Vorschau: 1. FC Köln – FC Bayern München

Drei Heimspiele, 16 Tore, ein Gegentor und drei mehr als überzeugende Siege. Der FC Bayern scheint seine Offensive wiederentdeckt zu haben. Dazwischen gab es jedoch einen schwachen Auftritt in Berlin. Kann der Rekordmeister in Köln auch auswärts in die Spur finden?

Ja, die Münchner sind derzeit das stärkste Auswärtsteam der Liga. Sie müssen aber neben Köln auch noch nach Gladbach, Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg und Leipzig. Viele Orte, an denen der Rekordmeister in den letzten Jahren Punkte liegen ließ. Darüber hinaus waren viele Spiele in der Fremde zuletzt sehr knapp.

Carlo Ancelottis Mannschaft dürfte jedoch gut vorbereitet sein auf die kommenden Wochen. Zur richtigen Zeit hat der FCB seine Form verbessert, wenngleich eine Einordnung wichtig ist.

Mit Arsenal, Hamburg und Schalke traten drei Teams in der Allianz Arena an, die dem Deutschen Meister in die Karten spielten. Sie ließen den Schlüsselspielern Räume, fanden selbst keine Lösungen, um das Pressing der Bayern zu bespielen und befinden sich teilweise in einer schlechten Verfassung.

Trotzdem wurde an wichtigen Schrauben gedreht. Wenige personelle Veränderungen führten dazu, dass die Münchner in der Arbeit gegen den Ball deutlich effektiver wurden. Für Ancelotti kristallisierten sich so zwei Möglichkeiten heraus.

Abwandlung der Lineup of Death

Die von Steffen aus dem Basketball übernommene Bezeichnung der “Lineup of Death” feierte unter Ancelotti beinahe ihr Comeback. Während Guardiola sie mit fünf Offensiven und Thiago erstmals aufstellte, sind es nun vier Angreifer inklusive des spanischen Mittelfeldakteurs gewesen.

Gegen Mainz, Wolfsburg und Hamburg fuhr der Trainer damit äußerst erfolgreich. 52 Abschlüsse, 16 Tore und nur ein Gegentreffer. Die Formation ist nicht nur unglaublich durchschlagskräftig, sondern hilft auch im Gegenpressing.

Mit vielen Spielern im letzten Drittel konnten die Bayern nämlich immensen Druck auf ihre Gegner ausüben. Überdies wird individuelle Klasse hier optimal mit fast schon automatisch entstehenden Dreiecken kombiniert. Die Wege sind somit kürzer bei Ballverlusten.

Die abgewandelte Lineup of Death sorgt für unfassbare Präsenz im letzten Drittel. Statt Alonso spielten hier allerdings meist Vidal oder Lahm.

Durch einen einrückenden Ribéry und dem aufrückenden Alaba kriegen die Bayern teilweise sechs Spieler in das Angriffsdrittel. Das ehemalige Problem im Zehner-Raum wird zudem durch gleich vier Spieler gelöst und auch Lewandowski profitiert enorm.

Der Pole traf in den drei Partien sieben Mal. Speziell gegen Fünferketten und somit drei Innenverteidigern braucht er Unterstützung um sich herum. Ein Zehner reicht da meist nicht aus.

Beim Stichwort Unterstützung fiel in den letzten Jahren immer wieder der Name Thomas Müller. Der Nationalspieler war in dieser Formation ebenfalls am stärksten. Trotz seiner durchwachsenen Saison kam er in den drei Begegnungen auf einen Treffer und drei Vorlagen.

Alonso war bisher nur 19 Minuten Teil der abgewandelten Lineup of Death. Der Spanier könnte allerdings ebenfalls Gefallen an ihr finden. In Ballbesitz würde er sich vieler Anspielstationen erfreuen.

Gerade sein zuletzt wichtiges vertikales Spiel sollte so noch gewinnbringender sein. Allerdings ist der ehemalige Weltmeister dann auch relativ isoliert im Mittelfeld, wenn das Gegenpressing der Münchner doch mal überspielt wird. Diese Situationen liegen ihm eher weniger und spielstarke Mannschaften sind in der Lage das zu nutzen.

Alonso ist als vertikaler Passgeber extrem wichtig. Dafür benötigt er so viele Optionen wie möglich.

Die Variante ohne Müller

Etwas weniger spielstark ist in dieser Saison Thomas Müller. Seine Probleme ziehen sich durch die Saison. Der Luxuskader der Bayern wird Ancelotti hier zum Verhängnis. In der ersten Variante blühte der Angreifer wieder auf. Doch ist sie gerade bei ungeplanten Ballverlusten sehr anfällig und somit nicht für jeden Gegner tauglich. Müller ist dann oft der erste, der rausrotiert wird.

Thiago ist einfach zu wichtig, Vidal und Alonso haben sich ebenfalls in eine gute Verfassung gespielt und Müller kriselte eben doch zu oft. Sportlich ist diese Entscheidung daher nachvollziehbar, wenn der Trainer eine im Mittelfeld kompaktere Ausrichtung wählt.

Müller funktioniert in Verbindung mit Thiago und Lewandowski am besten. Dafür kann und will Ancelotti aber keinen Flügelspieler opfern. Das funktionierte schon zu Beginn seiner Amtszeit nicht.

Spielen die Bayern in ihrer offensivsten Formation, bieten sich dem Gegner große Räume im Mittelfeld. Dafür müssten sie aber das Gegenpressing knacken.

Der Vorteil des 4-2-3-1 mit Thiago als Zehner und Vidal sowie Alonso dahinter ist also, dass zwei Spieler tiefer positioniert sind, die mit ihrer Antizipation viele Konter verhindern können.

Zudem ist Thiago in höheren Zonen sehr wichtig für den Rekordmeister, da er dort vielversprechende Ballgewinne verbuchen kann. Das Gegenpressing ist nicht mehr ganz so effektiv, wie in der erstgenannten Variante, wenn Vidal tiefer steht. Dafür ist die Formation insgesamt aber kompakter.

Es scheint bisher so, als hätte sich Ancelotti für diese Option festgelegt, wenn es in einem Spiel um alles geht. Zumindest war das bisher gegen Leipzig, Arsenal und Schalke der Fall. Jeweils mit Erfolg und vielen Toren.

Insgesamt dürfte die Durchschlagskraft mit Müller als zusätzlichem Offensivspieler dennoch höher einzuschätzen sein. Auch, wenn die 60 Abschlüsse in der vermeintlich kompakteren Ausrichtung eine andere Sprache sprechen. Letztendlich hängt auch vieles davon ab, wie die vorhandenen Spieler ihre Positionen interpretieren.

Grundsätzlich wirkte es mit Müller und Thiago im letzten Drittel homogener in Ballbesitz, als mit Vidal und Thiago. Doch gerade das letztgenannte Duo erzeugt im Gegenpressing eine Power und Gewalt, der Fast kein Team der Welt standhalten kann. Je höher Vidal dabei agiert, umso besser ist das für Bayerns Gegenpressing. Müllers Einbindung wird deshalb weiterhin problematisch bleiben.

Ebenso problematisch könnte die Kombination aus Alonso und Vidal auf der Sechs werden. Beide harmonierten nicht immer perfekt miteinander. Alonso ist mit einem spielstarken Partner viel effektiver und kreativer, während Vidal ihn zu selten entlastet.

Lahm und Vidal, Thiago und Alonso sowie Thiago und Vidal funktionierten bisher besser. Am interessantesten wäre jedoch das Duo Kimmich und Thiago, das es bisher noch nicht zu sehen gab. Beide ergänzen sich auf dem Papier perfekt.

Ancelotti hat sich nun aber auf das physisch stärkste Duo festgelegt. Spielerisch ist das weniger effizient, dafür kann der Italiener sich auf Erfahrung verlassen. Bisher hatte er damit immer recht. Und ist Vidal hoch positioniert, bildet er mit Thiago vielleicht das beste Pressing-Duo der Welt. Ancelotti wird sich hier jeweils auf den Gegner einstellen und die für den Moment beste Variante aufstellen müssen.

Ribéry profitiert von Ancelotti

Während Müller eher einer der Verlierer dieser Saison ist, ist Ribéry ein Gewinner. Der Franzose kommt unter Ancelotti nochmals in eine richtig gute Form. Auch, weil er mit seiner Rolle deutlich besser zurecht kommt als Douglas Costa.

Ribéry liegt die einrückende Rolle und auch Alaba bekommt dadurch mehr Räume.

Diese ist nämlich vor allem durch das Einrücken definiert. Damit öffnet Ribéry nicht nur wichtige Räume für Alaba, sondern bringt sich selbst auch in Zonen, in denen sein verringertes Tempo nicht auffällt.

Der 33-Jährige ist zudem deutlich spielintelligenter, wenngleich auch manchmal zu überhastet. Problematisch sind höchstens ein paar Ballverluste, die aus einigen Dribblings entstehen. Doch Ribéry ist weiterhin ein überaus wichtiger Bestandteil der Bayern, wenn auch nicht immer über die volle Distanz eines Spiels.

Costa könnte das auch sein, kommt mit der einrückenden Rolle allerdings deutlich weniger zurecht. Für das Zentrum ist sein Passspiel zu unspektakulär. Auch sein Verständnis für enge Räume ist nicht herausragend, obwohl er sich dort schon verbessert hat.

Der Brasilianer ist an der Linie am stärksten und wurde am besten eingebunden, wenn die Außenverteidiger diagonale Läufe machten, um ihm Räume zu kreieren. Das gibt es unter Ancelotti aber kaum noch und am ehesten mit Bernat, der wenige Einsätze bekommt.

Die Verlierer der gefundenen Ausrichtung

Zuletzt forderten wir Rhythmus. Diesen scheint Ancelotti nun fördern zu wollen. Allerdings auf Kosten einiger Spieler. Neben Thomas Müller und Douglas Costa, deren Probleme hier im Text erläutert wurden, kommen da vor allem die jungen Akteure hinzu.

Joshua Kimmich spielte in dieser Saison 1444 von 3060 möglichen Pflichtspielminuten. Das ist immerhin noch Platz 13 im Kader, doch womöglich zu wenig für einen Spieler seiner Klasse. Der Nationalspieler hebt sich nämlich immer weiter vom Status eines Talents ab.

