Vorschau: Kommen die Bayern gegen Köln ins Rollen?

Justin Trenner 20.09.2019

Auf Platz 15 stehend tut sich der 1. FC Köln erwartet schwer mit seiner Rückkehr in die Bundesliga. Zum Auftakt gab es zwei Niederlagen in Wolfsburg und gegen Dortmund, dann einen wichtigen Sieg in Freiburg und schließlich wurde das Derby gegen Gladbach knapp mit 0:1 verloren.

Der Saisonstart hat es in sich. Und als wären die bisherigen Gegner nicht schon undankbar genug gewesen, geht es jetzt zum Auswärtsspiel nach München. Immerhin: Die letzten beiden Gastauftritte in den Jahren 2017 (nur 1:0 für die Bayern) und 2016 (1:1) dürften dem FC Mut machen.

Aber auch die Leistung beim 1:3 daheim gegen Borussia Dortmund hat gezeigt, dass hier kein klassischer Aufsteiger nach München kommt, der sich eine Packung abholt und dann den Fokus auf wichtigere Spiele legt.

1. FC Köln: Gekommen, um zu bleiben

Für die Kölner war der Aufstieg im vergangenen Jahr gleich aus mehreren Perspektiven sehr wichtig. Einerseits war es sportlich ein wichtiger Schritt für einen Klub, dessen Selbstverständnis beinhaltet, in der Bundesliga zu spielen. Doch andererseits wäre es in diesem Jahr mit der Konkurrenz aus Hamburg, Hannover, Nürnberg und Stuttgart ungleich schwerer geworden, den Aufstieg zu packen.

Gerade finanziell bietet sich dem FC nun aber die große Chance, den Abstand auf die Konkurrenten zu vergrößern. In der aktuellen TV-Rangliste stehen die Kölner mit rund 38 Millionen Euro auf Platz 15 vor Fortuna Düsseldorf (rund 32 Millionen Euro), Union Berlin (rund 29 Millionen Euro) und Paderborn (rund 26 Millionen Euro). In der zweiten Liga bekommt Stuttgart mit 24 Millionen Euro das meiste Geld aus dem TV-Pool.

Schaffen die Kölner den Klassenerhalt, vergrößert sich der Vorsprung nochmal. Die Ausgangssituation wäre dann nochmals besser für das große Ziel, sich wieder im Oberhaus zu etablieren. Zusätzlich zu Paderborn, Union und Düsseldorf, die mit Köln ungefähr in einer finanziellen Liga spielen, gibt es auch noch Mainz und Augsburg, denen eine schwierige Saison prognostiziert wird.

Beständigkeit trotz neuem Trainer

Im Gegensatz zu einigen anderen Mannschaften an der Schwelle zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga konnte der FC seine Mannschaft größtenteils zusammenhalten und sinnvoll ergänzen. Mit Ellyes Skhiri (24; 6 Millionen Euro), Sebastiaan Bornauw (20; 6 Millionen Euro), Birger Verstraete (25; 4 Millionen Euro), Kingsley Ehizibue (24; 2 Millionen Euro) und Kingsley Schindler (25; ablösefrei) kamen gleich fünf junge Spieler, die in den ersten Pflichtspielen fast alle Minuten bestritten.

Aufgrund einer Meniskusverletzung fällt Verstraete zwar erstmal aus, doch der neue Trainer Achim Beierlorzer setzt auf seine Neuzugänge und schenkt ihnen direkt Vertrauen. Taktisch setzte der 51-Jährige sowohl in der Vorbereitung als auch in vier von fünf Pflichtspielen auf ein 4-4-2 mit einer Doppelsechs. Nur gegen Wolfsburg variierte er leicht und brachte einen weiteren Mittelfeldspieler für einen Stürmer (4-2-3-1).

