiß dass das nur in einer Richtung enden kann. Und dass bei Ribery die Zündschnur bei Kritik (insb. aus Frankreich) extrem kurz ist, ist ebenfalls bekannt. Auch wenn das seine Privatangelegenheit ist: ich glaube der Verein sollte gerade bei ihm – für den man sich stets rühmte ihn sozialisiert zu haben und den man als Teil des Vereins sieht – kontrollierender agieren. Er ist kein Dembele im ersten Jahr im Pott sondern ein zukünftiger Hall of Famer eines großen Vereins. Man weiß, was und wie er ist.

    Statt ruhiger Vorbereitung, ein weiterer PR-Gau. Und zwar nicht FC Hollywood-like, wo man mal schmunzeln kann, sondern Dinge, die dem Ansehen des FCB schaden. Ich bleibe dabei: seit dem Abgang von M. Hörwick lässt die Außendarstellung des Vereins merklich nach und die Reputation geht in bedenkliche Richtungen. Hier muss dringend etwas getan werden.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Bzgl. Hörwick gebe ich Dir recht, TURBO. Hörwick wurde zwar am Ende seiner Amtszeit auch kritisiert, die Aufgabe sei ihm über den Kopf gewachsen, er sei nicht mehr modern genug. Aber die, die jetzt das Sagen haben, scheinen außer “Schema F” und “08/15” gar nix auf der Pfanne zu haben. Gut zu sehen an den diversen Pressemitteilungen (und Gegendarstellungen), wo ich sehr oft nicht nachvollziehen konnte, warum man das Thema ein zweites Mal aufwärmen musste. Und das “mir san mir und schrei’m uns uns” hat diese Abteilung auch noch nicht aktiv ausgelebt. Schon sehr servil, was von denen so kommt.

      So hätte man schon mal von Vereinsseite sagen können, dass sich die Aufregung auf eine auf Französisch verfasste Äußerung bezieht in der Franck auf aus Frankreich gegen ihn und seine Familie (!) gerichtete Beleidigungen mit gleicher Münze zurückgeschlagen hat. Oder anders gewendet: 90% der moralischen Weltmeister aus Deutschland, die sich jetzt über den Tweet erregen, mussten ihn sich zuvor erst mal übersetzen lassen (die vorherigen Beleidigungen gegen Franck wurden diesen Leuten natürlich nicht übersetzt – auch so dirigieren Medien heute Meinungen). D.h. es hebt mal wieder jemand den moralischen Zeigefinger, der gar nicht angesprochen ist. Typisch Deutsch.

  15. kann mal wer ein paar dieser tweets gg ribery et famille widergeben? nur damit man mal den anlass nachvollziehen kann…

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Fang doch mal mit den einfachen Fakten an.
      Ribery wurde von dem Restaurantbesitzer eingeladen – genau wie vor ihm auch ein gewisser Lionel Messi.
      Ergo hat er schon mal gar nichts bezahlt.
      Das Steak steht mit 1.200 Qatar-Rial in der Speisekarte. Das sind schon mal keine 1.200 € sondern nur ein Viertel davon, was in Doha je nach Restaurant nichts außergewöhnliches ist, aber letztlich auch egal, wenn man eingeladen ist.
      Und wenn du dir einfach einmal den Twitter-Account von Ribery ansiehst, fällst du unter anderem über denn “netten” Kommentar der AfD “Islam frißt Hirn!” Das kommt bei einem Muslim immer sehr gut an! Besonders, wenn er eine so kurze Zündschnur hat, wie Ribery.
      Und selbst ein SPD-Bundestagsabgeordneter, wie Karl Lauterbach meint, sich dort äußern zu müssen – ohne die Fakten zu kennen.
      Bei den französischen Kommentaren findest du vom fils de pute und garce als Bezeichnung für ihn, seinen Sohn, seine Frau, seine Mutter auch alle Varianten der Gosse – also das übliche Programm: der Sohn einer Hure, die Nutte, die Hure, der Hurensohn etc.
      Also formvollendete Kommentare!

      1. danke, die frz. kommentare gg. riberys familie hat herr lauterbach sicher im original gelesen und komplett verstanden…

      2. Ja ganz bestimmt nicht! Genau wie den von der AfD!
        Aber als bekennender Leverkusener ist das ja nichts außergewöhnliches.
        Die Androhung, Riberys Töchter zu vergewaltigen, ist ihm sicher auch durchgerutscht.

