Top 15 der Klubgeschichte: Plätze 15 bis 12

Maurice Trenner 28.12.2018
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Einleitung
Plätze 15 bis 12
Plätze 11 bis 8
Plätze 7 & 6
Plätze 5 & 4
Platz 3
Platz 2
Platz 1

Platz 15: Mehmet Scholl

von Maurice Hauß

Ein Dribbelkönig aus den eigenen Reihen war Mehmet Scholl. Ein Teenie-Idol und Fan-Liebling war er natürlich auch. Ein Spieler, dessen Karriere auch immer wieder unter Verletzungen litt, leider auch.

Zeitsprung ins Jahr 2003 zum Derby im Olympiastadion. Die Bayern waren zu dem Zeitpunkt bereits aus der Champions League ausgeschieden, daher wird das Lokalduell kurzerhand zum Europapokal-Ersatz ernannt. Nach einer knappen Stunde stand es torlos Remis, als sich Scholl den Ball zum Freistoß zurecht legte. Freistöße konnte der gebürtige Badener schon immer: Innenseite, über die Mauer und in den Winkel. So auch damals. Was folgte war eine der härtesten Derby-Niederlagen für die Blauen. Scholl lupfte nur kurz später zum 2:0 über Keeper Jentzsch und nach zwei Toren durch Lizarazu und Pizarro erzielte er selbst noch den 5:0-Endstand. Die Champions League ist in dem Moment weit weg. Der FC Bayern ist Derbysieger nach einer Machtdemonstration und einer Ausnahmeleistung von Scholl.

All das ist noch weit weg, als im Sommer 1992 der 22-jährige Scholl aus dem beschaulichen Karlsruhe nach München wechselt. Lange Zeit schon war er der Wunschspieler von Uli Hoeneß gewesen, so ist es den Medien zu vernehmen, hatte er doch für Karlsruhe elf Tore in 58 Liga-Spielen geschossen. Scholl, der junge Wirbelwind auf der Außenbahn, war in aller Munde.

Im sich im Umbruch befindenden Bayern-Team findet Scholl schnell Anschluss. In seiner ersten Saison bestreitet er bereits 33 Spiele. Insgesamt sollen es 334 Spiele werden, in denen er 87 Tore selbst erzielt und 78 weitere seinen Mitspielern auflegt. Als er 2007 seine Karriere beendet, ist er der erste Spieler, der acht Deutsche Meisterschaften gewinnen konnte.

Während Scholl in der ersten Amtszeit von Trapattoni langsam in die Rolle des Spielmachers und Regisseurs wächst, werden ihm vor der Saison 1995/96 die beiden Neuzugänge Herzog und Sforza vor die Nase gesetzt. Bis zum Ende der Saison erarbeitet er sich, jedoch mühsam, wieder den Status der Nummer Eins im Bayern-Mittelfeld.

In der Schlussphase der Saison zeigt Scholl vielleicht seinen besten Fußball. Eine absolute Sternstunde erlebt er auf der größtmöglichen Bühne im Camp Nou vor 115.000 Zuschauern im Rückspiel des UEFA-Pokal-Halbfinals. Nach einem späten 2:2 im Hinspiel fährt Bayern mit einer jungen Mannschaft als Außenseiter nach Katalonien. Doch Scholl überragt im linken Mittelfeld und zeigt, welchen Einfluss er auf ein ganzes Spiel haben kann. Sein Dribbling und Abschluss leiten unter anderem den 1:0-Führungstreffer durch Babbel ein. Bayern siegt 2:1 und zieht ins Finale ein.

In den folgenden Jahren hat Scholl mit Verletzungen und privaten Problemen zu kämpfen. In der zweiten Amtsperiode von Trapattoni kommt er mit dessen Defensiv-Fußball nur schwer zurecht. Die Verpflichtung von Effenberg als Chef im Mittelfeld nimmt Scholl zähneknirschend zur Kenntnis, aber findet sich unter Hitzfeld immer besser mit seiner Rolle als Indianer zurecht.

Unter Magath wird Scholl dann zunehmend zum Edel-Joker im Mittelfeld, das um die Stars Ballack und Zé Roberto aufgebaut ist. Die vielen kürzeren Einsätze verlängerten in Anbetracht seiner Verletztenhistorie seine Karriere jedoch letztendlich.

In Scholls Zeit bei Bayern fallen alle Höhen und Tiefen der jüngeren Geschichte. Die turbulenten 90er-Jahre mit vielen Trainern erlebt Scholl genauso mit wie den UEFA-Cup-Triumph 1996. Im Finale in Barcelona 1999 wird der Europameister eingewechselt, trifft den Pfosten und muss am Ende dennoch mit ansehen wie die Red Devils jubelnd über den Platz stürmen. Zwei Jahre später in Mailand gegen Valencia fasst er sich ein Herz und schießt den Elfmeter in der siebten Minute beim Stand von 0:1. Cañizares hält. Scholl spielt bis in die Verlängerung. Das große Finale in dem sich Oliver Kahn unsterblich macht, verfolgt er von der Bank aus.

Wenn man Scholl nach seinen drei Lieblings-Meisterschaften fragt, fallen ihm sein erster Titel 1994, das Leverkusen-Waterloo von 2000 sowie die Last-Minute-Feier nach indirektem Freistoß von Patrick Andersson 2001 ein.

