WM 2026: Tag 16 im Blog – Verrat der Wikinger! – Analysen und News zur Weltmeisterschaft
Die WM 2026 in Nordamerika ist gestartet. In den kommenden Tagen und Wochen spielen erstmals 48 Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei: 17 Spieler des FC Bayern München.
Der vorletzte Tag der Gruppenphase verweigerte das Duell Mbappé gegen Haaland, wusste aber auch auf andere Art und Weise zu unterhalten. Der Senegal schoss sich den Frust der Todesgruppe vom Leib, während Uruguay kurzerhand die Sportart wechselte. Beim frühmorgendlichen Scheibenschießen überholte dann noch Belgien Ägypten in der Endabrechnung, wir blicken aber auch auf das sich anbahnende Duell Deutschland gegen Frankreich im Achtelfinale.
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Miasanrot begleitet die WM 2026 nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
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WM 2026: Was ist passiert?
Norwegen 1:4 Frankreich
- 0:1 Ousmane Dembélé (7.)
- 0:2 Ousmane Dembélé (20.)
- 1:2 Thelo Aasgard (21.)
- 1:3 Ousmane Dembélé (32.)
- 1:4 Désiré Doué (90.+4)
Das Spiel in aller Kürze: Norwegens Aufstellung (dazu unten mehr) irritiert zwar so manchen, das Spiel selbst versöhnt allerdings auch die verpönten Zuschauer. Beide Teams haben Bock, Norwegen wenig Interesse am Verteidigen, es geht Hin- und Her mit deutlichem Plus für den Top-Favoriten. Dembélé crasht nochmal sämtliche Topelfs der Gruppenphase. Ein unterhaltsames Freundschaftsspiel. Es sei denn man ist Deutscher. Dann schlottern einem die Knie vor unserem westlichen Nachbarn.
Deutschland-Fan-Note: 6
Miasanrot-Note: 2
Senegal 5:0 Irak
- 1:0 Habib Diarra (4.)
- 2:0 Ismaila Sarr (56.)
- 3:0 Pape Gueye (59.)
- 4:0 Pape Gueye (72.)
- 5:0 Iliman Ndiaye (82.)
Das Spiel in aller Kürze: Hurra! Endlich ein Land, das weiß, was die Stunde geschlagen hat! Senegal geht ohne einzigen Punkt und einer negativen Tordifferenz von drei in die Verlosung, es ist also klar: Ein Kantersieg muss her und in der zweiten Halbzeit kommt der auch. Der Irak spielt lange Zeit in Unterzahl, traut sich zeitweise sogar mitzuspielen, dann kommen aber die senegalesischen Traumtore.
Treffer drei bis fünf gehören allesamt der Kategorie „Erstklassig“ an. Ein besonderes Highlight: Nach seinem ersten Traumtor, dreht der ungläubige Gueye ab zum enthemmten Jubel, aber Sadio Mané rennt ihn direkt ab und dirigiert frenetisch alle Manne zum Mittelkreis: Der weiß genau, worum es geht und glaubt an das kleine Wunder. Mané soll Recht behalten: Schon jetzt sind sie nicht mehr aus den Top 8 der Gruppendritten herauszubekommen.
Miasanrot-Note: 2,5
Uruguay 0:1 Spanien
- 0:1 Álex Baena (42.)
Das Spiel in aller Kürze: 45 Minuten zeigt Uruguay sein bestes Spiel, stellt Spanien zu, presst, gewinnt auch einige gute Bälle, kommt aber zu kaum Torgefahr. Dann gelingen sie durch einen abermaligen Fehler ihres Keepers Muslera in Rückstand und verlieren nach der Pause vollkommen den Kopf. Es entsteht eine einseitig geführte Schlacht, ehe ihnen kurz vor Schluss doch schlagartig einfällt: ein einziges Tor würde für Platz zwei ausreichen, nur um der Partie dann doch den logischen Schlusspunkt zu geben: Einen Platzverweis für ein brutales Foul.
Miasanrot-Note: 3,5
Kap Verde 0:0 Saudi Arabien
Das Spiel in aller Kürze: Kap Verde kann kicken! Gegen Uruguay schon angedeutet, heute bestätigt: Das sind nicht nur Mauermeister, ein bisschen Zocken können die auch. Zwar kam auch Saudi-Arabien zu einigen Halbchancen, aber eigentlich hätte das Kap Verdes erster WM-Sieg sein müssen. Sie führen nach Expected Goals mit 1,38 zu 0,39, verballern zwei Riesenchancen. Sei’s drum: Drei Remis reichen aus für den zweiten Platz! Jetzt geht es ins Bonusspiel gegen Argentinien.
