Top 15 der Klubgeschichte: Plätze 5 & 4

Für das Treppchen beim großen Top-15-Ranking der besten Bayern-Spieler hat es ganz knapp nicht gereicht, dennoch stehen die beiden nächsten Spieler in unserer Rangliste für große Erfolge und unvergessene Momente. Ihre Namen sind auf immer mit München verbunden und so wundert es nicht, dass der eine gerade Vorstandsvorsitzender des FC Bayern ist und der andere als sein Nachfolger gehandelt wird.

Bisherige Artikel
Einleitung
Plätze 15 bis 12
Plätze 11 bis 8
Plätze 7 & 6
Plätze 5 & 4
Platz 3
Platz 2
Platz 1

Platz 5: Karl-Heinz Rummenigge

von Christian Nandelstädt

Wer um 1980 herum Fußballfan wurde, kam an einem blonden, rotbackigen, etwas schüchtern wirkenden Kerl mit gigantischen Oberschenkeln nicht vorbei. Karl-Heinz Rummenigge war der erste Fußballer, den ich als Kind bewusst wahrnahm. Die Jungs in meiner Klasse redeten in erster Linie nur von ihm und seinen Toren. Erst in zweiter von seinem Verein, dem FC Bayern München. Ich wurde also erst Rummenigge-Fan und dann Bayern-Fan. Auf dem Schulhof versuchten wir, seine Tricks nachzuspielen. Ein chancenloses Unterfangen. Rummenigge war damals auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit. 1980 wurde er nicht nur Deutscher Meister und Torschützenkönig, sondern im Sommer noch Europameister und infolgedessen Europas Fußballer des Jahres. Zur damaligen Zeit praktisch gleichbedeutend mit der Wahl zum besten Spieler der Welt.

Welcher Spielertyp war Karl-Heinz Rummenigge eigentlich? Außer, dass er bis heute der beste Torjäger des FC Bayern nach Gerd Müller ist, wissen viele jüngere Fans nicht viel von ihm. Zumindest nicht viel aus seiner Karriere als Fußballer. Die Kurzfassung: Man nehme zu gleichen Teilen eine Portion Kylian Mbappé und eine Portion Cristiano Ronaldo, garniere mit einer Prise Wayne Rooney und runde ab mit einem Hauch, aber nur einem Hauch Messi.

Die Langfassung: Rummenigge vereinte in sich Eigenschaften, aus denen man gleich mehrere Topstürmer hätte formen können: Er war irrsinnig schnell, lief die 100 Meter in deutlich unter 11 Sekunden. Gleichzeitig war er sehr kräftig und dynamisch, konnte sich in Zweikämpfen, damals noch oft ungeahndet bis auf Blut geführt, gut durchsetzen. Trotz seiner Kraft war Rummenigge außerordentlich wendig und dribbelstark. Ein typisches Rummenigge-Tor der 80er Jahre begann mit einem Ballgewinn im Mittelfeld auf den ein langer Lauf in Richtung Strafraum folgte, bei der zwei bis drei Gegenspieler wie Slalomstangen umdribbelt oder schlicht überrannt wurden und endete mit einem wuchtigen Torabschluss an der Strafraumkante. Ein Trademark-Tor war das jedoch nicht. Dafür war Rummenigge zu vielseitig. Er war kopfballstark, schoss sicher Elfmeter, bewegte sich geschickt in freie Räume, um Pässe von Paul Breitner anzunehmen. Ich habe nicht die exakte Statistik, aber Rummenigge war außerhalb des Strafraums ähnlich abschlussstark wie innerhalb. Da waren Fallrückzieher und Seitfallzieher dabei, Volleyschüsse und Knipsertore direkt vor der Linie. Ganz selten erlaubte er sich auch mal eine arrogante Aktion. Ich erinnere mich an eine Szene, bei der er alleine mit Ball aufs leere Tor zulief, den Ball auf der Torlinie stoppte, um ihn dann langsam einzuschieben.

Aber auch ein Karl-Heinz Rummenigge war nicht von Anfang an so gut, wie in den frühen 80ern. Seine Anfänge beim FC Bayern waren hart. Er kam als Billigeinkauf für rund 9.000 Euro aus Lippstadt in eine Mannschaft voller satter Stars, die alles gewonnen hatte und sich nur noch in Europapokalspielen motivieren konnte.

