Transferwinter: Eine Niederlage für Salihamidžić?

Justin Trenner 03.02.2019

“Wir wollen den Spieler verpflichten. Ich bin von seinen Fähigkeiten voll und ganz überzeugt. Wir sind in Gesprächen mit Chelsea”, sagte Hasan Salihamidžić Mitte Januar. Doch das sollte nicht sein einziger Coup bleiben.

Er deutete weitere Transfers an und sprach von einer guten Mischung aus Talenten und erfahrenen Spielern, die man finden müsse. Immerhin bei Lucas Hernández kündigte er früh an, dass ein Wechsel im Winter unrealistisch sei.

Profilschärfung?

Letztendlich steht der FC Bayern mit relativ leeren Händen da. Ja, Alphonso Davies verstärkte immerhin den Kader. Die Bemühungen des Sportdirektors im Winter blieben jedoch unbelohnt.

Das forsche Auftreten des 42-Jährigen war ohnehin eine kleine Überraschung. Während er sich vor allem in Zeiten des sportlichen Misserfolgs zurückhielt, nahezu versteckte, schien er nun jeden Tag eine Wasserstandsmeldung preisgeben zu wollen.

Auch Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß unterstützten dieses öffentliche Prozedere, indem sie sich nicht nur aus den Angelegenheiten – zumindest medial – heraushielten, sondern auch stets bekundeten, dass dieser Weg über die Medien notwendig war. Vielerorts wurde spekuliert, dass man damit das Profil des Sportdirektors schärfen wolle.

Eine kleine Niederlage für Salihamidžić

Doch hat das funktioniert? Eher nicht. Denn jetzt steht Salihamidžić erneut in keinem guten Licht. Hudson-Odoi musste bei seinem Klub bleiben, selbst ein Transfer im Sommer wird mittlerweile in Frage gestellt. Das kann immer passieren. Wenn der verkaufende Klub sich verweigert, kann auch der beste Sportdirektor nur wenig ausrichten.

Salihamidžić setzte sich aber selbst mit seinen positiven und optimistischen Aussagen unnötig unter Druck. Abgesehen davon, dass dieses Verhalten den Preis sicher nicht gedrückt haben wird, hat er auch dafür gesorgt, dass Chelsea sich noch mehr verschloss und den Bayern fehlenden Respekt vorwarf.

Auf der anderen Seite stand der legitime Einwand Rummenigges, dass der Spieler ein Signal gebraucht habe. Salihamidžić wollte zeigen, dass das Interesse mehr als ein erstes Antasten ist. Und doch ging der Plan nach hinten los. Schlussendlich ist es mindestens eine kleine Niederlage für den ehemaligen Bayern-Spieler.

Hasan Salihamidžić hatte der versammelten Presse im Trainingslager viel zu erzählen. Doch wirklichen Ertrag gab es kaum.
(Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Aus Fehlern lernen?

Trotzdem: Als Untergang oder Drama sollte es nicht bezeichnet werden. So viele berechtigte Kritikpunkte es in der Causa Salihamidžić gibt, so sehr sollte man ihm einen Lerneffekt zugestehen. Er ist eben ein Neuling im Geschäft. Das wissen auch Rummenigge und Hoeneß, die im Hintergrund bereits an der Zukunft des Klubs arbeiten.

Die berechtigte Frage ist allerdings, ob man sich mit dem Potenzial des noch unerfahrenen Bosniers verschätzt hat. Kann Salihamidžić aus seinen Fehlern wirklich so schnell lernen, dass er schon bald den Ansprüchen des FC Bayern gerecht wird?

Der Transferwinter war ein erster Vorgeschmack darauf, was die Münchner erwartet. Immerhin konnte der Deal mit Pavard für den Sommer abgeschlossen werden. Das sollte auf der Habenseite Salihamidžićs nicht unter den Tisch gekehrt werden.