Miasanrot-Note: 3,5
Neuseeland 1:5 Belgien
- 0:1 Leandro Trossard (28.)
- 0:2 Leandro Trossard (50.)
- 0:3 Kevin De Bruyne (67.)
- 1:3 Elijah Just (84.)
- 1:4 Romelu Lukaku (86.)
- 1:5 Alexis Saelemaekers (90.+4)
Das Spiel in aller Kürze: Belgien will sich nicht auf das Roulette der besten Gruppendritten einlassen und drückt direkt auf die Führung. Lange bleibt sie aus, bis der Damm dann doch bröckelt. In der zweiten Halbzeit fällt er dann auch. Für Neuseeland, der Überraschungsmannschaft der Gruppe, ist die Aufgabe Belgien dann doch deutlich zu groß. Mit dem Kantersieg schießen sich die roten Teufel sogar noch auf Platz eins.
Miasanrot-Note: 3
Ägypten 1:1 Iran
- 1:0 Mahmoud Saber (5.)
- 1:1 Ramin Rezaeian (14.)
Das Spiel in aller Kürze: Nach wildem Beginn mit zwei frühen Treffern und einem verschossenen Elfmeter beruhigt sich die Partie, ehe der Iran sie in der zweiten Halbzeit zeitweise komplett verflachen lässt. Dem Iran genügt der eine Punkt, sie wähnen sich mit drei Punkten und ausgeglichener Tordifferenz sicher. So entsteht die merkwürdige Gemengelage, dass das sicher qualifizierte Ägypten auf die abermalige Führung drückt, während das sich auf Platz 6 von 12 der Gruppendritten befindende Iran, Zement anrührt.
Eine komplett schnarchige zweite Halbzeit, ehe es in der Nachspielzeit praktisch aus dem Nichts komplett eskaliert. Beginnend mit einem Standard trifft der Iran zweifach die Latte, erzielt ein Abseitstor und kommt zu noch einer weiteren Großchance. Am Ende ist es Ägypten, das mit Mann und Maus das Ergebnis über die Linie zittert.
Miasanrot-Note: 3,5
Analyse zum 16. Tag der WM 2026: Dinge, die auffielen
Verrat der Wikinger
Seit sieben Monaten war klar: Die Gruppenphase muss die deutsche Nationalmannschaft bestehen, ein Gruppendritter ist auch zu besiegen, aber im Achtelfinale wartet wohl Frankreich. Auf Platz zwei zu spielen war angesichts der schwierigen Gruppenkonstellation auch kaum möglich.
Erstens, weil die Chance, sich beim Spekulieren vollständig aus dem Turnier zu befördern, zu hoch war. Zweitens, weil Deutschland sich auch einfach wieder mal Respekt und Selbstvertrauen verschaffen musste. Da kann man gegen die Elfenbeinküste nicht mit dem Taktieren beginnen. Und drittens, weil Frankreich ihre “Todesgruppe” ja auch erstmal gewinnen musste.
Man stelle sich nur vor, man wird durchaus nicht ungewollt Zweiter und muss dann doch gegen die Übermacht aus der Nachbarschaft spielen, weil die ebenfalls nur die Silbermedaille in ihrer Gruppe erringen.
Überraschungen in der Gruppenphase hat es ja schon oft genug gegeben, aber als Todesgruppe verschrien, war diese Gruppe I am Ende doch die an Überraschungen ärmste des Turniers. Alle fraßen sie die armen Iraker auf, die beiden höher eingeschätzten besiegten den Senegal und am Ende schlug der Top- den Geheimfavoriten.
Norwegen rotiert Deutschland ins Unglück
So weit so gut und doch stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt. Tagelang haben sich deutsche Fans an den letzten Strohhalm Erling Haaland geklammert. Haben sich ausgemalt, die Franzosen seien ja schon durch und hatten in vergangenen Turnieren dann an dieser Stelle öfters schon rotiert, während diese WM-geilen Norweger nach 28 Jahren Abstinenz doch sicherlich voll durchziehen wollen.
Tagelange Hoffnung, die dann bei der Erblickung der Startelf in blankes Entsetzen mündete: Nicht Norwegen, sondern Frankreich zog voll durch. Sie änderten nur etwas in der Abwehr und im Mittelfeld, ließen aber alle drei Magier vorne aufgaloppieren, während Norwegen mit einer Mischung aus C- und D-Elf antrat.
