Miasanrot Leaks: Folge 2

Alexander Trenner 10.07.2020

Alles begann mit einer Bemerkung von Chris.

Kai Havertz

Chris: Chelsea will angeblich die 100 Mio. für Havertz zahlen

Alex: Ganz im Ernst? Wenn Chelsea Havertz haben und Havertz auch dorthin gehen möchte, soll er ruhig. Die Bayern müssen auch nicht jeden Spieler haben. 

€100m ist sowieso ridiculous.

Chris: Du musst aber auf der anderen Seite auch an den Umbruch in der Offensive denken.

Lewa ist 32, Müller wird 31.

Redrobbery: Aber 100m, dafür wird man auch in den kommenden Jahren noch Toptalente bekommen.

Justin: Havertz ist aber ein Talent, das du in der Form vielleicht alle 5-8 Jahre kriegst.

+ Heimatvorteil + Nationalspieler

Alex: Stimmt, aber ich halte Havertz immer noch nicht für einen potenziellen Ersatz für Lewandowski, tut mir leid. Ein Abschlussstürmer sieht für mich einfach anders aus. Ersatz für Müller vielleicht. Aber da wird sich doch sicherlich noch jemand anderes finden. Der Markt ist riesig und es gibt einen stetigen Nachschub von unten.

Justin: Von einem potenziellen Nachfolger für Lewy sollte man sich verabschieden, will man exakt diesen Spielertyp kopieren. Wird es nicht geben.

Wie schon bei Gomez zu Mandzukic und Mandzukic zu Lewy wird sich auch das Offensivspiel dann ändern.

Alex: Ja, Lewandowski ist der eine Spieler im gesamten Kader der Bayern, der so nicht zu ersetzen sein wird. Der Mann bringt einfach zu viele Sachen auf zu hohem Niveau gleichzeitig mit.

Und zu Havertz: So what? Fußball ist doch ein Mannschaftssport. Für mich wird die Bedeutung des individuellen Talents i. Allg. überschätzt.

Justin: Wer Havertz in dieser Saison regelmäßig verfolgt hat, dürfte gesehen haben, was für ein Riesentalent er ist. Der Anspruch der Bayern sollte sein, dieses Talent irgendwie spätestens 21 an sich zu binden. Andernfalls hat man was verschlafen. Ist halt leider so. Klar gibt es auch Spieler wie João Felix, aber glaubt ernsthaft jemand, dass Bayern ein Talent dieser Kategorie aus dem Ausland in die Bundesliga bekommt? Wenn wir von Inlandstalenten reden, war das letzte Talent der Kategorie Havertz wahrscheinlich Götze vor fast 10 Jahren.

Alex: 1. Ein Talent ist in erster Linie ein Versprechen. Das muss nicht immer gut ausgehen. Siehe Götze.

2. Talent ist immer individuell. Man kann auch sehr attraktiven und erfolgreichen Fußball mit einem hervorragend orchestrierten Kollektiv von Fußballern der Güteklasse Goretzka oder Tolisso spielen. Ich wiederhole mich: Fußball ist ein Mannschaftssport.

3. Kein Spieler ist jedes Geld wert. Für €100.000.000 muss schon was kommen.

4. Leistung ist auch immer eine Frage der Motivation und der Lebenszufriedenheit. Wenn Havertz eigentlich lieber ins Ausland gehen würde, weil er glaubt, dass er dort glücklicher wird oder mehr erreichen kann, ist es vielleicht nicht ideal, wenn er dann eher widerwillig bei den Bayern landet.

Justin: Zu 1: Dann darfst du keinen Spieler mehr verpflichten. Risiko gehört dazu und so wie es richtig war, damals Götze zu holen, wäre es jetzt richtig, Havertz zu holen. Ausnahmetalent mehrerer Generationen und Lückenfüller für die kommenden Baustellen. Insbesondere für Müller der perfekte Ersatz.

4: Mit dem Argument hätte Bayern vermutlich keinen Spieler in den letzten Jahren geholt. Zumal wir gar nicht wissen, was Havertz will. Das ist mir zu hypothetisch.

Fußball mag ein Mannschaftssport sein, aber es liegt weiterhin an der Klasse deiner Spieler, ob du erfolgreich bist oder nicht. Das individuelle Talent ist extrem entscheidend und ohne dieses Talent hast du kaum Chancen, Titel im Profifußball zu holen. Bei den Bayern reicht dieses Talent sogar zum größten Teil aus, um ein Double zu gewinnen (siehe vor allem letzte Saison). 

Unersetzlich ist dennoch nicht mal Lewandowski. Er ist gemeinsam mit Alaba, Thiago und Neuer zwar der Spieler, der am schwersten zu kompensieren wäre, aber Bayern hat es gerade auf der Stürmer-Position immer geschafft, seine hochkarätigen Abgänge durch eine Änderung der Spielweise zu kompensieren. Das sollte im Angriff keine allzu große Krise erzeugen.

Du tust so, als wären Goretzka und Tolisso untalentiert. Mit Verlaub: 17 Bundesliga-Klubs zeigen dir den Vogel.

Das ist auf nationaler Ebene mehr Talent, als die meisten je haben werden.

Alex: Ich: “Dieser Juni ist vergleichsweise regnerisch.”

Du: “Du tust so, als wenn wir hier gerade in monsunartigen Wasserfluten ertrinken.”

Merkste selbst.

Bei der Stürmerfrage gebe ich dir allerdings recht. die Bayern haben es bisher immer noch in jeder Saison geschafft, einen konkurrenzfähigen Sturm auf die Beine zu stellen, der auch mit guten Namen besetzt war. Das wird ihnen auch in der Zukunft weiter gelingen.

Justin: Du sagst „von der Güteklasse“ Tolisso und Goretzka. Ich sag: Wegen dieses Mittelfelds wird kein Trainer CL-Sieger, aber viele deutscher Meister. That’s the difference. Du brauchst individuelles Talent, um die CL gewinnen zu können. National bist du eh enteilt.

Mit der Einschränkung, dass es eben stark auf das restliche Talent im Team ankommt.

Wenn du im Angriff drei Spieler mit dem Talent von Mané, Salah und Firmino hast, dann agree, dann brauchst du dahinter keine absolute Weltklasse, um mit guter Taktik erfolgreich zu sein. Aber ganz ohne dieses Ausnahmetalent geht es halt nicht. Es geht darum, dieses frühzeitig zu erkennen, auch wenn es mal versteckt ist. Und es ist weder überschätzt, noch unwichtig.

Um zurück zum Thema zu kommen: Es geht doch 0,0 darum, dass die Zukunft von Havertz abhängt. Es geht darum, dass hier was versäumt wird, wenn es nicht klappt. So ein Talent kommt nicht mal eben alle zwei Jahre um die Ecke und geht zum FC Bayern. Vergiss es.

Alex: Ok, fair enough. Aber wie viel Qualität ist genug? Gibt es einen oberen Sättigungspunkt, oberhalb dessen jede weitere Steigerung nur noch Geldverschwendung wäre? Mir erscheinen die Bayern gerade auch ohne Havertz auf CL-Niveau mehr als konkurrenzfähig.

Woran misst man einen Bayern-Trainer?

Alex: Und zu deiner Aussage “national bist du eh enteilt”: Ich stimme dir zu. In den Medien wird Flick gerade mit viel Anerkennung dafür gelobt, dass er nach nur einem halben Jahr im Amt schon das Double geholt hat. Zu Kovač wird immer gesagt, dass er ja “immerhin” das Double mit den Bayern gewonnen hat (in Gedanken: so schlecht kann er also gar nicht sein).

Ich halte beide Aussagen für ziemlich aussagelos, weil mit den Bayern im Rahmen der aktuellen Kräfteverhältnisse, wie sie sich in der Bundesliga darstellen, auch ein halbwegs kompetenter Frischling von der Hennes-Weisweiler-Akademie auf Anhieb dass Double gewinnen würde.

Ich drehe das mal um. Wenn es ein Trainer nicht schafft, mit den Bayern das Double zu gewinnen, das wäre eine Aussage.

Justin: Ganz so ist es aber auch nicht. Kovac war schon ein besonders unpassender Trainer. Warum hat er trotzdem das Double geholt? Weil die Mannschaft sich ein halbes Jahr lang zusammengerissen hat. Nur funktioniert das eben nur auf nationaler Ebene. Es soll ja damals ein Treffen des Teams ohne Kovac gegeben haben, bei dem man gemeinsam entschieden hat, quasi trotzdem alles zu geben. Auch weil es von den Bossen eine Ansage gab: Kein neuer Trainer. Dass es dann so klappt, ist auch ein Zeichen dafür, wie schwach die nationale Konkurrenz im Vergleich zu Bayern ist, denn wirklich überragend waren sie auch in der Rückrunde nicht. Deshalb: Nicht jeder holt das Double mit den Bayern, aber es sollte der Anspruch sein.

Alex: Damit gibst du mir ja umso mehr recht, Justin. Die Bayern würden sogar ohne Trainer das Double gewinnen.

Ergo: Es ist gemäß deiner Logik eine Null-Leistung des Trainers, wenn es die Mannschaft unter seiner Regie schafft.

Justin: Damit unterstellst du mir Dinge, die ich nie gesagt habe. Aber nochmal: Die Probleme unter Kovac waren offensichtlich. Das Double unter ihm und das unter Flick könnten gar nicht unterschiedlicher sein in der Bewertung, gerade weil ich eine Saison nicht an dem messe, was hinten rauskommt, sondern an dem Weg dorthin. Die Situation mit Kovac war speziell. Nochmal hätten sich die Spieler nicht so zusammengerissen. Das war die Ausnahme und nicht maßgeblich das Verdienst des Trainers, sondern einer einmaligen Atmosphäre, geschaffen durch das „Nein“ der Bosse zu einem neuen Trainer und den Ehrgeiz der Spieler.

Und deshalb ist es auch schwierig zu sagen: Jeder Trainer wird mit Bayern Meister. Richtig ist: Es ist schwer, nicht Meister zu werden. Aber Kovac hätte es geschafft, da bin ich mir sicher.

Eine Null-Leistung ist es trotzdem nicht. Als Komplettpaket hat Flick sogar eine 90-Leistung (wenn man so will) erbracht, bei der eine Entwicklung zu erkennen ist, die bemerkenswert ist. Und hier geht es halt nicht nur um das Double, sondern vor allem um das Wie.

Alex: Schade, jetzt fühle ich mich missverstanden. Ich halte Flick auch für einen hervorragenden Trainer und ich bin froh, dass er bei den Bayern in Amt und Würden ist und würde mir Stand jetzt auch keinen anderen wünschen, aber seine Qualität ausgerechnet mit dem Doublegewinn zu belegen, ist für mich schlicht Banane. 

Und Justin, ich unterstelle dir nichts. Was denn? Für mich klingt das eher so, als wären wir uns sowieso einig. Das Wie ist entscheidend. Wie die Mannschaft spielt, ist Ausweis von Flicks Qualität, nicht dass zufällig gerade er im Amt ist, wenn die Bayern wieder einmal die Meisterschaft gewinnen.

Justin: Natürlich ist es Banane, das am Doublegewinn festzumachen. Genau das habe ich ja gerade versucht, zu erläutern. Sowohl Lob als auch Kritik sollten nicht ausschließlich anhand von Ergebnissen geäußert werden. Ich sage sogar: Nicht mal zum größten Teil.

Redrobbery: Zur Trainerdiskussion: Wir sind hier zum Glück alle glaubwürdig genug, um Flick (anständig dosiert) zu loben. Denjenigen, die Kovač nach dem Double in den Himmel geschrieben haben, schenke ich hingegen keine Aufmerksamkeit in diesem Bereich. Aber wir, als Spielbeobachter statt Ergebnisleser, durften uns ja einig sein, dass die Spielanlage unter Flick eine ganz andere und viel nachhaltigere ist.

Justin: Tobi auf dem hohen Ross. Love it. ♥️

Redrobbery: Bei Kovač wie schon bei Carlo konnte man die Probleme schon nach 4 Monaten riechen. Selbst wenn die Ergebnisse passten, war das immer nur individuell erzwungen. Klar ist Flick (noch) kein Gott, aber er hat fast aus dem Nichts eine Mannschaft geschaffen, die über 65 Minuten beinahe jedes Spiel dominiert.

Wie wichtig ist Talent?

Redrobbery: Ich finde die Nennung von “Mané, Salah und Firmino” insofern relevant, als dass sich die Bayern jeden der drei vor 3-4 Jahren hätten leisten können. Von denen war auch niemand mit Anfang 20 in den Joao’schen Sphären, wo das Versprechen in Beine mehr kostet als jegliche Steine.

Justin: Wobei es bei Firmino nicht ganz so absehbar war tbf. Der war vorher schon ein guter Kicker, aber hätte den jemand zu Bayern geschrieben?

Firmino auch ein typisches Bundesliga-Beispiel, wo Bayern halt fischen kann und muss.

Redrobbery: Das war bei allen dreien nicht absehbar. Mane war 2015(?) nicht viel überzeugender als Costa. Salah galt als gescheitert, weil er bei Chelsea nichts brachte.

Und ich hätte das Geld für Firmino damals auch nicht ausgegeben. Stehe ich weiterhin zu. (Wen hätte er verdrängen sollen?)

Justin: Ich sag ja nicht: Bayern wird ohne Havertz keine tolle Offensive zusammenkriegen, mit der sie Chancen auf die CL hätten.

Alex: Leute, ich gewinne den Eindruck, ihr denkt zu sehr entlang aussagenlogischer Kategorien wie “immer dann, wenn” oder “nie, wenn nicht”.

Die Bayern können nicht nur unter der Bedingung die Champions League gewinnen, dass sie Kai Havertz holen bzw. wenn sie Kai Havertz nicht holen, heißt das nicht, dass sie keine Chance haben werden, die Champions League zu gewinnen.

Ihr müsst viel mehr in Wahrscheinlichkeiten und Kontexten denken.

Bleiben wir beim Beispiel des attacking trident von Liverpool: An allen drei Karrierewegen von Firmino, Mané und Salah kann man doch prima erkennen, wie wichtig für die Entwicklung und Leistungsfähigkeit eines Spielers auch solche je individuellen und kontextspezifischen Faktoren wie Trainer-Spieler-Fit, Spieler-Spieler-Fit, Spieler-System-Fit usw. sind. Es hätte in allen drei Fällen auch ganz anders kommen können.

Das individuelle Talent eines Spielers ist nur einer von vielen Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit, dass er einschlagen und zu einem richtigen Topathlet seiner Sportart wird, zweifelsfrei erhöhen. Aber es ist auf keinen Fall der einzige und sehr großes Talent ist auch keine conditio-sine-qua-non für eine große Entwicklung oder Erfolg (individuell und der Mannschaft).

Redrobbery: Ich bin da voll bei dir. Muss ich auch, weil ich die Galacticos noch miterleben durfte, die trotz der Anhäufung von (bewiesenem) Talent jedes Jahr kurz vor dem Ausscheiden gegen Robert Kovač und Hasan Salihamidzic standen.

Meine Position bei Havertz gerade ist ähnlich, wie sie bei De Bruyne war. Talent ist da, Kaderraum eher weniger. Finanziell liegt die Ablöse so an der Grenze, dass ich kein ultimatives Urteil für eine Seite aussprechen könnte.

Bei De Bruyne kann ich mich nachträglich als Idiot bezeichnen, ist bei Havertz in drei Jahren vielleicht auch so. Für mich sind die Gründe gegen den Transfer aber legitim genug, um eine solche Entscheidung zu akzeptieren.

Justin: Das ist ja das Schöne am Fußball: Er ist so komplex, dass beides wahr ist: Individuelles Talent entscheidet ebenso wie Trainertalent und noch einige andere Faktoren. Aber meine Aussage ist ja, dass du, wenn du die CL gewinnen willst, ein enormes individuelles Talent brauchst. Das hat Liverpool. Schau mal, wie viel Geld die rausgehauen haben. Die Lovestory, wie Klopp einen Underdog formte, ist eben auch eine Geldfrage.

Beispiel: die Bayern haben de Bruyne damals verpennt und in meinen Augen war das ein Fehler. Aber sie haben auch ohne ihn existieren können. So ist das halt.

