Round-Up: Das kleine Triple ist perfekt

Maurice Trenner 09.07.2020

Aktuelle Themen

Allgemeines

Diverses Donnerwetter | 11Freunde
Durch die Black-Lives-Matter-Proteste ist auch in Deutschland ein Lernprozess zum Thema Rassismus angestoßen worden. Es wird deutlich, dass Rassismus nicht nur ein Thema der “rechtsradikalen Ecke” ist, in welches es lange geschoben wurde. Rassismus geht uns alle an. Zu empfehlen sind dafür die Bücher von Alice Hasters und Tupoka Ogette, die es ebenfalls als Hörbücher gibt. Eine wichtige Erkenntnis daraus ist, dass rassistische Verhaltensweisen weitaus größere Teile unserer Gesellschaft betreffen, als meist angenommen wird, weil sie nicht nur explizit und offensichtlich, sondern gerade auch implizit und strukturell rassistische Handlungen umfassen. Das spiegelt sich auch in unserer Sprache wieder. In einer dänischen Studie wurden Fussballkommentare untersucht, wie häufig sich dort rassistisches Verhalten feststellen lässt. Das Ergebnis legt nahe, dass auch im Fußball noch viele Verhaltens- und Denkweisen abtrainiert werden müssen oder alternativ auch in den Kommentatorenboxen nicht mehr überproportional viele weiße Männer sitzen sollten. Auch unsere Redaktion wird in Zukunft noch stärker darauf achten, die Eigenschaften und Fähigkeiten von Spielern unabhängig von deren Erscheinungsbild zu bewerten. | Dennis

Still loving Pizarro | 11Freunde
Es ist ein leiser Abschied durch die Hintertür – ohne Einsatz in der Relegation und ohne Fans im Weserstadion. Nach 511 Einsätzen mit 199 Toren in 20 Jahren geht die Ära Claudio Pizarro in der Bundesliga zu Ende. Nur wenige Spieler werden nicht nur zum Publikumsliebling einer Fankurve sondern einer ganzen Liga. Der sympathische Peruaner schaffte jedoch genau das und spielte sich in Münchner sowie Bremer Herzen. Lieber Claudio, ich hoffe wir sehen dich, in welcher Funktion auch immer, bald wieder. Bis dahin! | Maurice

Männermannschaft

Das erste Interview von Leroy Sané als Bayern-Spieler | FC Bayern
Sanbry |Socrates Magazin
Es ist vollbracht! Leroy Sané wird das rote Bayern-Trikot tragen und das bereits zur nächsten Saison. Für die vereinseigene Website darf der Flügelstürmer seine Floskeln los werden. Ein großer Grund für seinen Transfer war wohl auch Hansi Flick – der Mann kann einfach mit jedem gut Kirschen essen. Das Socrates Magazin blickt ein bisschen genauer hin und lobt die Münchner für eine tolle Verpflichtung. The hype is real! | Maurice

Hasan “Brazzo” Salihamidzic: Der größte Gewinner der Bayern-Rückrunde | web.de
Am Anfang waren die Witze, doch mittlerweile lacht (fast) keiner mehr – außer ihm. Spätestens in dieser Saison hat sich Sportdirektor Salihamidzic etabliert. Unser Autor Steffen nennt in seiner Kolumne für web.de den Bosnier sogar den Gewinner der Rückrunde. | Maurice

Dieses Finale tat weh | ZEIT ONLINE
Pokalsieger Wolfsburg und Bayern: Jetzt das Triple? | SZ
Hansi-Flick: Mit einem Kniff macht der Bayern-Trainer sein Team unberechenbar | FOCUS Online
Wie ist das Pokalfinale 2020 einzuordnen? Darüber zerbrechen sich Oliver Fritsch für die Zeit sowie die SZ-Sportredaktion im Podcast den Kopf und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während die SZ die beste Saisonleistung der Bayern gesehen hat, stellt Fritsch die Schwächen des Rekordpokalsiegers in den Vordergrund. Die Wahrheit liegt wie so oft irgendwo dazwischen, wie unser Autor Justin in seiner Kolumne für den FOCUS schreibt. Er sieht vor allem die neue Variabilität im Bayern-Spiel als größte Stärke unter Flick. | Maurice