Die Ausdünnung des Kaders erfordert Differenzierung

Und doch ist die Transferpolitik der Bayern nicht ganz durchsichtig. Man ging jahrelang bewusst die Schritte in Richtung eines breiten Kaders, der jede Position doppelt und fast gleichwertig besetzen kann. Kurz vor Beginn der Saison verkaufte der Rekordmeister dann ersatzlos Sebastian Rudy und Juan Bernat – zwei Spieler, die als Backups für einen Spielgestalter auf der Sechs und für die linke oder rechte Außenverteidigerseite durchaus wertvoll hätten sein können.

Kurz vor Ende des Wintertransferfensters ging dann noch Sandro Wagner. Einziger Zugang: Alphonso Davies, bei dem noch nicht wirklich klar ist, inwiefern er jetzt schon eine Verstärkung sein kann.

Das ist angesichts des alternden und verletzungsanfälligen Kaders mindestens mutig, wenn nicht sogar fahrlässig. Wobei hier weniger kritisiert werden sollte, dass die Spieler den Verein verließen, sondern vielmehr, dass es keinen Ersatz gab. Und selbst dann ist es wichtig, zu differenzieren.

Ist der Wagner-Transfer sinnvoll?

Wagner beispielsweise konnte unter Kovač keinen sportlichen Mehrwert mehr beisteuern. Er selbst schien mit der Situation unzufrieden zu sein und der Trainer sah keine Anwendung für ihn. Ein Wechsel war deshalb folgerichtig. Hätte hier nun aber ein Ersatz Sinn ergeben?

Fakt ist, dass ein Leistungsabfall ohne Lewandowski nicht an einem fehlenden Backup begründet werden kann. Fehlt der Pole, ist der FC Bayern nun mal schwächer. Es gibt auf der Welt wohl keinen Spieler seines Formats, der sich in den meisten Saisonpartien auf die Bank setzen würde. Die Saison 2012/13 mit Mario Gómez, Claudio Pizarro und Mario Mandžukić wird gern als Gegenargument hergehalten. Und doch muss man auch hier realistisch einordnen, dass dies eine Ausnahmesituation war, die nur mit besonderen Charakteren wie Mario Gómez möglich war. Die meisten anderen Spieler dieses Formats hätten für Unruhe gesorgt.

Weiterhin darf bezweifelt werden, ob Wagner im Falle eines Ausfalls Lewandowskis wirklich einen großen Unterschied zu Thomas Müller oder Serge Gnabry machen würde. Vermutlich wären Letztgenannte sogar wertvoller für die Mannschaft – insofern der Trainer dann auch für eine entsprechende Änderung des Offensivkonzepts sorgt. In jedem Fall war die Entscheidung des Klubs aber richtig. Warum einen Spieler halten, der einerseits sportlich kaum noch in Erscheinung trat und andererseits den Wechselwunsch einreichte?

Im dritten Übergangsjahr endlich der Anschluss?

Wirklich überraschend war jedoch, dass Salihamidžić keinen Außenverteidiger präsentiert hat. Mit den Abgängen von Rudy und Bernat kam es hier zu einer Extremsituation. Rafinha, Kimmich und Alaba – das ist zu wenig, wie man nicht zuletzt beim 1:1 gegen Augsburg sah. Goretzka ist hier kein adäquater Ersatz.

Dass Lucas Hernández, der vielleicht im Sommer kommen könnte, im Winter nicht verfügbar oder zu teuer war, kann aber nicht als Vorwurf gegen Salihamidžić dienen. Selbiges gilt für Benjamin Pavard. Und jetzt? Jetzt muss der FC Bayern beten, dass die Schlüsselspieler fit bleiben. Wie schon 2016/17 und 2017/18 ist auch die Saison 2018/19 eine klare Übergangssaison. Mit dieser legitimen Argumentation erscheinen auch die insgesamt mauen Erträge des Winters in einem anderen Licht. Ein Drama wäre es erst, wenn der Sommer ähnlich endet.