Alex, nur eine Anmerkung: Dein ganzer Absatz beginnt mit der Aussage zu Havertz. Das hat doch niemand hier behauptet? Das verstehe ich nach wie vor nicht. Deine Aussagen in diesem Absatz und meine stehen ja nicht mal im Widerspruch.

Redrobbery: Für mich ist und bleibt Havertz in der jetzigen Konstellation ein Kann, aber kein Muss. Würde er noch 1-2 Jahre bei Bayer bleiben, wäre die Sache sicherlich eindeutiger. Den Vorteil von früher, dass Bayern einen solchen Spieler per “Vorkaufsrecht” für 35m kaufen könnte, gibt es leider nicht mehr.

Justin: Ich finde übrigens auch, dass ein Jahr Leverkusen und dann Bayern perfekt wären.

Zum jetzigen Zeitpunkt muss man das aber so versuchen. Andernfalls ist er halt leider weg.

Redrobbery: Vielleicht müssen wir auch in ein paar Jahren eingestehen, dass Flick recht hatte und wir Werner statt Sane hätten holen sollen.

Justin: Wenn das passiert, bin ich mehr als ratlos. Aktuell mMn nicht absehbar, weil Werner schon erhebliche Mismatches mit dem Spielstils des FC Bayern hat.

Redrobbery: Witzigerweise ist der einzige Muss-Transfer eines Talents genau der, der in die Hose gegangen ist. Götze würde ich jeden Tag wieder verpflichten in der damaligen Situation.

@justin: Findest du es nicht teilweise beruhigend, dass Brazzo international orientiert ist? Wer Nianzou (den Namen muss ich immer noch googeln) und Hernandez überzeugen konnte/wollte, der kann doch auch den italienischen Havertz finden. Diese extreme Abhängigkeit von der Bundesliga sehe ich zurzeit nicht.

Außer natürlich, wenn du Havertz als eine solche Granate einschätzt, dass es auch international auf Jahre nichts Vergleichbares geben wird.

Justin: Ja, und Salihamidzic ist eine der größten Fehleinschätzungen meiner Bloggerkarriere.

Es beruhigt mich tatsächlich, was derzeit alles passiert und ich bin deshalb auch nicht extrem enttäuscht, sollte Havertz nicht kommen. Ich sehe in dem Jungen aber etwas, was ihr vielleicht (noch) nicht seht und glaube ernsthaft, dass er der perfekte Müller-Ersatz sein kann, wenn der dann in 2-3 Jahren geht oder gegangen wird. Deshalb wäre es schade. Die Bayern werden es aber auch so hinbekommen. Da habe ich keine Zweifel.

Alex: Nein, Justin, wir sind uns einig. Ich hatte bei dir nur das Gefühl gewonnen, du würdest das individuelle Talent von Kai Havertz in der Frage verpflichten oder nicht über alles stellen und wollte deiner Ansicht etwas temperierendes entgegensetzen.

Du sagst ja selber, de Bruyne nicht zu holen war ein Fehler, aber es ging dann auch ohne ihn recht manierlich weiter. Word! Stimme dir vollkommen zu. Und so wird es auch bei Kai Havertz sein (obwohl ich zugebe, dass du mir den Mund schon verdammt wässrig gemacht hast).

Im übrigen kann ich dein Gefühl vollkommen nachvollziehen. Ich kenne das auch, dass ich das Gefühl habe, ich müsste etwas unbedingt haben und mich da regelrecht reinsteigere. 

Dann kaufe ich es aus irgendwelchen Gründen nicht – und das Leben geht trotzdem weiter.

Und ich bin SO FROH, dass Werner nicht zu den Bayern gekommen ist. Ihr habt da ja was Taktik und so angeht einen besseren Blick als ich, aber wenn ich jemals die Aussage “passt nicht zum Spielsystem” so richtig 100% zutreffend fand, dann im Fall Werner. (Duckundweg)

Justin: Bei Werner sind wir uns einig. Hatte ich ja auch mehrfach so geschrieben und gesagt. Er hat sich unter Nagelsmann zwar sehr entwickelt. Aber es passt mMn einfach nicht.

Redrobbery: Am Ende des Tages (Kalle) wissen weder wir noch die Zuständigen, wie sich diese Spieler entwickeln. Für mich war Mané damals auch nur ein besserer Ibrahima Traore. Hätten die Bayern die Entwicklung erahnt, hätte Kalle sicherlich die letzten 10m locker gemacht. Manchmal passt das Gefühl, manchmal nicht.

Salihamidzic, das Scouting und die Transfers

Alex: Und dann weißt du immer noch nicht, ob er bei den Bayern auch funktioniert hätte.

Apropos Salihamidzic: Ich habe mal eine allgemeine Frage zum Scouting und der Anbahnung einer Verpflichtung:

Wie viel davon liegt eigentlich konkret beim Sportdirektor oder, im Fall von Bayern, bei Salihamidzic? Salihamidzic wurde in den Medien und von den Fans ja immer zerrissen, weil er keine guten Transfers auf die Reihe bringen würde. Jetzt wird er allerorten in den Himmel gehoben, weil er Nianzou, Sané usw. an die Isar gelotst hat (das wollte ich immer schon mal schreiben 😂).

Ist das eigentlich in beiden Fällen gerechtfertigt? Wie Laufen Scouting und Vertragsanbahnung bei einem Fußballverein in der Realität ab? Sitzt da vielleicht ein Team von Fachexperten, die den ganzen Tag Spieler beobachten, Medien studieren und mit Beratern telefonieren, oder macht das tatsächlich alles der Sportdirektor selbst?

Redrobbery: Das macht er hoffentlich nicht alles selbst. Für mich klingt das bei Bayern immer wie eine Art dreistufiges System. Die Scouts finden einen Spieler (oder jemand anders findet ihn und schickt die Scouts los), danach prüft ihn Brazzo und abschließend diskutiert die Elefantenrunde (KHR, Kahn, Brazzo, Trainer etc.) das aus und findet einen Konsens.

Gibt sicherlich auch andere Varianten (gerade von Seiten der Agenten werden die Bayern bestimmt oft angesprochen). Aber ich hoffe stark, dass Brazzo nicht 10 Stunden am Tag bei Youtube hängt.

@justin Unsere Kritik an Brazzo war aber völlig berechtigt, sie zielte ja fast nur auf seine medialen Auftritte ab. Die waren grauenvoll und sind seitdem gefühlt stark verringert. Und bei Hudson-Odoi hat er einfach verkackt. Gehört zum Geschäft, war damals nur viel zu öffentlich.

Alex: Dann ist es ja eigentlich total falsch, Salihamidczic gerade für die Errungenschaften in diesem Bereich entweder alleine zu kritisieren oder zu loben. Man sollte seine Leistung eigentlich eher an dem messen, für was er genuin verantwortlich ist bzw. was alleinig in seinen Aufgabenbereich fällt. Beziehungsweise man sollte das sportlich verantwortliche Gesamtpaket bei den Bayern für gute oder schlechte Transfers und Transferpolitik kritisieren oder loben, also inklusive KHR, Kahn und wer da sonst noch alles mitentscheidet.

Ich z.b. würde zur Kernkompetenz eines Sportdirektors seine Fähigkeit zur Außendarstellung zählen, vielmehr als seine Leistung bei Transfers. Und da war Salihamidczic gerade am Anfang noch extrem ausbaufähig. Inzwischen nehme ich ihn in der Öffentlichkeit allerdings nicht mehr so war. Taucht er eigentlich noch vor Kameras auf? Oder macht das inzwischen alles Kahn?

Redrobbery: Ist sicherlich zu früh, ihn in den Himmel zu loben. Nur, verglichen mit den Befürchtungen der ersten Monate, sind die letzten Transfers sehr ordentlich und kreativ. Alles Weitere zeigt sich in den nächsten Jahren.

Man musste zwischendurch ja wirklich zittern, ob Bayern nicht 110m für Ante Rebic und Kevin Vogt ausgibt…

Alex: Tja, die Leute, die einen Rebic oder Jovic verpflichtet haben, haben garantiert auch geglaubt, dass seien Mega-Talente. 🤷🏻‍♂️

Justin: Ich muss sagen, dass ich ihm auch fachlich nix zugetraut habe und besonders das falsch war.

Alleine loben geht nirgends im Fußball. Nicht mal beim Platzwart.

Salihamidzic trägt aber die Verantwortung, weil fast alles über seinen Schreibtisch geht. Das heißt, er delegiert. Und entweder macht er das eben gut oder nicht. (Oder irgendwo dazwischen.) Mittlerweile finde ich, dass er das gut macht und auch öffentlich kürzer tritt (dafür hat er ja jetzt auch Kahn), was dem Klub gut tut.

Und intern ist sein Einfluss auf Transferentscheidugen groß, wie ich hörte. Dass Werner, Pepe, Vogt und Rebic nicht kamen, lag auch an ihm. Dass Hernández und Pavard gut passen, ist auch ihm zu verdanken.

Er hat einen Plan und eine Idee. Er war meines Wissens nach übrigens auch damals nicht im Team Kovac bei der Verpflichtung, sondern pro Tuchel oder ebenbürtige Alternative.

Was allein vom Fußball her ja zu dem passt, was man sich erwartet.

Brazzo darf jetzt (ohne Hoeneß) – so mein Eindruck – freier entscheiden und er kann seine Ideen, die er definitiv hat (dass Bayern aktuell wieder mehr den Eindruck macht, dass man nach Plan handelt, ist auch sein Verdienst), freier umsetzen. 

Was ich aber auch höre: Er hat einen (zu?) großen Einfluss auf den Jugendbereich, wo sich viele wünschen würden, dass Sauer mehr und freier entscheiden darf, weil der wirklich klasse ist, gut mit vielen im Klub kann und fachlich was drauf hat. Zu viel geht über Brazzos Tisch, was an sich vielleicht normal klingt, letztendlich aber auch zu Problemen führt oder führen kann.

Redrobbery: Ist sehr schade, dass man da keine klare und harmonische Trennung der Kompetenzen hinbekommt. Andererseits auch nicht einfach, da eine eindeutige Linie zu ziehen, ohne völlig zerstückelt zu arbeiten.

Externe Kommunikation und medialer Stellenwert des Fußballs

Alex: @justin: Danke für deine sehr qualifizierten Ausführungen zu Salihamidzic.

Apropos Kahn: Der muss an seiner Außendarstellung auch noch arbeiten. Als Fernsehexperte, wenn er impromptu auf kurze Fragen kurz etwas lustiges antworten konnte, war er gut. Jetzt, wenn er sich in Talkshows oder vor der Kamera am Spielfeldrand etwas ausführlicher am Stück zu Bayern-Themen äußern muss, finde ich seine langatmige, von äähs und ständigen Verzögerungen im Sprechen durchzogene Art doch sehr anstrengend. Ich muss mich immer ziemlich konzentrieren, um ihm zu folgen und gedanklich nicht abzuschweifen, weil er so unendlich langsam ist. Als Kahn z.b. vor einigen Wochen bei Sky90 war, zum Einschlafen! Boah, war das zäh.

Redrobbery: Kommunikation und Darstellung von Inhalten sind im Fußball sowieso grauenvoll. Ich freue mich, wenn KHR mal ein schriftliches Interview gibt, da findet man wenigstens echte Inhalte. Sonst ist das fast immer irgendwo zwischen Lippenbekenntnis und leere Hülsen (die beherrscht Kalle ja auch gut).

Alex: Damit hast du am Ende des Tages recht.

Aber Rummenigge ist schon ein ziemlicher Kommunikationsprofi, das muss ich ihm lassen. Er hat zwar seinen Satz an Lieblingsfloskeln, aber wenn er vor die Kameras tritt, dann haben die gesprochenen Sätze in aller Regel einen Anfang und ein Ende und was dazwischen liegt ergibt einigermaßen Sinn und hat oft auch noch einen gewissen Informationsgehalt.

Nur wenn man sich das mal genauer überlegt, so ganz aus medialer und kommunikativer Sicht, ist das Fußballbusiness eigentlich schon ziemlich pervers. Da wird ein mediales Aufhebens von nationaler Tragweite um ein paar Brocken Inhalt und sonst viel Luft von irgendwelchen Leuten gemacht, die jeden Tag vor die Kameras treten mit der verzweifelten Aufgabe, am nächsten Tag nicht mit irgendwelchen in großen Lettern aufgemachten Wortfetzen in der Presse aufzutachen, wenn sie auf die immer gleichen und völlig belanglosen Fragen nach Spieler X und Transfer Y antworten, als wenn es bei dem, was sie da sagen und protokolliert wird, regelmäßig um Krieg und Frieden ginge und die Sicherheit der Nation auf dem Spiel stünde. 

Und dabei ist es doch nur Fußball. 🤷🏻‍♂️

Redrobbery: Und zugleich sind die Akteure, die täglich mit Millionenbeträgen jonglieren und ständig mit international hochrangigen Funktionären im Austausch sind, PR-mäßig und fast moralisch gezwungen, ihr Handeln stets im Kontext der Leidenschaft und der Fanliebe zu präsentieren. Eine einfache Aufgabe ist das nicht.

Ein KHR war als Vorsitzender der ECA der Vertreter von geschätzt 10 Milliarden Euro Jahresumsatz, sollte dabei aber stets so auftreten, als wäre er der 1. Vorsitzende beim FC Buxtehude und würde gerade diskutieren, ob die Bratwurst nun 1,20€ kosten darf. Da kann nur Grütze rauskommen, wenn es einem nicht egal ist.

Alex: Das ist mir bisher noch nicht aufgefallen. Ich finde es eher irgendwo zwischen anstrengend und belustigend – mit deutlicher Tendenz zu anstrengend – wie sehr sich jeder einzelne Verantwortliche stets wie ein Aal windet, um ja nicht auch nur irgendwie annähernd Gefahr zu laufen, irgendetwas mit Substanz, mit wirklichem, echtem Informationsgehalt, von sich zu geben. Stattdessen wird gesponnen und fabuliert und irgendwas erzählt, um ja nicht auch nur einmal nur ein handfestes Wort zur Vereinspolitik, zur Strategie, zu den Zielen für die nächsten Jahre, zu den sportlichen Ambitionen, zu der finanziellen Situation usw. (take your pick) von sich zu geben. 

Dass sich die Leute besonders bemühen würden, ihren Fans Honig um den Bart zu schmieren, ist mir aber bisher wirklich noch nicht aufgefallen. Na klar, die üblichen Floskeln und Beteuerungen, aber das geht doch im allgemeinen Grundrauschen des großen Nichts unter, oder?

Und bezüglich KHR und FC Buxtehude: Ja, diese Leute sind eben in der Wolle gefärbte Vereinsrepräsentanten. Da klappt der Switch zur Verbandsebene mit dem Blick für das große Ganze nicht immer so einfach. Seifert ist für mich ein Beispiel dafür, wie man das gut macht.

Redrobbery: Ist alles mMn sehr ineinander verwoben. Ein gutes Beispiel dafür waren die Reaktionen auf Klinsis wirtschaftliche Analyse des Herthakaders – macht sicherlich jeder Verein intern, kannst du offenbar aber keinem erzählen. Aber du hast Recht, etwas mehr Weitblick könnte es auch ohne Fandistanz sein.

Und ja, im Vergleich mit dem Dauerstolpern der DFB-Spitzen ist Seifert eine Wohltat.

Alex: Ja, dieses Protokoll von Klinsmann war für mich gefühlt das unverstellteste und substanziellste Zeitdokument, was ich seit langem, vielleicht jemals, aus dem Profifußballs kommend gesehen habe.

Redrobbery: Wenn sowas in 2020 wirklich revolutionär sein soll, dann sorge ich mich um die betroffenen Vereine.

Macht auch jeder Fan am Stammtisch, wenngleich nicht so strukturiert. Wir streichen Ulreich und Martinez auch aus Alters- und Kostengründen aus unseren Kaderplanungen, der einzige Unterschied ist die Wortwahl.

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»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Edelreservist mit Talent

    Justin: Du sagst „von der Güteklasse“ Tolisso und Goretzka. Ich sag: Wegen dieses Mittelfelds wird kein Trainer CL-Sieger, aber viele deutscher Meister. That’s the difference.

