Schicksalsfrage für den FC Bayern: Warum Sarah Zadrazil nach ihrem Kreuzbandriss das Mittelfeld im Alleingang tragen muss
Es hätte so schön sein können: Lena Oberdorf gab am zweiten Spieltag gegen den FSV Mainz ihr Comeback nach ihrem zweiten Kreuzbandriss und Sarah Zadrazil stand in der Partie gegen den SC Freiburg nach überstandener Verletzung wieder auf dem Platz.
Barcalas Mittelfeldduo war zurück. Zumindest für neun gemeinsame Minuten. Nun muss Oberdorf wieder pausieren. Das Knie der 24-Jährigen zeigte eine Reaktion, die sie erneut zu einer wochenlangen Pause zwingt. Sie wurde nicht mal für den Champions-League-Kader nominiert. Die Optionen gehen aus. Der Trainer will nicht jammern, lässt aber durchblicken, dass er nicht zufrieden ist.
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Verletzungsschock bei Amani gegen Leverkusen
Mit Zadrazil und Bernadette Amani stehen in José Barcalas Kader dennoch zwei defensivfokussierte Sechserinnen, ein regelrechter Luxus, wenn man sich die vergangene Saison der Bayern anschaut, in der mit Amani nur eine einzige Sechserin dieser Art zur Verfügung stand. Im Spiel gegen Bayer Leverkusen dann die nächste Hiobsbotschaft: Die Ivorerin muss in der 73. Minute wegen einer Knieverletzung ausgewechselt werden.
Die für sie eingewechselte Alara beschert dem FC Bayern zwar noch den Sieg, doch die Sorgen um Amani überschatten diesen Erfolg. Wenige Tage später gibt José Barcala in einer Pressekonferenz Entwarnung, die Verletzung der 29-Jährigen sei nicht schlimm, er lässt jedoch anklingen, dass sie zunächst noch geschont werden muss. Im Spiel gegen den 1. FC Köln stand sie dementsprechend nicht im Kader. Ihr Ausfall verschärft die ohnehin prekäre Situation im Mittelfeld noch weiter.
Zadrazil steht vor einer Herkulesaufgabe beim FC Bayern
Solange Amani nicht wieder vollständig fit ist, ist Zadrazil die einzige „echte“ Sechserin im Kader des FC Bayern. Doch wie viel Verantwortung kann die Österreicherin so kurz nach ihrem Comeback auf dem Platz schon wieder tragen? Denn voll belastbar ist die 33-Jährige noch nicht wieder.
Eine zu schnelle Rückkehr in die Startelf oder ein zu hohes Pensum erhöhen das Risiko einer ähnlichen Reaktion im Knie wie bei Oberdorf und ein längerer Ausfall von Zadrazil kann bei der angespannten Situation nicht riskiert werden.
Einen Startelfeinsatz schließt Barcala für die defensive Mittelfeldspielerin so zunächst aus. „Im Moment ist sie noch nicht bereit zu starten, sie wird kommen, aber von der Bank“, erklärte er vor der Partie gegen Köln. Man müsse die 33-Jährige langsam wieder aufbauen, so der Trainer weiter.
In der Partie gegen den 1. FC Köln wurde Zadrazil in der 65. Minute eingewechselt und zeigte bereits drei Minuten später eindrucksvoll, welche Qualität sie wieder auf den Platz bringt. Sie verwandelte eine Vorlage von Sarah Mattner sicher aus dem gegnerischen Sechzehner heraus und schoss ihr Team zum 5:2. Auch defensiv brachte sie Ordnung ins zuvor etwas chaotisch gewordene Spiel.
Gerade im Hinblick auf die anstehenden Spieltage in der Champions League wird es wichtiger denn je sein, sowohl Amani als auch Zadrazil fit im Kader stehen zu haben. Zum einen ist ein breit aufgestellter Kader bei der Belastung in den nächsten Wochen unverzichtbar und zum anderen braucht es eine stabile defensive Absicherung im Mittelfeld, um gegen Gegner wie Benfica, Real Madrid oder Barcelona bestehen zu können.
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Was sind Barcalas Optionen für die nächsten Spiele?
„Die klaren Optionen, die wir haben, sind Amani, wenn sie fit ist, Momoko und Alara“, erklärte Barcala. Wenn Amani also vorerst noch etwas geschont wird, werden Tanikawa und Alara das defensive Mittelfeld besetzen, so wie sie es in der Partie gegen Köln getan haben.
Tanikawa ist bereits erprobt auf der defensiven Mittelfeldposition, sie kam zuletzt ohnehin schon als Oberdorf- und Zadrazil-Ersatz auf der Sechs zum Einsatz. Barcala hatte vor wenigen Wochen noch von der Brillanz der 21-Jährigen unter anderem auf eben dieser Position geschwärmt.
Dennoch ist die Doppelsechs für beide Spielerinnen nicht die Position, auf der sie am meisten glänzen können. Das weiß auch der Trainer des FC Bayern. „Auf der Sechserposition gibt es viele Aufgaben, die aus defensiver Sicht anspruchsvoll sind. Und das passt nicht zu einhundert Prozent zum Profil von Momoko und Alara“, betonte der 44-Jährige.
Die optimale Lösung ist diese Aufstellung nicht, doch Barcala gibt sich optimistisch: „Frustration lassen wir beiseite. Wir müssen uns auf die Lösungen und Qualität konzentrieren, die wir haben.“ Es wäre zu viel, dort bereits eine versteckte Kritik an der Kaderplanung herauslesen zu wollen. Unzufrieden ist der Trainer jedoch allemal. Und mit Blick auf den Winter wird sich die Frage nach einem möglichen Mittelfeldzugang immer und immer wieder stellen.
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