In der Rotation erhält sogar Rafinha eher einen Platz auf der Rechtsverteidiger-Position als der 22-Jährige. Juan Bernat (1011 Minuten), Renato Sanches (674 Minuten) und Kingsley Coman (517 Minuten) teilen sein Schicksal. Wobei letzterer gerade durch seine Verletzungen viele Spiele verpasste.

Es ist gerade in der aktuellen Phase nicht absehbar, dass sich diese Situation verbessert. Ancelotti setzt auf die beiden Formationen, in denen die Jugend keinen Platz findet.

Das wiederum ist nur konsequent. Auch wenn Kimmich deutlich mehr Spielzeit verdient hätte, hat der Trainer sich auf zwei Varianten festgelegt, die auch ohne ihn funktionieren. In den wichtigen Spielen wird sich daran nur etwas ändern, wenn sich jemand verletzt. Das bedeutet gerade für Kimmich, dass er sich gedulden muss. Seine Zeit wird bald kommen, das sollte auch der selbstbewusste Ex-Stuttgarter wissen.

Der Verein hat mit der Verpflichtung Ancelottis das Ziel über die Entwicklung gestellt. Um das zu erreichen, muss der 57-Jährige es auch schaffen, dass die jungen Spieler ihre Rolle zumindest für diese Saison akzeptieren. Alles andere ist eine Frage für die nächste Saison.

Renato Sanches und Joshua Kimmich müssen sich dem großen Ziel unterordnen.
(Foto: Johannes Simon / Bongarts / Getty Images)

Köln als Startschuss

Umso spannender wird es aber auch sein, wie der Italiener gegen Köln aufstellt. Sieht er den Effzeh als Chance zu rotieren oder bewertet er die Bundesliga noch als eng genug, um nur wenige Veränderungen vorzunehmen?

Fünf Punkte Vorsprung würden zwar etwas Rotation legitimieren, aber mit dem noch verbleibenden Auswärtsprogramm sollten die drei Punkte lieber mit nach München gehen.

Ancelottis wichtigste Aufgabe ist es jetzt, eine Balance aus Rhythmus und Rotation zu finden. Bisher hatte er damit seine Probleme, wenn auch die insgesamt schwache Bundesliga ihm da in die Karten spielte. Jetzt hat er seine zwei Formationen aber gefunden, die am Ende die Titel bringen sollen.

Schafft er es, das starke Pressing auch in der zweiten Linie noch lückenloser zu gestalten, ist dieser FC Bayern ein ernsthafter Kandidat für jeden Wettbewerb. Auch für die Champions League. Ancelotti wird seinem Ruf langsam gerecht, muss dies jetzt aber bestätigen.

In Köln geht es nicht nur darum, den Vorsprung auf Leipzig mindestens zu halten, sondern auch darum, die Leistung gegen einen Gegner abzurufen, der taktisch vermutlich besser aufgestellt sein wird als Arsenal, Hamburg oder Schalke. Schaffen die Münchner das, darf vorsichtig geträumt werden.

Köln und der FCB im Bundesliga-Vergleich.

Fünf Thesen zum Spiel

  1. Lewandowski trifft.
  2. Kimmich beginnt.
  3. Ancelotti stellt nur drei Angreifer auf.
  4. Die Bayern schießen maximal zwei Tore.
  5. Köln trifft auch.

Drei richtige Thesen aus der Schalke-Vorschau ergeben einen Gesamtstand von 82/150.

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Leserkommentare
  1. kita

    wie oft erzählt ihr eigentlich noch dass ancelotti das ziel uber die Entwicklung stellt?
    das ist wie früher in der SZ. immer war boateng schuld, bis er plötzlich Weltmeister war.

    1. Kann deinen negativen Unterton ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Es war das zweite Mal. In Zahlen: 2.

      Zumal der Artikel sehr viel positives heraushebt. Schönen Abend noch.

    2. Daniel

      Versteh jetzt nicht, was dieser aggressive Unterton soll. Dass Ancelotti das Ziel über die Entwicklung stellt ist eine wertfreie Feststellung und erstmal keine Kritik. Schließlich ist unsere goldene Generation gerade in ihrer wohl letzten Saison, da sollte man alles versuchen, nochmal so viel wie möglich rauszuholen. Aber bestreiten kann man das finde ich anhand der sehr überschaubaren Einsatzzeiten der jungen Spieler nicht…

    3. Blanko

      Bei der nahezu unerschütterlichen Siegeswissheit, den die Jahre seit Heynkes vielen Fans gebracht haben, finde ich es nur legitim sehr deutlich auf diesen Punkt hinzuweisen! Als Pep kam, waren alle nachhaltig beeindruckt, wie modern, dominant und auch großteils noch schön anzusehen das Spiel des FCB geworden war. Aber man darf dabei nicht vergessen, dass in dieser ganzen Zeit außer Thiago und Kimmich nicht wirklich (neue) junge Spieler nachhaltig an den Kader herangeführt wurden, erst recht nicht aus der eigenen Jugend – und bei aller Hoffnung und allem Vertrauen: die Zeit von Robbery wird nun wirklich irgendwann in den nächsten 1-2 Saisons enden. Da wäre es durchaus angebracht gewesen, einen Trainer zu holen, der den lange herbeigeredeten personellen Umbruch vorantreibt, den wir unter Pep vielleicht etwas verschleppt haben, da der spielerische/systematische Umbruch allein schon beeindrucken genug war.

      1. Ich finde, dass man da unterscheiden muss. Der Trainer ist ja nicht zwingend dafür verantwortlich, wenn von unten nichts kommt, was den Anforderungen entspricht. Ich würde zudem die These in den Raum stellen, dass Guardiola Kimmich und Bernat mehr geholfen hat als Ancelotti. Wie aber richtig gesagt wurde: Priorität ist der letzte Wurf der goldenen Generation. Coman lasse ich hier mal außen vor, weil er verletzt war.

      2. GP11

        Im gesamten Zeitraum gab es genau zwei junge Spieler mit zumindest denkbar ausreichend Potential und gleichzeitig passendem Fähigkeitsprofil: Juan Bernat und Kingsley Coman. Und während bei Coman auch schon Fragezeichen ob seiner Qualitäten für eine Mannschaft mit so wenig Platz auf dem Feld stehen, hat Bernat das Pech, hinter Alaba zu stehen.
        Alle anderen Spieler, mögen die nun Can, Højbjerg, Gaudino, Weiser, Rode, Kimmich oder Sanches heißen, sind entweder nicht gut genug, für eine Ballbesitzmannschaft ungeeignet oder beides zusammen.
        Des Weiteren kommt noch hinzu, dass die komplett unfähige Vereinsführung liebend gerne Spieler gegen den Willen des Trainers Spieler kauft, die dann jungen Spielern den Platz blockieren.
        Damit ziele ich insbesondere auf die Konstellation Rode/Can/Højbjerg/Gaudino ab. Je einzelne Minute Einsatzzeit von Rode ging letztendlich auf Kosten eigener Jugendspieler. Da offensichtlich alle vier nicht gut genug für den FC Bayern sind, ist das nicht so tragisch, aber es verstärkt durch unnötigerweise den Eindruck der fehlenden Jugendförderung.
        Mit Süle kommt nun nächste Saison der dritte junge Spieler mit echtem Potential in den letzten Jahren. Allerdings ist er von der Vereinsführung wenig überrschand einmal wieder am Bedarf vorbei eingekauft worden und muss gegen drei der besten Innenverteidiger der Welt antreten. Dass auch er nächste Saison nicht eingesetzt werden wird, wird somit nicht an Ancelotti liegen, sondern an den beiden inkompetenten Kriminellen, die nicht verstehen, dass man Süle nicht ansatzweise benötigt. Erst recht nicht für 20 Mio. Euro in Anbetracht unserer anderen Baustellen.

      3. Daniel

        Ähm…inwiefern ist Kimmich “entweder nicht gut genug, für eine Ballbesitzmannschaft ungeeignet oder beides zusammen”? Sowohl Klasse als auch Eignung für eine Ballbesitzmannschaft hat er in den vergangenen anderthalb Jahren hinlänglich nachgewiesen…

      4. GP11

        Warum sitzt er dann unter Ancelotti dauernd auf der Bank?
        Warum wurde er von Guardiola nur als Notnagel auf Ausweichpositionen eingesetzt?
        Warum spielt er unter Löw nur in Ermangelung echter Alternativen auf einer anderen Position?

        Wo soll Kimmich denn deiner Meinung nach in einer Ballbesitzmannschaft spielen, sodass seine Stärken zum Tragen kommen?

      5. Ich würde dich bitten, auf deine Wortwahl zu achten. Die “inkompetenten Kriminellen” haben viel positives für den Verein getan und ihn u.a. zu dem gemacht, was er heute ist.

        Du kannst sie gerne kritisieren und du führst teilweise Punkte an, an denen sie tatsächlich viel Angriffsfläche bieten. Alles gar kein Problem. Aber solche Bezeichnungen sind einfach respektlos und haben hier meiner Meinung nach nichts verloren.

  2. GP11

    Ich verstehe nicht, was immer die Forderungen nach Kimmich sollen.
    Die Zukunft bietet ihm zwei Wege – die lauten allerdings nicht Stamm-ZM bei Bayern oder Stamm-RV bei Bayern, sondern vielseitiger Backup bei Bayern oder Stammspieler bei Schalke (wenn er in D bleiben will, die nachfolgenden Alternativen sind offensichtlich besser), Neapel, Sevilla, Tottenham und Co. Und das ist denke ich für einen Spieler wie ihn schon recht respektabel.
    Der hat einfach überhaupt nicht das Fähigkeitsprofil für einen Mittelfeldspieler bei einer Ballbesitzmannschaft. Es ist eben kein Zufall, dass er von Guardiola und Löw gar nicht als Mittelfeldspieler und von Ancelotti nur als offensiver B2B-Spieler eingesetzt wird. Letzterer gibt ihm damit sogar mehr und nicht weniger Chancen im Mittelfeld als Guardiola, auch wenn der Autor noch so oft das Gegenteil predigt.

    Abgesehen stellt sich die Frage Costa vs. Ribéry nicht wirklich. Durch die Umstellung auf Einzelsturm und lineare AVs spielen die Winger wieder invers. Es heißt dann nämlich Ribéry/Coman auf links und Robben/Costa auf rechts. Zumindest wenn Ribéry und Coman Spielpraxis aufgeholt haben. Ebenjener Coman ist übrigens gemeinsam mit Bernat derjenige, der sich wenn überhaupt über zu wenig Spielzeit beschweren kann. Denn im Gegensatz zu Kimmich und Sanches ist bei ihm eine langfristige Zukunft beim FC Bayern zumindest denkbar.

