FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen
Bild: Marius Nordnes / Nordnes Foto/Getty Images

Kompanys Tuchel-Moment? Drei Dinge, die beim 3:3 des FC Bayern in Stavanger auffielen

Georg • 13.10.2026 •


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Am zweiten Spieltag der Champions League ging es für den FC Bayern in den Norden. Im kalten, regnerischen und windigen Stavanger erwartete den FC Bayern ein mutiger Underdog.

In der 15.900 Plätze fassenden Lyse Arena war von der ersten Minute an die Pokalfight-Atmosphäre zu spüren. Stavanger kam besser damit zurecht.

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Kompanys Tuchel-Moment

Ein Déjà-vu für Harry Kane? Bei der Weltmeisterschaft führte England im Halbfinale gegen Argentinien nach einem Treffer von Anthony Gordon bis kurz vor Schluss 1:0. Tuchel setzte voll auf Defensive und wollte die Führung über die Zeit bringen.
Es klappte nicht. Argentinien glich nicht nur aus, sondern drehte das Spiel noch in der Nachspielzeit. Englands Traum vom Finale war vorbei. Tuchels Taktik wurde kritisiert. Auch wenn es nicht so einfach war, hat sich das Narrativ bis heute gehalten.

Und nun Kompanys Tuchel-Moment? Bayern lag zur Pause überraschend 0:2 zurück, drehte das Spiel überzeugend innerhalb von nur 26 Minuten und ging mit 3:2 in Führung. Bis Michael Olise mit gelb-rot vom Platz flog. Danach brachte Kompany erst Josip Stanišić für Luis Díaz und Hiroki Itō für Ismael Saibari. Zwei Defensive für zwei Offensive.

Stavanger übernahm die Spielkontrolle und drückte den FC Bayern in die Defensive. Bayern schaffte es kaum noch, für Entlastung oder kontrollierten Ballbesitz zu sorgen. Am Ende verdienten die Norweger sich den späten Ausgleich.

3:3 – Punkt gewonnen und zwei verloren?

Vincent Kompany und das Bayern-Team wirkten nach dem Schlusspfiff sichtlich geknickt, während Stavanger die Sensation feierte. Doch so eindeutig negativ waren das Spiel und das Ergebnis nicht.

Der FC Bayern hat 3,5 erwartete Tore erspielt und nur 0,6 zugelassen (xG von Sofascore), das sind gute Werte für ein unangenehmes Auswärtsspiel. Wobei die große Chance für Zlatko Tripić aus der ersten Halbzeit nicht im xG-Wert von Stavanger auftaucht. 

Dazu kommt die wieder einmal gezeigte Moral und Mentalität. Es ist Champions League. Einen 0:2-Rückstand zu drehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Bayerns Powerplay zu Beginn der zweiten Halbzeit bis zum Platzverweis war herausragend. In dieser Zeit ließen sie keinen Konter zu und erspielten sich Chance um Chance. 

Doch da ist auch die erneute Unkonzentriertheit zu Spielbeginn, die defensive Konteranfälligkeit in der ersten Halbzeit, die komplementiert wurde von fehlender offensiver Präzision. Auf rechts versuchten Lennart Karl, Konrad Laimer und Olise es immer wieder mit Dreiecksbildungen, konnten sich aber kaum durchkombinieren. Immer wieder ein unpräziser Pass oder nicht abgestimmter Laufweg. Im Zentrum spielte Tom Bischof ordentlich, konnte aber nicht ganz an seine guten Leistungen im DFB-Dress anknüpfen. 

Und in den letzten 20 Minuten enttäuschte das Unterzahlspiel des FC Bayern auf ganzer Linie. losgelöst von der Frage nach der taktischen Ausrichtung. Denn der FC Bayern sollte auch in der Lage sein, gegen Stavanger eine Führung im Defensivblock über die Zeit zu bringen, so wie es in der Saison 2025/26 noch gegen Paris Saint-Germain klappte.

(Keine) Sorgenkinder

Nach einer enttäuschenden Halbzeit wechselte Kompany dreifach. Nathaniel Brown, Lennart Karl und Jonathan Tah blieben in der Kabine. Es hätte auch andere treffen können, und die drei waren nicht allein verantwortlich für die schlechte erste Halbzeit und die Gegentore.

Dennoch waren die Wechsel kein Zufall. Alle drei sind noch nicht richtig in der Saison angekommen. Wir haben in der Podcastfolge über die drei gesprochen. Brown hatte nicht zuletzt durch seine Vielseitigkeit bereits gute Momente beim FC Bayern, so zu Saisonbeginn als Zehner oder zuletzt in Augsburg als Rechtsverteidiger. Ausgerechnet auf seiner Stammposition als Linksverteidiger läuft es für ihn noch nicht. 

Tah muss sowohl beim DFB als auch beim FC Bayern um seinen Stammplatz kämpfen. Und bei Lennart Karl läuft es nach seiner Verletzung in dieser Saison überhaupt noch nicht. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben für Kompany und sein Team, den jungen Karl in den nächsten Wochen wieder in die Form des Vorjahres zu bringen.

Nicht zur Riege der Sorgenkinder gehört Michael Olise. Er hat sich nach vielen Provokationen zur gelb-roten Karte hinreißen lassen. Das war ein Fehler, der an diesem Abend wahrscheinlich zwei Punkte gekostet hat. Doch im Unterschied zu den anderen Sorgenkindern ist es bei ihm ein einmaliger Ausrutscher.

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