Ob Salihamidžić tatsächlich an Profil gewinnen kann, wird man deshalb nicht an einem kuriosen Transferfenster in der Winterpause bewerten können. Man wird es am nächsten Sommer bewerten können. Dann kommt es für den FC Bayern darauf an, im dritten Übergangsjahr auch endlich für einen Anschluss zu sorgen. Vielleicht wird es dann ja was mit der Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, die eine neue Zeitrechnung beim FC Bayern München beginnen können. Zu wünschen wäre es neben dem Klub auch dem Sportdirektor, der im Moment viel anpackt, dem aber wenig gelingt – oder es einfach nur schlecht nach außen verkauft.

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Transferwinter: Eine Niederlage für Salihamidžić?
    Das ist mal eine Frage, die als Spekulations-Yoga Zeit vertreibt, aber die niemand ohne Hintergrundwissen beantworten kann.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Und wo ist dein Hintergrundwissen über unser Hintergrundwissen?

  2. @ Justin, immer dagegenhalten, gut so.
    Ist die Lektüre Deiner Texte jetzt nur noch mit einem Glaubensbekenntnis an Deine tieferen Einsichten gut verdaulich?
    MSR mag kein wissenschaftliches Unterfangen sein, aber ganz ohne nachvollziehbare Belege oder Quellen verlangst Du schon reichlich viel blindes Vertrauen von Deinem Publikum. Gut, dass Du das in in Deiner Reaktion auf meinen Kommentar klargestellt hast.Dann weiß ich jetzt, woran ich bin.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Glauben darfst du, woran du glauben möchtest. Niemand ist dir böse, wenn du etwas hinterfragst. Nur gleicht dein Kommentar einer Unterstellung.

      Das mit der klaren Quellennennung ist ja immer so eine Sache. Daher ist es eben so: entweder vertraut man uns, oder – auch legitim – man vertraut uns nicht. Da hier viel Meinung drin ist, steht es jedem zu, sich sein eigenes Bild zu machen.

      Was mir aber wichtig ist, ist der Ton und da kann und darf sich jeder selbst hinterfragen. Oder eben nicht.

  3. GestrandetinBerlin Seite 03.02.2019 - 16:44

    Mal so eine Frage zu Gnabry, das man Werner holen will, scheint ja relativ sicher. Dann dürfte man davon ausgehen, dass es nächste Saison zum Zweikampf zwischen Lewandowski und Werner kommt. Nun bilde ich mir ein, dass Werner ja bei der deutschen Nationalmannschaft gezeigt hat, dass tiefstehende Gegner die man mit Ballbesitz knacken muss, nicht zu seinen Stärken gehört. Gut, Bayern will ggf. eh weg von Ballbesitz. Aber Gnabry ist doch als Spieler Typ Werner nicht unähnlich? Warum hat er dann bisher nur auf der Position gespielt?
    Kann es sein, dass man Werner holen will, sofern es so ist, weil er als gut gilt und man sich weniger Gedanken darüber macht, ob das passt?

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    1. Ein spannender Punkt. Sollte sich das Interesse der Bayern konkretisieren, werden wir dazu ganz sicher einen ausführlicheren Artikel schreiben. Ich sehe Werner durchaus auch kritisch. Er ist mMn nicht der Spielertyp, den der FCB der letzten Jahre gebrauchen kann. Vielleicht steckt da aber auch der Gedanke hinter, noch mehr aufs Umschaltspiel zu setzen. Wie gesagt: zu späterem Zeitpunkt vielleicht mehr.

  4. Sowas passiert, wenn Führung nicht loslassen kann… Kompetenz daraufhin beim Umbruchsversuch Nr. 1 absagt, da deren eigene Ideen nicht umsetzbar schienen… man dann meint, aus der Not eine Tugend machen zu müssen (Mia san mir) und den Umbruch im eigenen Stall versucht… Und letztlich nach’m Umbruch Mittelmässigkeit droht…

    Im Vergleich zu unserem Anspruch (auch in Europa) stehen wir aktuell mit einem eher mittelmäßigen Trainer, einem mittelmäßigen Sportdirektor und einer mittelmäßigen Spielweise (ich weigere mich, von einer mittelmäßigen Mannschaft zu sprechen) zurecht da, wo wir im Moment stehen!

