Jérôme Boateng: Der unverstandene Quarterback?

Justin Trenner 22.05.2019

Während Mannschaft, Fans und alle Beteiligten sich selbst und den historischen Gewinn der Meisterschaft feiern, sitzt ein Spieler allein auf der Bühne, auf der vorher noch die Schale in den Himmel gehoben wurde. Fast allein. Jérôme Boateng hat seine Töchter um sich herum. Doch er wirkt abwesend. Nicht unglücklich abwesend, aber distanziert vom eigentlichen Geschehen.

An den Feierlichkeiten seiner Mitspieler beteiligt er sich so gut wie gar nicht. Auch später am Abend wird er nicht dabei sein, wenn die Party am Nockherberg ausgelassen weitergeht. Sein Fehlen ist bereits länger mit dem Klub abgesprochen. Boateng nimmt an der Hochzeit seines besten Freundes teil, statt den Titel zu feiern.

Vielleicht ist der Innenverteidiger am Samstag Nachmittag einfach nur ein stiller Genießer. In die Hochzeitspläne lässt sich ohnehin kaum eine Absicht interpretieren. Und doch wird man das Gefühl nicht los, dass es das letzte Mal ist, dass Bayern-Fans ihn im Bayern-Trikot über den Münchner Rasen schlürfen sehen. Es wäre ein unwürdiger Abschied eines Helden, der sich in den letzten Monaten und Jahren häufig missverstanden gefühlt haben muss.

Ein großes Versprechen mit Fragezeichen

Als Jérôme Boateng 2011 für geschätzte 13,5 Millionen Euro nach München kam, war er nicht mehr als ein Talent. Über seinen Heimatklub Hertha BSC und den HSV wechselte er zu Manchester City, wo er zwar 24 Pflichtspiele absolvierte, jedoch den Sprung nach ganz oben aus unterschiedlichen Gründen verpasste.

Bayern nutzte die Gelegenheit und war überzeugt davon, dass der gebürtige Berliner sein Versprechen in Form seines riesigen Talents in München endlich einlösen würde.

Doch in der Zeit unter Jupp Heynckes blieben noch Fragezeichen offen. “Bruder Leichtfuß” wurde er genannt, weil er trotz seiner tollen Leistungen immer wieder Momente der fehlenden Konzentration zuließ. Weil er in seiner Karriere auch mal die eine oder andere unnötige Karte kassierte und sich zu leicht provozieren ließ.

Aufstieg zu einem der besten Verteidiger der Bayern-Geschichte

Doch Boateng arbeitete hart an sich. Er entwickelte sich noch unter Heynckes zu einem Weltklasse-Verteidiger, dessen Momente der Schwäche immer weniger wurden. Schnell, robust, zweikampfstark, beweglich, athletisch und sicher am Ball – Boateng etablierte sich neben Abwehrchef Dante zum Stammspieler.

40 Pflichtspiele absolvierte er in der Saison 2012/13. Jener Spielzeit, die auch in vielen Jahren noch die Geschichtsbücher mit vielen Seiten füllen wird. In allen wird die Geschichte von Arjen Robben stehen. Er war der Torschütze, der eine persönliche Leidenszeit beendete. Er war der große Held. Natürlich werden auch Lahm und Schweinsteiger zu den Protagonisten zählen. Nicht zu vergessen ist neben einigen anderen auch Ribéry, dessen Hackenvorlage wohl etwas weniger Beachtung geschenkt wird als dem Tor selbst.

Einer aber findet bereits im Jahr 2019 nur noch beiläufige Erwähnung, wenn an das Wembley-Tor zurückgedacht wird: Jérôme Boateng. Er schlug den langen und präzisen Ball nach vorn. Er leistete sich im Finale keinen Fehler und spielte wie ein großer Spieler eben spielt. 84% seiner Zweikämpfe gewann Boateng und doch wird es kein Lied geben, das sein Werk beim FC Bayern besingt. Dabei war das Triple erst der Anfang seines Aufstiegs in die Weltspitze.

Guardiola formte ihn zum Quarterback

Mit Pep Guardiola kam nur wenige Monate nach dem großen Triumph ein Trainer an die Säbener Straße, unter dem Boateng seinen bisher größten Karrieresprung schaffen sollte. “Als Guardiola nach München kam, hat er mir gleich ein paar Szenen vorgespielt und gesagt: Schau, diese Szene kann nicht sein als Abwehrspieler, diese Szene auch nicht,” sagte Boateng einst. Es sei ein “Best of dumme Fouls” gewesen.

Doch der Katalane brachte ihm nicht nur bei, seine Zweikämpfe größtenteils ohne Grätschen erfolgreich zu bestreiten. Er machte aus Boateng einen Spielmacher, der im Sommer 2014 gemeinsam mit Hummels seine Nationalmannschaft zum WM-Titel führte. Gegenüber der Sport Bild sprach Boateng davon, dass er Guardiolas Quarterback sei. Er verteile die Bälle und sei verantwortlich für eine gute Spieleröffnung.

In den drei Jahren unter Pep Guardiola blieb Boateng nicht nur einer der zweikampfstärksten Verteidiger der Liga und der Welt. Er schraubte seine Passquote darüber hinaus auf fast 90 Prozent hoch, obwohl das Risiko seiner Zuspiele immer größer wurde. Diese Diskussion ist zwar müßig, wer aber behauptet, dass Boateng zwischen 2013 und 2016 einer der besten Innenverteidiger der Bayern-Geschichte war, hat einige Argumente auf seiner Seite.

MUNICH, GERMANY - MARCH 11: Jerome Boateng of Muenchen runs with the ball during the Bundesliga match between Bayern Muenchen and Eintracht Frankfurt at Allianz Arena on March 11, 2017 in Munich, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Unter Guardiola spielte Boateng so präzise Pässe, dass er vermutlich aus der eigenen Hälfte heraus einen Apfel von der Latte des gegnerischen Tores hätte schießen können.
(Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Emotionale Distanz

Er war Teil einer größeren Entwicklung. In dieser Dekade entwickelten sich mit ihm einige Innenverteidiger zu Spielmachern aus der Tiefe. Vielleicht war keiner so genial wie Boateng. Vielleicht. In jedem Fall hat er das Geschehen auf seiner Position aktiv mitgeprägt und neue Standards gesetzt. Nicht umsonst wurde ihm der Spitzname “Kaiser” verliehen. Wie einst Beckenbauer prägte der Berliner das Spiel von ganz hinten.

