Round-Up: K.O.vač?

Daniel Trenner 01.11.2019

Themen der Woche

Allgemeines

Ranking der besttrainierten Vereine |  CIES Football Observatory
Jedes Jahr versucht das CIES Football Observatory zu ermitteln, welcher Verein die professionellsten Fußballer ausbildet. Die Resultate bleiben ob der Grundlage der Daten zwar fragwürdig, da etwa nicht unterschieden wird ob ein Spieler Stamm- oder Ergänzungsspieler ist, doch ein Blick ist das Ranking allemal wert.

Sei doch kein Tor! | jungle.world
In teils derben Worten klagt Dietrich Schulze-Marmeling den Sportjournalismus an. Dabei schlägt er vielleicht ab und an über die Stränge, doch gerade Bayern-Fans werden seiner Kritik am Umgang mit Guardiola und der Benotung in der Fußballberichterstattung reichlich zustimmen. Ein ungemein erfrischender Artikel.

Profimannschaft

Bayerns Verletzungsprobleme fordern eine ohnehin schon durchwachsene Abwehr | Statsbomb
Eine statistische Auseinandersetzung mit Bayerns verletzungsgeplagter Defensive geht Sam Planting englischsprachig nach. Während in den sechs Meistersaisons vor Kovač Bayern nur alle 146 Minuten ein Tor kassiert hatte, tun sie es nun alle 90 Minuten. Dabei beginnen jetzt erst die Spiele ohne Hernández und Süle.

Die Gründe für Bayerns Gegentore | Sport1
Mit der gleichen Thematik beschäftigt sich Constantin Eckner für Sport1. Er nimmt dabei die Außenstürmer in die Pflicht und bemängelt sie arbeiten nicht genug nach hinten. Dadurch kann der Gegner über die Flügel zielgerichtet in die Mitte spielen, statt blind zu flanken, was dann die Innenverteidiger Bayerns nicht mehr ausbügeln können.

Die Misere von Bayern München | YouTube
Was läuft schief beim Rekordmeister? |Spielverlagerung
Abermals Constantin Eckner beschäftigt sich mit den spielerischen Problemen bei den Bayern. Er sieht eine schlechte Feldbesetzung im Mittelfeld, wodurch die Bayern viel zu einfach auf die Flügel gedrängt werden. So wird häufig der Spielaufbau aus der Mitte komplett herausgehalten und wir erhalten das gefürchtete U des Todes. Wie so viele dieser Tage fragt auch er sich, wo die Tugenden Guardiolas denn seien. Von dem einst so engen (Gegen-) Pressingnetz, das allenfalls absolute Topteams nicht schaffte zu dominieren, sei heute nichts mehr übrig geblieben.

Hat sich Kovač mit seinen Aussagen gegenüber der Presse bei der Mannschaft ins Abseits gebracht?
(Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Niko Kovač ist respektlos gegenüber seinen Spielern | T-Online
“Dass wir so viele Fehlpässe spielen, hat meiner Meinung nach ganz klar irgendetwas mit der Einstellung zu tun. Das hat nichts mit Taktik zu tun.”
Diese Aussagen Kovačs und das Bochum-Spiel an sich kommentiert erneut Constantin Eckner. So hat der eine oder andere Spieler zwar auch ein Formproblem, doch baut Bayern immer wieder nach ein- und demselben Schema auf, sodass selbst ein mittelprächtiger Zweitligist wie der VfL Bochum dies ausrechnen und stören könne. Dabei muten diese Aussagen sogar heuchlerisch an in Anbetracht dessen, dass der Trainer in der 2. Halbzeit gerade mit taktischen Anpassungen versucht hatte, die Wende herbeizuführen. So stellte er mit Wechseln von einem 4-2-3-1 zu einem 4-1-4-1 um. Nur führte dies nur wieder dazu, dass die Probleme, die Eckner in seinen oben genannten Artikeln beschrieb, bloß stärker wurden. Ohne Goretzka und Tolisso entstand um Thiago umso mehr ein Loch und umso mehr wurden die Außenbahnen bespielt.
Somit greift auch Hasan Salihamidžićs müde Aussage man könne das Spiel in Bochum ja gar nicht analysieren zu kurz. Gerade jetzt ist Analyse Pflicht, denn Niko Kovač hat ein taktisches System etabliert, dass seine Spieler schlechter macht, als sie es in Wahrheit sind.

Manuel Neuer vermisst Passkultur beim FC Bayern München: “Jeder Pass muss eine Message haben” | Spox
Nach dem Spiel in Augsburg lamentierte der Kapitän noch: “Es war ein guter Platz heute. Man hätte wirklich tolle Passstafetten haben können.” Nach dem Spiel in Piräus wurde Neuer deutlicher: “Einen geilen Pass zu spielen, der ankommt, wo der Ball dann schnell weitergeht zum nächsten: Das muss einen mit Glück erfüllen. Jeder Pass muss eine Message haben. Deshalb kann man nicht einfach einen Pass spielen, um einen Pass gespielt zu haben.”
Zwar ist Manuel Neuer nicht erst seit dieser Saison Kapitän, doch scheint er sich erst jetzt so richtig in seiner Rolle wohlzufühlen und kritisiert auch wenn es nötig ist den eigenen Spielstil in der Presse anstatt nur Ruhe zu beschwören. Eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Die Bayern können sich ihre Probleme nicht länger schönreden | Web
MiaSanRots eigener Steffen Meyer mahnt in seiner Kolumne die Bayern an, sich endlich mit ihren Problemen auseinandersetzen. Joshua Kimmichs Kritik vor einigen Woche stieß auf taube Ohren, auch Manuel Neuers Kritik bewirkte scheinbar nichts, sodass nun selbst Spieler von gegnerischen Mannschaften anmerken Bayern sei schon stärker gewesen. Es fehlt ein funktionierendes System und dass ein Zweitligist Bayern bereits mit einem simplen 4-4-2 in Schach hält, darf einfach nicht sein. Die vielen Formationswechsel sind mehr Zeugnis von eigener Hilflosigkeit als sie taktische Variabilität darstellen. Das Transferfenster im Sommer, das gefürchtete U des Todes, schwache Ballbesitzstrukturen und daraus resultierende Gegentore, all das muss hinterfragt werden. Viel Arbeit also für Sportdirektor und Trainerteam.