Karl-Heinz Rummenigge: FC Bayern hakt Havertz-Transfer vorerst ab | Sport1
Vorstandschef Rummenigge hat Sport1 ein großes Interview gegeben, das durchaus lesenswert ist. Darin geht es um Financial Fairplay (wie immer), die Verpflichtung von Sané (natürlich) und einen Transfer von Havertz (wie könnte es anders sein). Zumindest Letzteres scheint für diesen Sommer vom Tisch. Der von Leverkusen aufgerufene dreistellige Millionenbetrag ist für den Rekordmeister nicht stemmbar, so Rummenigge. | Maurice

Javi Martínez: Der Abräumer verlässt den FC Bayern | Süddeutsche
Nach Informationen der SZ verlässt Javi Martínez im Sommer den FC Bayern. An dieser Stelle könnte man gar nicht genug Worte verlieren – über den Mensch Javi, das Triple 2013 und was alles mit einem gesunden Martínez möglich gewesen wäre. Die gesamte Miasanrot-Redaktion hat Pipi in den Augen und hofft, dass der Baske in den letzten Champions-League-Runden nochmals seinen Moment hat: Eine Grätsche, ein Ablaufen oder einfach nur dieses bezaubernde Lächeln. | Maurice

Liverpool kurz vor Thiago-Deal? | 90PLUS
Nachdem die Sané-Saga nun vorbei ist, steht Bayern-Fans die nächste unendliche Geschichte bevor. Die Vertragsverlängerung von Thiago, die laut Medienberichten bereits kurz vor der Vollendung stand, scheint mittlerweile fast ausgeschlossen. Nun beginnt das große Spekulieren. Der neue englische Meister Liverpool wird dabei von der spanischen Sport in den Ring geworfen. | Maurice

Niklas Dorsch: Der zweite Thiago für die Bundesliga | Cavanis Friseur
Dorsch oder nix? Jeder Ballbesitzverein der Welt leckt sich alle zehn Finger nach einem Spieler mit dem Profil von Thiago, pressingresistent in der Offensive und eine Pressingmaschine in der Defensive. Für den Fall, dass der Spanier die Säbener Straße tatsächlich verlassen wird, hat Hasan Salihamidzic die “Ähnliche-Spieler-Suche” bei StatsBomb oder SmarterScout sicher schon angeworfen. Ilja Degenhardt hat in seinem Artikel für Cavanis Friseur bereits einen Spieler mit einem sehr ähnlichen Profil gefunden, dessen Name Salihamidzic sicher geläufig ist. Als Zugabe liefert Ilja auch noch einen statistischen Vergleich von Niklas Dorsch mit seinem ehemaligen Mittelfeldpartner in München. Im Gegensatz zu Dorsch wird Adrian Fein voraussichtlich bereits zur neuen Saison zurück in den Verantwortungsbereich von Salihamidzic wechseln. | Dennis

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Frauen, Amateure & Basketballer

Trainer und Spieler der Saison | FC Bayern
Auszeichnungen satt für die Überraschungsmeister der dritten Liga. Die Zweitvertretung der Münchner wird für eine starke Saison neben dem Titel auch noch individuell geehrt. Otschi Wriedt, der mit 24 Treffern auch Torschützenkönig wurde, bekam 42 % der Stimmen. Ein schönes Abschiedsgeschenk für den Torjäger, der nach Holland wechselt und daher auch die letzten beiden Saisonspiele verpasste. Der vor der Saison durchaus kritisch betrachtete Sebastian Hoeneß wurde sogar mit 64 % der Stimmen bedacht.

Nach dem letzten Saisonspiel wurden die frisch gebackenen Meister noch ausgezeichnet: Wriedt als bester Spieler und Hoeneß als bester Trainer.
(Foto: Alexander Scheuber/Getty Images for DFB)

Hoffenheim an Bayern-Juwel Batista Meier interessiert | 90PLUS
Laut einem Bericht des Kicker bemüht sich die TSG Hoffenheim um Oliver Batista Meier. Der Offensivallrounder, der im Juni sein Bundesligadebüt feierte, hat eine wechselhafte Saison hinter sich, konnte in der 3. Liga nicht immer überzeugen. Womöglich ein Schritt, der ein Jahr zu früh für ihn kommt.

