Harry Kane hat mit dem FC Bayern in Mainz gewonnen
Bild: Alex Grimm/Getty Images

FC Bayern siegt in Mainz: Drei Punkte und drei Baustellen

Florian • 07.11.2026 •


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Beim 1. FSV Mainz 05 hat sich der FC Bayern in der Vergangenheit desöfteren schwer getan. Umso beeindruckender ist es, wie der Rekordmeister das Duell mit den Rheinhessen für sich entscheiden konnte. Ein Sieg, der drei wichtige Punkte in der Bundesliga bringt und dem Team in dieser komplizierten Saisonphase weiteres Selbstvertrauen geben sollte.

In Mainz gefiel besonders Lennart Karl. Der Youngster scheint wie beflügelt, seit Klub-Urgestein Uli Hoeneß ein Gespräch mit dem Nationalspieler ankündigte bzw. androhte. Der 18-Jährige sammelte in Mainz nicht nur seinen fünften Scorerpunkt in dieser Saison (drei Tore, zwei Vorlagen) sondern leitete auch viele Angriffe der Münchner ein und zeigte sich auch im Pressing deutlich verbessert.

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Harry Kane: Weltfußballer mit Abschlussschwäche

Eine Quote, von der Harry Kane aktuell nur träumen kann. Wobei: So ganz stimmt das nicht. Zwar ist der Engländer seit vier Pflichtspielen ohne eigenen Treffer, Kane sammelte seit der Wahl zum Weltfußballer aber bereits fünf Assists. Tatsache ist aber auch, dass dem Briten vor dem Tor so etwas die Kaltschnäuzigkeit abzugehen scheint.

Oder handelt es sich hierbei einfach nur um eine „schlechte“ Phase? Das Positive für alle, die es gut mit dem FC Bayern meinen: Kane kommt weiterhin zu gefährlichen Torchancen, Kane erarbeitet sich Torchancen und setzt auch weiterhin seine Mitspieler gekonnt in Szene. Ein Musterbeispiel ist das 2:0 in Madrid, als Laimer nach Zuckerpass vom Weltfußballer frei vor Oblak vollenden kann.

Für Kane geht es jetzt mit der englische Nationalmannschaft weiter. Bei Nationaltrainer Thomas Tuchetl erwartet den 33-Jährigen eine besondere Ehre: Mit einem weiteren Einsatz für die Three Lions wird der gebürtige Londoner zum alleinigen Rekordnationalspieler des Landes, gegen Kroatien und Spanien könnte Kane zudem etwas für sein persönliches Torkonto tun.

FC Bayern: Die Situation um Manuel Neuer ist ein Eigentor

Nicht für die Nationalelf im Einsatz ist Manuel Neuer. Der Keeper, selbst aus der DFB-Elf zurückgetreten, wäre aber gesundheitlich gar nicht in der Lage die Spiele gegen Serbien und die Niederlande zu bestreiten. Erneut hat Neuer Probleme mit seinem Fuß, vor dem Spiel bei Atlético Madrid gab der Kapitän zu Protokoll, dass er täglich Schmerzen hätte und ein Einsatz auf der Kippe stand.

Schlussendlich spielte Neuer und deshalb stand er auch in Mainz wieder zwischen dem Pfosten. Dort sah der 40-Jährige aber nicht nur beim zurückgenommen 1:1 schlecht aus – Neuer erwischte eine Freistoßflanke nicht richtig – sondern musste in der Folge auch verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Für Neuer kam Urbig ins Spiel. Es ist beeindruckend, wie selbstverständlich der junge Keeper in die Rolle des Ersatzmanns, der Nummer 1b schlüpft, offenbar macht ihm das ständige Wechselspielchen mit dem Weltmeister von 2014 gar nichts aus. Schaut man auf die Statistiken fällt nun eines auf: Während Urbig bei aktuell 675 Spielminuten steht, hat Neuer bisher 765 Minuten auf dem Konto.

Von einer klaren Nummer 1 kann bei diesen Einsatzzeiten nicht mehr die Rede sein. Neuer, der schon vier Spiele verletzt verpasst hat, muss sich langsam fragen ob er nicht seine eigene Gesundheit höher priorisieren müsste. Denn es ist nicht von der Hand zuweisen, dass die bei seinem riskanten Ski-Ausflug 2022 zugezogene Verletzung auch knapp vier Jahre später immer noch Probleme macht.

Der FC Bayern selbst steht hier vor einem Dilemma: Auf der einen Seite möchte oder kann man die Klub-Legende nicht während der Saison absägen und zur Nummer 2 degradieren. Auf der anderen Seite sind die beinahe wöchentlich aufkommenden Verletzungssorgen ein Unruheherd für das Team. Gerade in dieser hektischen und für das Team fordernden Saisonphase mit vielen Abstinenzen wäre Klarheit wünschenswert.

Fehlender Mut: Binder bisher ohne Chance beim FC Bayern

Tim Binder wäre wahrscheinlich froh gewesen, er hätte in Mainz die Spielzeit von Manuel Neuer erhalten. Doch es kam, mal wieder, anders. Sechs Mal saß der Youngster bisher bei den Profis auf der Bank, lediglich gegen Magdeburg reichte es für einen Kurzeinsatz.

Natürlich kann ein 19-Jähriger beim FC Bayern keine großen Ansprüche stellen, aber es verwundert schon, dass angesichts der Verletztenmisere in der Offensive das Trainer-Team eher Spieler wie Sacha Boey positionsfremd als Linksaußen aufbietet anstatt einem Talent aus dem eigenen Stall ein paar Spielminuten zu geben.

Klar: Der Profifußball ist kein Wunschkonzert und die Spiele des FC Bayern waren zuletzt auch eher knapp, aber wenn nicht jetzt, wann dann sollen Spieler wie Santos Daiber, Binder und Co. an die Profis herangeführt werden? 10 Minuten in Mainz in der Bundesliga sind für die Entwicklung eines Tim Binder mit Sicherheit wertvoller als für einen Hiroki Ito oder Sacha Boey.

Oder stehen da mitunter andere Interessen im Vordergrund? Boey und Ito sind beides Spieler, die in München keine große Zukunft mehr haben werden. Zumindest Boey wurde öffentlichwirksam darauf hingewiesen, dass es ggf. besser wäre, sich einen anderen Verein zu suchen. Es ist daher zumindest nicht auszuschließen, dass man die beiden Spieler bewusst in das Schaufenster stellt um ihnren Minuten, Selbstvertrauen und vielleicht sogar einen Abnehmen im Winter zu beschaffen.

So oder so: Für Binder und die anderen Talente ist das kein gutes Zeichen. Dabei müssen Jugendförderung und hohe Ambitionen kein Widerspruch sein, man schaue nur mal auf die Spielberichtsbögen der Ligue 1 wenn Paris St. Germain spielt oder wenn der FC Barcelona in der La Liga aufläuft.

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