    1. Man kann Kompetenz nicht herbeireden, wie es UH/KHR bei HS tun
    2. Es braucht menschliche Größe (um Korrekturen vorzunehmen) / oder eine Rückmeldekultur im Verein, die sich klar macht, das Sturheit und Geld dauerhaft nicht zum Ziel führen
    3. Management-Kompetenz schlägt Stallgeruch (Watzke). Traurig genug, ihn hier zitieren zu müssen…

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    1. Wie heißt es so schön: Starke Leute umgeben sich mit starken, schwache Leute mit schwachen. Oder wir hat es
      Steve Jobs mal gesagt: Wir stellen doch keine smarten Leute ein, damit wir ihnen sagen, was sie tun sollen; sondern die sollen uns sagen, was wir tun sollen.

      Die jetzige Firmenkulter beim FCB ist davon leider meilenweit entfernt.

      1. Hoeneß und Rummenigge sind also schwache Leute?

        Sehe ich anders.

    2. Brillanter Kommentar
      Prägnanter kann man es nicht formulieren.

      Es ist eine Tragödie zusehen zu müssen wie man es an die Wand fährt.

  5. Ich würde es nicht als Niederlage werten, dass weder Hernandez noch Hudson Odoi gekommen sind.

    Bei Hernandez muss man abwarten. Ich tippe, dass man bereits in diesem Winter geregelt hat, dass er im Sommer kommt.

    Und wäre Hudson Odoi wirklich jetzt, im Winter, verpflichtet worden wäre, was hieße das denn? Dann dürften sich Coman, Gnabry, Davies und er die Restzeiten teilen, die Rib und Rob bis zum Sommer übrig lassen.

    Machen wir mal folgende Kontrollüberlegung: Hummels war ein potentieller Winterabgang. Hernandez ein potentieller Winterzugang. Hätte Bayern Hummels verkauft (für eine bayerntypische Ablöse von 18 Mio.) und Hernandez für 80 Mio. geholt, wäre Brazzo plötzlich “der Macher”. Wenn er jetzt mit Hernandez einen Sommertransfer verabredet hat und Kovac bis zum Sommer entscheidet, ob er Hummels oder Boateng behält. soll er plötzlich alles falsch gemacht haben? Wohl kaum.

    Spannend finde ich das Thema Werner. Will man wirklich mit Gnabry und Werner zweimal den gleichen Stürmertyp haben. Beides übrigens auch noch Rechtsfüßler. Mein Tipp: Bayern setzt auf Werner, auch weil dieser deutlich weniger verletzungsanfällig ist. Gnabry wird entweder verkauft oder – nachdem man nochmal verlängert hat – verliehen.

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    1. Darum geht es gar nicht sondern um die Art und Weise wie man öffentlich kommuniziert bzw sich verhält.
      CFC haben extrem smarte erfahrene Kaufleute in Tenenbaum und Granovskaia und in Sarri einen alten Fahrensmann der zurecht auf Respekt hinweist und weiss was das bedeutet(die alle für einen russischen Milliardär arbeiten dem 45 Mio Haben oder Nicht haben relativ egal ist wenn es um das Prinzip geht).

      Wenn man also von solchen Leuten etwas will bzw erreichen will dann macht man es diskret aber sicher nicht indem man rumposaunt und diese Leute aus deren Sicht öffentlich brüskiert.

      Diese Taktik vermag in 90% der Fälle funktionieren aber nicht bei CFC.

      Das jetzige weitere öffentliche CHO umwerben kann bedeuten das CFC auch im Sommer den Riegel vorschiebt.

      Bei Atletico hat man sich komplett anders verhalten und man darf spekulieren das die Gespräche nicht von Salihamiczik geführt wurden.
      Und weil es so ruhig ist Evtl.hoffen das man Einigkeit hat.
      Dagegen steht das Godoj Atletico verlässt ,dadurch mehr Gehalt gezahlt werden kann,und man Lucas Evtl.eine Art Stammplatzgarantie eingeräumt hat um ihn zu halten.

      Man muss abwarten.