Coutinho oder Müller? Die Dauerdebatte geht nach dem Treffer des Bayers in Bochum in die nächste Runde.
(Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Stammplatz-Duell beim FC Bayern München: Coutinho? Müller? Oder beide? | Web
Bereits vor dem Pokalspiel in Bochum und noch bevor Niko Kovač mit der Idee beide zusammen im Mittelfeld aufzustellen, scheiterte, beschäftigte sich Steffen in seiner Kolumne mit dem Duell der Zehner. Während Coutinho der klassisch spielmachende Zehner ist, ist Müller einer raumöffnende Hängende Spitze. Nachdem Müller gegen Piräus zentral und Coutinho links spielte, gefiel das Bayern-Spiel besser. Nach dem Piräus-Spiel ist vor den insgesamt desaströsen Auftritten gegen Union und Bochum, wo es auch mit beiden zusammen im zentralen offensiven Mittelfeld nicht lief. Unter Kovač scheinen sie nur eine gemeinsame Zukunft zu haben, wenn einer auf den Flügel rutscht.

Darum passt es mit Niko Kovač nicht mehr | N-TV
Unser Autor Justin ist nach dem Bochum-Spiel mit Trainer Kovač hart ins Gericht gegangen. In fünf Punkten trifft er ähnliche Akzente wie Constantin Eckner, so wirft er Kovač vor, es sich mit seinen Anmerkungen zu Taktik zu einfach zu machen und hat den Eindruck, dem Trainer würde mit der wiederholten Kritik an der Mannschaft ohne eigene Schuldbekenntnisse drohen, die Kabine zu verlieren. Die vielen Fehlpässe seien sehr wohl taktischer Natur, wenn es praktisch kein Positionsspiel gäbe. Ferner denke Kovač zu defensiv, wenn er auf Nachfrage zu Abständen im Mittelfeld glaubt, die Defensivprobleme entstehen daraus, dass seine Spieler zu passiv verteidigen und nicht aus mangelhaftem Spiel mit dem Ball. Alles in allem ist Kovač zwar sicherlich ein guter Trainer, doch mit seiner Philosophie schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort.

Leon Goretzka: »Wir müssen Rassisten mit dem Gesagten konfrontieren« | 11 Freunde
Tobias Ahrens hat vor dem Spiel gegen den VfL Bochum mit Leon Goretzka ein erfrischend ehrliches Interview geführt. Sie sprachen über sein Verhältnis zu seinem Heimatverein, Rassisten bei Länderspielen und Fehler im Umgang mit der Thematik um Mesut Özil. Der Mittelfeldspieler präsentiert sich aufgeklärt und scheint die uns umgebenden gesellschaftlichen Probleme zu begreifen. Damit hebt er sich angenehm von den ganzen Floskeldreschern ab.

Die möglichen Gegner des FC Bayern im Pokal-Achtelfinale | FC Bayern
Man mag es ob der Leistung wieder fast vergessen haben, doch man ist gegen den VfL Bochum tatsächlich weitergekommen und ist so mit von der Partie, wenn in der Sportschau parallel zum Sonntagsspiel um 18:00 Uhr die Achtelfinalpartien ausgelost werden. In der 2. Runde hat es bis auf das direkte Duell niemanden von den “Großen” erwischt, somit kann man noch immer auf Borussia Dortmund, RaBa Leipzig, Bayer Leverkusen, Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt treffen.

Frauen, Amateure & Basketballer

Hooligan nach Attacke festgenommen | Sport1
Nach den scheußlichen Hooligan-Angriffen auf die Fans des FC Bayern beim UEFA-Youth-League-Spiel in Piräus konnte die griechische Polizei Ermittlungserfolge erzielen. Sie verhafteten einen Hooligan und beschlagnahmten unter anderem Waffen. Es bleibt zu hoffen, dass die dortige Polizei alle Täter zur Rechenschaft ziehen kann, damit das Besuchen von Auswärtsspielen in Griechenland in Zukunft nicht mehr lebensgefährlich ist.

Saison-Update

Amateure

Die Amateure des FC Bayern konnten gegen Waldhof Mannheim leider nicht in die Siegesstraße zurückkehren. Obwohl Mannheim in den letzten 20 Minuten nur mit 10 Mann spielte, konnten sie noch den Führungstreffer erzielen, sodass das Team von Sebastian Hoeneß sich nach einem Treffer buchstäblich in der letzten Sekunde mit einem 2:2-Remis zufrieden geben musste.

Basketballer

Das, was die Fußballprofis vom FC Bayern in den vergangenen Jahren vergebens versuchten, glückte den Basketballern diesen Mittwoch. Sie schlugen den spanischen Meister Real Madrid 95:86 (41:38) und kletterten auf den 6. Platz der EuroLeague.

Aktuelle Miasanrot-Artikel

Kader umgebrochen, Verein zerbrochen? | Tobi

Dank Neuer und Lewandowski – Bayern schlägt Union | Christopher

Interview mit Hoeneß-Biograph Günter Klein | Maurice

Fünferpack-Kolumne: Anker-Neuner verhindert den Kovač | Maurice

2:1 in Bochum – Bayern müht sich ins Achtelfinale! | Georg

MSR114: Inkonsequenz, aber als Philosophie | Christopher & Justin feat. Steffen

FCB Terminkalender

Datum (Uhrzeit)MannschaftWettbewerbGegner
23.11. (11:00)U19Bundesliga SSW (12. Spieltag)Eintracht Frankfurt U19
23.11. (13:00)U17Bundesliga SSW (14. Spieltag)@ Greuther Fürth U17
23.11. (13:00)FrauenBundesliga@ VfL Wolfsburg
23.11. (15:30)ProfisBundesliga (12. Spieltag)@ Fortuna Düsseldorf
24.11. (14:00)Amateure3. Liga (16. Spieltag)Die Blauen
26.11. (21:00)ProfisChampions League (5. Spieltag)@ Roter Stern Belgrad

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Jau
    Jetzt sagen sogar Justin und co das Kovac der falsche Trainer für den FCB IST.

    Hoffentlich kommt es nicht zu einer richtigen Ergebniskrise so das man im Winter in Ruhe neu beginnen kann.

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    1. Sind sich da nicht mittlerweile die meisten einig?
      Lediglich die Begründung variiert.

  2. Ich verstehe nicht, wie das Offensivspiel kritisiert werden kann. Ja, es ist nicht immer der schönste Fußball, da stimme ich euch zu, aber nunmal effektiv. 24 Tore in der Liga ist Bestwert vor Dortmund mit 20 Buden.
    Was sich verändern muss, ist das Defensivverhalten, sowohl taktischer Natur, wo Kovac Schuld trägt, als auch mentaler Natur, was die Konzentration in jeder Sekunde angeht. Nicht umsonst lobte Niko Gnabry nach dem Spursspiel aufgrund seiner defensiven Mitarbeit. Wie im Round-Up angesprochen fehlt mir die Unterstützung der Flügelzange hinten einfach immens oder wie oft habt ihr Coman nen Zweikampf am eigenen 16er führen gesehen?

