Medhi Benatia – die ersten Wochen des Königtransfers

Zumindest finanziell ist Medhi Benatia der Königstransfer der laufenden Saison. Knapp 30 Millionen Euro überwies der FC Bayern München nach langem Tauziehen an den AS Rom. Der überhitzte Transfermarkt 2014 und die Unsicherheit im Verein, ob wirklich ein Innenverteidiger gebraucht wird, machten die Verhandlungen nicht einfacher. Erst kurz vor Ende der Transferperiode verpflichtete der FC Bayern den französischen Abwehrspieler mit marokkanischen Wurzeln. Die Verletzung von Javi Martinez „erleichterte“ die Kaufentscheidung.

Der Start beim FC Bayern verlief dabei alles andere als rund. Der Trainingsrückstand durch wochenlanges Einzeltraining beim AS Rom und die zeitgleich vielen Pflichtspiele gestalteten die ersten Tage als schwierig. Hinzu kamen kleinere Wehwehchen, die Benatia immer wieder zum Aussetzen zwangen. Inzwischen bestritt Benatia vier Pflichtspiele für den FC Bayern. Zwei in der Bundesliga und zwei Champions-League-Spiele stehen in seinem Leistungstagebuch. Insgesamt exakt 300 Minuten – 126 national und 174 international. Die Verletzung von Holger Badstuber am 3. Spieltag gegen den VfB Stuttgart führten zum Pflichtspieldebüt für Benatia gegen Manchester City.

Das erste Pflichtspiel – Manchester City

Natürlich kein einfacher Auftakt, aber da Jerome Boateng wohl eines seiner besten Spiele für den FC Bayern machte, fiel Benatia zumindest nicht negativ auf. In seinen ersten 85 Minuten hatte Benatia 76 Ballkontakte und eine Passquote von 94% – rund 1/3 davon in der gegnerischen Hälfte! Allerdings konnte er “nur” jeden zweiten Zweikampf gewinnen. Dies liegt auch an den drei Foulspielen, die allesamt als “negativ” in die Zweikampfstatistik einfließen. Insgesamt verlor er auch die Mehrzahl seiner Kopfballduelle (43% gewonnen). Positiv hervorzuheben: Er konnte zwei Bälle abfangen und vier Bälle klären. In der Summe hatte Benatia einen unauffälligen Auftritt, was für einen Verteidiger durchaus als Kompliment verbucht werden kann. Manchester City kam in der ganzen Partie auf sieben Torschüsse, wobei fünf als reelle Torchance angesehen werden. Zum Vergleich: selbst beim gefeierten 3:1 Auswärtssieg in Manchester vor einem Jahr hatte City vier gute Tormöglichkeiten.

Es vergingen zehn Tage, bis Benatia seinen zweiten Einsatz hatte. Gegen den 1. FC Köln wurde Benatia in der 55. Minute für Thomas Müller eingewechselt. Pep Guardiola stellte mit diesem Wechsel von einer 2/3er Kette um auf eine klarere Viererkette, die Benatia zusammen mit Alaba, Dante und Rafinha bildete. Auch wenn das Spiel zu diesem Zeitpunkt mit nur einem Tor Vorsprung zumindest auf dem Papier noch Spannung versprach, sah die Realität anders aus. Der FC Bayern hatte die Partie vollkommen im Griff. Kein Wunder, dass Benatia auf 100% Zweikampfquote und 97% Passquote kam. Schon in diesem Spiel hatte Benatia eine bessere Körpersprache, wobei er sich dabei weiterhin stark auf Anweisungen seiner Mitspieler verlässt. Vor allem Alonso, aber auch Dante geben immer wieder kleine Signale. Bei diesen kleinen Szenen fällt auf, dass die Abstimmung noch nicht gänzlich da ist, was nicht überrascht, da Benatia in der sowieso kurzen Vorbereitung fehlte.