    1. Kramnik

      Keine Zukunft im Mittelfeld? Bei Kimmich spricht alles dafür der neue Alonso zu werden. Er hat ein überragendes Passspiel, gutes Spielverständnis, ist für seine Körpergröße ein guter Zweikämpfer und hat seine Leaderqualitäten schon unter Beweis gestellt. Unter Pep hat er grade wegen diesen Stärken in der IV gespielt. Ich bin der festen Überzeugung, dass er explodieren wird, wenn er geregelte Einsatzzeiten bekommt. Schade war das fehlende Vertrauen, als Alonso und Vidal in der Hinrunde schlechtere Leistungen geliefert haben. Bis jetzt muss er sich noch hinten anstellen nächste Saison könnte aber seine Zeit kommen. Hoffentlich wird man ihn nicht als RV einplanen.

      1. GP11

        Ich könnte jetzt ein seitenlanges Essay darüber schreiben, warum Kimmich niemals Alonsos Nachfolger werden wird.
        Aber du bist ja offensichtlich nicht bereit, mit mir zu diskutieren, denn du hast mir nicht erklärt, warum weder Guardiola noch Löw oder Ancelotti ihn auf der defensivsten Mittelfeldposition einsetzen, wenn er dafür doch so geeignet ist. Drei Trainer und alle drei sehen ihn nicht dort. Kannst du mir erklären, warum sie ihn nicht dort einsetzen? Ohne Ausweichen, ohne Ausreden ohne Strawman-Argumente? Einen einzigen Satz, warum sie ihn nicht dort einsetzen?
        Teilweise gibst du dir die Antwort ja doch schon selbst: “Unter Pep hat er gerade wegen diesen [sic] Stärken in der IV gespielt.” Ja was denn nun? Wegen seiner Stärken spielt er als Innenverteidiger. Müsste er denn deiner Meinung nach nicht viel eher als Aufbauspieler/Sechser/DLP spielen, wenn er anhand seiner Stärken aufgestellt wird?

      2. Kramnik

        Gut dann diskutieren wir. Dein einziges Argument ist, dass er von den Trainern nicht auf der 6 eingesetzt wurde. Eigentlich kann man dies als kein Argument bezeichnen, da es immer noch nicht erklären würde warum er nicht auf dieser Position geeignet ist. Dafür müsstest du auf seine Fähigkeiten eingehen, hast du aber nicht. Ich hab seine Stärken hervorgehoben und bin deshalb der Meinung, Kimmich gehört ins Mittelfeld. Ob er mal ein Alonso Nachfolger wird darüber kann man sich streiten. Unter Ancelotti hat er fast all seine Einsätze im Mittelfeld gemacht, das Vertrauen ist also da. Wenn man aber Weltklasse Leute vor sich hat ist es nun mal schwer sich durch zu setzten. Soll ein Löw Spieler wie Kroos, ein Pep und Ancelotti Spieler wie Alonso, Vidal oder Thiago dauerhaft auf die Bank setzen? Bei Pep und unter Löw hatte er seine ERSTE Saison in der 1. Bundesliga absolviert. Übrigens bevor die vielen Verletzungen in der IV aufgetreten sind hat er seine Spiele auf der Alonso Position gemacht. Seine vielen Einsätze bei Pep als Innenverteidiger und bei Löw als RV hat er bekommen, nicht weil er körperlich robust ist, dribbelstark ist oder einen Bellerin im Sprint nass macht. Sondern er hat ein saubere Technik, versteht das Spiel, kann super Pässe spielen und hat wenige Schwächen. Kimmich ist jetzt 22 und seine Zeit wird kommen in vielen Spielen hat er seine Klasse schon angedeutet. Ich weiß ja nicht wie viele Spiele du von Kimmich gesehen hast, anscheinend nicht viele, hier sind mal ein paar Eindrücke. Ich bin kein Fan Spieler anhand von Videos zu bewerten, jedoch sieht man vieler seiner Stärken in dem Video. Hoffentlich waren das genug Argumente, damit ich deinen Essay lesen kann.
        https://www.youtube.com/watch?v=KtGAA8CDjWs

      3. GP11

        Ja, Kimmichs Zukunft liegt im Mittelfeld. Allerdings nicht als Stratege und nicht als Kreativer, sondern als Box-to-Box-Spieler. Nur braucht man solche Spieler beim FC Bayern nicht. Arturo Vidal ist einer der besten B2Bs aller Zeiten und auch er kann durch seine Zweikampfstärke, sein Pressing und seine Torgefahr nur maximal das ausgleichen, was er durch seine fehlende Kreativität selbst kaputt macht.
        Kimmichs Passspiel ist sicher solide und er hat eine überdurchschnittliche Spielintelligenz, aber das reicht nicht für einen Verein, der grundsätzlich gegen doppelte Fünferketten antritt. Da reichen Wille und Zweikampfstärke eben nicht aus. Und ich rede hier gerade von Vidal, nicht Kimmich. Sollte Kimmich jemals dessen Stärken als B2B-ZM erreichen, hat er alles richtig gemacht.
        Man braucht Mittelfeldspieler, deren prägendsten Eigenschaften wie folgt gewichtet ausgemacht sein sollten:
        1. Spielintelligenz. Keine gute oder überdurchschnittliche Spielintelligenz wie man sie Kimmich sicherlich attestieren kann, sondern überragende.
        2. Passspiel. Auch hier ist Kimmich sicher nicht schlecht, aber trotzdem nicht ausreichend.
        Des Weiteren benötigt man Pressingresistenz und Antizipationsfähigkeit.
        Jetzt vergleich mal Kimmich dahingehend mit Alonso und Thiago. Dabei kann man auch gleich die Frage zurückstellen, ob du unsere Spiele schaust. Kimmich kann nichts, ich wiederhole nichts, besser als Alonso, er hat nur eine bessere Kondition. Kimmich wird niemals solche hohen, langen Diagonalbälle in den Lauf des Außenspielers spielen und er wird niemals solche filetierenden, flachen Vertikalpässe wie Alonso spielen.
        Hast du jemals einen Alonso, einen Thiago, einen Verratti oder einen Pirlo spielen sehen? Sah das für dich auch nur irgendwie wie bei Kimmich aus? Das sind übrigens die Spieler, die Ancelotti bisher in seiner Karriere auf der Sechs auflaufen ließ, wenn man die englische Holzhacker- und Kick-and-Rush-Liga in Form seines Chelsea-Aufenthalts außer Acht lässt.
        Ist Kimmich mit dem Ball oder gegen den Ball besser? Was davon braucht man beim FC Bayern?
        Ist Kimmich dazu in der Lage, mit einem Pass eine ganze Abwehr auszuhebeln?
        Du nennst Kimmichs Siegermentalität und seine Zweikampfstärke. Ersteres ist Grundvoraussetzung und keine Auszeichnung, zweiteres relativ unbedeutend beim FC Bayern. Viel wichtiger ist es, Bälle abzufangen und – besonders wichtig- Bälle erst gar nicht zu verlieren, weil man derart pass- und ballsicher ist. Abgesehen finde ich es geradezu urkomisch, zu fordern, Kimmich solle gerade aufgrund dieser beiden Eigenschaften, Zweikampfstärke und Siegermentalität, den Vorzug vor Arturo Vidal bekommen.
        Kimmichs Fähigkeitsprofil passt am besten in die englische Premier League, da kann er den ganzen Tag den Ball durch kilometerweit offenes Mittelfeld tragen, beim FC Bayern wird er diesen Platz, den er zwingend benötigt, niemals bekommen.
        Falls du die letzten beiden Spiele gegen Schalke gesehen hast, sollte dir in deren Reihen übrigens ein junger, deutscher Spieler aufgefallen sein, der dasselbe (beim FC Bayern nicht benötigte) Fähigkeitsprofil besitzt, nur sogar stärker ist. Leon Goretzka ist der gleiche (falsche) Spielertyp, nur zwei Tage älter, aber bereits deutlich weiter. Wenn man einen Typ wie Kimmich bei uns im Mittelfeld bräuchte – ich kann nicht oft genug betonen, dass wir das nicht tun -, dann wäre Goretzka der passende Einkauf.
        Zu Guardiola: Busquets – Xavi – Iniesta. Das ist dessen Traummittelfeld. Wo passt da einer wie Kimmich rein? Da gibt’s übrigens einen gewissen Mascherano, der als Mittelfeldspieler galt und der von Guardiola in die Abwehr versetzt wurde, weil er zwar relativ spielintelligent und passsicher war, aber eben nur für einen Verteidiger, nicht aber für einen Mittelfeldspieler. Na, klingelt’s?
        Guardiola hat Kimmich zu Beginn der letzten Saison, als er ihn noch nicht so gut einschätzen konnte, gegen sehr schwache Gegner für kurze Spielabschnitte auf der Sechs gebracht. Dann nie wieder. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass das Zufall ist.
        Zu Löw: Warum testet Löw denn dann Weigl auf der Sechs, nicht aber Kimmich, wenn letzterer das gut spielen kann? Wenn Weigl Einsatzzeiten bekommt, gelten deine Ausreden bezüglich Konkurrenz ja wohl kaum.
        Zu Ancelotti: Es ist offensichtlich, dass dieser ihn ausschließlich als Konkurrent zu Vidal (und Sanches) sieht. Was auch logisch ist, da alle B2B-ZMs sind. Und es ist auch ebenso offensichtlich, dass Ancelotti nichts davon hält, mehr als einen davon aufzustellen, da ihnen allen die Kreativität fehlt.

        Kimmich wird hier spätestens übernächste Saison den Verein verlassen, da er hier mit diesem Fähigkeitsprofil keine Zukunft hat. Vor allem dann nicht, wenn bereits Vidal hier ist.
        Ich habe eingangs geschrieben, bei welchen Clubs ich seine Zukunft sehe und Clubs wie Neapel oder die großen Engländer sind doch durchaus respektabel.
        Auch in der “Die Mannschaft” sehe ich keine Zukunft. Henrichs wird in als RV verdrängen und im Mittelfeld ist er auch dort der falsche Typ. Mit Weigl und Dahoud kommen passende Spielertypen nach und im Zweifel ist Goretzka auch der bessere B2B.