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    1. Offensivspiel und Defensivspiel hängen insoweit bei Bayern München davon ab, dass eine sehr gute Raumaufteilung mit dem Ball das Gegenpressing erleichtert. Das war seit Jahren eine Stärke der Bayern, die durch Kovac immer schlechter wurde.
      Kovac lässt leider kein Positionsspiel spielen. Somit fehlen nicht nur zu häufig die (einfachen) Anspielstationen, was die vielen Fehlpässe erklärt, sondern auch herausgespielte Chancen. Im Umkehrschluss sind wir bei Ballverlust sehr anfällig.
      Man schließt: wir sind abhängig von starken Individuallleistungen offensiv wie defensiv.
      Unsere 24 Tore hätten wir ohne Lewandowski in Topform nicht geschossen. Und wenn hinten einfach kein Verteidiger momentan alleine 120 Prozent abliefert, dann fallen auch die vielen Gegentreffer. Es fehlt Unterstützung.

  3. Danke für Eure Sammlung und den Vorbereicht!

    Nun kommt er also, der heiße Herbst, den so keiner gewollt hat. Ich bin gespannt, wer zu Weihnachten noch auf seinem Job ist…

    Lesenswert der Artikel von DSM zum Sportjournalismus. Genau deshalb schalte ich schon seit Jahren direkt nach dem Abpfiff um oder ab. In dem Geschäft gibt es zu viele Trittbrettfahrer, die einfach nur Aufmerksamkeit erzeugen wollen. Dass bspw. Pep das zu doof war, versteht sich von selbst.

    Gegen Frankfurt rechne ich nicht mit einer unserer typischen “Trotzreaktionen”, da ich den Kern der Mannschaft als instabil erlebe. Aber ich täusche mich sehr gerne hier.

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    1. Im Nachhinein ist es schade, dass Pep seine Abneigung gegenüber einigen Journalisten durch eine Verweigerung von Interviews gezeigt hat. So konnten sie ihm sogar noch eine gewisse Arroganz andichten. Er hätte aufgrund des Fußballs, den er spielen ließ, das Recht dazu gehabt, allgemeine Kritik zu äußern, die ihm dann nicht vor die Füße gefallen wäre, wie es eben bei Kovac ist. Pep hätte den souveränen Kritiker spielen können und dabei eben auch auf allgemeine Dinge wie Respekt etc. eingehen können, da es bei ihm nie wie eine Ausrede geklungen hätte. Ob er das aufgrund der Sprachbarriere nicht wollte oder ob es einfach nicht seinem Naturell entspricht, kann ich nicht beurteilen. Schön wäre es allerdings schon gewesen, wenn er ein paar “Experten” mal so richtig am Nasenring durch die Manege geführt hätte.

      1. @Willythegreat: Mir hat ehrlich gesagt imponiert, wie Guardiola, als Nicht-Muttersprachler, diesen medialen Aspekt seines Jobs abgewickelt hat, indem er nämlich die Spieler durchweg immer mit formelhaftem, gedoppeltem “super-super”-Attribut versehenem Lob geschützt hat (krassestes Beispiel: Dante), alle Schuld auf sich und so den Druck von der Mannschaft genommen hat. Seine Statements waren immer so berechnet, dass sie quasi null Aussagewert hatten. (Bei City hat sich das etwas geändert, womöglich weil er sich auf Englisch etwas gewandter auszudrücken vermag, oder der Verein ihm wegen der gänzlich anderen Wertigkeit des Fußballs im medialen Zirkus dort das nahegelegt hat). Sein Fokus lag nämlich auf der Arbeit mit der Mannschaft, dem Erstellen von detaillierten Analysen und taktischen Lösungen, die auf den Gegner zugeschnitten waren, und das war bestimmt zeitintensiv genug. Ständiges Jammern wegen vermeintlichen “Respektlosigkeiten” lag ihm doch genauso fern wie das öffentliche Bloßstellen der Spieler, was sich inzwischen bei uns ja etwas geändert hat. Kroos hat einmal gesagt (ich weiß leider nicht mehr, wo), Guardiola habe sich das Vertrauen der Spieler erabeitet, indem er mit jedem ein individuelles Gespräch über deren nächsten Gegenspieler geführt, deren Verhaltenweisen auf dem Platz erläutert und sie darauf eingestellt habe, was sie erwarte. Im Spiel hätten sie dann gemerkt, dass es genauso kam, wie von ihm vorhergesagt.

      2. Ich glaub es war nicht Abneigung, sondern die Erkenntnis dass Geschwätz nur ablenkt.

      3. Pep hat was Medienarbeit angeht in Deutschland nicht so gut oder souverän agiert.
        MMn hängt das auch mit der Sprache zusammen weil er ja auch immer versucht hat in Deutsch zu antworten.
        In England ist er sehr viel souveräner und lockerer wohl auch weil sein English sehr gut ist und er sich nuanciert ausdrücken kann.
        Seine Abscheu für unsinnige oder boulevardesque Fragen ist aber mMn unverändert hoch.
        Jupp hat es aus meiner Sicht am besten gemacht, er verstand aber auch nicht nur den FCB sondern auch den deutschen Sportjournalismus so gut das ihm die Fettnäpchen in die LVG und Kovav etc regelmässig tappten erspart blieben.

    2. Das Problem der Kompetenz-Gaps hast du eigentlich überall. Nur in seltenen Fällen ist der Journalist auch Experte des Themas. In der Wirtschaft ist das besonders auffällig, weil Unternehmen zusätzlich noch viel mehr Black Box sind, als ein Bundesligist.

      Der Mangel an adäquater Ausbildung der Journalisten ist ein Schwachpunkt, den viele Personen in den Kommunikationswissenschaften monieren. Oftmals liegt das auch daran, dass in der freien Wirtschaft schlichtweg mehr verdient wird, als bei den Medien und gut “gebildete“ Leute es dorthin zieht. Zur Presse gehen, einfach gesagt, Idealisten bzw. Träumer.

      Dadurch kratzt Journalismus immer an der Oberfläche oder bedient Klischees, die die Leserschaft erwartet. Der Fall Relotius beim Spiegel hat gezeigt, wie weit man das Spiel treiben kann, hat man erst einmal durchschaut, was die Blatt-Politik ist und wie man Quellen fälschen kann. Hinzu kommen neue online-Angebote, wie dieser Blog, der sozusagen hobbymässig stärker spezialisiert ist, als der allgemeine Sportteil. Kurzum: Die Medien haben gerade eine ziemlich schwere Aufgabe, die sie kaum bewältigen können. Daher rührt in meinen Augen auch das aktuelle Auseinanderdriften von Teilen der Gesellschaft. Medien wären gefordert aufzuklären, schaffen es aber nur begrenzt (oder wollen es teilweise auch schlichtweg nicht weil Polarisierung einfacher ist und mehr Geld ermöglicht).