Kein Haaland, kein Ødegaard, kein Nusa, kein Sørloth, dafür sehr viel Durchschnitt und WM-Premieren. Trainer Ståle Solbakken priorisierte WM-Luft für alle über Flow, Siegesserien und dem Gruppensieg. Lieber Côte d’Ivoire und den Sieger aus Japan und Brasilien als Schweden und Deutschland.
Der Rotation die Kirsche setzte dann noch die “Taktik” für das Spiel drauf: Einfach mal zocken lassen. Ousmane Dembélé? Ach, dem kann man schon mal Raum geben, was kann schon passieren? Also außer, dass Dembélé drei Mal das völlig identische Traumor erzielen sollte. Schwingt hier ein wenig Verbitterung mit? Nein, es ist sogar ziemlich viel! Unterschätzt ihr mal bloß nicht diese tollen Ivorer, liebe Norweger, sonst müsst ihr schon viel früher nach Hause rudern, als ihr alle glaubt.
Nagelsmanns Fluch geht weiter: Achtelfinal-Aus besiegelt?
Nun gut, es kommt also, wie es kommen muss. 4. Juli, Philadelphia: Deutschland gegen Frankreich im Achtelfinale. Doch wartet! Bin ich jetzt nicht völlig arrogant gegenüber Paraguay? Ja, doch, das bin ich.
Aber ich habe jedes Spiel der tapferen Paraguayaner bei dieser WM in voller Gänze ertragen und sportlich überzeugt bin ich ganz und gar nicht. Im gestrigen Blog haben wir Paraguays biederen Weg in einer schwachen Gruppe schon besprochen. Ich setze noch einen drauf und sage: Die Südamerikaner sind die schwächste Mannschaft im Sechzehntelfinale. Noch einmal schwächer als Südafrika, die wenigstens eine wirklich überzeugende Leistung gegen enttäuschende Koreaner hatten.
Nein, Paraguay muss geschlagen werden und wird auch geschlagen werden. Dafür ist der Gegenwind gegen die Nationalmannschaft gerade zu stark. Es hagelt gerade so viel Kritik von allen Seiten, teils gar aberwitzige. So fragte Laura Wontorra doch tatsächlich, ob man Joshua Kimmich nicht auf die Bank setzen sollte. Faszinierend, diese Medienlandschaft in diesem Land.
Die Mission Impossible
Nunja, für Motivation ist somit jedenfalls schon gesorgt, alles andere als ein mindestens recht klares Weiterkommen, würde mich überraschen. Und danach, ja, danach geht es zur Mission Impossible gegen Frankreich.
Es ist ein Fluch, der die Ära Nagelsmann verfolgt und sie einfach nicht strahlen lassen möchte: Es ist ja nicht so, dass überall nur gefasste Weltklasse-Generationen rumlaufen, aber zielstrebig bekommt es Nagelsmanns Nationalauswahl nun schon zum zweiten Mal mit genau der einen Übermannschaft im Turnier zu tun.
Bei der EM schafften es mittelprächtige Niederländer und biedere Engländer weiter als die DFB-Elf. Waren sie deshalb auch besser? Zweifel sind berechtigt. Eigentlich war internationaler Konsens, dass die deutsche Auswahl die größte Aufgabe Spaniens war, größer als Frankreich im Halbfinale, größer als England im Endspiel. Viele sahen Deutschland als zweitstärkste Mannschaft des Turniers.
Doch statt K.-o.-Runden-Siege gegen die Niederlande und England und einer akzeptablen Niederlage gegen Spanien, kam das Aus schon im Viertelfinale. Dabei ist es so wichtig, zur richtigen Zeit auf die richtigen Gegner zu treffen.
Das Glück und Pech des Turnierbaums
Wäre das Sommermärchen das Sommermärchen geworden, wäre man statt auf mittelmäßige Schweden und schlagbare Argentinier, auf Frankreich mit Magier Zidane oder direkt Italien getroffen Unwahrscheinlich. Die WM 2010 gilt als Deutschlands Rückkehr in die sportliche Weltklasse, doch wie wäre die zustande gekommen, wäre man direkt auf Spanien getroffen, statt erst England und Argentinien je vier Stück einzuschenken?
In beiden besagten Turnieren traf Deutschland auf schlagbare Top-Nationen, ehe man sich besseren Gegner geschlagen geben musste, einst hatte die DFB-Elf dieses Glück, nun offenbar nicht mehr.