Der einzige Traum, der Scholl verwehrt bleibt, ist eine Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. 1994 und 1998 wird Scholl nicht berücksichtigt. Vor der WM 2002 muss er verletzungsbedingt absagen. Auch bei der Heim-WM ist im Jahr seines Karriereendes kein Platz für Bayerns Edel-Joker im Kader von Jürgen Klinsmann.

Platz 14: Hans-Georg Schwarzenbeck

von Maurice Hauß

Still, heimatverbunden und natürlich Madrid 1974. Wenn man an den Vorstopper Hans-Georg “Katsche” Schwarzenbeck denkt, kommen einem zwangsläufig diese Begriffe in den Kopf.

“Zwei Beine, ohne Interesse an Genialität, vereinfachter Mechanismus, nichts Brasilianisches” so dichtete Wolf Wondratschek einst über Katsche, wie er seit jeher von allen gerufen wurde. Auch Comedian Atze Schröder schlug in eine ähnliche Kerbe, als er sagte: “Früher, da gab es noch einen wie Katsche Schwarzenbeck. 460 Bundesligaspiele, kein Ballkontakt. Der dachte 20 Jahre lang, so ein Bein wächst nach”.

Schwarzenbeck ist Münchner durch und durch. Ab seinem dreizehnten Lebensjahr spielt er bei den Roten an der Säbener Straße. Kurz nach seinem 18. Geburtstag holt ihn Čajkovski aus der Jugendmannschaft zu den Profis. Er trifft auf eine junge Truppe in ihrem zweiten Bundesligajahr. Die anderen heißen Sepp, Gerd und Franz. Von Anfang an ordnet sich Katsche dem Mannschaftsgedanken unter – führen und sprechen sollen doch die anderen.

Besonders mit Franz Beckenbauer verbindet Katsche ein besonderes Band. Während der Kaiser als Libero alle Freiheiten in der Offensive hat und das Spiel der Bayern grazil diktiert, muss ihm der Vorstopper Schwarzenbeck den Rücken frei halten. Auch deshalb hat er sich selbst die Regel auferlegt, nie über die Mittellinie zu gehen. Der Putzer des Kaisers etabliert sich als Spitzname.

Doch dieser Name ist nicht despektierlich gemeint. Er steht für all das, was Katsche eben auch ist: ein unermüdlicher Arbeiter, der sich nie über die ausbleibende Würdigung oder das geringe öffentliche Interesse beschwert; ein rigoroser Verteidiger, bei dessen Anblick den gegnerischen Stürmern die Beine zitterten; ein gewissenhafter Ausputzer, der Zweikämpfe mit der benötigten Härte, aber eben auch der angebrachten Sorgfalt durchführt. Wenn der Kaiser der Star-Chirurg an der Charité war, so war Katsche der Fleischer in der lokalen Metzgerei um die Ecke.

Unser Blog-Historiker Tobias Günther erklärt das Zusammenspiel von Beckenbauer und Schwarzenbeck wie folgt: “Beckenbauer als Inkarnation der Pressingresistenz ließ sich ja liebend gern von Stürmern anlaufen und spitzelte den Ball dann aufreizend lässig im letzten Moment am Gegner vorbei. Diese Bälle landeten nicht selten bei Schwarzenbeck, der deshalb immer hellwach sein musste, wenn Beckenbauer den Ball hatte. Insofern war er mehr als nur der Sicherungsposten für den Kaiser.

Hier wurde er vom Franz öfter mehr oder weniger zu Vorstößen und Aktionen „genötigt“, die er sich von alleine wahrscheinlich gar nicht zugemutet hätte. Beckenbauer wusste zudem genau, wen er wie anspielen kann. Chipbälle in Schulterhöhe mutete er Schwarzenbeck nicht zu. Der Kaiser nahm das Risiko auf sich selbst, ließ sich quasi bereitwillig in die Falle locken, um ihm den Ball dann durch zu stecken. So hatte Schwarzenbeck oft zehn Meter freien Raum vor sich und stand nicht so unter Druck.

Insgesamt kann man das Verhältnis als perfekte Symbiose beschreiben. Schwarzenbeck machte all das, was der Kaiser nur notgedrungen zeigen wollte. Kopfball, hinterherlaufen, Zweikämpfe …, das war Schwarzenbecks Metier. Für die Zeit hat es mehr als nur gereicht.”

Lokal und um die Ecke – so war Schwarzenbeck auch. Während es Beckenbauer in die USA und Breitner nach Madrid zieht, bleibt Katsche den Bayern treu. Warum soll er auch weggehen? Wo soll er überhaupt hingehen? In Interviews berichtet der Verteidiger heute augenzwinkernd von Angeboten aus Berlin und Manchester. Wirklich Gedanken habe er sich aber nie darüber gemacht.

Bis zu seinem Karriereende 1981 hält es Katsche beim FC Bayern. In den knapp fünfzehn Jahren läuft er 416-mal in der Bundesliga auf. Titel sammelt er noch und nöcher. Alleine die Meisterschaft gewinnt er sechs Mal, den Pokal dreifach. Außerdem gewinnt er vier Europapokale, inklusive dem Titel-Hattrick im Landesmeister-Wettbewerb.

Und ausgerechnet in diesem Wettbewerb gibt es ihn dann doch. Diesen einen Moment in dem Katsche aus dem Schatten von Beckenbauer, Müller und Co. hervortritt und ins Rampenlicht rückt. Ohne diesen Moment wäre die Geschichte von Schwarzenbeck nicht vollständig. Jede interessante Biografie braucht diesen einen speziellen Augenblick in der die Hauptfigur kurz aus der eigentlichen Rolle fällt.

