FC Bayern: Zwei Spiele, zwei Kurzeinsätze – Grund zur Sorge bei Tom Bischof?
Den Sommer verbrachte Tom Bischof im Gegensatz zum Großteil seiner deutschen Teamkollegen entspannter. Der WM-Schmach entgangen, konnte sich der ehemalige Hoffenheimer voll auf die kommende Saison mit dem FC Bayern konzentrieren.
Dadurch entstand die besondere Situation, dass das Mittelfeldtalent unter anderem auf der Asien-Tour eine sehr prominente Rolle auf dem Platz und auch in der Vermarktung daneben bekam. Das rief allerlei Spekulationen auf den Plan, wie groß seine Rolle tatsächlich werden könnte.
Nun steht allerdings nach zwei Pflichtspielen eine erstmal ernüchternde Bilanz zu Buche. Jeweils waren es die 86. und 95. Minute, in denen der mittlerweile erfahrene Bundesliga-Profi ran durfte. Zeit für einen bleibenden Eindruck gibt es da wenig. Jetzt stellt sich die Frage, inwiefern Bischof vor der nächsten Saison zittern muss – oder ob die „Bischof-Time“ erst im Verlauf der Spielzeit zur Geltung kommt.
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Kompany kündigt nötige Rotation beim FC Bayern an
122 Tage sind es noch bis zur ersten und einzigen Pause der Saison. In diesem Zeitraum spielt der FC Bayern 22-mal, also im Schnitt alle fünf Tage. Bereits in dieser Woche treten die Münchner unter der Woche im Pokal an. Ein Arbeitspensum, das durch die aufgeblähte Champions-League-Ligaphase enorm ist.
Passend dazu sprach Vincent Kompany auf Nachfrage, warum Jonathan Tah gegen den VfB nicht in der Startelf stand, davon, dass Rotation zum festen Plan der Bayern gehört. Gleichzeitig verwies er auf die frühe Belastung der Spieler.
Daher ist es zumindest bisher kein Wunder, dass Bischof, der die gesamte Vorbereitung inklusive der dazugehörigen Reisestrapazen hinter sich hat, vielleicht noch nicht zum Einsatz kommt. Seine Zeit könnte in den nächsten Spielen erst so richtig beginnen.
Trotzdem könnte es auch sein, dass das Trainerteam um Kompany zunächst seine Stamm-Doppel-Sechs aufbauen will. Besonders im Zentrum ist es wichtig, dass Abläufe und Abstimmungen funktionieren, da ansonsten große Lücken entstehen können.
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Schwierige Konkurrenz auf seiner Position
Der gebürtige Amorbacher hat zudem eine schwierige Ausgangslage auf seinen angestammten Positionen. Auf der Sechs wartet neben dem etablierten Aleksandar Pavlovic auch der sehr einflussreiche Joshua Kimmich.
Ein eingespieltes Mittelfeldduo, das aus zwei Weltklasse-Optionen besteht. Eine Chance auf einen dauerhaften Platz in der Mittelfeldzentrale müsste sich der Youngster also durch sehr herausragende Leistungen verdienen. Was niemals ausgeschlossen ist, aber doch außergewöhnlich wäre. Dazu wartet hinter ihm der 18-jährige Sapoko Ndiaye, der sich mit großen Schritten in Richtung erste Mannschaft entwickeln konnte.
Auch auf den Ausweichpositionen ist die Konkurrenz riesig. Auf der Zehn stehen mit Jamal Musiala, Ismael Saibari und Lennart Karl oder sogar Michael Olise mehrere Top-Optionen zur Verfügung.
Auf der Linksverteidigerposition, auf der der Mittelfeldspieler im vergangenen Jahr überzeugen konnte, scharren ebenfalls schon mehrere Spieler mit den Hufen. Alphonso Davies, der jetzt endlich wieder angreifen will, und Nathaniel Brown sind dort ebenfalls Optionen. Zumal auch Konrad Laimer und Josip Stanišić dort aushelfen können.
Insgesamt ist die Konkurrenz dieses Jahr in München außergewöhnlich groß, der Kader ist auf vielen Positionen ausgeglichener als in den Vorjahren. Egal, wo der 21-Jährige spielen will: Die Leistungen müssen stimmen, denn sonst kommt der Nächste, der es besser macht. Insgesamt also eine schwierige Situation für den Deutschen.
Wie groß war seine Rolle wirklich?
Zumal bei der Personalie Bischof in der Öffentlichkeit vielleicht auch unrealistische Erwartungen geschürt wurden. Die Aussicht, ihn teilweise als Stammspieler beim deutschen Rekordmeister zu sehen, war trotz seiner starken Vorbereitung unrealistisch.
Denn es stimmt, dass er eine präsente Figur der Vorbereitung war. Allerdings lag das wohl eher an der dünnen Personaldecke des FC Bayern aufgrund der verlängerten WM-Urlaube der meisten Leistungsträger.
Bischof überzeugt dennoch – und das schon seit seinem Wechsel. Gute Leistungen sind bei einem Verein wie dem FC Bayern allerdings noch kein klares Alleinstellungsmerkmal. Dafür sind vor allem seine Hauptkonkurrenten Pavlović und Kimmich zu gut. Heißt das jetzt aber, dass die Saison des Mittelfeldspielers eine Enttäuschung wird? Auf keinen Fall.
Was kann Bischof von der Saison erwarten?
Die Rotationsmaschine wird auch vor dem jungen Bischof keinen Halt machen. Die Spiele werden kommen, in denen ihm auch ein Platz in der Startelf winkt. Immerhin steht er in der Mittelfeldrotation wohl auch an dritter Stelle vor Ndiaye. Dass Pavlović oder Kimmich Pausen benötigen, ist nicht ausgeschlossen.
So könnte schon unter der Woche im DFB-Pokal wieder ein Startelfeinsatz folgen. Die Gegnerqualität sollte auch auf anderen Positionen Wechsel ermöglichen. Bischofs erstes Ziel muss nicht der unrealistische Stammplatz sein, sondern am Ende im Mittelfeld ungefähr auf die Minuten zu kommen, die Leon Goretzka letzte Saison hatte – also knapp über 2.000. Es geht darum, sich schon einmal in Position zu bringen, um potenziell einen der beiden Mittelfeldspieler zu beerben.
Sollte es bei Kimmich aufgrund des Alters zu einem Leistungsabfall kommen oder Pavlović doch mal wieder verletzungsbedingt ausfallen, muss er seine Chance nutzen. Dieser Leistungsschritt ist ihm auch zuzutrauen. Bereits im vergangenen Jahr konnte er Qualitäten zeigen, die ihn hervorheben. Besonders sein sehr starker Abschluss aus zentraler Position blieb in Erinnerung, aber auch seine Pressingresistenz im Aufbau.
Die Zukunft könnte also noch einmal rosiger werden als die Gegenwart. Doch auch in dieser Saison dürfte seine Einsatzzeit nicht zu knapp ausfallen. Trainer Kompany betonte bereits in der Vergangenheit des Öfteren, dass er eine sehr positive Meinung zu dem jungen Spieler hat. Grund zur Panik gibt es also noch lange nicht. Bischofs Zeit wird kommen. Alles andere wäre bei seinen Fähigkeiten eine Überraschung.