      4. Kramnik

        Okay, das ist eine gute und fundierte Aussage. Aus dieser Perspektive kann ich deine Auffasung über Kimmich besser nachvollziehen. Trotzdem teile ich in vielen Punkten nicht deine Wahrnehmung. Ich kann mich nur auf meinen subjektiven Eindruck beziehen, da mir Statistiken fehlen.
        Fangen wir mit der Nationalmannschaft an. Warum spielt Weigel auf der 6 Kimmich aber nicht? Ganz einfach, weil Weigel nichts anderes kann. Bisher hat dieser nur 4 Länderspiele gemacht, Kimmich fast das dreifache. Kimmich hat auch schon auf der 6 gespielt, wurde dann aber auf der RV Position gebraucht. Ich glaube beim Confed Cup werden wir Kimmich im Mittelfeld sehen, wie schon bei den ganzen U- Nationalmannschaften. Du bist der Meinung, dass Pep und Löw ihn auf anderen Position spielen ließen, weil er zu schwach sei um im Mittelfeld eine Partie zu lenken. Ich sehe das grade als Ausdruck seiner Stärke, wie ich ja bereits schon erwähnt hatte. Meiner Meinung nach ist Kimmich das größte deutsche Mittelfeld Talent, ich schätze ihn stärker ein als Weigel, Goretzka und Dahoud. Obwohl ich zugeben muss nicht viele Schalke Spiele zu schauen.
        Ich stimme dir zu, dass Kimmich im Pressing der schwächste von unseren Mittelfeldspielern ist. Auch mit Vidal, vorallem in großen Spielen, kann er noch nicht mithalten. Vom Passspiel sehe ich ihn stärker als Vidal und seine Pressingresistenz ist auch besser als die von Alonso. Er ist ein interessante Mischung, die zusammen mit Vidal oder Alonso und Thiago (als kreativer) ein super Mittelfeld bilden kann. Ich sehe bei ihm viele Gemeinsamkeiten mit Alonso und bin der Meinung er kann ihn beerben. Natürlich wird er nicht der neue Alonso.
        Ich glaub wir sind einfach komplett unterschiedlicher Auffassung was die Stärken von Kimmich betrifft und kommen deshalb zu einem anderen Schluss.
        Interessant wäre mal eine Übersicht zu unseren Mittelfeldspielern, indem ihre statistischen Werte mit einander verglichen werden. Wir haben mit Vidal, Alonso, Kimmich, Sanches und Thiago sehr viele unterschiedliche Typen, die verschiedene Stärken und Schwächen haben.

      5. GP11

        Pressing würde ich sogar als eine der Stärken Kimmichs bezeichnen.
        Ansonsten sehe ich da auch nicht wirklich, wie wir da noch auf einen grünen Zweig kommen.

        Zu unserer Aufteilung im Mittelfeld:
        So stell ich mir das vor (und wohl auch Ancelotti, ob er vielleicht doch nur zwei Kreative plus einen B2B haben will, kann natürlich schon sein):

        Kreativer, ball- und passsicherer Offensivspieler:
        Haben wir keinen einzigen im Kader. Thiago kann das wie jetzt gerade aushilfsweise, ihm fehlt es aber leider doch etwas an Torgefahr und vor allen Dingen wird er woanders viel mehr gebraucht.
        Früher hat der selbst von Bayernfans stets unterschätzte Ribéry das von außen her mitübernommen und quasi permanent für zwei gespielt. Das geht verletzungs- und altersbedingt aber leider nur noch selten wie jetzt gerade im Pokal.

        Kreativer, ball- und passsicherer Verbindungsspieler:
        Haben wir mit Thiago, der nur auf ausdrücklichen Wunsch des vorherigen Trainers kam, da Hoeneß und Rummenigge den nie gekauft hätten, den nach Modric wohl zweitbesten der Welt im Kader.
        Natürlich kein Back-up, da Hoeneß und Rummenigge keinen Sinn darin sehen, bei einer Ballbesitzmannschaft kreative Spieler im Kader zu haben.

        Strategischer, ball- und passsicherer Aufbauspieler:
        Haben wir mit Alonso, der ebenfalls nur wegen Guardiola und nicht wegen Hoeneß und Rummenigge hier ist, einen der besten aller Zeiten im Kader, der leider altersbedingt abbaut.
        Thiago ist hier eine herausragende Alternative, die leider schon woanders benötigt wird.
        Ansonsten kein Back-up.

        Dafür hat man drei B2Bs (Vidal, Kimmich, Sanches), von denen man höchstens einen und den auch nur situativ benötigt.
        Außerdem natürlich die Hängende Spitze Müller, welche man zum Topverdiener gemacht hat, obwohl weder der letzte noch der aktuelle Trainer etwas mit ihm anfangen konnten.

        Nächste Saison kommt dann mit Rudy der dringend benötigte Back-up-Aufbauspieler – nur leider ist dann die Nummer eins auf der Position wahrscheinlich zurückgetreten.

      6. Daniel

        “Aber du bist ja offensichtlich nicht bereit, mit mir zu diskutieren, denn du hast mir nicht erklärt, warum weder Guardiola noch Löw oder Ancelotti ihn auf der defensivsten Mittelfeldposition einsetzen, wenn er dafür doch so geeignet ist. Drei Trainer und alle drei sehen ihn nicht dort. Kannst du mir erklären, warum sie ihn nicht dort einsetzen?”
        Nicht besonders schwer: Alle drei Trainer haben Kimmich auf der Position eingesetzt, auf der sie Bedarf hatten, nicht auf der, auf der sie ihn langfristig sehen. Guardiola musste eine Verletzungsmisere in der Verteidigung verwalten, also hat er jeden Spieler, der dafür halbwegs in Frage kam, als (Innen-)verteidiger ausprobiert, was Kimmich noch mit am Besten konnte. Mit Guardiolas langfristigen Überlegungen hatte das nichts zu tun.
        Selbiges trifft auf Löw zu: Dieser brauchte nach dem Lahm-Rücktritt einen Rechtsverteidiger, das Mittelfeld ist (über)besetzt. Als Stamm-RV hat Kimmich folglich für die Nationalmannschaft einen größeren Wert als als Reservist für Kroos (und Kroos zu verdrängen werden weder Weigl noch Kimmich in den nächsten drei Jahren schaffen).
        Ancelotti wiederum ist generell kein besonderer Freund der Rotation, was ja auch Bernat oder Coman leidvoll erfahren müssen. Wer für Ancelotti ein möglicher Vertreter Alonsos ist weiß niemand, weil Alonso quasi durchspielt.

        “Arturo Vidal ist einer der besten B2Bs aller Zeiten und auch er kann durch seine Zweikampfstärke, sein Pressing und seine Torgefahr nur maximal das ausgleichen, was er durch seine fehlende Kreativität selbst kaputt macht.”
        Schau dir am Besten nochmal die letztjährigen Ko-Spiele in der Champions League an. Wenn du dann Vidals Wert nicht erkennst kann ich dir auch nicht helfen.

        “Des Weiteren benötigt man Pressingresistenz und Antizipationsfähigkeit.
        Jetzt vergleich mal Kimmich dahingehend mit Alonso und Thiago. Dabei kann man auch gleich die Frage zurückstellen, ob du unsere Spiele schaust. Kimmich kann nichts, ich wiederhole nichts, besser als Alonso, er hat nur eine bessere Kondition.”
        Was Pressingresistenz und Antizipationsfähigkeit steht Kimmich (deutlich) vor Alonso. Letzterer ist nicht besonders pressingresistent-wird er unter Druck gesetzt neigt er zu überhasteten Entscheidungen und im schlimmsten Fall verheerenden Ballverlusten und Fehlpässen. Als Beispiel sei hier sein Fehlpass in den Lauf von Aubameyang bei unserer Niederlage in Dortmund in der Hinrunde und zwei Ballverluste im CL- Viertel(?)finale gegen Porto vor zwei Jahren genannt (gibt noch mehr Beispiele, diese hier sind mir gerade spontan eingefallen). Meistens kann er das noch in letzter Sekunde ausgleichen (oftmals per Foul), manchmal aber nicht. Auch Antizipationsfähigkeit ist nicht seine ganz große Stärke-insbesondere steht er regelmäßig zu tief. Entsprechend wären schon zwei Dinge gefunden, die Kimmich besser kann als Alonso. Eine weitere Stärke von Kimmich im Vergleich zu Alonso ist neben der höheren Spielintelligenz und Pressingresistenz ist dass er weniger platzverweisgefährdet ist als Alonso, der sich mit teilweise überharten Fouls regelmäßig selbst in die Bredouille bringt.

        ” Kimmich wird niemals solche hohen, langen Diagonalbälle in den Lauf des Außenspielers spielen und er wird niemals solche filetierenden, flachen Vertikalpässe wie Alonso spielen.”
        Hier kommst du jetzt tatsächlich zu Alonsos ganz großer Stärke: er ist wie gesagt nicht besonders pressingresistent-wenn er jedoch vom Gegner in Ruhe gelassen wird und schauen und überlegen kann, sind seine weiträumigen Bälle schlichtweg überragend und deutlich besser als die von Kimmich. Allerdings kann diese Schlüsselkompetenz auf (beinahe) dem gleichen Niveau wie von Alonso auch von unseren Innenverteidigern Hummels und Boateng gespielt werden. Die Aufgabe des Sechsers wären dann weniger lange Bälle als mehr das Kurzpassspiel, die flache Ballzirkulation und das Auflösen von gegnerischen Pressingversuchen. Und in diesen Disziplinen ist Kimmich Alonso sogar überlegen!

        “Hast du jemals einen Alonso, einen Thiago, einen Verratti oder einen Pirlo spielen sehen? Sah das für dich auch nur irgendwie wie bei Kimmich aus?”
        Nö. Allerdings sieht auch Thiago nicht wie Alonso oder Verratti nicht wie Pirlo aus. Das sind fundamental andere Spielertypen. Kimmich ist Verratti deutlich ähnlicher als Thiago Pirlo ähnlich ist. Totaler Äpfel-Birnen-Vergleich. Höchstens Alonso und Pirlo sind von den hier aufgezählten Spielern auch nur ansatzweise vergleichbar.

