MUNICH, GERMANY - OCTOBER 26: Robert Lewandowski of FC Bayern Munich celebrates after scoring his team's second goal during the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and 1. FC Union Berlin at Allianz Arena on October 26, 2019 in Munich, Germany. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)

Dank Neuer und Lewandowski – Bayern schlägt Union!

Christopher Trenner 26.10.2019

Die letzten Wochen wurden ungemütlich für Niko Kovač. In der Bundesliga gewann seine Mannschaft weder gegen Hoffenheim noch gegen Augsburg. Beide gegnerischen Teams taten sich vorher eher schwer.

Falls ihr es verpasst habt

Die Aufstellungen

Niko Kovač kündigte in der Pressekonferenz vor dem Spiel ein paar frische Beine an und er hielt sein Wort. Vier neue Spieler brachte der Bayern-Trainer im Vergleich zur Champions-League-Partie vom vergangenen Dienstag: Martínez und Hernández konnten verletzungsbedingt nicht mitwirken, Alaba und Gnabry saßen zunächst auf der Bank. Rein rotiert wurden Boateng, Coman, Perišić und Davies. Für den jungen Kanadier war es das Startelfdebüt. Taktisch ergab sich ein sehr offensives 4-1-4-1-System mit Müller und Coutinho auf der Acht.

Auf der Gegenseite brachte Urs Fischer fast die gleiche Aufstellung wie beim 2:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg. Lediglich die erfahrenen Subotić und Kroos (nicht der Kroos, sondern sein Bruder). In den berühmten Aufstellungsgrafiken wurde daraus ein 3-4-2-1 oder ein 4-2-3-1-System. Realtaktisch war es eher ein 4-5-1.

1. Halbzeit

Union verstand es in den Anfangsminuten die neu formierte Bayern-Elf in Zweikämpfe zu verwickeln. Im Gegensatz zu den letzten Bayern-Gegnern versuchte es die Mannschaft von Urs Fischer mit konsequentem Mittelfeldpressing.

Die erste Standard-Situation brachte den FC Bayern in Führung. Nach einer Halbfeldflanke von Kimmich klärte Gikiewicz nur ins Zentrum, dort konnte Pavard technisch zum 1:0 verwandeln (13.).

Nach dem 1:0 entwickelte sich eine Partie ohne Höhepunkte. Die Gäste standen weiter stabil, während sich die Münchner schwer taten Ideen in der Offensive zu entwickeln. Perišić und Müller waren fast nicht ins Spiel eingebunden. Gefährlich wurde es höchstens nach Diagonalpässen auf Coman. Echte Torchancen erspielten sich die Bayern aber nicht.

Viel mehr passierte nicht. Am Ende zählte die Statistik sechs Torschüsse der Bayern. Drei gingen aufs Tor. Allesamt außerhalb des Strafraums abgegeben. Das erklärt auch den miesen ‘Expected-Goal-Wert’ von 0,22.

2. Halbzeit

Ohne personelle Veränderungen ging es in die zweite Halbzeit. Lediglich Perišić und Coman tauschten die Seiten.
Nach einer guten Aktion von Davies bekam Lewandowski etwas Raum. Dank der Mithilfe von Union-Verteidiger Kroos stand der Pole alleine vor Gikiewicz. Der Bayern-Stürmer verlädt den Keeper der Berliner und traf auch im neunten Bundesligaspiel der Saison.

In der 57. Minute entschied Marco Fritz nach Video-Studium auf Handelfmeter. Perišić bekam den Ball an die Hand. Andersson versuchte sich gegen Neuer und scheiterte. Der Elfmeter war gut geschossen, doch Neuer zeigte seine ganze Klasse.

Niko Kovač brachte in der 65. Minute Gnabry für Coman. Dieser fand sich gut ein in die Partie und hatte gleich zwei Torchancen.

Mit zunehmendem Spielverlauf konnte sich der FC Bayern auch Chancen durch das Zentrum heraus erspielen. Das Pressing von Union war nicht mehr so griffig. Vor allem Gnabry belebte mit seinen vertikalen Läufen die Partie.

In der 86. erzielte Union den Anschlusstreffer. Auf der Gegenseite kassierte nur kurz vorher der VAR das vermeintliche 3:0 ein. Auf der anderen Seite foulte Pavard im Strafraum Polter. Den berechtigten Foulelfmeter verwandelte der Gefoulte selbst zum 2:1. So wurde es in den Schlussminuten wieder unnötig spannend.

Im Gegensatz zur Vorwoche spielten die Münchner aber die Partie konzentriert zu Ende. Dank Robert Lewandowski und Manuel Neuer gewinnt der FC Bayern nach zwei Bundesliga-Spielen ohne Sieg.

Dinge, die auffielen

1. Mutige Aufstellung

In den vergangenen Wochen ging Niko Kovač die Partien sehr konservativ an. Sowohl gegen Piräus als auch gegen Augsburg entschied sich der Bayern-Trainer mit Martínez für einen klassischen Abräumer auf der Sechser-Position. Mit dem Nachteil, dass durch den Spanier der Spielaufbau nicht im Fokus steht. Es ist schlicht nicht die Rolle des Javi Martínez. Auf der anderen Seite fehlte es Kovač an Mut seine Formation entsprechend anzupassen, sodass die Stärken von Martínez zum tragen kommen, ohne den eigenen Spielaufbau einzuschränken. Das gelang zwei Mal nicht.

Gegen Union versuchte es Kovač mit fünf offensiven Spielern Coutinho, Müller, Coman, Perišić und Lewandowski. So viel Mut zeigte der Bayern-Trainer selten. Auch dass er mit Davies und Kimmich noch zwei eher offensiv denkende Flügelverteidiger brachte, unterstrich seine Herangehensweise. Auf dem Rasen hatte dies in der ersten Halbzeit keinen Einfluss. Den Bayern fehlte gegen das 4-5-1 der Unioner jegliche Idee. Oft ging es früh auf die Flügel und Coman, Kimmich oder Müller versuchten es mit einer Flanke. Das war 65 – 70 Minuten lang zu wenig.

2. Lewandowski, Lewandowski, Lewandowski, …

Viele große Sätze wurden über Robert Lewandowski schon gesagt. Eine Lobeshymne über seinen neuen Bundesliga-Rekord kann nun hinzugefügt werden. In den ersten neun Partien der Saison hat der Pole getroffen. 13 Tore insgesamt. Rechnet man die Torquote auf 34 Spiele hoch – Lewandowski käme auf 49 Saisontore. Der Uralt-Rekord von Gerd Müller ist nicht mehr undenkbar. Er liegt im Bereich des Möglichen. Alleine das zeigt, wie gut der Stürmer in dieser Saison ist.

3. Manuel Neuer

Natürlich muss noch Manuel Neuer lobend erwähnt werden. Zwei Szenen stachen heraus. Natürlich der gehaltene Elfmeter und sein kahnesker Anschiss für seine Vorderleute am Beginn der zweiten Halbzeit. Neuer befindet sich zurzeit in guter Form. An ihm liegen die vielen Gegentore nicht. Das ist bemerkenswert.

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