Nur 2:2 gegen Manchester City: FC Bayern verschenkt Auftakt nach Maß
Man wolle keinen Schritt weniger, eher einen mehr machen als in der vergangenen Saison, erklärte Giulia Gwinn auf der Pressekonferenz am Montag. In der Champions League würde das für den FC Bayern bedeuten, das Finale zu erreichen.
Der Weg dorthin ist hart. Schon zum Auftakt der Ligaphase wartete mit Manchester City ein schwerer Brocken. Mit dem englischen Meister kam auch der erste Gradmesser nach München. Am Ende reichte es nur zu einem 2:2 und zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten.
Miasanrot hat die Partie für euch im Liveticker zum Nachlesen. Gleich folgt die Analyse.
Weitere Artikel zum FC Bayern München:
- Weltklasse-Damnjanović: Wie der FC Bayern Köln knackte
- FC Bayern – Szenenanalyse: Aleksandar Pavlović mit dem perfekten Laufweg
- Podcast: Zwischenfazit zum Saisonstart und Klopp-Start beim DFB
FC Bayern vs. Manchester City: Dinge, die auffielen
Sehr starke erste Halbzeit
In der ersten Halbzeit haben die Frauen des FC Bayern eine ihrer stärksten Champions-League-Leistungen der vergangenen Jahre abgeliefert. Mutig, aggressiv, zielstrebig und dominant – man ließ Manchester City kaum Luft zum Atmen.
Immer wieder liefen sie hoch an, eroberten über Damnjanović und Amani viele Bälle. Auch die Außenverteidigerinnen machten die Linie gut dicht. Die Gäste verloren dadurch schnell ihren Rhythmus und kamen kaum ins Spiel. Bayern wiederum erspielte sich Chance um Chance, hätte früher schon höher führen können.
Genau so muss man in der Champions League als FC Bayern auftreten. Umso bitterer, dass man sich die Leistung mit dem unnötigen Anschlusstreffer kurz vor der Pause wieder etwas eingerissen hat. Ja, eigentlich muss man hier darüber diskutieren, dass die Schiedsrichterin das Spiel nicht unterbricht. Eine Pyrofackel wurde von außerhalb des Stadions auf das Feld geschmissen. Aber wie Viggósdóttir da als erfahrene Spielerin verteidigt, ist nicht damit zu entschuldigen. Das ging zu leicht.
Linda Dallmann überragt, Klara Bühl und Momoko Tanikawa hängen etwas durch
Ein Grund für die starken ersten 45 Minuten, eher sogar 55 Minuten war Linda Dallmann. Die Mittelfeldspielerin war überall auf dem Platz zu finden, arbeitete defensiv stark mit und hatte vor allem großartige Impulse im Spiel nach vorn. Immer wieder leitete sie schnelle Angriffe ein oder erdribbelte sich Raum.
Etwas weniger ins Rollen kamen Klara Bühl und Momoko Tanikawa. Bühl hatte abermals einen großen Output an Aktionen, probierte viel und war auch gut ans Spiel angebunden. Nur gelingen wollte ihr nicht so richtig viel. Mal dribbelte sie sich fest, mal traf sie ihren Abschluss nicht richtig. Tanikawa wirkte schon gegen Köln etwas neben der Spur. Die Ballverluste häufen sich bei ihr im Moment.
Bei beiden ist das Kritik auf dem höchsten Niveau. Aber in der Champions League fallen kleine Fehler sofort auf.
Hat der FCB ein Innenverteidigerinnen-Problem?
Neben Viggósdóttir, die beim 1:2 und auch in einigen anderen Situationen etwas unsicher wirkte, machte Vanessa Gilles kein gutes Spiel. Die Kanadierin spielte ein paar schlimme Fehlpässe im Aufbau und wirkte generell nicht wirklich resistent gegen den Stress, den City auf sie ausübte. Die Alternativen sind aktuell kaum existent. Ballisager ist noch nicht wieder ausreichend fit, Eriksson weiterhin verletzt.
Enttäuschende zweite Halbzeit
In der zweiten Halbzeit haben die Bayern dann komplett den Faden verloren – und ihn nie wiedergefunden. Die eine oder andere Konterchance am Ende gibt dieser Halbzeit einen komplett falschen Eindruck. Bayern war ab der 55. Minute ca. und spätestens ab dem Elfmeter nur noch damit beschäftigt, Manchester City zu verteidigen.
Sobald man den Ball selbst hatte, wurde er viel zu schnell und leichtsinnig wieder hergegeben. Statt mal Kontrolle reinzubringen, wurden lange Bälle gespielt, die City ganz simpel verteidigt hat. Manchester City ist ein Top-Team, das gezeigt hat, das es gut kombinieren kann. Dass das hohe Pressing dann auch mal überspielt werden kann, ist nur logisch.
Dass die Bayern aber keine echte Antwort mehr darauf hatten, enttäuschte. Die Wechsel verpufften, der taktische Ansatz blieb gleich. Echte Anpassungen gab es dadurch nicht. Dass dieses Spiel 2:2 ausgeht, ist deshalb nicht nur auf die Stärke Citys zurückzuführen, sondern auch auf einen Leistungseinbruch der Bayern, der auf diesem Niveau nicht passieren darf.
Und nu, Bayern?
Wie so oft bei solchen Spielen, bleibt jetzt die Frage, wie man diese zwei unterschiedlichen Halbzeiten bewerten möchte. Man kann sich an die erste Halbzeit klammern und davon schwärmen, wie gut die Leistung war und wie sehr man darauf aufbauen kann.
Vergessen sollte man diese zweite Halbzeit dabei aber nicht. Es ist nicht das erste Mal, dass die Bayern innerhalb eines Spiels sehr starke Schwankungen haben in der Champions League. Will man den von Gwinn angekündigten nächsten Schritt gehen, dann muss man Lösungen dafür finden, wie man dieses Auf und Ab innerhalb der 90 Minuten abstellen kann. Andernfalls wird es in der Champions League schwer.
FC Bayern vs. Manchester City: Der Spielverlauf im Liveticker zum Nachlesen
Der Ticker aktualisiert sich automatisch – neue Einträge erscheinen ohne Neuladen auf der Seite.
Wenn der Ticker sich in der iOS-App nicht von selbst aktualisiert, dann update bitte auf die neuste Version.
Aufstellungen
1 E. Mahmutovic
7 G. Gwinn
4 G. Viggósdóttir
2 V. Gilles
20 F. Kett
18 M. Tanikawa
15 B. Amani
10 L. Dallmann
21 P. Harder
17 K. Bühl
9 J. Damnjanović
Bank: E. Imade, B. Dunst, S. Ballisager, J. Kappes, A. Klink, S. Mattner-Trembleau, K. Naschenweng, Kassandra Potsi, S. Proost, S. Zadrazil, A. Şehitler
31 A. Yamashita
18 K. Casparij
4 Jade Rose
5 A. Greenwood
37 C. Wamser
17 S. Coffey
25 Yui Hasegawa
20 A. Fujino
7 B. Mead
11 L. Hemp
9 K. Shaw
Bank: Gracie Prior, A. Moorhouse, S. Lewis, M. Fowler, E. Cumings, Grace Clinton, Millie Burdon, Laura Blindkilde Brown
Statistik
| 46 | Ballbesitz % | 54 |
| 13 | Schüsse | 8 |
| 4 | Aufs Tor | 3 |
| 1 | Ecken | 4 |


