FC Bayern Frauen jubeln gemeinsam gegen Union Berlin
Bild: Reinaldo Coddou H./Getty Images

Die zwei Gesichter der FC Bayern Frauen: Wie Union geknackt wurde

Justin 22.08.2026
FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Der Auftakt ist den FC Bayern Frauen gelungen. Mit 4:1 haben sie ihr schweres Auswärtsspiel bei Union Berlin gewonnen.

Gerade im Ballvortrag gab es dabei ein paar Probleme, auf die es in den kommenden Wochen zu achten gilt. Union schaffte es über weite Strecken, die Offensive der Münchnerinnen stark einzuschränken.

Doch was waren diese Probleme – und welche Lösungen fand der FCB?

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Analyse: Union bereitet dem FC Bayern Probleme – aber der findet Lösungen

Das Hauptproblem: Gegen Unions flexiblen 4-4-2-Block gab es zu wenig Bewegung. Der Ball lief bei den Bayern meist quer durch die eigene Viererkette, manchmal wurde eine Sechserin angespielt, doch die war in aller Regel in der Unterzahl.

Eigentlich war die Idee erkennbar: Eine Sechserin ließ sich zu den Innenverteidigerinnen fallen, um in erster Aufbaulinie eine 3-gegen-2-Überzahl gegen das pressende Sturmduo des Gegners zu haben. Allerdings war die zweite Sechserin im Mittelfeld dann zu oft auf sich allein gestellt.

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Zwar gab es immer mal wieder abkippende Bewegungen von Klara Bühl, Pernille Harder oder Linda Dallmann, um zusätzliches Angebot im Zentrum zu schaffen, aber deren Freilaufverhalten war nicht energisch und nicht überraschend genug. Union hatte keine Probleme, die Zuspiele ins Zentrum zu verhindern.

Das Resultat: Viel Ballgeschiebe ohne Raumgewinn, berechenbares Spiel über die Flügel und dort direkt zahlreiche Gegenspielerinnen, weil das Heimteam ohne großen Aufwand ausreichend verschieben konnte. Manchmal wurden die Bälle deshalb zu früh und mit viel zu Risiko nach vorn geschlagen.

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Wie der FC Bayern in der zweiten Halbzeit den Zugriff fand

In der zweiten Halbzeit sah man gerade zu Beginn ein anderes Bayern-Team. Der FCB kam mit deutlich mehr Druck aus der Kabine. Einerseits lag das an einem viel aggressiveren und höheren Pressing, das dazu führte, dass Union sich nicht mehr richtig entfalten konnte.

Andererseits wurde der Ballvortrag schneller. Das Freilaufverhalten der Offensivspieler erfolgte nun mit mehr Überzeugung. Es gab mehr gegenläufige Bewegungen, Räume wurden gezielter geöffnet und dann auch bespielt. Der Anschluss von Sechserinnen zum Angriff gelang besser.

Ein Beispiel: Bevor die Bayern den Freistoß bekommen, der zum 3:0 führt, eröffnen sie auf dem rechten Flügel. Stine Ballisager bekommt dort im Halbraum direkt ein gutes Angebot von Dallmann, die durch ihr entgegenkommen eine Lücke zwischen Union-Abwehr und -Mittelfeld reißt. In diese Lücke bewegt sich gleichzeitig Harder.

Der Pass von Ballisager verunglückt etwas, kommt aber bei Amani an, die ebenfalls für kurze Abstände auf dem Flügel gesorgt hat und nun sofort Harder im geöffneten Zwischenraum bedient. Weil die Dänin dort so frei ist, rückt eine Innenverteidigerin heraus und jetzt ist die Abwehrkette offen. Dallmann schaltet vorher schnell und ist anspielbar. Bayern spielt insgesamt zu unpräzise, um diese Lücken direkt zu bespielen, zeigt aber, dass sie die Lücken jetzt immerhin aufreißen.

Nach einer abgewehrten Flanke kommt es schließlich zum Freistoß, der dann das 3:0 einbringt.

Bayern braucht noch etwas Zeit

In solchen Angriffen zeigen sich zwar noch Präzisionsprobleme, aber trotzdem sieht man auch, dass sie diese Abläufe natürlich nicht verlernt haben. Es wird wohl noch etwas Zeit brauchen, um die Dominanz wieder auf den Rasen bringen zu können, die man aus der vergangenen Saison kennt.

Auch die Integration der Neuzugänge wird noch Geduld erfordern. Mit Sophie Proost und Kassandra Potsi kam zwar deutlich mehr Zug zum Tor in die Partie, aber eben auch mehr Chaos, das Barcala vor allem beim Stand von 4:1 nicht geschmeckt haben dürfte.

Es wird in den kommenden Wochen darum gehen, offensiv wieder Genauigkeit und Bewegungsfreude zurückzubringen. Sowohl im Supercup gegen Wolfsburg als auch jetzt gegen Union tat man sich damit noch schwer.

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