Sein Bruder Michael erzählte in einem Interview mit der tz 2015 von diesen schweren Anfängen:
„Wenn man als 18-Jähriger 1974 von Lippstadt nach München geht und dir dort von sechs Weltmeistern gesagt wird „Was willste eigentlich hier?“ – da musste meine Mutter nach drei Wochen nach München kommen, hat sich bei Kalles damaliger Freundin und heutigen Frau Martina einquartiert, bis alles wieder gut war. Dann nahm alles seinen Lauf, mit Udo Lattek, mit Dettmar Cramer, der ein Glücksfall war für Kalle, der ihn geformt hat. Und er hat gelernt, aufgesaugt und getan.“

Der anfangs extrem schüchterne Spieler, der rot wurde, wenn er Franz Beckenbauer etwas fragte und vom Trainer mit einem Gläschen Cognac vorm Anpfiff beruhigt werden musste, brachte neben einem riesen Talent noch etwas entscheidendes mit: Ehrgeiz.

Er arbeitete unter Dettmar Cramer härter als jeder andere Spieler im Kader, trainierte nach eigener Aussage „12 mal die Woche, während die anderen 6-7 Einheiten hatten“. Cramer glaubte an ihn, setzte Rummenigge immer wieder ein, auch wenn er in seinen ersten Spielzeiten als Chancentod galt. Als jemand der vor lauter Nervosität im Training die Bälle verstolperte – „Rumgeflippe“. Als mit Gerd Müller dann die lebende Legende und das unerreichbare Vorbild 1979 den Verein verließ, konnte Rummenigge aufblühen. Mit preußischer Disziplin und dem Willen, der Beste zu werden, wurde er der Beste seiner Zeit. Fast immer an seiner Seite: Paul Breitner, der sich mit Rummenigge blind verstand. Paul, zweikampfstarker Wühler mit überragendem Auge für den freien Mann fand Rummenigge, seinen Vollstrecker, überall. Die Presse machte daraus die Wortschöpfung „Breitnigge“. Mit Recht. Im Jahr 1981 wurden beide erneut Deutscher Meister mit den Bayern. Während Rummenigge wie schon 1980 die Torjägerkanone erhielt, wurde Breitner zu Deutschlands Fußballer des Jahres ernannt. Bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres kam Rummenigge nach 1980 erneut auf Platz 1 – und Breitner auf Platz 2. Was für ein Duo, was für eine große Zeit.

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Vereine im Ausland wurden aufmerksam auf den blonden Topstürmer. Allen voran der FC Barcelona. Der Legende nach wäre Kalle nicht abgeneigt gewesen, doch seine Frau wollte angeblich nicht nach Spanien. So blieb Rummenigge den Bayern erhalten. Vorerst. Doch im Jahr 1984 war es dann soweit: Rummenigge wechselte als Torschützenkönig und DFB-Pokalsieger mit 28 Jahren über die Alpen nach Mailand. Zu Inter. Für die damals rekordverdächtige Ablösesumme von 5,5 Millionen Euro. Nur „rekordverdächtig“, weil im selben Jahr Diego Maradona für 12 Millionen Euro zum SSC Neapel wechselte. Die damals gut 11 Millionen Mark sanierten den verschuldeten FC Bayern – und verschafften Uli Hoeneß erstmals einen finanziellen Spielraum, den der Manager in den kommenden Jahrzehnten exorbitant erweitern konnte. Die Rummenigge-Ablöse floss in den Schuldendienst (4 Mio Euro) und in die exzellenten Transfers von Lothar Matthäus (1,2 Mio Euro) und Roland Wohlfarth (0,5 Mio Euro).

Rummenigges Zeit bei Inter Mailand blieb titellos. Er schoss in 107 Spielen 44 Tore, war häufig verletzt. Und dennoch bezeichnete er in einem Interview diese Zeit als „schönste Zeit in meinem Leben.“ Vielleicht, weil er die italienische Lebensart kennen- und lieben lernte. Weil er verstand, dass im Leben nicht nur Ehrgeiz und Disziplin zählen, sondern man auch mal locker lassen und genießen sollte.