      1. Wie wahr. Bester Witz: Die täglichen Börsennachrichten. Keine Hintergründe, wenig Zusammenhängendes, aber “die Börse ist nervös.” Purer Klamauk.

  4. Re: Amateure

    – Fußballromantiker Atmosphäre
    (Montag Abend, Flutlicht, HGK, Gegner auf Augenhöhe, Großteil der Fans mit durchgehendem Support, Last-Minute-Tor)

    – Kaderschwankungen einer hochklassigen Zweitvertretung
    (Youth League- , Profi- und Nationalmannschaftsabstellungen, Einsatzrestriktionen, aber auch Einsätze von Spielern wie Cuisance, Davies)

    – Mutiger Spielstil
    (Hohes Anlaufen mit 3 Spielern, Freilassen der gegnerischen Außenspieler, hohe Außen, Asymmetrie und Offensivrochaden)

    – Rasche Entwicklung
    (Der Mannschaft, da gg Mannheim Mai, Davies, Dajaku und Cuisance fehlten und das System trotzdem funktionierte; Der Spieler, da insbesondere Zylla, der offensiv dtl gefährlicher wurde, Singh, der dtl körperlicher wurde, Richards, der mehr Verantwortung übernimmt; Des Trainers, der klug anpasst, aber auch Risiko geht;)

    – Schwierige Transition Jugend- zu Erwachsenenfußball
    (Anpassungsprobleme u.a. von Oliver Batista-Meier, Tilmann, Will und insbesondere Zirkzee, der i.d. Jugend am Fließband trifft und in der Dritten Liga weiter komplett torlos bleibt)

    – Torwart-Talente
    (Ron-Thorben Hoffmann ist ein sehr starker Keeper, aber Früchtl hat das gewisse etwas nicht nur, weil er wieder einen Elfmeter hielt, er baut sicherer auf und strahlt eine unfassbare Sicherheit und Selbstbewusstsein aus)

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. @PT

      Da stimme ich dir zu.

      Wobei ich schon hoffe, dass Hoffmann ein paar Spiele bekommt, da er in Rostock auch gut gehalten hat.

      Ich frage mich aber, warum Zaiser und Frantzke zuletzt nicht mehr gespielt haben.

      Meiner Meinung nach, hängt die Abwehr auch sehr von Mai ab, da sich Feldhahn und Mai gut ergänzen.

      Was meinst du ?

      1. Zaiser und Frantzke habe ich selten spielen gesehen, da kann ich leider gar nichts sagen.
        Hast du sie in der U19 o.ä. verfolgt?

        Bzgl der Abwehr bin ich positiv überrascht gewesen.
        Richards hat es mMn sehr souverän gelöst.
        Da hatte ich Sorgen, da Mai schon beeindruckend abgeklärt gespielt hatte.

        Ich denke einen von beiden (Feldhahn & Mai) kann man temporär ersetzen ohne massiven Qualitätsverlust in der Abwehr, aber beide wäre schwer denkbar.

        Meine Einschätzung
        x Feldhahn (+ Stellungsspiel, Lufthoheit, Leader; – Geschwindigkeit und gelegentlich Spieleröffnung)
        x Mai (+ Spieleröffnung, keine dtl Schwächen; – könnte uU lauter werden und mehr Verantwortung übernehmen)

  5. Kovac hat schon vor dem dem Achtelfinale gegen Liverpool damit begonnen den Verein und speziell die Spieler klein zu reden. Damit machte er seither immer weiter wenn es gegen starke Teams ging. Der FC Bayern ist ein großer Verein aber Kovac leider immer noch ein “kleiner” Trainer, bzw ein Trainer für eine Underdog Mannschaft. Er schiebt alle Probleme des Spiels auf individuelle Fehler und darauf das die Spieler seinen Anweisungen nicht folgen. Egal wie man seine Aussagen aber betrachtet, steht Kovac als Verlierer da. Denn entweder die Spieler spielen so schlecht, weil (immer noch) kein Spielsystem und keine Spielidee implementiert wurde oder aber sie spielen so schlecht, weil Kovac es nicht schafft die Spieler seinen Anweisungen folgen zu lassen. In beiden Fällen ist das Trainerteam verantwortlich zu machen. Ohne Lewandowski in dieser aktuellen Überform hätten wir die Trainerdebatte schon seit dem ersten Spiel gegen Hertha. Ich vermute sobald Uli weg ist, wird Kovac im Winter gehen müssen und dafür Erik ten Hag übernehmen. Die Verantwortlichen von Ajax und sogar ten Hag selbst äußerten sich hier sehr positiv und zuversichtlich.

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    1. Zentraler Punkt, diese “underdog”-Attitüde: der Schritt vom Coachen einer eher reaktiven Mannschaft hin zu einer, die wie Bayern proaktiv das Spiel selbst gestalten muss, erweist sich für Kovac im Augenblick als noch zu groß. Dafür fehlt ihm, darf man vermuten, im Augenblick das geforderte Handwerkszeug.

  6. Da die Marktwerte vom CIES vollkommen absurd sind, braucht man dieses Trainingsranking hier eigentlich auch nicht posten. Egal ob die jetzt meinen Kovac wäre gut oder schlecht, sie liegen auf jeden Fall falsch.

  7. Mittlerweile dürfte allen klar sein, Kovac ist der falsche Trainer für Bayern. Uli und Hasan müssten sich endlich mal eingeste´hen, dass diese Entscheidung falsch war und die notwendigen Konsequenzen ziehen.

    – bisherige Erfolge: ich habe es ja schon gesagt. Kovac ist mit der Nationalelf Kroatiens 2014 in der Vorrunde gescheitert. Vier Jahre später waren Modric & Co schon 33 Jahre und sind Vizeweltmeister geworden. Bei Kovacs Vorrunden-Aus waren sie mit 29 sicher nicht in einem schlechteren Fußballalter. Mit Frankfurt hatte er eine gute Saison gespielt, das liegt aber vor allem an dem damals guten Spielermaterial. Jeder weiß, dass Frankfurt seinen derzeitigen Platz 9 sogar erreicht, obwohl ihnen die besten Spieler abgekauft wurden.

    – Taktisches Verständnis: Kovac ist nicht in der Lage die Mannschaft taktisch gut einzustellen, geschweige denn dazu jeden Spieler besser zu machen. Auch zu einer vernünftigen taktischen Analyse ist er in den Interviews nicht fähig. Er ist schlichtweg überfordert. Stattdessen redet er immer von Zweikampfstärke und Wille. O-Ton: “Du musste erstmal die Zweikämpfe annehmen, dann musst du sie führen und am besten gewinnen.“ “Die Mannschaft soll sauber und einfach Fußball spielen.” Fußballverständnis aus den 1980er Jahren. Er bringt das an den Tag, was er als Spieler gelernt hat, bzw. seine Trainer ihm beibrachten.