Unter Markus Anfang versuchten die Kölner in der vergangenen Saison das Spiel selbst zu gestalten und aus längeren Ballbesitzphasen Chancen zu kreieren. Als Aufstiegsfavorit eine durchaus logische Konsequenz. Es ist nicht einfach, Beierlorzer nun am Ansatz der vergangenen Saison zu messen, weil der FC es nun mit einem anderen Niveau zu tun hat und auf dem Papier klar zum unteren Drittel der Tabelle zählt. Trotzdem lassen sich bereits einige Veränderungen festmachen.

Direkteres Spiel, mehr Fokus aufs Gegenpressing

Es scheint, als lege der 1. FC Köln nicht mehr so viel Wert auf ein geordnetes Aufbauspiel wie in der vergangenen Saison. Viele lange Bälle nach vorn, die anschließend durch ein entsprechendes Nachrücken erobert werden sollen, kennzeichnen derzeit das Spiel des Aufsteigers. Mit 76 langen Bällen pro 90 Minuten stehen die Kölner vor Düsseldorf (72), Frankfurt (66) und Freiburg sowie Union (jeweils 64) deutlich auf Platz 1 der Liga.

Es ist durchaus möglich, dass das auch mit dem harten Auftaktprogramm zusammenhängt, doch selbst beim SC Freiburg schlug der FC 85 lange Bälle. Der Fokus liegt ganz klar darauf, das Mittelfeld zu überbrücken und durch das Nachrückverhalten im Gegenpressing Chancen zu kreieren.

Das Spiel gegen Borussia Dortmund dürfte den Bayern hier am ehesten als Material für die Analyse dienen. Mit nur 26% Ballbesitz gelang es den Kölnern hier, den amtierenden Vizemeister lange Zeit auf Augenhöhe zu halten. Dabei griff Beierlorzer vor allem auf variables Zustellen des Zentrums zurück, um Dortmunds Steil-und-Klatschspiel sowie die Pässe in die Tiefe zu verhindern.

Unglückliche Niederlage gegen Dortmund

Kölns Grundausrichtung ohne Ball beim 1:3 gegen Dortmund.

Aus der 4-4-2-Grundausrichtung heraus spielten die Kölner im höheren Mittelfeldpressing vor allem ein kompaktes 4-1-3-2. Skhiri und Verstraete kümmerten sich dabei um den Zehner-Raum, wo gerade Marco Reus eine gewichtige Rolle für den BVB spielt. Das Aufbauspiel der Gäste störten die Kölner dann entweder im Raum mit einer Überzahl im Zentrum (meist fünf gegen vier), oder sie agierten mit aggressiven Mannorientierungen.

Köln wollte vor allem die Schaltzentrale des BVB stören.

Beim raumorientierten Verteidigen achtete der FC auf kurze Abstände zu den Mittelfeldspielern. Im in der Grafik rot gekennzeichneten Bereich standen die Kölner kompakt und immer in Reichweite zu den drei Spielgestaltern der Dortmunder. Kam der Ball auf einen Außenverteidiger, schoben Hector oder Ehizibue hoch raus und die Halbraum-Achter und Angreifer stellten die Passwege in die Mitte zu.

Immer Überzahl in Ballnähe: Köln agierte mit hoher Laufbereitschaft.

115,2 Kilometer spulten die Kölner ab, die wichtigsten davon beim anstrengenden Verschieben, um immer Überzahlsituationen in Ballnähe zu haben. Lange Zeit gelang ihnen das herausragend. Bis zur 80. Minute war das Spiel nach verschiedenen Expected-Goals-Modellen ausgeglichen. Understat misst beispielsweise ein 0,82 zu 0,86. Doch Köln konnte diese Intensität schon vorher nicht mehr halten. Ab der 60. Minute hatte Dortmund plötzlich mehr Räume und Köln schien am Limit zu sein. Mit der Umstellung Favres auf ein 4-3-3 mit dem umtriebigen Julian Brandt war der BVB dann das drückendere Team.