Der Rummenigge-Weggang war für den Bayernfan eine Katastrophe. Da ging eine Welt unter. Wie sollte jemals wieder ein Titel geholt werden, ohne Rummenigges Torgarantie? Die Antwort gaben Matthäus, Wohlfarth und auch Kalles Bruder Michael: Der FC Bayern wurde von 1985 bis 1987 dreimal Deutscher Meister.

Und Kalle? 1987, mit fast 32 Jahren, wechselte er ablösefrei in die Schweiz zu Servette Genf. Ein bewusst geplanter Karriereausklang. Zwei schöne Jahre, wie er mir im Interview für meinen Blog Ende 2017 verriet: „1989 habe ich noch in Genf bei Servette gespielt, das war ein kleiner Club mit deutlich weniger Zuschauern als vorher in München oder Mailand. Eine interessante Erfahrung, weil ich erstmals professionellen Fußball ohne Druck erfahren habe. Die Schweizer Kollegen haben sich immer über mich gewundert: „Sag mal, Deutscher, Du bist nie aufgeregt. Du bist immer entspannt.“ Ich habe geantwortet: „Ja klar, soll ich mir jetzt auch hier noch Druck machen?“ Am Ende des zweiten Vertragsjahres spürte ich, dass mir die Motivation fehlte, noch eine Saison dranzuhängen.“

Hier am Genfer See endet 1989 die große Karriere des Fußballers Karl-Heinz Rummenigge. Nach 578 Spielen und 293 Toren. Im Trophäenschrank stehen ein Europameistertitel, zwei Vize-Weltmeistertitel, zwei Europapokale der Landesmeister, ein Weltpokal, zwei Deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege. Dazu diverse persönliche Auszeichnungen.

Seine zweite Karriere als Funktionär kann man bis heute verfolgen. Über diese Jahrzehnte habe ich ausführlich in meinem Blog berichtet. Unvergessen wird er mir jedoch immer als der fantastische Fußballer bleiben, wegen dem ich zum Bayernfan wurde.

Platz 4: Oliver Kahn

von Tobi (@redrobbery)

„Weiter, immer weiter!“ – selten gelang es einem Fußballprofi so gut, das eigene Wesen zu beschreiben. Aufgeben war für Oliver Kahn nie eine Option. Selbstzweifel waren für ihn der erste Schritt zur Niederlage. Nicht nur deshalb gilt er vielerorts – trotz namhafter Konkurrenz – als der beste Torhüter der Vereinsgeschichte.

Verglichen mit anderen Vereinslegenden kam Oliver Kahn erst spät zum FC Bayern. So verpflichtete man den damals 25-Jährigen für knapp 5 Mio. DM vom Karlsruher SC. Schon in seiner Heimatstadt überzeugte Kahn national wie international – schließlich war er in seiner letzten Saison ein Teil der legendären UEFA-Pokal-Kampagne, in welcher der KSC ein 7:0 über Valencia feierte und erst im Halbfinale an der Auswärtstorregelung scheiterte. Schon hier kassierte der ehrgeizige Torwart nur sieben Gegentore in zehn Spielen, fünfmal spielte er zu null.

Nach dem Bankerlebnis der WM 1994 übernahm Kahn beim FC Bayern die Rolle des Stammtorhüters von Raimond Aumann, der in die Türkei wechselte. Das erste Jahr war kein leichtes. In der Bundesliga landete man nur auf Platz sechs. Oliver Kahn selbst konnte nur 23 Ligaspiele absolvieren – dies sollte sein Tiefstwert bleiben.

Im Folgejahr gewann er dann den ersten Titel seiner Karriere. Völlig untypisch, wie vieles bei Kahn: es war ein internationaler Wettbewerb. Der FC Bayern konnte den „Verlierer-Cup“ (offiziell UEFA-Pokal) gewinnen. Nur Wochen später durfte Kahn (weiterhin in der Ersatzrolle) sogar für die Nationalmannschaft die EM-Trophäe in den Himmel strecken.

Nun entwickelte sich ein Titelhunger, der nie gestillt werden konnte. Kahns Ausbeute ist bemerkenswert: acht Meisterschaften, sechs Pokalsiege, UEFA-Pokal, Champions League, Weltpokalsieger, Europameister.