    Bei Arsenal sitzt ein Edelreservist auf der Bank der a)deutsch kann b) den Trainer gut kennt c) der Trainer ihn gut kennt und d) sich noch einmal beweisen will. Ich würde diesen Spieler für die kommende Saison ausleihen mit einer Kaufoption und 1/3 seines Gehaltes übernehmen.

    Können wir da etwas verlieren?

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Besagter Edelreservist mag ja noch nicht mal die 12%-Corona-Solikürzung seines jetzigen Vereins hinnehmen.

    2. Sorry das ist der Lacher des Tages.
      Wenn es nach der Prämisse ginge wie zerstöre ich Teamgeist und Mentalität am schnellsten dann wäre dieser Spieler perfekt. Dieser Spieler wird nie wieder für einen top ten Club spielen

    3. Ich hoffe hoffe hoffe, dass Du Xhaka meinst. Sonst suche bitte ärztlichen Rat. ;-)))

      1. Denke nicht das Flick Xhaka gut kennt.
        Dann bleibt eigentlich nur einer…..denn der dritte ist IV.

      2. Sead Kolasinac?

  2. Interessant

    Havertz
    Ja er ist ein top Talent und man sollte grundsätzlich versuchen ihn zu verpflichten. Merkwürdigerweise hat keiner den Kontext zu den zzt für den Kader wichtigeren Vertragsverlängerungen von Thiago und Alaba.
    Dies hat jetzt mMn absolute Priorität vor einem Havertz Transfer. Wenn es um begrenzte finanzielle Resourcen geht ( geht es immer) muss man Prioritäten setzen. Der FCB hat den Rahmen in Sars Cov-2 Zeiten neu gesetzt und damit ist Realität das Havertz jetzt nicht gekauft werden kann. Wie es aussieht wenn beide nicht verlängern wollen und man sie zu anständigen Ablösen verkaufen könnte bleibt abzuwarten und ist viel zu spekulativ.

    Mir fällt auf das die von exzellenten Unternehmerpersönlichkeiten geprägten Clubs wie Real und Liverpool sich offensichtlich ähnlich restriktive vom worst case gedachte finanzielle Rahmen gesteckt haben.

    Im Gegensatz dazu Clubs die von opportunistisch geprägten Charakteren geführt werden wie Chelsea MUFC Inter. Wobei bei Chelsea die punter Mentalität des Commodity traders von Abramovich und Tenenbaum jetzt klar zum Vorschein kommt.
    Sie sind überzeugt jetzt antizyklisch zu guten Preisen in einem verunsicherten Markt hohe Qualität einkaufen zu können.

    Barca ManCity Juve scheinen unentschlossen und dominiert von katastrophalen bilanzieren Auswirkungen der Krise oder anstehender Sperre.

    In diesem Umfeld des zeitweisen Chaos werden Opportunisten immer versuchen Vorteile zu erzielen und es liegt wirklich jetzt an der UEFA und den nationalen Ligen klarzumachen das man Missbrauch von zeitweise gelockerte Regeln nicht toleriert und FFP knallhart angewendet und umgesetzt wird.

    Unter diesen Prämissen ist ein 100 Mio Transfer von Havertz utopisch. Kein Top Ten Club kann auf Basis der Ergebnisse von 2019, der erwarteten von 2020 und der unvorhersehbaren für 2021 im Rahmen von FFP diesen Transfer tätigen ohne massiv verkaufen zu müssen.
    Deshalb hört man jetzt vermehrt MUFC müssen 6-8 Spieler verkaufen um Sancho für 100 mio zu kaufen. Real müssen mindestens Bale Janes Modric Vazquez verkaufen um kaufen zu können, Chelsea müssen auch 6 Spieler verkaufen um kaufen zu können.

    Aber wer soll denn in dieser Situation all diese Spieler zu den notwendigen Ablösen kaufen um 100 Mio Transfers zu tätigen?

    Für den FCB hatte Sane und die Verlängerungen von Neuer Müller Alaba und Thiago absolute Priorität. Erst wenn man weiß wie sich Alaba und Thiago entscheiden wird man ggf agieren. Vorher nicht.

    Havertz und seine ex Adidas Berater machen mMn einen sehr großen Fehler in einem so gestressten Umfeld einen Transfer erzwingen zu wollen ( wie Smart sind die wirklich?).
    Dazu kommt das mMn das Talent von Havertz nicht so unwiderstehlich ist das es ihm besser als KdB und Sane bei Chelsea ergehen sollte.

    Zidane schielt auf den 2021 ablösefreien Pogba und Mbappe- sein Zögling Valverde hat quasi jetzt schon Modric verdrängt.

    Bei MUFC spielt Fernandes auf der Havertz Position und davor sind Martial Greenwood Rashford gesetzt.

    Keiner dieser Clubs muss jetzt zwingend aus sportlicher Sicht Havertz für 100 Mio verpflichten – genauso wie der FCB.

    Vielleicht denken ja auch einige an den 125 Mio+ teuren Felix der bei Atlético nicht klar kommt.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich denke, das Risikobewusstsein der einzelnen Klubs wird auch entscheidend vom derzeitigen sportlichen Erfolg geprägt. Wer eh schon oben steht, der ist weniger bereit, hohe Investitionen in Talente zu riskieren. Real und Liverpool haben in den letzten Jahren ihr Titelbedürfnis gesättigt, wir können uns eh immer auf die nationale Dominanz verlassen. Bei Chelsea sieht das etwas anders aus: national wurden sie von City und Liverpool klar abgehängt, stehen in einem harten Wettbewerb um CL-Plätze, und haben international von uns eine heftige Klatsche kassiert.

      Bayern hatte hingegen eine sehr konservative Transfer-Mentalität, bis die Schocks 2007 (auf nationaler Ebene) und 2009 (international) uns aus dieser Lethargie gerissen haben. Ein paar Jahre später war wieder alles in Butter, und man hat sich Spieler wie Sané und de Bruyne entgehen lassen, weil es in der damaligen Situation keinen Druck gab. Nach der erfolgreichsten Rückrunde der Vereinsgeschichte und einer guten CL-Perspektive stellt sich das gerade ähnlich dar.

    2. Also dass “exzellente Unternehmerpersönlichkeiten” einen Verein besser führen (so ist ja die implizite Aussage im Text) als die Abramowitschs dieser Welt halte ich doch für falsch. Das Beispiel Tönnies auf Schalke, Kind in der Hannover usw. belegen ja gerade das Gegenteil, weil in der Unternehmenspolitik Entscheidungen schnell revidiert werden müssen. Im Fussball braucht man manchmal etwas längeren Atem, weil man für den Aufbau einer Mannschaft gerne mal 2-3 Jahre braucht. Gerade Unternehmer sind m.E. deswegen völlig falsch im Fussball. Es braucht vor allem Leute, die Ahnung vom Fussball haben – und davon möglichst viele. Das zeigen die Beispiele Hoffenheim oder Leipzig. Da gibt es zwar einen Unternehmer im Hintergrund, die aber wenig mitreden wollen, sondern sich eben die besten Leute holen, um nach oben zu kommen. Aber Hopp und Mateschitz äußern sich sehr selten über sportliche Dinge im Verein. Die haben halt kapiert, dass man als erfolgreicher Unternehmer noch lange kein guter Fussballfunktionär ist.

      1. Herrispezial dein Vergleich hinkt zumindest in zwei Punkten. Ein Martin Kind hat ein Vermögen von etwa 650 Mio €.
        Da hat ein Abramovic bis heute bereits fast das Dreifache in den Verein Chelsea investiert. Auch ein Tönnies, der zwar auf 2,5 Mrd geschätzt wird, aber bereits 60% seinen Söhnen überschrieben hat.
        Da sind Hopp, Mateschitz und Abramovic eben andere Kaliber.
        Nimm dir Hopp, der mal kurz mit 3 Milliarden eine Stiftung aufgelegt hat, ein Stadion gebaut hat, eine Multifunktionshalle für Eishockey und Handball gebaut hat und immer noch fast 18 Mrd schwer ist.
        Abramovic ist knapp 12 Mrd reich und Mateschitz knapp 25 Mrd.

        Das heißt, den langen Atem, den du ansprichst, muss man sich auch leisten können.
        Und das können eben weder ein Kind noch ein Tönnies.
        Wenn ein Abramovich in 4 Jahren mal eben für fast eine Milliarde Spieler holt, wäre ein Kind bereits längst pleite.
        Und wenn ein Hopp mal eben 500 Mio auf den Tisch blättert, geht einem Kind schon fas die Luft aus.
        Und genau da liegt das Problem. Man holt sich die Kompetenz ins Haus und läßt sie machen.
        Spieler, Trainer , Sportdirektor, Management.
        Aber das funktioniert eben nur dann, wenn du es dir leisten kannst. Wenn nicht, bekommst du eben nicht die Kompetenz, die du brauchst, oder man wirbst sie dir ab und du kannst es dir nicht leisten, sie zu halten.
        Wir kennen doch die Beispiele – da will ein Trainer einen Pogba, der kostet aber über 100 Mio und der Vereinsbesitzer sagt: wo ist das Problem, selbstverständlich!
        Und wenn ManCity einen Sane oder de Bruyne haben will, dann wird der eben geholt. Und S04 ist froh, wenn sie dafür die 50 Mio bekommen. Und dem Scheich ist es völlig egal, ob der Spieler 50 oder 65 Mio kostet.
        Ein Kind war nie in der Lage, solche Transaktionen zu machen.

      2. @Anton: Ja, das Argument ist gut. Spitzenkräfte muss man sich auch leisten können. Ich würde mir aber gelegentlich schon etwas mehr Geduld wünschen. Wenn man sich Schalke, den HSV oder Hannover ansieht, dann fehlt eben genau das, weil man auf allen leitenden Positionen im sportlichen Bereich permanent gewechselt hat (Trainer, Sportdirektor u.Ä.). Und ich habe den Verdacht, dass einige dieser Herren sich auch anmaßen, dass sie selbst Ahnung hätten. Kühne und Co tauchen dann ja doch des Öfteren in den Medien auf und äußern sich auch zu sportlichen Fragen (Ziele, Transfers/Transferwünsche, Trainer usw.). Da wäre es m.E. schon klüger, einfach mal die geholten Leute machen zu lassen. In Hannover hatte man ja einen Schmadtke, auf Schalke einen Horst Heldt – aber wenn denen von oben halt immer reingequatscht wird, dann funktioniert das eben nicht.

      3. Herrispezial, wir sehen beide das Gleiche.
        Zum einen musst du dir die Spitzenleute leisten können und zum anderen must du als Geldgeber die Spitzenleute machen lassen.
        Sobald eines davon nicht gegeben ist, funktioniert es nicht.
        Und wenn wie bei Kind, Kühne oder auch Tönnies beides nicht gegeben ist, dann funktioniert es erst recht nicht.

  3. Salihamidzic
    Denke da hat Justin den Nagel 100 % getroffen.
    Transferentscheidungen beim FCB sind immer Team Entscheidungen und deshalb ist Salihamidzic nie alleine – weder im negativen noch positiven Sinne- verantwortlich.

    Zu seinem öffentlichen Auftreten ist alles gesagt.

    Unklar ist mMn für Außenstehende immer noch der Prozess des scoutings Analyse Auswahl der Spieler die letztlich den Vorstand und AR zum Kauf vorgeschlagen werden. Oder wie weit und früh ist der Trainer involviert . Oder werden potentielle Top Talente von Salihamidzic aussortiert bevor der Trainer involviert ist?
    ManCity und Liverpool sind mmn die Clubs die die besten value for money Transfers getätigt haben. Real hat seit einigen Jahren auch viel richtig gemacht. An deren Strukturen sollten sich unsere neuen Strukturen die Salihamidzic ja aufbauen will / hat orientieren- wir scheinen da zzt viel richtig zu machen- sicher geht noch mehr.

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    1. “Unklar ist mMn für Außenstehende immer noch der Prozess des scoutings Analyse Auswahl der Spieler die letztlich den Vorstand und AR zum Kauf vorgeschlagen werden.”

      So soll es auch sein :-)

  4. Ich sehe die Sache mit Havertz auch eher gelassen. Sicher ein extrem spannendes Talent, dem wir aber in den nächsten ein bis zwei Jahren noch keinen Stammplatz anbieten könnten, und der nicht so absolut notwendig wäre, dass man in der momentanen Situation ein solches Risiko gehen müsste.

    Zum einen wäre er ein Luxustransfer, der uns in der Spitze verstärken, aber die sich auftuenden Löcher in der Mannschaft nicht stopfen könnte. Havertz ersetzt uns keinen Thiago, sondern ist ein sehr ähnlicher Spielertyp wie Müller – ein verkappter Stürmer, der von etwas weiter hinten in Räume stösst und seine entscheidenden Aktionen im oder knapp vor dem Strafraum hat. Wenn man beide spielen lässt, dann käme ein System mit fünf Stürmern raus, die sich gegenseitig auf den Füssen stehen und nach hinten nur noch von Kimmich abgesichert werden (selber auch kein Spieler, der in erster Linie defensiv denkt). Wenn nicht, dann ist sofort wieder Knatsch im Kader.

    Zum anderen wäre der Transfer wohl notfalls schon dieses Jahr finanzierbar, aber dabei gilt es neben dem Risiko auch Opportunitätskosten und Image-Effekte zu bedenken. Wir haben derzeit einen ohnehin schon schmalen Kader, aus dem sich jetzt noch drei Leihspieler verabschieden, zwei wichtige Stammspieler vor dem Absprung stehen, und die Plätze 16+ von weitestgehend unbewiesenen Talenten belegt werden. Das auszugleichen, ohne massiv an Qualität zu verlieren, wird weitere Nettoinvestitionen benötigen. Daneben ist der Verein immer bemüht, sich als boden- und mittelständig zu präsentieren; dazu will es nicht so recht passen, wenn man jetzt mitten in der Krise mit neunstelligen Beträgen um sich wirft. Real und Chelsea können sich sowas abgesehen von den Finanzen “erlauben”, wir eher weniger.

    Entscheidend dürfte sein, ob man Havertz hinter der Kulissen eine überzeugende Perspektive ab 2021 aufzeigen kann, oder ob er für seine Entwicklung lieber jetzt gleich wechseln will. Auf letzteres scheint es hinauszulaufen, was auch nachvollziehbar wäre. Eine Profi-Karriere dauert nur etwa 15 Jahre, entsprechend wertvoll ist jedes einzelne davon. Chelsea ist derzeit nicht ganz auf unserem Level, aber eine europäische Top-Ten-Mannschaft mit Perspektive nach oben und der Bereitschaft, viel zu investieren. Wenn er schlussendlich dort landet, dann wäre das schade, bedeutet aber nicht, dass wir in der Situation etwas falsch gemacht hätten.

    Ich hatte in den letzten Jahren einiges an der Transferpolitik auszusetzen: die unnötige Kader-Verkleinerung, der Verzicht auf Werner, 80 Millionen für einen Verteidiger, der auf zwei Positionen gut, aber nirgendwo Weltklasse ist. Aber in dieser Sache teile ich die Argumente, die gegen eine Verpflichtung dieses Jahr sprechen.

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    1. @Horst
      Kann man alles so unterschreiben aber mMn nicht den Punkt das sIch Real und Chelsea es sich unter FFP Gesichtspunkten erlauben können. Real schon eher aber auch die haben schon letztes Jahr massiv gekauft.
      Chelsea hatte 2019 einen Verlust von über 100 Mio . Die Monitoring Periode wurde jetzt von 2 auf drei Perioden gestreckt also 19/20/21.
      Am Ende darf Chelsea einen Verlust von 30 Mio machen der von Abramovich ausgeglichen werden darf. Das heißt die müssen zum 30.6.21 40 Mio Verluste im operativen Geschäft abbauen um die break even rule einzuhalten.
      Sicherlich haben sie durch die Hazard etc Verkäufe einiges eingenommen aber auch schon einiges wieder für Kovacic Zyiech Werner ausgegeben – dazu dürften Verluste aus dem operativen Geschäft ohne Transfers angefallen sein ( leere Stadien und Logen haben bei den EPL Clubs viel größere Ausfalleffekte als bei uns). Wenn Chelsea Kante Jorginho etc verkaufen kommen sie mMn immer noch nicht hin um FFP break even nicht zu reißen.

