Der FC Bayern ist Meister!

Christopher Trenner 18.05.2019

Vor der Partie waren die Vorzeichen klar. Der FC Bayern brauchte mindestens einen Punkt, um den Titel klar zu machen.

Falls ihr es verpasst habt

Niko Kovač hatte eine komplizierte Woche. Am Freitag machten abermals Gerüchte um seine Bayern-Zukunft die Runde. Auf dem Rasen gab es personell keine Änderungen zur Partie in Leipzig. Die potentiellen Alternativen James, Javi Martínez und Manuel Neuer sind nicht rechtzeitig fit geworden. Taktisch tauschte Kovač auf den Flügelpositionen. Serge Gnabry stürmte über rechts und Kingsley Coman über links.

Auf der Gegenseite ging es für die Eintracht noch um den Einzug in die Champions League. Durch den Fokus auf die Euro League gab es in der Liga zuletzt eine spürbare Durststrecke. Auch am vergangenen Wochenende konnte nicht gewonnen werden. Seit sechs Spielen wartet die Eintracht auf einen Sieg. Auch bei Adi Hütter gab es personell keine Überraschungen. Im Vergleich zum letzten Spiel begann de Guzman für Falette. In einem 3-4-1-2-System sollte die siebte bayerische Meisterschaft in Folge verhindert werden.

Die erste Halbzeit

Schon vor dem Anpfiff flossen die Tränen. Arjen Robben, Franck Ribéry und Rafinha wurden verabschiedet.

Im Vergleich zur letzten Woche begannen die Bayern mit viel Tempo und Vertikalität. Das machte sich in der vierten Spielminute bezahlt. Nach einer schönen Kombination im Zentrum über Robert Lewandowski und Thomas Müller wurde Coman freigespielt, der vor Trapp überlegt ins lange Eck einschiebt. Das frühe 1:0 für die Münchner. Die Fünferkektte der Eintracht war in den Anfangsminuten noch nicht sortiert.

Im Anschluss daran blieben die Bayern am Drücker. Gnabry, Lewandowski (2x) und Alaba vergaben in den ersten 20 Minuten Chancen für die Erhöhung.

Ab der 20. Minute verflachte die Partie. Die Münchner waren nicht mehr so konsequent. Das Pressing wurde weitgehend eingestellt. Frankfurt besaß allerdings nicht die spielerischen Möglichkeiten wirkliche Torchancen zu erspielen.

Eher durch Zufall kam Bayern zum 2:0. Nach einem langen Ball von Alaba auf Lewandowski leitete dieser weiter auf Gnabry, der sich gegen Hinteregger durchsetzte und mustergültig den Konter abgeschlossen hat. Die Freude währte nur kurz. Der VAR erkannte eine Abseitsposition von Lewandowski (27.).

In der 38. Minute musste Niko Kovač verletzungsbedingt wechseln. Leon Goretzka zog sich eine Muskelverletzung zu. Für ihn kam Sanches. Dadurch war ein Abschied auf dem Rasen für das Rentner-Trio nicht mehr möglich.

Der FC Bayern startete fulminant in die Partie und verpasste bereits früh die klare Entscheidung. Nach dem zurückgenommenen VAR vergrößerte sich der Bruch im Spiel. Die Bayern konnten sich keine Torchancen mehr erspielen.

Die zweite Halbzeit

Adi Hütter reagierte zur Halbzeit und brachte Haller für de Guzman. Die Frankfurter kamen viel bestimmter aus der Kabine und erzwangen zwei Eckbälle in Folge. Den zweiten Eckball kann Kimmich am kurzen Pfosten nicht klären. Am zweiten Pfosten zog Abraham ab, scheiterte jedoch an der Latte. Der Abpraller landet bei Haller, der aus zentraler Position abstauben kann (49.).