  16. Es verwundert eigentlich, dass ein Top-Club wie der FCB hier seinen Spielern kein knallhartes Medientraining gibt, auch und insbesondere für den Bereich Social Media. Als Verein würde ich doch den Spielern eins mitgeben: Wenn euch Leute auf Twitter, Facebook & Co. justiziabel beleidigen, dann entweder
    a) ignorieren,
    b) zusammen mit einem Medienprofi, den ihr jederzeit kontaktieren könnt, eine professionelle Antwort schreiben oder
    c) entsprechende Beleidigungen an unsere Anwaltskanzlei übergeben. Die kümmern sich dann um den Rest.
    Aber jemanden wie Ribery als “unguided missile” durch die sozialen Netzwerke rauschen lassen? Himmelherrgott…..

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. 100 Prozent Zustimmung. Ganz einfach Regel: Jedes Posting in sozialen Netzwerken wird vorher von unserer PR-Abteilung geprüft, fertig. Privat kann er gerne per Mail, Telefon und SMS kommunizieren, aber soziale Netzwerke sind öffentlich und somit für jemanden dessen Beruf es nur aufgrund Öffentlichkeit gibt, teil seines Berufes.

      1. Auf welchem Stern lebst du denn. Es gibt doch mittlerweile KEINEN Spieler – und nicht nur in der 1.Mannschaft mehr, der nicht auf Twitter, Facebook, Instagram unterwegs ist Der FCB selbst ist es ja auch, wie alle anderen Vereine und sogar die Banken, Sparkassen oder die Polizei und die Politiker.
        Wie groß soll denn diese PR-Abteilung des FCB sein, die das alles überprüft.

    2. Ich würde ganz stark vermuten, dass es diesen Medienprofi gibt. Aber wenn Rib ihn nicht konsultiert kann er auch nix machen. Dass man Beleidigungen a)ignorieren, b) mit einem Profi besprechen oder c) anzeigen soll gilt in der Realität doch genauso wie im Netz. Das hat auch schon jeder oft gehört. Aber manche Leute machen es einfach nicht, sondern sehen rot und schlagen auf eigene Faust zurück. Dass Ribéry zu letzterer Personengruppe gehört kann doch niemanden mehr ernsthaft überraschen, das haben wir in den vergangenen Jahren oft genug erlebt.

      1. Bei ganz bestimmten Themen ist bei einigen Herrschaften aus bestimmten Kulturen die Zündschnur extrem kurz.
        Materazzi lässt grüßen! – Da gab es auch eine Beleidigung aus der gleichen Schublade.
        Und einem Zidane knallte sofort die Sicherung durch.
        Auch der hätte eigentlich wissen müssen, welche Konsequenzen sein Handeln hat – nicht nur für ihn sondern auch für seine Nationalmannschaft.
        Aber bei diesem Thema ist bei denen offenbar sofort die Rationalität ausgeschaltet.

  17. Weil es gerade so gut passt noch ein Punkt zum Ribery-Thema. Ich bin ja auch hin und wieder bei den Basketballern ..

    Mitte Dezember 2018 ging es in der Bundesliga gegen Alba Berlin – das ist emotional so wie beim Fußball gegen den BVB (die Alba-Fans arbeiten auch kräftig daran, den Sympathiegrad der Schwarzgelben noch zu unterbieten). Hauptschiedsrichterin dieses emotionalen Spiels war eine Frau, Anne Panther. Die wurde von einem so genannten “Fan” (von den Stehplätzen Süd, wo ich auch bin) in einer Weise beleidigt, dass es nicht mehr feierlich war. Nicht ganz in dem Kaliber, was Franck jetzt gepostet hat, aber schon in der Art. Wobei man dazu sagen muss, Stehplatz Süd, das ist keine 10 Meter vom Spielfeld entfernt. Das hat schon nochmal eine andere Qualität, weil es eine konkrete Beschimpfung einer speziellen Person ist, und zwar einer, die eine offizielle Funktion ausübt und sich das dabei anhören muss.

    Natürlich werden die Bayernfans, gerade nach solchen Entgleisungen, in den sozialen Basketballmedien angefeindet (gerne von “Fans” anderer Clubs, die jetzt auch nicht alles Chorknaben sind, und stets ist dann das gesamte “Münchner Publikum” unter aller Diskussion, obwohl es nur um eine ganz spezielle Person geht). Aber ein solches Echaffieren, eine solche moralische Selbstüberhöhung, gerade auch von Bayernanhängern, gibt es da nicht. Zweierlei Maß, ganz sicher. Und warum?