Die einzige Lücke im Trophäenschrank ist eine tragische: Oliver Kahn wurde nie Weltmeister. Drei seiner vier WM-Teilnahmen waren nur in passiver Rolle. Nur einmal – bemerkenswert bei dieser Karriere – betrat er diese Bühne als Stammtorwart. In Japan und Südkorea lieferte Kahn die wohl dominanteste Torhüterleistung der langen WM-Geschichte. Fünf der sieben absolvierten Spiele zeigten ihn in Weltklasseform – gegen Saudi-Arabien war er nicht gefordert, im Endspiel wurde er zur tragischen Figur. Hätte er die staubtrockene Nationalmannschaft gegen Brasilien zum Titel geführt, würde sein Name in den Geschichtsbüchern der FIFA neben Maradona und Pelé stehen.

Über die Leistungen des Oliver Kahn beim FC Bayern muss nicht viel gesagt werden. Jeder, der diese Zeit miterleben durfte, erinnert sich gerne daran. In einer Zeit, als der Verein meist defensiv und abwartend auftrat, rettete er nahezu im Wochentakt die Ergebnisse über die Zeit.

Es gibt zahlreiche Geschichten und Anekdoten, die einem jeden Fußballfan zu Oliver Kahn einfallen. Aus Bayernsicht sollen hier nur drei erwähnt werden, die den Typen Kahn verkörpern.

Berühmt-berüchtigt ist der Golfballwurf von Freiburg. Im April 2000 entwickelte sich im sonst beschaulichen Freiburg eine hitzige Partie, die ihren Tiefpunkt in der genannten Tat fand. Bemerkenswert und symbolisch war jedoch die Reaktion Kahns auf diesen Vorfall. Keine Theatralik, kein schleichender Abgang – für Kahn war die einzige Option der Sieg. Er stellte sich stark gezeichnet zurück ins Tor, die wütende Meute inklusive Täter erneut im Rücken. Nachgeben wäre Aufgeben und Aufgeben kennt Kahn nicht.

Der größte Moment seiner Karriere dürfte wohl eine Woche im Mai 2001 gewesen sein: Last-Minute-Meister und direkt im Anschluss Champions-League-Sieger. Unvergesslich sind die Paraden im Elfmeterschießen gegen (wieder mal) Valencia, doch viel bezeichnender war eine kleine Aktion in Hamburg eine Woche zuvor. In der Aufregung des indirekten Freistoßes marschierte Kahn in den gegnerischen Strafraum, um gezielt mit seiner körperlichen Präsenz für Unruhe und Lücken beim Gegner zu sorgen. Ob seine Aktion irgendeinen Unterschied gemacht hat, weiß niemand. Dass er aber alles in seiner Macht stehende versucht hat, um die Erfolgschance minimal für seine Mannschaft zu beeinflussen, ist typisch Kahn.

Die dritte Erinnerung ist eine vermeintlich unscheinbare. Im Herbst seiner Karriere durften Kahn und der FCB im DFB-Pokal nach St. Pauli. Es war ein zähes, unangenehmes Spiel in einer schwierigen Phase – nur Tage zuvor wurde seine Degradierung in der Nationalmannschaft bekanntgegeben. Die Mannschaft kam trotz Führung nicht richtig in Tritt, es roch (neben vielen anderen Dingen am Millerntor) nach Sensation. Kapitän Kahn hatte ein sehr gutes Gespür für solche Momente. Mit fortlaufender Spielzeit trat er immer aggressiver auf und legte sich mit Gegenspielern an. Bei ihm war dies aber kein Kontrollverlust. Solche Aktionen waren gezielt eingesetzt, um Gegnern wie Mitspielern in entsprechende emotionale Bahnen zu lenken und den Spielverlauf zu Gunsten seiner Mannschaft zu verändern.

Kalkuliert impulsiv, ganzheitlich dominant und zu 100% auf den Erfolg fokussiert – so war Kahn.

In der Zeit von etwa 1998 bis 2003 lieferte Kahn zuverlässig Weltklasseleistungen. Es dürfte eine der dominantesten Torhüterphasen der Fußballgeschichte gewesen sein. Auftritte wie im Bernabeu in der legendären 2001er-Saison, als Kahn das Starensemble der Madrilenen über 90 Minuten zur Verzweiflung brachte, waren mehr Regel als Ausnahme. Vereinsintern kam die Neuer-Ära von 2012 bis 2017 zwar in ähnliche Sphären, ging jedoch mit einem dominanteren Mannschaftsgefüge einher und ist daher schon quantitativ unterlegen.