Wenn der FC Bayern nun einen Innenverteidiger auf dem Transfermarkt sucht, dann sucht er einen, der mit dem Ball umgehen kann. Im Idealfall einen wie Boateng. Nur wird es schwer, einen wie ihn nochmal zu finden. Das Komplettpaket aus den Basics und diesen präzisen Vertikalzuspielen ist selten.

Trotz allem wird Boateng nicht wenigen eher als Randfigur in Erinnerung bleiben. Dieses kaum zu greifende Phänomen wird vor allem mit der Entwicklung in den letzten Jahren zusammenhängen. Viele Fans bauten eine emotionale Distanz zu ihm auf, weil sie das Gefühl hatten, dass Boateng sich selbst zu sehr vom Fußball entfernte.

Selbstverschuldete Dynamik?

Ausgefallene Mode, ein eigenes Magazin, ein Standbein in den USA – selbst Karl-Heinz Rummenigge forderte ihn einst auf, mal wieder “back to earth” zu kommen. Dieser klubinterne Seitenhieb sowie die zunehmend abbauenden Leistungen nach der Europameisterschaft 2016 bekamen ihre ganz eigene Dynamik.

Man möchte fast sagen, dass es eine Dynamik ist, die selbst verschuldet ist. Doch ist sie das? Heißen all diese außersportlichen Aktivitäten, dass Boateng seinen Fokus auf das Wesentliche verloren hat?

Wen interessiert es beispielsweise, dass Cristiano Ronaldo in Unterhosen posiert? Wen hat es bei David Beckham interessiert, dass er neben dem Fußball noch zig andere Dinge getan hat? Sind Thomas Müllers Pferde dafür verantwortlich, wenn er keine Leistung bringt?

Unsinnige Fokusdiskussion

Diese Argumentationen sind schlicht aus der Luft gegriffen und schon gar nicht zu belegen. Fakt ist aber, dass es einer Vielzahl an Fans lieber ist, wenn ein Giovane Elber eine Ranch in Brasilien hat oder Müller sich mit Pferden auseinandersetzt.

Mode, irgendwelche Lifestyle-Magazine, Social-Media-Aktivitäten und erst recht Partys sind verschrien als abgehobene Aktivitäten und könnten dem Klischee eines Fußballers nicht weniger entsprechen. Es sind vermeintliche Schwachpunkte eines Glamour-Profis, der lieber wieder “back to earth” kommen sollte. Dabei ist es im Prinzip nichts anderes als ein cleveres zweites Standbein, das er sich am Ende seiner Karriere aufbaut. Eigentlich ist das sogar ziemlich clever.

Boateng jedenfalls hat sich wenig vorzuwerfen. Er hat eine tolle Karriere hingelegt und sich am Ende für einen Weg entschieden, der seinen Interessen außerhalb des Sports entspricht. Ob diese Interessen nun mit denen der Fans übereinstimmen, kann ihm egal sein. Schade ist nur, dass es in der Bewertung seiner Leistungen eine übergeordnete Rolle einnimmt, welches schräge Outfit er mal wieder irgendwo trug oder welches Magazin mal wieder mit seinem Namen herausgebracht wird. Als würde Boateng all diese Aktivitäten alleine planen und durchführen.

War es wirklich eine schlechte Saison?

Schaut man sich aber die sportlichen Werte dieser so als Katastrophe ausgerufenen Boateng-Saison an, sieht man das alles vielleicht etwas differenzierter: 66% Zweikampfquote (Hummels 67%, Süle 69%), 89% Passquote (Hummels 89%, Süle 93%), 11 Torschussvorlagen (Hummels 13, Süle 6), 2 Assists (Hummels 1, Süle 0), 0,3 Ballverluste pro Spiel (Hummels 0,5, Süle 0,4), 0,6 Mal pro Spiel ausgedribbelt (Hummels 0,7, Süle 0,2) – liest sich so eine katastrophale Saison?

Es sind vor allem einzelne Momente, die Boatengs Jahr in ein viel zu schlechtes Licht rücken. Beispielsweise die verschuldeten Elfmeter in der Hinrunde in Berlin und bei Ajax oder sein Verhalten gegen Düsseldorf beim 3:3. Dass aber auch Spieler wie Hummels, Thiago, Ribéry, Süle oder Neuer regelmäßig patzten, wird oft verschwiegen. Ist es dann nicht vielleicht doch auch eine Frage der Ausrichtung der Mannschaft? Mit 23,5 Ballverlusten pro Spiel hatten die Bayern in der Bundesliga so viele wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Viel spricht dafür, dass Boateng an Niveau verloren hat. Hummels hat das beispielsweise auch. Bei Ersterem scheinen die Aktivitäten neben dem Platz aber dazu zu führen, dass wenige entscheidende Fehler zur Verklärung seiner Situation führen. Eine Bewertung, die in dieser Form unfair ist. Boatengs Verletzungen und seine fehlende Fitness im Jahr 2018 spielen dann eine geringere Rolle als sein Magazin oder seine Brillen.

Ein unwürdiger Abschied

Boateng war immer jemand, der eine klare Position vertrat und das aussprach, was ihn im Moment beschäftigte. Sein ständiger Kampf gegen Rassismus, seine Entwicklung zum Führungsspieler innerhalb der Mannschaft, seine bescheidene aber klare Art in den Interviews – genauso steht er auch jetzt über den Dingen, die über ihn berichtet werden. Auf die Frage, ob er den Fokus auf den Fußball verloren habe, gab er ein klares Nein als Antwort. Ob man ihm das glauben möchte, liegt in der Perspektive des Betrachters.

Blickt man aber zurück auf seine Zeit beim FC Bayern, kann es nur schwerlich zwei Meinungen geben. Jérôme Boateng hat dort, wo es drauf ankommt, eine Ära entschieden mitgeprägt: nämlich auf dem Platz. Es sieht im Moment alles danach aus, dass sich die Wege im Sommer trennen. Sollte es so kommen, stünde der vergangene Samstag nicht nur im Zeichen eines Märchens, das Robben, Ribéry und Rafinha schöne letzte Stunden in der Allianz Arena bescherte.

Er stünde auch im Zeichen eines kaum noch besungenen Helden, der einen unwürdigen Abschied bekam. Teils selbst verschuldet, teils aus Gründen, die in der Diskussion rund um den Fußball leider immer noch viel zu viel Beachtung finden. Natürlich aber auch deshalb, weil sein Abschied faktisch noch gar nicht feststeht. Und doch rückt er näher. Es tut weh, dass der einst großartige Quarterback Guardiolas und der Vorbereiter der Vorbereitung des Wembley-Tores vermutlich durch die Hintertür verschwinden muss. Auch wenn es sportlich Sinn ergibt, ist das Wie unwürdig.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Peak Boateng war damals mMn der beste IV der Welt. Solche Pässe, solche Tacklings, so eine Übersicht, so ein Aufbau, so eine Ruhe am Ball und so eine Präsenz auf dem Feld: das war einmalig.
    Schade, dass er gehen wird, er ist immer noch einer meiner Lieblingsspieler.