Fan-Themen

Reaktion auf die Antwort des DFB auf unseren Offenen Brief | Club Nr. 12
Der offene Brief des Club Nr. 12 zur Verlegung des Pokalfinals an den DFB wurde beantwortet, aber nicht mit dem erhofften Ergebnis. Nicht nur bei der DFL, auch beim DFB lautet die oberste Maxime die Saison trotz Corona so zeitnah wie möglich zu Ende zu bringen. Eine Verschiebung, um Zuschauer beim Spiel zu ermöglichen, ist damit nicht vereinbar. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Prioritäten in der kommenden Saison zwischen den Interessen der Vereine, der Gesundheitsämter, des Verbands und der Fans verteilen werden. | Dennis

Saison-Update

Amateure

Trotz Niederlage beim FCK: Bayern 2 holt den Titel | TZ
Für den FC Bayern bot sich in Kaiserslautern eine vielleicht einmalige Chance. Durch einen Sieg gegen den einstigen Rivalen konnte die Meisterschaft perfekt gemacht werden. Bei den Amateuren fehlten Wriedt und Köhn, die bereits bei Wilhelm II unter Vertrag stehen. Den Münchnern fehlte so ein Zielstürmer. So sah das Spiel gefällig aus, aber die Elf von Sebastian Hoeneß blieb ohne echte Chance. Als kurz nach Wiederbeginn der zweiten Halbzeit Feldhahn einen Aussetzer hatte, schien die Meisterschaft doch noch verloren. Doch durch den Sieg von Meppen (4:3 gegen Braunschweig) und durch das 2:2 zwischen Halle und Würzburg blieb es beim Titelgewinn – trotz einer 0:1-Niederlage. Der erste für eine Amateurmannschaft seit der Einführung der dritten Liga 2008. | Christopher

Aktuelle Miasanrot-Artikel

[EN] Fan-spiration: “A perfect balance of local culture and global reach” | Katrin

Einwurf: Willkommen zurück, Boa! | Katrin

[EN] A Long Way From Home | Natasha

Double! Bayern besiegt Leverkusen 4:2! | Daniel

Leroy Sané: Gelingt ihm in München der Schritt nach ganz oben? | Justin

[EN] Mailbag Roundtable: July 2020 | Maurice

♥ Artikel teilen

»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

Du willst Miasanrot Supporter werden?

Anzeige
King Coman Hands of God
  1. Der ZEIT Artikel ist sehr interessant. Der verlinkt nämlich auf ein Interview von Lahm mit El Pais, in welchem er sich über Phonzy äußert. Das ist vom 17.06. bislang kannte ich dies aber nicht. Wörtlich sagt er: “Davies tiene un talento extraordinario, físico y técnico. Pero se formó en Canadá y estamos atentos a su evolución táctica.”

    https://elpais.com/deportes/2020-06-17/lahm-alemania-ha-demostrado-que-habia-soluciones.html

    Das heißt: “Davis hat ein außergewöhnliches Talent, physisch wie technisch. Aber er wurde in Kanada ausgebildet und wir kümmern uns noch noch um seine taktische Entwicklung”. Er impliziert also, Davies habe noch abzustellende taktische Defizite.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Hat Thomas Müller ja auch in seinem Roadrunner-Interview angesprochen, daß er seine Stellungsfehler dann durch seine Geschwindigkeit wieder gutmacht.

  2. Bei manchen zweifle ich mittlerweile am klaren Denken.

    Im August werden jeweils in einem Turnier die CL und die EL zu Ende gespielt.
    Anfang September finden die ersten beiden Länderspiele der Nations League statt.
    Im Zeitfenster August/September soll die nächste Bundesligaspielzeit und die erste Pokalrunde beginnen.
    Ob und wann durch die Politik wieder Zuschauer zu den diversen Spielen zugelassen werden, weiß zur Zeit keiner.

    Da macht es dann natürlich unheimlich Sinn, das Pokalendspiel der Saison 19/20 zu verlegen, bis wieder Zuschauer zugelassen sind.
    Offenbar haben einige immer noch nicht begriffen, dass die Zulassung von Zuschauern nicht von DFB oder DFL sondern von der Politik bestimmt wird.
    Wie einfach solche Dinge sind, hat man doch am Beispiel von Frankreich gesehen. Da hat die Politik mal kurz das Ende der Spielzeit BEFOHLEN. Da wurde kein Verband, kein Verein, ein Fan, keine UEFA gefragt.
    Aber wenn der Club Nr 12 das will, dann wird selbstverständlich das Berliner Parlament sofort zusammenzucken und sofort Zuschauer zulassen, wenn es dem Club und dem DFB genehm ist.