Schwierigkeiten gegen ZSKA Moskau

Von Köln ging es direkt nach Moskau. Bei diesem Spiel hatte die komplette Defensive Probleme mit der Staffelung. Das Pressing griff in vielen Szenen nicht und der FC Bayern tat sich sichtlich schwer mit der destruktiven Spielweise von ZSKA Moskau. Vor allem die überfallartigen Konter setzten dem FC Bayern in der zweiten Halbzeit immer wieder zu. Hier machte auch Benatia keine gute Figur. Nur 17% gewonnene Zweikämpfe auf dem Boden verdeutlichen, was vielen aufgefallen ist: Benatia kam gegen Eremenko, Milanov und Musa nicht in die Zweikämpfe. Er wirkte schlicht zu langsam. Immerhin konnte er 80% der Kopfbälle gewinnen, wodurch er einige gefährliche Situationen nach Klärungen/ schnellen Abschlägen unterbinden konnte. Vor allem in dieser Champions-League-Partie wurden die vorhandenen Abstimmungsprobleme offensichtlich.
Am Wochenende gegen Hannover 96 durfte Benatia erneut zusammen mit Dante die Abwehr bilden, da Boateng erneut angeschlagen pausierte. Dank der schnellen Bayerntore, gab es bei diesem Spiel wenig zu mäkeln. Einzig bei der Torchance von Sobiech gab es erneut ein Missverständnis mit seinen Abwehrpartnern, das – Neuer sei Dank – folgenlos blieb. Mit 100% gewonnen Zweikämpfen mit dem Fuß und 71% gewonnenen Zweikämpfen in der Luft ließ er erneut seine Klasse aufblitzen. Allerdings spielte er deutlich weniger lange Bälle als seine Kollegen. Die durchschnittliche Passlänge beträgt gut 18 Meter – Boateng und Badstuber spielten im Schnitt mehrere Meter weiter. Insbesondere im Vergleich zu Boateng spielt Benatia im Spielaufbau noch deutlich zurückhaltender. Gegen Hannover hatte Dante doppelt so viele lange Pässe gespielt wie Benatia. Benatia spielte auch weniger Pässe nach vorne. Hier hat Dante in der laufenden Saison im Schnitt 17 Pässe mehr (hochgerechnet auf 90 Minuten). Benatia gab also öfters die Aufgabe des Spielaufbaues an den Nebenmann weiter. In der Zukunft – gerade gegen Mannschaften mit starkem Pressing wie Dortmund oder Leverkusen muss er sich in Sachen Spielaufbau steigern, da es sonst dem Gegner zu leicht gemacht wird.

Ausblick

In der Summe zeigte Benatia bisher gute Auftritte mit Abstrichen bei der Partie gegen Moskau. Es wird spannend zu sehen sein, welche Rolle ihm Pep Guardiola in der Zukunft zutraut. In den letzten beiden Partien hat Benatia vornehmlich die “rechte” Abwehrseite gedeckt. Was angesichts des Linksfußes Dante natürlich Sinn ergibt. Aber auch bei der Partie gegen ManCity zusammen mit Rechtsfuß Boateng spielte Benatia eher den rechten Innenverteidiger. Eine Beobachtung, die nicht ganz unwichtig sein wird, wenn Holger Badstuber wieder fit ist, da die reine Dreierkette wieder eher ins taktische Portfolio rücken könnte. Bis dahin muss Benatia sich aber noch weiter beim FC Bayern einleben und vor allem an seiner Körpersprache arbeiten. In allen vier Spielen gab es Momente in denen er Verunsicherung ausstrahlte. Nichtsdestotrotz zeigte er einige gute Anlagen und antizipierte viele Laufwege der Gegner und gewannn in der Regel die Mehrzahl seiner Zweikämpfe. In einigen Szenen ließ er dabei seine Klasse aufblitzen. Ein erster Schritt beim FC Bayern ist gemacht.

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Leserkommentare
  1. Sauze7

    Sehr schön aufbereitet. Die Zurückhaltung im Spielaufbau ist mir bisher ebenfalls aufgefallen.

    Könnt ihr an dieser Stelle bitte mal den Einfluss von Alonso beleuchten? In meiner Wahrnehmung dominiert er durch sein Abkippen, die Anzahl seiner Ballkontakte und die Länge seines Passpiels den Spielaufbau im ersten Drittel komplett.

