MSR097 Schiedsrichter-Polizist Feuerherdt

Justin Trenner 03.07.2019

Natürlich ist Alex Feuerherdt weder Polizist noch Schiedsrichter-Polizist. Aber als Publizist(!) arbeitet er an vielen wichtigen Themen. Eines davon ist das Schiedsrichterwesen.

Im Podcast erklärt uns Alex, warum die abgelaufene Saison eigentlich eine gute für die SchiedsrichterInnen war und warum man nicht “Videobeweis” sagen sollte. Darüber hinaus bewertet er die Fortschritte des VAR und analysiert, wo noch Verbesserungsbedarf ist.

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  1. Sehr schöne und informative Folge; der fachkundige und kritisch-distanzierte Blick von Alex Feuerherdt auf den Videoassistenten hat meine eher ablehnende Haltung gegenden VAR deutlich bröckeln lassen :-)
    Meine bisherige Ablehnung hat tatsächlich viel mit dem Begriff Video-“Beweis” zu tun – der verleitet viele dazu anzunehmen, man könnte Abseits zentimetergenau vermessen (ist mit den jetzigen Framerates schlicht unmöglich, geht bestenfalls auf 20 cm genau), oder einen Zweikampf durch viele Zeitlupen zu 100% als fair oder Foul einstufen. Alex hat aber erfreulich klar gesagt, dass jedes Foul eine Ermessenentscheidung ist und die letztgültige Entscheidung beim Platz-Schiedsrichter liegt und bleiben muss.

    Ich denke, der VAR muss dahingehend weiterentwickelt werden, dass er sich im Prinzip darauf beschränkt, nur Vorfälle, die der Platzschiedsrichter komplett übersehen oder jenseits allen Ermessens falsch eingeschätzt hat, zu korrigieren. Stattdessen hat der VAR in der letzten Saison neue Baustellen aufgemacht, die ohne ihn niemanden aufgeregt hätten. Musterbeispiele sind hauchdünne Abseitsentscheidungen im Nachgang zu erzielten Toren und natürlich die unselige Inflation der Handelfmeter.
    Hier sollte ganz klar die Maxime gelten: sobald die Video-Sichtung auch nur den geringsten Zweifel zulässt, ob es Abseits oder Absicht (beim Handspiel) war, muss die ursprünglichen Entscheidung Bestand haben.
    Man kann die SchiRis nur ermuntern, da selbstbewusster zu handeln. Derzeit erscheinen sie stark verunsichert, mit Folge, dass im Zweifel fast immer (nach meiner Wahrnehmung) die Entscheidung geändert wird, wenn der VAR sich meldet …

    Zum Thema “Härteres Durchgreifen bei Meckern, Rudelbildung etc.”: das würde ich mir auch wünschen. Die Regel ist da ja sehr präzise: JEGLICHES Reklamieren durch Worte oder (abfällige) Gesten führt zu einer Verwarnung. Warum das in der Praxis so ganz anders gehandhabt wird, erschließt sich mir nicht. Meint man, dass dadurch die Emotionen beim Publikum hochkochen und so das Zuschauerinteresse gefördert wird? Ich sehe jedenfalls lieber mehr Spielzüge und Tore als schimpfende Profis oder Spielertrauben …

  2. Wenn man schon über Regeländerungen spricht, warum dann nicht über die verstaubte Abseitsregel?

    Deren ursprünglicher Zweck, das “Herumlauern” gegnerischer Stürmer vor dem Tor zu unterbinden, ist ja längst entfallen. Einen Laserpass an den 16er mit folgender Vollendung ins Eck wegen 3 cm Abseits zu ahnden, das war sicher nie im Sinn dieser Regel.

    Man könnte das ganz einfach sortieren: Nur lange Pässe über die Mittellinie können ein Abseits verursachen. Wie heute schon in der “eigenen” Hälfte des Spielfelds wären Pässe nur in der “gegnerischen” Hälfte immer ausgenommen.

    Ich verstehe nicht, dass über so Vieles nachgedacht wird, um das Spiel offensiver und attraktiver zu gestalten und man diese klare Baustelle in der Diskussion ausspart.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich weiß nicht, das wäre ja dann die analoge Regelung wie beim Eishocky (bzw. da ist es die Drittellinie). Ich hätte da schon Bedenken. Jede grundsätzliche Änderung hätte massive Auswirkungen auf das gegenwärtige Spiel.
      Pressing kann man m.E. nur unter der derzeitigen Abseitsregelung spielen.

      Die cm-Entscheidungen sind natürlich trotzdem ein Witz. Ich konnte mit der “Im-Zweifel-für-den-Angreifer”-Regelung gut leben. Richtig massive Fehlentscheidungen gab es m.E. nur höchst selten.

      Schlimm finde ich auch, dass bei teils relativ deutlichem Abseits nicht gleich abgewunken wird, da sich die Assisten denken, kann ich ja erstmal weiterlaufen lassen, wenns Abseits war wirds ja sowieso richtiggestellt.

    2. Die Idee finde ich richtig gut. So würden Mannschaften, die tief stehen und nur mauern und kontern, endlich mal mehr Schwierigkeiten bekommen. Pressing könnte man dennoch spielen, weil dann ja die Regelung zieht, dass der Ball aus der eigenen Hälfte sehr wohl noch eine Abseitsstellung hervorrufen kann.

      Und ich hätte da noch eine weitere Idee: Zeitstrafen. Gerade bei taktischen Fouls wären die m.E. sinnvoll und würden erhebliche Änderungen hevorrufen, wenn man dann 10 Minuten in Unterzahl spielen muss. Und der Druck der Mannschaft in Überzahl würde vermutlich auch erheblich zunehmen, weil die dann versucht, diesen Vorteil auf Zeit zu nutzen. Eine gelbe Karte ist ja erstmal keine richtige Strafe, von der am Ende ja auch noch andere Gegner profitieren, wenn es dann zur Sperre nach 5 bzw. 10 Karten kommt.

      1. AntwortsymbolHittmer Otzfeld Seite 06.07.2019 - 01:11

        Zeitstrafe bei Zeitspiel predige ich schon seit Jahren. Genau wie die konsequente Umsetzung von Weiterlaufen lassen bei “Verletzungen” die ja am Ende eines Spiels bei der führenden Mannschaft immer mal häufig auftreten bzw. Behandlung dann sofort außerhalb. Ebenso rote Karten für offensichtliche Schwalben und für simulierte Tätlichkeit im Strafraum.

        Gibt keinen anderen Mannschaftssport bei dem Unsportlichkeit und Respektlosigkeit so salonfähig ist. Besonders schade finde ich es wenn dann sowas als Cleverness oder Schlitzohrigkeit verkauft wird.

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