    Antwortsymbol7 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ja, das ist schon lustig. Die Ultras halten sich echt für die richtigen, wichtigen und wahren Fans, nach denen sich alle anderen gefälligst richten müssen. Dabei kommen auch genug Zuschauer ins Stadion, wenn die Ultras nicht da sind und hren Dauersingsang, der unabhängig vom Spielgeschehen läuft, durchziehen (wobei mir gerade bei Geisterspielen dieses sinnlose Gesinge nun als allerletztes gefehlt hat). Aber leider sind sie auch nicht so konsequent und wenden sich vom Kommerz-Fussball ab. Streng genommen dürften sie dann auch nur noch zum Altherren-, Kreisklasse- oder Jugendfussball gehen, denn selbst in der Kreisliga werden ja schon Siegprämien, Handgelder für Wechsel usw. gezahlt. Natürlich auf einem relativ niedrigem Niveau, aber selbst in der Kreisklasse kann man schon zwischen 100 und 500 Euro pro Monat verdienen. DIe Kommerzialisierung ist also auch dort angekommen.

      1. Ich könnte mir vorstellen, dass keiner dieser Club 12 – Schlauberger auch nur einen Cent auf eine Vorhersage wetten würde, wann und in welchem Umfang denn die Politik Zuschauer zulässt.
        Sie können sich ja mal beim Präsidenten von Union Berlin schlau machen, wie das so ist, wenn man glaubt, dass der Herr Gesundheitsminister sowieso nichts zu sagen hat. Und bautz waren die Zuschauer ausgesperrt.

        Im Moment gehen in verschiedenen Ländern die Zahlen wieder hoch – Auswirkungen ???

    2. @Anton und Herrispezial

      Ich frage mich, warum man immer gleich alles verurteilen muss. Zu allererst solltet ihr euch damit zurecht finden, dass im C12 nicht nur Ultras zu Hause sind, sondern das dort verschiedene Arten von Fans sich zusammengeschlossen haben ;)

      Und warum die Geisterspiele durchgeführt werden müssen, bzw. mussten ist ja auch schon diskutiert und erklärt worden.

      Aber was ist daran so schlimm, wenn man damit gewartet hätte ? Schreibt die aktive Fanszene einen Brief passt es anscheinend einigen nicht, werden Spruchbänder gezeigt, wird aufgrund des Inhaltes gleich das Taschentuch geholt, egal wie man es macht, es passt ja einigen nie ;)

      Wenn du schon mit der Kreislige anfängst @Herrispezial, kann ich auf die Ultras in Hannover verweisen, die damals aufgrund eines Streits mit Kind nur noch die Amateure von Hannover supportet haben und den Spielern hat es sehr gefallen ;)

      Ja, auch dort ist es kommerzieller geworden, aber nicht überall ;) Ab und an findet man einen Fleck, wo sie vorbei gekommen ist, aber von dort weitergezogen ist. Gleichzeitig wird aber z. B. in Hopps Heim darüber gejammert, dass der FCB ihre Talente abwerben würde usw. Was dort aber auch bei kleineren Vereinen praktiziert wird :D Made my day. Auch provoziert Hopp mal wieder Dortmund und keiner schreit auf, bis ein Spruchband wieder auftaucht :D

      @Anton, wenn die Zahlen überall hochgehen, dann wird es auch in Portugal spannend, ob überhaupt die CL gespielt werden kann ;)

      Aber die wird, so wie ich die UEFA kenne, durchgezogen, ohne wenn und aber ;)

      1. @M1900: Mir geht es vor allem um die Ultras. Ich meine, das auch im Text geschrieben zu haben.

        Ansonsten ist schon klar, dass die Kommerzialisierung nicht in jeder Kreisligamannschaft angekommen ist – aber eben doch in vielen. Und ich sympathisiere durchaus mit dem Gedanken, dass man die Kommerzialisierung generell in unserer Gesellschaft thematisiert. Aber ich halte den Fussball dafür als sehr schlecht geeignet, weil man auf diesen Bereich relativ schnell ohne Probleme verzichten kann. Das ist in anderen gesellschaftlichen Feldern anders – und dort schadet die Kommerzialisierung den dort beschäftigten Menschen viel mehr als im Fussball.