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    1. Bei mir auch!

  2. Wen interessiert es beispielsweise, dass Cristiano Ronaldo in Unterhosen posiert? Wen hat es bei David Beckham interessiert, dass er neben dem Fußball noch zig andere Dinge getan hat? Sind Thomas Müllers Pferde dafür verantwortlich, wenn er keine Leistung bringt?
    ….
    Diese Argumentationen sind schlicht aus der Luft gegriffen und schon gar nicht zu belegen.

    Sind sie nicht – und das hat Boateng selbst zu verantworten. Die genannten Vergleiche hinken. Ronaldo hat trotz jahrelangen Unterhosen-Postings weiter Weltklasse abgeliefert und ist außerdem bekannt dafür, dass er ein Trainingsmonster ist. Beckham kann ich nicht beurteilen, aber das war damals auch noch eine andere Zeit. Und bei Müller ist mir jetzt nicht bekannt, dass er sich auch nur anähernd so sehr wie Boa mit seinen Pferden in die Öffentlichkeit gedrängt hat.

    Boa dagegen jammert rum, dass ihm die Anerkennung und Rückendeckung im Verein fehlt, nachdem seine Leistungen sich verschlechtert haben. Ich habe nie irgendwas von ihm gelesen, dass er seine eigene Leistung mal selbstkritisch bewertet und vielleicht tatsächlich auf die Idee kommt, sich wieder mehr auf seinen eigentlichen Job zu fokussieren. Deswegen ist es keine “Unnötige Fokusdiskussion”, sondern leider an trauriger Fakt.

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    1. das muss diese selektive Wahrnehmung sein von der immer alle reden :-)

  3. Ich pflichte ja der Bewertung seiner Qualitäten bei und will diese Qualitäten seine Leistungen nicht kleinreden, aber den Quarterback-Vergleich finde ich völlig unpassend. Diese Position (oder jegliche andere Position) im Football kann man einfach nicht mit Fussballpositionen vergleichen. Die Sportarten sind sowas von unterschiedlich, sodass jeglicher Vergleich m.E. sinnlos ist. (bin da vielleicht auch etwas kleinkariert ;)

    Klar hätte er einen “würdigeren” Abgang verdient, aber das liegt m.E. einzig an der Vertragskonst8ellation. Solange er noch nicht fix weggeht, gibts halt keinen offiziellen Abschied geben. Er wäre auch nicht der erste (von verdienten Spielern) der innerhalb der Sommerpause wechselt und daher keine spezielle Verabschiedung bekommt. Klar ist das schade für ihn, aber das ist halt die gängige Praxis.

  4. Danke an das MSR-Team, dass ihr mir meinen Wunsch erfüllt habt. Der Bericht ist großartig und fair geschrieben. Absolut klasse!

    Ja, es endet eine Zeit. Es zerbrach’ mir das Herz als ich Boateng so abwesend von der Zeremonie sah. In dem Moment hätte ich ihn gerne in den Arm genommen und zu ihm gesagt: Du bist ein ganz Großer -trotz fehlender Aufmerksamkeit!
    Der Mann kann echt stolz auf sich sein; hat sich aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet, umso beschämender wird sein Abgang sein. Man muss seinem Hang zu Luxus und ausgefallenen Lifestyle nicht mögen aber ich würde mir schon eine faire Bewertung seiner Leistung wünschen. Sportlich hat er auch nicht besser/schlechter als andere gespielt. Egal, wohin sein Weg führen wird, mein Respekt und Anerkennung hat er sicher.

    Justin, der Text ist eine 1+

    Besser geht es nicht!

  5. Klar, Boateng war unter Guardiola DER Innenverteidiger schlechthin. Aber offensichtlich braucht er auch so einen kontrollierenden Trainer, um Höchstleistungen abzurufen.

    Soll seine Leistungen nicht schmälern, heißt aber wohl, dass es wirklich besser ist, wenn er jetzt nochmal zum Karriereabschluss wechselt.

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    1. Evt. zu Juve falls Pep tatsächlich dorthin wechselt!

  6. Ich denke Boateng hat sehr viel Respekt genossen und den meisten Bayern-Anhängern dürfte seine Rolle in den Titeljahr(en) bewusst sein. Er war und ist eine Erfolggeschichte, seitdem er mit einigen Fragezeichen von City kam. Positions-bedingt stehen andere Spieler bei Titeln meist im Vordergrund, das ist aber keine Boateng-spezifische Eigenschaft.

    Problem war eben sein schneller Abfall in dieser Saison, weil er über Jahre so zuverlässig spielte. Zumal ein Alter von 30 als IV eigentlich kein Hindernis ist. Die Gründe dafür wurden nie so richtig klar. Trainer? Privatleben? Und der Gedanke liegt schon auch nah, dass er vielleicht etwas zu “satt” war und die Extrameile unter einem hoplrigen (bzw. intern vielleicht wenig anerkannten) Kovac-System nicht mehr gehen wollte. Unter dem Strich wird Boateng aber mit seinen Leistungen in Erinnerung bleiben, da bin ich mir recht sicher. Auch wenn man nicht jeden verdienten Spieler mit Fanfahren verabschieden kann.

  7. Boateng ist ein toller Spieler und ein feiner Kerl, nach all dem zu urteilen, was er in Interviews so von sich gegeben hat. Ganz klar einer der weltbesten Spieler seiner Position auf dem Karrierehöhepunkt. Hätte ihm auf jeden Fall noch einen Einsatz gegönnt.
    So sehr kann er sich von den Bayern übrigens nicht entfremdet haben, wenn er seine beiden Töchterchen im Bayerntrikot zum letzten Saisonspiel mitnimmt. Man muss ja nicht über jedes Stöckchen springen, was einem die SZ so hinhält.

  8. Danke für diesen Artikel, die Kritik an Boateng war in den letzten Jahren oft überzogen. Ich denke nicht dass Deutschland ohne Boateng in der Weltklasseform, die er da hatte, das WM-Finale in Brasilien gewonnen hätte. Für Bayern hat er sowieso jahrelang Top-Leistungen gebracht. Der Abschied von Bayern scheint wohl festzustehen, bleibt zu hoffen dass er einen Club findet bei dem man an ihn glaubt und dass er noch ein paar Jahre ohne zu viele Verletzungen Fussball spielen kann.