Es brauchte nur knapp drei Minuten bis der FC Bayern wieder in Führung ging. Über eine Kombination am linken Strafraum, konnte Thomas Müller aus 18 Metern abziehen. Trapp, der bis dato eine sehr überzeugende Partie hatte, ließ den Ball nur abprallen und Alaba kam zum Abschluss. Das 2:1 für Bayern (53.).

Fünf Minuten später die Entscheidung. Coman bediente den hinterlaufenden Sanches, der nach innen zieht und selbst abschließt. Trapp abermals leicht unglücklich. Sanches verzichtete auf den Jubel und rannte über den ganzen Platz zu den Auswechselspieler Rafinha, Ribéry und Robben. Viel mehr Teamgedanke geht nicht (58.).

Mit der Zwei-Tore-Führung bekam Franck Ribéry seine Einwechslung. Er kam für Coman (61.). Wenig später Arjen Robben für Gnabry (66.). Es begannen so langsam die Feierlichkeiten.

Franck Ribéry zeigte in der 73. Minute nochmal seine Klasse. Mit einem Dribbling nimmt er da Costa und Abraham aus der Partie und lupft den Ball über Trapp. Ein Tor aus der guten alten Zeit. Es war das 4:1.

Wenig später durfte sich auch noch Arjen Robben in die Torschützenliste eintragen. Ein Lupfer von Lewandowski nahm die komplette Frankfurt Abwehr aus der Partie. Alaba behielt die Übersicht und schenkte Robben sein Abschiedstor (78.).

In den letzten Minuten trudelte die Partie aus. Der FC Bayern wackelt kurz, besiegt aber auch in der Höhe verdient Eintracht Frankfurt mit 5:1. Die Fans und Spieler feierten anschließend mit der Schale Ribéry, Robben und Rafinha.

Dinge, die auffielen

Guter Start

Der FC Bayern kam gut in die Partie und setzte Frankfurt früh unter Druck. Die Mannschaft von Niko Kovač spielte nicht auf 0:0, sondern wollte das Spiel und somit die Deutsche Meisterschaft selbst entscheiden. Bis zur 20. Minute hatten die Bayern drei oder vier hochkarätige Möglichkeiten, um nach der 1:0-Führung noch deutlicher zu führen.

Unerklärlich bleibt, warum ab spätestens der 30. Minute nur noch wenig zusammen lief und die Partie verflachte. Frankfurt wurde so in der Partie gehalten.

Gnabry und Coman

Gnabry und Coman sind Teil des neuen FC Bayern. Ihre Leistung sicherte den Bayern den Titel. Mit viel Tempo auf der Außenbahn brauchten sie die Fünferkette der Frankfurter immer wieder in Verlegenheit. Ganz so wie ihre Vorgänger Ribéry und Robben früher. Coman hatte bei den ersten drei Toren seine Füße im Spiel.

Der Abschied

Wehmut begleitete viele Fans an diesem Nachmittag in der Arena. Drei Säulen, die eine Ära geprägt haben, werden den Verein am 30.06. verlassen. Arjen Robben, Franck Ribéry und Rafinha waren allesamt wichtig für den Verein. Jeder auf seine eigene Art und Weise. Man könnte jetzt die Spiele, Tore und besonderen Momente mit ihnen aufzählen. Es würde ihrer Leistung nicht gerecht werden. Sie haben den Verein dahin gebracht, wo er jetzt ist. Nicht mehr und nicht weniger.

In der 61. und 67. Minute war es dann soweit. Ribéry und Robben bekamen ihren Abschied geschenkt. Dass beide sich mit einem Tor verabschieden konnten, war Balsam für die Bayern-Fanseele.

Wichtiges Zeichen

Ungeachtet des fragwürdigen Sponsorship mit Qatar setzt der FC Bayern ein wichtiges Zeichen für Gleichberechtigung. Die Kommentare auf Facebook, Instagram und Twitter zeigen, wie wichtig dieses Statement ist. Es kann gerne bleiben.

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