FC Bayern: Wer muss sich Sorgen machen? Die Gewinner und Verlierer der Vorbereitung
Mit dem 4:2-Sieg in Heidenheim am Dienstagabend hat der FC Bayern München seine Sommervorbereitung erfolgreich beendet.
Am Samstag steht für den Rekordmeister mit dem Supercup dann das erste Pflichtspiel der Saison an. Für den FCB und seine Fans ein guter Zeitpunkt, um auf die kurze Vorbereitung zurückzublicken.
Wer konnte sich überraschend Spielzeit ergattern? Wer fiel ab? Miasanrot hat die Gewinner und Verlierer des Rekordmeisters.
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FC Bayern München: Gewinner und Verlierer der Vorbereitung
Gewinner: Aleksandar Pavlović
Aleksandar Pavlović hat ein paar schwierige Monate hinter sich. Nach seinen formidablen ersten beiden Saisondritteln konnte der Sechser ausgerechnet in den Viertelfinal- und Halbfinalpartien in der Champions League nicht mehr so sehr überzeugen. Bei der WM zählte er sogar zu den schwächsten deutschen Profis.
Doch in der Vorbereitung präsentierte er sich wieder von seiner Schokoladenseite der letzten Spielzeit. Der 22-Jährige diktierte in jeder seiner Einsatzminuten das Spieltempo der Bayern und wusste ebenso durch den ein oder anderen Geniestreich zu gefallen – wie beispielsweise sein Assist für Nathaniel Brown zum zwischenzeitlichen 2:1 beim Telekom-Cup gegen Leipzig.
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Ebenfalls hervorzuheben ist sein Zusammenspiel mit Buddy Tom Bischof. Die beiden harmonierten vor allem bei den Partien in Asien prächtig miteinander und sorgten für Dominanz sowie Ballkontrolle im Mittelfeldzentrum der Münchner.
Verlierer: Lennart Karl & Serge Gnabry
Zugegebenermaßen ist es etwas gemein, zwei Spieler in die Liste der Verlierer zu packen, obwohl sie in der Vorbereitung keine einzige Minute gespielt haben. Doch genau da liegt auch das Problem.
Statt auf sich aufmerksam zu machen und sich für den Beginn der Saison einen Startplatz zu erkämpfen, verbrachten sowohl Lennart Karl als auch Serge Gnabry den Sommer in der Reha und im Aufbautraining.
Außerdem bekamen sie mit Neuzugang Ismaël Saibari einen weiteren Konkurrenten um Spielzeit hinzu, der erstmal die Nase vorn haben dürfte. Dazu hatten beide mit langfristigen Muskelverletzungen zu kämpfen und können nur langsam und vorsichtig wieder ins Teamtraining integriert werden.
Gewinner: Tom Bischof
Der gebürtige Aschaffenburger stand vor einer langen Sommervorbereitung, die er aufgrund seiner Nicht-Nominierung für die WM zur Verfügung hatte. Und die nutzte er für eine Kampfansage im Konkurrenzkampf auf der Sechserposition.
Mit neuer Rückennummer und neuem Selbstvertrauen sorgte der 21-Jährige mit seinem feinen linken Fuß für einige Highlights und Scorer in den Vorbereitungsspielen des Rekordmeisters. Auch seine Standards überzeugten.
Kam Bischof in der vergangenen Saison noch häufig als Außenverteidiger zum Einsatz, dürfte der Nationalspieler in der kommenden Spielzeit größtenteils als Herausforderer im Mittelfeld eingesetzt werden und das Duo Kimmich/ Pavlović mehr unter Druck setzen als es Leon Goretzka in der vergangenen Saison getan hat.
Verlierer: Arijon Ibrahimović
Arijon Ibrahimović bekam nach seiner Rückkehr aus Heidenheim überraschend einen Kaderplatz beim FCB zugesprochen. In der Vorbereitung hatte er zudem die Möglichkeit, das in ihm gesetzte Vertrauen zu bestätigen.
Doch der Sommer lief eher durchwachsen für den 20-Jährigen. Es gab ein paar Höhen, wo er andeuten konnte, zu was er fähig ist. Auch ein Tor per Elfmeter gegen seinen Ex-Klub gelang ihm. Allerdings fand der Rechtsfuß bei den meisten seiner Auftritte keine echte Anbindung zum Spiel und fiel sonst durch unglückliche Abschlüsse oder Aktionen vor dem Tor auf.