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    1. Wahrscheinlich nicht
      Boa hat damals alles abgelaufen und offensiv extrem gut eröffnet.
      Denke das ihm die Saison 12/13 mit Dante schon sehr gut getan hat bevor ihn Pep dann zum überragenden Quarterback machte. Dadurch wurde ja erst die Doppel6 überflüssig so das Basti bzw Alonso kreativ Spiel gestalten konnten.

      Im Vergleich zu heute ein Hauptmanko. Die anfällige langsame IV bedurfte oft einer extra Absicherung.
      Hoffentlich können wie mit Lucas und Pavard wieder zu dem anderen System zurückkehren. Egal ob mit Thiago oder Kimmich auf der kreativen 6.

  9. Boateng hat sich bei Bayern zwischen 2013 und 2015 zu einem der besten IV der Welt entwickelt. Danach kamen seine Verletzungen und ab da wer er dann nicht mehr der Alte. Fast nie wieder danach konnte er nur anähernd auf dieses Weltklasse-Niveau zurückkehren. Nach seinen langen Ausfallzeiten brauchte er auch immer noch 6, 7 Spiele, um überhaupt wieder auf internationales Level zurückzukehren. Eventuell hat er dann während seinen Verletzungspausen sich vermehrt anderen Dingen, abseits des Spielfelds gewidmet.

    Wie dem auch sei, speziell in den letzten beiden Jahren ist das Niveau bei ihm nochmal gesunken. Von seinen ehemaligen langen Pässen und Spielverlagerungen und seinen Laserpässen ist nicht mehr viel zu sehen. Seit Peps Weggang und der damit verbundenen, schrittweisen Erosion unseres ehemaligen Spielkonzeptes wurden seine Fähigkeiten auch einfach nicht mehr so gebraucht. Von außen scheint es auch so zu sein, als ob er die Konkurrenzsituation mit Süle etwas unterschätzt hat. Hatte Hummels wohl auch, aber der scheint sich nochmal zusammenzureissen, das ist schon auffällig.

    Bei allem, was man an ihm auszusetzen hat, er hätte einen respektvolleren Abgang verdient, als so durch die Hintertür. Ob unsere Granden das erkennen? Eventuell. Bemühen Sie sich um eine adäaquate Verabschiedung?
    Sieht eher nicht danach aus. Ich befürchte ich ein weiteres Kapitel unsensiblen Verhaltens seitens unserer Vereinsoberen.

    Schade Boa, bist nen Guter.

  10. Danke für den Artikel.
    Ich finde es auch schade, dass es so ruhig um ihn geworden ist und ich empfinde es ebenfalls so, dass es unwürdig ist anhand dessen, was Boateng in immerhin acht Jahren für den FCB geleistet hat.
    Hoffe er findet einen guten neuen Verein und dass er vielleicht mit etwas Abstand noch (s)einen wohlverdienten Abschied bekommt!

  11. Marlene Dietrich Seite 22.05.2019 - 22:37

    Guter Artikel, danke!

  12. Du beschreibst den frühen Boateng sehr gut, Justin. Ein Wahnsinnstransfer aus Bayernsicht – Innenverteidiger Nr. 3 oder 4 bei ManCity, die damals zwar Geld, aber sonst nix hatten. Und dann bei Bayern durchgestartet. Heynckes hat ihn mental geformt und Guardiola hat ihn zum vielleicht damals besten Innenverteidiger der Welt gemacht.

    Und dann? Dann war er verletzt. Obwohl er verletzt war, wurde er, gehypt von einer fußballignoranten Medienwelt, nach einem, dabei bleibe ich, von ihm mitverschuldeten Aus des FC Bayern gegen Atletico, zum Fußballer des Jahres gewählt.

    Seit dieser Saison kommt es mir so vor, dass ihm der Medienhype wichtiger ist als der Knochenjob des Bundesligaprofis (und Nationalspielers, der er ja nicht mehr ist). Was für ein Unterschied zu seinen “Schicksalsgenossen” Müller und Hummels!

    Wie viele Gegentore hat Boanteng diese Saison verschuldet? In Amsterdam, in Dortmund usw.? Seit Thomas Berthold hat kein Bayernspieler in dieser Weise darum gebettelt, dass der Verein ihn verkauft. Und jetzt noch dieser Auftritt zum Saisonfinale, von dem ein Medienprofi wie Boateng vorher schon wissen musste, was er für Beirchte auslöst.

    Stiftl hat es richtig gesagt. Wenn ein Christiano Ronaldo eine Stunde für Schiesser-Feinripp posiert, weiß man, dass er die rechtlichen 23 Stunden des Tages für Fußball lebt, also für seinen Beruf. Boateng dagegen ist in einer anderen Welt angekommen, und da kann er gern bleiben.

    Bayern wollte ihn letzten Sommer nicht zu PSG ziehen lassen, weil die die erhofften EUR 50 Mio. nicht bezahlen wollten. Diesen Sommer wird man froh sein, wenn man von Inter 15 bekommt. Und Uli Hoeness soll mal selbstkritisch reflektieren, ob er, wenn er Bernat behalten und Boateng vekauft hätte, nicht ein schlechtes Geschäft vermieden und ein gutes gemacht hätte. So, wie es gelaufen ist, waren das zwei Punkte für die Scheichs.

  13. Die Qualitäten und Verdienste eine fitten Boateng‘s sind unbestritten, nur seit wann ist er denn wirklich wieder fit ? Die langwierige Verletzung in der vergangenen Saison hat ihn definitiv eine Qualitätsstufe gekostet und der Eigenantrieb und die Motivation es nochmal nach ganz oben schaffen zu wollen, wurde durch den Trainerwechsel und die damit verbundene Spielphilosophie und die Anfangs stattfindende Rotation in der Mannschaft sicherlich nicht begünstigt.

    Kovac hat sich bestimmt nicht aus einer Laune heraus für Hummels und Süle als Stamm IV entschieden, dafür waren auch die Trainingseindrücke in der Wintervorbereitung verantwortlich.
    Sein Mitstreiter Hummels hatte die Zeichen erkannt und gibt Vollgas. Er stellt sich auch dem Duo Hérnandez/Pavard in der kommenden Saison.
    Boateng hat sich „arrangiert“ oder damit abgefunden, da er in diesem Verein eh keine Perspektive mehr sieht.
    Als Fußballer wünsch ich ihm noch ein paar schöne Jahre in der MLS mit David Beckham als Chef und als Mensch alles Gute und Gesundheit.
    Der nötige Respekt und Dank seitens des Vereins sollte ihm gewiss sein.

