Min-jae Kim (FC Bayern) im roten Trikot von Südkorea.
Bild: Photo by Richard Pelham/Getty Images

Min-jae Kim: Vom Abstellgleis zum Stammplatz beim FC Bayern?

Jonas • 24.09.2026 •


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Min-jae Kim gehört definitiv zu den Gewinnern des Saisonstarts beim FC Bayern München. Nach einer starken Vorbereitung wurde der Südkoreaner mit einer Rückkehr in die Innenverteidiger-Rotation belohnt.

Mit 399 Minuten und fünf Einsätzen in den ersten sieben Pflichtspielen des Rekordmeisters kommt er auf eine fast identische Anzahl wie seine beiden Konkurrenten in der Abwehr. Dayot Upamecano stand in fünf Spielen 405 Minuten auf dem Feld, Jonathan Tah in sechs Partien 456 Minuten.

Der 29-Jährige Kim hat sich von einem Verkaufskandidaten zu einem wertvollen Mitglied im Kader des Deutschen Meisters zurückgearbeitet. Schafft der Südkoreaner möglicherweise sogar das Comeback in die Startelf beim FCB?

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Es wäre jedenfalls ein Comeback, auf das in der vergangenen Spielzeit wohl niemand gewettet hätte. Kim kam in der Double-Saison nur auf 1.602 Minuten, die er vor allem in den unwichtigen Spielen zum Ende der Saison in der Bundesliga oder bei Einwechslungen sammelte.

In den „Big Games“ in der Liga, im Pokal oder in der Champions League vertraute Vincent Kompany jedoch stets dem Duo Upamecano/Tah, die ihrem Coach dieses Vertrauen mit starken Leistungen zurückzahlten.

Gleichzeitig präsentierte sich Kim oftmals zu fehleranfällig, zu schwach im Spielaufbau und nicht handlungsschnell genug, um eine ernsthafte Gefahr für die beiden Platzhirsche in der Innenverteidigung zu sein. Zwar war die Kritik am Südkoreaner in der Vergangenheit häufig überzogen, doch einen mehr als wahren Kern hatte dieser Eindruck dennoch.

Und so hätte es nicht überrascht, wenn die Verantwortlichen des FC Bayern im Sommer bei einem Angebot für den Rechtsfuß ganz genau hingehört hätten. Schließlich gehört Kim in München zu den Besserverdienenden und befindet sich mit 29 Jahren in einem Alter, bei dem eigentlich keine großen Entwicklungssprünge mehr zu erwarten sind.

Min-jae Kims bemerkenswerte Entwicklung in kurzer Zeit

Doch genau ein solcher Entwicklungssprung scheint sich bei der Nummer 3 anzubahnen. Der ehemalige Abwehrchef von Napoli hat sich sichtlich stabilisiert und verdientermaßen in die Innenverteidiger-Rotation hineingearbeitet.

Zwar profitierte er dabei auch vom eher holprigen Saisonstart von Abwehrchef Upamecano, der augenscheinlich noch ein wenig Zeit und Erholung braucht(e). Doch das soll Kims Leistungen auf keinen Fall schmälern, der offenkundig an seinen Schwächen gearbeitet hat.

Besonders seine Entscheidungsfindung in der Positionierung bei hohen Bällen des Gegners und im Herausrücken aus der Abwehrkette hat sich sehr gebessert. Auch im Spielaufbau bleibt er ruhig, spielt kurze, sichere Pässe nach innen oder diagonal nach außen, ohne zu häufig das Risiko zu suchen. „Unforced Errors“ oder etwaige Fehler sucht man zudem bisher vergebens beim 29-Jährigen, der wieder vermehrt das Gefühl von Sicherheit ausstrahlt.

Kim vs. Tah: ein Duell auf Augenhöhe?

Dazu kommen seine Stärken im reinen Verteidigen. Dies bewies der Südkoreaner vor allem im Supercup gegen Dortmund, als er zahlreiche Angriffe der in der zweiten Halbzeit stärker werdenden Borussia wegverteidigte. Insgesamt kam er dabei laut Sofascore auf starke sieben zurückgewonnene Bälle und fünf klärende Aktionen im Signal Iduna Park.

Sein Saisonstart war also definitiv eine Kampfansage an Konkurrent Tah, auch wenn der ruhige Südkoreaner solche Ansagen nie öffentlich machen würde. Doch hat er möglicherweise sogar eine Chance, sich einen Stammplatz neben Upamecano in den „Big Games“ zu erkämpfen?

Die klare Hierarchie der vergangenen Saison hat Kim jedenfalls schonmal aufgebrochen und einen Konkurrenzkampf geschaffen, der besonders Tah betreffen wird. Zumal der Nationalspieler in dieser Spielzeit bereits Momente hatte wie beim 0:1 in Osnabrück, bei denen er noch nicht so stabil wirkte wie in der Vorsaison.

Endlich wieder Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung beim FC Bayern?

Gleichzeitig kommt der deutsche Nationalspieler in der reinen Verteidigungsarbeit statistisch auf ähnliche Werte wie Kim, wie beispielsweise seine sechs zurückgewonnenen Bälle und fünf klärenden Aktionen in Dortmund beweisen. Tah hat sich nicht ohne Grund das Standing als Ruhepuls und optimale Ergänzung zu Upamecano erarbeitet.

Aus diesem Grund dürfte Tah derzeit noch die Nase vorn haben und in den kommenden Spitzenspielen gegen Leipzig, Dortmund oder Arsenal neben dem französischen Abwehrcehf verteidigen. Doch Kims Chancen auf ein Comeback für die Stammelf steigen mit jeder Partie, in der der Südkoreaner seine eigene Entwicklung vorantreibt, was für den FC Bayern ohnehin nur positiv sein kann.

Denn einen solchen Konkurrenzkampf, der auch das letzte Prozent aus den beteiligten Spielern herauskitzelt, gab es schon länger nicht mehr beim FCB.

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