    Dadurch werden einerseits die IVs “entlastet”, andererseits die 8er (Lahm)oft überspielt. Dieses Verhalten gab es zu Beginn von Modric bei Real ebenfalls und wurde dann irgendwann besser aufeinander abgestellt.

    Die Frage ist, ob die Dominanz von Alonso die Fähigkeiten der umliegenden Spieler zu stark einbremst und das Spiel so zu ausrechenbar machte. Die Gefahr eines gezielten Pressings auf Alonso hattet ihr ja schon mal angedeutet.

    1. dürem

      Ich denke, dass dieser Fokus auf Alonso im Aufbau derzeit gewollt ist, auch weil Thiago noch fehlt. Es ist auf jeden Fall eine taktische Bereicherung, die Achter gegebenenfalls auch mit vielleicht sogar einzigartiger Präzision überspielen zu können. Diese können im Aufbau dann auch ein anderes, vielleicht gegenpressingoptimierendes, Stellungsspiel betreiben. Dass er es auch anders kann, zeigen wohl am besten seine Auftritte in der Nationalmannschaft… neben Busquets, einem Pique in Topform, und Xavi.

  2. Baldi

    Hallo!

    Wie würdet ihr seine Schnelligkeit einschätzen? Gerade bei der einen Szene genen Musa sah das leider nicht so toll aus. Und für eine so hoch stehende Abwehr ist die Schnelligkeit der Spieler einfach wichtig.
    Ich vermute er ist irgendwo zwischen schneller als van Buyten und langsamer als Boateng, aber da ist viel Platz zwischen den beiden. ;)

    Nebenbei bemerkt war er doch eher der teuerste Transfer, während Lewandowski der sogenannte Königstransfer war.

    Servus

    1. So richtig kann ich seine Geschwindigkeit nicht einschätzen, da ich ihn bisher primär live im Stadion gesehen habe und da Vergleiche meiner Meinung nach etwas schwierig sind. Würde ihm aber weder eine Grundschnelligkeit noch einen flotten Antritt absprechen. Er erinnert etwas an Boateng, der wohl deutlich schneller ist, aber auch nicht danach aussieht, wenn er losläuft.

      Zwischen Boateng und van Buyten liegen ja Welten – würde ihn schon eher näher an Boateng ansiedeln. Gefühlt ist er schneller als Dante oder Badstuber.

      1. DS

        Ich denke auch dass Benatia ausreichend schnell sein sollte. Das verlorene Laufduell gegen Musa war eher Produkt eines gescheiterten Versuches den Stürmer vom Ball abzudrängen als fehlende Geschwindigkeit.
        Zudem hatte er in den Partieen bei der Roma, die ich gesehen habe, ein exzellentes Stellungsspiel, wodurch er praktisch nie in ein Laufduell gehen musste.

  3. Jo

    In Anbetracht der bekannten Startschwierigkeiten (unglücklicher Übergang aus Rom, Verletzungen, kurze Einspielphase etc.) bin ich mit der Entwicklung bisher zufrieden. Klar ist: Der Mann ist gut. Ob er sehr gut ist, ein echter Kracher, kann man bisher noch nicht seriös einschätzen.

    Über das hochgekochte Schnelligkeitsthema mache ich mir keine großen Gedanken. Die Medien greifen eben wieder den simpelsten Sachverhalt auf und versuchen das zu thematisieren. Die verschiedenen Einschätzungen aus Italien, die man vor seinem Transfer dazu gehört hat, waren: Schnelligkeit normal/solide.

    Man kann das auf keinen Fall an der Szene gegen Musa aufhängen.
    1. Musa ist eine Rakete (war auch schon bei der WM zu besichtigen)! Ich möchte den IV in der BL sehen, der ein reines Sprintduell gegen den gewinnt.
    2. Die bewusste Szene war weniger einem Schnelligkeitsdefizit geschuldet, sondern eine Mischung aus falschen Zweikampfverhalten und falscher Positionierung. Er hat sich ganz einfach verschätzt. Erschwerend kam dazu, dass Musa sich den Ball gar nicht bewusst so weit vorlegte, sondern er ihm vom Schienbein abprallte. Schwer zu kalkulieren. Und als Musa dann im Vollspeed an ihm vorbei war, war die Sache eben gelaufen.