  14. January 2016: Muskelbündel- und Sehnenriss im Adduktorenbereich.
    Das war für mich der Knackpunkt in seiner Karriere.
    Danach auf Teufel komm raus fit werden mit Docs Spritzen für die EM und dann wieder die gleiche Verletzung.
    MMn ist er danach nie wieder richtig fit geworden was an den unendlichen Ausfällen deutlich wird.
    Warum er nach der Winterpause und Trainingslager bei einer harmlosen Bewegung im Zweikampf mit Diekmeier sich so schwer verletzt hat ist für mich bis heute ein Mysterium.
    Auffällig fand ich das er im Oberkörperbereich enorm muskulär zugelegt hat und er in der Saison schon nicht mehr ganz so spritzig gewirkt hatte wie früher.

    Pep hat ihn sicherlich in der Zeit Mitte 13 bis Jan 16 enorm technisch taktisch verbessert (wie so viele Spieler auch). Auch mit den damaligen schwächeren Dante und Benatia hatte man oft nie das Gefühl das etwas schief gehen könne. Das Gefühl war dann beginnend mit Anc weggeblasen, und mMn haben Boa und Hummels bei uns auch nie so gut funktioniert wie bei der WM14.
    Ob Boas Leistungsabfall mit anderen Dingen ausser den vielen Verletzungen(Ursache/Wirkung?)begründet werden kann weiss ich nicht.
    Aber das die Statistik diese Saison belegt das keiner der drei IV besonders hervorsticht ist nicht überraschend. Süle muss mMn sehr hart an sich arbeiten um das Niveau von Boa 13/16 zu erreichen denn davon ist er wie Hummels und Boa selbst meilenweit entfernt.
    Es wird faszinierend sein zu beobachten, wenn MCFC einen Maguire wirklich kaufen, wie schnell der von Pep verbessert wird, denn der ist eigentlich genauso kantig und unbeweglich wie Süle in seiner Veranlagung.

  15. Anscheinend sind sich doch fast alle einig, dass Boateng ein klasse Kicker gewesen ist. Sehe ich auch so. Und ohne ihn glaube ich nicht dass wir so einen Erfolg gehabt hätten.
    Fragt sich nur warum man es jetzt nicht mehr so wahr nimmt.
    Ich würde dabei fast einen Vergleich zu Kroos ziehen, dem immer vorgeworfen wurde mit hoch gezogener Nase über den Platz zu laufen und sich als etwas besseres zu sehen. Was bei ihm (Kroos) halt auch einfach mit seiner Körperhaltung bzw. Anatomie zusammenhängt.
    Bei Boateng ist es nicht diese Anatomie aber doch verhält er sich mittlerweile anders auf dem Platz als früher. Oft habe ich das Gefühl er will sich nicht dreckig machen oder sich den Arsch aufreißen…Es ist eher etwas dass man objektiv nicht wirklich beschreiben kann, aber es ist da. Er wirkt ein bisschen satt. Was für mich auch nur verständlich wäre, immerhin hat er alles erreicht was er erreichen konnte.
    Und auch wenn die oben angeführte Statistik ihn weiterhin mit Hummels und Spüle auf einer Stufe sieht, so muss auch Kovac einen Grund haben ihn nicht aufzustellen…

  16. Vielen Dank für den Artikel! Boateng war jahrelang einer meiner Lieblingsspieler. Ich finde das einzigartigste, was ich bei ihm in erinnerung behalten werde, ist die Eleganz seines Spiels. Für einen Spieler >1,90m >90kg ist es absolut außergewöhnlich, was für ein weiches Fußgelenk er hat. Dazu die engen Drehungen, die Ruhe am Ball im Spielaufbau. Außerdem war seine Leistung im WM Finale mit das Beste, was ich je von einem Fußballspieler gesehen habe. Absolut gigantisch, unfassbar. Ich werde nie vergessen, wie Hummels, der Boateng bis heute nie besonders nahe stand, nach dem Abpfiff direkt zu Boateng gegangen ist und ihn lange und ehrlich umarmt hat. Hummels hatte ein grandioses Turnier gespielt, aber im Finale hat Boateng Messi und Higuain alleine verteidigt.

    Wer sich nicht mehr erinnert: https://www.youtube.com/watch?v=P1SkXGrTFOc

    Ich stimme Justin auch zu: so katastrophal war diese Saison gar nicht. Wenn man aber bedenkt, wie gut er vor kurzem noch war und das er erst 30 ist, ist das schon irgendwie ein wenig ernürchternd :-( So wehleidig ich es hinnehmen werde und so positiv wie ich ihn sehe – für mich ist es absolut angemessen, sich im Sommer von ihm zu treffen.

  17. Ich habe mich auch sehr über diesen Artikel gefreut, der ja durchaus nicht außer acht läßt, daß die kritische Wahrnehmung Jerome Boatengs auch durch seine Aktivitäten neben dem Platz und somit durch seine eigenen Entscheidungen begründet ist. Wobei ich Justins Beurteilung voll teile, daß aus welchen Gründen auch immer bei ihm diese fussballfernen aber natürlich völlig legitimen Aktivitäten negativer bewertet werden und wurden, als dies bei anderen Spielern der Fall gewesen ist.

    Für mich steht auch der überragende Fussballer Boateng im Vordergrund, den ich zudem immer als sehr besonnen und sympathisch wahrgenommen habe. Ich würde ihn als absoluten Glücksfall für den FC Bayern bewerten, der das Gesicht des Vereins über so viele Jahre mitbestimmt und dem Verein über die üblichen nationalen Grabenkämpfe hinweg gerade auch durch seine herausragende Position in der Nationalelf viel Sympathie eingebracht hat. Über seine Funktion innerhalb der Mannschaft, seine Bedeutung als Vorbild und Persönlichkeit für die Teamkollegen kann man an dieser Stelle nur mutmaßen, dass er auch hier positive Spuren hinterlassen hat.

    Auch ich würde mir wünschen, daß er, sollte es wie vermutet zu einem Abschied im Sommer kommen, eine vergleichbare Würdigung erfährt wie die am Wochenende verabschiedeten Heroen. Für mich zählt er absolut in diese Reihe meiner persönlichen FCB-Helden des vergangenen Jahrzehntes, was ja auch völlig unabhängig ist davon, dass er natürlich rein sportlich gesehen nicht mehr sein Toppniveau erreicht und der Verein sich neu aufstellen muß. Das gilt ja nun auch gerade für Spieler wie Robben und Ribery, die ihren Zenit sicher schon einige Zeit hinter sich haben und ähnlich wie Jerome viel mit Verletzungen und Fitness zu kämpfen hatten. Dies rüttelt zu Recht nicht an deren Nimbus als prägende Gestalten eines Jahrzehntes der Vereinsgeschichte, was man, so denke ich, auch Jerome Boateng zugestehen sollte.