Das 3:1 war letztendlich trotzdem schmeichelhaft. Köln investierte viel, spielte mit hoher Laufbereitschaft und Intensität, verlor am Ende aber die entscheidenden Zweikämpfe. Für den FC Bayern bedeutet das im Umkehrschluss, dass sie die Gäste am Wochenende mit viel Tempo beschäftigen müssen.

FC Bayern: Mit Geduld zum nächsten Sieg

Gegen Belgrad sah das phasenweise schon ganz gut aus. Immer wieder zeigten die Bayern im Mittelfeld unterschiedliche Wege, um zwischen die Linien der Serben zu kommen. Ein bereits in Leipzig oft genutztes Mittel war das sogenannte “Steil und Klatsch”. Das bedeutet, dass ein Spieler aus dem Mittelfeld einen vertikalen Pass spielt, sofort nachrückt und den Ball dann vom Empfänger zurück, also abgeklatscht bekommt.

Vor allem Philippe Coutinho probierte das immer wieder, holte sich den Ball tief ab und suchte anschließend direkt eine vertikale Lösung. Dadurch leiteten die Bayern viele sehenswerte Angriffe ein. Beispielsweise beim Abseits-Tor von Coutinho in der 40. Minute:

Coutinhos Hackentor war schön rausgespielt, aber leider stand er im Abseits.

Zunächst kreierte Coutinho selbst eine gute Grundstruktur, indem er sich genau so positionierte, dass mehrere Rauten und Dreiecke entstanden. Als er den Ball von Süle bekam, dribbelte er direkt mit Tempo an. Lewandowski bot sich zwischen den Linien an und wurde auch direkt vom Brasilianer bedient. Coutinho aber blieb nicht stehen, sondern blieb im vollen Lauf und hätte den Ball sogar direkt in vielversprechender Position zurückbekommen können.

Lewandowski entschied sich jedoch für ein Dribbling auf die rechte Seite und schickte Kingsley Coman in den freien Raum, der von Corentin Tolisso geöffnet wurde. Der Franzose kreuzte im Zentrum mit dem immer noch durchlaufenden Coutinho, der Ball kam in die Mitte und Coutinho versenkte ihn sehenswert mit der Hacke.

Auch wenn der Treffer aus einer knappen Abseitsposition erfolgte, war er ein gutes Beispiel für die vielen Bemühungen der Münchner, sich durch den Halbraum oder die Mitte nach vorn zu kombinieren. Gegen Belgrad merkte man der Mannschaft in vielen Situationen an, dass sie sich an einen so umtriebigen und strukturierenden Zehner erst noch gewöhnen muss. Doch Coutinho kann dahingehend ein echter Gewinn für den FC Bayern werden.

Weniger Hektik gegen Köln

Gegen Köln wird es wieder darauf ankommen, sich nicht zu schnell auf die Flügel drängen zu lassen. Denn genau das möchten die Gäste, um dort dann die schon gegen Dortmund vorhandene Überzahl zu kreieren. Also braucht es Lösungen in den Halbräumen, wo die Bayern auch gegen Belgrad immer wieder klug verschoben und sich mit Überladungen nach vorn kombinierten.

Ein großes Problem war aber, dass die Münchner sich zu schnell der ersten Möglichkeit einer Flanke hingaben oder auch am Strafraum überhastet abschlossen, statt auf eine bessere Gelegenheit zu warten. Das führt mitunter auch zu wilden Phasen wie kurzzeitig in der ersten und zweiten Halbzeit. Köln hätte mit Sicherheit mehr aus diesen Kontersituationen machen können als Belgrad an diesem Abend.

Bewegen die Münchner den Ball geduldig und gleichzeitig mit Tempo, wird es für Köln irgendwann anstrengend. Sollte den Bayern kein frühes Tor gelingen, wird diese Geduld umso wichtiger. Je schneller der Ball läuft und je länger er in den eigenen Reihen bleibt, umso schneller setzt auch die Müdigkeit bei den Gästen ein. Eine positive Entwicklung in den letzten beiden Spielen waren auch die vielen Seitenverlagerungen. Kölns kompakte Defensive ist nur mit Bewegung zu knacken.

Die Meisterschaft wird gegen die vermeintlich Kleinen gewonnen

Und das ist auch ein entscheidender Punkt für den FC Bayern: Gehen sie dieses Spiel so an, dass irgendeine der 50 Flanken schon irgendwie reingehen wird, droht ein gefährliches Spiel. Interessanterweise haben die Bayern in den letzten Jahren häufiger mal gegen Aufsteiger gepatzt. In der letzten Saison gleich zweimal: Im Hinspiel beim 3:3 gegen Düsseldorf und im Rückspiel in Nürnberg beim 1:1. Dabei haben die Münchner in den letzten 31 Pflichtspielen gegen Aufsteiger nur einmal richtig übel gepatzt: Im Mai 2018 gegen Stuttgart (1:4).

Die Mannschaft ist auch aufgrund der kleineren Schwächephasen gegen Belgrad gewarnt. Letztendlich werden nicht unbedingt die direkten Duelle mit den absoluten Top-Teams der Liga darüber entscheiden, wer am Ende die Schale holt. Es sind vor allem die vielen Spiele, in denen Bayern der klare Favorit ist, wo die meisten Punkte geholt werden.

Dortmund zeigte sowohl gegen Köln als auch gegen Union, dass das kein Automatismus ist und sie hier immer noch Probleme haben. Umso wichtiger ist es für die Bayern, dass sie diese Spiele gewinnen. Dort haben sie in den letzten Jahren den großen Abstand zu anderen Teams aufgebaut. Man könnte also überspitzt davon sprechen, dass am Samstagnachmittag ein extrem wichtiges Spiel für die Gesamtkonstellation in der Bundesliga ansteht.

Vorschau-Tippspiel

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Spieltagssieger

Mit 19 Punkten holte sich Michi94 den Tagessieg am vierten Spieltag. Meine acht Pünktchen sind mal wieder nicht der Rede wert. Die Top 5:

  1. Suppenkasper – 66 Punkte (0 Spieltagssiege)
  2. Olorin – 64 Punkte (0,33 Spieltagssiege)
  3. ElbersErben – 64 Punkte (0 Spieltagssiege)
  4. CH1310 – 63 Punkte (0 Spieltagssiege)
  5. Sk1972 – 61 Punkte (1 Spieltagssieg)

Meine Position: Platz 153 – 41 Punkte (0 Spieltagssiege)

So läuft es gegen Köln …

Es wird zunächst ein zähes Geduldspiel. Nach rund 20 Minuten kommen die Bayern aber ins Rollen und erzielen noch vor der Pause mindestens ein Tor. Köln wird am Ende dem Druck nicht mehr Stand halten können und so bleibt ein souveränes 4:0 für die Bayern.

So könnte Bayern spielen …

4-2-3-1: Neuer – Pavard, Süle, Hernández, Davies – Thiago, Kimmich – Coutinho – Gnabry, Lewandowski, Coman

Es fehlen: Leon Goretzka, David Alaba

So läuft der Spieltag …

Schalke 2:1 Mainz
Freiburg 2:1 Augsburg
Hertha 2:1 Paderborn
Bayern 4:0 Köln
Leverkusen 2:1 Union
Bremen 1:1 Leipzig
Gladbach 2:1 Düsseldorf
Frankfurt 1:1 Dortmund
Wolfsburg 2:1 Hoffenheim



»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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HandsofGod XMAX FC Bayern
  1. Fcb 5÷1
    Neuer
    Pavard Suele Boa Lucas
    Kimmich
    Thiago Coutinho
    Gnabry Lewa Davies

  2. Süle täte eine Pause auch mal gut.
    Der stand bisher immer volle 90 Minuten auf dem Platz, inkl. Länderspielen.

    Mein Tipp 2:0

    Neuer
    Pavard, Boateng, Hernandez, Davies
    Thiago, Martinez
    Gnabry, Müller, Perisic
    Lewandowski

  3. Hatte teils das Gefühl, dass viele mit Coutinho’s Spielwitz und Ideen überfordert waren.
    Gerade Lewa hat anstatt gleich wieder klatschen zu lassen, den Ego Lewy raushängen lassen.
    Mir wäre ganz lieb, er würde Müller und Coutinho zusammen aufs Feld schicken.
    Die Presse leckt sich dich schon wieder die Finger nach der nächsten Story.
    Wird so oder so eine klare Angelegenheit heute. 3:0.

  4. :-/ 0:1 Wer versaut uns das Oktoberfeste? …

  5. Ich prognostiziere, dass ich beim Tippspiel besser abschneiden werde als am unrühmlichen letzten Spieltag [0 Punkte :-( ].
    Der Effzeh ist qua Wohnsitz meine zweite Leidenschaft, daher verfolge ich viele Spiele und sehe nach den bisherigen Leistungen keine Gefahr für den FCB. Köln hat eine ordentliche, ausgeglichene Truppe beisammen, bei denen einige (Modeste, Hector, Horn) jedoch mehr von vergangenem Ruhm denn guter Leistung in der Gegenwart zehren. Wenn man Geduld zeigt, konsequent ins Gegenpressing geht und hinten konzentriert ist, dann wird Köln Fehler machen, die man dann nur noch bestrafen muss. 3:0.

  6. Nachdem wir unter der Woche in der CL (wo man ja eigentlich per se topmotiviert sein sollte) gegen eine wenige Millionen-Mannschaft offensiv mal wieder schlecht ausgesehen haben, geht es heute also gegen eine deutlich bessere Mannschaft. Vermutlich wird es wieder ein mühsamer Kick ohne Tempo und Ideen. Lediglich Coutinho und Gnabry bringen Kreativität ein – und die reicht am Ende, damit wir (wie üblich mit Gegentor) gewinnen. 2:1 oder 3:1. Doch man wird erneut sehen, dass wir uns gegen Mannschaften schwer tun, die verteidigen. Köln kann aber besser kontern als Zagreb und so wird es das Gegentor geben, auch weil Kimmich und Tolisso beide nicht als 6er agieren, sondern undiszipliniert beide gleichzeitig nach vorne rennen – und eben nicht wie damals Schweinsteiger und Co. sich gegenseitig absichern, wenn der andere situativ offensiver wird. Dazu ohne Coman (der sicherlich auch mal geschont werden muss), der zuletzt vor allem die Akzente vorne setzte. Statt dessen darf Perisic wieder ran, obwohl der unter der Woche mal so gar nicht im Spiel war. Da schwingt für mich schon der Kroaten-Bonus durch. Zumal wir ja danach erst in einer Woche wieder spielen.

  7. Wie schlecht ist eigentlich der Rasen?

  8. Meine Güte. Wir spielen gegen einen Aufsteiger zu Hause. Führen nach 2,5 Minuten mit 1:0 und geben das Heft des Handelns danach aus der Hand. Warum? Weil wir keine Idee haben, was wir mit dem Ball anfangen soll, wenn wir nicht selbst quasi kontern können. Das ist also der Fussball, den wir mit weit über 100 Mios Verstärkungen und einer kompletten Vorbereitung im Sommer anzubieten haben? Angesichts der Probleme, die die deutschen Mannschaften im Europakpokal unter der Woche hatte, würde ich behaupten, dass wir in Deutschland inzwischen (nicht nur bei uns, aber da stört es mich am meisten) ein veritables Trainerproblem haben. Auf dem Papier klar überlegene Mannschaften mit deutlich mehr Geld bekommen es nur noch in seltenen Fällen hin, mal ein Spiel souverän durchzuspielen. Auch heute geben wir in den ersten 30 Minuten schon wieder 10 Minuten an den Gegner.

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    1. Und wieder einmal frage ich mich: Was genau ist Kovac Idee von Fußball und was genau wird eigentlich trainiert?
      Stiftl und Tobi13 klärt mich Unwissenden auf, denn im Spiel des FC Bayern kann ich keinen Plan erkennen.