  5. Bin bei Havertz Wort für Wort bei Justin. Ein absolutes Muss es zu probieren. Die Zeit und Umstände sind goldrichtig. Sollte der Verein ein Jahr Leihe bei Leverkusen verhandeln können, wäre das der Königstransfer der Neuzeit. Ihn jetzt nach England oder Spanien widerstandslos ziehen zu lassen, wäre fahrlässig.

    Übrigens ist KHR einer der wenigen Verantwortlichen im Sport, dessen Worte hinter all den weichgespülten Floskeln Gewicht haben. Wenn KHR etwas sagt, kann man sich stets darauf verlassen in welche Richtung es geht. Er ist inzwischen Profi genug zu wissen, wie weit er aus der Deckung kommen kann. Manager dessen Aussagen gute Leitfäden sind, gibt es im Sport nur noch sehr selten. Da sollten wir uns glücklich schätzen. Schaut euch mal einen Schwätzer wie Watzke an: Sagt heute A) und macht morgen B). Leider hat KHR einen Havertz Transfer verneint und gerade hier hoffe ich, dass er wenigstens einmal daneben lag.

  6. Sehr interessanter Chat. Macht Spaß.

    Bei euren Ausführungen zum Thema Trainer und Double sieht man komprimiert den Kommentarverlauf der letzten Monate und wie leicht man missverstanden werden kann und gleich in eine Ecke gedrückt wird, in der man sich eigentlich nicht sehen will.
    Die letzten Trainer, die das Double nicht holten, hießen übrigens Heynckes und Guardiola. Was sagt uns das? Genau. Nichts.

    Interessant auch die Diskussion um Havertz. Schwierig, ich bin da völlig unentschlossen und vertraue auf unsere Verantwortlichen.

    Und beim Thema Aussagen von Verantwortlichen und Spielern:
    Kein Wunder, dass fast keiner mehr was sagen will bei dieser Schlagzeilenhascherei. Bestes Beispiel Mats Hummel: Ruhig und sachlich nach dem letzten Spieltag auf die Frage nach dem Ziel für nächste Saison: “Ein Platz nach oben, mit dieser Mannschaft muss es immer das Ziel sein Deutscher Meister zu werden”. Schlagzeile am nächsten Tag: “Kampfansage an Bayern. Hummels tönt: Wir wollen Meister werden” Zum kotzen.
    Kein Wunder das nur noch Phrasen kommen wie: “Ich will der Mannschaft helfen, blablabla”

    Und Rummenigge, Kahn und Co. müssen sich auch jeden Satz und jedes Wort überlegen, sonst kannst morgen wieder lesen: “Arroganzanfall bei Bayern…..”
    Kann man auch hier verfolgen, wie z.B. Brazzo zerlegt wurde, als er authentische Interviews gab. Also besser nichts sagen oder nur Blabla, dann bist du auf der sicheren Seite.
    Schade, aber unsere Zeit ist so.

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    1. Schöner Kommentar, danke! Ich teile deine Aussagen in weiten Teilen. Du machst aber einen Logikfehler: Wenn ich als Trainer mit den Bayern die Meisterschaft (oder das Double) gewinne, ist das nicht unbedingt eine Aussage über meine Güte als Trainer. Umgekehrt heißt das aber nicht, dass wenn ich es _nicht_ schaffe, das genauso wenig über meine Güte aussagt. Wenn A, dann (B oder nicht B) bedeutet nicht zwingend, dass wenn nicht A dann ebenfalls (B oder nicht B).

      1. Genau das meinte ich. Es sagt gar nichts über die Qualität aus, weder so, noch so.
        Aber Titel sind Titel und jeder Titel zählt.

    2. Doch, es kann eben doch etwas über die Qualität aussagen. Sonst hätte ich mich hier gar nicht gemeldet. Ich habe deinen ursprünglichen Beitrag schon verstanden. :-)

      Wenn es ein Trainer _nicht_ schafft, mit den Bayern Meister zu werden, dann kann das sehr wohl etwas über seine Qualität aussagen, auch wenn es im anderen Fall nicht so sein muss.

      1. Willst du mich verarschen? :-)

      2. Natürlich nicht! Wenn eine Mannschaft so dermaßen stark ist, dass es kein sonderlicher Ausweis der Qualität ihres Trainers ist, wenn er sie zu Meisterschaft oder Double führt, dann ist es doch eine umso größere Bankrotterklärung für einen Trainer, wenn er es mit dieser Mannschaft _nicht_ schafft.

        Verstehe ich dich nicht oder verstehst du mich nicht?

      3. Ok. Heißt dann im Umkehrschluß,
        Heynckes und Guardiola sind Vollpfeifen, weil sie es 2015, 2017 und 2018 nicht geschafft haben, mit ihren derart überlegenen Mannschaften das Double zu holen wenn es sogar der Oberhorst, bzw. die Mannschaft ganz alleine, letztlich ungefährdet geschafft hat und jeder Frischling von der Akademie es schaffen würde.

      4. Nein, sind sie nicht. Das wären sie in meinen Augen allerdings schon, wenn sie es nicht geschafft hätten, die Meisterschaft zu holen. Der Pokal ist mit seinem “single leg elimination” Format zu anfällig für Zufälle. Da kann eine Mannschaft immer mal einen schlechten Tag haben oder der wichtigste Spieler ist verletzt oder der Gegner bekommt in der 85. Minute einen unglücklichen Elfmeter zugesprochen und schon ist man ausgeschieden. Das würde ich keinem Trainer als Ausweis mangelnder Qualität ankreiden.

        Wenn ein Trainer es aber über die 34 Spieltage einer Saison nicht schaffen würde, bei den aktuellen Kräfteverhältnissen in der Bundesliga mit den Bayern Meister zu werden, würde ich das sehr wohl als Beleg dafür ansehen, dass es ihm deutlich an Fähigkeit oder Klasse mangelt.

        Du musst mit mir ja inhaltlich nicht übereinstimmen und kannst diese Frage deutlich anders bewerten als ich, das ist absolut in Ordnung. Wir sind freie Menschen mit freien Meinungen. Ich wollte dich eigentlich nur auf einen logischen Fehler in deinem Denken hinweisen. Also wirklich in der Logik selbst ohne Berücksichtigung des Inhalts. Nur darum ging es mir. Nichts für ungut.

      5. Alles ok. Ich kann aber keinen Logikfehler bei mir erkennen. Ich kann in einer eher schlechten Saison auch mal Meister werden (Remember 2001) und im Gegensatz dazu in einer eigentlichen Top-Saison nur Vize werden.
        Die Gründe dafür müssen immer im Einzelfall betrachtet werden, genau wie der Anteil desTrainers.
        Was, wenn Dortmund oder Leipzig nächste Saison eine 90-Punkte-Saison hinknallen und wir mit 88 Punkten Vize werden? Ist das dann die Bankrotterklärung für Flick als Trainer? Oder wir schaffen nur 68 Punkte und werden mit 5 Punkten Vorsprung Meister. Wie bewerten wir das dann. Hat Flick dann die Pflicht erfüllt und alles ist in Ordnung?
        Am Ende des Tages wäre mir die zweite Variante lieber, auch wenn vermutlich über das ganze Jahr gesehen die erste schöner wäre.

      6. Gut, dass wir von der logischen auf die inhaltliche Ebene kommen. ;-)

        Und da stimme ich dir nicht zu. Natürlich ist immer der Kontext relevant und der ändert sich von Saison zu Saison und muss dann je neu in die Bewertung einfließen, keine Frage. Aber 34 Spieltage sind m. E. so viele Spiele, dass – ich wiederhole mich – die Bayern momentan so stark sind im Vergleich zum Rest und sich all die stochastischen Einflussfaktoren wieder sowit ausgleichen, dass es fast schon eines Wunders bräuchte, damit die Bayern – oder mit Mühe (!) vielleicht mal alle 10 Jahre Dortmund – _nicht_ Meister werden.

        Und wenn das dann tatsächlich geschieht, dann muss in und mit der Mannschaft schon relativ viel schiefgegangen sein, und da wäre dann der Trainer für mich schon der erste Ansprechpartner.

        Du hast ja gelesen, was Justin geschrieben hat. Sogar Kovač, der allem Anschein nach große Teile der Mannschaft erfolgreich gegen sich aufgebracht und überhaupt keine Autorität mehr in der Kabine hatte, hat es geschafft, mit den Bayern Meister zu werden. Ein Trainer muss schon verdammt viel verkehrt machen, damit das nicht passiert.

        Und nein, wenn Flick mit nur 68 oder von mir aus auch nur 53 Punkten Meister würde, würde ich das nicht als Ausweis mangelnden Qualität seinerseits sehen. Ein gutes Pferd usw. Außerdem, in einer Welt, in der so etwas möglich wäre, müssten ganz viele Mannschaften ungefähr gleichauf mit den Bayern sein, sonst würden sie nicht so viele Punkte liegen lassen. Und dann könnte man sogar argumentieren, dass es eine besondere Leistung des Trainers war, sich mit seiner Mannschaft in einem kompetitiv sehr dichten Wettbewerb gegen die Konkurrenz auf Augenhöhe durchzusetzen und vor allen anderen zu landen.

      7. Puh, wir sitzen anscheinend auf einem verdammt hohen Ross.
        Ich sehe uns bei weitem nicht so weit enteilt wie du, zudem hab ich in den letzten vierzig Jahren schon ganz andere Zeiten erlebt, so das ein anderer Meister als der FC Bayern für mich kein Wunder wäre.
        Für mich muss jede Meisterschaft erst mal gewonnen werden und ist Grund zu feiern und nicht das logische Ende einer “normalen” Bundesligasaison.
        Aber ich hab auch nichts dagegen wenn du Recht hast und wir die nächsten zehn Jahre wie selbstverständlich Meister werden.

      8. Ja, du hast recht, vor 40 Jahren war die Bundesliga noch deutlich offener als heute. Aber die Entwicklung seitdem ist ja eindeutig und spricht Bände. Der finanzielle Vorsprung der Bayern ist im Laufe der Zeit ebenso immer größer geworden wie die Schlagzahl ihrer Meisterschaften dichter. Und seit knapp 10 Jahren gibt es nur noch einen Meister (und kann es im Prinzip auch nur noch einen Meister geben, mit leichten Abstrichen vielleicht zwei).

        Und solange nicht in der Bundesliga irgendetwas grundlegendes passiert in Sachen Begrenzung oder gar Rückführung der finanziellen Disparität zwischen den Teams wird sich daran auch meines Erachtens nichts ändern. Momentan sehen wir aber das genaue Gegenteil. Die finanzielle Spreizung der Liga mit den Bayern an der Spitze wird immer größer. Und so wird es auch die sportliche.

        D.h., dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Bayern Meister werden, schon seit langem kontinuierlich jedes Jahr weiter zunimmt anstatt abnimmt. Und – wie gesagt – diesseits einer kleinen Revolution sehe ich auch nicht, wie sich das ändern sollte. Wo soll’s denn herkommen?

  7. Was ich mich bei Havertz gerade frage: Ist das eigentlich der Spielertyp, der hier im allgemeinen Erfolg hat, der geschätzt, vielleicht geliebt wird?
    Wer waren denn in den letzten Jahrzehnten unsere Dominatoren, unsere Mittelfeldheroen?
    Mal ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
    Da gab es in den 70-ern einen den wir Bulle nannten. Das war Programm und den lieben wir noch heute.
    An einen Fußballästheten wie Branko Oblak zu dieser Zeit erinnern sich die meisten wohl gar nicht mehr.

    In den 80-ern wurde der Antreiber und Einpeitscher Breitner durch das Kraftpaket Sören Lerby abgelöst. Darauf begann die Ära des Dynamikers Matthäus. Ein kluger Stratege wie Sigurvinsson musste zum VfB gehen, um dort Meister zu werden.

    In den 90-ern fällt einem der knorrige Zeichensetzer Effenberg ein.
    Fußballmozart Andi Herzog und Quarterback Sforza blieben hier nur eine Randnotiz, zeigten aber andernorts ebenfalls, dass mit Ihnen Titel zu holen waren.

    Wer erinnert sich nicht an den mühsamen Weg eines Schweinsteigers, der lange als etwas brotloser Künstler und “Chefchen” galt. Es benötigte die zwei wertvollsten Titel im Fußball und eine Platzwunde um ihn als echten Kerl und Leader anzuerkennen.
    Bei “aggressive Leader” van Bommel dagegen haben wir doch gleich beifällig genickt und ihn zum Kapitän gemacht.

    Und zuletzt? Hatten wir mit James und Coutinho wohl mit die feinsten Füße unserer Historie im Kader. Aber wer wird sich in 5-10 Jahren überhaupt noch an ihren Beitrag erinnern? Fast schon bezeichnend und schon etwas zum Schmunzeln, dass ein bisher hier sehr unauffälliger Spieler wie Goretzka, erst mit seiner Verwandlung in den “roten Hulk” so etwas wie einen Hype auslöste.

    Und was hat das mit Havertz zu tun? Nun den verorte ich eher, wie nach der Vorrede nicht anders zu erwarten, in der Gruppe der sog. Künstler oder um das böse (warum eigentlich?) Wort vom Schönspieler zu benutzen.

    Havertz ist überragend begabt, hat im Grunde alles was du dir von einem Offensivspieler nur wünschen kannst. Was er allerdings sicher nicht ist, ist ein Kampfschwein, ein Wühler, ein Grätscher, ein Mentalitätsmonster.
    Wenn man ihn manchmal beobachtet, wie er minutenlang wie Messi in der Endphase über den Rasen schlurft? Dürfte er das hier, würde man das tolerieren? Noch ist er Kai, nicht Leo.
    Mich hat mal jemand gefragt: Hast du Havertz eigentlich jemals nach einem Ballverlust zurückspurten sehen? Oft? Manchmal? Wenigstens einmal? Eine berechtigte Frage.

    Es könnte jetzt natürlich sein, dass dies alles den taktischen Vorgaben entspricht, dass bei Bayer eben das ganze Spiel auf ihn zugeschnitten wird.Dazu ist er noch jung. Nicht auszuschließen, dass er sich bei uns neu erfinden würde.
    Sollte ihm das allerdings nicht gelingen, könnte er bei uns ein sehr hartes Brot zu beißen haben.

    Um zum Ausgangspunkt zurück zu kommen. Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte würde ich nicht außer acht lassen. Es gibt eben Spielertypen die hier traditionell gut ankommen, diejenigen die dann auch Geschichte geschrieben haben. Und dann gibt es die anderen, die trotz großer Investitionen, Vorschusslorbeeren und Hoffnungen einfach nur Randerscheinungen waren und blieben.

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    1. Interessanter Kommentar. Lustig zu lesen, aber irgendwie auf Boulevardniveau.
      Erstens: Es kommt nicht darauf an, welches Talent oder welche Fähigkeiten ich habe, sondern darauf was am Ende raus kommt. Und am Ende des Tages :-) erinnert man sich an die Spieler bei denen was rumkam.
      Ich kenne einen, der kann den Ball 1000x jonglieren. Links, rechts, Innenseite, Außenseite, Oberschenkel, Brust, Kopf, Schulter, Hinterteil und was weiß ich mit was noch alles. Aber im “richtigen” Fußball ist er nicht mal in der zweiten Mannschaft der Kreisklasse zu gebrauchen (außer zum Kader auffüllen).
      Und zweitens tust du einigen Spielern unrecht: Breitner, Lerby, Matthäus, Effenberg waren genauso gute Fußballer wie Kai Havertz. Sie hatten zusätzlich die Sonderausstattung ‘Dynamischer Antreiber, Leader’. Sie jetzt darauf zu reduzieren ist fast ein wenig unverschämt.
      Und drittens unterschlägst du, dass in München sehr wohl Zauberfüßen zugejubelt wurde: Ribery, Scholl, Sergio usw.

      1. Der Unterschied der von Wohlfarth genannten zu Coutinho und James ist der, dass sie sich mit dem FCB identifiziert haben.

      2. @Jo: Geht es auch weniger arrogant?

      3. @Wohlfarth:
        Schaffe ich problemlos. Machst du mit?