Denn es laufen auch 2026 genug imperfekte Mannschaften herum, die auch diese Nationalmannschaft im Stande wäre zu besiegen, bei allen Problemen, die sie haben. Vor Brasilien müsste man sich nicht verstecken, bei der Niederlande gäbe es Chancen, Marokko, die Gastgeber, Kolumbien. Auch vor Portugal, Argentinien, Spanien und England müsste man nicht direkt die weißen Fahnen hissen, aber Frankreich? Nein, Frankreich ist für diese Nationalmannschaft im Normalfall nicht zu schlagen.
Und das ist so unglaublich bitter. Es muss ja nicht immer direkt der Titel sein: Ein Aus im Halbfinale gegen eine überlegene Mannschaft, nachdem man ein, zwei wirklich gute Nationen heimgeschickt hätte, würde dieser Generation so viel bringen und wären endlich wieder auch trotz ausbleibendem Titel ein erfolgreiches Turnier, wie auch die titellosen Turniere zwischen 2006 und 10 zweifellos als erfolgreich in die Annalen der DFB-Geschichte eingingen.
Aber wir werden nie erfahren, ob diese Nationalauswahl wirklich an höheren Aufgaben wachsen könnte und die guten Ansätze des Elfenbeinküste-Spiels gegen schlagbare Top-Nationen weiter fortgeführt worden wären, denn Frankreich ist nicht nur eine Nummer zu groß.
Frankreich nicht nur eine Nummer zu groß
Jetzt wird natürlich in den kommenden Tagen in den Fernsehsendern versucht werden, Hoffnung zu verbreiten: Alles kann in 90 oder 120 Minuten geschehen, es ist nur ein Spiel und so weiter. Alles wahr, aber Frankreich ist fast wie im Reagenzglas geschaffen, um Deutschland weh zu tun. Sie verteidigen gerne im tiefen Block, haben die individuelle Klasse, um hinten dicht zu machen und vorne nicht ein-, nicht zwei-, auch nicht drei-, sondern dutzendfach das Tempo und die Klasse um jedes Defensivloch, jeden Ballverlust auszunutzen. Und was hat Deutschland zuhauf? Genau.
Sicher wird Deutschland viel den Ball haben, höchstwahrscheinlich wird es auch zu einigen hohen Ballgewinnen kommen, gut vorstellbar sogar, dass man nach Expected Goals am Ende führt, aber schlussendlich wird es so laufen, wie bei der Nations League vor einem Jahr: Viele Chancen, keine Killer und am Ende kontern zwei der sechs Weltklassestürmer Deutschland aus dem Turnier.
Nun kann man natürlich argumentieren, dass ihre erste Halbzeit gegen den Senegal mies war, dass es doch nur der Irak und Norwegens bereits qualifizierte C-Elf gewesen ist, aber hier dürfte der Amerikaner einem nur ein müde gelächeltes “cope” erwidern.
Dieses Frankreich wirkt anders, fokussierter, hungriger als die seltsamen Versuche nach 2018. Sie scheinen sich ihres Favoritenstatus komplett bewusst und scheinen diesmal auch durchziehen zu wollen. Beizeiten kam einem während des Spiels gegen Norwegen durchaus der Gedanke, den designierten Weltmeister zu sehen und ab wann man von der stärksten französischen Auswahl der Geschichte sprechen müsste.
MSR447: Deutschland im Ecu-Modus – Bayern holt Brown
Uruguay geht in Schande
Eigentlich begann es doch wirklich gut: Uruguay presste Spanien von der ersten Minute, ließ sie kaum ins Spiel kommen. Einmal winkte der entnervte Laporte gar Cucurella zu, er solle den Ball gefälligst lang schlagen, ehe er ins Klein-Klein der Uruguayer gelangt. Spanien! Und freiwilliges Langholz!
Dann schenkte Fernando Muslera mit einem weiteren Patzer ein Tor und alles ging vor die Hunde. In der Pause hätte man meinen können, dass es zur Ansage kam: Wenn sie hier schon verlieren, würden sie die Spanier doch wenigstens zusammentreten. Jeder Zweikampf wurde nun überhart geführt. Fußball? Wurde nur noch von Spanien gespielt. Dabei hätte ein mickriges, kleines Tor gereicht für die direkte Qualifikation zur Runde der letzten 32! Gut, fiele im Parallelspiel doch ein Treffer, müsste man zittern, ob drei Zähler und eine nuller Tordifferenz reichen würden, aber auch das ist eine echte Chance und wahrscheinlich täte sie das sogar!
So eine bizarr unsinnige Verweigerung des Fußballspielens gab es selten bis nie zu sehen. Der uruguayische Fußball mag von teils überhartem Kampf geprägt sein, aber gut dreißig Minuten verbaselte man schlichtweg mit dem augenscheinlichen Ziel, Kniescheiben zu zertreten, statt der sehr realistischen Chance des Weiterkommens nachzugehen! Eine schändliche Leistung!