    – Rolle des N.Kovac: Er fühlt sich in der Rolle des Opfers sehr wohl. Nach jeder Kritik von außen heißt es doch, er sei so ein netter Trainer etc.. Die Kritik führt meist dazu, dass die Berichterstattung pro Kovac geht. Und da spielt er seine Rolle nur zu gerne weiter.

    – Ehrlichkeit. O-Ton “Wenn die Ehrlichkeit in der heutigen Zeit nicht mehr erwünscht ist, dann können wir alle einpacken und dann haben die anderen, die anders sind, bessere Chancen, besser wegzukommen.” Er stellt sich eben als der Ehrliche, der Gute dar. Ist er aber meines Erachtens nicht. Das merkt man bspw. daran, wenn er auf gewisse Dinge angesprochen wird. ist es ihm unangenehm, dann “liest er keine Zeitungen, da ihm die Meldungen egal sind”. Wenn es ihm aber in den Kram passt, dann weiß er es sehr wohl.

    – zu klein für den FC Bayern: O-Ton: “Man kann nicht versuchen, 200km/h auf der Autobahn zu fahren, wenn sie nur 100 km/h schaffen.” Er ist wahrscheinlich immer noch er Meinung einen Kleinwagen zu besitzen. Dabei ist der allein Wert der Reservebank höher als 90% des Kaders der Konkurrenten aus der Bundesliga. Aber Kovac ist nun mal ein Kleinwagen-Fahrer. Selbst die Bayern-Spieler hatten sich ja gleich zu Beginn schon über die Trainingsmethoden beschwert (Fahrrad fahren etc.)
    Allein diesem Unterschied ist es zu verdanken, dass wir nicht noch schlechter da stehen in der Liga. Aber Kovac aus einem M5 eben nur 100 km/h rauskriegt, dann könnte es vielleicht auch am Fahrer liegen.

    – O-Ton: “Vielleicht darf ich nicht so in Metaphern oder wie ein Dichter irgendwas erzählen.” Sein liebstes Fremdwort übrigens “Metapher”, das hat er irgendwann mal aufgeschnappt und erwähnt es immer wieder. Er ist also der Meinung mit seinen Aussagen würde er uns intellektuell überfordern? Dabei sollte er so langsam mal die Schuld bei sich selbst suchen, anstatt bei der Mannschaft!!! Außerdem fällt er nur zu gerne mit unangebrachten Sprüchen auf, die er dann später immer relativiert. (Stichwort “Ehrlichkeit” oben) “Thomas Müller bekommt Einsätze, wenn Not am Mann ist”, “Frankfurt hat die besten Fans der Liga”,…

    – Die Entwicklung der Mannschaft geht steil bergab. Das sieht man am Passverhalten, am allgemeinen Spielverständnis und den aktuellen Spielerwerten. So langsam spürt man nämlich die Konsequenze eines scheinbar auch schlechten Trainings. Ich glaube nicht, dass ein Spieler bewusst versucht schlecht zu werden. Schlichtweg glaube ich Kovac ist der falsche Mann für die Bayern, der FCB ist einfach eine Nummer zu groß ihn und das sollten mittlerweile alle mal erkennen und die notwendigen Konsequenzen ziehen.

    – Die Mannschaft steht nicht mehr hinter ihm und hat es auch nur auf Druck der Verantwortlichen getan. Natürlich sagt keiner in die Kamera. Das ist doch normal. Aber die Mannschaft spürt nicht seine Unterstützung. Und wenn der Chef (auch in normalen Unternehmen) nicht in der Lage ist die Menschen zu führen, ihnen Respekt, Anerkennung und Sicherheit zu vermitteln, sie zu motivieren, weiterzuentwickeln, schlimmstenfalls sogar Angst haben Fehler zu machen, dann wirkt sich das eben auf die Mitarbeit aus. Ich glaube nicht, dasss die Bayern-Spieler so schwierige Charaktere sind, sonder sie sind schlichtweg einfach nur Menschen…

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    1. Hm, da fällt mir jetzt aber schon der ein oder andere Widerspruch auf:

      “Vier Jahre später waren Modric & Co schon 33 Jahre und sind Vizeweltmeister geworden. Bei Kovacs Vorrunden-Aus waren sie mit 29 sicher nicht in einem schlechteren Fußballalter. Mit Frankfurt hatte er eine gute Saison gespielt, das liegt aber vor allem an dem damals guten Spielermaterial.”

      Also wenn es mit Frankfurt nur am guten Spielermaterial lag, hätte er dann ja logischerweise auch mit Kroatien nicht im Viertelfinale ausscheiden dürfen, weil er da ebenfalls – wie Du ja argumentierst – gutes Spielermaterial hatte.

      “So langsam spürt man nämlich die Konsequenze eines scheinbar auch schlechten Trainings.” Bist Du tatsächlich in der Lage, Kovac’ Training zu beurteilen?

      “Dabei ist der allein Wert der Reservebank höher als 90% des Kaders der Konkurrenten aus der Bundesliga.” Aus dem Wert auf Geschwindigkeit zu schliessen, funktioniert nicht. Um im Fahrzeug Bereich zu bleiben: Ein Panzer kostet ein Vermögen – deswegen fährt er aber nicht schnell ;-)

      Damit das jetzt nicht wieder falsch verstanden wird: Haben wir ein Problem im Team? Yep. Trägt Kovac seinen Teil daran? Mit Sicherheit!

      Aber die Art und Weise, wie sich hier Laien ein Urteil über ihn anmaßen und sich dabei noch die Fakten zurecht biegen, finde ich einfach nur unmöglich.

      1. @stiftl: Gut dass du das klar ansprichst. Sicher gibt es ein “Trainerproblem”. Aber zur Hälfte ist es auch eins der Mannschaft, bzw. der Vereinsführung. Ein vorschnelles Urteil sollte sich keiner rausnehmen, nur weil das halt jetzt zur Zeit, in der es knirscht im Getriebe, ganz schick ist, nur dem Trainer ranzunehmen. Kovac ist aber doch nicht allein verantwortlich für den sportlichen Erfolg, es gibt das Trainerteam, den Hasan, UH und KHR und den Kader. Vielleicht fehlt insgesamt eine Vision, wohin sich der Verein weiter entwickeln soll. Kahn wirds schon richten hoffentlich.

