FC Bayern Frauen: Viele Probleme, fünf Tore und zwei Hoffnungsschimmer – das 5:2 gegen Köln in der Analyse
Für José Barcala war bereits am Freitag eines klar: Das Spiel gegen den 1. FC Köln wird für den FC Bayern kein lockeres Warmlaufen für die Champions League.
Und so kam es auch. Nach einer 3:0-Führung kam der FC nochmal zurück, doch am Ende ist die Qualität der Münchnerinnen zu groß gewesen.
In einem abwechslungsreichen und interessanten Spiel gewann der FCB schließlich mit 5:2. Miasanrot hat die Partie für euch im Liveticker zum Nachlesen und in der Analyse.
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FC Bayern vs. 1. FC Köln: Dinge, die auffielen
Ballbesitz ist die beste Verteidigung
Wieder zwei Gegentore für die Bayern, wenn man dieses Spiel von der kritischen Seite aus aufrollen möchte. Insgesamt jetzt schon sechs in der Bundesliga nach fünf Spielen. 9, 13 und 8 waren es in den gesamten letzten Saisons. Die Abwehr war einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg.
Und die Abwehr profitierte von strukturiertem Fußball, der den Gegnerinnen kaum Chancen ließ, überhaupt in gefährliche Konter zu kommen. Bayerns Abwehr ist individuell nicht zwingend schlechter geworden. Ja, auf den Außenpositionen verteidigt aktuell nicht die Bestbesetzung, aber das darf keine Ausrede sein.
Eher merkt man diesem Team an, dass es leichter zu pressen ist als in der letzten Saison beispielsweise. Der Ballbesitz ist nicht so flüssig, nicht so präzise und nicht so fehlerarm, wie er es schon war. Barcala weiß das auch, sprach am Freitag offen darüber, dass er nicht zufrieden ist, wie man aktuell die Ballbesitzphasen gestaltet.
Auch Köln profitierte von simplen Fehlern – beim ersten Gegentor Alara, die den Ball am eigenen Strafraum verliert, beim zweiten Gegentor war es zunächst Mattner, die einen Fehlpass spielt. Anschließend ist die Strafraumbesetzung schlecht. Chaos, das so nicht entsteht, wen die Ballbesitzstrukturen stimmen.
Das Mittelfeld bleibt Thema
Dahingehend wird auch das Mittelfeld weiterhin Thema bleiben. Alara und Tanikawa sind „nicht die Optimalbesetzung“, sagte auch Barcala am Freitag. Wenn Tanikawa dann auch noch einen so durchwachsenen Tag erwischt wie gegen Köln, dann sieht es schnell noch unrunder aus.
Dabei muss man nicht mal die defensive Anfälligkeit wegen physischer Komponenten in den Mittelpunkt stellen. Beide sind auch mit dem Ball nicht so richtig komfortabel in den ganz tiefen Räumen. Sie sind besser, wenn sie offensiver spielen dürfen. Hier zeichnet sich immer mehr ab, dass der FC Bayern auf dem Transfermarkt wohl etwas zu optimistisch mit dem eigenen Kaderbestand war.
Hoffnungsschimmer Zadrazil und Kett
Immerhin: Zadrazil und Kett sind wieder Optionen für die kommenden Wochen. Zadrazil feierte ihr Comeback bereits vor einigen Tagen und durfte nun wieder einige Minuten von der Bank kommend sammeln. Die Österreicherin erzielte sogar das 5:2 und zeigte auch darüber hinaus eine starke Leistung, weil sie das Mittelfeld spürbar stabilisierte.
Kett holte einen Elfmeter heraus. Und sie holte ihn wirklich heraus. Der Kontakt war schon sehr, sehr leicht. Diskutabel, ob das wirklich ein Strafstoß war. Sonst war ihr Spiel noch durchwachsen, was nach einer Verletzungspause aber normal ist. Für die kommenden Wochen stimmt es dennoch positiv.
Taktische Brechstange bringt schnelle drei Tore
Aus taktischer Sicht war die Hereinnahme der maximalen Physis im Sturmzentrum interessant. Damnjanović und Imade agierten vorn als Wandspielerinnen. Immer wieder wurden lange, halbhohe und scharfe Bälle übers Spielfeld nach vorn geschlagen, wo die beiden dann den Platz nutzen sollten. Mit Erfolg. Die ersten drei Treffer fielen alle ähnlich. Der Plan ging zumindest in den ersten Minuten voll auf und Köln presste ins Leere.
Die Neuen brauchen noch etwas Zeit
Auffällig war, wie sehr sich Mattner und Proost um Aktionen bemühten. Beide waren sehr aktiv, bewegungsfreudig und hatten Lust, sich zu präsentieren. Wahr ist aber auch, dass beiden nicht allzu viel gelang. Mattners Rolle war sehr offensiv und so ermöglichte sie Dallmann regelmäßig das Einrücken ins Zentrum.
Proost versuchte sich an einigen Dribblings, agierte dabei aber etwas unglücklich. Es scheint, als würden beide noch etwas Zeit brauchen, um in München wirklich anzukommen.
FC Bayern vs. 1. FC Köln: Der Spielverlauf im Liveticker zum Nachlesen
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Aufstellungen
1 E. Mahmutovic
11 S. Mattner-Trembleau
4 G. Viggósdóttir
2 V. Gilles
19 K. Naschenweng
14 A. Şehitler
18 M. Tanikawa
23 S. Proost
9 J. Damnjanović
10 L. Dallmann
29 E. Imade
Bank: A. Klink, P. Harder, Kassandra Potsi, S. Zadrazil, F. Kett, G. Gwinn, B. Dunst, K. Bühl, J. Kappes
1 L. Schmitz
37 B. Sterner
15 A. Bohnen
8 L. Vogt
21 A. Gerhardt
11 S. Jessen
20 C. Elsen
27 L. Feiersinger
30 S. Nachtigall
9 P. Bremer
17 L. Andrade
Bank: C. Imping, A. Kerschbaumer, V. Leimenstoll, P. Nelles, D. Zeller, T. Ziemer, M. Hegering, I. Fuchs, L. Donhauser
Statistik
| 65 | Ballbesitz % | 35 |
| 14 | Schüsse | 9 |
| 9 | Aufs Tor | 3 |
| 2 | Ecken | 2 |


