Jovana Damnjanović: Welche Rolle spielt die Vereinslegende in ihrer zehnten Saison beim FC Bayern?
Dieser Artikel ist von Angelina Nolte. Angelina hat sich bei Miasanrot beworben.
Jovana Damnjanović ist die größte Konstante im aktuellen Team des FC Bayern. Während Spielerinnen und Trainer um sie herum kamen und gingen, blieb sie den Rot-Weißen treu.
Die serbische Nationalspielerin durchlebte Höhen und Tiefen mit dem Verein und ist schon längst zu einem unverzichtbaren Teil des Teams geworden.
Aber was ist es, was die Stürmerin so stark macht und welche Rolle kann sie in dieser Saison spielen?
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Jovana Damnjanović: Eine für die wichtigen Momente?
In 190 Pflichtspielen lief Damnjanović bisher für den FC Bayern auf. Damit belegt sie Platz fünf unter den Rekordspielerinnen. Dabei hat sie noch die Möglichkeit in der Liste aufzusteigen, um an Vanessa Bürki anzuschließen fehlen ihr gerade einmal 12 Spiele.
Unter den Rekordtorschützinnen hingegen reiht sich die 31-Jährige mit 71 Treffern auf Platz zwei ein. Mehr Tore im Trikot des FC Bayern erzielten nur Lea Schüller und Nina Aigner mit jeweils 104 Treffern.
Besonders in Erinnerung bleibt Damnjanovićs Treffer aus dem Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen im April 2024. Dort eroberte sie den Ball in einem starken Zweikampf in der eigenen Hälfte und setzte aus gut 50 Meter Entfernung zum direkten Torschuss an. Der Ball schlug künstlerisch im Netz ein und ließ ihre Gegenspielerinnen alt aussehen.
Damnjanović ist besonders vor dem Tor ein wichtiger Faktor für das Spiel des FC Bayern. Sie bringt die Fähigkeit mit, Spiele fast im Alleingang zu entscheiden, wie sie in der vergangenen Saison abermals unterstrich.
Der VfL Wolfsburg schockte die Münchnerinnen am 19. Spieltag früh mit einem 0:1, doch die 31-Jährige behielt die Nerven und drehte die Partie zu Beginn der zweiten Halbzeit innerhalb von zwei Minuten. Diese Treffer gaben dem zuvor sichtlich verunsicherten Team neuen Aufschwung und die Rot-Weißen gewannen die Partie schlussendlich mit einem soliden 4:1.
Im Februar 2025 sorgte sie gemeinsam mit Momoko Tanikawa zudem dafür, dass die Bayern im Pokal spät ein Comeback gegen Eintracht Frankfurt hinbekamen. Damnjanović erzielte den Ausgleich und brachte spürbar neue Energie auf den Platz.
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Jovana Damnjanović: Eine Bereicherung auf und neben dem Platz
Seit ihrem Wechsel vom SC Sand an die Isar im Sommer 2017 hat sie sich zur Schlüsselfigur auf dem Platz entwickelt – sei es in der Startelf oder von der Bank. Nicht zuletzt hat sie dies ihrer Flexibilität zu verdanken. Sie bringt nicht nur als Mittelstürmerin Qualität mit, sondern kann auch aus dem Zehnerraum ihre Mitspielerinnen bedienen oder auf den Flügeln eingesetzt werden.
Ihrer Torgefährlichkeit tut ein Positionswechsel dabei keinen Abbruch. Bei ihrem letzten Einsatz als Flügelspielerin im Auswärtsspiel gegen Carl Zeiss Jena schoss sie innerhalb von sieben Minuten einen Doppelpack.
Neben einer starken Physis bringt Damnjanović vor allem Mentalität auf den Platz. Trotz mehrerer Rückschläge durch Verletzungen hat sie ihren Kampfgeist nie verloren und sorgt mit ihrer Erfahrung auch neben dem Platz für Zusammenhalt im Team.
So muntert sie nach verlorenen Spielen beispielsweise stets jüngere Spielerinnen auf, denen sie auch sonst im Team Halt gibt. Damnjanović ist eine Sympathieträgerin und genießt bei den Fans große Beliebtheit. Die 31-Jährige zeigt sich stets nahbar, was sie zuletzt wieder bei einem Mitgliedertreffen in ihrem eigenen Café unter Beweis stellte.
Die Legendenfrage stellt sich bei ihr gar nicht
Damnjanović war ein wichtiges Gesicht des jüngsten Aufstiegs des FC Bayern. Als sie sich 2017 entschied an die Isar zu wechseln, musste sich der FCB noch dem VfL Wolfsburg unterordnen, doch die damals 22-Jährige kam mit großen Ambitionen nach München. „Ich will mit Bayern Titel gewinnen. Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League“, sagte sie bei ihrer Vertragsunterzeichnung. Und das tat sie. Im rot-weißen Trikot konnte sie bereits neun Trophäen gen Himmel recken.
Aufgrund ihrer Leistungen hat sich die 31-Jährige den Legendenstatus inzwischen mehr als verdient. Kaum eine andere Spielerin verkörpert die DNA des FC Bayern so sehr wie Damnjanović. „Jovi ist eine unglaubliche Spielerin. Sie steht wie kaum eine andere für die Werte des FC Bayern“, betonte auch Teamkapitänin Glódís Viggósdóttir nach dem letzten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg.
Wie sieht ihre Rolle in dieser Saison beim FC Bayern aus?
Klar wurde in den letzten Jahren aber auch, dass sie keine reine Stammspielerin mehr ist. Sie füllt die Lücken dort, wo sie gerade gebraucht wird und das sehr zuverlässig. Pernille Harder und Edna Imade sind ihre Konkurrentinnen im Sturm, auch im offensiven Mittelfeld ist das Team üppig besetzt.
Ebenso wie die Verträge von Mahmutovic, Gwinn, Bühl, Klink, Zadrazil, Kett, Dallmann und Alara läuft Damnjanovićs Vertrag im nächsten Sommer aus. Wechselambitionen wird die 31-Jährige aber wohl kaum haben, denn sie ist in München stark verwurzelt.
So eröffnete sie Anfang 2025 ihr eigenes Café. „Ich liebe die Stadt München und den Verein. Für mich gibt es keinen anderen Verein, für den ich lieber spielen würde“, bekräftigte Damnjanović ihre Verbundenheit bei ihrer letzten Vertragsverlängerung.
Und ihr Titelhunger dürfte selbst nach fast einem Jahrzehnt wohl auch noch nicht gestillt sein. Die ganz große Frage wird also sein, wie ihre sportliche Rolle von Seiten des Vereins bewertet wird. Aber eines hat Damnjanović in ihrer Karriere immer wieder bewiesen: Eine wie sie kann der FC Bayern immer gebrauchen. Man weiß genau, was man von ihr bekommt und was nicht. Bedingungsloser Einsatz steht aber in jedem Fall auf der Habenseite.