  4. Ryukyu

    Ich habe den Transfer ja von Anfang an nicht verstanden. Schon gar nicht für das Geld. Er ist bestimmt nicht schlecht, aber nicht ansatzweise 30 Mio. € wert. Auch keine 20. Sein eigentliches Ziel – der Mannschaft sofort zu helfen – wurde auch verfehlt. Völlig verkorkster Transfer. Er wurde ja nicht als Perspektivspieler geholt. Das war nix.

    1. dürem

      In Anbetracht der beschriebenen gesundheits- und wechselbedingten Probleme ist dies auch meiner Meinung nach ein relativ gelungener Start, und das Duell gegen Musa wird überbewertet. Auch die anfängliche Sprachbarriere sollte nicht außer Acht gelassen werden. Eine Vielzahl an Barcelona-, Paris- und Cityfans konnte es jedenfalls nicht verstehen, warum dieser Transfer nicht für ihre Clubs realisiert wurde, wenn man bedenkt, wie spät und kurzfristig die Bayern dies schafften. Dies ist natürlich keine objektive Bewertung, aber ein Anhaltspunkt, welche internationale wertschätzung er nach letzter Saison genießt. Erreicht er wieder jene Form, was er insgesamt bereits tat, siehe das beschriebene Spiel gegen Hannover, ist er eine enorme Bereicherung. Ich denke, selbst sobald Badstuber und Martinez wieder einsatzfähig sind. Er scheint in Zweikampfführung und defensivem Stellungsspiel ähnliche Stärken wie Martinez zu haben, allerdings mit mehr Dynamik und mehr auf die allerletzte Verteidigungslinie bezogen, aber schlechterem Aufbauspiel, wie ja schon beschrieben. Gottseidank scheinen sich aber viele Spieler seit Guardiolas Antritt gerade in diesem Punkt schnell verbessern zu können, siehe van Buyten oder Rafinha. Ich sehne den Moment herbei, wenn Badstuber, Boateng und Benatia topfit sind.

      1. dürem

        edit… was er ansatzweise bereits tat

      2. bsg

        Haha genau, wenn wir schon auf Schnelligkeit rumhacken, dann gehört hier unbedingt Martinez rein, der gefühlt den schwächsten Antritt in der Mannschaft hat (vielleicht Starke?) und vom Topspeed her ist er bisher auch nicht als Abfänger in letzter Sekunde aufgefallen, but who cares??

  5. Erich_B

    Hallo zusammen,

    das wichtigste was Benatia benötigt für eine vernünftige Beurteilung ist Zeit.
    Wahrscheinlich sieht man seine “Leistungsspitzen nach oben” erst in der Rückrunde.

    Das wichtigste ist das man ihn nicht verunsichert oder überfordert.

    Heynckes hat Martinez – soweit ich mich erinnern kann – in der 1. Saisonhälfte 12/13 nur sporadisch gebracht, Einsätze um die 20 Minuten. Erst in der Rückrunde was er dann vollwertiger Stammspieler und ist dann aus Leistungssicht “explodiert”, vor allem in dem Spielen gegen Arsenal BVB im Januar / Februar.

    1. Ryukyu

      Naja, was mir irgendwie ein bisschen kurz kommt bei der “Beurteilung” ist der absurde Preis, den man für ihn bezahlt hat. 30 Mio. €. Er ist der viertteuerste Transfer in der Vereinsgeschichte. 30 Mio. €. Für einen IV!!! Ohne ein einziges Spiel auf internationalem Parkett. Dazu ist er mit 27 Jahren auch nicht mehr der allerjüngste – sprich seine Entwicklung ist zum Großteil abgeschlossen.