Für Katsche ist dies der 15. Mai 1974. Im Heysel-Stadion in Brügge laufen die letzten Sekunden der Partie Bayern München gegen Atlético Madrid. Es ist das erste Finale in der Königsklasse für die Bayern-Mannschaft, die in der Liga zuletzt drei Titel in Folge geholt hatte. Doch ausgerechnet dieses Finale läuft nicht. Der spätere spanische Nationaltrainer Luis Aragones hatte Madrid in der 114. Minute per Freistoß in Führung gebracht und nun läuft den Roten die Zeit weg.

Schwarzenbeck bekommt den Ball an der Mittellinie zugespielt und läuft in Richtung Tor von Atlético. Niemand greift ihn an. Warum auch? Hätte es damals einen ausführlichen Scouting-Report gegeben, wäre darin vermutlich vermerkt gewesen, dass man diesen großen Deutschen aus der Abwehr ruhig an den Ball lassen kann. Lieber den Beckenbauer decken, Hauptsache der Müller bekommt keinen Ball.

Doch Katsche fasst sich einfach ein Herz und schließt aus knapp dreißig Metern ab. Später wird Beckenbauer ihn aufziehen und sagen, dass Schwarzenbeck nur deswegen schoss, weil sonst niemand frei war und er nicht wusste wohin mit dem Ball. Doch so fliegt der Ball nun zwischen den spanischen Verteidiger hindurch in Richtung Tor, wo sich Keeper Reina streckt, aber nicht an das Leder kommt. Das Runde schlägt unten links ein.

In den Aufzeichnungen sieht man Katsche danach kaum jubeln. Im bis dahin vielleicht größten Spiel seiner Karriere macht er quasi mit dem Abpfiff den Ausgleich, beschert Bayern somit ein Wiederholungsspiel und freut sich nicht. Die Gedanken waren schon beim Rückspiel, so sagt er später. Vielleicht aber auch schon bei den Interviews nach dem Spiel, die er nun geben sicher geben muss. “Hätt’ doch bloß der Gerd das Tor geschossen”, so sagt der Torschütze dort später in die Mikrophone.

Dabei gibt das Rückspiel kein Grund zur Sorge. Bayern gewinnt nur zwei Tage nach der ersten Schlacht deutlich mit 4:0 und wird erstmals Sieger im Europapokal der Landesmeister. Der Beginn einer dreijährigen Regentschaft im europäischen Fußball.

Neben dem FC Bayern, der natürlich sein Ein und Alles ist, läuft Schwarzenbeck auch für die Nationalmannschaft auf. Dort wird er an der Seite seiner Münchner Kollegen Europameister und Weltmeister. Darf insgesamt 44-mal den Adler auf der Brust tragen. Als Schattenmann ist er auch hier wichtiger Stabilisator und ermöglicht dem Kaiser seinen Spielstil zu leben.

1981 im jungen Alter von 32 Jahren muss Schwarzenbeck jedoch seine Karriere beenden. Ein Achillissehnenriss zwingt ihn die komplette Saison 1980/81 auszusetzen. Nach dem Jahr entscheidet er sich für das Ende seiner aktiven Zeit. Passend zu seinem Charakter wird Katsche nicht Trainer oder Manager, sondern übernimmt den Schreibwarenladen seiner Tante. Bis heute beliefert er die Büros des FC Bayern mit Büromaterialien und Zeitschriften. Katsche ist halt doch beim FC Bayern geblieben.

Zum Abschluss klingen einem die Worte von Dichter Wondratschek im Ohr: “Und trotzdem einer, dessen die Menschen, die ihn spielen sahen, gedenken.”


Die Miasanrot-Redaktion, ergänzt durch fünf Experten, hat die 15 besten Bayern-Spieler gewählt. Den Anfang machen heute die Plätze 12 – 15. Wir präsentieren: einen Dribbler aus Karlsruhe, einen kantigen Verteidiger direkt von der Isar, einen Welttorhüter aus dem Pott und einen Sonnenkönig aus Frankreich.

Platz 13: Manuel Neuer

von Tobias Hahn

Weltmeister, Champions-League-Sieger, Deutscher Meister, Pokalsieger, Welttorhüter. Dies sind nur die wichtigsten Auszeichnungen und Pokale, die Manuel Neuer in seiner Karriere bereits sammeln konnte. Alleine diese Auflistung reicht, um seinen Platz in dieser Liste zu rechtfertigen. Ihn nur auf seine Titel zu reduzieren, würde dem in Gelsenkirchen geborenen Torhüter aber nicht gerecht werden.

Der ehemalige Schalker ist vielmehr als nur ein Titelsammler. Nach außen wirkt er ruhig und gelassen. Selten kann man ihn übermäßig emotional nach Niederlagen sehen, Manuel Neuer ist Vollprofi. Doch wer den Torhüter genauer verfolgt, kann erahnen welcher Ehrgeiz in ihm steckt. Selbst als er bereits ganz oben war, versuchte er sich immer weiter in allen Aspekten zu verbessern. Gerade sein Spiel mit dem Ball machte einen weiteren Sprung nachdem er die Champions League und den Weltmeistertitel gewinnen konnte. Ohne verbissenen Ehrgeiz und den Hang zur Perfektion ist dies wahrscheinlich nicht möglich. Nicht umsonst beschreibt sich Neuer selbst als einen „erfolgshungrigen Spieler“.

