Round-Up: Analyse der Kicker-Rangliste

Maurice Trenner 01.07.2019

Zum Ende einer jeden Halbserie wählt die kicker-Redaktion in mehreren Konferenzen und Runden die besten Spieler der Bundesliga. Diese werden in die Kategorien Weltklasse, Internationale Klasse, Im weiteren Kreis und Blickfeld eingeteilt. Dazu werden die Profis nach Positionen aufgeteilt. Die genauen Kriterien kann man hier nachlesen.

Defensive: Viel internationale Klasse 

In der abgelaufenen Rückrunde schafften es gleich sechs Spieler des FC Bayern aus dem Defensivbereich in die Liste. Dabei sind mit Hummels, Süle, Kimmich und Alaba gleich vier Spieler in der internationalen Klasse vertreten. Dies ist insofern überraschend, da in der Hinrunde lediglich Kimmich so hoch eingestuft wurde. Der Rechtsverteidiger führt genauso wie der bereits als Abgang feststehende Hummels die Liste auf seiner Position an.

Internationale Klasse unter sich: Kimmich und Süle führen die Bayern-Abwehr der Zukunft an.
(Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images)

Manuel Neuer im Tor ist erstmals seit zwei Jahren überhaupt wieder in der Liste vertreten. Da im kicker ausdrücklich nur Leistung zählt, fehlte der oft verletzte Torhüter in den letzten Ranglisten. Zuvor wurde die deutsche Nummer Eins viermal in Folge in der Weltklasse einsortiert. Dieses Mal ist er im weiteren Kreis auf Rang sieben dabei. Besonders das Rückspiel gegen Liverpool in der Champions League wurde ihm von den Redakteuren angekreidet.

Der deutsche Rekordmeister wartet damit, seit der Liste aus dem Sommer 2016, auf einen defensiven Feldspieler, der vom kicker zur Weltklasse gezählt wird. Damals war mit Hummels, Boateng und Lahm gar ein Trio vertreten. 

Mittelfeld: Nur Thiago sticht heraus

Im Mittelfeld trennt der Kicker zwischen defensiven und offensiven Spielern, wobei hierbei nur die zentralen Positionen berücksichtigt werden. Auf der Sechs schaffte es Thiago in der Rückrunde an die Spitze der internationalen Klasse, der zudem noch Aranguiz und Rode zugeordnet werden. Im Winter hatte der Spanier noch hinter Witsel zurückstecken müssen. Der Dreh- und Angelpunkt des Münchner Spiels wurde zum insgesamt fünften Mal entsprechend eingeordnet.

Alle weiteren zentralen Mittelfeldspieler des Meisters wurden nur dem erweiterten Kreis zugeordnet. Martínez, Müller, James und Goretzka sind hier aufzufinden. Im Vergleich zur Hinserie verbesserten sich zwar alle vier, dennoch verhinderten Kleinigkeiten den Aufstieg in die internationale Klasse. Beim ebenfalls wechselnden James kritisiert der kicker beispielsweise dessen Auftritte in der Königsklasse.

Eine Aufstellung aus allen Bayern-Spielern der kicker-Rangliste.

In diesem Mannschaftsteil ist ein gewisser Qualitätsverlust der Münchner feststellbar. Im Sommer 2016 beispielsweise hatte man mit Alonso und Müller noch zwei Spieler in der internationalen Klasse, mit Vidal sogar einen in der Weltklasse vertreten. Es wird spannend zu sehen sein, wie Tolisso in der nächsten Saison einsortiert wird. Der französische Weltmeister verpasste aufgrund einer schweren Verletzung fast die komplette Spielzeit. Im vorherigen Jahr war er vom kicker im erweiterten Kreis genannt worden.

Angriff: Die Robbery-Nachfolger

Auf der offensiven Außenbahn sortierte das deutsche Fußballmagazin mit Coman und Gnabry beide Flügelstürmer in der internationalen Klasse ein. Der teilweise überragende Gnabry führt dabei die Liste an. Eine kleine Korrektur nachdem zuvor BVB-Neuzugang Hazard und BVB-Talent Sancho die Spitze markierten. 

Die offensive Außenbahn ist traditionell stark von Bayern-Spielern besetzt. Die Club-Legenden Ribéry und Robben sammelten zusammen je 14 Nominierungen in der Weltklasse und internationalen Klasse. Der Holländer wurde zwischen 2013 und 2015 fünf Mal in der höchsten Stufe gelistet. Sein französischer Partner wurde 2008 zum ersten Münchner Weltklasse-Offensivspieler seit Effenberg im Sommer 2000.

Im Sturm gibt es ebenfalls eine Rückkehr an die Spitze. Unser Spieler der Saison Robert Lewandowski, im Winter noch nur auf dem vierten Platz gelistet, führt im Sommer verdienterweise das Ranking an. Der vierte Platz war dabei seine schlechteste Platzierung seit 2011. Der Pole scheiterte nur knapp an seiner sechsten Einordnung in der Weltklasse. Vor allem sein “völliges Abtauchen” in den Spielen gegen Liverpool kreidete ihm der kicker an.

Die Bundesliga ist keine Weltklasse mehr

Zum vierten Mal in Folge schaffte es kein Bundesliga-Spieler mehr in die Weltklasse eingestuft zu werden. So viele Listen ohne Weltklasse-Einordnung in Folge gab es letztmals zwischen 2002 und 2005.

Zuvor waren bis in den Sommer 2012 jeweils mindestens zwei Spieler in der höchsten Kategorie gelistet. Nach dem deutschen Endspiel in Wembley 2013 gar zehn Akteure der beiden Finalmannschaften. Auch nach dem deutschen Weltmeistertitel 2014, listete der kicker acht Spieler als Weltklasse.

Die fetten Jahre sind vorbei. Ein Schluss zu dem auch jeder Beobachter kommt, der Deutschlands höchste Spielklasse täglich verfolgt. Nicht nur ziehen es viele deutsche Nationalspieler mittlerweile vor, ihr Geld im Ausland zu verdienen, sondern auch zieht es weniger Spieler internationaler Klasse in die Liga. Eine Verpflichtung eines internationalen Stars wie Weltmeister Xabi Alonso scheint momentan schwer vorstellbar. Diesen Stellenwert spürt der FC Bayern momentan auch auf dem Transfermarkt.

Anzahl der Spieler mit mindestens internationaler Klasse

Das schwache Abschneiden deutscher Mannschaften in den europäischen Wettbewerben tut ihr Übriges. Alleine Eintracht Frankfurt bewahrte die Bundesliga durch ihren Halbfinaleinzug vor einer noch größeren Blamage. 

Dennoch, das Talent ist vorhanden, was man an der hohen Zahl Spieler mit internationaler Klasse sehen kann. Der BVB geht mit einem stark verstärkten Kader und ab Sommer fünf Spielern der internationalen Klasse auf die Verfolgung des FC Bayern. Dahinter kommt beispielsweise Bayer Leverkusen mit Rohdiamant Havertz und Jung-Nationalspieler Tah. Frankfurt, Leipzig und Wolfsburg haben ebenfalls vielversprechende junge Kader und dürfen dies nächstes Jahr international unter Beweis stellen.

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