Was das frühe DFB-Aus bei der WM für den FC Bayern bedeutet
Während die Fußballnation Deutschland nach dem blamablen Ausscheiden im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay noch mit der Aufarbeitung eines abermals enttäuschenden Turniers beschäftigt ist, richten sich die Blicke in München bereits auf die Saisonvorbereitung.
Sportvorstand Max Eberl arbeitet mit Hochdruck am Kader für die neue Saison, der offizielle Spielplan für die Bundesliga-Saison 2026/27 steht fest und der Plan für die Saisonvorbereitung steht. Trainingsauftakt ist am 20. Juli, gefolgt von einem Testspiel und einem Kurztrainingslager am Tegernsee vom 27.- bis zum 30. Juli. Anschließend geht es zur zehnten Audi Summer Tour nach Asien.
Während Vincent Kompany aufgrund des frühen Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft von einer vollständigeren Vorbereitung profitieren könnte, warten durch die Enttäuschung auch einige Herausforderungen auf den Erfolgscoach des Rekordmeisters.
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FC Bayern: Komplette Vorbereitung statt verspäteter Rückkehr
Die deutschen Nationalspieler werden nach dem frühen Aus bei der WM und drei Wochen Urlaub voraussichtlich zum Trainingsauftakt des FC Bayern an der Säbener Straße erwartet. Das betrifft neben dem zusätzlich zu den drei nominierten Torhütern mitgereisten Jonas Urbig auch Kapitän Manuel Neuer, Vizekapitän Joshua Kimmich sowie Jamal Musiala, Aleksandar Pavlović und Jonathan Tah.
Sechs Spieler mehr also, die Kompany aufgrund des DFB-Aus zu Beginn der Saisonvorbereitung zur Verfügung stehen. Zusätzlich könnte man Nathaniel Brown dazu zählen. Auf andere Leistungsträger wie beispielsweise Michael Olise, Dayot Upamecano oder auch Harry Kane wird der Belgier voraussichtlich noch etwas länger verzichten müssen.
Mit den ihm zur Verfügung stehenden Spielern kann Kompany bis zur Rückkehr der restlichen im Turnier verbliebenen WM-Fahrer bereits an Fitness, Taktik und Automatismen arbeiten. Das ist aus Trainerperspektive sicherlich ein positiver Umstand.
Personal und Sorgenkinder
Aufgrund der enttäuschenden Turnierleistung der deutschen Nationalmannschaft gerieten nicht zuletzt auch die DFB-Akteure, die beim FC Bayern unter Vertrag stehen, besonders in die Kritik. Sie sollten das Grundgerüst für eine erfolgreiche Nationalmannschaft bilden.
Kimmich, der erneut auf der Rechtsverteidigerposition agieren musste, wird beim Rekordmeister wieder seine Rolle im zentralen Mittelfeld einnehmen und ist darüber hinaus erfahren genug, solch große Enttäuschungen wegzustecken und wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Das hat er in seiner Karriere bereits mehr als einmal bewiesen.
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Auch Neuer hat in seiner langen Karriere gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Der 40-jährige Kapitän des FC Bayern sah bei seinem DFB-Comeback nicht immer glücklich aus, insbesondere beim 1:2 gegen Ecuador. Dennoch konnte er der Mannschaft mit seinem gehaltenen Elfmeter gegen Paraguay noch einmal Hoffnung geben, das drohende Ausscheiden doch noch abwenden zu können. Vergeblich.
Formprobleme bei Bayern-Stars
Das fortschreitende Alter des Routiniers auf der Torhüterposition und auch der Umstand, dass die WM-Leistung nicht herausragend war, müssen Anlass dazu geben, noch mehr auf den jungen Urbig zu setzen, der als Trainingstorwart mit zur WM gereist war, jedoch nicht zum offiziellen Kader gehörte und daher kein Spiel absolvierte.
Abwehrhühne Tah wird sicherlich noch eine Weile über den verschossenen entscheidenden Elfmeter nachdenken, wie er selbst in sozialen Medien verlauten ließ. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass er derjenige war, der Deutschland vermeintlich in Führung köpfte, bevor der Schiedsrichter nach Überprüfung durch den VAR das Tor umstritten wieder einkassierte. Mit einigem Abstand und der Vorbereitung auf die neue Saison sollte der Innenverteidiger das Geschehene jedoch hinter sich lassen können.
Im Zentrum der Kritik standen aber vor allem Musiala und Pavlović. Hatte Musiala seinen Startelfplatz sogar vor dem Spiel gegen Paraguay an Deniz Undav verloren, wurde Pavlović einmal mehr relativ früh ausgewechselt. Beides scheint mit Blick auf die Leistungen der zwei Bayernstars nicht gänzlich unbegründet.
Alles normal oder doch Grund zur Sorge?
Pavlović offenbarte ungewohnte Schwächen im Passspiel, das eigentlich zu seinen größten Stärken zählt und machte auch in vielen Zweikämpfen keine gute Figur. Solche Leistungsschwankungen sind für junge Spieler wie den 22-jährigen nichts Ungewöhnliches, wenngleich sie mit der Weltmeisterschaft zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt auftraten.
Allerdings war der Mittelfeldspieler auch in der Schlussphase beim FC Bayern ein Sorgenkind, kam vor allem in der Champions League an seine Grenzen. Die neue Saison muss zeigen, wie nachhaltig diese Probleme sind oder ob der Spielgestalter stark zurückkommen kann.
Größere Sorgen bereiteten die Auftritte von Musiala. Mit einem Tor gegen Curaçao war die Hoffnung groß, dass der Knoten nach seiner Horrorverletzung allmählich aufgehen könnte. Der 23-jährige Ausnahmekönner konnte aber leider nicht an seine alten Leistungen anknüpfen. In den meisten Spielen fiel er hauptsächlich durch Ballverluste in Dribblingsituationen, verlorene Zweikämpfe oder harte Fouls auf, die der junge Edeltechniker einstecken musste. Er konnte dem Spiel nie wirklich seinen Stempel aufdrücken.
Mit dem Neuzugang Ismael Saibari droht dem Nationalspieler außerdem zusätzliche Konkurrenz im Bayern-Kader. Es wird vermutlich eine von Kompanys größten Aufgaben beim FC Bayern sein, Musiala zu helfen, seine Form wiederzufinden. Denn einen Topverdiener wie Musiala auf der Bank zu parken, kann sich langfristig eigentlich kein Klub der Welt leisten.
Mentale Folgen des WM-Aus?
Das frühe Ausscheiden auf der größten Bühne dürfte bei einigen Bayern-Profis Spuren hinterlassen. Sowohl die große Enttäuschung als auch die öffentliche Kritik müssen verarbeitet werden.
Letztere wird sicherlich nicht weniger, wenn die Leistungen zum Saisonstart nicht stimmen sollten. Der pünktliche Einstieg in die Vorbereitung für die neue Saison kann dabei ein wichtiger Hebel sein, insbesondere für die körperliche Fitness.
Es wird zudem auch die Aufgabe von Vincent Kompany und seinem Trainerteam sein, den Fokus der frühen WM-Rückkehrer wieder auf die Ziele des FC Bayern zu richten. Dabei bietet eine neue Saison im vertrauten Vereinsumfeld die Chance auf einen mentalen Reset.
Mit einem guten Saisonstart können die Spieler die WM-Enttäuschung hinter sich lassen und mit starken Leistungen neues Selbstvertrauen tanken, um mit dem FC Bayern die größtmöglichen Ziele zu erreichen.