Ein besserer Schiedsrichter hätte Uruguay nach der Foul-Orgie gar nicht mehr ins Spiel kommen lassen, weil irgendwer sich schon längst die verdiente Ampelkarte eingehandelt hätte. Nur vier gelbe Karten standen zu Buche! Lachhaft.
Auch Bielsa brennen die Sicherungen offenbar durch
Ihre Trainerlegende Marcelo Bielsa stand seinem Team im Nichts nach, erinnerte in seinem erratischen Verhalten an den späten Bayern-van-Gaal. Zur Pause nahm er seinen Torhüter vom Platz, nach nicht einmal sechzig Minuten seinen Star, Kapitän, Führungsspieler und letzten gestandenen uruguayischen Spieler, dem man Weltklasse attestieren könnte, Federico Valverde. Warum? Weil er es konnte, möchte man meinen.
Vor dem Spiel kam es nach übereinstimmenden Medienberichten zur Revolte der Führungsspieler gegen Bielsa. War das nun seine Rache, als er die Chance auf das Weiterkommen nicht mehr sah? Man kann nur mutmaßen.
Nicht mutmaßen muss man allerdings an der Verdientheit des uruguayischen Ausscheidens, trotz all der bizarren Gegentore. Dieses Uruguay vermisst man auf der größten Bühne nicht. Dieses Uruguay verdient die größte Bühne nicht.
WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick
- Das Rätsel um die Gruppendritten lüftet sich allmählich: Nach der Paarung Deutschland – Paraguay, sind jetzt auch die Spiele Frankreich – Schweden, USA – Bosnien & Herzegowina und Mexiko – Ecuador fix. Zudem ist der Senegal auch fix weiter.
- Wirklich viel “Pride” gab es nicht zu sehen beim Pride-Match Ägypten – Iran, hier und da ein paar Flaggen der Zuschauer, mehr auch nicht. Vorbildlich eingeknickt, liebe FIFA.
- Bastian Schweinsteigers auch von uns kritisierte Voreinschätzung Côte d’Ivoires dreht weiter seine Runden. Nachdem der ivorische Trainer den Aussagen inhaltlich widersprach und sie gar als rassistisch kritisierte, wehrte der Weltmeister sich nun: “Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger. Auf keinen Fall wollte ich jemandem zu nahe treten.”
- Das bereits als Gruppensieger feststehende Argentinien wird Lionel Messi im letzten bedeutungslosen Spiel gegen die schon ausgeschiedenen Jordanier erst einmal schonen.
Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik
Dayot Upamecano
Ist offenbar von Dembélés zweitem Tor so entzückt, dass er nach Norwegens Anstoß erstmal komplett das Verteidigen aufgibt. So teilnahmslos hat man Upamecano selten, nein, nie „zweikämpfen“ gesehen. Auch in der zweiten Halbzeit etwas am französischen Larifari beteiligt. Am Ende auch mitgeschont. Miasanrot-Note: 5
Michael Olise
Vergibt eine Riesenchance in der ersten Halbzeit. Ist darüber hinaus in dieser Partie ausnahmsweise mal das schwächste Glied unter den drei Außerirdischen in Frankreichs Offensive. Wobei schlecht hier laut Fotmob immer noch 43 Pässe (86 Prozent) beinhaltet. Ist hier und da schon sehr gewinnbringend ins Kombinationsspiel integriert, aber ihm fehlt diesmal der Punch. Miasanrot-Note: 4
Nicolas Jackson
Erstaunlicherweise nicht von Anfang an dabei, obwohl er bis dato einer von Senegals besten Offensivspielern war. Kommt dann nach 56 Minuten und ist an Senegals entscheidender Tordifferenzsanierung beteiligt. Zwar ohne Tor aber gegen zehn Iraker mit starken Werten bei Passquote und Zweikämpfen. Miasanrot-Note: 3
Wie geht es heute weiter bei der WM?
Diese Entscheidungen stehen heute an:
23 Uhr:
- Kroatien vs. Ghana (ZDF, MagentaTV)
- Panama vs. England (MagentaTV)
1:30 Uhr:
- Kolumbien vs. Portugal (ZDF, MagentaTV)
- DR Kongo vs. Usbekistan (MagentaTV)
4 Uhr:
- Algerien vs. Österreich (ZDF, MagentaTV)
- Jordanien vs. Argentinien (MagentaTV)
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier



