Das DFB-Team nach dem Aus bei der WM 2026 enttäuscht.
Bild: Robert Cianflone/Getty Images

WM 2026: Tag 19 im Blog – Angekommen im Mittelmaß! Konservativ ist gescheitert – News und Analysen zur Weltmeisterschaft

Justin 30.06.2026


FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase. In den kommenden Tagen und Wochen spielen die verbliebenen Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.

Japan enttäuscht, aber Deutschland weiß das im negativen Sinne noch zu toppen. Für das DFB-Team ist es abermals ein riesiges Debakel. Auch die Niederlande scheidet im Elfmeterschießen aus. Allerdings gegen einen starken Gegner.

Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.

Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.

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Weitere Artikel zur WM 2026 und zum FC Bayern München:

WM 2026: Was ist passiert?

Brasilien 2:1 Japan

  • 0:1 Kaishu Sano (29.)
  • 1:1 Casemiro (56.)
  • 2:1 Gabriel Martinelli (90.+6)

Das Spiel in aller Kürze: Japan pullt den Spiegel gegen Carlo Ancelotti und verteidigt von Beginn an in einem tiefen 5-4-1-Block. Der Plan scheint aufzugehen. Brasilien weiß bis auf eine kurze Phase nach Anpfiff nicht so wirklich, was sie mit all dem Ballbesitz machen sollen. Und die Japaner nutzen tatsächlich die erste Gelegenheit für die Führung. In der zweiten Halbzeit übertreiben sie es mit ihrem Mauerfußball aber. Brasilien bekommt zu wenig Druck, kann sich in einen Rausch spielen. Nur Keeper Suzuki ist es zu verdanken, dass es lange 1:1 steht. In der letzten Minute ist er wieder unfassbar schnell und dran – kann den Einschlag aber nicht verhindern. Game over.

Miasanrot-Note: 3

Deutschland 3:4 n. E. Paraguay

  • 0:1 Julio Enciso (42.)
  • 1:1 Kai Havertz (54.)

Das Spiel in aller Kürze: Gleich zu Beginn kann sich das Drama ganz anders entwickeln: Deutschland taucht mit vier Spielern vorm Tor auf, aber Undav chipt den Ball übers Tor, statt quer zu spielen. Deshalb scheidet man aber nicht aus. Anschließend Abwehrschlacht und Ideenlosigkeit der Deutschen. Grausamer Fußball. Paraguay verteidigt das 0:0 mühelos, sie gehen in Führung und verteidigen das 1:0 mühelos, später verteidigen sie das 1:1 mühelos und könnten sie die Elfmeter am Ende auch per Grätsche oder Tackling ins Tor wuchten, sie würden es tun – mühelos. Zehn Meter tiefer und die Abwehrreihe würde auf dem Parkplatz draußen stehen. Und exakt das reicht gegen ein schwaches DFB-Team. Ernüchternd.

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Miasanrot-Note: 5

Niederlande 2:3 n. E. Marokko

  • 1:0 Cody Gakpo (72.)
  • 1:1 Issa Diop (90.+1)

Das Spiel in aller Kürze: Ein spannendes, bisweilen durchaus flottes Fußballspiel, in dem beide Teams ihre Phasen haben. Marokko ist es aber, die im Verlauf der Partie in der Lage sind, ihr Risiko ein bisschen zu erhöhen und sich entsprechend auch die besseren Chancen herauszuspielen. Trotzdem geht Oranje in Führung und wir ganz kurz vor dem Ende wieder eingefangen. Fünf verschossene Elfmeter unterstreichen die Grundnervosität beider Teams. Marokko zieht den Hauptgewinn in der Lotterie.

Miasanrot-Note: 3

Und Saibari? Der Angreifer spielt wieder auf der Neun. Lange bleibt er gegen die Niederlande blass und mit wenig Kontakten. Findet vor allem auf der linken Seite dann Zugriff zum Spiel. Gewinnt laut Fotmob zwei seiner drei Dribblings, spielt zwei Chancen heraus und verwandelt den entscheidenden Elfmeter – allerdings erst als sechster Schütze. Insgesamt ein Auftritt mit Phasen. Mal komplett abgemeldet, mal aus dem Nichts gefährlich. Miasanrot-Note: 3,5

WM 2026 in der Analyse: Dinge, die auffielen

Japan: Kein Vertrauen in die eigenen Stärken

Erstmal: Chapeau, Brasilien. Carlo Ancelotti hat der Welt mal wieder gezeigt, dass er nicht damit auszucoachen ist, seinen Teams den Ball zu geben. Dass er nicht der bloße Pragmatiker ist, der seine Superstars machen lässt und ansonsten versucht, das eigene Tor zu verteidigen. Ancelotti mag viele dieser Klischees erfüllen, aber er ist auch ein herausragender Taktiker und versteht genau, was es in welcher Situation braucht.

Japan schenkte den Brasilianern fast 70 Prozent Ballbesitz und die Seleção zeigte, dass sie kicken kann. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen sie in einen guten Rhythmus, verloren kaum Bälle und bespielten geduldig die Lücken. Vielleicht ein paar Flanken zu viel, aber eine davon führte immerhin zum Ausgleich. Vielleicht ein bisschen zu wenig Überraschung beim In-Szene-Setzen von Vinícius Júnior. Aber der hatte dennoch herausragende Momente.

Am Ende war es eine starke Leistung der Brasilianer. Und trotzdem muss der Blick auf Japan gerichtet werden, die offenbar dachten, dass sie viele ihrer Prinzipien über Bord werfen müssen, um zu bestehen. Selbstverzwergung, könnte man sagen. Als wäre es ein Automatismus, gegen das große Brasilien defensiv spielen zu müssen, um eine Chance zu haben.

Es ist jetzt nicht so, dass die Japaner in der Gruppenphase extrem viel Ballbesitz gehabt hätten. Aber sie verstanden es gut, auch mal aggressiv herauszuschieben und die eigenen Phasen mit dem Ball progressiv und mutig zu gestalten. All das fehlte gegen Brasilien. Wieder reicht es nicht für ein Weiterkommen in der K.-o.-Phase. Wieder wirkte es so, als würde man sich selbst nicht trauen. Ja, einige Schlüsselspieler fielen bei der WM aus. Aber nein, das ist keine Ausrede. Japan muss sich hinterfragen.

Fassungslosigkeit

Hinterfragen muss sich auch das DFB-Team. Es ist jetzt weit nach 2 Uhr. Ich fange an, meine Gedanken zu sortieren. Es ist bemerkenswert, dass mich der Nationalmannschaftsfußball noch so emotional berührt nach all den Enttäuschungen, die er mir seit 2016 beschert hat. Mir war der DFB schon mal egal, jetzt ist er es irgendwie weniger. Ich kann es nicht mal rational erklären. Aus rationaler Perspektive war ich mir vor dieser Partie aber auch sicher: Nicht mal die schlechteste Version dieses deutschen Teams könnte an Paraguay scheitern.

Neulich erzählte ich im Podcast noch von europäischer Arroganz und diesen Schuh muss ich mir jetzt anziehen, keine Frage. Aber es ist halt wirklich so, dass Paraguay eines der schlechtesten Teams im Turnier war. Statistisch wie optisch. Und Deutschland hat es geschafft, gegen sie auszuscheiden. Ich nutze dieses Wort im Sportkontext wirklich selten, aber das war blamabel.

„Wundert mich nicht“, werden einige jetzt sagen. Mich schon. Fußball-Deutschland war getrübt von diesem letzten Kick gegen Ecuador und hat das vollkommen überhöht. Dabei bleibe ich auch jetzt noch. Die ersten beiden Spiele waren okay, auch dabei bleibe ich. Sie waren nicht überragend, aber sie waren ordentlich bis gut.

Deutschlands Hauptproblem sitzt nicht auf der Bank

Und gerade weil ich weiterhin von einer grundsätzlichen Qualität des Teams überzeugt bin, bin ich umso fassungsloser jetzt gerade. Nicht Top-Top-Top-Qualität. Aber in einem Paralleluniversum traue ich der DFB-Elf in exakt dieser Konstellation ein Viertel- oder Halbfinale zu, wenn sie es irgendwie schaffen, Frankreich zu vermeiden.

Wenige Minuten nach Abpfiff ist all das zerstört. Es macht mich ratlos. Mir fallen viele rationale Gründe dafür ein, warum es nicht optimal läuft und warum Deutschland nicht zu den Top-Teams zählt. Diese Gründe sind vielschichtig. Mats Hummels brachte es aber bei MagentaTV auf den Punkt: Man habe jetzt ein Jahrzehnt keinen Erfolg gehabt und das sei kein Zufall. Unter verschiedenen Trainern.