      Wir sprechen bei ihm ja nicht über einen Ergänzungsspieler wie z.B. Bernat oder auch Shaquiri. Bei so einer Ablösesumme sollte er gesetzt sein auf seiner Position. Für so eine Summe erwartet man einen Spieler von internationalem Format. Da ist eine gute Partie gegen Hannover 96 wirklich kein Maßstab. Mich nervt schon, dass er permanent verletzt oder angeschlagen ist. Dazu diese ganze Posse um seinen Wechsel. Und auch dieser unsägliche Afrika Cup. . Den sollte er meiner Meinung nach eh absagen. Das wäre zumindest mal ein Statement..

      1. Baldi

        “Und auch dieser unsägliche Afrika Cup. . Den sollte er meiner Meinung nach eh absagen. Das wäre zumindest mal ein Statement.”

        Gute Idee. Am besten werden alle Nationalmanschaften zugunsten des interessanteren Vereinsfussballs abgeschafft. Das wäre zumindest mal ein Statement anstatt auf dem Afrikacup herumzuhacken.

        “Dazu diese ganze Posse um seinen Wechsel.”

        Lag das am Spieler oder den beteiligten Vereinen?
        By the way … bei Martinez war das viel schlimmer, oder bei Götze, oder bei Lewandowski, oder …, oder, …, oder …

        “Ohne ein einziges Spiel auf internationalem Parkett. Dazu ist er mit 27 Jahren auch nicht mehr der allerjüngste – sprich seine Entwicklung ist zum Großteil abgeschlossen.”

        Ist ersteres wirklich relevant oder geht es um die Qualität die er hat? Ich glaube letzteres.
        Unter Guardiola haben sich nich mehr ganz so junge Spieler wie Lahm oder Rafinha auch nochmal weiterentwickelt, warum sollte das dem 27-jährigen Benatia nicht gelingen? Wie alt war Schweinsteiger als van Gaal ihn in defensive Mittelfeld beorderte? Spieler können sich auch im fortgeschrittenem Stadium ihrer Karriere noch weiterentwickeln. Gerade was den Spielaufbau angeht wird das vermutlich unumgänglich sein, aber auch quasi automatisch passieren. Gerade hier werden wir bestimmt mehr sehen, wenn Benatia und die Mannschaft sich weiter aneinander gewöhnt haben, Automatismen angewöhnt und Spielzüge eintrainiert wurden. Dann wird er den Aufbau nicht mehr den anderen (Boateng) überlassen.

        “Naja, was mir irgendwie ein bisschen kurz kommt bei der “Beurteilung” ist der absurde Preis, den man für ihn bezahlt hat.”

        Der Preis den ein Verein für einen Spieler bezahlt ist doch mittlerweile abgekoppelt von der Qualität des Spielers. Mich interessiert eigentlich in erster Linie die Qualität des Spielers, da ich glaube, dass der FC Bayern seriös genug wirtschaftet um sich den Transfer leisten zu können.
        Ist Benatia schnell genug? Wie ist er im Aufbauspiel oder bei der Antizipation von Bällen? Wie gut sind seine robuste Zweikampfführung und das schnelle Abspiel? Wie findet er sich in Passspiel ein und wird er öfters mit dem Ball am Fuss vorstoßen?
        Ich glaube, dass er als Spielertyp den (vollzähligen!) Kader mit seinen Qualitäten bereichern könnte, wenn diese stark genug sind.
        Ansonsten kommt eben die Vertragslaufzeit, die Post-WM-Preisspirale, der Unwillen der Roma ihn abzugeben und andere Faktoren dazu. Viel Holz, aber wer hätte damals 25€ für ibery oder 40€ für Martinez bezahlt?

        Schaun mer mal, wie wir ihn nach seiner ersten Saison beurteilen.

      2. Erich_B

        Wie bereits geschrieben abwarten. Wer hätte denn gedacht das sich Martinez so entwickelt ? Das war auch nicht abzusehen, und letztendlich war er der Schlüssel zum CL-Sieg.