Nur wenige Spieler haben die notwendige Ausstrahlung, um eine gesamte Mannschaft zu beeinflussen, geschweige denn den Gegner mental zu manipulieren. Oliver Kahn konnte dies. Vielen Stürmern sah man schon vor dem Torschuss die Angst vor dem Scheitern an. Kahn war so selbstbewusst und dominant, dass er seine Gegner schwächte, wie er sich selbst und seine Vorderleute stärkte.

Im torwarttechnischen Bereich war Oliver Kahn einer der ganz Großen. Im psychologischen Bereich gab es kaum einen Besseren. Nur eine Schwäche hatte Kahn: Sammy Kuffour.

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Leserkommentare
  1. Fänger

    Beides sehr schöne Berichte.
    Die „arrogante“ Aktion war – wenn ich mich recht erinnere – in Aachen. Er hat sogar den Ball auf der Linie hoch genommen und dann ins Tor geköpft. Gab eine gelbe Karte, meine ich. Rummenigge war auch mein Startschuss als Bayern Fan. Großartiger Stürmer.
    Kahn war der Titan. Immer. Der Fehler im Finale 2002 war schon tragisch. Aber was für Paraden und was für eine Mentalität. Heute kommt auch immer mehr sein Humor zum Vorschein.
    Beide Plätze haben Ihre Berechtigung!

    1. Mehmet68

      +1, an das Tor in Aachen erinnere mich auch, vorher hat er knapp 10 Gegenspieler überlaufen.

      Und an sein Tor des Jahres gegen den VfL Bochum: Ballannahme mit dem Rücken zum Tor, Drehung, dabei Ball 2x mit dem Oberschenel gelupft, dann seitlicher Volley ins Kreuzeck. Großartig!

      https://www.sportschau.de/sendung/tdm/archiv/chronik80er/oktober1980tdm100.html

      1. GÜNO

        Danke für den Link zum Video @Mehmet68. Die Jubelszenen von damals sind einfach göttlich. :-)

      2. Jo

        Geiles Tor!
        Im Link kann man sich auch mal das Tor des Monats vom März desselben Jahres anschauen, wenn man einen typischen Breitnigge-Move sehen möchte.

      3. Josef

        Es gab ja noch so einige schöne Tore von ihm.
        Ich glaube, er war auch lange Rekord-“Torschütze des Monats”, bevor er diesen Stab an Lukas Podolski weiterreichen musste. (Bei letzterem liegt die Häufigkeit der Auszeichnungen meiner Meinung nach allerdings in erster Linie an der besonderen Fanstellung in Köln und der Klickbegeisterung der Effzeh-Fans…)

    2. dicker-bäcker

      Als Kind hatte ich ein Buch von/über KHR, auch da hat er so eine Szene beschrieben aber noch in der Jugendmannschaft.
      Er hatte auch den Gegner komplet überspielt, und dann vor der Torlinie gestoppt um dann dann im Liegen den Ball einzuköpfen.
      Nach dem Spiel durfte er in Lippstadt bei 7 fremden Familien Schnitzel essen…
      Echt freaky welche Gedanken einem nach knapp 40 Jahren in den Kopf kommen bei einem Fussballidol aus der Jugend.

  2. Klaus

    Sehr gute Wahl und sehr schöne Kommentare. Der Kalle war der zweitbeste Stürmer in der Bayerngeschichte und konnte auf dem Platz auch ganz schön fuchsig werden. Ich erinnere mich an ein Spiel gegen Gladbach, in dem er eine gelbe Karte bekommen hat. Vor lauter Wut darüber ist er in die Südkurve gelaufen und hat die Leute zum Protestieren aufgefordert. Eigentlich unvorstellbar, wenn man den Funktionär Rummenigge heute sieht. Die Welle nach unten in der Kurve war damals nicht schlecht.

    1. Fänger

      Gegen Gladbach hat er mal Matthäus schwindelig gespielt. War an ihm vorbei und hat dann auf ihn gewartet und ihn wieder genatzt. Der war schon richtig gut. Gibt ja auch wenige über Dir Song geschrieben worden ist…

      1. Jo

        Ja, werde ich auch nie vergessen. Das war das 1:4 in Gladbach mit dem man sich damals die Meisterschaft sicherte.
        Ein grandioses Spiel der Bayern und wahrscheinlich eines der besten von Kalle. 3 Tore und ein Assist.
        Die Szene mit Matthäus ging dem letzten Tor voraus.