      Aber mMn ist das Agieren im Hintergrund (wie die letzten Jahre)effektiver als ständig zu kommentieren.

    2. Werner ist der bessere Gnabry!!

    3. Ich denke, dass Werner den FCB nicht wirklich weiterbringt. Wie bereits erwähnt ist er vom Spielertyp sehr nah am Profil der Spieler, die bereits im Kader stehen. Weiterhin ist mir seine Torquote und seine Abschlussstärke nicht gut genug, um auf mittlerer Sicht den Bayernstrum zu führen.
      Aktuell erscheint mir als einziger Spieler der jung, gut und (noch!) bezahlbar wäre Luka Jovic von der Eintracht diese Rolle einnehmen zu können.

  6. Ich sehe es so: Niederlage, weil die Transfers nicht stattgefunden haben? Nein.

    Niederlage, aufgrund der Kommunikation und Außendarstellung? Ja.

    Chelsea hat keinen Grund und auch keine wirkliche Möglichkeit CHO im Winter zu verkaufen, da sie auf der Position dünn besetzt sind. Auch ein weniger offensives Auftreten hätte das nicht geändert.

    Zumal unser Verein in den letzten Jahren auch genug Beispiele gebracht hat, bei denen man ZU LEISE war. De Bruyne, Sané, Dembele. Meines Wissens war man an allen dran, aber hat diese dann aus dem ein oder anderen Grund nicht verpflichten können.

    Da gab es keinen Brazzo der getönt hat, “wir wollen unbedingt diesen Spieler von Rennes”, oder “wir beobachten Sané bei Schalke immer sehr genau und würden ihn gerne bei uns sehen” und trotzdem sind die Spieler nicht hier.

  7. Man benötigt im Sommer “drei plus x” Spieler, dünnt aber zunächst den Kader weiter aus, ohne jede Garantie, dass einer der Umworbenen je kommen wird. Das nenne ich aktive Kaderplanung. :-/

    Zu Brazzo im Winter: Als Tiger gestartet und als Teppichvorleger gelandet.

    Hoffen wir, dass in 10 Jahren nicht die Zeit zwischen 2017 und 2019 als die Jahre gelten, in denen sich der FCB vom internationalen Topniveau verabschiedet hat.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Top Kommentar Mehmet68.

  8. „Hoffen wir, dass in 10 Jahren nicht die Zeit zwischen 2017 und 2019 als die Jahre gelten, in denen sich der FCB vom internationalen Topniveau verabschiedet hat.“

    Oh Mann. Mit diesem Satz sprichst du mir aus der Seele. Das hab ich so ähnlich auch schon gedacht! Ich sehe diese Gefahr als real, aber NOCH abwendbar.

  9. Um mich mal selbst zu zitieren:
    “Zur Situation des Kaders: Fast schon amüsant. Anfang der Woche hatten wir 20 Feldspieler, außer Tolisso alle fleißig beim Mannschaftstraining. Ein paar Tage später brauchen wir dann schon 2 Jugendspieler um die Bank halbwegs aufzufüllen.”

    Insofern sehe ich natürlich noch deutliches Optimierungspotential im Kaderbereich.
    Allerdings hatte ich jetzt für die Wintertransferperiode jetzt nicht sehr viel erwartet. Wann haben wir überhaupt in dieser Phase groß investiert? Die wirklich guten Spieler sind im Winter eben schwierig zu bekommen. Also hätten mich die kolportierten Transfers, auch schon ob der aufgerufenen Summen, schon ziemlich überrascht.

    Was natürlich drin gewesen wäre, wären Verstärkungen für die Breite. Also Transfers der Kragenweite eines Tasci oder Wagner, die ich auch heute noch für o.k. befinde. Aber diese Besessenheit von einem kleinen Kader wird sich in diesem Verein wohl nicht mehr so schnell ändern.

    Um zur Ausgangsfragestellung zu kommen: Eine Niederlage für Salihamidzic? Wäre mir zu krass formuliert. Empfinde ich nicht so.
    Worauf es ankommen wird, ist die nächste Sommertransferperiode. Da muss Brazzo liefern und sich daran messen lassen.
    Und das wird wahrscheinlich ein sehr bewegter Sommer werden, in mancherlei Hinsicht.