      1. Bin nicht so oft beim Training.
        Frag doch lieber Lewandowski oder Tolisso, die sich sehr lobend über Kovačs Training äußern.
        Denke auch, die können das deutlich besser beurteilen als ich.

      2. Wer sich kritisch äußert, ist ja auch gleich außen vor und wir kurz danach verkauft. Aber mal im Ernst: eine Spielidee ist auch nach 18 Monaten Kovac nicht zu erkennen. Zumindest keine, die dazu führt, dass wir Spiele souverän gewinnen und schwache Gegner mal über 90 Minuten komplett dominieren. Fast jedes Spiel muss man Angst haben, dass das Spiel noch kippt. Selbst nach einer frühen Führung. Ein Gegentor ist fast immer drin.

      3. @Herrispezial:
        Lewandowski hat sich in der Vergangenheit durchaus kritisch geäußert und wurde nicht verkauft.
        Was redest du?

      4. Wieder ein frühes Tor. Dieses Mal in HZ2. Das spielt uns natürlich in die Karten. Aber wie wir selbst nach der roten Karte immer noch Konter zu lassen und Bälle verlieren, ist traurig. So gibt es noch das inzwischen fast obligatorische Gegentor. Immerhin müssen wir uns wohl keine Sorgen mehr machen, dass wir heute noch Punkte liegen lassen. Dafür ist das Ergebnis dann doch zu klar.

  9. Also jetzt wird es lächerlich. Die Bälle gehen extrem schnell verloren. Und keiner (weder Spieler noch Trainer) fühlen sich bemüßigt, da mal einzugreifen. Derzeit betteln wir um den Ausgleich – gegen einen Aufsteiger.

  10. Puh, Grottenkick und dazu noch Kai Dittmann am Mikro.
    Aufstellung oder Einstellung?
    Ich glaub ich geh’ lieber an die Sonne.

  11. Halbzeitfazit: Die Mannschaft ist punktemäßig, aber spielerisch wieder so gar nicht auf Kurs. Kimmich auf der 6 ist völlig fehl am Platz. Alleine seine Ballannahmen und -verarbeitungen sind viel zu langsam und schlecht. Deswegen kann er unter Druck auch keine guten Lösungen finden. Und inzwischen sind zwar die Lücken im Mittelfeld weg. Aber dafür sind sie nun zwischen Mittelfeld und Angriff groß bzw. zwischen Angriff und dem gegnerischen Tor (wenn Lewa sich fallen lässt, um überhaupt mal an Spiel teilzunehmen). Und so ist es dann wieder, ähm, überschaubar, was wir hier anbieten. Wieder einmal. Wie so oft eigentlich. Und ehrlich gesagt, glaube ich nicht mehr daran, dass sich das unter Kovac noch einmal ändern kann. Er kriegt es einfach nicht hin, uns Lösungen für Gegner zu geben, die halbwegs gut verteidigen können. Zumindest sind die Probleme viel zu häufig viel zu groß gegen Gegner, die wir eigentlich dominieren müssen.

  12. Ganz ganz schlimm!! Gefühlt gewinnt Köln jeden Zweikampf, holt alle zweiten Bälle und hat mehr Torchancen!!
    Nach der tollen ersten Hz. in Leipzig heute die schwächste!!
    Das ist in der Tat betteln um den Ausgleich und einfach plan- und ideenlos!!!

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Plan- und ideenlos?
      Wir gewinnen keine Zweikämpfe, kriegen keinen zweiten Ball. Da hast du recht.
      Wie willst du einen Plan umsetzen, wenn du den Ball nicht kontrollierst. Die technischen Schwächen im zentralen mittelfeld von Kimmich und Tolisso machen das ganze Spiel kaputt.