  3. Mehmet68

    Tolle Artikel! Meinem Wunschtipp steht damit nichts mehr im Wege:

    3) Lahm
    2) Beckenbauer
    1) G. Müller

    Noch Wetten? :-)

    1. Fänger

      Tippe den Kaiser auf Platz 1. sonst Zustimmung.

  4. Karl-Heinz Rummenigge am 19.07.1981 im Fußballturnier in Aachen “Bayern München – FC Brügge” in der 57. Min. zum 4:0 (Endstand 5:1).

    https://www.sportschau.de/sendung/tdm/video-tor-des-monats-juli–116.html

    1. Jo

      Damals wählte man das zum Tor des Monats und schmunzelte darüber.
      Man stelle sich mal vor, heutzutage würde das ein Bayernspieler wagen. Die moralinsaure Empörung der Hater würde das Internet sprengen.

  5. Ole

    “Kahn war so selbstbewusst und dominant”, dass er auch im gegnerischen 16er mal den Ball ins Tor boxte, mit einer Selbstverständlichkeit, als gehe er davon aus, dies als Torwart, als Olli Kahn, zu dürfen. :-D
    (Spiel gegen Hansa Rostock – unvergessen.)
    Fußballerisch ist er im Vergleich mit Manuel Neuer natürlich schwächer. Aber wenn ich in einer Spam Jam-Situation wäre und müsste ein Team zusammenstellen, dass gegen Außerirdische um die Rettung der Welt spielt – Kahn wäre mein Mann im Tor. ;-)

    1. Michael

      Naja, Kahn würde den Ball schon bei seinem ersten Abstoß in die für alle unerreichbaren Tiefen des Weltalls dreschen. :-p. Was habe ich die Abstöße gehasst! Gerade bei der WM – die ja eigentlich bei der Wahl gaaaaar keine Roll spielen sollte.

  6. Jo

    Karl-Heinz Rummenigge, what a man!
    England 1982. Eine deutsche Nationalmannschaft gewinnt zum zweiten Mal in Wembley. Rummenigge schießt beide Tore zum 1:2 Sieg. Nach dem zweiten Tor kommentierte der englische Reporter dies mit dem Eingangssatz.
    Das ist immer eine meiner ersten Erinnerungen, wenn es um Rummenigge geht. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass dies der Ausgangspunkt für den legendären Song einer englischen Gruppe über den “Football player with sexy knees” war.
    Somit dürfte Rummenigge wohl der einzige deutsche Spieler sein, über den es einen Song in den UK Charts gab.
    Kurios klar, aber irgendwie auch Zeitgeist.
    Immerhin ist Rummenigge nicht nur der einzige Bayernspieler neben Beckenbauer, der es zweimal zum Fußballer Europas des Jahres brachte.
    Er ist auch, wieder neben dem Franz, der einzige Bayernspieler der in seiner Glanzzeit tatsächlich als der beste Fußballspieler der Welt gehandelt wurde.
    War die Frage Anfang bis Mitte der Siebziger Beckenbauer oder Cruyff, hieß es ein Jahrzehnt später Rummenigge oder Maradona.

    Ein Wermutstropfen ist dabei die Geschichte seiner WM-Teilnahmen. Vor allem 1982 und 1986 als er sich jeweils verletzt durch das Turnier quälte und nie annähernd im Vollbesitz seiner Kräfte war. Wer weiß, vielleicht hätte er sonst auch einen WM-Titel auf der Visitenkarte.

  7. dicker-bäcker

    “Nur eine Schwäche hatte Kahn: Sammy Kuffour.”

    Sorry, ich verstehe den Satz nicht….

      1. Stiftl

        Das war ein Wahnsinn damals – Dreher verdreht sich kurz nach seiner Einwechslung das Knie und Michael Tarnat muss beim Stand von 0-1 in Frankfurt für 30 Minuten in den Kasten. Da macht er dann eine Wahnsinnsparade und die Bayern drehen das Spiel noch auf 2-1.
        Eines der Spiele die mir immer im Gedächtnis geblieben sind.

      2. Mimikri

        Ich war da im Stadion.

