FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen
Bild: Shaun Botterill/Getty Images

Knackpunktspiel gegen den FC Arsenal? So wichtig ist die Vorrunde in der Champions League für den FC Bayern

Georg • 21.10.2026 •


FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Nach dem Punktverlust in Stavanger kommt am dritten Spieltag der Champions League mit dem Vorjahresfinalisten FC Arsenal ein Schwergewicht nach München. 

Kapitän Joshua Kimmich fehlt dem FC Bayern wegen eines Trauerfalls, Superstar Michael Olise fehlt gesperrt, Jamal Musiala fehlt weiterhin verletzt. Und Trainer Vincent Kompany leidet an einer Virusinfektion. 

Keine optimalen Vorzeichen für den anvisierten Sieg. Denn der ist wichtig, oder? Eine psychologische Bedeutung haben diese Schwergewichtskämpfe auch in der Gruppenphase immer. Aber wie wichtig sind diese Siege und ein gutes Abschneiden in der Vorrundentabelle für die Chancen im Turnier? Hier scheiden sich die Geister. 

Einerseits gilt: Wer gewinnen will, muss jeden schlagen. Und Paris Saint-Germain hat in den vergangenen beiden Saisons gezeigt, dass eine schwache Gruppenphase kein Problem ist. Paris wurde 2024/25 Fünfzehnter und 2025/26 Elfter und gewann anschließend jeweils die Champions League. Außerdem droht mit Lospech auch trotz guter Platzierung ein Brocken im Viertelfinale oder sogar schon im Achtelfinale. Und welcher Bayernfan erinnert sich nicht an viele gute Gruppenphasen, denen später enttäuschende Niederlagen in den K.-o.-Phasen folgten.

All das ist richtig. Aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn, so banal es klingt, so wahr ist: Bayern, wie jede Mannschaft, gewinnt Spiele gegen schwächere Gegner öfter als gegen Top-Gegner. Ein guter Platz in der Setzliste des Turnierbaum in der K.-o.-Phase kann sich also durchaus lohnen, um auf mehr schlagbare Gegner zu treffen, vor allem in den frühen Runden.

Miasanrot schaut auf die Daten im neuen Champions-League-Format.

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Chancen aufs Weit(er)kommen in der Champions League je Vorrundenplatzierung: die Daten

Bisher sind erst zwei Saisons im neuen Champions-League-Modus gespielt, die Stichprobe ist entsprechend klein. Andererseits sind kleine Stichproben im Fußball der Normalfall, vor allem bei Turnierformaten wie Weltmeisterschaften oder Europapokalwettbewerben. 

Und immerhin haben es in den zwei Jahren 48 Teams in die K.-o.-Phase geschafft, deren Abschneiden in die Analyse fließt. Die Ergebnisse der Datenanalysen sind also mit Vorsicht zu genießen, ignoriert werden sollten sie nicht.

Abschneiden der Top-Acht im Vergleich mit den übrigen Teams

Um einzelne Ausreißer nicht zu stark zu gewichten, fassen wir die 24 weiterkommenden Teams zu größeren Gruppen zusammen. Das ist ein normales Vorgehen für statistische Analysen, um die Robustheit der Analyse zu erhöhen. Im ersten Schritt clustern wir die Top-Acht, danach die Plätze neun bis 16 und als drittes Cluster die Plätze 17 bis 24.

Folgend eine Übersicht des Abschneidens der ersten beiden Saisons im neuen Modus:

Die Top-Acht kamen:

  • immer ins Achtelfinale, per Freilos,
  • in 56 Prozent ins Viertelfinale (das heißt: die 16 bisherigen Top-Acht-Teams kamen neunmal ins Viertelfinale),
  • zu 31 Prozent ins Halbfinale.

Die nächsten acht, die Teams auf den Plätzen neun bis 16 kamen:

  • in 75 Prozent ins Achtelfinale,
  • in 44 Prozent ins Viertelfinale,
  • in 19 Prozent ins Halbfinale.

Die acht letzten Teams, die es noch in die Zwischenrunde schafften, taten sich bisher sehr schwer. Sie kamen:

  • In 25 Prozent ins Achtelfinale,
  • nie weiter als das Achtelfinale.
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Erwartbar schneiden die Top-Acht insgesamt bis zum Halbfinale erfolgreicher ab. Ab dort ist das Cluster 9 bis 16 erfolgreicher, PSG sei Dank. Der Sprung dahinter zum letzten Cluster ist deutlich. Dass die letzten acht es schwer haben, im Turnier weit zu kommen, war absehbar. Dass sie es bisher noch nicht mal in ein Viertelfinale schafften, überrascht in der Deutlichkeit.

Abschneiden der Top-Vier im Vergleich mit den übrigen Teams

Für die nächste Übersicht berücksichtigen wir die Plätze 17 bis 24 nicht länger und fassen die Top-16 zu Vierergruppen zusammen.

Die Top-Vier kamen:

  • immer ins Achtelfinale, per Freilos,
  • in 75 Prozent ins Viertelfinale (das heißt: die acht bisherigen Top-Vier-Teams kamen sechsmal ins Viertelfinale),
  • in 63 Prozent ins Halbfinale.

Die nächsten vier, die Teams auf den Plätzen fünf bis acht kamen:

  • immer ins Achtelfinale, per Freilos,
  • in 38 Prozent ins Viertelfinale, aber nie darüber hinaus.

Die vier Teams der Plätze neun bis zwölf kamen:

  • In 75 Prozent ins Achtelfinale,
  • in 63 Prozent ins Viertelfinale,
  • in je 13 Prozent ins Halbfinale, Finale und zum Titel. Alles dem Titel von Paris aus der Saison 2025/26 zu verdanken.