    Er wird mir als Typ mit großer Sicherheit sehr fehlen.

  18. So what? Vor einigen Jahren war er einer der Besten, jetzt ist er es halt nicht mehr.
    Er wollte letztes Jahr schon weg, scheinbar nach Paris – jetzt passiert das halt dieses Jahr.
    Und, ganz ehrlich: direkt nach einem wichtigen Spiel (gegen Dortmund) eine Party zu veranstalten, war jetzt nicht sooo glücklich.
    Mir persönlich wird er nicht fehlen.

    Außerdem brauchen wir noch ein paar Penunzen für Leroy :-)

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      1. @Lukas
        Okay, jetzt ein wenig präziser: Ich habe Jerome Boateng immer geschätzt. Er war ein fantastischer Fussballspieler, und über seine Leistungen beim FC Bayern müssen wir nicht groß diskutieren.
        Ich glaube aber auch, dass er sich – seit einiger Zeit – einen Verein wünscht, in dem er seine »internationalen» Ambitionen als Influenzer und Vermarkter seiner eigenen »Marke« besser umsetzen kann.
        PSG wäre für ihn ideal.

        Sorry für die etwas flapsige Ausdrucksweise in meinem ersten Statement.

        Dass der FC Bayern ihn letztes Jahr nicht ziehen ließ, spricht – sprach –, glaube ich, für die Wertschätzung, die er bei »uns« besaß.

  19. Hansi Flick als Co für Kovac?

    Das klingt für mich nach Kompromiss: Hoeneß darf Kovac behalten und wenn es schief geht, darf Kalle dann als Plan B Flick inthronisieren. Wäre vielleicht nicht die schlechteste Variante, die aktuellen Diskussionen zu beenden und endlich (vorerst) Ruhe in der Trainersache zu bekommen.

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    1. Klingt für mich dann viel mehr nach der nächsten “Schacherei”!! Wenn es denn überhaupt so geplant ist!
      Flick, der im Grunde nie über das Dasein als Co hinausgekommen ist, den man ja wohl auch mal als Sportdirektor gehandelt hatte, nun als Cheftrainer für unseren FCB???
      Bloß nicht! Dann lieber Kovac weiter als “Main” für die Cheftrainer-Position! Da kann Niko nun mit deutlich mehr Erfahrungen auftrumpfen, und dürfte – auch wenn ich ihm die nötige Fähigkeit dazu nicht zutraue – viel eher als Flick in der Lage sein, die Offensivstruktur CL-finaltauglich zu bekommen. Oder man sollte Klose nach oben ziehen, wenn denn ein neuer “Erster Mann” gebraucht wird und sich sonst niemand Passendes finden lässt!

      Zu Boateng : Ich finde es schade, wenn er geht, habe ihn auch immer als Top-IV gesehen, dessen Aufbauspiel bislang unübertroffen war. Gerade deshalb bin ich sehr verwundert, dass man ihn augenscheinlich gehen lässt. Denn gerade Kovac benötigt für seinen Ansatz mit dem raschen Vertikalspiel in die Spitze ja gerade solche Spieler, welche diese Eröffnung beherrschen und aus der Abwehrreihe den Ball über 40-50 Meter direkt zum Mitspieler bringen und dabei gleich die halbe Gegnermannschaft aus dem Spiel nehmen können. Zwar soll auch Hernandez gute Qualität im Aufbauspiel besitzen, ob er aber über diese außerordentlich gute Fähigkeit zu “Laserpässen” verfügt, wage ich zu bezweifeln. Da gibt es wohl kaum jemanden! Selbst Hummels mit seinen Aussenrist-Pässen hängt da etwas hinterher, wie ich finde; er hat seine Qualitäten auf dem Rasen an anderer Stelle.

      Vermutlich hat Boa aber schon länger mit dem FCB abgeschlossen, nicht erst seit PSG angeklopft hat, und wenn einer nur noch mit halben Herzen dabei ist, dann kommt eben auch nichts Ganzes dabei raus! Sollte er sich aber dazu entscheiden, sich dem Konkurrenzkampf zu stellen, bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob die Jungen Süle, Hernandez und Pavard ihn übertrumpfen können! Aber er muss sich eben wieder mit aller Leidenschaft einbringen!

  20. So – jetzt wird es langsam richtig heiss: Hoeneß hat wohl der SZ gegenüber bestätigt, dass sie sich mit der Personalie Sane beschäftigen!

    https://sportbild.bild.de/bundesliga/vereine/bayern-muenchen/uli-hoeness-bestaetigt-bayern-will-mancity-star-leroy-sane-62131104.sport.html

  21. Welche Schwächen hat denn Sane?
    Lauf und defensiv Arbeit!
    Und worauf legt Kovac besonders viel wert?
    Das kann ja spannend werden mit den beiden!
    Das ist kein Kovac bashing sondern einfach eine Feststellung.

  22. Danke, Boa, für viele grandiose Spiele und Jahre!

    Er war immer ein Pfeiler in der Mannschaft, nach seiner noch nachlässigen Anfangsphase war er viele Jahre der Garant für defensive Stabilität und hat hinten immer abgeräumt, wenn es notwendig war. Dazu eine Spieleröffnung, die ihresgleichen suchte. Schade, dass das seit 1-2 Jahren nicht mehr auf dem Niveau vorhanden ist. Und das hat ihn halt anfällig für die Kritik gemacht. Würde er noch immer das Niveau seiner Spitzenjahre haben, würde keiner über Partys nach Spielen, seinen Lifestyle und außersportlichen Aktivitäten diskutieren. Dennoch wird sein Name untrennbar mit den großen Erfolgen der 2010er-Jahre verbunden sein.

    Und mach es gut – wo immer es Dich hintreibt.

  23. Apropos Boateng: Wenn man mal den Vergleich hat: Was wollen wir eigentlich mit diesem Pavard? Warum in Gottes Namen ist der 35 Millionen wert? 10 mehr als Brandt? Okay, in Relation zu den 80 von Hernandez haut es vielleicht wieder hin.

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    1. Das meinst Du jetzt aber nicht ernst, Ju, oder etwa doch?