Doch in seiner langen Karriere beim FC Bayern war es nicht immer einfach für ihn. Als die Gerüchte um einen Wechsel nach München in der Saison 2010-11 kursierten, gab es reichlich Gegenwind für den damaligen Schalker. Nicht nur von den eigenen Fans, sondern auch von vielen Bayern-Fans. Ein eingefleischter Schalker, sein Vorbild war nicht Oliver Kahn, sondern dessen Dauerkonkurrent Jens Lehmann, dazu spielte mit Thomas Kraft ein junger Torwart aus dem eigenen Nachwuchs groß auf. Dies alles führte zur Geburtsstunde der Kampagne „Koan Neuer“. Beim DFB-Pokalhalbfinale 2011 in München bekam Neuer die volle Breitseite ab. „Koan Neuer“-Plakate, Spruchbänder, Pfiffe und Beleidigungen. Teile der Fans zeigten sich an diesem Tag von ihrer schlechtesten Seite. Doch Neuer blieb cool, hatte seinen Anteil am Sieg seines Teams und brachte das ganze Spiel professionell über die Bühne.

Ein typischer Neuer, ruhig, professionell und stets fokussiert auf seine Leistung und die seines Teams. Einzig beim letzten Gastspiel vor seinem Wechsel nach München brannten auch beim damals 25-Jährigen einmal die Sicherungen durch. Nach dem Sieg rannte er, wie Oliver Kahn 2001, zur Eckfahne und jubelte mit jener. 2001 litt er als damaliger Fan noch mit seinen Schalkern, als ihnen die Meisterschale in der letzten Sekunde aus der Hand gerissen wurde.

Entsprechend hatte Neuer zu Beginn seiner Zeit in München nicht den leichtesten Stand. Dies blieb auch über weite Strecken seiner ersten Saison der Fall. Große Spiele aber auch Patzer, die Punkte kosteten, gehörten beim Neuzugang dazu. Die Umstellung plötzlich nur noch zwei oder drei Schüsse aufs Tor zu bekommen, aber diese dann auch immer abwehren zu müssen, viel Neuer schwer. Allerdings verbesserte er sich diesbezüglich in seiner ersten Saison. Denn letztlich waren auch seine starken Leistungen in der Champions League ausschlaggebend für den Finaleinzug und das damit verbundene „Finale dahoam“. Das Spiel gegen Chelsea wird wohl bei jedem Bayern-Fan immer noch präsent sein. Die Ekstase nach Müllers Führungstor, die Ernüchterung nach dem Tor von Drogba und dem verschossenen Elfmeter von Arjen Robben.

Rückblickend wurde sehr viel über den verschossenen Elfmeter von Arjen Robben und das Nicht-Antreten vieler wichtiger Spieler im Elfmeterschießen diskutiert. Die Frage nach den Leadern im Team stellte sich. Allerdings zeigte Manuel Neuer an diesem Abend Führungsqualitäten. Sein Team fand keinen Schützen, so dass Neuer sich den Ball schnappte und verwandelte, ein nach außen eher stiller Leader wie seine Teamkollegen Lahm und Schweinsteiger.

Auch nach dem verlorenen Finale 2012 hinterfragte sich der Torhüter und zeigte im Jahr danach noch konstantere Leistungen. Allein Neuer ist es zu verdanken, dass man 2013 im Finale gegen Dortmund nicht in Rückstand geriet. Seine Paraden ließen Dortmund verzweifeln und halfen den Bayern damals die schwierige Anfangsphase zu überstehen.
In den Jahren danach war Neuer fester Bestandteil einer Mannschaft, die eine Ära bei den Bayern prägte und auch mit der Nationalmannschaft große Erfolge feierte. Mittlerweile ist er sogar Kapitän, und Anführer, der durch Professionalität und Ehrgeiz ein Vorbild sein kann. Zwar wird auch Manuel Neuer mal laut, doch der Reklamierarm nach fast jedem Gegentor ist offensichtlicher als laute Anweisungen.

Neuer besticht durch konstante Leistungen auf Weltklasse-Niveau, nicht umsonst ist er für Gianluigi Buffon einer der besten Keeper. Die italienische Legende fasst den Typ Neuer eigentlich perfekt zusammen: „Er verleiht dem Team mit seiner Ausstrahlung Ruhe, ist stark am Ball und pariert auch die unmöglichen Dinger.” Ein Spieler, der fester Bestandteil einer der erfolgreichsten Ären in der Geschichte des FC Bayerns war und immer noch ist. Es bleibt zu hoffen, dass sich Manuel Neuer nach seiner schweren Verletzung wieder zurück zu seinem alten Leistungsniveau kämpfen kann. Dies wird ein schwieriger Weg, doch wenn es einem Spieler zuzutrauen ist, dann dem Torhüter aus Gelsenkirchen.

Platz 12: Franck Ribéry

Der entscheidende Moment, der aus dem Bayernspieler Franck Ribéry die Bayern-Legende Franck Ribéry werden ließ, ereignete sich vermutlich am 23. Mai 2010. Am Abend zuvor hatte der FC Bayern in Madrid das Champions-League-Finale gegen Inter Mailand verloren, möglicherweise auch, weil Ribéry gesperrt fehlte. Die Europapokal-Saison war ein Ausflug in lang nicht gesehene Höhen des internationalen Fußballs gewesen, mit Arjen Robben, Ribéry, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und dem jungen Thomas Müller hatte man in München eine zukunftsfähige Mannschaft, doch irgendwie fühlte sich das eben in der Entstehung etwas nach Ausflug an und nicht nach dauerhaftem Aufstieg zum internationalen Top-Verein.