  13. Das kann doch nicht stimmen! Gefühlt gewinnt Köln mehr Zweikämpfe!!

  14. …Boateng muss raus. Der fängt sich sonst ne rote Karte. Thiago rein. Kimmich auf rechts und Pavard in die IV. Ok…da geht viel mehr.
    Hoffentlich schnell das 2:0 sonst geht das Gezitter wieder los.

  15. Aus dem Liveticker des Kicker:
    „22. Minute:
    Köln hat nun eine lange Ballbesitzphase, Bayern hat sich weit in die eigene Hälfte zurückfallen lassen. Die Münchner lauern gerade auf Konter.“
    Das ist der FCB 2019. Zu Hause. Gegen einen Aufsteiger.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Und das nach weit über 100 Mios Investitionen. Da können kommenden Sommer noch Haverz und Sané kommen, so lange wir nicht wissen, was wir bei Ballbesitz mit der Kugel anfangen sollen, werden die uns auch nicht wirklich weiterhelfen. Sieht man ja an Coutinho. Eigentlich ein super Kicker, aber wenn offensiv die Abläufe in den Spielen einfach nicht klappen, dann können wir noch 300 Mios ausgeben für Topspieler – ändern wird es nicht viel. Außer, dass die Spiele dann noch häufiger über individuelle Qualität entschieden werden. Aber das Spielkonzept wird dadurch auch nicht besser.

  16. Köln macht das bislang richtig stark: Das Team hat einen erkennbaren Spielplan, der eben nicht aus reiner Destruktivität/Konterfußball besteht, sondern von einer Idee getragen ist, wie man sich selber Chancen erspielen kann, ohne zu viel Risiko zu gehen. Respekt! Die vielen Diagonalbälle sind mir sehr positiv aufgefallen. Das das aber reicht, um uns derart aus dem Takt zu bringen, finde ich tatsächlich etwas erschütternd. Die frühe Führung mag hier manchen zu sehr in Sicherheit gewogen haben. Kovac muss hier taktisch und mental in der Halbzeit dringend Lösungen finden.

  17. Also Perisic macht heute auch wieder ein ganz schwaches Spiel. Schlechte Flanken, viele Zweikämpfe verloren. So wie schon gegen Zagreb. Wären da nicht die beiden Tore, dann wäre er so gar keine Verstärkung. Zumal er auch defensiv nicht sonderlich auffällig ist. Ja, er läuft viel und erversucht viel. Aber ihm fehlt schon noch einiges, um uns in der CL wirklich weiterhelfen zu können. Coman und Gnabry sind für mich deutlich besser.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Bist du jetzt so enttäuscht, dass deine “Gegentor-These”( -“wie üblich mit Gegentor / und so wird es das Gegentor geben /So gibt es noch das inzwischen fast obligatorische Gegentor”)
      daneben war, dass du dir einen Spieler rauspicken musst zum draufhauen?
      Der Satz “Wären da nicht die beiden Tore, dann wäre er so gar keine Verstärkung.” ist mit das Geilste, was ich hier je gelesen habe. :D
      Ohne seine Tore wäre Gerd Müller auch so gar keine Verstärkung gewesen. ;)

    2. Tja, so unterschiedlich können Ansichten sein. Beim Spiegel steht Perisic in der Elf das Tages ….

  18. Also mir geht das Gejammere wegen der angeblich fehlenden Spielidee der Bayern wirklich extrem auf die Nerven! Spielidee im Fußball ist, dachte ich, Spiele zu gewinnen? Aber das wissen die gescheiten Taktikexperten besser als ich.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Vielleicht dann keinen taktisch geprägten Blog lesen?

      1. Das hat was. Nein, aber ich für meinen Teil kann schon eine Spielidee bei den aktuellen Bayern erkennen, wenn auch nicht so ausgeprägt wie unter Pep. Ich finde es nur vorschnell geurteilt, dass der derzeitige Trainer generell unter Generalverdacht steht. Es wird bemängelt, dass sich Spielertalente bei den Bayern nicht entwickeln können. Gilt das bei Trainertalenten auch?

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