    2. Völlig ernst. Ich las den Artikel und schaute nebenbei Relegation. Und wenn man Boateng mal als Idealbild nimmt, was ein Innenverteidiger von Bayern München zu leisten imstande sein muss, sehe ich bei Pavard sehr wenig, was mich glauben lässt, dass er Bayern-Niveau erreichen könnte. Ja, auch ich sehe, dass sein Passspiel technisch erstklassig und auch punktuell kreativ ist. Nichtsdestotrotz ist er sowohl was Zweikampftechnik, als auch was Timing, Kopfballspiel und Robustheit angeht nur besserer Durchschnitt. Da hilt auch sein Weltmeisterstatus nichts, denn wen hätte Deschamps denn da sonst aufstellen sollen? Die Franzosen produzieren zwar Innenverteidiger-Talente am Fließband, rechts hinten sieht’s aber verdammt dünn aus. Capdevila weiß ja auch bis heute nicht, wie er es in diese spanische Mannschaft geschafft hat.

      …Und wenn ich dann frage, warum ein solcher Spieler einer der teuersten der Vereinsgeschichte ist, meine ich das ziemlich ernst, ja. Insbesondere dann, wenn ich sehe, was Julian Brandt kostet – den ich sehr sehr gerne in München gesehen hätte (Im Gegensatz zu Hazard und Schulz, die können die Bienen gerne haben). Dass ich die Ablösesumme von Hernandez kritsch sehe, habe ich hier ja auch schon oft genug geschrieben. Selbst wenn ich nicht der Auffassung wäre, dass es von der Kosten-Nutzen-Abwägung bessere Optionen gegeben hätte – wie z.B. Skriniar, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht verlängert hatte – dann fände ich immernoch, dass dieses Geld an anderer Stelle besser angelegt gewesen wäre. In der Innenverteidigung sehe ich uns nämlich zumindest in den nächsten 2-3 Jahren mit Hummels und Süle erstklassig aufgestellt – und rein statistisch liefert auch Boateng nach wie vor ab.

      1. 1. Boateng hat diese Saison absurd viele Gegentore verschuldet. Das ist ja auch eine Konzentrationsfrage. Und so, wie er sich benimmt, habe ich nicht den Eindruck dass sich das bessern könnte.
        2. Das Relegationsspiel habe ich nicht gesehen. Bei einem jungen Spieler würde ich in einer Nach-WM-Saison aber nicht alles auf die Goldwaage legen. Auch ein Thomas Müller hat 2010/2011 kein grandioses Jahr gehabt.

      2. 35 Millionen für einen jungen IV der Nationalspieler ist, sind aktuell die Preise des Marktes. Darüber hinaus führt Pavard die Liga in Ball-Klärungen an und hat einer der besten Werte im 1:1 aller IV in der Liga. Und das beim VfB, der heuer wohl nur Zweitliga-Niveau erreicht.

        Problem bei deinem Vergleich ist, dass Brandt eben nur 25 Millionen gekostet hat. Ein absolutes Schnäppchen und finanziell fast ohne Risiko. Im schlimmsten Fall verbrennt er beim BVB und der verkauft ihn in 3 Jahren für 15 Mio. weiter. Dann hätten die Nationalmannschaft neben Leverkusen (die wirklich Gelackmeierten) das Nachsehen, für den BVB war es ein unkompliziertes Experiment. Ähnliche Spieler in dem Alter und mit dem Offensivpotenzial (ich betone die zweite Hälfte des Wortes) starten normalerweise beim doppelten Preis. Und ein Level darüber ist man dann schon dreistellig angekommen, siehe Sane.

      3. Naja, dazu muss man aber auch sagen, dass Ball-Klärungen ein völlig ungeeigneter Wert für Quervergleiche sind. Gemeint ist “eine Defensivaktion, bei der ein Spieler den Ball vom eigenen Tor wegschlägt, ohne dabei einen Mitspieler anspielen zu wollen.” Ketzerisch könnte man daher sagen, hier haben nur solche Spieler hohe Werte, die bei Balleroberungen aus Angst vorm Gegenpressing zum “Langholz greifen”. Jedenfalls gibt dieser Wert allenfalls Aufschluss über die Taktik der jeweiligen Mannschaft: Hat eine Mannschaft Spieler mit hohen Clr-Werten (der VFB ist mit ganzen drei Leuten in den Top-Ten), dann hat sie selten den Ball, ein intensives Mittelfeldpressing (welches vertikales gegnerisches Spiel forciert) und greift in der Abwehrkette auf herausrückende und absichernde Aufgabenteilung zurück – höchstwahrscheinlich spielt man also Dreierkette, wo der zentrale Verteidiger hinter den herausrückenden Halbverteidigern ausputzt, oder der Halbverteidiger durchs Pressing lose Bälle wegschlägt.

        Man muss sich ja nur die Führenden dieser Statistik der europäischen Ligen anschauen, um zu erkennen, dass dieser Wert nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist. Mal jeweils die ersten drei:

        Spanien: Leandro Cabrera, Bernardo Espinosa, Victor Laguardia

        England: Fabian Balbuena, Jannik Vestergaard, Shane Duffy

        Frankreich: Pablo, Kamil Glik, Christopher Jullien

        Italien: Bartosz Salamon, Bruno Alves, Riccardo Gagliolo

        Jetzt mal die Hände hoch, wer von mehr als Dreien schonmal irgendwas gehört hat (Vestergaard zählt nicht).

        Die Bestplatzierten in der Bundesliga waren in den letzten Jahren übrigens: Salif Sané, Lamine Sané, Ermin Bicakcic, nochmal Ermin Bicakcic und der unvergessene Sebastian Prödl. Noch Fragen?

        Wo hast du diesen 1vs1 Wert her?

      4. @JU

        Der Wert ist eine Annäherung, natürlich. Dennoch ist auffälig dass die führenden Spieler von Teams mit sehr wenig Ballbesitz kommen, sprich weitestgehend defensiv stehen und zu entsprechend häufigen Defensivaktionen gezwungen sind. Eine hohe Anzahl von Klärungen würde dafür sprechen, dass der Spieler zentraler Bestandteil des Abwehrsystems ist und ableitend eine (angehende) Torchance verhindert hat. Das würde ich nicht gleich verunglimpfen, genauso wenig, wie die Klangvollheit der Namen. Weißt du genau, ob das alles nur mittelmäßige Verteidiger sind? Bei dribbled past stehen übrigens die Namen, die man so kennt ;-)

    3. 1. So “absurd viele” Gegentore fallen mir gar nicht ein. Liegt vielleicht an mir, habe dieses Jahr auch nicht jedes Spiel gesehen – zähl doch mal auf.

      Im Übrigen verstehe ich nicht ganz, was der 2019er Boateng (der aus m.E. besser ist, als sein Ruf) mit der fehlenden Klasse von Benjamin Pavard zu tun hat.