  10. Große Trainer können einen großen Kader mit Stars moderieren. Weniger erfahrene Trainer brauchen einen kleinen Kader, um sich wohl zu fühlen. Soviel zu Kovac.

    Punkt 2: dass die Transfer-Winterpause genutzt wurde, um Brazzo in der Öffentlichkeit Profil zu geben, ist so offensichtlich wie zweischneidig, weil dadurch viel Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht.

    Ich könnte mit beiden Punkten als Neustart-Konsequenzen leben, wenn dahinter eine klare Philosophie bei der Personalplanung steckt. Die sehe ich aktuell nur bei Hernandez (da hier die Chance besteht mit Pavard, Süle und Kimmich eine neue Generation in der Vereidigung aufzubauen). Der Rest scheint mir Trend getrieben und das ist für einen großen Verein ein Alarmzeichen.

    Eine Elf aus talentierten, jungen physisch und technisch starken Spielern konnten wir in der Schlussphase gegen Leverkusen bewundern. Kovac hat bereits Probleme, gestandenen Spielern ein Rollenverständnis zu geben. Als Übungsleiter von (teuren) Edel-Talenten sehe ich den Verein komplett auf dem Holzweg.

    Zumal bei der ganzen Diskussion der aktuell vermutlich beste Spieler der Bundesliga Hazard überhaupt keine Rolle spielt. Sollte der BVB ihn verpflichten (was der logische Schritt wäre) sind wir bei völlig verkehrten Vorzeichen angekommen: Der neue deutsche Meister kauft die etablierten Stars der Bundesliga während wir über dem halben Erdball krampfhaft versuchen, Talente zu finden um zu beweisen, dass wir auch ein „Näschen“ haben?

    Ich bevorzuge Transfers wie damals James – ruhig, still, ein Superstar geschickt verhandelt. Was gerade passiert ist keine Niederlage für Brazzo aber ein Schnellzug, der auf dem falschen Gleis gerade Fahrt aufnimmt und dessen neue Zugführer das völlig falsche Ziel vermittelt bekommen haben. Noch ist Zeit den Zug auf die richtige Spur zu setzen.

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    1. AntwortsymbolSteilpass Atletico Seite 04.02.2019 - 16:09

      Guter Kommentar!

      “Ich könnte mit beiden Punkten als Neustart-Konsequenzen leben, wenn dahinter eine klare Philosophie bei der Personalplanung steckt”

      Die Philospohie der Personalplanung ist meiner Meinung nach jene, dass man einerseits einen Sportdirektor installiert, der mit Herz aber leider wenig Verstand arbeitet und andererseits hofft (wie du schon treffenderweise beschrieben hast) mit jungen, neuen (teuren) Spielern das aktuelle Mannschaftsgefüge aufzubrechen.

      Ich hoffe wirklich, dass sich in den nächsten Wochen/Monaten eine andere Strategie abzeichnet!

  11. Für mich stellt sich hier die Frage nach der Erwartungshaltung. Meines Wissens verfügte Brazzo bei seinem Amtsantritt über keinerlei (=null) Erfahrung in seinem neuen Aufgabenbereich. Und jetzt verhandelt er allem Anschein nach alleinverantwortlich 45-Mio-Deals mit den abgezockten Profis von Chelsea und soll den Prozess in der Öffentlichkeit auch noch professionell kommunizieren? Come on!