Sich hier ausschließlich auf die Eindrücke der Testspiele zu verlassen, wäre jedoch falsch. Zudem kam Ibrahimović in den improvisierten Teams des Rekordmeisters häufig als Neuner zum Einsatz, was nicht wirklich seiner Paradeposition entspricht. Ob er als Flügel-Backup funktioniert konnte er also kaum beweisen.
Dennoch gehört er zu den Verlierern der FCB-Vorbereitung, was einerseits an seinen eigenen Leistungen liegt und andererseits an der Auftritten von zwei weiteren Campus-Talenten.
Gewinner: Tim Binder & Maycon Cardozo
Für die achte Position in Offensive des FC Bayern haben nämlich sowohl Maycon Cardozo als auch Tim Binder die Abwesenheit der WM-Stars genutzt und ordentlich Eigenwerbung betrieben. Cardozo spielte sich vor allem durch unkonventionelle Dribblings ins Rampenlicht, was mehrere Highlights produzierte.
Binder konnte zwar ebenso mit mutigen Dribblings auf sich aufmerksam machen, überzeugte jedoch besonders durch seine Konstanz und Entscheidungsfindung im Spiel der Bayern. Der 19-Jährige hat eine sehr starke Vorbereitung gespielt und bewies sogar auf verschiedenen Positionen, dass er schon gut mithalten kann mit den Profis der Münchner.
Zwar fiel bei Cardozo gleichzeitig eine große Streuung in seinen Aktionen auf und bei Binder, dass ihm in manchen Situationen noch die letzte Portion Explosivität und Durchsetzungskraft fehlt. Dennoch zählten beide zu den Spielern, „die in der ganzen Vorbereitung gezeigt haben, was sie können“, fand zumindest Max Eberl.
„Es macht einfach Spaß, ihnen zuzuschauen.“ Beide seien sehr nah dran, im Laufe der Saison auch mal eine Chance bei den Profis zu bekommen, so der Sportvorstand der Bayern.
Verlierer: Alphonso Davies
Zwar wird Alphonso Davies im Laufe der Saison auch einige Chancen und Einsätze erhalten, doch seinen Stammplatz auf der Linksverteidigerposition hat er wahrscheinlich fürs Erste an Nene Brown verloren haben.
Ein Fingerzeig dafür dürfte der Einsatz des Flügelflitzers in der B-Elf der Bayern in Heidenheim sein, die im ersten Teil der Partie aufgeboten wurde. Zudem verpasste der Kanadier im Gegensatz zu seinem Konkurrenten die Asienreise, da er sich halbfit zur Heim-WM schleppte und sich erst noch regenerieren musste.
Gewinner: Nathaniel Brown
Im Gegensatz dazu eroberte sich Brown den Platz links hinten und überzeugte in sämtlichen Vorbereitungspartien durch Ballsicherheit, kluge Laufwege und Tore. Der Neuzugang scheint überhaupt keine Anpassungsschwierigkeiten zu haben.
Der ehemalige Frankfurter passt augenscheinlich perfekt ins System von Vincent Kompany, besticht ebenfalls durch seine Flexibilität und hat sogar das Potenzial, zu einem Schlüsselspieler des Rekordmeisters zu werden.
Verlierer: Geldbeutel der Bayernfans
Einige Fans des FC Bayern werden die Tore und Aktionen von Brown allerdings gar nicht gesehen haben. Denn für fast alle Testspiele des Deutschen Meisters wäre ein Abo der Plattform FC Bayern TV Plus notwendig gewesen.
Zwar ist der Preis dafür eigentlich erschwinglich, doch in Zeiten, in denen man als Fan drei bis vier Dienste bezahlen muss, um alle Partien seines Lieblingsvereins sehen zu können oder hunderte Euro für Fanartikel und Spiele im Stadion ausgeben muss, ist diese Entscheidung der Bayern dennoch zumindest zu kritisieren.
Besonders da es sich um einfache Testspiele handelt, die früher immer im TV oder kostenlos auf YouTube zu sehen waren.
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