        “Zu Guardiola: Busquets – Xavi – Iniesta. Das ist dessen Traummittelfeld. Wo passt da einer wie Kimmich rein? Da gibt’s übrigens einen gewissen Mascherano, der als Mittelfeldspieler galt und der von Guardiola in die Abwehr versetzt wurde, weil er zwar relativ spielintelligent und passsicher war, aber eben nur für einen Verteidiger, nicht aber für einen Mittelfeldspieler.”
        Fun-Fact: Weder Busquets, noch Xavi, noch Iniesta sind besonders gut in langen Diagonalpässen oder besonders weiträumig in ihrem Passspiel. Ihre Stärke liegt im flachen Kurzpassspiel. Insofern sind sie mit Kimmich oder auch Lahm (und im obigen Beispiel Thiago und Verrati) deutlich eher zu vergleichen als mit Alonso oder Pirlo, deren Spezialität hohe weite Pässe sind.

        “Zu Löw: Warum testet Löw denn dann Weigl auf der Sechs, nicht aber Kimmich, wenn letzterer das gut spielen kann? Wenn Weigl Einsatzzeiten bekommt, gelten deine Ausreden bezüglich Konkurrenz ja wohl kaum.”
        Weil Löw auf der Rechtsverteidigerposition einen Stammspieler sucht, im Mittelfeld maximal ein Backup für Kroos, Gündogan, Khedira und Özil, die erfahrener und reifer sind. Wer bei der WM hinter den genannten dreien nicht zum Einsatz kommt ist letztlich relativ egal.

      7. Kramnik

        Ich würde Kimmich in die beiden letzten Kategorien einordnen. Grundsätzlich bin ich mit dem Mittelfeld sehr zufrieden, auch wenn Alonso gehen sollte. Was fehlt ist ein Spieler von der ersten Kategorie bzw. ein Back-up da stimm ich zu. Ich sehe Bayern gut gerüstet für die Zukunft, was das Mittelfeld angeht. Man wird mit Thiago, Vidal und Kimmich eine super Erstbesetzung haben und mit Sanches für Vidal und Rudy für Kimmich gute Alternativen aufbieten können. Wenn man Nachrüsten sollte wären Spielertypen wie Özil, Silva oder De Bruyne interessant. Man sollte aber auch nicht Müller vergessen!

      8. Daniel

        @GP11:
        Ich hab so ein bissl den Eindruck, als ob du Pressingresistenz und Kreativität als synonym zueinander ansiehst (du kategorisierst in “Ist Kimmich mit dem Ball oder gegen den Ball besser?” sprich: wenn er nicht wahnsinnig kreativ ist, kann er auch nicht pressingresistent sein- das ist ja schließlich beides “mit dem Ball”). Aber das sind ganz andere Kategorien: viele Spieler sind im einen Bereich stark und haben im anderen Schwächen.

        Spieler die kreativ sind, aber nicht pressingresistent: Alonso und Johannes Geis fallen mir da sofort ein. Sie können mit genialen Pässen eine Abwehr filetieren, aber unter hohem Gegnerdruck werden sie unsauber, verlieren Bälle, spielen Fehlpässe etc.

        Spieler die pressingresistent sind, aber nicht kreativ: Martinez kann man hier nennen, mit Einschränkungen würde ich auch Busquets oder Kimmich dazu zählen. Diese Spieler verlieren kaum den Ball, sie finden immer den offenen Mitspieler. Aber kreative Vertikalpässe durch zwei gegnerische Linien hindurch, Diagonalpässe über 40 Meter und ähnliches kann man von ihnen nicht erwarten.

        Ganz selten sind Spieler, die beides sind: Thiago, Messi, Gündogan, Modric und meistens auch Kroos würde ich zu dieser enorm wertvollen Kategorie hinzuzählen.

      9. GP11

        “Nicht besonders schwer: Alle drei Trainer haben Kimmich auf der Position eingesetzt, auf der sie Bedarf hatten, nicht auf der, auf der sie ihn langfristig sehen. Guardiola musste eine Verletzungsmisere in der Verteidigung verwalten, also hat er jeden Spieler, der dafür halbwegs in Frage kam, als (Innen-)verteidiger ausprobiert, was Kimmich noch mit am Besten konnte. Mit Guardiolas langfristigen Überlegungen hatte das nichts zu tun.”
        Läuft zugegebenermaßen letztendlich auf Spekulation hinaus. Wenn Guardiola allerdings Kimmich für den großartigen Strategen halten würde, wäre es dann aber nicht sinnvoller gewesen, Vidal in die IV zurückzuziehen und Kimmich dessen Position im MF zu geben.

        “Selbiges trifft auf Löw zu: Dieser brauchte nach dem Lahm-Rücktritt einen Rechtsverteidiger, das Mittelfeld ist (über)besetzt. Als Stamm-RV hat Kimmich folglich für die Nationalmannschaft einen größeren Wert als als Reservist für Kroos (und Kroos zu verdrängen werden weder Weigl noch Kimmich in den nächsten drei Jahren schaffen).”
        Hast du sicherlich größtenteils recht, dennoch bleibt für mich die Frage, warum man dann den zukünftigen Mittelfeldstrategen Kimmich nicht wenigstens mal testet. Gerade dann, wenn er ausschließlich aufgrund unglücklicher Umstände schon im Verein nicht auf seiner Paradeposition spielen kann.

        “Ancelotti wiederum ist generell kein besonderer Freund der Rotation, was ja auch Bernat oder Coman leidvoll erfahren müssen. Wer für Ancelotti ein möglicher Vertreter Alonsos ist weiß niemand, weil Alonso quasi durchspielt.”
        Hier muss ich doch entschieden widersprechen. Es war bereits mehrmals in dieser Saison der Fall, dass Alonso und Thiago gemeinsam gestartet haben und dann Kimmich für Alonso eingewechselt wurde. Dann ging aber immer Thiago zurück auf die Sechs und Kimmich hat als B2B gespielt. Mir fällt nur das Pokalspiel gegen Wolfsburg ein, wo das nicht so war.

        “Schau dir am Besten nochmal die letztjährigen Ko-Spiele in der Champions League an. Wenn du dann Vidals Wert nicht erkennst kann ich dir auch nicht helfen.”
        Das ist doch genau das, was ich meine. Wenn er spielt, sinkt unsere Kreativität, wir haben weniger Ballbesitz und der Gegner hat mehr Konterchancen. Gerade dann tritt jedoch Vidals große Stärke im Gegenpressing, in Zweikämpfen, in der Antizipation und im Umschaltspiel zum Vorschein. Vidal in Topspielen ist quasi ein Nullsummenspiel im Vergleich zu einem qualitativ gleichwertigen Kreativspieler, gegen die meisten anderen Teams leider schlechter. Und meine Bezeichnung Vidals als weltbesten B2B sollte doch offensichtlich zeigen, was ich von ihm generell halte. Ich bin sogar ein riesiger Vidal-Fan und das ist ja auch der Grund warum ich ihn erst erwähnt habe. Ich kann es eben null nachvollziehen, wenn Leute Vidal für Kimmich auf die Bank setzen wollen. Er passt halt leider trotzdem nur bedingt zum jetzigen FC Bayern.

        “Was Pressingresistenz und Antizipationsfähigkeit steht Kimmich (deutlich) vor Alonso.”
        Leider hat Alonso in der Pressingresistenz altersbedingt abgebaut. Er ist aber immer noch mindestens auf dem Niveau von Kimmich. Bei jenem Fallen seine extrem ungelenken Ballannahmen auf, bei welchen er den Ball meist zu weit vorlegt. Das geht im extremen Pressing in der Mitte aber nicht. Bei der Antizipation liegt Alonso ohnehin vorne, aber das ist letztlich persönlicher Eindruck, bei dem wir uns nie einig werden.
        Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle jedoch, dass Alonso gerade in den beiden CL-Halbfinals gegen Barca und Atlético unser überragender Spieler war und auch von Guardiola jeweils explizit entsprechend gewürdigt wurde. Gerade dann, wenn es wirklich darauf ankommt, reicht es für Alonso also doch. Und ich möchte an dieser Stelle nochmal an das vorhin erwähnte Spiel gegen Wolfsburg im Pokal erinnern, als Kimmich ausnahmsweise tatsächlich Alonso eins zu eins ersetzt hatte. Wenn du die die letzten zwanzig Minuten nochmals anschaust, wirst du feststellen, dass wir exakt mit diesem Wechsel angefangen haben, hinten zu schwimmen, da wir die Mittelfeldkontrolle verloren hatten.

        “Allerdings kann diese Schlüsselkompetenz auf (beinahe) dem gleichen Niveau wie von Alonso auch von unseren Innenverteidigern Hummels und Boateng gespielt werden. Die Aufgabe des Sechsers wären dann weniger lange Bälle als mehr das Kurzpassspiel, die flache Ballzirkulation und das Auflösen von gegnerischen Pressingversuchen. Und in diesen Disziplinen ist Kimmich Alonso sogar überlegen!”
        Du machst hier meiner Meinung nach zwei Fehler. Erstens darf die Passstärke unserer Innenverteidger niemals die Passstärke unserer Mittelfeldspieler ersetzen. Vielmehr sollte sie ein fantastischer Bonus obendrauf sein. Zweitens setzt du lange Bälle zu stark mit langen, hohen Bällen gleich. Flache Vertikalbälle sind sogar weitaus wichtiger und gerade da ist Alonso Kimmich überlegen, ich denke sogar mehr als bei den hohen Bällen auf außen. Exemplarisch Thiagos erstes Tor gegen Arsenal. Ich will gar nicht sagen, dass das ein unfassbarer Pass von Alonso war, aber der ist mir gerade spontan eingefallen, wo ich mir sicher bin, dass das alle im Kopf haben und vor allem garantiert Alonso eben mit fast hundertprozentiger Sicherheit, dass dieser Pass in diesem Moment in dieser Qualität zu Lewandowski kommt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch Alonsos Performance als Innenverteidiger gegen Leverkusen zu Beginn letzter Saison. Was hat er da für fantastische, flache Pässe durch das gesamte Mittelfeld gespielt. Das kam von Kimmich eine halbe Saison später so nicht.