    1. dicker-bäcker

      Ja ok. An das Spiel kann ich mich auch sehr gut erinnern.
      Ich dachte dass die Anspielung eher auf die Szene vom folgenden Jahr gezielt hätte.
      Sammy knutscht Olli mit Zunge…
      Nach dem Crash mit Cole.

      :-/ Sammy würde ich auch gerne auf der Liste sehen!
      Rood-weiße Driggo

  8. wohlfarth

    “Man nehme zu gleichen Teilen eine Portion Kylian Mbappé und eine Portion Cristiano Ronaldo, garniere mit einer Prise Wayne Rooney und runde ab mit einem Hauch, aber nur einem Hauch Messi.”
    Genial!!
    Ich hab mal versucht meinem Arbeitskollegen (geboren Mitte 80er) den Fußballer Rummenigge zu erklären. Ich habs so versucht: Eigentlich wie Christiano Ronaldo, nur mit weniger Muskeln, dafür mit mehr Kraft und viel dominanter.
    Völlig zurecht in den Top5.

    1. Marlene Dietrich

      Wie meinst du das “mit mehr Kraft und dominanter”?
      Beides is bei C.Ronaldo doch en masse vorhanden.

      1. wohlfarth

        Weniger Muskeln aber mehr Kraft scheint ein Widerspruch. Kalle war nie ein solcher Bodybuilder wie Ronaldo, hatte aber mindestens genauso viel Power im Zweikampf oder im Laufduell.
        Und Dominanz: Rummenigge war, obwohl immer Stürmer, dermaßen präsent auf dem ganzen Spielfeld. Fast wie ein Spielmacher.
        Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Mitspieler schwächer waren und noch nicht alles in taktische Korsette gepresst war. Wer weiß?
        Und deshalb sind Vergleiche über Generationen auch so schwierig.

      2. Marlene Dietrich

        Also bei der Kraft steht der Portugiese dem Deutschen in nichts nach.
        Bzgl. der Dominanz hast du vermutlich Recht.

  9. Marlene Dietrich

    Wesentlich schöner war Kahns Geste nach dem Finale 2001 mit Canizares.

  10. liza

    Die restlichen drei Plätze dürften jetzt klar sein:

    3. Willy Sagnol
    2. Jorginho
    1. Lizarazu

    1. Dinzinger

      Tippe auf:

      3. Ruggiero Rizzitelli
      2. Alain Sutter
      1. Slawomir Wojciechowski

  11. Mehmet68

    @ JO u. a.:

    WM-Pech kann man bei Rummenigge sagen. Nie vergessen werde ich das WM-HF1982 gegen Frankreich. Er war vorher verletzt, kam dann in der Verlängerung beim Stand von 1:3(!) und leitete die Wende gleich mit einer artistischen Grätsche ein. Gänsehautmomente damals!

    Schon a bissl komisch, dass er dann als Funktionär so reserviert und kalt geworden ist.

    1. Jo

      “Mon dieu, Rümmenisch!”
      So soll Frankreichs damaliger Staatspräsident Mitterand entsetzt auf der Tribüne ausgerufen haben, als Rummenigge (nach seiner Verletzung vielleicht etwas überraschend) eingewechselt wurde.

  12. Turbo Batzi

    Tolle Artikel!

    Zitat: “Er kam als Billigeinkauf [..] aus Lippstadt in eine Mannschaft voller satter Stars, die alles gewonnen hatte und sich nur noch in Europapokalspielen motivieren konnte.”

    Irgendwie hat das bei mir ein bisschen Sehnsucht ausgelöst. Wäre es nicht schön, wenn wir auch aktuell wieder einen 18-jährigen KHR kommen würden.

  13. Christian

    Vielen Dank für die schönen Kommentare zum Rummenigge-Portrait. Hat mich sehr gefreut, dass hier anscheinend doch einige mitlesen, die ihn wie ich noch live erlebt haben durften.

    Ich hatte ja das Vergnügen, Ende 2017 mit Rummenigge ein längeres Interview zu führen. Auch 2018 konnte ich ihn nochmal treffen und sprechen. Dabei habe ich – zum Glück – erfahren, dass er überhaupt nicht der unterkühlte Typ ist, als der er manchmal in den Medien rüberkommt. Im Gegenteil zeigte er sich ganz locker, freundlich und normal.

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