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Weil Basketball keine Sau interessiert ;)

  18. Fans sind mir bei dem ganzen ziemlich egal.

    Ich überlege gerade, was hier im Forum los wäre, wenn beispielsweise Marco Reuss in der AA wüst beschimpft worden wäre und dann bei Instagram posten würde, dass das alles Missgeburten wären, die sich und ihre Mütter samt Verwandtschaft f**** sollen, und nur der Dreck an seinen Schuhen sind. Oder so ähnlich.

    Der Gute wäre vermutlich in allen Medien zum Abschuss frei gegeben. Insofern ist die Entrüstung doch nachvollziehbar.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Dein Vergleich ist nicht ganz fair, MEHMET. Es kommt darauf an, ob die Reaktion lautet, dass “alle” Bayernfans / die, die in der AA waren, Missgeburten seien, wäre natürlich was los. Wenn er sich aber nur auf die bezieht, die ihn beschimpft haben, haben die übrigen keinen Grund sich aufzuregen.

      1. Ich verstehe Deinen Punkt. Der üble Tonfall bleibt aber ein Problem. Ich will bei FR7 nicht die alte Leier von der Vorbildfunktion bemühen, aber als Person des öffentlichen Lebens darf er sich nicht so cholerisch und vulgär ausdrücken, finde ich.

      2. Mehmet68, zum einen ist es ja nicht so, dass nur Ribery beschimpft worden ist. Aber auch als “Person des öffentlichen Lebens” bist du mit deiner Familie kein Freiwild.
        Der Mann wird eingeladen, ein Steak zu essen. Gut, das mit dem “fils de pute” kennt er ja zur Genüge. Andere Protagonisten klagen, wenn sie das lesen.

        Und dann kommt da noch diese Journalistin, die ihm vorwirft, so ein teures Steak zu essen, statt das Geld zu spenden. Geballter Schwachsinn! Zum einen war er eingeladen und zum anderen hat er im letzten Monat ohne großes Brimborium 150.000 € gespendet. Und Madam läuft mit einer 3.000 €-Brille rum und sagt dazu ICH kann mit meinem Geld machen was ich will. Gut, kann man sich aufregen.

        Aber wenn die Frau und die Mutter dann garce, also als Nutte bezeichnet werden und man ihm die Vergewaltigung seiner Töchter androht, dann geht bei diesen Herrschaften – siehe Zidane/Materazzi – der Gaul durch. Und dann braucht denen auch keiner mehr mit Person des öffentlichen Lebens oder Vorbildfunktion zu kommen.
        Ein Zidane hat seiner NM mit seinem Kopfstoß auch einen Bärendienst erwiesen – aber das war ihm in dem Moment egal.

        Wir haben ja alle gut reden, aber ich möchte den ein oder anderen mal erleben, wenn ihm das Gleiche passieren würde.
        Aber so ist das eben mit der Anonymität des Netzes.

      3. @Anton:
        Das mit den Töchtern habe ich nicht mitbekommen.
        War das ein Kommentar irgendwo?

      4. Das ist ja genau der Punkt, wie in Deutschland Meinungen entstehen. Es wurde natürlich nur der von Ribery stammende Teil (i) übersetzt, und (ii) moralisierend kommentiert, und zwar ungefragt.

        Es ist schon ein Witz in Tüten, dass die gesamte Deutsche Presselandschaft, von BILD bis FAZ, nach einer “Bestrafung” schreit. Frage: Geht das überhaupt arbeitsrechtlich? Siehe mein post oben zu dem übel pöbelnden Bayernfan im Basketball. Nehmen wir mal an, er hat einen Job. Darf ihn dann sein Arbeitgeber abstrafen? Sicher nicht. Das ginge frühestens bei einer strafrechtlichen Verurteilung, oder wenn er Beamter wäre.

  19. Noch einige Anmerkungen zu Philipp Lahm: Hinsichtlich Titeltrophäen, Vereinstreue, Disziplin, weitgehender Skandalabsenz und “Marktrades” auf seiner lange angestammten Position als AV gehört Lahm sicherlich zu den herausragenden Spielern in der Vereinshistorie. Dass ihn daneben auch int. Fußballgrößen von Pelé bis Xavi Hernández in den Olymp heben und Lahm bis auf seine erste EM 2004 danach stets in die Top 11 der All-Star-Teams bei EM-/WM-Turnieren gewählt wurde, lässt scheinbar kaum Spielraum für ernst zu nehmende Einwände gegen seine (auch führungs)spielerische Klasse.