    2. @giovane09
      Ich finde an deinem Kommentar viele interessante Augenmerke und möchte dich für die ausführliche Meinung unterstützen. Im Gegensatz dazu bin ich aber der Meinung, dass die zwei folgenden Kommentare nichts anderes als “Körnerpickerei” sind. Solche Kommentatoren können leicht eine Frustration bei anderen bewirken. Meinung ist ein weites Feld. Dabei kommt meist ein Durcheinander heraus. Hauptseite-Nebenseite; objektiv-subjektiv, Fakten-alternative Fakten. Gerade bei Fakten sind viele der Meinung, “habe nachgelesen”. Oft wird dabei die Quelle zu überprüfen vergessen.
      Ich z.B. stelle bei mir fest, dass ich beim anschauen des Spiels FCB:Union dermaßen im Subjektiven lag. Ich war wirklich der Meinung, dass Bayern die letzten Minuten um den Ausgleich gebettelt hat…

      1. Nitpickung, wenn man darauf hinweist dass gleich das allererste “Argument” schlicht und ergreifend falsch – weil ein Widerspruch in sich- ist?

        Sorry – für mich verderben hier solch faktisch falsche Aussagen den Spass. Wenn es nach dem Motto “Der Zweck heiligt die Mittel” nur noch darum geht den Trainer abzuschließen.

    1. Ui – schon im “pluralis majestatis” Modus? ;-)

      Oder maßt Du Dir jetzt an, für alle hier zu sprechen?

      1. Na, mich überraschen diese Aussagen nicht! Dich etwa? Von daher also in diesem Falle gern “uns”

  8. Brilliant geschrieben:
    Und die Peo Kritiker sind inzwischen mucksmäuschenstill. Schön das sich die versprengten eingeschüchterten Pep Coinessoire wieder aus der Deckung trauen.

    Wo ist Guardiola?
    In diesem Zusammenhang stellt sich immer wieder die Frage, wann und warum die Bayern diese Entwicklung zum Negativen durchlaufen haben. Und warum die einstigen Entwicklungsschritte unter Pep Guardiola rückgängig gemacht wurden. In Guardiolas Zeit zwischen 2013 und 2016 gewannen die Bayern vielleicht keinen internationalen Titel, aber sie waren derart kompakt in Ballnähe, dass sich die auf dem Papier so offensive Spielweise nicht rächte. Allenfalls in Duellen mit absoluten Spitzenteams griff das Gegenpressing nicht. Aber ansonsten hatte die Mannschaft eine erdrückende Dominanz, die vielen Gegnern vor allem in Umschaltsituationen keine Luft ließ.

    Nur schien es nach der Guardiola-Zeit so, als würden sich die Bayern von dieser Fußballphilosophie gerne entfernen, weil es ihnen nicht Bayern-typisch genug war und weil unter dem Katalanen auch nicht der erhoffte Champions-League-Titel heraussprang. Allerdings vollzogen die Bayern keinen Paradigmenwechsel und stehen nun in einer Grauzone des Unkonkreten. Der unbedingte Wille einen philosophischen Umbruch hin zu einem höher getakteten Fußball – ohne allerdings die passenden Komponenten, etwa den richtigen Trainer, dafür zu haben – hat die Bayern zumindest im internationalen Kontext in die Zweitklassigkeit befördert.

    Antwortsymbol9 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Warum sollten die Pep-Kritiker still sein?
      An den Kritikpunkten hat sich nichts geändert.

      1. Was gabs denn an auch nur halbwegs rational erklärbaren Kritikpunkten an Guardiola? Ich kann mich nur erinnern an “Mimimi, warum haben wir nicht drei Tripple geholt” und an “1000 Dantes”. Wobei letzteres eine sehr geschickte Äußerung für einen Mann war, dessen Deutschkenntnisse eine akzentuiertere Analyse nicht zulassen und der dadurch vermieden hat, ein möglicherweise folgenschweres Missverständnis zu verursachen. Das hat unser momentaner Trainer leider in der Causa Müller trotz des zehnfachen Wortschatzes nicht geschafft. Von den Leistungen auf dem Platz her hatte die Mannschaft unter Guardiola drei Jahre lang ein Niveau, dass sie danach nichtmal mehr punktuell auch nur ansatzweise erreichte und auch davor nur eine magische Rückrunde lang hatte.

      2. @Olorin:
        Ernsthaft?
        So schnell verdrängt?
        -Mimimi, warum zahlen wir 18 Mios für jemanden, der uns nicht mal in ein CL-Finale führt?
        – Mimimi, warum haben unsere Spieler ständig muskuläre Verletzungen?
        – Mimimi, was soll der alberne Kleinkrieg mit der medizinischen Abteilung, hatte doch noch nie ein Trainer Probleme mit?
        Etc.

      3. @Olorin: Auch wenn ich Pep für einen Glücksfall für unseren Verein halte und ihn mit Kusshand wieder zurücknehmen würde, so muss man fairerweise sagen, dass auch unter ihm ein paar Dinge schief oder zumindest nicht optimal liefen:
        1. Der Streit mit der medizinischen Abteilung: es dürfte unbestritten sein, dass Müller-Wohlfahrt in der Sportszene einen Namen besitzt, an dessen Strahlkraft nicht einmal ein Pep Guardiola hernakommt. Die Aussagen ihm gegenüber sind ein Zeichen von mangelndem Respekt. Wir kritisieren Kovac wegen einer Aussage gegenüber Müller, für die er sich sogar entschuldigt hat und sollen dann über Peps Verhalten den Mantel des Schweigens hüllen? By the way: wie “gut” seine Anschauung von Sportmedizin ist, hat man ja am Fall von Thiago gesehen, der sicherlich nicht nur auf eigene Faust sondern bestimmt mit Peps Segen seine Knieverletzung 2014 in Spanien behandeln ließ mit dem Ergebnis, dass seine Karriere fast ruiniert gewesen wäre.
        2. Die Bilanz in der CL: Mir geht es gar nicht darum, dass er es nicht geschafft hat, uns ins Finale zu führen, denn da waren einige Faktoren dabei, die er sicher nicht alleine zu verantworten hatte. Ich finde nur, dass man sich auch mal über seine Bilanz in den KO-Spielen auf fremdem Platz unterhalten darf: 1-4-4 ist in diesem Fall kein Spielsystem in Unterzahl, sondern seine Auswärtsbilanz. 1 Sieg (bei Arsenal :-)), 4 Remis und 4 Niederlagen sind jetzt nicht annähernd ein Beispiel für übermäßige Überlegenheit auf europäischem Parkett.
        3. Der verpasste Umbruch: Wenn ich bedenke, welche Chancen auf einen Umbruch wir in der Zeit von Pep gehabt hätten, dann finde ich, dass hier zu wenig passiert ist. Der “Bremser” UH war im Gefängnis und nicht im Geschehen involviert, man hatte einen Trainer zu dem viele Spieler wohl auf Knien gekommen wären und mit Sammer und Reschke neben KHR fähige Leute in der sportlichen Führung. Hier wäre es schön gewesen, wenn man diesen Bonus genutzt hätte. Pep trifft hier sicherlich am wenigsten Schuld, aber etwas mehr hätte er schon verlangen dürfen, wie ich finde. So wirkliches Interesse an einem Umbruch hatte er allerdings eh nicht. Es kamen fertige Spieler für kurzfristigen Erfolg (Alonso, Vidal) und ein paar Talente wie Kimmich und Coman, die bei Pep aber wohl auch vor allem wegen Verletzungen ziemlich häufig zum Einsatz kamen, teilweise wie bei Kimmich sogar auf Positionen, für die sie gar nicht vorgesehen waren. Die Personalie Douglas Costa zeigt auch ganz klar, dass er nie ein Interesse daran hatte, den Umbruch auf den Flügeln früher einzuleiten. Costa schlug in seinen ersten Spielen ein wie eine Bombe. Nachdem er den Schluss der Hinrunde verletzungsbedingt verpasste, war er auf einmal außen vor und Ribery, der über ein halbes Jahr ausgefallen war, wurde ihm plötzlich wieder vorgezogen. Hier wurde eine große Chance vertan.
        Ich finde, dass diese Argumente keine Jammerei sind, sondern dass man sie schon als rationale und nicht gerade geringfügige Argumente anführen sollte, warum auch ein Guardiola kritisiert werden darf.