Nagelsmann, die Spieler an sich, der ganze Verband – alle müssen sich hinterfragen. Diese WM ist ein Debakel für Deutschland. Und dennoch fällt mir kein rationaler Grund dafür ein, warum dieses Team es nicht mal geschafft hat, die schwankenden Leistungen zu bestätigen, mit denen man immerhin einigermaßen sicher Gegner wie Paraguay besiegt hat.

Und genau das macht mich fassungslos. Deutschland ist endgültig im Mittelmaß angekommen. Man kann Nagelsmann vieles vorwerfen und ihn für vieles kritisieren. In den Analysen der kommenden Tage werde ich das auch ganz sicher sachlich und konstruktiv tun.

Aber eines ist klar: Wer nach Löw, Flick und jetzt Nagelsmann glaubt, das Problem würde sich mit Super-Kloppo oder Pep-Fantasien lösen, der irrt womöglich. Deutschland hat viel tiefgreifendere Probleme, die sich in diesem Kader zeigen und die auch mit anderem Personal zur Schau gestellt worden wären. Diese Probleme starten in der Ausbildung von der kommenden Generation, die diesen Karren voller Mist wieder aus dem Schlamm ziehen muss.

Und dort muss man jetzt ansetzen, statt von Turnier zu Turnier Pflaster auf die Fleischwunden des deutschen Fußballs zu kleben. Vielleicht braucht es dennoch auch einen neuen Ansatz auf der Trainerbank. Aber das allein wird Deutschland nicht auf Kurs bringen. Ganz sicher nicht.

DFB-Team: Die Stimmung klingt jetzt schon zu sehr nach „weiter so“

Es ist jetzt kurz nach 9 Uhr. Ich bin längst wieder wach und habe gerade das Aus der Niederlande nachgeholt. Es kommen mir weitere Gedanken zum schändlichen DFB-Aus.

Hummels ist jemand, dem man unterstellen könnte, er habe nicht die allerbeste Stimmung und Verbindung zu den aktuell handelnden Personen. Aber er hat trotzdem recht, wenn er vom DFB jetzt bei MagentaTV Konsequenzen fordert. Oft sind solche Reaktionen übertrieben. Aber hier sind sie angemessen.

Aber wenn man in Zukunft wieder erfolgreich sein will, dann braucht es Veränderungen und progressive Ideen. Ein wenig fühlt sich die Situation gerade an wie in den frühen 2000ern. Auf zu vielen Ebenen hat Deutschland den Anschluss verloren. Mit einem Trainerwechsel wird das (diesmal) aber sehr wahrscheinlich nicht getan sein. Nicht allein.

Der DFB ist alt und rückwärtsgewandt

Schon die Rückkehr von Rudi Völler und einer damaligen „Kommission“, die aus den großkopfernen alten Männern des deutschen Fußballs bestand, hatte den Geruch einer Wohnung, in der ein paar Tage nicht gelüftet wurde. Egal, welches Argument da für wen vorgetragen wurde: Mehr DFB ging nicht. Dass Oliver Bierhoff mit seinem Verständnis von Marketing nicht (mehr) der Richtige war, liegt auf der Hand.

Aber es braucht Personal, das über den Tellerrand schauen kann. Das nicht mit Methoden von früher™ zeigen will, dass der Fußball sich nicht verändert hat. Es braucht keinen farblosen, sich peinlich vor politischen Themen wegduckenden Bernd Neuendorf, der als Präsident jegliche Ecken und Kanten vermissen lässt.

Es braucht womöglich auch keinen Rudi Völler, der mit Anekdoten von früher zwar durchaus beliebt bei den Medien ist, inhaltlich in seinen zwei Jahren aber nicht sehr viel beigetragen hat. Dieser Verband braucht junges, frisches Personal, das bereit ist, Veränderungen da vorzunehmen, wo sie zunächst wehtun. Und wenn man den DFB schon länger verfolgt, weiß man, dass das eher nicht passieren wird.

Der Druck von außen muss stimmen

Die Aussagen nach dem Spiel klangen schon wieder verdächtig nach „weiter so“. Völler und Co. hatten das große Glück, dass sie keiner infrage stellen würde. Im Gegenteil: Der Fokus wird auch in den nächsten Stunden ganz Nagelsmann gehören. Der wiederum sagte, er würde weitermachen, wenn der DFB will. Völler deutete bereits an, dass zumindest er will.