    Die Motive von Guardiolas “Intelligenz”-Superlativ für Lahm bleiben zwar spekulativ. Dem Urteil, dass seine Interpretation eines Außenverteidigers zu den smartesten seiner Zeit gehörte, schließe aber auch ich mich an – allerdings nur insoweit, was die Defensivarbeit während seiner leistungsstärksten Jahre angeht (hohe Tacklingeffizienz bei äußerst geringer Foulquote; im Stellungsspiel innerhalb des eigenen 16ers jedoch mit Orientierungsschwächen vor allem zum Gegenspieler im Rücken).

    Weniger überzeugt haben mich seine nicht nur hier gelobten Beiträge zur Offensivabteilung: Für einen quirligen Filigrantechniker seiner Güte schien er mir allzu selten couragiert den Zweikampf und Zug zum Torabschluss zu suchen (wie beim 1:0 gegen Costa Rica, ein bisschen à la Breitner 1974). Eher strahlte sein Spielstil für mich eine klare Präferenz dafür aus, lieber defensiv solide reagieren denn offensiv dynamisch und mit nötigem Mut zum Risiko agieren zu wollen. Mit Heynckes’ Systemanpassungen 2012/3 (nach dem ernüchternden “Vize-Triple”) zum forcierten “Vorder- /Hinterlaufen” steigerte Lahm seine Assistrate bei Toren zwischenzeitlich zwar durchaus beachtlich, zum risikoreicheren Jagen ließ er sich aber womöglich eher gegen seine innere Überzeugung als (inzwischen) risikoscheuer Sicherheitsfußballer tragen. Er selbst wiederum begründete seine(n) Mentalität(swandel) einst damit, er habe (bedingt wohl durch Trainervorgaben bzgl. seiner Positonen nach der Rückkehr aus Stuttgart) “nicht mehr den Mehmet Scholl” geben können und stattdessen “die Paolo Maldini-Rolle” akzeptiert. Dennoch empfinde ich, i. Ggs. zu MSR-Autor Justin, “Sicherheitspässe und Langeweile” in Lahms Spielvorträgen nicht als bloße “Unterstellung”.

    Zumal mir eine dem Anschein nach “strategisch” vor allem auf persönliche Fehlervermeidung (überspitzt gesagt: Dienst nach Vorschrift) fokussierte Einstellung auf dem Platz zu wenig mit Lahms Ämterehrgeiz als Kapitän im Verein und in der DFB-Elf korrespondierte (sein Wunsch eines Positionswechsels ins weniger laufintensive Mittelfeld als eine ebenso “strategische” Antizipation erhöhter AV-Fehleranfälligkeit mit zunehmendem Alter). Diesen latenten bis offensichtlichen Widerspruch schien er selbst zu ahnen, indem er daraufhin “eine andere Definition von Führungsspieler” für sich reklamierte und “die Verantwortung auf alle Spielerschultern gleichermaßen” nivellierte. Das Verständnis zugunsten flacher Hierachien statt lautstarker Alphatiere mag z. T. seine zeitgemäße Berechtigung haben, eine unscheinbare “Leader”-Verkörperung nach Lahms Geschmack kann aber auf eine je nach Spielstand verunsicherte, orientierungslose Mannschaft auch kontraproduktiv wirken.

    Womit ich die geballte Kompetenz des extra erweiterten MSR-Rankingteams bei aller unvermeidlichen Subjektivität nicht grundsätzlich in Zweifel ziehe. Die Verteilung der beiden verbliebenen Spitzenplätze haben womöglich ohnehin zumindest Beckenbauer und Breitner mit ihrem “Ohne ihn wäre der FC Bayern noch heute in der alten Holzhütte…” u. ä. längst gespoilert ;-)

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Lahms Beitrag zur Offensive (wenn man das dann so nennen mag) lag darin, das Spiel in den ersten beiden Dritteln so stark aufzubauen wie das in der Geschichte des Weltfußballs nur wenige andere konnten. Das mag nicht so spektakulär sein wie es Tore und Assists sind, aber nicht weniger wertvoll.

      1. Vielleicht haben wir beide eine unterschiedliche Vorstellung von “Spiel stark aufbauen”: Für mich ist auf dieser Position eher ein Spielertyp wie Marcelo von R. Madrid die Referenz dafür, wie sich defensive Absicherung (manche mögen ihn da schwächer als Lahm sehen) und couragierte Offensivdynamik sowie Scorerqualität auf Weltklasseniveau verbinden lassen (das ausgeliehene Real-Eigengewächs Hakimi zeigt bereits als Youngster ähnliche Anlagen).

