Joshua Kimmich (FC Bayern)
Bild: Stuart Franklin/Getty Images

FC Bayern lässt Federn und Kimmich liefert klare Antwort – drei Dinge, die in Augsburg auffielen

Justin • 10.10.2026 •
FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Es hätte ein Wochenende werden können, das ganz nach dem Gusto des FC Bayern verläuft. Am Freitagabend patzte Borussia Dortmund gegen Werder Bremen (2:2). Die Tabellenführung war für den FCB möglich.

Aber die Münchner bauten einen BVB, wenn man so will: Die Steilvorlage blieb ungenutzt und Dortmund damit an der Spitze. Vorerst. Der SC Freiburg kann noch vorbeiziehen.

War es ein typischer Nachmittag in Augsburg für den Rekordmeister, an dem einfach alles verhext war? Oder doch mehr als das? Miasanrot mit den drei Dingen, die auffielen.

Miasanrot als App und auf Social Media

Weitere Artikel zum FC Bayern München:

FC Augsburg 2:2 FC Bayern: Drei Dinge, die auffielen

Zwei unterschiedliche Halbzeiten

Klammern wir das absurde Gegentor nach etwas mehr als acht Sekunden mal kurz aus, dann war die erste Halbzeit eine durchschnittliche für den FC Bayern. Viel Spielkontrolle, aber noch viel Sand im Offensivgetriebe. Hinten ließ man bis auf eine Szene, die das frühe 2:0 hätte sein können, wenig bis nichts zu. Eine Halbzeit, die, wenn sie 0:0 ausgeht, vermutlich vielen ebenfalls nicht gefallen hätte, aber als „geht so“ durchgegangen wurde.

Vor allem der Patzer von Neuer führte dazu, dass die Wahrnehmung nochmal deutlich kritischer war. Zum Torhüter haben wir in diesem Kommentar alles gesagt. Auch dass Davies seinen Gegenspieler nicht wegblockte, trug dazu bei, dennoch ging dieser Treffer auf seine Kappe. Ansonsten war das Spiel aber erwartbar ereignislos und zäh – vor allem nach einer derart langen Länderspielpause.

Umso beeindruckender war, was die Bayern in der zweiten Halbzeit gezeigt haben. Bayern entfachte nun extrem viel Druck auf die Abwehr des FCA. Das Spiel wurde schneller, präziser und etwas mutiger – belohnt wurden die Münchner mit vielen Torchancen. Was vor allem auffiel: Viel Zentrums- und Halbraumspiel, um dann die schnellen Flügel in die Szene zu bekommen. Im Angriffsdrittel war mehr Bewegung, mehr Rotation und dadurch auch mehr Raum.

Dass man am Ende nur ein 2:2 mitnimmt, lag daran, dass die Stürmer etwas zu oft im Abseits standen und hinten Neuer auch beim zweiten Gegentor nicht gut aussah – wenngleich die Fehlerkette hier etwas länger war.

Joshua Kimmich gibt die richtige Antwort

Ein Grund für den Leistungsumschwung war auch die Doppelsechs des FC Bayern. Was wurde in den letzten Tagen über Joshua Kimmich diskutiert? Er habe Probleme mit tiefen Blöcken und würde das Spiel langsam machen, hieß es oft.

Dass diese Argumentation sehr dünn ist, zeigte er nun in Augsburg. Kimmich gab genau die richtige Antwort. In einem schweren Moment übernahm er die Verantwortung im Spiel und strukturierte die Angriffe von Olise, Kane, Díaz und Co. mit überragenden Pässen. Das 1:1 leitete er mit seinem schönen Pass in die Tiefe ein.

Laut Fotmob sammelte er 140 Ballkontakte, gewann vier von sechs Zweikämpfen am Boden und brachte 89 Prozent seiner 123 Pässe an einen Mitspieler. Kimmich war überall, machte das Spiel – Achtung! – schnell und gab den Bayern Halt, als sie es am meisten gebraucht haben. Auch Pavlović kam dann immer besser in die Partie. Ein Duo, das auch beim DFB bald überzeugen könnte.

Halb so wild oder zweiter großer Bock?

Wie überzeugend der FC Bayern ist, wird sich jetzt im Oktober zeigen. Die zweite Halbzeit gab viele Indizien dafür, dass man dieses 2:2 nicht überbewerten sollte. Wer sich fünf Expected Goals und 39 Abseitstore (ein Wert davon ist erfunden, aber wir sagen nicht, welcher) in Augsburg erspielt, hat unter dem Strich eine Leistung gezeigt, die zum Sieg reichen muss.

Das wiederum bedeutet, dass die Form nicht allzu verkehrt sein kann. Und doch gibt es ein paar Fragezeichen. Kane hat ein gutes Spiel gemacht, trifft aber selbst das Tor im Trikot des FCB nicht mehr so zuverlässig, wie es bereits der Fall war. Defensiv gibt es einige bedenkliche Formschwankungen bei Tah, Upamecano und auch Stanišić.

Dafür zeigten andererseits Davies, Kane, Olise, Díaz und die Doppelsechs sehr überzeugende Leistungen, wenn es rein ums Kombinations- und Angriffsspiel ging. Wer es nicht so rosarot mag, könnte wunderbar argumentieren, dass es bereits der zweite Auswärtspatzer in der Bundesliga ist und das nach nur fünf Spielen einfach zu viel ist.

Am Ende ist es sehr individuell, wie schwer man das Ergebnis wirklich gewichten will. Die Konstellation sollte dabei aber nicht ausgeklammert werden. In Augsburg, wo man schon deutlich schlechtere Spiele gezeigt hat, nach einer solchen XXL-Pause gegen ein Team, das mit viel Selbstvertrauen und Leidenschaft verteidigt hat. Dass das kein Selbstläufer wird, war absehbar. Und dennoch hätte es mit diesen Chancen zumindest optisch einer werden können.

Irgendwo zwischen Hoffnung und leichter Enttäuschung muss euch also auch diese Analyse allein mit einem Urteil oder einer Meinungsbildung lassen. Argumente gibt es für beide Perspektiven.

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können.

Hier weiterlesen

Dieser Artikel gefällt dir? Lies ihn in der App.Mit Darkmode, Offline-Podcasts & Push-Benachrichtigungen bei News. Für iOS & Android.
App öffnen

Werde Teil des Miasanrot Clubs!

Werde Teil einer exklusiven Community, genieße besondere Vorteile und unterstütze unabhängige Berichterstattung mit Tiefgang und Qualität rund um den FC Bayern.

Ich unterstütze MIASANROT bereits.
Jetzt Club-Mitglied werden!