      3. Ryukyu

        “Lag das am Spieler oder den beteiligten Vereinen?
        By the way … bei Martinez war das viel schlimmer, oder bei Götze, oder bei Lewandowski, oder …, oder, …, oder …”

        Bei Götze und Lewandowski oder auch Martinez wurde zwar viel geschrieben, aber die Sachlage war völlig anders. Benatia hat ja gesagt, Rom wollte ihn verkaufen, um Geld einnehmen zu können. Das wurde von Seiten der Vereinsführung vehement bestritten. Götze selbst konnte für den Aufruhr um seinen Wechsel wenig. Er hat ihn weder selber verkündet noch weiteres Öl ins Feuer gegossen. Bei Martinez ging das Theater auch ausschließlich vom Verein aus. Martinez wollte wechseln und hat das getan. Diskussionen gab es nur darüber, dass der Verein die festgeschriebene Ablösesumme nicht akzeptieren wollte.

        “Ist ersteres wirklich relevant oder geht es um die Qualität die er hat? Ich glaube letzteres.
        Unter Guardiola haben sich nich mehr ganz so junge Spieler wie Lahm oder Rafinha auch nochmal weiterentwickelt, warum sollte das dem 27-jährigen Benatia nicht gelingen?”

        Natürlich ist die Qualität relevant, aber der Fakt, dass er mit 27 noch keine internationale Erfahrung hat ist mindestens ein Indikator für seine Qualität. Im Prinzip hat er nur eine einzige gute Saison gespielt. Beim AS Rom. Wäre ja kein Drama, wenn er 10-12 Mio. gekostet hätte. Dann kräht da heute kein Hahn mehr nach. Hat er aber nicht. Sondern 30. Und der Preis für einen Spieler sollte nie abgekoppelt sein von seiner Qualität. Gerade das war ja immer ein Markenzeichen unserer Transferpolitik. Zumal man für Benatia nie wieder ansatzweise diese Ablöse einfahren kann. Schlägt er ein, bleibt er. Scheitert er ist er 29 und man bekommt für ihn vermutlich noch 10-12 Mio., wenn überhaupt. Das hängt dann wie bei Gomez von den Nebenkosten des Transfers ab wie Gehalt.

        Die 25 Mio. für Ribery waren damals zwar viel Geld, aber die Ausgangslage war eine völlig andere. Ribery war 3 Jahre jünger, hatte ein Jahr vorher eine überragende WM gespielt und war im Prinzip im Fokus jeden europäischen Spitzenclubs. Dazu ist er ein Offensivspieler. Ich hatte ja schon einmal im Beitrag zu Benatias Verpflichtung eine Liste der IV jenseits der 25 Mio. gepostet. Die Spieler dort hießen Ramos, Carvalho, Thuram, Nesta, Nesta, Pepe, Ferdinand. Finde den Fehler. :P

      4. kurt

        Bitte schreibe Shaqiri richtig.

  6. Jo

    Gut zusammengefasst.

    Wobei man bemerken muss, dass vieles das in diesem Zusammenhang als Problem beschrieben wird auf einer Fehleinschätzung der sportlichen Leitung beruht.

    Es hat mich schon sehr gewundert, dass wir mit 4 planmäßigen IV in die Saison gehen wollten.
    Dies unter den Aspekten:

    – Badstuber war unter sportlichen und medizinischen Gesichtspunkten ein Wackelkandidat
    – Martinez evtl. immer wieder im Mittelfeld nötig/eingesetzt wird
    – Boateng und Dante eine WM mit allen möglichen Implikationen in den Beinen haben würden
    – Verstärktes Setzen auf die Dreierkette

    Hätte man daraufhin frühzeitig einen geeigneten IV verpflichtet wären die nötigen Anpassungsprozesse heute schon abgeschlossen. Evtl. hätte man zu diesem Zeitpunkt auch noch einen günstigeren Preis bekommen können als unter Zeitdruck.

    Wobei man dann aber noch festhalten muss: Hätte man sich zwar vielleicht ersparen können, aber die Abwicklung der späten Transfers Benatia/Alonso war unter allen denkbaren Gesichtspunkten (Zeitfenster, Konkurrenz, Preis/-Leistungsverhältnis, Passgenauigkeit) professionell sensationell.

    Ist dieser Reschke vielleicht wirklich das Transfergenie, das manche angekündigt haben? Dann haben wir in der Hinsicht ja noch einiges zu erwarten.