        Lahm war zwar beflissen beim Vorder-/Hinterlaufen, mit Ball am Fuß m. E. aber schon im eigenen Drittel zu sehr “Meister” des cursus interruptus mit anschließenden Quer- und Rückpässen, sobald ihm Gegenspieler bei seinen Außenläufen auf die Pelle rückten (der technisch limitiertere Kimmich beerbt ihn da leider nahtlos). Das meinte ich mit “risikoscheuer Sicherheitsfußballer”.
        Kann man freilich auch zu “Intelligentest” hochjazzen… ;-)

  20. Auch ich habe Verständnis für Ribérys Reaktion – nicht unbedingt für die Wortwahl.

    Der Fehler war tatsächlich – und da ist Ribéry für mich einfach nicht weitsichtig und clever genug – das Ganze überhaupt zu posten. Mit dem Shitstorm musste wirklich gerechnet werden.

    Allerdings, und das geht mir bei dem Social Media Thema schon immer auf die Eier, kann jeder Vollspaten ungefiltert seinen Dünnpfiff ungestraft absondern. Ungestraft in dem Sinne, dass der einzelne Otto-Normalbürger nicht so an den Pranger gestellt wird.

    Und das ist genau die Doppelmoral an der Geschichte und im Grunde grotesk, dass Politiker jetzt auf Ribéry draufhauen, aber nichts gegen diesen Wahnsinn auf den SM-Kanälen unternehmen. Jeder Furz ist in unserem Land geregelt und da wird nichts getan, weil es unter dem Deckmantel “Meinungsfreiheit” läuft. Ok, dann muss man aber JEDEM diese Meinungsfreiheit lassen und nicht mit der Vorbildsfunktions-Keule schwingen. Das Vorbild sucht sich nämlich jeder selbst aus, keiner ist gezwungen Ribéry als Vorbild zu sehen – wobei das in bestimmten Belangen wie schon geschildert gar nicht das Verkehrteste wäre.

    Von daher: es wird wie üblich viel zu viel Wirbel gemacht aber wenn es den FCB betrifft dann wird’s halt auch immer wieder gern genommen und sofort alle Nase lang die komplette “Skandal-Akte” aufgewärmt.
    Was kratzt mich das wenn ein Bayern-Spieler (mir unbekannte) Journalisten beschimpft und Leute, die ihn offenbar auch aufs übelste beschimpft haben? Wie man in den Wald hineinschreit so kommts auch zu Zeiten von Insta und Twitter wieder zurück.

    Der Gipfel ist der Kommentar auf spox der jetzt wieder die Vereinsführung angreift und meint man hätte Ribéry suspendieren müssen. Soso, suspendieren. Kommt einfach mal wieder runter.

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Es ist doch Winterpause! Und so muss die Bild wenigstens keine Sauftouren erfinden.
      95% derer, die sich aufregen, sind weder in der Lage seinen Kommentar zu übersetzen, geschweige denn die an ihn gerichteten Kommentare zu verstehen.

      Die gleiche PR-Aktion macht der Restaurantbesitzer übrigenss regelmäßig-gibt es auch mit Messi.
      Hat aber keinen aufgeregt – gleiches Steak, gleiches Video.
      Und dass heute jeder Promi oder der, der sich dafür hält, alles und jedes postet, ist auch bekannt.
      Der allseits beliebte CR7 hat auch eines seiner letzten Abendessen gepostet, da hat die Flasche Wein schlappe 30.000 € gekostet. Hat das in Portugal, Spanien oder Italien irgendeinen interessiert – nein!
      Aber das “gespannte Verhältnis”, um es mal vorsichtig auszudrücken, der Franzosen zu Ribery ist ja bekannt.
      Dass sich dann auch noch deutsche Politiker nicht zu blöde sind, da zu kommentieren, ohne die Fakten zu kennen, ist sowieso ein Trauerspiel.

      Und wenn die Franzosen den Franzosen Ribery anpöbeln und der Franzose es den Franzosen mit gleicher Münze zurückzahlt, dann spricht das zwar nicht gerade für das Niveau der Auseinandersetzung, aber dann sollte man es auch da belassen wo es ist. In den für diese Auseinandersetzungen ja bekannten “sozialen Medien” – was ist daran eigentlich sozial?