        “Nö. Allerdings sieht auch Thiago nicht wie Alonso oder Verratti nicht wie Pirlo aus. Das sind fundamental andere Spielertypen. Kimmich ist Verratti deutlich ähnlicher als Thiago Pirlo ähnlich ist. Totaler Äpfel-Birnen-Vergleich. Höchstens Alonso und Pirlo sind von den hier aufgezählten Spielern auch nur ansatzweise vergleichbar”
        Bei all diesen Spielern denke ich in erster Linie an zwei Dinge: Unfassbare Spielintelligenz und unfassbare Passfähigkeiten. Dass es gerade bei der Art der Ausprägung letzterer Fähigkeit Unterschiede gibt, ist klar. Ändert aber nichts daran, dass sie alle auf unterschiedliche Art und Weise überragend darin sind. Und wenn du Kimmich auch nur Ansatzweise in diesen Fähigkeiten auf diesem Niveau siehst – und zwar auch gerne mit der Einschränkung auf dem Niveau dieser Spieler in diesem Alter – dann werden wir uns wohl nicht mehr einig.

        “Fun-Fact: Weder Busquets, noch Xavi, noch Iniesta sind besonders gut in langen Diagonalpässen oder besonders weiträumig in ihrem Passspiel. Ihre Stärke liegt im flachen Kurzpassspiel. Insofern sind sie mit Kimmich oder auch Lahm (und im obigen Beispiel Thiago und Verrati) deutlich eher zu vergleichen als mit Alonso oder Pirlo, deren Spezialität hohe weite Pässe sind.”
        Die Vergleiche mit Xavi, Iniesta, Thiago und Verratti verbieten sich aufgrund deren Dribblingfähigkeiten ohnehin. Zu Alonso ist bereits genug gesagt worden weiter oben. Zu Lahm: Puh, da tust Kimmich echt keinen Gefallen, den mit Philipp Lahm in einem Satz zu nennen. Lahm ist die personifizierte Spielintelligenz mit fantastischem Kurzpassspiel. Nur hat Lahm eben trotzdem nicht langfristig im Mittelfeld gespielt, da ihm da eben entweder die Dribblingfähigkeiten eines Xavi und die Diagonalbälle eines Pirlo fehlen. Wie soll es dann für Kimmich reichen, der im Vergleich zu Philipp Lahm in jeder Hinsicht außer der Torgefahr den Kürzeren zieht.
        Bleibt noch Busquets. Hier machst du wieder den Fehler, lange, flache Vertikalpässe außer Acht zu lassen. Und hierin ist Busquets nunmal unbestritten ein Meister. Und auch da tust du Kimmich letztlich keinen Gefallen beim Vergleich. Du hast eingangs geschrieben, dass Guardiola nur deshalb nicht Kimmich auf der Sechs eingesetzt hat, weil er woanders mehr gebraucht wurde. Warum hat dann Guardiola bei Barca den Stammspieler Yaya Touré weggeschickt, um Platz für den vergleichbar alten Busquets zu machen?

        “Weil Löw auf der Rechtsverteidigerposition einen Stammspieler sucht, im Mittelfeld maximal ein Backup für Kroos, Gündogan, Khedira und Özil, die erfahrener und reifer sind. Wer bei der WM hinter den genannten dreien nicht zum Einsatz kommt ist letztlich relativ egal.”
        Da hast du Recht.

      10. GP11

        Da das alles so negativ klingt, möchte ich auch nochmals explizit erwähnen, dass ich mir Kimmich durchaus als Allround-Back-up bei Bayern oder als Stammspieler bei einem englischen Topteam vorstellen kann.
        Nur eben nicht als Stammspieler beim FC Bayern.

      11. GP11

        @Daniel.
        Ne, ich unterscheide schon Kreativität und Pressingresistenz und fordere ja eben Spieler, die beides ausmacht. Wenn solche Spieler dann etwas mehr kosten, muss man eben den dritten B2B-ZM oder den vierten Inneverteidiger einsparen und eben da, wo man es braucht mehr investieren.

        Wenn ich irgendwo verallgemeinert habe, dann eher dass ich nicht näher zwischen Kreativität und Strategie unterschieden habe. Ist aber auch relativ schwer das in Worte zu fassen, auch wenn man sich im Kopf leicht die Unterschiede vorstellen kann.

        Du hast sicher Recht, dass Alonso inzwischen Defizite in der Pressingresistenz hat, das war aber nicht immer so. Bei Martínez würde ich auch sagen, dass das immer zu leicht relativ gesehen wird. Weil Martínez für seinen Spielertyp relativ gesehen pressingresistent ist und Alsonso wiederum genau nicht, heißt das nicht, dass Martínez dahingehend auch absolut gesehen besser ist.
        Und allgemein tust du mir Busquets mit deinen Einordnungen etwas unrecht.

      12. chicago_bastard

        Alonsos Probleme mit gegnerischem Pressing sind alles andere als ein neues Phänomen, die hatte er schon als er mit Real gegen den BVB spielte und Klopp hat das ja auch knallhart ausgenutzt. Alonso war da regelmäßig die größte Schwachstelle, die entsprechend attackiert wurde. Mindestens in diesem Aspekt ist ihm Kimmich sicher überlegen.

        Finde die Diskussion aber nicht sonderlich zielführend, da ich denke, dass Kimmich kommende Saison nicht im Mittelfeld, sondern als rechter Verteidiger eingesetzt wird. Für das Mittelfeld hoffe ich ja auf einen echten Kracher a la Verratti.

      13. Daniel

        “Wenn Guardiola allerdings Kimmich für den großartigen Strategen halten würde, wäre es dann aber nicht sinnvoller gewesen, Vidal in die IV zurückzuziehen und Kimmich dessen Position im MF zu geben.”
        Vidal halte ich für keinen guten IV. Er lebt glaub ich davon, dass er Gegner aggressiv in Zweikämpfe verwickeln kann, dass er rausrückt und den Gegner aktiv attackiert. Als Innenverteidiger musst du in der Kette bleiben, musst einen Gegner auch mal leiten oder abdrängen, das passt gar nicht zu Vidal. Als IV würde er glaube ich potentiell verheerende Lücken in die Kette reißen oder-wenn man ihn tatsächlich zügeln kann-ihn seiner größten Stärke berauben. Wenn überhaupt würde ich da eher Alonso als Aushilfsinnenverteidiger sehen-dazu unten mehr. Zudem ist es auch eine größere Rotation, einen Mittelfeldspieler in die Abwehr zu stellen und durch einen Bankspieler zu ersetzen als einfach nur den Bankspieler in die Abwehr zu stellen.

        “Hier muss ich doch entschieden widersprechen. Es war bereits mehrmals in dieser Saison der Fall, dass Alonso und Thiago gemeinsam gestartet haben und dann Kimmich für Alonso eingewechselt wurde. Dann ging aber immer Thiago zurück auf die Sechs und Kimmich hat als B2B gespielt. Mir fällt nur das Pokalspiel gegen Wolfsburg ein, wo das nicht so war.”
        Kimmich hat auf der 8 gespielt. Dass er wirklich als B2B gespielt hat seh ich eigentlich nicht so, diese Rolle hatte trotzdem noch Vidal. Ein 8-er ist nicht zwingend ein B2B-Spieler (siehe Thiago). Allerdings geb ich zu, dass mich das überrascht hat, dass in dieser Konstellation Kimmich auf der 8 und Thiago auf der 6 spielte. Ich hab damals vermutet, dass Ancelotti Kimmichs plötzlich entdeckte Torgefährlichkeit ausnutzen wollte.

        “Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle jedoch, dass Alonso gerade in den beiden CL-Halbfinals gegen Barca und Atlético unser überragender Spieler war und auch von Guardiola jeweils explizit entsprechend gewürdigt wurde. Gerade dann, wenn es wirklich darauf ankommt, reicht es für Alonso also doch. Und ich möchte an dieser Stelle nochmal an das vorhin erwähnte Spiel gegen Wolfsburg im Pokal erinnern, als Kimmich ausnahmsweise tatsächlich Alonso eins zu eins ersetzt hatte. Wenn du die die letzten zwanzig Minuten nochmals anschaust, wirst du feststellen, dass wir exakt mit diesem Wechsel angefangen haben, hinten zu schwimmen, da wir die Mittelfeldkontrolle verloren hatten.”
        Stimmt, in diesen beiden Spielen war er wirklich stark. Mindestens im Atletico Spiel sind mir allerdings auch einige Wackler in Erinnerung. Insofern kann man seine Pressingresistenz vielleicht als schwankend betrachten.
        Zum Wolfsburg-Spiel: hab das Spiel nicht mehr genau auf dem Schirm (das Spiel hat mich zwischendurch recht erfolgreich eingeschläfert). Meiner Erinnerung nach haben wir die Mittelfeldkontrolle aber erst um die 80. herum durch eine Taktikumstellung des Gegners verloren. In diese Richtung habe ich auch Ismael verstanden, der nach dem Spiel sinngemäß sagte, Wolfsburg hätte so lang wie möglich Schlagdistanz ermauern wollen um dann in den letzten paar Minuten auf den Lucky Punch zu setzen. Da wäre es dann halt Kimmichs Pech gewesen, dass wenige Minuten nach seiner Einwechslung der sich zuvor totstellende Gegner zum Leben erwachte. Ich müsste mir das aber nochmal anschauen, keine Garantie jetzt.