    2. Auch ein aggressive „leader“ Vidal hat mindestens genauso versagt wie die Feinfüssler James und Coutinho ( und Götze).
      Letztlich konnte keiner den FCB prägen bzw muss man infrage stellen ob sie jemals Interesse hatten sich mit dem Club zu identifizieren.

      Das sieht bei Javi und Thiago ganz anders aus.

      1. Vidal würde ich jetzt nicht mit James und Coutinho vergleichen wollen. Natürlich hat man sich von Vidal etwas mehr erhofft, aber in der CL hat er in 2 seiner 3 Spielzeiten bei Bayern ganz gut performt. Im ersten Jahr war er im Achtelfinalrückspiel gegen Juve neben dem eingewechselten Coman ein Sieggarant. Auch gegen Atletico hat er sich sehr stark präsentiert. Im Jahr darauf bleiben natürlich vor allem der verschossene Elfer gegen Real im Hinspiel und der Platzverweis im Rückspiel in Erinnerung, aber auch hier zeigte er über weite Strecken, dass er in die Mannschaft gehörte. In seinem letzten Jahr fiel er leider in der Endphase der CL aus, was durchaus eine Schwächung war, wie ich finde. Bei James kann ich mich eigentlich nur an ein einziges passables Spiel in der CL erinnern und das war das Rückspiel in Madrid 2018, als er ja sogar traf. Coutinho hatte noch kein wichtiges CL-Spiel, aber es ist zu bezweifeln, dass er auf diesem Niveau derzeit eine Hilfe wäre. James und Coutinho konnten ehrlich gesagt ihre wenigen guten Spiele hauptsächlich gegen die Teams aus der zweiten Hälfte der Bundesligatabelle machen. Vidal hat wenigstens konstant geliefert in den Spielen, in denen es um Alles ging. Bei ihm kann man durchaus die Einstellung in manchem weniger bedeutenden Spiel kritisieren, aber ihn mit James, Coutinho oder Götze zu vergleichen, finde ich wird ihm nicht gerecht.

    3. @Jo: Havertz ist ein riesen Talent, das in alle Richtungen formbar ist. Flick ein Trainer, der formen kann und eine Philosophie hat. Das macht die Kombination so attraktiv.

      PS Wer Vidal als Versager abstempelt, kennt den FCB offenbar nur aus 5-Minuten Zusammenfassungen im Aktuellen Sportstudio. Bitter, solche Kommentare hier lesen zu müssen.

      1. Klar, halte ich absolut für möglich.
        Allerdings müsste er gerade für Flicks Pressingmaschine schon noch einen großen Schritt machen. Ich könnte es aktuell nicht voraussagen, ob das optimal matcht. Und gerade ein 100 Mio-Transfer sollte eben sitzen.
        Für mich liegen die Möglichkeiten irgendwo zwischen Matthäus und Götze. Beide kamen sehr jung von einem direkten Konkurrenten, beides absolute Hype-Spieler, beide für viel Geld.
        Der eine deckte fast 2 Jahrzehnte hier ab und ging als Legende, der andere wurde nach 3 durchschnittlichen Jahren mehr oder weniger höflich hinauskomplimentiert.

      2. 100% Zustimmung beim Thema Vidal.

      3. @Jo: Der Preis schreckt ab aber wie Justin geschrieben hat: Spieler mit solchem Potenzial (plus “Dehnbarkeit”) gibt es nur alle 10 Jahre. Und durch Leihen etc. könnte man finanziell etwas Flexibles ausdenken, plus Corona drückt aktuell vermutlich noch (=Zeit ist günstig).
        Den Vergleich mit Götze scheue ich ein wenig. Die psychologischen Umstände (mit Dortmund als #1, wegkaufen etc.) spielten damals eine große Rolle. Aus meiner Sicht ist Havertz schon mehr Leader bei Leverkusen, als es Götze jemals war (und ich mochte den Jungen).

        @Wolhfarth: Vidal war ein Clutch-Player wie er im Buche steht. Wenn es in der CL um etwas ging, brannte er wie Feuer und machte den Unterschied. Ich bewerte einen Spieler nicht, wie gut zu einer 100-Tore Ligasaison beiträgt, sondern wie er in den großen Spielen auftritt. Und da war Vidal stets weit vorne.

      4. @Turbo Batzi:
        100% Zustimmung zu deiner Ansicht von Vidal, nicht zu der von 918.
        Mit Vidal würde ich in den Krieg ziehen.

  8. “Klar ist Flick (noch) kein Gott, aber er hat fast aus dem Nichts eine Mannschaft geschaffen, die über 65 Minuten beinahe jedes Spiel dominiert.”

    Und hier genau scheidet sich mein Geist von dem von Redrobbery. Weil ich das in Gegensatz zu ihm (und Anderen) NICHT als hervorhebenswerte Leistung betrachte. Entweder ich schaffe das so ziemlich über 90 Minuten (wie es bei Pep war) oder ich lasse es bleiben. Wenn man sich die letzten Spiele der Rückrunde betrachtet, muss man einfach realistisch bleiben und insbesondere bei der Betrachtung der zweiten Hälfte der Rückrunde sehen, dass wir wohl nur deswegen so gut da durchgekommen sind, weil es keine CL Spiele dazwischen gab.

    Ich sage nicht, dass Flick andernfalls mit seinem Stil auf die Nase gefallen wäre, aber die Anzeichen dafür, dass sein Ansatz gewaltig schief hätte gehen können, sind da und unübersehbar.

    Zu Havertz: Ich würde ihn sehr gern bei uns sehen. Aber: wenn er meint, er muss jetzt sofort zu einem “großen” Verein wechseln, dann soll er das tun. Das würde nämlich zeigen, dass der FCB für ihn nur ein Verein unter vielen wäre. Und da der halt dieses Jahr noch nicht zuschlagen kann, geht er halt einfach zum nächsten. Ich bezweifle, dass ein Schritt zu Chelsea oder Real im gut tun wird. Aber das muss er selbst wissen.

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    1. Havertz – wenn er glaubt zu einem großen Verein gehen zu müssen, dann mag er das tun, aber er wird dort scheitern.
      Nein, nicht wegen des fehlenden Talents, aber weil ihm etwas abgeht, was zum Beispiel einen Kimmich auszeichnet – auch wenn es manchmal schon übertrieben ist. Der Biss!! Und große Vereind zeichnen sich meistens dadurch aus, dass sie nahezu auf allen Positionen entsprechend stark besetzt sind.
      Da wimmelt es von den sogenannten Platzhirschen. Und wenn du da nicht den notwendigen Biss hast, dann siehst du da kein Land.
      Das Paradebeispiel ist doch der “Künstler und Zauberfuß” Coutinho, der bei Barca gegen die Platzhirsche genauso wenig Land sieht, wie der Künstler und Zauberfuß James bei Real.
      Für mich gehört ein Havertz mit mehr Talent auch in die Gattung Brandt, der sich auch eher in den Wohlfühloasen tummelt, statt sich dem harten Konkurrenzkampf zu stellen.

  9. Tolles Format! Sehr unterhaltsam! Vielen Dank!!

    Heute findet ja die CL-Auslosung der Viertel- und Halbfinals statt. Man weiß so gar nicht, wer ein Wunschlos sein könnte. Natürlich denkt man zuerst an Atalanta für das 1/4-Finalspiel, aber die haben einen ähnlich guten Lauf wie wir: Alle 5 Spiele nach dem Restart gewonnen 11-4 Tore, darunter Siege gegen Neapoli und Lazio. IMO ein undankbarer und unberechenbarer Gegner, vor allem im K.o.-Modus!!
    Ich hoffe, das sich Lyon gegen Juve durchsetzt, dann wäre A) ein dicker Brocken weg und mit Lyon ein machbarer Gegner im Viertelfinale dabei.
    Dickster Brocken wäre wohl City! Aber wie schon oben erwähnt, im K.o.-Modus sind fast alle verbliebenen Teilnehmer für eine Überraschung gut!

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  10. Lieber ein Spiel garnicht dominieren als es 65 Minuten zu dominieren.
    I am lost

    Kein Team wird es schaffen ein Spiel gegen ein anderes Top Team immer zu dominieren.

    Es geht bei Flick und dem Team um Entwicklung.

    Der vorige „besonders unpassender Trainer“ ist sowieso kein Maßstab.

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    1. Wenn Du in der CL ein Spiel eine Stunde dominierst, dann komplett einbrichst und dann ausscheidest – ja, dann wäre ein effizienterer und ökonomischerer Spielansatz durchaus eine sinnvolle Variante.

      Selbst Dir sollten die kräfteraubende Spielweise und die sich daraus ergebenden Risiken von Flicks Entwicklung des Teams nicht verborgen geblieben sein.

      1. ich teile deine Sorgen, gegen Chelsea und Dortmund gab es jedoch keinen Einbruch, gibt mir Hoffnung. Es ist wohl doch eher eine FRage des Kopfes als der Kraft

      2. Naja, festzuhalten ist aber, dass in den wirklich wichtigen Spielen wie z.B. Dortmund oder Chelsea kein Einbruch kam. Flick hat ja auch nach dem Pokalfinale deutlich gemacht, dass er die zweite Halbzeit nicht so prickelnd fand. Ich denke er wird da für das Championsleague Turnier die richtigen Schlüsse ziehen und auch seiner Mannschaft deutlich machen können, denn die wilde zweite Halbzeit gegen Leverkusen muss nicht sein. Wobei ich trotzdem nie das Gefühl hatte, dass das schief gehen könnte. Wenn die Mannschaft nun lernt, auch mal für 10 Minuten den Dampf rauszunehmen und das Spiel trotzdem zu kontrollieren, dann bin ich begeistert :-) Und ich denke, das werden sie hinbekommen.

      3. Stiftl, ich denke es kommt auch immer auf den Gegner an.
        Und da spielt eben auch der Kopf eine Rolle.
        Nimm dir den BVB und Leverkusen.
        In Dortmund hingen die Trauben schon immer relativ hoch, also geht man da anders zu Werk als gegen Leverkusen, wo man ja eigentlich das Hinspiel schon hätte gewinnen müssen, das Rückspiel eigentlich ein nie gefährteter Sieg war und dann bekommt man sie auch noch im Pokal. “Die haben wir doch bis zur 60. versenkt.”
        Und das ist im Kopf und auch nur schwer rauszubekommen.

  11. Schwerstmögliche Auslosung

    VF Barca
    HF ManCity

    Jetzt können sie zeigen was sie können

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    1. Barca ist machbar, die sind insbesondere außerhalb des Camp Nou schlagbar, weil gerade in absoluter Krise. Mit etwas Glück fliegen sie gegen Neapel raus. In den letzten drei Spielzeiten haben die in den KO Runden sehr hohe Auswärtsniederlagen kassiert (Liverpool 0:4, Roma 0:3, PSG: 0:4, Juve 0:3) Pep muss sich aber auch erstmal gegen Juve durchsetzen. Aber unabhängig vom HF-Gegner wird das dieses Jahr schwierig insbesondere in dem Modus, da entscheiden Kleinigkeiten. Aber vielleicht ist Fortuna uns diesmal etwas holder als in den letzten Jahren, als wir zweimal als bessere Mannschaft gegen Real und Atletico ausgeschieden sind.

      1. Zustimmung!

        Juve haben jetzt noch quasi nonstop 7 Spiele bis 2.8. Dann das AF gleich hinterher etc. Keine Pausen.
        ManCity haben noch 4 Ligaspiele und Max 2 Cupspiele mit dem Finale am 1.8. also auch keine Pausen.
        Barca haben 4 Ligaspiele und ab 19.7. Pause während Napoli wie Juve durchspielen muss.

    2. Vielleicht sollte man doch erstmal die AF abwarten, ehe man sich schon mit den diversen Gegnern beschäftigt.
      Noch ist Real nicht ausgeschieden und Neapel und Juve auch noch nicht.

      By the way, Barca hat in Neapel 1:1 gespielt und spielt das Rückspiel zu Hause.
      Und Pep sollte vielleicht erstmal das Rückspiel gegen Real erfolgreich absolvieren.

  12. Na da spricht ja fast nichts gegen eine Neuauflage von Wembley (zwei deutsche Teams im Finale) und den erneuten Triple Sieg des FCB ;-)

  13. Der Vollständigkeit halber:

    AF: Chelsea
    VF: Barca (oder: Neapel)
    HF: City (oder: Real, Lyon, Juve)

    Wir sind noch nicht im VF. Chelsea muss vier Tore schießen, klar. Aber die Situation (voll im Saft vs. 4 Wochen Pause, Geisterspiel etc.) ist einfach unberechenbar. Gleiches gilt für die anderen Spiele. Natürlich sind Barca und City wahrscheinlich. Aber mehr auch nicht.

    Deshalb – im Kalle-Modus: Wir tun gut daran jedes Spiel zu nehmen wie es kommt, denn die Gegner sind auch nicht auf der Brennsuppe daher geschwommen und abgerechnet wird erst am Ende des Tages. Allerdings steht uns diese Konstellation natürlich gut zu Gesicht und wenn wir a la bon heur liefern kann es gut sein, dass wir noch den Hut vor Hansi ziehen werden, gell.

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    1. Chelsea sollte gegessen sein, das lassen wir uns nicht mehr nehmen. Und die Pause ist ein Vorteil für uns – der Flick’sche Spielstil fordert viel Kraft und die können wir bis dahin wieder auftanken. Die mögliche Kombi Barca/City können wir also im “Corona” Modus eher packen als wenn wir die Spiele regulär in der Rückrunde gehabt hätten.

      1. Ärgerlich, dass die ganzen Hochkaräter in unserem Qualizweig sind, während alle schlagbaren Teams (OK mit Ausnahme von Atletico) im Qualizweig von Leipzig sind. Wenn die Atletico packen, könnten die es echt ins Finale schaffen. PSG hat seit Mitte März kein Spiel mehr in Wettbewerbsbedingungen gemacht, ich denke, die sind das Team, das durch diese Modus am meisten benachteiligt sind. Glaube nicht, dass die 100 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit abrufen können. Tippe, dass der Sieger aus Leipzig gegen Atletico das Team sein wird, das auch im Finale steht.

    2. Wg Chelsea mache ich mir keine Sorgen. Ich habe das letzte PL-League-Spiel von denen gesehen. Deren Abwehr sieht nicht gut aus. Und nach vorne kommen sie auch vor allem mit Tempo. Da haben wir inzwischen aber nachgebessert. Dazu haben sie etliche junge, unerfahrene Spieler. Zwar ist es nie auszuschliessen, dass da noch etwas daneben geht, aber das halte ich angesichts der Leistungen in PL für sehr unwahrscheinlich. Wir können das Spiel zum Hochfahren nutzen – und danach gibt es dann einen sehr schweren Weg bis zum Finale auf unsere Hälfte des Tableaus. Das erinnert mich ein wenig an 2013 ;-)

    3. Nach einem Blick in die Kristallkugel mache ich folgende Prognose:

      Im Achtelfinal-Rückspiel wird es noch einmal ungewohnt spannend, als Chelsea früh in Führung geht und wenige Minuten vor Schluss das 2:0 nachlegt. Angepeitscht von Timo Werner, der sich mangels Spielberechtigung schon einmal als Cheerleader verdingt, belagert die Mannschaft in der Nachspielzeit das Münchner Tor und spielt sich 17 Ecken heraus, die aber letztlich nichts einbringen.

      Im Viertelfinale kommt es zum Wiedersehen mit Barcelona, das zunächst erfolgreich Revanche für 2013 nimmt. Mit Sommermüdigkeit in den Knochen erleiden die Bayern eine krachende 0:6-Niederlage. Eine Woche später kommt Barcelona jedoch mit den schwierigen Auswärts-Bedingungen am anderen Stadtrand von Lissabon überhaupt nicht zurecht und wird selber mit 0:7 vom Platz gefegt (1:0 Lewandowski, 2:0 Kimmich, 3:0 bis 7:0 Coutinho). Messi reicht daraufhin die fristlose Kündigung ein.