        In Hannover sind die Ultras inzwischen aber auch wieder im Stadion – und interessanterweise sind sie oft genug vom Rest des Stadions ausgepfiffen worden, wenn sie mal wieder “Kind-muss-weg” skandiert haben. Sie sind eben anscheinend doch nicht diejenigen, die die Mehrheit der Fans hinter sich haben – und stimmungstechnisch sind m.E. Ultras ohnehin mit dem Dauersingsang völlig überflüssig. Und der durchschnittliche Zuschauer geht auch nicht ins Stadion, weil dort “Folklore” herrscht und viele Fans in Kutten, voller Fanmontur usw. sind. Sie wollen schlicht und ergreifend unterhalten werden. Und die Unterhaltung findet zuallererst auf dem Rasen statt. Und Stimmung kommt auch so auf, wenn das Spiel es hergibt.

        Was mich im Kern an den Forderungen und Positionen der Ultras stört, ist, dass sie wirklich glauben, dass sie für den Fussball essenziell sind – das sind sie eben nicht. Aber es gehört inzwischen in unsere Zeit, dass jeder kleine gesellschaftliche Gruppe laut rumschreit, um gehört zu werden und dafür dann gerne den Rest der Gesellschaft ignoriert.

      2. @Herrispezial

        Das ist richtig, nur hat dein Text den Anschein erweckt, dass du der Meinung bist, dass der Club Nr. 12 nur aus Ultras bestehen würde.

        Das habe ich mit meinem Kommentar richtig stellen wollen :)

        Das die Kommerzialisierung bei vielen Kreisligamannschaften angekommen ist, stimmte ich zu und ich bin auch gerne für eine Diskussion von Kommerzialisierung in der Gesellschaft zu haben. Jedoch muss man zur Gesellschaft auch den Fußball zählen, da er wie kaum ein anderes Hobby so stark darin verwurzelt ist.

        Hannover:

        Ja, in Hannover sind auch die Ultras ausgepfilffen worden, die Frage ist nur, ob man das Treiben von Kind, dass den Verein auch schon in schwierige Situationen hinterfrägt oder eben nicht. Das machen halt viele Fans nicht und deswegen, so vermute ich es, kam es zu den Pfiffen. Es beschäftigt sich auch kaum jemand damit. Genauso wie, sich kaum jemand außer der Schickeria mit Kurt Landauer beschäftigt hat. Ansonsten würde man ihn kaum, bzw. leider nicht kennen. Zu deiner Behauptung, dass ein durchschnittlicher Zuschauer, der ins Stadion geht, nicht auf die Stimmung achtet, möchte ich wie folgt erwidern:

        Stimmungsvolle und laute Stadien möchte auch die DFL und der DFB, weil man sie damit auch gut vermarkten kann. Auch ist es für viele Zuschauer schöner, wie hier auch viele angemerkt haben, wenn “Bambule” im Stadion ist. Die Geisterspiele waren sicherlich fußballerisch auf hohem Niveau, aber ich habe schon die Stimmung vermisst. Es ist halt auch in der Relegation was anderes, wenn die Mannschaften eine Vielzahl von Fans begleitet. Aber auch die Behauptung, dass Unterhaltung auf dem Rasen nur noch stattfindet, sehe ich nicht mehr so. Was mir immer mehr auffällt, bzw. aufgefallen ist, dass immer mehr Zuschauer während dem Spiel auf ihr Handy schauend, dem Spiel lustlos beiwohnen. Da frage ich mich, warum muss ich andauernd am Handy hängen, wenn ich zum Fußball gehe ? Klar, ein kurze Nachricht beantworten oder kurz schauen, machen viele, aber die ganze Zeit nicht aufs Spiel zu gucken, ist schon eine Farce. Warum ist man denn dann überhaupt im Stadion ?!

        Deine weitere Behauptung, dass die Stimmung von selbst aufkommt, teile ich nicht, denn man hat es z.B. bei Spielen der “Mannschaft” gesehen, dass dort null, komme null Stimmung selbst aufkommt. Das Problem ist, das könnte ja peinlich sein, mal was anzustimmen oder man hat einfach keine Lust, sich zu beteiligen. Das kann jeder selbst entscheiden, hat aber für den DFB massive äußerliche Auswirkungen, mit denen der Verband immer noch kämpft.

