Jürgen Klopp bei seinem Debüt
Bild: Lars Baron / Getty Images

Intensives Klopp Debüt beim DFB-Team: Wilder Auftakt, späte Quittung beim 1:1

Andreas • 25.09.2026 •

Beim Debüt von Jürgen Klopp als Bundestrainer kam die deutsche Nationalmannschaft in einem intensiven und temporeichen Nations-League-Duell gegen die Niederlande zu einem 1:1. Die DFB-Elf überzeugte mit hohem Pressing, schnellen Umschaltmomenten und einem direkten Spiel über die Außenbahnen. Teilweise war das Spiel aber wild und am Ende war das Untentschieden gerecht.

Jamal Musiala musste das Aufwärmen wegen Beschwerden im Oberschenkel abbrechen und wurde in der Startelf durch den insgesamt unauffälligen Nadiem Amiri ersetzt. Joshua Kimmich führte Deutschland als zentrale Figur auf der Sechs und spielte damit wieder im Mittelfeld. Jonathan Tah startete in der Innenverteidigung und auch Nathaniel Brown gehörte von Beginn an zur Viererkette. Serge Gnabry feierte sein Comeback, verursachte aber mit einem Ballverlust unglücklich den Gegentreffer.

Miasanrot als App und auf Social Media

Weitere Artikel zum FC Bayern München:

Drei Dinge, die auffielen

Hohes Pressing auch unter Klopp

Deutschland startete unter Jürgen Klopp extrem engagiert in die Partie und dominierte mit aggressivem Pressing. Die DFB-Elf lief die Niederländer bereits in deren eigenen Sechzehner an, eroberte zahlreiche Bälle und verzeichnete in den ersten zehn Minuten bis zu 80 Prozent Ballbesitz.

Das Angriffsspiel lief flüssig über Joshua Kimmich im Zentrum sowie Nathaniel Brown und Philipp Treu auf den Außenbahnen. In der 32. Minute belohnte sich das Team für den direkten Ansatz: Kimmich verlagerte die Kugel nach rechts zu Treu, dessen scharfe Hereingabe Karim Adeyemi festmachte und für Felix Nmecha auflegte. Der Mittelfeldakteur schaltete halbrechts am Torraum am schnellsten und schob mit rechts zum 1:0 ein.

Nur wenig später bot sich die Riesenchance zum Doppelschlag, als Brown nach einer Umschaltaktion in den Strafraum stürmte (38.) und Adeyemi bediente, der den Ball aus sieben Metern jedoch über das Gehäuse setzte. In der zweiten Halbzeit wurde die Niederlande aber stärker. Das Spiel blieb intensiv, aber man konnte erkennen, wie eingespielt das Team aus den Niederlanden ist.

Niederländischer Druck und wechselhafter ter Stegen

Nach dem Seitenwechsel kehrte sich das Spielgeschehen komplett um. Die Elftal übernahm jetzt mit bis zu 80 Prozent Ballbesitz in der zweiten Hälfte die Kontrolle, drängte Deutschland tief an den eigenen Sechzehner zurück und erarbeitete sich insgesamt 21 Schüsse sowie 12 Ecken bei einem Expected Goals Wert von über 3 laut Fotmob.

Vor allem über Denzel Dumfries auf der rechten Seite brannte es im deutschen Strafraum immer wieder. Marc-André ter Stegen hatte immer mal wieder Schwierigkeiten und wackelte bisweilen auch, avancierte gerade in der zweiten Halbzeit aber auch zum Fast-Matchwinner: In der 59. Minute parierte er Dumfries’ Versuch nach Hackenablage von Mexx Meerdink glänzend per Fußabwehr, ehe er in der 72. Minute Meerdinks spitzwinkligen Linksschuss mit der rechten Hand an den Außenpfosten lenkte.

Auch in der hektischen Schlussphase, als Jan Paul van Hecke nach einer Ecke im Torraum zum Abschluss kam (86.), blieb der deutsche Keeper sicher und hielt die knappe Führung zunächst fest. Beim grandiosen Gegentreffer hatte er keine Chance.

Körperbetonte Partie, aber Absicherung reicht am Ende nicht

Die Partie war von enormer Physis geprägt – insgesamt wurden 86 Zweikämpfe geführt. Beide Teams suchten die harten Duelle, was sich in etlichen Standardsituationen sowie Gelben Karten zum Beispiel gegen Quinten Timber (22.’, offene Sohle gegen Havertz), Jan Paul van Hecke (24.’, Foul an Schade), Nadiem Amiri (68.’) und Denzel Dumfries (68.’) niederschlug.

Einige weitere Szenen sorgten zudem für Unruhe im Torraum: Ein Kopfballtreffer von Virgil van Dijk nach einer Reijnders-Ecke (12.’) wurde vom VAR aberkannt, da Brian Brobbey ter Stegen regelwidrig geblockt hatte. In der 62. Minute verweigerte der Schiedsrichter einem Meerdink-Treffer wegen eines vorherigen Stürmerfouls auch die Anerkennung.

Auch die hohe Verletzungsintensität prägte den Rhythmus in der ersten Hälfte: Kai Havertz musste bereits in der 30. Minute mit Oberschenkelproblemen für Debütant Younes Ebnoutalib vom Feld, während bei den Niederländern der angeschlagene Brobbey durch Meerdink ersetzt wurde (35.’). Jürgen Klopp wollte am Ende den vermeintlichen Sieg absichern, indem er unter anderem Yannik Engelhardt zu seinem Länderspieldebüt verhalf (80.’) und das Zentrum mit Anton Stach stabilisierte. Dann aber verlor Serge Gnabry den Ball und nach einer tollen Außenrist-Flanke von van Bommel konnte Gakpo sehenswert vollstrecken.

Am Ende steht ein insgesamt gerechtes Unentschieden, bei dem Deutschland nach einer starken, mutigen ersten Halbzeit in Durchgang zwei zu tief einsackte und sich dem niederländischen Druck schlussendlich beugen musste. Die defensiven Aktionen wirkten dabei insgesamt doch noch unsicher und wild.

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können.

Hier weiterlesen

Dieser Artikel gefällt dir? Lies ihn in der App.Mit Darkmode, Offline-Podcasts & Push-Benachrichtigungen bei News. Für iOS & Android.
App öffnen

Werde Teil des Miasanrot Clubs!

Werde Teil einer exklusiven Community, genieße besondere Vorteile und unterstütze unabhängige Berichterstattung mit Tiefgang und Qualität rund um den FC Bayern.

Ich unterstütze MIASANROT bereits.
Jetzt Club-Mitglied werden!