      2. Pavard ist kein wirklich junger Spieler mehr. Er ist 2 Jahre älter als Müller zu Saisonbeginn 2011. Er gehört zur Generation Goretzka/Kimmich/Gnabry/Süle – allesamt gestandene Bundesligaspieler – und ist älter als Coman. Der viel gescholtene Jerome Boateng war zu Saisonbeginn der viel zitierten “Triple-Saison” (Übrigens genau wie der damalige Abwehrchef des Finalgegners) genau wie Pavard heute 23 – und damals mindestens 2 Klassen besser als Pavard heute.

      Das alles soll ja nicht heißen, dass Pavard ein Kreisliga-Kicker wäre. Eben nur, dass er nicht annähernd die Klasse eines Boateng hat – und daher weder Bayern-Niveau verkörpert, noch 35 Millionen wert ist. Wäre unterm Strich einer für Dortmund ;)

  24. Off topic aber interessant

    http://Www.Premierleague.com

    EPL CLUBS TV einnahmen 18/19 in GBP
    LFC 152 mio
    MCFC 150 mio
    CFC 146 mio
    Spurs 145 mio
    AFC 142 mio
    Mufc 142 mio

    Huddersfield 96 mio

  25. Danke für den Artikel, der mich daran erinnert hat, warum ich zu einem “Fan” und treuen Leser dieses Blogs geworden bin.
    Bin gespannt, wo Boa zur nächsten Saison landet.
    Sicher hat er unter vielen Verletzungen leiden müssen und ist vllt. nicht mehr ganz so schnell.
    Ich glaube aber, dass er nach wie vor bei einem europäischen Topclub eine gute Rolle spielen kann.
    Zu wünschen wäre es ihm jedenfalls und ihm gebührt großer Dank für seine zum allergrößten Teil bärenstarken Leistungen im Bayerntrikot.

  26. Im Übrigen ist heute auf Spox ein Interview mit Arjen Robben, in dem er sagte, dass er nach seiner schweren Muskelverletzung die Aussage vom Arzt hörte, dass fraglich sei, ob er jemals wieder vollkommen auf das alte Leistungsniveau kommt. Zum Glück hat er es geschafft. Aber Boateng hatte nach der WM14 zwei Muskelbündelrisse – es ist gut möglich, dass diese ihm sein Topniveau gekostet haben. Zumindest wäre das eine Erklärung, warum er seit 2-3 Jahren einfach nicht mit die absolute Weltklasse ist, die er vorher war.

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    1. Alles schön und gut. Aber das Problem das ich (und andere wohl auch) mit Boa habe ist, dass er so tut als sei er weiter absolute Weltklasse.

      Und vergleiche mal die Ackerei eines Robben, wieder fit zu werden, mit der von Boa …

      Ich akzeptiere Formverlust aufgrund von schweren Verletzungen absolut – aber dann soll der Spieler sich das selbst eingestehen und die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Entweder wie ein Robben oder halt dann Karriere beenden und andere Dinge tun die ihm Spaß und Freude bereiten. Aber nicht das was Boa durchzieht. Sorry…

  27. Aktuelle Meldungen von Christian Falk zu Kalle auf Twitter:

    Rummenigge hebt auf die Frage, ob Niko Kovac nächste Saison Bayern Trainer ist, den Daumen nach oben

    Yeah!

    Rummenigge zu seiner Kovac-Aussage: „Ich wollte damit zu erkennen geben, wir dürfen nicht zufrieden sein. Dass es so interpretiert wurde… ich habe es bewusst gesagt“

    Mensch Kalle – und warum hast Du das nicht schon längst klar gestellt?

    Hängt die Zukunft von Kovac vom Ausgang des Pokalfinales ab? Rummenigge: „Es wäre verrückt, wenn man das von einem Spiel abhängig macht. Das wäre unverantwortlich”

    Okay, das ist klar – wenn er gegangen worden wäre, dann sicher nicht nach einer Niederlage gegen RBL.

    Rummenigge lässt offen, ob der @fcbayern für @LeroySane19 die 80-Millionen-Euro-Grenze überschreiten wird

    Die sollen die kolportierten 113 Mio, in einen Koffer packen und Brazzo damit in den Flieger nach Manchester setzen :-)

    Rummenigge deutet an, dass auch die Transfers von @LeroySane19 UND @Calteck10 möglich sind

    Und Rodrigo? ;-)

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  28. Sehe das jetzt weniger rührselig. Er ist ein sehr verdienter Spieler aber er wirkt ein bisschen verheizt, soll er sich doch noch einmal ein Neuanfang gönnen. Auch war er ein Rädelsführer gegen Ancelotti und war wohl auch einer der Gründe für das seltsame Klima im WM Kader. So unbescholten und brav wie er wirkt ist er nicht.

  29. Es wäre ein leichtes gewesen für Kalle komplett aufzuräumen mit dem Thema.
    Aber er hat es wieder gekonnt vermieden.
    Das Thema ist längst nicht durch @stiftl

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    1. Es wäre für alle Beteiligten von Kovac bis Hoeneß schon seit mindestens 2 Wochen ein leichtes gewesen, das Thema durch eine klare Aussage zu beenden. Das Thema ist längst durch, aber alle Beteiligten äußern sich nicht.
      Nach dem Pokalfinale interessiert das ganze Mediengetöse, das es dann geben wird – egal in welche Richtung – sowieso keinen mehr.
      Also wird gemauert.

  30. Roland Wohlfarth Seite 24.05.2019 - 20:32

    Bestreitet keiner, dass Boateng vor 2016 einer der besten Innenverteidiger der Welt war, seine Leistung im WM Finale, bei Bayern wie er mit raumgreifenden Schritten souverän seine Abwehrseite verteidigte, seine Laserpässe wie die bei Spielverlagerung immer schrieben. Fakt ist aber auch, dass er seit 2016 in erschreckendem Maße abgebaut hat, technisch wie konditionell, Fakt ist auch, dass er schon immer ein Spieler war, der möglicherweise nicht die Einstellung eines Profis hatte und immer gerne gefeiert hatte. Man erinnere sich nur an den Vorwurf der Mutter seiner Zwillinge, die vielen Frauengeschichten seien ihr zu viel, man erinnere sich an das Date mit Gina Lisa Lohfink kurz vor der (ich glaube es war die) EM 2012. Dieser Teil seiner Persönlichkeit kommt mir in dem Artikel etwas zu naiv interpretiert rüber “zweites Standbein”. Könnte aber ein Grund sein, wieso er jetzt mit 30 micht mehr an die alten Leistungen anknüpfen kann.

  31. […] Jérome Boateng: Der unverstandene Quarterback | Justin […]

  32. “Sein ständiger Kampf gegen Rassismus (…).“

    Wow, echt krass. Ein Held in diesem durch und durch rassistischen Deutschland.

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