        Zu deinem letzten Satz möchte ich anmerken, dass ich der Meinung bin, dass die Ultras nicht der Meinung sind, dass der Fußball ihnen gehöre. “Der Fußball gehört allen”, so hat es die Vorsitzende, Helen Breit von Unsere Kurve gesagt. Das stimmt, aber es sagt auch aus, dass der Fußball weder nur Investoren, Verbänden usw. gehört. Das wird jedoch immer so dargestellt. Die Fans und damit meine ich nicht nur die Ultras sind aus meiner Sicht auch öfters mal übergangen worden, bei Entscheidungen, die sie betreffen. Das war damals nicht immer die richtige Entscheidung und der Verband namens DFB hat es ab und an auch zähneknirschend eingesehen.

        Abschließend braucht die Liga auch die stimmungsvollen Fans, um das Produkt besser vermarkten zu können. Somit sind sie schon sehr wichtig. Denn ohne Kurven => kaum Choreographien, kaum Aktionen usw.

        Zu guter Letzt, frage ich mich, warum hier die Meisterschaft der Amas so geringe Ressonanz erfährt. Das macht mich persönlich erhlich gesagt ein wenig traurig. Die Amas gehören auch zum Verein nicht nur die Profis ;)

      3. @M1900: Nein, ich wollte nicht den Club Nr. 12 so hinstellen. Das ist möglicherweise falsch rübergekommen. Mich stört halt eher, dass es in vielen Stadien ca. 5-10% der Fans gibt, die glauben, für die gesamte Fanszene sprechen zu können/dürfen. Das ist m.E. nicht der Fall. Deswegen das Beispiel Hannover. Und dass die Leute sich nicht damit befassen, mag ja sein. Aber man darf auch nicht außer Acht lassen, der Hannover 96 vermutlich ohne Kind gar nicht dorthin gekommen wäre, wo sie waren. Noch vor wenigen Jahren haben die Europapokal gespielt. Und das haben die Leute eben auch im Kopf.

        Dass die Fans immer mal wieder übergangen wurden – dem würde ich durchaus zustimmen. Die Frage ist halt, wo die Grenze ist: was sollen und dürfen Fans mitbestimmen und was nicht? Wenn es um Fankultur geht, sollte man mehr zuhören. Ich finde z.B., dass man in Sachen Bengalos durchaus vernünftige Lösungen finden könnte. Aber Beleidigungen wie die gegen Hopp sind halt einfach mal völlig daneben und da braucht man dann hinterher auch nicht mehr nach Argumenten suchen, warum man das macht. Er recht nicht, wenn man sich dann noch in der Anonymität versteckt. Und da müssen dann halt mal alle vortreten, die das auch Scheiße finden. Ist aber nicht geschehen, sondern eher noch gedeckt worden. Und an solchen Aktionen erkennt man m.E. schon, dass es offensichtlich Gruppierungen gibt, die glauben, dass der Fussball ihnen (und eben doch nicht allen) gehört – auch weil es zu wenig Gegenwehr gibt. Ich fürchte nur, dass in der Sache inzwischen von beiden Seiten zuviel Porzellan zerschlagen wurde und es zu keiner guten Lösung mehr kommen kann. Und wer sich mit Konfliktschlichtung/-bewältigung auskennt, weiß, dass es ab einer bestimmten Eskalationsstufe immer einen Verlierer geben wird, weil der Konflikt anders nicht mehr zu lösen ist. Und ich weiß auch schon, wer der Verlierer sein wird, weil die Machtverhältnisse zu klar sind und es keine Solidarität der Masse mit dem Verlierer geben wird (die die Sache noch einmal kippen lassen könnte).

        Was die Stimmung angeht: Selbst beim “Operettenpublikum” des FCB gibt es Stimmung im Stadion, wenn es um etwas geht. Dann steht das ganze Stadion in wichtigen Spielen in der CL oder Liga. In der N11 ist das immer etwas schwieriger, weil die a) seltener spielt, b) häufig unwichtige Freundschaftsspiele hat und c) die wirklich wichtigen Spiele meist nicht zu Hause hat (weil EM/WM eben woanders stattfinden). Und Fussball funktioniert auch so. Singsang, Stehplätze und Plakate sind schöne Folklore, aber das “Produkt” an sich verkauft sich auch ohne all das ganz gut, wenngleich DFL, DFB und Co. das sicherlich noch lieber dabei hätten. Aber man kann auch darauf verzichten, wie man am Beispiel UK sieht.