Die vier Teams der Plätze 13 bis 16 kamen:

  • In 75 Prozent ins Achtelfinale,
  • in 25 Prozent ins Viertelfinale,
  • in 25 Prozent ins Halbfinale,
  • in je 13% ins Finale und zum Titel. PSG aus der Saison 2024/25.
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Vor allem im mittleren Bereich der K.-o.-Runden, bei Viertelfinal- und Halbfinaleinzügen dominieren die Top-Vier deutlich. Anders dargestellt: Fünf der bisherigen acht Halbfinalisten beendeten die Vorrunde unter den Top-Vier, während die Plätze fünf bis acht es noch nicht ins Halbfinale schafften.

Auch die beiden bisherigen Finalverlierer, Inter Mailand und Arsenal, schlossen die Vorrunde unter den Top-Vier ab. 

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Top-Acht ist gut, Top-Vier ist besser

Warum lohnt sich die Top-Vier soviel mehr als die Top-Acht? Der Hauptgrund ist, dass Top-Vier-Teams zu den stärksten Teams des Wettbewerbs gehören. Liverpool und Arsenal schlossen zweimal dort ab, dazu Barcelona und der FC Bayern je einmal. Ohne Qualität schafft man es nach acht Spielen nicht in die Top-Vier. Und Qualität ist der beste Indikator dafür, im Wettbewerb weit zu kommen.

Daneben gibt es aber auch Vorteile im Modus. Sowohl die Top-Vier als auch die Plätze fünf bis acht haben den Vorteil, die Zwischenrunde zu sparen und damit eine Stolpergefahr weniger. Im Achtelfinale geht es gegen die Top-Vier dann gegen Teams, die die Vorrunde auf den Plätzen 13 bis 20 abschlossen, während die Plätze fünf bis acht auf die Plätze neun bis zwölf oder 21 bis 24 treffen.

Und dort liegt ein entscheidender Unterschied: Es gibt in der Champions League je nach Definition neben den vier bis fünf Top-Favoriten meist fünf bis acht weitere gute bis sehr gute Teams. Im Miasanrot-Powerranking wurden etwa anhand der datenbasierte Stärke je sechs Teams in die ersten beiden Tiers eingruppiert, in Summe also zwölf. Die landen am Ende nicht alle auf den ersten zwölf Plätzen, aber viele eben doch, wie die letzten beide Jahre zeigen. Dort landeten starke Teams wie Real Madrid (2x), Bayern, Paris, Inter und Dortmund auf den Plätzen neun bis zwölf. Gegner, die man im Achtelfinale vermeiden will.

Als Top-Vier kann man auch auf solche Gegner treffen, wie es zum Beispiel Liverpool 2024/25 als Vorrundensieger erleben musste, als sie gegen Paris ausschieden. Aber solche Top-Gegner im Achtelfinale sind seltener.

Überstehen die Top-Vier das Achtelfinale und treffen im Viertelfinale auf einen starken Gegner, haben sie dann das Rückspiel zu Hause, ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil. In den bisherigen zwölf Viertel- und Halbfinals im neuen Modus setze sich siebenmal das Team mit dem Rückspiel zu Hause durch (58%).

So schafft es der FC Bayern in die Top-Vier

Zwei Punkte ließ Bayern in Norwegen liegen, maximal können sie noch 22 Punkte erreichen. Die würden natürlich reichen. Doch wie viel weniger tun es auch?

2024/25 schloss Inter Mailand die Gruppenphase mit 19 Punkten auf Platz vier ab, Atleticos 18 Punkte reichten nur für Platz fünf. 2025/26 wurde Tottenham Vierter mit 17 Punkten vor vier Teams mit je 16 Punkten.

Diese Erfahrungswerte kombiniert mit verschiedenen Prognose- und Analyse-Modellen lassen für den FC Bayern erahnen: 19 und mehr Punkte reichen aller Voraussicht nach für die Top-Vier. 16 und weniger Punkte reichen aller Voraussicht nach nicht, während es mit 17 oder 18 Punkten reichen kann.

Anders gesagt: Gewinnt Bayern mindestens fünf der ausstehenden sechs Spiele, werden es 19 oder mehr Punkte. Das wird für die Top-Vier reichen. Das hieße aber auch: Bayern dürfte nur noch einmal Punkte liegen lassen. Nach Arsenal warten in der Gruppenphase noch drei unbequeme Auswärtsspiele bei Atlético, bei Manchester United und in Lille. Dort sind drei Siege alles andere als garantiert.

Gewinnt Bayern vier der verbleibenden sechs Spiele, werden es am Ende 16, 17 oder 18 Punkte. Das kann reichen, aber nur mit Schützenhilfe. Und danach sieht es bisher nicht aus. Der FC Liverpool, Paris, Aston Villa, Real Madrid und Arsenal sind noch ohne Punktverlust. Manchester City und der FC Barcelona stehen nach drei Spielen bei sechs Punkten, aber beide haben bereits ihre Spiele gegen den schwersten Gegner Paris hinter sich. Die Chance ist hoch, dass mindestens vier dieser Teams auf 17 und mehr Punkte kommen.

Der Blick in die analytische Glaskugel zeigt: Arsenal wird für den FC Bayern zum berühmten „Sechs-Punkte-Spiel“ um den Einzug unter die Top-Vier. Ohne Sieg gegen Arsenal wird es für Bayern schwer, eine Top-Platzierung zu erreichen. Jene Top-Vier-Platzierung ist zwar nicht notwendig für eine erfolgreiche Champions-League-Saison. Aber hilfreich.

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