      Im Halbfinale treffen die Bayern nicht wie erwartet auf City, sondern auf Lyon, das die Engländer zuvor in einem packenden 5:4 besiegen konnte (Pep Guardiola hatte daraufhin die fristlose Kündigung eingereicht). Die neue Münchner Dreierkette Alaba, Boateng, Mai stabilisiert die zuvor anfällige Defensive, während der Gesichtsausdruck von Lucas Hernandez unter der Schutzmaske nur zu erahnen ist. Dadurch gelingt ein souveräner 2:0-Sieg.

      Schliesslich kommt es zu einem weiteren deutschen Klassikerino gegen den Sensations-Finalisten aus Leipzig. Nach einem taktisch faszinierenden Duell steht es bis in die Nachspielzeit 0:0, bis Flick der entscheidende Kniff gelingt. Auf Anraten des kurzfristig verpflichteten Co-Trainers Pep Guardiola wechselt er den ebenfalls per kurzfristigem Werkvertrag beim FC Bayern angestellten Lionel Messi ein, dem ein Traumpass auf Arjen Robben (kurzfristig aus Groningen ausgeliehen) gelingt. Der Rest ist Jubel, und der MSR-Podcast hat ein neues Jingle.

      1. Perfekt!
        Einen hast Du vergessen – auf Anraten diverser Experten wurde auch Krieger Vidal verpflichtet ohne den jede Chance auf deN CL Triumph aussichtslos gewesen wäre.

  14. hast absolut REcht, wenn ich sehe wie kritisch mit Thiago umgegangen wird und wieviel unendliche Geduld man mit Goretzka hatte und hat, das sagt alles. WEnn Thiago uns verlässt wird er ein Komet in neuem Verein, auf dem Platz , wie bei uns, aber auch in der Anerkennung und in den Medien nicht wie bei uns und hier wird es wieder Reue geben und man wird behaupten er habe einen Sprung gemacht, wie bei Kroos. Es ist aber nicht unbedingt der technisch begabte der verschmäht wird, sondern eher der, der kein Lautsprecher ist, nicht massiv Lobbyarbeit für sich betreibt. Der zurückgezogene. Scholl war geliebt auch wegen seiner Schnauze. So klassich frech, bayrisch und das Dirndl muss dir stehen. Wehe du fühlst dich bei PR -Terminen unwohl.Deswegen hat Gündogan hier keine Chance, Pep war komisch, Kroos ein WEiche, dass keinen Elfer schießen will, Boa ist eine Mode-Tussi.

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    1. Antwort war für Jo gedacht

  15. Mal ne andere FRage: bei der Frage nach der Kraft um FLicks Stil über 90 Minuten bzw. eine Saison durchhalten zu können. Ist es wirklich so schwierig Leistungsportler so zu trainieren dass sie nciht 90 Minuten sowas durchhalten können? Einfach mal als ganz naive FRage, ist ja jetzt kein iron man. Schon klar , dass gerade diese vielen SPrints, sehr fordernd sind,trotzdem habe ich oft den Verdacht es ist eher eine mentale Geschichte und keine körperliche

  16. Ich erwarte Neapel, Lyon und Leipzig.
    Das wäre auch ein Angebot an alle Hater, um weiter zwecks Bayerndusel, Bayerndominanz und was weiß ich, abkotzen zu können. So hätte jeder was davon.

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    1. Für Lewa wären Siege gegen Barca ManCity PSG natürlich am besten denn dann steht der Ballon d‘or winner fest

  17. In Bezug auf Havertz waren Rummenigges Aussagen sehr klar und nachvollziehbar: Leverkusen will 100 Millionen, dieses Jahr gehen 100 Millionen nicht, aber er würde es sehr begrüssen, wenn Havertz noch ein Jahr in Leverkusen bliebe. Mit anderen Worten, man wäre wohl nächstes Jahr bereit einen Betrag in dieser Grössenordnung zu investieren. Jetzt liegt es an Havertz sich zu entscheiden und das ist auch gut so.

    Von der Kadersituation würde eine Havertz-Verpflichtung absolut Sinn machen, das habe ich ja schon mal im Detail ausgeführt (hochwertige Wechseloption für alle Offensivpositionen). Allgemein finde ich es unsinnig sich bei Transferdiskussionen auf die erste Elf zu versteifen. Eine schwere Verletzung oder eine Formkrise wirft alles über den Haufen.

    Mir ist noch zu früh die Transferaktivitäten insgesamt zu beurteilen. Schauen wir mal wie sich der Kader in der nächsten Saison darstellt.Es wirkt aber zuletzt alles planvoller.

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    1. Kann mir nicht vorstellen, dass Havertz nächste Saison nicht Champions League spielen möchte. Das werden schon seine Berater ihm dringend empfehlen, und das geht leider mit Leverkusen nicht. Würde ihn gern bei uns sehen, aber das läuft wohl eher nicht.

  18. @Jo
    Halte ich dagegen:
    Barca, trotz Minikrise, kommt weiter
    Lyon, ohne jegliche Wettkampfpraxis, gegen Juve auch raus. Trotz dem 1-0 im Rücken…
    Leipzig ohne Werner auch ohne Tor gegen Simeones Maurer…

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  19. wenn die Einbrüche in Hz 2 reine Kopfsache waren und in der CL nicht vorkommen haben wir echte Chancen auf de nTitel. Ansonsten sehre ich city als großen Favorit. Der andere Modus kommt Pep entgegen. Endlcih kann er mal nicht komisch in einem Auswärtsspiel taktieren und damit daneben liegen. Dafür spricht auch dass City gegen REal ganz anders gespielt hat und damit erfolgreich war, haben sich auch mal zurückgezogen etc..
    Es ist citys letzte Chance ,die Jungs werden so heiß sein

  20. CL Finale 23.8.

    NM NL Spiele 3. und 6.9.
    Buli Saisonbeginn 18.9.

    Wenn der FCB ins Finale kommen sollte dann wird es hinterher wohl Max eine Woche Urlaub geben um am 18.9. ein Team am Start zu haben.

    NM wird mMn kein FCB Spieler machen können

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    1. können wir nicht einfach keine SPieler abstellen? Die NM sollte eigentlich an der Gesundheit unsere Spieler interessiert sein. Jogi kann ja mal probieren mit den Dortmunder und Vizekusen Gurken irgendwas auf die Kette zu kriegen

    2. Und die erste Runde DFB-Pokal startet auch noch eine Woche vor der Buli…

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      1. Da muss wohl die zweite ran

  21. Das sind meine ersten Miasanrot-Leaks und was soll ich sagen? Wow! Ich bin noch ganz außer mir! Den Fußball-Brains beim Arbeiten zuschauen, ein Blick hinter die Fassade des bayrischen Orakels, der absolute Wahnsinn! Macht weiter so, Jungs, ihr seid Weltklasse!

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  22. Zur Frage, wer welchen Anteil an einer Spielerverpflichtung hat, bzw. wie der Ablauf bei der Entdeckung eines Talentes ist:
    Ich hatte vor einiger Zeit die Ehre, ein Gespräch zwischen Roman Rummenigge und meinem Onkel mitzuhören (fragt nicht) bei dem es um genau dieses Thema des Entdeckens von Talenten ging. In den letzten 15 Jahren hat sich dies wohl essentiell gewandelt. Während es früher tatsächlich darum ging, einen Scout zu einem chilenischen Ligaspiel zu schicken, um einen Spieler zu entdecken, von dem vorher niemand in Europa oder Deutschland wusste, dass er richtig gut ist (Vidal wurde z.B. noch so entdeckt), weiß heute jedes Team über praktisch jeden Spieler der Welt Bescheid. Es ist zu 99% sicher, dass beispielsweise auch Mislantat oder Boldt über Davies, Lautaro oder Upamecano Bescheid wussten. Entsprechend der Aussagen von R. Rummenigge ist es demnach heute ein Netzwerk-Krieg, der bestimmt, wer welches Talent klarmacht. Die Scouts “entdecken” in diesem Sinne nicht mehr wirklich, sondern schätzen unterschiedlich ein. Über Bailey z.B. wusste Bayern Bescheid, haben ihn jedoch nicht so hoch eingeschätzt. Entsprechend gibt es auch seinen “Entdecker” nicht (Boldt). Lucio bspw. hatte aber seinerseits wirklich niemand auf dem Schirm, als der Dicke nach Südamerika geflogen ist. Wenn ein Spieler unbestritten Talent hat und viele Vereine interessiert sind, kommt es wohl hauptsächlich darauf an, wer mehr Beziehungen und Einfluss hat. So gibt es dann eben noch unterschiedliche Gewichtungen. Um bei den genannten zu bleiben: Reschke hatte ein krankes Netzwerk – Mislantat gilt als einer der besten, wenn es um die Bewertung des Enticklungsptentials geht. Und bei Brazzo scheint das interessante zu sein, dass er ein für sein Alter gigantisches Netzwerk hat, insbesondere bei den u50 Playern im Biz. Sicherlich kennt er keinen Zahavi und Raiola persönlich (Reschke trifft sich zum Kaffe mit denen) dafür kennt er wohl jede Person, die sich in den letzten 10-15 Jahren im Fußball positioniert hat. Das würde zum Beispiel auch zum gelungenen Davies transfer passen.

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    1. Interessant

      Warum sind die digitalen Datenbanken und Analysetools von LFC und MCFC zu gut?

      Was hat Neppe wirklich drauf? Hat er von Reschke genug gelernt?

      Und warum ist Reschke eigentlich gegangen?

      1. Ich denke es steckt gar nicht so viel hinter dem Reschke-Abgang. Bayern hat selbst ein riesiges Netzwerk und im Vergleich zu einem Rummenigge ist dann ein Reschke glaube ich gar nicht so besonders. Wenn ich Reschke wäre, würde ich auch lieber bei einem mittelgroßen Verein mein Ding machen und eigenständig arbeiten, als bei Bayern nur ein kleiner Fisch zu sein. Reschke wäre für uns immer noch ein top Mitarbeiter, beispielswiese als Brazzos Sportdirektor (hihi) aber ich glaube fast man braucht ihn einfach nicht.

        Was Analysetools angeht, habe ich vor einem Jahr schon einen spannenden Bericht aus England (!) gelesen, dass Leverkusen da bis heute ganz vorne ist international. Rolfes soll ja dahingehend auch ein Fuchs sein. Selbiger Grund lässt mich aber auch an der Erfolgsgarantie der Tools zweifeln: Leverkusens Bilanz fällt sehr ernüchternd aus. Retsos war nach advanced stats das krasseste Talent Europas, Alario mit wahnsinns Metriken, Palacios der perfekte moderne 8ter…. nur die drei sind 60 Millionen und keiner spielt!

      2. @Lucas
        Und Neppe?
        Rummenigge hört ja bald auf.
        Können Kahn und Salihamidzic seine Kontakte beibehalten? Was wird aus Branchini?
        Alles MMn spannende Fragen.
        Jonas Boldt scheint ja nicht zu sehr aus der LEV Bank abschöpfen zu können.

      3. @918
        Ich stimme dir absolut zu, spannende Fragen! Nur würde ich dazu keine Einschätzung geben wollen/können.
        Ich denke aber, dass Kahn schon mit seinem Namen in einer guten Position ist. Sportlich bringt das vielleicht nicht viel, aber wirtschaftlich gesehen wird Kahn in Asien in andere Dimensionen vorstoßen können, als Rummenigge. Den Namen Kahn kennt und verehrt dort “jeder”

    2. Die digitale Revolution im Scouting sollte man dazu erwähnen. Sie ist ja der Grund warum jeder Klub über fast jeden Spieler auf der Welt Bescheid weiß.
      Auch der umtriebigste Scout kann nicht 20.000 Spieler aus eigener Anschauung kennen, eine Datenbank schon.
      Mislintat hat sogar ein eigenes Analysetool mit entwickelt, weil er mit dem Angebot damals nicht zufrieden war.

      Ich würde auch den Einfluss von Netzwerken und Beziehungen auf die Letztentscheidung nicht überschätzen. Am Ende zählen da doch auch andere “Werte”. An Davies war angeblich Reschke zeitgleich für Stuttgart dran, aber im Wettbewerb gegen Bayern natürlich chancenlos.
      ManU war zu der Zeit auch im Rennen und als Wettbewerber potentiell ein ganz anderes Kaliber. Die hatten sich offensichtlich allerdings intern schon früh festgelegt, nicht über 2 Mio € Ablöse hinauszugehen und damit ebenfalls gleich aus dem Spiel.

      1. Eben.
        Du brauchst eben den smarten Kopf der die richtigen Schlüsse und Entscheidungen fällen kann. Deshalb ja meine Frage – ist das eine gemeinsame Interpretation/ Entscheidungsfindung Salihamidzic/ Flick oder hat Salihamidzic diesen Schritt monopolisiert was mMn gefährlich wäre

      2. Spannende Entwicklung! Monatelang wird Salihamidzic von 918 als unfähiger und überforderter Berufsanfänger bezeichnet, der es nur Hoeneß’ Gnaden zu verdanken hat, dass er Sportdirektor beim FCB geworden ist.
        Nun die Wende: er taugt offenbar doch zu etwas mehr. Und schon wird er zum Risiko für den Verein, weil befürchtet wird er habe sein Wissen und Können monopolisiert.

        Warum kann man nicht einfach mal das anerkennen, was von Seiten des Vereins bereits vor über einem halben Jahr bei der Berufung von Hasan zum Sportvorstand geäußert wurde: dass dieser einen prima Job macht.

      3. Umspannende Entwicklung!
        Du magst 918 immer noch nicht und lässt es alle wissen, obwohl es gerade um eine inhaltliche Diskussion geht

      4. @Lukas: wer hier wen nicht mag, sei mal dahin gestellt. Ich habe für die Kritik an 918s teils unverschämten Aussagen über unseren Sportdirektor von ihm regelmäßig Spott und Häme bezogen. Jetzt – wo sich (auch hier) die allgemeine Einschätzung über Hasans Arbeit gedreht hat, bläst er plötzlich in ein anderes Horn. Nicht aber, ohne gleich wieder die nächste abstruse Behauptung aufzustellen.

    3. Während Vereine und Spieler maximal im Scheinwerferlicht stehen und jeder Schritt beleuchtet (und entsprechend aufgeladen bewertet) wird, ist die Berater-Welt eine Black Box ohne externe Einsicht. Man könnte auch behaupten: hier werden die relevanten Entscheidungen getroffen, von denen die Öffentlkichkeit nichts mitbekommt. Im US-Sport gibt es eine handvoll weniger Journalisten, die Teil dieses Netzwerks sind und entsprechend aussagekräftig sind deren Aussagen bspw. über Trades oder Free Agent Signings. Der Rest ist – wie übrigens auch bei den Fans – 99% wilde Spekulation.

      Insofern: Danke @Lukas für den informativen Beitrag. Dass man bei der Verpflichtung Brazzos mit Sicherheit auch das ein oder andere Verhandlungsgeschick “am Tisch” und Netzwerk auf “unteren Ebenen” berücksichtigt hat, kann ich mir durchaus vorstellen.

  23. Man kann es bei Salihamidzic von verschiedenen Seiten sehen:
    Positiv ist das man in seiner Amtszeit eigentlich nur zwei Fehlgriffe hatte mit Tolisso und Rudy.
    Die Leihspieler ausgenommen denn die waren Notnägel.
    Wenn er Vogt Rebic Jovic etc verhindert hat dann muss man den Hut ziehen.
    Das viele Talente verpflichtet werden ist auch positiv und wenn von 10 Spielern auch nur einer durchkommt dann ist es schon gut. Da machen wir viel mehr.
    Das CHO Theater und die Sane Klöpse stehen dagegen genau wie die offensichtlichen Dissonanzen mit Neuer und Müller die aber immerhin verlängert haben.
    Es ist ein Kardinalfehler von FCB das man mit den Verlängerungen von 4!!! Lernspiele Neuer Müller Alaba Thiago solange gewartet hat.
    Macht man jetzt die gleichen Fehler bei Goretzka und Süle und Kimmich??