        P.S. und disclaimer: Ich finde die Diskussion mit Dir spannend, weil ich immer wieder versuche, die Position der Ultras/Fangruppierungen zu verstehen (ein ehemaliger Arbeitskollege von mir steht einer Ultra-Gruppierung sehr nahe) und dabei immer wieder auch etwas lerne. Wobei ich – zugegebenermaßen – einige Argumente dann nicht mehr nachvollziehen kann (wie z.B. das Verteidigung von Beleidigungen, illegale Aktionen, Deckung von Tätern), da mir die Positionen mitunter deswegen so radikal erscheinen, weil man sich auf Seiten der Fangruppierungen/Ultras zu stark emotional involviert und deswegen verrennt. Zugleich weiß ich durchaus zu schätzen, dass genau diese Leute häufig dafür sorgen, dass rechte Tendenzen in der Kurve zum Glück sofort unterbunden werden. Insofern ist mein Verhältnis da auch immer etwas ambivalent.

      4. @M1900: Meine Meinung bezüglich Handy-Nutzung:
        Viele Leute gehen auch deshalb ins Stadion, weil es eben im Trend ist und man andere damit beeindrucken kann. Deshalb müssen fleißig Fotos gepostet werden, die von anderen dann wieder kommentiert werden etc. Das ist vielen Leuten eben wichtiger als die Realität. Geh mal in ein Restaurant und schau, wie viele Leute ihr Essen fotografieren. Das gleiche kann man auf vielen Konzerten beantworten. Zuschauer, die die Hälfte des Konzerts durch ihr Handy sehen, weil sie meinen, alles aufnehmen und gleich an die Mitwelt verschicken zu müssen, sind keine Seltenheit mehr. Hier lobe ich mir die amerikanische Band Tool. Auf deren Konzerten herrscht Handyverbot. Sieht die Security jemanden beim Filmen oder fotografieren, kann das Handy konfisziert werden bzw. man wird gezwungen, die Fotos zu löschen. Jeder Fan bekommt mit seinem Ticket Zugriff auf die qualitativ hochwertigen Fotos und Videos, die professionelle Fotografen während des Konzerts im Auftrag der Band machen. Zu deren Konzerten kommen im Übrigen auch bis zu 10.000 Menschen. Trotzdem wäre das beim Fußball natürlich ungleich schwerer umzusetzen. Es gibt mittlerweile aber immer mehr Künstler, die die Fans mit Ansagen während des Konzerts gezielt darauf ansprechen, das Konzert zu genießen und “live” anzuschauen. Vielleicht wären ein paar sarkastische Kommentare durch den Stadionsprecher und ein Aufruf durch einen lustigen Spot mit den Spielern vor dem Spiel ein Weg, um zumindest ein paar Leute darauf hinzuweisen, wie absurd es eigentlich ist, wenn man eine Menge Geld für ein Ticket zahlt bzw. jemandem, der das Spiel gerne genießen möchte, das Ticket wegkauft und man dann lieber auf sein “Ersatzhirn” glotzt. Ich denke, dass könnte bei einigen schon was bewirken, vor allem wenn der Rest des Publikums nach so einer Durchsage laut klatscht und den handyglotzenden Nachbarn, mit blöden Kommentaren eindeckt.

  3. „ Was mir immer mehr auffällt, bzw. aufgefallen ist, dass immer mehr Zuschauer während dem Spiel auf ihr Handy schauend, dem Spiel lustlos beiwohnen. Da frage ich mich, warum muss ich andauernd am Handy hängen, wenn ich zum Fußball gehe ? Klar, ein kurze Nachricht beantworten oder kurz schauen, machen viele, aber die ganze Zeit nicht aufs Spiel zu gucken, ist schon eine Farce. Warum ist man denn dann überhaupt im Stadion ?!“

    Das ist richtig.

    Aber wenn Du im Stadion Biest und das beobachtest dann müssen das ja alles Leute in der SK sein.

    Oder gehst Du mit Teleskop ins Stadion um zu beobachten?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Mit dem Absenden deines Kommentars erklärst du dich einverstanden, unsere Community Guidelines zu beachten.