Doch es war Franck Ribéry, der diesen Eindruck veränderte. Am Rathausbalkon verkündete er, dass er seinen Vertrag um fünf Jahre verlängert hatte. Der wichtigste Spieler des Vereins, umworben von Chelsea, Real und anderen großen Klubs, entschloss sich, in München zu bleiben – das war ein Zeichen mit Strahlkraft und hatte enormen Einfluss auf die kommenden Jahre. Und es war nicht das erste Mal, dass der Franzose eine Symbolfigur für den Fußball des FC Bayern darstellte.

Im Frühjahr 2007, in der recht dunklen Endphase der Ära Magath, deutete sich ein Periodenwechsel an. Zum ersten Mal würden die Bayern wirklich Geld in die Hand nehmen, um die Mannschaft zu verstärken. Luca Toni kam, Miroslav Klose auch und über allem stand die Verpflichtung eines als schwierig geltenden, aber überaus talentierten Talents aus Boulogne-sur-Mer an der französischen Nordseeküste, das zwischendurch schon mal seine Karriere beendet hatte, um als Bauarbeiter zu arbeiten.

Die Frühgeschichte des Franck Ribéry in München ist recht schnell erzählt, sie handelt von einer der deutlichsten Meisterschaften der Bundesligageschichte unter Ottmar Hitzfeld. Eine Saison, die so gut war, dass ein Sportartikelhersteller irgendwann beschloss, am Münchner Odeonsplatz ein etwa 40 Meter hohes Plakat aufzuhängen, das Ribéry mit wallendem Nerzumhang und Krone zeigte. Unterschrift: „Bayern hat wieder einen König“.

Die Geschichte handelt aber auch vom Abschied von der Generation Kahn und einem schwierigen Umbau unter Jürgen Klinsmann, unter dem auch Ribéry zu leiden hatte und möglicherweise bereits über einen Wechsel nachdachte. Und sie handelt von einem Prozess, in dem Ribéry sich gegen den Vorwurf verteidigen musste, Geschlechtsverkehr mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben.

Inwiefern die verständnisvolle und familiäre Reaktion des FC Bayern (bzw. Uli Hoeneß) auf diese private Eskapade später Einfluss auf seine weitere Karriere nahm, ist schwer zu sagen. Doch unter Louis van Gaal zeigte sich, dass man in München nicht nur familiär beieinanderstand, sondern auch einen Plan hatte und dass der französische Linksaußen darin eine eminent wichtige Rolle spielte.

Er blieb also, er durchlebte eine weitere schwierige Phase mit van Gaals Ende und er lernte in Jupp Heynckes einen Trainer kennen, der ihm genau das gab, was er brauchte: Zuneigung und Freude. Das alles trug dazu bei, dass Ribéry im Jahr 2013 die Champions League gewann und nach Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und Lothar Matthäus der fünfte Spieler des FC Bayern wurde, der eine Einzelauszeichnung erhielt. Ribéry wurde Europas Fußballer des Jahres vor Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, er wurde zudem Dritter bei der Wahl zum Weltfußballer.

Die Rolle, die Ribéry in den Jahren nach seinem Karrierehöhepunkt in München einnahm war ein wenig unbedeutender. Unter Pep Guardiola wurde er Teil des Systems, er musste nicht mehr alles alleine machen, wie noch in den Jahren zuvor. Er verletzte sich ein ums andere Mal und ab und an erhob sich auch eine Stimme, die den hitzköpfigen, unerwachsenen Ribéry kritisierte, der sich weiterhin häufig nicht unter Kontrolle hatte und der auch deshalb stets einen kompletten Gegenentwurf zu seinem Partner Arjen Robben darstellte, mit dem er sich anfangs gut, dann eine Zeit lang gar nicht und schließlich herausragend verstand. Ribéry stand und steht für den Spielwitz, das leichte Leben und eine naturgegebene, unprofessionelle Haltung zum Fußballer-Dasein.

Irgendwann, wenn Franck Ribéry den FC Bayern verlassen wird, vermutlich im kommenden Sommer, auch wenn das weiterhin nicht hundertprozentig festzustehen scheint, wird sich ein Fußballer verabschieden, der diesen Verein entscheidend geprägt hat, der eine Zeit lang der König Bayerns war und der eine Symbolfigur darstellte, an die man sich immer erinnern wird. Auch wenn das Plakat am Odeonsplatz längst nicht mehr hängt.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Peter Weichenrieder Seite 28.12.2018 - 10:27

    ….und dazu braucht man 5 zusätzliche Experten, um diese Zeilen zu lesen, die in jeder FC Bayern München Chronik niedergeschrieben wurden. Kompliment hierzu, schön und übersichtlich dargestellt. Frage: hat von Euch, oder Eurem Expertenteam jemand, ein Spiel des FC Bayern Münchens, zwischen den Jahren 1965 – 1990 live im Stadion gesehen ?? Danke trotzdem für Euer Engagement, den Eindruck zu erwecken, ihr kennt diesen Verein
    “In und Auswendig”….

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    1. Hast du noch Bauchweh vom Festtagsbraten oder wieso dieser Ton? Lass sie das doch machen; definitiv eine spannende Idee, die aus einem anderen Blickwinkel als irgendwelchen Chroniken kommt und sicher viel Arbeit gemacht hat, die du mit deiner wirren Pauschalkritik schmälern möchtest.

  2. Wird es im Nachhinein eine Übersicht geben, wie sich diese Top 15 genau ergeben hat, also wer wem wie viele Punkte gegeben hat?