    Das die Spieler alle beim FCB bleiben bzw zum FCB wechseln wollen liegt mMn hauptsächlich am attraktiven offensiven dominanten Ballbesitzfussball den Flick spielen lässt.
    Flick erleichtert Salihamidzic Job. Jetzt muss er zeigen was er kann.
    Alaba Thiago etc

    Antwortsymbol8 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Brazzo begann Ende Juli 2017 beim FCB. Rudy wechselte im Sommer 2017/18 zu Bayern, genauso wie Tolisso. Beide Transfers dürften also schon ein bisschen vorher eingetütet worden sein, oder?
      Beide Spieler waren sicherlich keine Verstärkungen, aber das lag auch an Faktoren, die die Verantwortlichen gar nicht oder nur bedingt zu verantworten hatten. Tolisso war in seinem ersten Jahr beileibe kein schlechter Spieler. 6 Tore in der Liga und 3 in der CL, davon zwei gegen ein Topteam wie PSG, lesen sich nicht so schlecht. Zudem war er beim Titelgewinn von Frankreich nicht nur ein Kaderspieler, sondern eigentlich fast immer nah am Team und immerhin in 5 von 7 Spielen im Einsatz. Wenn Trainer wie Heynckes und Deschamps mit dem Spieler etwas anfangen können, kann er nicht so schlecht sein. Dann kam sein Kreuzbandriss im September 2018 und seitdem ist er nie wieder der Spieler geworden, der er vorher war. Konnte man das 2017 bei der Verpflichtung wissen?
      Rudy wurde ablösefrei geholt und für eine vernünftige Ablösesumme wieder verkauft. Wirtschaftlich war es also sogar ein sinnvoller Transfer. Sportlich ging es für ihn seit dem Wechsel zu Schalke nur bergab. Trotz Bankplatz bei Bayern wurde er von Löw sogar für die WM nominiert. Mit etwas mehr Geduld hätte Rudy sich auch bei Bayern als fester Rotationsspieler etablieren können, z.B. in der Tradition eines Thorsten Finks, der jahrelang eine stattliche Anzahl an Spielen machen durfte und damit zufrieden war. Der Versuch, beim damaligen Vizemeister Schalke als Stammspieler zu glänzen ist auf jeden Fall bei Rudy gründlich in die Hose gegangen. Auch hier würde ich die Schuld eher woanders suchen als bei den Verantwortlichen.
      Ein typisches Beispiel für einen Murks bei einem Transfer ist für mich der Fall Dembele und Barca. Wenn ich merke, was für einen Charakter der Spieler hat, dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn er auch in meinem Verein so auftritt. Ich weiß ja nicht, wie groß unser Interesse an ihm im vergangenen Sommer tatsächlich war, aber mir würde jegliches Verständis fehlen, wenn man sich mit ihm beschäftigt hätte.

      1. Yup stimmt Rudy sogar im 1/17 und Tolisso im 6/17. Also wurden in seiner Amtszeit mMn keine schlechten Spieler verpflichtet. Wie gesagt MMn ist er auch bisher weder für schlechte noch für gute Entscheidungen primär verantwortlich ( außer offensichtlich Davies).
        Es zeichnet sich aber eine strukturiertere Transferpolitik ab seitdem er da. Wenn sein Wirken ursächlich dafür verantwortlich ist dann sollte man das auch anerkennen.
        MMn wäre es vorteilhaft wenn er weiterhin seine öffentlichen Auftritte minimiert und dies Flick Kahn KHR überlässt.

      2. Also wurden in seiner Amtszeit mMn keine schlechten Spieler verpflichtet.

        Und warum bist Du dann monatelang über ihn hergezogen?

      3. Das kannst Du ja nachlesen.

      4. Brazzo anhand der Transferergebnisse zu bewerten ist ein schwieriges Unterfangen. Dazu ist seine Amtszeit, die entsprechenden Transferperioden bisher eigentlich zu kurz. Mit der Sommertransferperiode 2017 hatte er meiner Erinnerung nach noch gar nichts zu tun.
        Seine Uhr tickt erst danach.
        Dann bleiben an fixen Zu/Abgängen(Leihen, Amateure, die noch laufende Periode unberücksichtigt):
        Zugänge:
        Sandro Wagner
        Davies
        Goretzka
        Pavard
        Hernandez
        Arp
        Cuisance

        Abgänge:
        Sandro Wagner
        Vidal
        Costa
        Rudy
        Bernat
        Hummels
        Sanches
        Rafinha
        Ribery
        Robben

        Die Abgänge können wir noch relativ gut einordnen, man kennt die jeweiligen Karrieren beim FCB.
        Aber die Zugänge? Wer möchte schon was abschließendes zu Hernandez, Cuisance oder Arp sagen?
        Selbst bei Goretzka bin ich mir da noch unsicher, wo die Reise hin gehen wird. Ein paar starke Wochen machen viele durchwachsene Monate nicht wett. Wobei es für mich fraglich ist, ob man Goretzka überhaupt auf Brazzos Konto buchen sollte. Es ist wohl mehr als Gemunkele, dass dieser Deal schon sehr lange vor der Verkündigung hinter den Kulissen feststand.
        Und was soll man zu Wagners einjährigem Intermezzo sagen? Vielleicht doch etwas mehr zu dem sog. Netzwerken. Der Berater von Wagner ist der hier auch angesprochene Roman Rummenigge. Zu Klarstellung, der Sohn von Kalle. Dieser Kalle hat sich nach eigenen Angaben aus der Causa Wagner vollständig herausgehalten. Damit sollte das tatsächlich der einzige Deal sein, für den Brazzo sportlich weitgehend allein verantwortlich war. Das in der Folge des schnellen Doppelwechsels von Wagner sein Agent, der Sohn von Kalle, nach den üblichen Gepflogenheiten der Branche zum Multimillionär geworden sein dürfte? Schicksal halt? Jedenfalls ein Geschenk für jeden fleißigen Netzwerker, wenn man sich die Familie Rummenigge zum ewigen Dank verpflichtet weiß. Für mich jedenfalls klingen die Lobeshymnen von Kalle auf Brazzo immer etwas schal.

        Von den übrigen Transfers bleiben dann Davies und Pavard, die ich Stand heute für absolut positiv erachte. Aber auch für die ist die Zeit noch viel zu kurz, um zu einem abschließenden Urteil zu kommen. Wie werden wir in 5 Jahren über die beiden denken?

        Wenn ich diese Transferbilanz beurteilen müsste, könnte ich einen wohlwollenden oder kritischen Standpunkt einnehmen.
        Wohlwollend würde ich darauf hinweisen, dass bisher noch kein ausgewiesener Flop dabei war, dass die Zeit sehr kurz war und sich einige Spieler noch positiv weiterentwickeln können oder werden.
        Kritisch würde ich anmerken, dass viele Spieler hier noch gar nicht eingeschlagen haben, der Beitrag von einigen eher übersichtlich war und ein Output von 2,3 passenden Spielern für Bayernverhältnisse ausgesprochen dürftig ist.

        Dazu kommt ein Faktor, der für den Verein elementar wichtig und gut ist, der eine individuelle Beurteilung des sportlich Verantwortlichen ziemlich erschwert. Auch auf dem Transfermarkt sind wir mittlerweile “too big to fail”.
        D.h. aus dem Regal in dem wir mittlerweile einkaufen gehen, kommt im Regelfall immer was gutes. Mal mehr oder weniger.
        Ein Götze z.B. , den wir im Nachhinein wohl nicht gerade als überaus gelungenen Transfer bezeichnen würden hat in seinen ersten beiden Jahren ca. 90 Spiele mit 50 Scorern gemacht. Das sind dann bei uns die nicht so erfolgreichen.
        Es reicht aber im Regelfall immer noch dafür, um im Bundesligamaßstab zu den Guten zu gehören und einen Erfolgsbeitrag leisten zu können. Oder was wurde hier über Spieler wie Hummels oder Vidal diskutiert, könnten wir wahrscheinlich gleich wieder auffrischen. Aber, dass sich jeder Bundesligist und wahrscheinlich 95% plus X aller Mannschaften in Europa nach solchen Spielern die Finger lecken würden, muss einem schon klar sein.

        Ich gehöre z.B. nicht zu denen, die glauben jeder Platzwart könnte als Trainer unsere Mannschaft zur Meisterschaft führen. Dazu ist der Trainerjob viel zu komplex und von vielen Faktoren abhängig. Und wir hätten kaum in zwei Jahren 2 Trainer entlassen müssen.

        Etwas anders schätze ich die Situation im Management ein. Ohne die Gesamtaufgabe kleinreden zu wollen, ist es hier fast ein Ding der Unmöglichkeit, dass jemand, der mit dem Namen und dem Scheckbuch des FCB im Rücken einkaufen geht, nicht mit ein paar guten Spielern zurückkommt.
        Ein Christian Nerlinger hat z.B. Robben, Neuer oder Boateng auf seiner Tanzkarte stehen. War er ein Managementgott?

      5. Natürlich muss man immer etwas abwarten, ob ein Spieler einschlägt oder nicht. Aber in den allermeisten Fällen sieht man ja schon im ersten Jahr, ob es etwas wird oder nicht. Manchmal braucht es ein zweites Jahr. Doch wer sich bei uns im zweiten Jahr nicht durchsetzt, wird wohl auch danach nicht mehr durchstarten.

        Bei Pavard und Davies würde ich deswegen dazu neigen, sie als angekommen beim FCB einzuschätzen. Cuisance zeigt Ansätze (aber auch erst am Ende der Saison), Arp muss in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen und sich als mehr etablieren als ein Spieler der 2. Mannschaft (im Moment ist Zirkzee ja klar vor ihm). Und Hernandez muss in der kommenden Saison voll durchstarten. Gerade bei solchen hochpreisigen Einkäufen sind Fehler eigentlich nicht erlaubt. Bei Sané gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass er sofort einschlägt.

        Das Argument der Kadergröße von @willythegreat finde ich auch schon sehr wichtig. Das kann man planen – und da sind wir auf dem falschen Weg. Positiv dagegen sehe ich die Strategie, dass wir vermehrt junge Spieler kaufen (Arp, Davies, Singh, Cuisance, Richards, Dajaku), um damit hoffentlich günstig neue Spieler für die 1. Mannschaft zu gewinnen. Eine Katastrophe war dagegen vor allem die Außendarstellung. Der Höhepunkt war natürlich nach dem Pokalspiel in Bochum (?), als Salihamidzic nur aus Freundlichkeit vor die Presse getreten ist und dann rumgestammelt hat (aber die Causa CHO war auch echt mies). Was die Vertragsverlängerungen angeht, ist es bisher auch so medium. Müller und Neuer konnten gehalten werden, Thiago wird wohl gehen. Da müsste Alaba nun verlängern, damit es klar zum Positiven kippt.

        Wenn ich es zusammenfasse, dann steht da bisher keine überzeugende Leistung auf der Habenseite. Wäre Davies nicht so eingeschlagen, dann wäre es eine doch eher negative Bilanz, die in der neuen Saison besser werden muss (aber auch kann), wenn Hernandez endlich ein Leistungsträger wird und Cuisance oder einer der anderen jungen Spieler durchstartet. Dazu braucht es eben noch einen überzeugenden Ersatz für die RV-Position. Ansonsten bleiben nach 3-4 Jahren vor allem die Kaderausdünnung und hohe Ausgaben für Einzeltransfers bei einer nicht sonderlich guten Außendarstellung. Natürlich weiß man nicht, was er nach innen so alles macht, aber Ende muss erstmal eine gute Mannschaft zusammengestellt werden, mit der die sportlichen Ziele auch erreicht werden können. Eigentlich wäre dieser Sommer m.E. der Sommer der Wahrheit gewesen, nun ist die Lage etwas komplizierter und es wird wohl auf den kommenden Sommer ankommen.

    2. Was man bei Brazzo auf jeden Fall auch immer im Auge behalten muss, ist die Entwicklung der Kadergröße und Kaderqualität seit er im Amt ist. In seiner ersten Saison hatten wir (nach dem Wintertransfer von Wagner) fast zwei komplette Mannschaften, die rein aus etablierten Spielern bestanden:
      A-Elf: Neuer – Kimmich, Hummels, Boateng, Alaba – Thiago, Vidal, Müller – Ribery, Lewandowski, Robben
      B-Elf: Ulreich – Rafinha, Süle, Martinez, Bernat – Tolisso, Rudy, James – Coman, Wagner, XXX
      zumindest Süle, Martinez, Tolisso, James und Coman waren dabei gleichwertige Alternativen zur A-Elf, die man ohne Bedenken auch in einem Topspiel hätte bringen können und auch bei Rafinha, Bernat, Rudy und Wagner handelte es sich um mehr als gestandene Alternativen. Es gab eigentlich nur auf einer offensiven Außenposition keine wirkliche Doppelbesetzung im Kader.
      2019/20 könnte man zwar theoretisch sogar alle Positionen doppelt besetzen, aber auch nur, weil man im Gegensatz zu 2017/18 mit Davies, Cuisance und Zirkzee drei Spieler unerwartet schnell hochziehen konnte. Sonst würden in der folgenden Liste drei XXX stehen
      A-Elf: Neuer – Pavard, Boateng, Alaba, Davies – Goretzka, Kimmich, Müller – Coman, Lewandowski, Gnabry
      B-Elf: Ulreich – Odriozola, Süle, Martinez, Hernandez – Thiago, Tolisso, Cuisance – Coutinho, Zirkzee, Perisic
      Die Zahl der hochkarätigen Alternativen ist etwas geringer. Hier würde ich vom Namen her Süle, Hernandez, Thiago und Coutinho nennen. Martinez, Tolisso und Perisic wären für mich noch gestandene Alternativen, aus Alters- oder Verletzungsgründen eben aber auch keine Spieler mehr, die andere wirklich gleichwertig ersetzen können. Odriozola, Cuisance und Zirkzee würde ich jetzt beim CL-Finalturnier nicht unbedingt auf dem Feld sehen wollen.
      Bin mal gespannt, wie diese Liste nächste Saison ausschaut. Daran messe ich einen Sportdirektor übrigens in erster Linie. Ob ein Spieler unbedingt einschlägt, hängt von vielen Faktoren ab, die nicht alle beeinflussbar sind. Ob die Größe des Kaders passt, ist da schon eher planbar.

      1. @willy
        Kadergrösse : das ist ja das Problem bei der sportlichen Beurteilung von Salihamidzic. Indirekt wirfst Du ihm vor das er die / bei der Verkleinerung des Kader be oder mitbewirkt hat oder nicht verhindert hat. Salihamidzic fing ja bei uns an als totaler Berufsanfänger in Sachen scouting Analyse und Sportvorstand sowieso. Dh knallhart ausgedrückt ohne jegliche Kernkompetenz die ein Sportdirektor normalerweise mitbringen muss ( er mag ja vernetzt sein, eine Firma aufgebaut haben, den FCB sehr gut kennen und als Markenbotschafter aktuelle Zusammenhänge).
        Jemand mit Kernkompetenz hätte sich in Entscheidungsprozesse sofort einbringen können; Salihamidzic bestimmt nicht signifikant. MMn bekam sein Wort erst zunehmend sichtbar Gewicht als er anfing im Wintertransferfenster 18/19 über CHO etc zu reden bzw Davies verpflichtete. Die von KHR im Sommer verkündete 16+4 Feldspieler Strategie ist sicherlich auch seine Idee und befriedigte gleichzeitig die Ansichten Kovacs.
        MMn kann man Salihamidzic keinen Vorwurf machen wenn UH und KHR einen Berufsanfänger ohne Kernkompetenz einstellen- Training on the Job dauert eben.
        Normalerweise befinden sich sportliche Führung (Trainer und Sportdirektor) mit der Clubführung in einem natürlichen Interessenskonflikte weil die sportliche Führung natürlich ausreichend Qualität im Kader möchte die permanent verbessert wird.
        Auf einmal gab es aber eine unwidersprochene Interessensgleichheit die zur Verkleinerung des Kaders und zeitweise Qualitätsverlust führte ( auch durch schlechte Trainer Arbeit).