      Aber wie gesagt, es ist Winterpause und da muß man eben sehen, wo man bleibt. Da macht man erst mal aus einem 300 € -Steak ein 1200 €- Steak, “vergisst” natürlich, dass es eine Einladung war und hat dann nichts besseres zu tun, als Riberys Antworten zu übersetzen. Die Kommentare an ihn – Shitstorm halt, muss reichen.
      Und schon kann man sich wieder tagelang aufregen- über Ribery,über den Verein, über die Vereinsführung, über die Geldstrafe, über Brazzo und jeden anderen, der sich noch zu dem Thema äußert.
      Clickbaiting!

      1. AntwortsymbolMarlene Dietrich Seite 07.01.2019 - 18:14

        Entschuldigung, aber als eine dem Verein verbundene Person regt es mich schon auf, dass sich manche Vertreter des Vereins solche Aussetzer erlauben.
        Damit meine ich nicht nur Ribery, auch Rummenigge und Hoeneß schaden/schadeten der Reputation des FC B. Bis zu einem gewissen grad bring ich ja in den div. Einzelfällen ein gewisses Maß an Verständnis auf, weil man immer den Einzelfall im Gesamtkontext betrachten muss, aber irgendwann ist es auch einmal genug.

      2. Ja was erwartest du denn? Glaubst du denn wirklich, dass es in Vereinen anders zugeht, als im wirklichen Leben und anderen Bereichen der Gesellschaft. Da wird nur nicht so ein Aufhebens gemacht. Google doch mal kriminelle Sportler oder vorbestrafte Politiker, oder Zollvergehen von Prominenten und,und ,und.
        Da kommt so einiges zusammen.
        Und da erwartest du, dass es beim FCB anders ist?

      3. Ja was erwartest du denn? Dass es in einem Fußballverein andrs läuft als in anderen Bereichen der Gesellschaft?
        Google doch mal ein bißchen:
        Kriminelle Fußballer, vorbestrafte Politiker, vorbestrafte Promis,
        Zollvergehen von Prominenten und, und, und. Da kommt so einiges zusammen und du wirst dich wundern, wen du da so alles triffst.
        Es wäre ja auch ein Wunder, wenn es anders wäre.
        Nur wird in den meisten Fällen kein Aufhebens gemacht.
        Der eine schmuggelt eine geschenkte Uhr und ist dann ein Krimineller! Der andere verkauft hunderte von geschmuggelten Zigarettenstangen – das ist eine Dummheit.
        Es ist eben alles eine Frage der Sichtweise.
        Für diese Sichtweise sind allerdings “legendäre” Pressekonferenzen eher suboptimal.

      4. AntwortsymbolMarlene Dietrich Seite 07.01.2019 - 20:40

        Nein, natürlich nicht.
        Ich verlange auch nicht, dass sie ein ideales und moralisch fehlerfreies Verhalten an den Tag legen. Was ich verlange, ist, dass Profisportler mit demselben Maßstab bemessen werden wie Normalbürger.
        Das hat jetzt zwar nix mit Ribery zu tun, aber das wollte ich schon lange einmal loswerden.

      5. Das werden sie aber nicht und zwar weder im positiven noch im negativen Sinn.
        Wenn der Normalbürger “Marlene Dietrich” eine Uhr schmuggelt, interessiert es zwar den Zoll und gegebenenfalls die Justiz, aber sonst keinen!
        Wenn der Normalbürger sein Urlaubsbild auf facebook postet, interessiert es zwar seine Freunde aber nicht die Bildzeitung.
        Wenn der Normalbürger am Samstagabend ins P1 will, hat er vielleicht ein Problem an der Tür. Der Fußballprofi eher nicht.
        Wenn der Normalbürger allerdings besoffen aus dem P1 torkelt, hat er Glück, weil es wieder keinen interessiert.
        Und wenn der Normalbürger irgendeinen Zeitgenossen auf Instagramm oder Twitter beleidigt, kommt er auch nicht in diediversen Medien.
        Einer der höchsten Richter in NRW hat sich übrigens zur Causa Honeß geäußert – aufgrund seiner hohen Rückzahlung, der nicht vorhandenen Wiederholungsgefahr, der Sozialprognose wäre er in NRW zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
        Welcher Maßstab darf es denn jetzt sein.

      6. Niemand geht mehr ins P1 :))

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Mit dem Absenden deines Kommentars erklärst du dich einverstanden, unsere Community Guidelines zu beachten.