    2. Das ist leider wahr, dass wir nicht mehr erste Wahhl sind international. Fraglich ist aus meiner Sicht, wie wir mit dem Thema umgehen “Geld schießt Tore”. Fällt der vermeintliche Hemmschuh der Investorenbeteiligung, oder nicht. Was bedeutet das für die Identität der Vereine. Im kleinen gut zu beobachten bei den 60ern. Nehmen wir die Notwendigkeit an, Spieler nur noch für 100 Mio+ verpflichten zu können, oder setzt man nicht besser auf die eigene Kaderschmiede?

    3. Connaisseure, soviel Zeit muss sein.

      1. Das ist aber sicher nicht der einzige Fehler, den Du in diesem Verbalmüllhaufen entdeckt hast? Ist aber müßig, sich darüber Gedanken zu machen, weil es den Verfasser eh nicht interessiert, er erfahrungsgemäß auf Kritik eh nicht reagiert und er in der Zwischenzeit schon wieder 5 neue Wortmeldungen abgesondert hat. Wie immer in solchen Fällen gilt hier: dftt

      2. @Done:
        100% Zustimmung

  9. Wirklich überragende Artikelauswahl heute. Besonders gefällt mir der über Sportjournalismus und die Guardiola-Zeit, das trifft den Nagel wirklich auf den Kopf. Das war allerunterste Schublade damals. Mein persönliches Gräuel ist immer die Meinungsmache von heute im Stadion auf Bayern1. Immer wieder beeindruckend, wie viel Schwachsinn man in eine Sendung pressen kann (wofür teilweise sogar der eigentliche Zweck der Sendung, nämlich die Liveübertragung der gerade laufenden Spiele, hintangestellt wird).

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    1. Es ist wirklich unglaublich zb im Vergleich zu anderen Ländern.
      In ENG ITA und ESP gibt es auch Sportboulevardjournalisnus ohne Ende.
      Aber auch etliche gute Fachleute.
      Ganz krass sieht man es bei SKY.
      In D laufen Leute rum die sich hauptsächlich um die Nebensächlichkeiten interessieren während in ENG und ITA das Spiel und Analysen vorrangig sind (auch bei BBC und ITV geht es mehr um das Spiel im Vergleich zu ARD ZDF RTL). Man sollte sich wirklich mal PKs von Pep Klopp Pochettino etc anhören die wirklich oft ihre taktischen Überlegungen darlegen ohne Zuviel wegzugeben.
      Pep spricht sogar kurz vor dem Spiel was er in drei Jahren hier nicht gemacht hat.
      Auch in der Presse gibt es sehr gute Analysen und oft erstaunliche exklusive Hintergrundrecherchen auch von Times Telegraph Guardian etc

    2. Das ist für mich auch sehr enttäuschend: Die Sendung war jahrzehntelang mein BL-Höhepunkt, weit vor der Sportschau etc. Heute ists leider Variété.

  10. Warum nicht Tuchel, ok, in Dijon kann man ja schon mal verlieren, und letzte Saison fast den Pokal geholt und gegen das Spitzenteam von ManUtd kann man auch mal in der CL ausscheiden.
    Hat aber immerhin mal in Deutschland den Pokal geholt der Mann und ist ein kleiner Pep-Adept, würden ja alle jubeln hier!

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Aber er hat eine Spielidee und kann gut auf dem Flipchart malen :-)
      Im Ernst: Ich weiß nicht, ob Tuchel ein Trainer für uns wäre. Aber ich bin auch immer wieder überrascht, warum so viele in ihm den Messias sehen, wenn ich mir seinen Lebenslauf so ansehe.

    2. Ich bin ja dafür, dass wir nur Trainer verpflichten, die mindestens 3x die CL und 5x nationale Ligatitel gewonnen haben. Außerdem dürfen Sie auf gar keinen Fall wissen wer Pep Guardiola auch nur ist (geschweige denn sich mit ihm unterhalten haben.) Und sie dürfen noch nie ein Spiel gegen einen Underdog verloren haben oder gar aufgrund schlechter Chancenverwertung aus der Champions League ausgeschieden sein. Good luck!

    3. tuchel werden wir nicht zeitnah kriegen, aber ten hag würde zur winterpause kommen…

  11. Immerhin haben die besten Fans der Welt was zu jubeln.

    Kovac raus!

    Boateng raus! Was für eine Enttäuschung der Typ ist, obwohl man ihm die Treue hielt.

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    1. Man hielt Boateng die Treue? Man ließ ihn doch nicht ziehen, als er wollte. Nun bedankt er sich auf seine Art … ;)

      1. Das hat der Stürmer einfach gut gemacht. Muss ja nicht alles eine Katastrophe sein!

    2. Nach so einem Spiel Kovac raus zu rufen, ist wahnwitzig, was nicht heißt, dass es die Bosse nicht machen werden.

      1. Was spricht denn nach dem Spiel für Kovac???

      2. Mangelnde Alternativen.

  12. Gut übrigens, dass wir nicht viel intensiver um Eberl gebuhlt haben. Der hat letzte Saison sogar einen Trainer rausgeworfen, weil er von dem nicht mehr überzeugt war. Nach 1,5 Jahren Vakanz auf der Position einen solchen Anfänger zu holen und dann den Kovac dazu – danke UH! Zum Abgang hat er sich selber die größte Krise der letzten 10 Jahre rangeholt.

  13. Barca wird sich auf freuen wieviel Geld man zusätzlich zum Transferflop verbrannt hat, indem man Coutinho an uns abgegeben hat. Der Ballverlust der Boateng ins 1v1 zwingt, kam von ihm. In den letzten Spielen absolut grottig.