        Ein erfahrener kompetenter Sportdirektor wie zB Eberl hätte sicherlich klarmachen können das eine Kaderverkleinerung bei gleichzeitigen Qualitätsverlust den sportlichen Zielen des FCB nicht zuträglich ist. Der hätte klarmachen können das ein Trainer der nicht der Fusball DNA des Teams und Spieler der letzten 10 Jahre entspricht falsch am Platz ist. Der hätte auch klarmachen können wenn man zuviele Spieler mit hoher Qualität im Kader hat die sehr oft verletzt sind der Situation nicht zuträglich sind.
        Ja das hätte man von einem kompetenten erfahrenen Sportdirektor erwarten können aber doch nicht von Salihamidzic. Und das liegt nicht an ihm selbst sondern an UH und KHR.
        Jetzt drei Jahre später mit Hainer und Kahn im Rücken scheint Salihamidzic gefestigter.
        Aus meiner Sicht fängt die echte beurteilbare Arbeit von Salihamidzic ab letztem Winter an.

        Der zu Spielern und Club passende Trainer hat verlängert. Der von ihm angemahnte Einfluss wurde ihm gegen Salihamidzic Willen zugestanden. Von vier MUST Verlängerungen mit Kernspielern sind bisher nur zwei vollzogen ( bei Neuer nach massiver Kritik am Verhalten Salihamidzic und nur durch Intervention von KHR und Kahn). Man setzt sich unnötig unter Druck denn ohne die Gewissheit wie Thiago und Alaba sich entscheiden kann man nicht vernünftig planen. Je länger das Rumgeeiere desto komplizierter wird es. Sane ist natürlich ein sehr positiver Zug mit Signalwirkung ( das man ihn nicht schon letzten Sommer geholt hat waren unglückliche und letztlich glückliche Umstände).

        Die von SARS Cov 2 erzwungenen Veränderungen führen notgedrungen dazu das man den Kader wieder erweitern muss ohne sich intern darüber zu zerstreiten.

        Das man dennoch sehr viele gute richtige Transferentscheidungen getroffen hat und nur sehr wenige schlechte steht auf einem anderen Papier weil diese immer Team Entscheidungen beim FCB sind.

        Insbesondere bei den Abgängen lag man in toto mMn richtig nur beim timing nicht. RibRob waren zu spät oder der Ersatz zu spät. Sanches wurde auch zu spät verkauft genau wie Vidal- wenn man schon Tolisso und Goretzka holt.
        Das man neue IV verpflichtet nach den desaströsen Auftritten von Boa und Hummels war richtig. 80 Mio für Lucas sind natürlich unverhältnismäßig hoch ! Dennoch sind Pavard und Lucas super Spieler die uns weiterhelfen.
        Man muss alles jetzt im Bezug zur Krise sehen und da wird man mMn jetzt keinen Spieler abgeben wollen. Mal sehen was in den nächsten drei Monaten Transferperiode passiert.

  24. Anderes Thema: Ich würde sehr gerne eine Einschätzung zum Cas-Spruch bzgl. ManCity lesen.

    Sieht nach einem schweren Schlag fürs FFF aus.

    Antwortsymbol13 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Yep. Das kannst Du damit einkassieren. Nach dem Urteil dürfte das keinen Verein mehr interessieren. War leider zu erwarten, dass der CAS dieses Urteil fällt.

    2. So wie ich das aus den Berichten verstanden habe, ist ein Teil der Beweise/Vorfälle bereits verjährt gewesen und die restlichen “verwertbaren” Beweise reichen nicht aus.
      Die Behinderung der Ermittlungen blieb bestehen, das alleine genügt aber nicht für einen Ausschluss sondern nur noch für eine verringerte Strafe von 10mEUR (anstelle von 30mEUR).

      Übler Nachgeschmack jedenfalls, FFP war m.E. aber schon vorher tot, kann mir keiner sagen dass das PSG-Konstrukt durch das FFP-Ziel gedeckt ist. Wenn man sich dann aber die ganzen Verbindungen zwischen PSG und UEFA ansieht, kann man schon erahnen warum die keine Probleme mehr bekommen werden.

    3. Es ist natürlich Blödsinn zu sagen das das gesamte FFP für die Katz ist.
      Die Vorwürfe dieses Verfahren liegen über 5 Jahre zurück und Grundlage der Vorwürfe sind teilweise nicht gerichtsverwertbare Unterlagen durch Football leaks.
      Das die UEFA trotzdem ein Verfahren angestrengt und MCFC verurteilt hat kann man auch als letzte Warnung an alle verstehen.

      Natürlich ist die Begründung Verjährung und unausreichende Beweise eine Katastrophe für die UEFA Finanzkommission.
      ME muss die UEFA zusammen mit der ECA jetzt schnell klar Stellung beziehen zum FFP.

      1. Zum konkreten Fall:
        Mag sein dass das CAS formal richtig entschieden hat, kann das nicht wirklich beurteilen. Wenns an der Verjährung liegt, dann ist das halt rechtlich nun mal so, war ja schließlich kein Mordfall. Freispruch wegen Verjährung ergibt halt trotzdem üblen Nachgeschmack :)

        Zum generellen FFP:
        Wie schon gesagt, dass PSG und City-Konstrukt kann doch nicht ernsthaft im Sinne des FFP sein. D.h. entweder sind die grundlegenden Regelungen falsch aufgesetzt, oder es wird nicht konsequent verfolgt. (oder beides).
        City wurde auch erst nach den Footballleaks-Enthüllungen und öffentlichem Druck angegangen, wenn das wirklich kontrolliert worden wäre, hätte sich das Verjährungsproblem vielleicht gar nicht ergeben. Ansonsten hat man ein paar kleine Fische bestraft. Gut PSG wurde vor ein paar Jahren auch mal etwas bestraft. Aber jetzt wo der PSG-Boss in der UEFA-Exekutive mit drin sitzt, wird denen sicherlich nichts mehr passieren.

        Vielleicht ist FFP nicht tot, aber höchstens ein zahnloser Tiger der an einer 1m-Kette festgezurrt ist. :)

      2. @ Max
        Welches MCFC bzw PSG Model meinst Du?
        Was genau kritisierst Du?
        Hast Du das aktuelle FFP gelesen und mit den verglichen zu dessen Zeitpunkt die jetzt angeklagten Vorwürfe fallen?
        MMn muss man sich Schöneres differenzierter mit der Sache auseinandersetzen.
        MCFC und PSG aber auch Barca Juve und MUFC die alle überschuldet sind müssen weiterhin eng kontrolliert werden insbesondere jetzt damit diese Clubs nicht meinen die gelockerten FFP regeln zum Vorteil zu nutzen.

        Natürlich ist das Urteil katastrophal aber man muss nich gleich alles den Lokus runterspülen

      3. Hallo MSR-Team, wo ist denn mein Kommentar von heute Nachmittag hin? Ich hatte hier etwas gepostet, das aber nach der technischen Umstellung anscheinend verschwunden ist.

      4. Dass FFP-Regelwerk hab ich mir nicht durchgelesen.

        Mit Konstrukt meine ich, PSG und ManCity sind im Eigentum von der Scheichs. Weitere Firmen, die mit den Scheichs verbandelt sind, schließen orbitant hohe Sponsoringverträge ab, die nicht im Verhältnis zum Werbegegenwert stehen.

        Ok, ManCity spielt in der PremierLeague, also ist da wohl ein hoher Werbewert dahinter. Aber PSG in der französischen Liga? Welcher reguläre Sponsor würde denen soviele Summe fürs Sponsoring zukommen lassen. Mag vielleicht formal sogar korrekt sein, dann ist das FFP-Konstrukt aber falsch aufgesetzt.

      5. @max
        Ja die versteckten Sponsorenzahlungen sind ein Problem.
        Danach wurde das FFP verschärft.
        Man sollte sich die aktuelle Fassung wirklich mal durchlesen denn die Regeln sind schon sehr klar und tough in Vergleich zu der Angeklagten Periode 2012-2016.
        Denke ManCity und PSG sind sehr unter der Lupe und die UEFA wird nicht noch einmal so lax bei Verstößen agieren und ein Spiel auf Zeit mit Ziel Verjährung zulassen.

        KHR hat ja auch auf das jetzige Regelwerk als ausreichend und gut hingewiesen wenn es konsequent eingehalten bzw. Verstöße bestraft werden

    4. Dass das Urteil kassiert wurde, spricht doch eine klare Sprache: Macht, was ihr wollt!

      Wenn die UEFA DInge hat verjähren lassen, dann ist das erbärmlich. Wenn City nicht kooperiert hat (und dadurch möglicherweise dann auch Dinge in die Länge gezogen wurden), dann ist das erbärmlich. Zumindest wenn dann am Ende als Belohnung so ein Urteil rauskommt. Und so ist es am Ende wie immer: Die Reichen dürfen tun und lassen, was sie wollen.

      Ab sofort können wir uns dann auch alle Diskussionen über Gehaltsobergrenzen, illegales Sponsoring usw. sparen. Und die UEFA sollte am besten offiziell das FFP kassieren. Es gab wiederholt Fälle, in denen dagegen verstoßen wurde. Nie ist wirklich etwas passiert, wenn es einem großen Verein an den Kragen gehen sollte. Das alles ist nur noch ein Witz.

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      1. Traurig, aber leider wahr. Es sei denn, man malt sich eine rosarote Welt.

    5. Die Quintessenz des Sportschau Kommentars bringt es auf den Punkt:
      “Die Nachricht, die heute aus der Schweiz gesendet wurde, ist, dass vermögende Eigentümer, Staaten und Hedgefonds weiterhin Narrenfreiheit auf Europas Fußballbühnen genießen.”

    6. Aus meiner Sicht ist es ein schwerer Schlag für das FFP.

      Wer um Himmels Willen glaubt denn noch der UEFA ? Selbst der letzte muss erkennen, dass die ganze Farce zum Himmel stinkt und dass das FFP damit keinen Sinn mehr hat.

      Wieder ein Stück Glaubwürdigkeit im See versenkt, wenn man denn noch eine hatte ;)

      Damit wird auch ein Hebel, die Vereine zu mehr Wirtschaftlichkeit zu zwingen, ab acta gelegt.

      Man muss auch anmerken, dass derzeit kaum Verbände ein gutes Bild abgeben, UEFA, FIFA, DFB, ein Schelm, der Böses denkt :D

    7. Unabhängig davon wie das Urteil zu bewerten ist, dürfte es direkte Auswirkungen auf mögliche Abgänge haben. Mit dem Gedanken eines Wechsels von Alaba müssen wir uns wohl langsam anfreunden…momentan würde ich sogar fast sagen, die Wahrscheinlichkeit ist höher als bei Thiago…wobei sich Pep natürlich auch beide sichern könnte.

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  25. Ich sehe keinen Bedarf für 100+ Mio Havertz zu holen. Wenn er nicht zu uns kommt, geht er ins Ausland. Ob er das in seinem Alter überhaupt schon will, ist eine ganz andere Frage. Sollte er nicht ins Ausland wollen, sitzen wir bzgl. Ablöse eh am längeren Hebel. Zur Not wird er halt ablösefrei geholt. Wir haben keinen akuten Bedarf und wer weiß, was sich in einem Jahr an neuen Möglichkeiten auftut. Plötzlich entwickelt sich vielleicht ein Musiala zum neuen Müller.
    Havertz ist ein aussergewöhnlich guter Spieler, aber er ist eben nicht der 100+ Mio Spieler, zu dem er gerne gemacht wird.

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  26. Anderes Thema: Was war da eigentlich mit Tapalovic und Neuer los?

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  27. @Alex was ist das für ein Photo?
    Uh und KHR mit??

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    1. Definitiv China, wahrscheinlich auf einer der Marketing-Reisen dorthin aufgenommen.

    2. Das ist ein Foto von einem Dinner einer FC Bayern Delegation mit dem Vizebürgermeister von Shenzhen im Juli letzten Jahres, dass dort anlässlich der Eröffnung einer Fußballschule der Bayern stattfand.

  28. ManCity und Alaba gewinnt jetzt deutlich an Substanz und treibt den Markt. Ob das noch gut aussieht?

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    1. Stand jetzt hat Pep bei ManCity Vertrag bis 2021. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er diesen Vertrag schon in diesem Sommer verlängern wird. Selbst wenn Alaba noch einmal mit Pep zusammenarbeiten möchte, ist die Garantie, dass er dies bei ManCity über einen längeren Zeitraum tun könnte, derzeit nicht gegeben. Ob Alaba überhaupt nach England möchte oder im Fall eines Wechsels nur Spanien (also Barca oder Real) als Alternative ansieht, wird ja auch des Öfteren diskutiert. Sollten sich Alaba und/ oder Thiago trotzdem auf ein Engagement bei ManCity einlassen wollen, dann werden wir sie wohl diesen Sommer verkaufen, aber sicherlich etwas mehr kassieren, als wir es vor der Aufhebung des UEFA-Urteils in Coronazeiten getan hätten. 80 Millionen für beide sollten dann mindestens drin sein und das würde unseren Spielraum für Neuzugänge natürlich enorm erweitern.
      Sollten beide Spieler allerdings gar nicht zu City wollen, dann tangiert uns das Urteil vorerst nicht wirklich. Erst wenn ManCity bei irgend einem anderen Topklub Spieler einkauft, dann würde es für uns gefährlich. Dann würde nämlich ein anderer Topklub wieder flüssiger werden als zwischenzeitlich gedacht und könnte dann natürlich bei Alaba oder Thiago eine Millionenablöse eher stemmen.
      ManCity ist trotz aller Millionenbeträge aber in den letzten Jahren eher als Klub aufgetreten, der sich selten bzw. gar nicht bei direkten Konkurrenten bedient. Von daher könnte es gut sein, dass sie auch dieses Mal eher wieder auf Spieler aus sind, die bei Klubs unter Vertrag stehen, die nicht zur obersten Etage gehören. Für alle Positionen gäbe es da einige Alternativen auf dem Markt. Abwehr: Chilwell (Leicester), Koulibaly (Neapel), Upamecano (Leipzig), Mittelfeld: Havertz, Hojbjerg (Southampton), Sturm: Traore (Wolverhampton), Haaland (wohl eher ab 2021). Keiner dieser Vereine wäre wiederum eine Gefahr für uns in Sachen Alaba bzw. Thiago selbst wenn sie einen dicken Scheck aus Manchester (bzw. vom Scheich persönlich) bekämen.

  29. Guter Punkt mit dem Einkauf bei “direkten Konkurrenten”.

  30. Also Zukunft hat unser Kader. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal einen derart jungen Kader in dieser Qualität hatten. Ich behaupte mal, unsere U25 wäre in der Lage um den Bundesliga Titel mitzuspielen

    Nübel (23) – Davies (19), Hernandez (24), Süle (24), Pavard (24) – Cuisance (20), Kimmich (25), Goretzka (25) – Sane (24), Gnabry (24), Coman (24).

    Durchschnittsalter 23,2 Jahre (Quelle https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=4105037169568879&id=321447727927861)

    Ich würde das Team in exakt dieser Aufstellung nächste Saison gern mal spielen sehen.

  31. @Stiftl:
    Liest sich ganz gut das Team…

    Dazu passt:
    https://www.sport.de/news/ne4008225/medien-fc-bayern-legt-alaba-abloese-fest—manchester-city-sagt-ab/

    36 Mio. Ablöse sollen festgelegt worden sein?? Ist das ein Witz??! Selbst bei nur noch einem Jahr Restvertragslaufzeit müsste man doch locker 50 Mio. verlangen können. Corona hin oder her !!!

    Aber ein Team ohne Thiago, aber vor allem ohne Alaba, mag ich mir garnicht vorstellen ;-(

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Es bringt doch nichts, eine Summe zu verlangen, die momentan keiner zahlen wird. Dann würden die Interessenten halt abwinken und ihn nächstes Jahr umsonst holen. Da läuft genau derselbe Mechanismus gegen Bayern, der uns selber erst gerade Sané zum Schnäppchenpreis eingebracht hat. Wechselwillige Spieler mit Vertrag bis 2021 sind momentan ein Riesenproblem für jeden Klub.

      Anders als bei Thiago gibt es für Alaba aber sowohl eine interne Auffanglösung als auch attraktive, verfügbare Ersatzoptionen auf dem Markt, in die man die Ablöse reinvestieren könnte. Mich würde es auch schmerzen, wenn er geht. Aber wenn es so kommt, dann muss man an die Zukunft denken, und für die kann man mit 35 Millionen jetzt besser vorsorgen als nächstes Jahr ohne.

  32. […] Miasanrot Leaks: Folge 2 | Alex feat. Justin, Maurice, Tobi & Christopher […]

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