Es ist schwer vorstellbar, dass dieser Verband mit Helden von früher und den konservativsten Führungspersonen, die man sich vorstellen kann, wieder ernsthaft nach oben kommen wird. Diese WM war jetzt das fünfte schwache Turnier hintereinander. Und ja, auch die EM 2024 wird vielerorts viel zu positiv gesehen, hatte bis auf ein gutes Auftaktspiel und einen heroischen Kampf gegen Spanien wenig zu bieten.

Zu hoffen bleibt, dass der Druck auch von außen größer wird. Denn wer den DFB kennt, weiß auch, dass er aus Eigeninitiative sicher nicht bereit ist, zu erkennen, dass er aus der Zeit fällt. Die Nationalmannschaft wird nur eine Chance auf einen Wiederaufstieg haben, wenn man Lösungen für die vielen Probleme findet, die das Ausbildungssystem offenkundig hat, wenn man es schafft, Menschen im Verband eine gewichtige Stimme zu verleihen, die schon lange fordern, dass verkrustete Strukturen aufgebrochen werden.

Der DFB muss sich neu aufstellen

Solange das nicht passiert, kann man Jürgen Klopp, Pep Guardiola und Christian Streich auch als Trio coachen lassen und die nächsten Turniere werden ähnlich enttäuschend wie dieses und die vier vorherigen. Vielleicht braucht es auch einmal nicht die Männer mit den großen Namen. Nach dem Debakel in Katar war die Erkenntnis mehr oder weniger: Die Politik hat uns das Turnier gekostet.

Das war damals schon eine billige Ausrede. dreieinhalb Jahre später sollten wir dann auch die Muße haben, das Gegenteil festzuhalten: Die Haltung des DFB, nur dann politisch zu sein und Ecken und Kanten zuzulassen, wenn es irgendwie in den eigenen Kram passt, ist nicht aufgegangen. Wofür steht der DFB eigentlich überhaupt noch? Was verbindet man mit diesem Verband abseits der vergangenen Machtkämpfe alter Fußballgrößen? Wo genau soll Glaube entstehen, dass sich jetzt etwas ändert?

Konservativ ist gescheitert. Es wird Zeit für progressiv. Was das genau bedeutet? Nun, dafür gilt es echte Expert*innen zu finden. Solche, die bereit sind, den Fußball in Deutschland da anzupacken, wo er seit vielen Jahren krankt: An der Basis. Bei der Ausbildung von Spielern und Trainer*innen, bei der Stärkung des Ehrenamts, bei zukunftsfähigen Konzepten.

Es braucht Leute, die inhaltlich etwas vorzuweisen haben und denen das Vertrauen nicht deshalb geschenkt wird, weil sie früher mal eine große Nummer waren oder die richtigen Leute kennen. Es braucht Veränderung. Leute, die Lust haben, unangenehme Entscheidungen zu treffen und dabei den unbequemen Kampf gegen die Dynamiken zu führen, die entstehen, sobald auch nur eine Sache verändert wird, die schon immer so gemacht wurde. Und es braucht bedingungslose Unterstützung für diese Leute.

Aber nichts hasst der DFB mehr als Veränderung. Deshalb wurden die Verträge von Nagelsmann und Völler ja bereits verlängert, als die WM noch in weiter Ferne lag.

WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick

  • Nach dem enttäuschenden Aus von Südkorea bei der WM musste die Polizei verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Rückkehr des Nationalteams treffen. Der bereits zurückgetretene Trainer Hong Myung-bo hatte in einem Online-Forum eine Morddrohung erhalten.
  • Verbandspräsident Yasser Al-Misehal ist bei Saudi-Arabien zurückgetreten.
  • Auch Miroslav Koubek ist seinen Job los. Er war Nationaltrainer von Tschechien.
  • Eine Interviewfrage sorgte nach dem Kanada-Spiel für Verwirrung. Matchwinner Stephen Eustáquio wurde vom Reporter direkt nach Abpfiff Folgendes gefragt: „Sie haben vor ein paar Jahren beide Elternteile verloren. Sie haben eine junge Tochter. Wie werden Sie sich daran erinnern? Wie werden Sie sich an Ihre Familie erinnern?“ Der Kanadier verdeckte sein Gesicht zunächst in seinen Händen, dann antwortete er mit stockender Stimme: „Alles, was ich tue, mache ich für meine Familie – für meine Eltern, für meine Freundin, für meine Tochter. Für meine Freunde zu Hause. Alle.“ Für die Frage gab es anschließend viel Kritik.
  • Gerald Asamoah hat seine Gedanken zur Causa Schweinsteiger geteilt. Mit der These, dass „Spieler aus Afrika und allgemein Schwarze Fußballer wild, taktisch und technisch schwach und nicht so spielintelligent wie Europäer (also Weiße), dafür körperlich stark, robust und athletisch und so weiter“ seien, wäre „schnell ein ganzer Kontinent mit ein, zwei Sätzen beschrieben“, schrieb der frühere Schalker bei LinkedIn: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns oft mehr damit beschäftigen, ob jetzt jemand ein Rassist ist oder nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass wir uns eher darum kümmern, diese Denkmuster ernsthaft zu hinterfragen.“ Er kenne Schweinsteiger seit Jahren sehr gut und sei sich sicher: „Er ist kein Rassist. Das ist für mich aber auch gar nicht der Punkt, und ihn jetzt öffentlich anzugehen, bringt die Debatte aus meiner Sicht nicht weiter.“
  • Erwartungsgemäß hat die neue XXL-WM bereits ein paar Rekorde geknackt. Die 72 Spiele wurden von insgesamt 4.644.549 Zuschauer*innen besucht. Damit wurde schon vor Beginn der K.-o.-Phase der Rekord von der WM 1994 in den USA geknackt (3,6 Millionen). Der Zuschauer*innenschnitt liegt allerdings nur bei 64.508 pro Spiel. Damit kommt man nicht an 1994 heran.
  • Starker Opta-Fact (Zeitpunkt direkt vor dem Paraguay-Spiel): 38 & 341 – Mit heute 38 Jahren und 341 Tagen ist Julian Nagelsmann der jüngste Trainer, der ein WM-K.o.-Spiel betreut, seit Henri Michel bei Frankreich im Spiel um Platz drei 1986 (38 Jahre, 243 Tage) – das vorletzte WM-Spiel, das vor Nagelsmanns Geburt stattfand.
  • Wusstest du, dass fast jeder vierte Spieler bei der WM im Ausland geboren wurde? Hier ein toller Artikel von unserer Katrin dazu.

Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik

Hiroki Ito

Schwimmt extrem gegen den Dauerdruck der Brasilianer und wird auch immer wieder gezielt unter Druck gesetzt. Gerade in Luftduellen mit Schwierigkeiten – so auch beim 1:1, wo er gegen Torschütze Casemiro nicht gut aussieht. Miasanrot-Note: 4

Manuel Neuer

Sieht beim Faustversuch vor dem 0:1 nicht gut aus, hat vorher schon eine kleine Unsicherheit. Im Elfmeterschießen hält er einen. Die anderen sind weitestgehend gut geschossen. Miasanrot-Note: 4

Joshua Kimmich

Probiert viel, hat defensiv genauso Schwierigkeiten wie in den anderen Spielen. Hat zwei, drei gute Ideen, aber auch viele schlechte. Weit entfernt von seiner Bestform. Selbst im Zentrum gelingt ihm später nach Umstellung nicht viel. Verwandelt souverän vom Punkt. Miasanrot-Note: 4

Jonathan Tah

Tragisch, dass er den entscheidenden Elfmeter verschießt. Eigentlich ist er der Held des Abends. Weil er defensiv stark ist, im Aufbau ein paar Ideen mitbringt und das Tor zum 2:1 macht, das viel zu kleinlich vom VAR zurückgenommen wird. Was für ein bitterer Abend für den besten Spieler der Deutschen. Miasanrot-Note: 2

Aleksandar Pavlović

Genauso schwach wie in den ersten Spielen. Ein Schatten des Mittelfeldspielers, der er lange in München war. Miasanrot-Note: 5

Leon Goretzka (ab der 46.)

Sorgt für etwas Strafraumpräsenz, was zumindest beim 1:1 hilft. Hat ansonsten aber auch viele technische Probleme und kommt kaum in „seine“ Situationen bei den Flanken. Miasanrot-Note: 4,5

Jamal Musiala (ab der 62.)

Sehr bemüht, sehr aggressiv, setzt die richtigen Zeichen und doch gelingt ihm wieder fast nichts. Auch auf dem rechten Flügel später mehr oder weniger wirkungslos. Verwandelt seinen Elfmeter einigermaßen okayish. Miasanrot-Note: 4

Wie geht es heute weiter bei der WM?

Folgende Spiele stehen heute an:

19 Uhr:

  • Elfenbeinküste vs. Norwegen (ARD, MagentaTV)

23 Uhr:

  • Frankreich vs. Schweden (MagentaTV)

3 Uhr:

  • Mexiko vs. Ecuador (MagentaTV)

Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier

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