        “Du machst hier meiner Meinung nach zwei Fehler. Erstens darf die Passstärke unserer Innenverteidger niemals die Passstärke unserer Mittelfeldspieler ersetzen. Vielmehr sollte sie ein fantastischer Bonus obendrauf sein. Zweitens setzt du lange Bälle zu stark mit langen, hohen Bällen gleich. Flache Vertikalbälle sind sogar weitaus wichtiger und gerade da ist Alonso Kimmich überlegen, ich denke sogar mehr als bei den hohen Bällen auf außen. Exemplarisch Thiagos erstes Tor gegen Arsenal. Ich will gar nicht sagen, dass das ein unfassbarer Pass von Alonso war, aber der ist mir gerade spontan eingefallen, wo ich mir sicher bin, dass das alle im Kopf haben und vor allem garantiert Alonso eben mit fast hundertprozentiger Sicherheit, dass dieser Pass in diesem Moment in dieser Qualität zu Lewandowski kommt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch Alonsos Performance als Innenverteidiger gegen Leverkusen zu Beginn letzter Saison. Was hat er da für fantastische, flache Pässe durch das gesamte Mittelfeld gespielt. Das kam von Kimmich eine halbe Saison später so nicht.”
        Flache Vertikalbälle hatte ich nicht genannt, weil ich gerade in diesem Aspekt Alonso wirklich kaum stärker empfinde als Hummels und Boateng, die das schlicht überragend können. Auf spielverlagerung.de werden scharfe, flache Vertikalpässe zwischen die gegnerischen Linien auch “Laserpässe” genannt und-wenn ich mich jetzt nicht falsch erinnere-wurde dieser Ausdruck erstmals für Boateng verwandt.
        Ob die Passstärke unserer IV ein “Bonus” sein sollte ist vielleicht genau der Punkt, in dem wir beide uns unterscheiden-ich würde versuchen, diese Passstärke ganz gezielt einzubinden. Passstärke ist-speziell bei scharfen Pässen-nämlich nur die eine Seite der Medaille: man braucht genauso sehr einen Spieler, der den Pass unter Bedrängnis schnell kontrollieren und weiterverarbeiten kann.
        Wenn unsere erste Aufbaureihe einen der angesprochenen flachen Vertikalpässe spielt steht der Passempfänger innerhalb der gegnerischen Formation und wird normalerweise schnell von allen Seiten attackiert. Die Kernkompetenz für diesen Spieler ist es dann meiner Meinung nach nicht zwingend, sofort den nächsten Vertikalpass spielen zu können. Vielmehr soll er den Ball gegen die gegnerische Überzahl behaupten können und in der Lage sein, die Ballzirkulation entweder in diesem höheren Spielfeldbereich wieder aufzunehmen oder aber den Gegner zu veranlassen, seine Formation zusammenzuziehen und damit Räume anderswo auf dem Feld zu öffnen. Derartige Spieler haben wir offensiv mit Ribery, Robben und Lewandowski und auf den AV mit Lahm und Alaba (auch Bernat und Rafinha können das gut, deshalb haben sie unter Guardiola auch eine recht große Rolle gespielt). Im Mittelfeld jedoch sieht es da abseits von Thiago und Kimmich schlecht aus-Alonso, Vidal und Sanches haben eindeutig andere Stärken.
        Hier komme ich jetzt zu dem anderen Punkt, der mir an Kimmich mehr gefällt als an Alonso: ich schrieb vorhin schon, dass er für meinen Geschmack oft zu tief steht. Die meisten Bayerngegner spielen ein Mittelfeldpressing, will heißen, sie pressen wenig bis nie bis zu unserer ersten Aufbaureihe (den Innenverteidigern) durch. Stattdessen versuchen sie im Mittelfeld eine massive Überzahl herzustellen und dort die Anspielstationen zuzustellen. Alonso, der mit gegnerischem Druck (ob altersbedingt oder nicht) nicht besonders gut zurecht kommt, “flüchtet” dann regelrecht nach hinten und entzieht sich so dem gegnerischen Pressing und erzeugt mit den beiden IV eine Art Dreierkette. Dabei finde ich ihn dann immer ein wenig als das fünfte (bzw. dritte) Rad am Wagen: in der ersten Reihe gibt es schon zwei exzellente Passspieler, die auch Zeit und Raum haben. Alonso als dritter ist eigentlich redundant. Allerdings verzweifelt diese Aufbaudreierkette dann daran, dass sie zwar alle ganz tolle Vertikalpässe spielen können…nur leider gibt es im Mittelfeld kaum Spieler, die solche Bälle entgegennehmen und weiterverarbeiten können, weil Alonso und teilweise auch Vidal nach hinten ausgewichen sind, Müller (wenn er spielt) hat das gegenteilige Problem und rennt zu weit nach vorne, wo er dann kaum noch anspielbar ist. Es ist ein schmaler Drahtseilakt, sowohl so hoch zu stehen, dass ein Pass zu mir einen gewissen Raumgewinn darstellt als auch so tief, dass ich nicht komplett hinter Gegnern verschwunden bin. Neben Thiago, Lahm und Alaba hat im Kader eigentlich nur Kimmich sowohl die Spielintelligenz, in der gegnerischen Formation anspielbar zu bleiben als auch die technischen Fähigkeiten, dort zuverlässig den Ball zu behaupten und konstruktiv weiterzuspielen.
        Unter Guardiola übrigens wurde diese Aufgabe meist von den einrückenden AV übernommen: diese waren in die Mitte auf die normalen Achterpositionen geschlüpft und konnten dort die Bälle annehmen und auf die noch ein wenig weiter vorne postierten Offensivspieler weiterleiten. Unter Ancelotti hingegen klafft da manchmal ein Loch. Alonso kippt ab (wie früher), Müller rückt auf (wie früher), aber Lahm und Alaba laufen auch nur vor, so dass in der Mitte ein Loch auftritt, welches nur von Thiago gestopft werden kann. Sowohl als 8-er (der präsenter und tiefer ist als Müller) als auch als 6-er (der höher steht als Alonso und somit eher Unruhe in der gegnerischen Formation stiften kann) kann Kimmich dieses Problem mildern.
        Zu Alonsos Leistung als IV: habe besagtes Spiel gegen Leverkusen jetzt nicht im Kopf. Mich wundert aber nicht, was du schreibst, denn Alonsos Fähigkeitspalette mit dem Ball passt eigentlich wirklich ideal in die IV. Dort könnte er im Hummels/Boateng-Stil Laserpässe spielen, er würde nicht nach Abkippen im Mittelfeld fehlen (weil er dort ja nie war) und er würde kaum mal aus mehreren Richtungen gleichzeitig unter Druck gesetzt werden. Wenn er 15 Jahre jünger wäre könnte man versuchen ihn dahingehen umzuschulen, heute ist er leider viel zu langsam für einen Innenverteidiger.

        “Zu Lahm: Puh, da tust Kimmich echt keinen Gefallen, den mit Philipp Lahm in einem Satz zu nennen. Lahm ist die personifizierte Spielintelligenz mit fantastischem Kurzpassspiel. Nur hat Lahm eben trotzdem nicht langfristig im Mittelfeld gespielt, da ihm da eben entweder die Dribblingfähigkeiten eines Xavi und die Diagonalbälle eines Pirlo fehlen. Wie soll es dann für Kimmich reichen, der im Vergleich zu Philipp Lahm in jeder Hinsicht außer der Torgefahr den Kürzeren zieht.”
        Absolut, Lahms Passspiel ist fantastisch. Aber es ist nicht im engeren Sinne kreativ in dem Sinne, dass er mit einem scharfen Pass zwischen die gegnerischen Linien sechs Gegner überspielt (wie Alonso, Thiago & Co). Aber er ist ein “Nadelspieler”, der konstruktive Pässe selbst unter höchstem Gegnerdruck noch absolut stabil hinbekommt (was man von Alonso nicht behaupten kann). Übrigens ist Lahm ein sehr guter Dribbler, so viel fehlt ihm da zu Xavi nicht. Tatsächlich finde ich Xavi und Lahm als Spieler sehr ähnlich. Dass es für Lahm nicht fürs Mittelfeld gereicht hat würde ich entsprechend verneinen-er war nur als weltbester RV dort wertvoller, da es im Mittelfeld mehr andere gute Spieler gab (interessante Parallele zu Kimmichs derzeitiger N11-Situation).

        “Bleibt noch Busquets. Hier machst du wieder den Fehler, lange, flache Vertikalpässe außer Acht zu lassen. Und hierin ist Busquets nunmal unbestritten ein Meister. Und auch da tust du Kimmich letztlich keinen Gefallen beim Vergleich. Du hast eingangs geschrieben, dass Guardiola nur deshalb nicht Kimmich auf der Sechs eingesetzt hat, weil er woanders mehr gebraucht wurde. Warum hat dann Guardiola bei Barca den Stammspieler Yaya Touré weggeschickt, um Platz für den vergleichbar alten Busquets zu machen?”
        Hm…find jetzt nicht dass Busquets für einen Weltklassespieler in der besten Ballbesitzmannschaft der Welt überragend häufig lange, flache Vertikalpässe spielt. Ich meine er spielt sie, aber in meinen Augen wesentlich seltener als zB ein Alonso. Auch hier würde ich wieder sagen, dass seine überragende Stärke darin liegt, dass Busquets quasi nie Bälle verliert, egal wie hart der Gegner ihn auch bedrängt. In quasi jeder Situation findet Busquets einen freien Mitspieler (der dann oftmals die von dir angesprochenen Vertikalpässe spielt). Seine zweite überragende Stärke ist das Erahnen und Durchkreuzen gegnerischer Spielzüge. Mir ist noch nie ein Spieler mit qualitativ und quantitativ so fantastischen abgefangenen gegnerischen Pässen aufgefallen, der Typ ist mMn gegen den Ball der beste Spieler der Welt. Das erklärt auch deine Frage, warum Guardiola ihn Touré vorzog. Und in eben diesen Bereichen schätze ich Kimmich auch sehr stark ein, wenn auch natürlich (noch?) beileibe nicht auf dem Niveau von Busquets.

    2. Axel

      Wow, tolle Diskussion!! Bin gespannt, wer Recht behalten wird. Jedenfalls habe ich noch mehr, auf das ich achten werde.

    3. ichfcb

      Daumen hoch fuer GP11..ich habs schon mal geschrieben..ich verstehe den ganzen Hype ueber Kimmich nicht..für mich ist er ein besserer Rode..ein guter Bundesliga Spieler..ob einfach gut für den FC Bayern reicht? Ich glaube nicht..ok..er ist noch jung aber was den FCB betrifft sehe ich ihn höchstens als Ergänzungsspieler..mehr nicht..warum? hat schon alles GP11 sehr schön erklärt..

    4. Ju

      Ich hab halt einfach noch nie jemanden getroffen, gelesen oder gehört, der nachweislich was von Profifussball versteht und Kimmich nicht für einen klasse Spieler halten würde. Und zwar im Mittelfeld. Keine Ahnung, wie du zu deinen Erkenntnissen gelangst. Kann auch die Argumente nicht nachvollziehen. Mit Anfang 20 noch nicht dauerhaft an Thiago, Vidal und Alonso (letzterer in Topform) vorbeizukommen ….. nun, das trifft auf jedes Mittelfeldtalent der Welt zu. Frag mal beim hypothetisch gleichaltrigen Iniesta nach. Statt dem spielten im Cl Finale 2006 van Bronkhorst, Deco und van Bommel.

      1. pitvonbonn

        Hallo Ju, dasselbe trifft auch auf Sanches zu. Es dauert halt noch was.