    Ballverlust vorm 3:1 von Gnabry, dem völlig unnötig der Ball verspringt.

    Das wird wohl alles nicht trainiert, aber für Konzentration muss dann auf dem Spielfeld doch auch mal ein Spieler sorgen. Das kann nicht alles an Kovac hängenbleiben. Wo ist Neuer mit ner Ansage?

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    1. Auch Pavard war heute mehr als schwach. Sein Stellungsspiel hinten drin bereitet mir Woche für Woche mehr Kopfschmerzen.
      Einzig Davies (& Neuer nehme ich mal auch raus) konnten heute überzeugen.

      1. Mein persönliches “Highlight” war eine Szene von Thiago.
        Hat, völlig unbedrängt, zwei Anspielstationen und spielt den Ball kerzengerade zum Gegenspieler. Das waren keine 4 Meter.

    2. Gnabry hat schon vor dem 1:0 vollkommen unnötig an der Außenlinie den Ball verloren.

      Außerdem hat er mehrer gute Chancen vereitelt indem er (wie Coman auch) nicht in der Lage ist einen vernünftigen Ball in die Mitte zu bringen.

      Und zu Alaba fällt mir endgültig nichts mehr ein. Das wird nur noch von Boateng getoppt. Wenn ich diesen „Ausfallschritt“ vor dem Foul schon sehe…

  14. Warum wurde eigentlich das Abschiedsspiel für Kovac live im ZDF übertragen? War das nicht etwas zu viel der Ehre?

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    1. Einfach meine Frage: Warum … ja warum … diskutierst du, nur dieses Spiel betrachtet, über den Trainer und schenkst deine Häme aus, die einzelne Spieler wie Boateng, Coutinho, Thiago oder Pavard verdient hätten?

      1. Die Frage mit dem ZDF hätte ich aber auch gerne beantwortet.

      2. Antwort 1: Manuel Neuer hat ja selbst gesagt, dass es sich abgezeichnet hatte. Also, dass man dieses Spiel nicht alleine betrachten sollte.
        Antwort 2: Schwarzer Humor macht es manchmal einfacher, Niederlagen zu ertragen

  15. Das war nun wirklich der Offenbarungseid. Ich bin wirklich entsetzt. Da hat wirklich nix gepasst, rote Karte hin oder her. Bei der verbrannten Erde den einzigen Schuldigen auszumachen, wird nicht möglich sein.
    Kovac, dem ich die ganze Zeit die Daumen gedrückt habe (wofür?), wird vermutlich ersetzt.
    Bleibt nur zu hoffen, dass eine Wende zum Besseren erfolgt.

  16. Fakt ist: nach dem Spiel muss man Kovac feuern allein um diesen Spielern kein Alibi mehr zu geben. Das war mit das erbärmlichste was ich in den letzten 10 Jahren gesehen habe.

    Ob es am Trainer liegt oder nicht ist nach so einem Debakel schon fast egal. Man muss sich allerdings fragen wad so einige Spieler beruflich machen.

    Unsere Neueinkäufe floppen mittlerweile komplett während andere (Thuram) die Liga aufmischen. Gute Nacht, Freunde der Sonne!

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    1. Neueinkäufe zu vergleichen ist aber Blödsinn. Arp könnte in Gladbach genauso loslegen und Thuram würde hier versauern. Wer würde den denn spielen lassen bei dem Lauf von Lewy?

      Pavard macht sich gut. Hernandez bis zur Verletzung mittelmäßig, aber mit viel Versprechen für die Zukunft. Davies ist super und wird seinen Weg gehen.

      Perisic war solide, bis Kovac wieder anfing seine “11” beisammen zu haben.

      Er kann es einfach nicht.

      1. Vergleichen ist sicher nicht angebracht aber wenn man unsere Neueinkäufe auflistet und bei manchen noch das Geld dass sie gekostet haben bedenkt kann man – Stand jetzt – von einer absolut gefloppten Transferphase reden.

        Aber am Ende des Tages geht es um die Transfers der letzten 2-3 Jahre zuzüglich der Besetzungen im Management und drumherum. Was genau hat Flick jetzt gebracht? Muss man ihn getzt mit rausschmeißen wie Sagnol damals??? Das ist alles so chaotisch die letzten Jahre dass es einem Komplettreset nahekommt was man braucht

      2. Nun haben wir das berühmte Verletzungspech und haben mit Kimmich -Pavard-Boateng-Alaba eine passable Viererkette. Wir hätten auch mit Coman und Gnabry zwei Winger für die linke und rechte Seite.
        Und dann fängt man mit einem Alaba als IV an. Gab es wohl unter Guardiola 1x weil alle drei IV verletzt bzw gesperrt waren. Und dann hat man mal wieder eine völlig neue Viererkette. Alaba-Davies sind ja in der Viererkette sowas von eingespielt!
        Un d dann setzt man einen Coman auf die Bank, stellt dafür Gnabry auf die ungeliebte linke Seite und einen Müller auf RA, wo der diese Position sowas von liebt. Kann man so machen. Weiß man aber eigemtlich vorher, was dabei rauskommt.
        Warum sollte man auch gegen einen Gegner wie Frankfurt mit einer halbwegs eingespielten Mannschaft antreten.

  17. eigentlich ist es doch ganz einfach: die mannschaft spielt gegen den trainer wie damals in paris. da man die spieler nicht feuern kann, fliegt eben kovac hoffentlich bald. flick übernimmt bis weihnachten und dann kommt ten hag…

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Die Mannschaft spielt unter ihrem Leistungsvermögen, weil sie erkannt haben, dass Kovac sie nicht voranbringen kann – nicht als Kollektiv und auch nicht als Einzelspieler! Sie wissen, das System passt nicht, um die großen Ziele zu erreichen – und wenn man dann beständig hört, wie unfähig man doch ist, reisst sich niemand mehr ein Bein aus, sondern macht nur noch “Dienst nach Vorschrift”. was dann im Zusammenwirken mit den ohnehin vorhandenen taktischen Mängel und Schwächen des Spielsystems zu solchen schlechten Ergebnissen führt. Das hat sich doch angebahnt!

      1. Ihr müsst euch aber mal entscheiden:

        Ist Kovac ein Idiot weil er wie zuletzt oft „ein gutes Spiel“ gesehen hat was keines war oder ist Kovac ein Idiot weil er gelegentlich die Mannschaft kritisiert hat? Na was denn jetzt???

      2. Wieso sollte ich mich dazwischen entscheiden müssen?

        Ich würde zwar nicht die Formulierung wählen die du gewählt hast und den Vorrednern unterstellst, die sie auch nicht verwendet haben. Aber die Probleme bestehen doch beide und sind auch längst nicht alles, was im Argen liegt.

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