    Irrsinnig an der ganzen Sache ist nur die Idee, diesen Mann als Sportdirektor des FC Bayern zu installieren. Ich bin absolut dafür, Leute “aus dem eigenen Stall” an die Aufgaben heranzuführen und auf die Nachfolge von UH und KHR vorzubereiten. Das geht – jedenfalls nicht bei der gegebenen Vorqualifikation – aber doch nicht in leitender und alleinverantwortlicher Funktion! Klingt hart, aber wir sprechen hier auch über einen 700-Mio-Konzern und nicht über einen Bezirksligisten.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
  12. Bei all euren Meinungen (und das fehlt mir auch in den Kommentaren der MSR Redaktion ) bleibt ein aus meiner Sicht elementarer Punkt unberücksichtigt.
    Für welchen Fußball steht der Verein mit welchem Übungsleiter in den kommenden 3-5 Jahren ( Vertragslaufzeit)
    Als Spieler stelle ich mir drei Fragen:
    1. Wieviel Kohle gibt es
    2. Wie oft werde ich spielen
    3. Welche Erfolge kann ich erreichen

    Eventuell fällt dem ein oder anderen noch ein, wie kann ich mich verbessern und meinen Marktwert steigern und dann kommt wieder 1 und 2.

    Und diese keyfacts bestätigt Dir jeder Berater.

    Warum sollte also heute ein junger Spieler der Potenzial besitzt zu Bayern wechseln ?
    Sane hat damals erklärt er wechselte eben zu MC weil gerade Guardiola dort Trainer ist.

    Die Position von Brazzo ist meiner Meinung nach kompliziert, oder weiß er wer nächstes Jahr Trainer ist ? Mein Favorit Luis Enrique oder doch der jetztige Trainer der den FCB an die Zukunft des Fußballs anpassen will ?
    Aktuell könnte mich der FCB als freier Spieler nicht dauerhaft überzeugen.
    Ich bin ja froh dass z.B. Kimmich auf der 6 nicht konstant spielt, sonst wäre er in der nächsten Transferperiode weg, siehe 1,2,3.
    Ich denke das ist auch der Hauptgrund warum „Granaten“ gar nicht mehr in das Beuteschema des FCB passen.
    Wenn aber Luis Enrique oder Zinedine Zisane als Coach aufschlagen, sieht das anders aus. Aber solche Alpha Tiere passen leider nicht zum Präsidenten

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. So einfach ist es nun auch wieder nicht. Einer der wichtigen keyfacts ist – Wer ist/wird der Trainer und wofür steht er.
      Nimm dir als Beispiel einen James – Ein Ancelotti will ihn unbedingt. Dann kommt ein neuer Trainer und er sitzt draußen.
      Warum ist ein James zum FCB gekommen? Weil da ein gewisser Ancelotti Trainer war. Und wann will er im Sommer weg? Wenn da ein gewisser Kovac weiter Trainer ist.
      Und auch diesesn Kriterium wird bei vielen Spielern eine Rolle spielen.
      Es gibt viele Spieler, die in ihrer Karriere das ein oder andere Trainerproblem schon hatten und da sehr genau hinschauen, wer denn in dem neuen Verein das Sagen hat.
      Und in Zeiten der international aufgestellten Mannschaften und der entsprechend gut vernetzten Spieler wird man auch auf diesem Weg seine Erkundigungen einziehen und unter Umständen auch davon seine Entscheidung mit abhängig machen..

      1. @Anton:
        Spekulation deinerseits, oder hat James das so irgendwo formuliert?

  13. Gerade gelesen, dass Bayern, wenn die Verpflichtung von Hernandez nicht klappt, auch an Upamecano interessiert wären. Soll allerdings ne Ausstiegsklausel von 100 Mio. haben…

    Aber generell finde ich die beiden franz. Innenverteidiger, also Upamecano und Konate, sehr interessant!! Beide sehr schnell, technisch gut ausgebildet und Schränke vor dem Herrn.
    Sollte man auf dem Radar haben!!!

  14. […] Mannschaft zwischenzeitlich stabilisieren. Nach der Winterpause sollte dann mit neuen Kräften (auch im personellen Bereich, die dann jedoch ausblieben) durchgestartet und angegriffen werden. Die ersten beiden Spiele gegen Hoffenheim und Stuttgart […]

  15. Na ja, jetzt kommt spätestens Fiete Arp vom HSV für 2,5 Mio Ablöse und Jahresgehalt 5 Mio/4Jahre….zumindest laut Hamburger Medien.

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