    (Die Mistgabeln stehen bereit)

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    1. Hallo Tschemp,
      es wird eine Liste mit den Gesamtpunktzahlen der einzelnen Spieler geben, allerdings keine Aufführung wer genau für wen gestimmt hat. Diese Listen könnt ihr gerne auf z.B. Twitter bei der entsprechenden Person im Anschluss an die Serie erfragen, aber wir haben uns (auch wegen der Mistgabeln) dagegen entschieden dies hier im Blog publik zu machen.
      Gruß Maurice

      1. Ich würde mich auch über eine solche Übersicht freuen und kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass dies auch nur ansatzweise zu persönlicher Kritik (a la Mistgabeln) führen würde. Höchstens weitere interessante Diskussionen für Außreißer in der Bewertung.
        Könntet ihr ganz unspektakulär machen (ohne Begründung), z.B. wie ESPN es im Fantasy Football wöchentlich macht: http://www.espn.com/fantasy/football/story/_/page/18ranksWeeklyQBPPR/fantasy-football-weekly-quarterback-rankings-2018 (Wer sich nicht für Football interessiert, die Liste von 1. Mahomes bis 24. Mariota sind die Spieler, die Spaltenköpfe Berry, Karabell sind die einzelnen Experte, die ihr Ranking abgeben und in der letzten Spalte steht der Durchschnittsplatz.)

        Ich finde es es nämlich wahnsinnig interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Punkte zusammensetzen. Ist Beckenbauer deshalb Nummer 1, weil er es konstant bei jedem Jurymitglied unter die Top 3 schafft. Hat G. Müller mehr Nummer-1-Stimmen als Beckenbauer? Gibt es Nummer-1-Stimmen für Außenseiter? Was ist der beste Platz meines Lieblingsspielers? Gibt es ein paar überraschende Nennungen bei den unteren Plätzen, die es nicht ins Gesamtranking geschafft haben? usw.

        Natürlich eure Entscheidung, die ich respektiere. (Eine Kompromisslösung wäre vielleicht, die 15 Listen chiffriert nebeneinander zu stellen.)

      2. “Eine Kompromisslösung wäre vielleicht, die 15 Listen chiffriert nebeneinander zu stellen”

        finde ich sehr guten Vorschlag von Josef und kann ich nur unterstützen. Dagegen die einzelnen Listen in anonymisierter Form zu veröffentlichen kann doch eigentlich niemand was haben…

        Und wie Josef schon schön dargelegt hat – wie sich das aber jeweils dann konkret von den Reihenfolgen her abspielt hat ist durchaus in vielerlei Hinsicht interessant. Und würde die viele Arbeit (von mir auch nochmal großes Danke dafür, wirklich sehr professionell umgesetzt von euch, sowohl die Erstellung der Liste als auch die Einzelkommentaren zu einzelnen Platzierungen im Ranking) die ihr euch damit gemacht habt nur nochmal zusätzlich aufwerten….

      3. “durchaus in vielerlei Hinsicht interessant”

        also daneben zb. wie knapp es dann in den Top 3 war, würde sich zb. aus den Einzellisten auch ergeben, wer dann die Kandidaten waren die am knappesten die Top15 verfehlt haben…

      4. Hallo zusammen,

        was es in jedem Fall geben wird, ist einen Abschlussartikel in dem die Spieler erwähnt werden, die die Top 15 am knappsten verpasst haben. Außerdem werden dort auch die jeweils höchsten Einzelplatzierungen eines jeden Spielers aufgeführt. Die große Liste kann ich euch noch nicht versprechen, wir werden die anonyme Version aber auf jeden Fall intern nochmal beraten.

        Gruß Maurice

    2. Lizarazu or riot ;-)

  3. Keine größeren Überraschungen zum Auftakt. Allerdings wird durch die Nominierung von Scholl (mein Lieblingsspieler) der Platz für andere Topstars noch enger.

    Maier, Kahn, Auge, Lahm, Beckenbauer, Breitner, Matthäus, Schweini, Robben, Rummenigge, G. Müller sind ja – vermutlich – gesetzt, für alle Anderen bleibt 1 Platz…

  4. Ich werde keine Spieler über Generationen hinweg vergleichen, aber eins muss ich jetzt schon festhalten:
    Ribéry >>>>>>>> Schweinsteiger
    Und diese Einschätzung berücksichtigt bereits Ribéry als unsympathischen Widerling, der sich weder auf noch neben dem Platz in dem Griff hat, und Schweinsteiger als authentisches Eigengewächs. Eigentlich ist der Abstand noch viel größer.

    Für den Vergleich Neuer vs. Schweinsteiger müsste man nochmal die genauen Definitionen der Liste anschauen. In diesem Artikel ist jetzt ausdrücklich nur von “besten” Bayern-Spielern die Regel. Würde man von bedeutendstem Spieler etc. reden, könnte ich es mit zwei zugedrückten Augen vertreten, Schweinsteiger vor Neuer einzuordnen, da jener deutlich kürzer für Bayern spielt. Unter dem Gesichtspunkt, wer der bessere Bayern-Spieler ist, halte ich jede Diskussion für überflüssig.
    Neuer ist um Welten besser.

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    1. Rein fußballerisch ist Neuer der absolute Wahnsinn, im positiven Sinn. Er hat das Torwartspiel von 100 Jahren Biedermeiertum befreit und in ein neues Zeitalter geführt.
      Allein damig gehört er in alle Geschichtsbücher. Dazu als Weltmeister und Champions-League-Sieger sowie Kapitän von FCB und DFB-Elf eine vollendete Karriere.