      2. pitvonbonn

        ….hat man Lahm nicht erst nach Stuttgart geschickt und Alaba nach Hoffenheim?
        Hummels hat man für kleines Geld abgegeben und wo ist Boateng nicht alles verkannt herumgeirrt?
        Bayern konnte Thiaga nur verpflichten, weil er bei Barcelona so wenig Chancen bekam.
        Bei Robben war Real glücklich Bayern den Robben angedreht zu haben und Alonso wollten sie auch nicht länger halten. Ribery musse gar in die dritte Liga zurück, dafür war Götze schon als Teeny Weltklasse.
        Scouting ist nicht einfach. Zum mindestens nicht so einfach, wie Fans, die übrigens den Vorstand auch für unfähig halten, sich das von der Leber schreiben.
        Ich bin sehr zufrieden mit einer der besten und menschlichsten Vereinsführungen in der gesamten Fußballwelt.

      3. pitvonbonn

        …so und jetzt gehe ich Geburtstag feiern, meinen eigenen.
        Man wird ja nicht jedes Jahr …. Jahre alt.
        Im übrigen habe ich Uwe Seeler bei seinem Jugendländerspiel in Köln bewundert.

  3. fridolin

    der arrikel heute war geil!

  4. pitvonbonn

    Eine sehr zutreffende Analyse, die auch den Schluss zuläßt, das Ancelotti nur noch diese Saison – egal ob dieses Jahr der große Wurf gelingt – der Bayern ist.
    Der Einbau der Jungen MUSS spätestens nächste Saison erfolgen.
    Die famosen Kimmich, Bernat, Coman und Sanches sind sonst nicht zu halten und welches weitere Talent sollte sich unter den bestehenden Bedingungen für die Bayern entscheiden?
    Für Dortmund entscheiden sich die Talente reihenweise, weil sie dort den Aufbruch und ihre Chance spüren.

    1. Ohne81

      Wobei man auch ehrlich sagen muss, dass einige der tollen, großartigen Talente beim BVB so gut wie gar nicht zum Einsatz kommen! Nicht umsonst steht schon seit einiger Zeit ein Ausleihgeschäft bei einigen im Raum. Und ob die sich das so vorgestellt haben…….?
      Ich gebe Dir aber recht, dass Kimmich und co so nicht zu halten sind. Aber schauen wir doch erst mal, wer uns im Sommer verlässt…da wird der eine oder andere Platz sicherlich frei werden.
      Ich persönlich wünsche mir ja eh immer mehr Einsatzzeiten für die Jungs. Könnte mir aber vorstellen, dass Ancelotti in der Liga nun mehr rotieren wird um die “älteren” Spieler in den CL-Spielen fir zu haben.

  5. pitvonbonn

    ….der große Wurf gelingt – TRAINER der Bayern ist……

  6. Dieter Thomas Heck

    Beste Spiel-Vorschau bisher, weil sie viel weitsichtige Analyse enthält.

    1. Was wiederum nur eine Ausnahmesituation ist. Normalerweise dient die Vorschau nur zum Vorbericht auf den nächsten Gegner. Diesmal war mir aber danach, die aktuelle Gesamtsituation etwas mehr aufzugreifen. Spieltaktisch, aber auch weitsichtig.

      Danke fürs Lob.

  7. Fabian

    Danke für die Analyse. War wie immer sehr interessant zu lesen.

    Allerdings geht mir das hier gerade etwas zu schnell. Jetzt wird Bayern hier wieder als weltklasse Mannschaft beschrieben, obwohl bisher nur eine Handvoll sehr gute Spiele zu sehen waren. Bei Leipzig waren die wichtigsten Spieler nicht fit oder wurden vom Platz geschickt, bei Arsenal fehlte in der zweiten Hälfte der Abwehrchef, Hamburg ist halt Hamburg und Schalke fehlte sowohl Naldo, als auch die richtige Motivation (und ist immer noch 12ter der Bundesliga) . Zudem waren die genannten Spiele alle Heimspiele. Also erstmal abwarten, wie wir am Samstag in Köln und am Dienstag in London auftreten.

    1. Ich denke nicht, dass ich etwas zu schnell gehyped habe. Ich weise ja ausdrücklich darauf hin, dass es jetzt die Bestätigung braucht und die bisherigen Gegner den Bayern in die Karten spielten. Bayern ist eine Weltklassemannschaft. Waren sie auch vorher. Das abzurufen ist wichtig. Das haben sie jetzt 3x in kurzer Zeit geschafft. Das müssen sie jetzt aber auch gegen taktisch bessere Gegner bringen. (Köln, bald Hoffenheim und BVB sowie CL-Viertelfinale)

      ((Falls das auf meinen Artikel bezogen war.))

  8. pitvonbonn

    Ich will nicht direkt auf einen gewissen Artikel antworten. Aber hier, mit der nötigen räumlichen Distanz, geht das.
    “Die komplett unfähige Vereinsführung” muss die Position des rechten Verteidigers neu besetzen und diese “Die komplett unfähige Vereinsführung” hat sich für Kimmich als Nachfolger von Lahm entschieden.
    So ist es, egal ob es dem einen nicht passt oder mir, der der sehr fähigen Vereinsführung vertraut, passt.

    1. Du meinst auf einen gewissen Kommentar, oder? Kann mich nicht erinnern, dass wir sowas auch nur angedeutet hätten.

      1. pitvonbonn

        Ja, einen gewissen Kommentar….

  9. Daniel

    Sehr schöner Artikel-im Gegensatz zu einer normalen Vorschau ist er auch über das konkrete Spiel hinaus hochinteressant. Im Grunde sind ja die ersten zwei Drittel eine allgemeine Analyse und erst die letzten beiden Absätze eine Vorschau. Zur Eindeutigkeit wäre es vielleicht besser gewesen, zwei Artikel daraus zu machen…wenn man in vier Wochen die allgemeine Entwicklung nochmal nachlesen will interessiert man sich wohl nicht mehr für die Vorschau auf Köln…aber sehr wohl für den allgemeinen Aufschwung der letzten Wochen ;)

    1. Ja. Ich hatte diesmal das Bedürfnis, etwas perspektivischer das Bayern-Spiel zu begutachten. Letztendlich hätte ich den Titel wirklich ändern können. Wer sich für die Kölner interessiert, kann sich auch gern nochmal die Vorschau auf das Hinspiel ansehen. Dürfte oben erscheinen, wenn man nach “Köln” sucht.

      1. Ryuss

        Justin, bist nur zu loben für diesen herausragenden Artikel und intensiven Aufwand dahinter.

        Grundsätzlich sowieso für die Arbeit hinter MSR, finde es erstklassig, auf welchem Niveau sich hier die Diskussionen und der allgmeine Austausch befindet.
        Sicherlich mit einigen Ausnahmen, meißt wird trotzdem, wie in diesem Artikel, zu einer eine sachlichen Ebene zurückgefunden.

  10. Jo

    Mal eine ganz andere Vorschau. Wenig Gegner, viel FCB.

    Ich finde die analytischen Ausführungen zur “Lage der Nation” jedenfalls sehr spannend.

    Vor allem den Teil der sich mit unserem Pressing beschäftigt. Gerade im Schalkespiel natürlich das Schlüsselelement schlechthin.
    Man hat ja nach Spielen immer so einen nachwirkenden optischen Eindruck, sieht gewisse Szenen vor sich o.ä.
    Wenn ich z.B an das Spiel denke, sehe ich weniger Lewys Lupfer oder Riberys Näschen vor mir. Ich sehe da eine Menge verzweifelter blauer Männer, die in ihrer eigenen Hälfte von einem zornigen, roten Bienenschwarm umschwärmt und attackiert werden. Sah vor allem in der 1.Hälfte phasenweise so überragend aus.

    Im Spielbericht dazu ist auch von einer Lernkurve die Rede. Die wichtigste Lehre die man vielleicht aus den letzten Wochen ziehen könnte wäre die Erkenntnis, dass der FCB auch weiterhin eine Mannschaft ist die ihre Stärken vor allem im aktiven, dominanten Spiel hat.
    Vielleicht ist es Zufall, vielleicht gewachsene Erkenntnis zwischen Trainerteam und Mannschaft. Jedenfalls hat man seit einiger Zeit den Eindruck, die Phasen des eher passiven Fallenlassens, des die Spielkontrolle an den Gegner Abgebens sind deutlich reduziert worden. Und ich beziehe mich hier vor allem auf den Eindruck, dass dies verstärkt in der Vorrunde teilweise bewusst herbeigeführte Situationen waren. Und diese Spielphasen waren dann immer die in denen wir am verwundbarsten schienen.

    Mittlerweile ist man aber vielleicht zu der Erkenntis gelangt, dass diese passiven Phasen des Luftholens, der gedrosselten Intensität vielleicht gar nicht so nötig waren. Wenn mich der intuitive Eindruck nicht täuscht ist gerade in den zuletzt erfolgreichen, wie attraktiven Spielen der Ballbesitzanteil unserer Mannschaft wieder größer geworden.
    D.h. im Sinne von´”Zurück in die Zukunft”, wir holen uns die Bälle aggressiv, mit großer Laufbereitschaft und ruhen uns dann mit dem Ball, nicht ohne ihn aus.
    Sollte das kein Zufall sein, sondern ein Trend werden würde ich dem sehr positiv gegenüberstehen.

    Was jetzt noch spannend zu beobachten sein wird, ist ob es uns nun auch in den nächsten Wochen gelingt auswärts nachzulegen. Natürlich nicht unbedingt auf die Ergebnisse, sondern vor allem auf die Spielweise bezogen. Alle bisherigen Galaauftritte waren schließlich Heimspiele. Wäre schön, wenn wir jetzt auch mal auswärts einen raushauen könnten.

    1. Volle zustimmung. Bin auch ob der Gegner noch etwas vorsichtig, aber die Entwicklung ist erkennbar und das ist wichtig.

  11. Tschemp

    Großes Lob für die Vorschau. Und großes Lob für die sachlichen Teile der obigen Diskussion um Kimmich, die man vielleicht nochmal gesondert führen sollte?

    Ich bin auch auf der Seite derjenigen, die in Kimmich einen guten Allround-Backup für 6, 8 und RV sehen. Jedoch ist er auf keiner Position stark genug, um dort einen Positionsspezialisten als Stammspieler zu verdrängen. Er ist quasi ein defensiverer Götze (der offensiv auch überall spielen ‘konnte’ – aber nirgends spielen ‘musste’).

    Im Gegensatz zu Sanches wird Josh aber auf jeden Fall eine Zukunft bei uns haben.

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