  7. redrobbery

    Ich bin doch überrascht, wie negativ die Verpflichtung teils gesehen wird.

    Schon die Ablöse ist vollkommen in Ordnung. Nur Wochen vor dem Transfer sah es noch so aus, als würde Benatia nur als absoluter Rekordtransfer nach München kommen. Da ging es um 40, 50, 60 Millionen und genannt wurden die bekannten Vereine, die Bayerns Ausgaben regelmäßig in den Schatten stellen.

    Über den Stil von Benatia kann man streiten, jedoch hat Bayern nur davon profitiert, da Rom zu diesem späten Zeitpunkt geradezu verkaufen musste. Barcelona hat auch 20 Mio für einen sehr bald 31-jährigen Mathieu bezahlt, Lovren war nicht billiger, über die Summen für Luiz und Mangala brauchen wir nicht reden. Von einem überhitzten Markt kann man nicht mehr reden, das ist inzwischen Normalität.

    Die fehlende Erfahrung kann und muss man als Kritikpunkt akzeptieren. Es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, ob Benatia ein Spätstarter ist oder die Leistungskurve nur für wenige Jahre nach oben gegangen ist. Das erinnert an Dante, wobei der natürlich wesentlich billiger war, aber auch weniger zeigte. Denn Benatia wurde im Sommer von sehr vielen als einer der stärksten IVs Europas benannt. Wenn man dabei sowohl die Position bedenkt (IVs werden international gerne nach Ruf bewertet, nicht nach Leistung) als auch seinen Verein (Rom hatte viele begeistert, spielt aber dennoch nur in der viel ignorierten Serie A), ist das eine sehr respektable Leistung.

    Bei Bayern braucht der Mann noch Zeit. Seine Antizipation gefällt mir, Zweikämpfe scheint er konsequent zu führen. Im Spielaufbau ist er noch extrem isoliert, bisher wissen wir nicht, ob das an fehlenden Qualitäten liegt oder an fehlender Eingespieltheit. Definitiv abgewöhnen sollte er sich diese Rückpässe mit der Außenseite, das ist viel zu unsicher und erinnert mich an die schlechten Tage von Demichelis und Boateng.

    Ohne Frage kann Benatia mehr leisten als bisher gezeigt. Dafür braucht er aber einfach nur mehr Zeit, das Münchner System ist halt in vielen Dingen ein anderes. Nur mit Vorkenntnissen (Thiago, Alonso) kann man sich da sofort zurecht finden. Benatia lernt noch. Wie auch Lewandowski, wo es immer weiter bergauf geht. Wie einst Neuer. Wie auch Martinez. Wie zuletzt Götze.

    1. kurt

      Der Preis geht völlig in Ordnung. Wir leben nicht mehr in den 90igern. Der Markt hat sich nunmal so entwickelt. Ein David Luiz ist nicht als besser als Benatia einzuordnen und da kennt man den Preis.

      Benatia hat auch immerin 31 Länderspiele auf dem Konto. Durchaus internationale Erfahrung.

      1. Ryukyu

        31 Länderspiele für Marokko. Das ist natürlich massive Erfahrung. Beim letzten Africa Cup ist Marokko nicht mal in die KO Phase gekommen und gegen die Fußballmächte Gabun und Tunesien ausgeschieden. Sorry, da sammelt man in einer Saison zweiter Liga vermutlich wertvollere Erkenntnisse.

        Zum Preis – selbst heute wird für IV nicht mehr bezahlt. Die Rekordsummen haben seit 10 Jahren und mehr bestand. Und Luiz ist wirklich nicht der beste Vergleich. Zum einen hat den Preis PSG bezahlt. Das kann für seriöses Wirtschaften wirklich keine Benchmark sein. Zum anderen hat Luiz über Jahre bei einem absoluten Spitzenclub in der stärksten Liga der Welt gespielt und nebenbei die CL und die EL gewonnen (als Stammspieler und Leistungsträger).

        Wenn man 30 Mio. für einen IV ohne große Leistungsnachweise auf den Tisch legt, dann möchte ich gerne wissen, was man in Zukunft für absolute Top Spieler zu zahlen gedenkt.

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