      Und doch, ich wäre nicht sicher ob er es in meine Top-15 schaffte. Einer der Kandidaten, bei denen das Außer-FCBliche Wirken vielleicht zu stark auf den FCB überstrahlt. Wer könnte Neuer bewerten und die jüngsten Eindrücke WM 2014 ausblenden?
      Beim FCB selbst stehen für ihn erst schlappe 204 Bundesligaspiele zu Buche. “Nur” ein Europapokalsieg, nur die vermeintlich leichten Meisterschaften, die (etwas übertrieben, aber:) auch mit einer Trainingsstange im Tor eingefahren worden wären. Insofern weiß ich nicht, ob er dem FCB soviel gegeben hat, dass er in die Rangliste gehört oder gar höher eingestuft werden müsste.

  5. Schönes Projekt und vielen Dank schonmal für den Content. Die Rangreihenfolge ist mir persönlich ziemlich egal, aber ich denke, ihr wusstet, was das an Diskussionen provozieren wird. Zum Inhalt: Kann es sein, dass die Daten zum Karriereende fehlerhaft sind?

    Mehmet Scholl
    Grafik: 1992 – 2007
    Text: “Als er 2006 seine Karriere beendet, ist er der erste Spieler, der acht Deutsche Meisterschaften gewinnen konnte.”

    Katsche Schwarzenbeck
    Grafik: 1966 – 1980
    Text: “Bis zu seinem Karriereende 1981 hält es Katsche beim FC Bayern.”

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    1. Hallo ST,
      danke für das aufmerksame Lesen.
      Bei Scholl stimmt die Grafik, da ist mir im Text wohl ein kleiner Zahlendreher unterlaufen.
      Bei Katsche ist 1980 das Jahr seines letzten Spiels für Bayern, wobei er sein Karriereende erst 1981 bekannt gab. Ist etwas unschön, da inkonsistent.
      Gruß Maurice

  6. Jupp Schibulski Seite 28.12.2018 - 13:59

    Das Finale 2001 fand in Mailand statt, nicht in Madrid. Gruß Andi Möller

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    1. Vielen Dank :D
      Wurde korrigiert

  7. Wie gesagt, die besten individuellen fußballerischen Qualiäten hatte Sebastian Deisler. Die wichtigsten Protagonisten der großen, wichtigen Spiele des FC Bayern sind wahrscheinlich Effenberg, Lahm, Schweinsteiger und Robben. Und wenn man nach seiner subjektiven Meinung gefragt wird, hat jeder der Gefragten wahrscheinlich andere Spiele im Kopf, von denen sein Urteil über die Protagonisten dieser Spiele abhängt. Interessant ist, warum bestimmte Spieler in die Auswahl kommen, was sich die Gefragten dabei gedacht haben. Sich hinzustellen, wie üblich alles besser zu wissen und – ohne die Mannschaftsinterna zu kennen – einen Spieler über den anderen zu stellen ist albern.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Schon wieder Deisler, bist Du etwa Fanboy? :-)

      Der Gute hat insgesamt keine 20 tollen Spiele für die Hertha und den FCB gemacht, warum also der Superlativ? Rein fußballerisch würde ich Scholl, Matthäus (trotz schlechterer Technik) und Ribery da ebenbürtig sehen.

      1. Antwortsymbolchicago_bastard Seite 28.12.2018 - 20:37

        Ebenbürtig ist gut, Ribery und Robben sind fußballerisch klar besser, genauso wohl auch Thiago und James. Deislers Ansehen profitiert enorm davon, dass er zu einer Zeit die Bühne betrat, als der deutsche Fußball am Boden lag und weit und breit kaum gute Fußballer herausbrachte, da wirkte einer wie er gleich mal wie ein Übertalent. Wäre Deisler Jahrgang 1988 hätte er niemals diesen Status des Mega-Talents bekommen, weil er neben Özil, Kroos und Co. nicht sonderlich herausgestochen hätte.

      2. @ Chicago: +1

      3. 1. Wie soll ich Deisler-Fanboy sein, wenn er de facto nie gespielt hat? Deisler, schon der Name macht einen sentimental. Eines der großen, geplatzten Versprechen im Fußball. Nicht mehr und nicht weniger. Und sicher kein großer Bayernspieler. Ich habe Deisler nur erwähnt, weil es auch auf andere Dinge ankommt als Fußballtechnik, um ein großer Spieler zu werden.

        2. Ganz so schlecht würde ich die Zeit der Rumpelfüßler nun auch nicht machen. Bayern hatte auch damals Top-Techniker, Lizarazu und Scholl z.B.

      4. “Eines der großen, geplatzten Versprechen im Fußball”

        Das unterschreibe ich, verstehe Deinen Punkt.

  8. Wunderbare Texte. Bei Mehmet (mein erstes Trikot, mein erstes persönlich erhaltenes Autogramm – auf eben dieses Trikot) und bei Katsche (wahnsinnig toll die eingebauten Zitate) Gänsehaut beim Lesen.
    Danke!

  9. War das mit der Eckfahne vom Neuer nicht 2009 beim letzten Spiel des schlechtesten Bayerntrainers aller Zeiten?

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. ups, das sollte Antwort hier werden, siehe eins darunter..

  10. völlig richtig, aus Sternartikel inkl. Neuers Kommentar zu der Aktion:
    “Neuer hofft, dass man ihm auch den Eckfahnenjubel à la Bayern-Legende Oliver Kahn nach einem 1:0-Sieg der Schalker im April 2009 verzeiht. Neuers Eigen-Alibi: “Ich hatte da einen Blackout, bin zur Eckfahne gerannt, das war spontan, einfach aus Freude. Ich war ja noch jung.””

  11. Superfroh dass es Katsche unter den Top 15 geschafft hat. Ich entferne heute noch Stücke von der Wohnzimmerdecke aus meinem Haar, die ich mir nach meinem Jubelsprung über seinem Treffer gegen Madrid abgeholt habe. Vielleicht der wichtigste Treffer in der Vereinsgeschichte.

  12. Zur obigen Deisler–Diskussion:
    Bei einer Fanclub-Veranstaltung beantwortete ein gewisser Hermann Gerland die Frage, wer der beste Fußballer war, mit dem er je zusammen gearbeitet hat, mit „Deisler“.
    Auch auf Nachfrage „was ist mit Ribéry, Robben …“ blieb er bei seiner Antwort.

    P.S.
    Gibt es noch eine Bewertung über die bisherige Jugend-Saison und das Abschneiden der Amateure?
    Wie sind deren Chancen in den wahrscheinlichen Aufstiegsspielen gegen Wolfsburg II einzuschätzen?

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    1. Zur Diskussion um Deisler: Sicherlich war er hoch veranlagt, das waren aber auch Scholli, Olaf Thon – oder Reinhold Mathy – wer kennt den noch? :-)

      Auf dem Platz hat Deisler kaum etwas gezeigt und das wäre für mich schon eine Voraussetzung, um ihn so hoch anzusiedeln.

  13. Off topic:

    Wer hat heute Pool vs. Arsenal gesehen? In der Zusammenfassung wirkte das wie ein offenes Spiel auf mich. Klar, 5:1 klingt beinhart, hätte von den Höhepunkten her aber auch 5:4 ausgehen können, oder?

    Trotzdem, Arsenal wäre mir im AF lieber gewesen. ;-)

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    1. Alles in allem hatte Arsenal keine Chance, der Endstand ist absolut verdient. Ihre einzige gute Phase war vor dem 0:1. Wir können uns warm anziehen. Ich war während des Spiels richtig wehmütig. Liverpool spielt großartig, und mehr noch, sie wissen, dass sie großartig spielen. Hat mich an vergangene Zeiten bei uns erinnert.

  14. So eine Auflistung ist eine extrem schwierige und vlt. sogar undankbare Aufgabe (bei den heterogen Meinungen der Leser und Fans). Mich hat dann doch die Argumentation interessiert, und auch bei abweichenden Ansichten kann ich alles akzeptieren. Allerdings sind euch leider inhaltlich ein paar Fehler unterlaufen:

    @ Manuel Neuer:

    “…Einzig beim letzten Gastspiel vor seinem Wechsel nach München brannten auch beim damals 25-Jährigen einmal die Sicherungen durch. Nach dem Sieg rannte er, wie Oliver Kahn 2001, zur Eckfahne und jubelte mit jener…”

    => Die Einordnung ist falsch.
    Beim letzten (BL-)Gastspiel in München verlor Neuer mit S04 mit 1:4. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dabei der “Krieg der eigenen Fans untereinander”: Der harte Kern der SK versuchte es erneut mit “koan Neuer” Plakaten. Fast der komplette Rest der Bayernfans(!) im Stadion war jedoch dieses Mal auf diesen Angriff gegen den zukünftigen Bayernkeeper vorbereitet und verpasste der SK tatsächlich einen legendären Denkzettel mit einem einmaligen Pfeifkonzert gegen die eigene Kurve!
    Die besagte “Oliver-Kahn-Gedächtnis-Aktion” ereignete sich dagegen ca. 2 Jahre früher: S04 gewann mit 1:0 in München und besiegelte damit auch das Aus eines gewissen Jürgen Klinsmann.

    @ Katsche Schwarzenbeck
    Dieser war wohl einer der am meisten unterschätzten Spieler der FCB-Geschichte. Witzigerweise sogar in der Erinnerung der eigenen Mitspieler – ein köstliches Bespiel: https://www.youtube.com/watch?v=xGmrMxAj45U
    Schwarzenbeck behauptet, dass er in der legendären Saison 1973/74 insgesamt 10 (!!) Pflichtspieltore erzielt hat. Maier und Müller amüsieren sich köstlich darüber – in den FCB Analen ist jedoch nachzulesen, dass Schwarzenbeck mit seiner Behauptung absolut recht hatte! ;-)
    Legendär auch sein Schreibwarengeschäft in der Ohlmüllerstraße nach seiner Karriere, in welchem er jahrelang jeden einzelnen Tag anzutreffen war.
    Manchmal macht man sich einfach mit zu viel Bescheidenheit zu klein – und so geben auch eure MSR Quellen den “richtigen Katsche” bzw. dessen Stellenwert und Leistungen als Kicker nicht korrekt wieder.

  15. Dass Neuer, geht man von den Leistungen aus, in den Einschätzungen nahezu aller Kommentatoren weit hinter Kahn genannt wurde, hat mich schon irritiert. Dass hier aber seine Neu-Interpretation des Torhüters so untergeht, ist mir wirklich unverständlich. Mit Neuer haben wir 11,5 Spieler auf dem Platz. Spätestens die Vorsaison ohne ihn hat das deutlich gemacht.

    Ansonsten: Tolle Aktion, tolle Texte!

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