Große Krise, große Analyse

Getreu dem Motto der Überschrift hat sich Tobias für Miasanrot mit einigen grundsätzlichen Thematiken beim FC Bayern beschäftigt, die zu jener Krise geführt haben, durch die die Mannschaft gerade geht.

Die Lage

Nach mittlerweile vier sieglosen Spielen in Folge gegen Augsburg, Hertha, Ajax und Mönchengladbach, darunter drei Heimspielen, ist eine Krise nun tatsächlich nicht mehr wegzudiskutieren. Zwei Punkte und ein Torverhältnis von 2:7 sind die magere Ausbeute aus vier Spielen, die nach dem Selbstverständnis des Clubs und gemessen an den Resultaten der vergangenen Spielzeiten eigentlich allesamt hätten gewonnen werden müssen. Ein Ausrutscher hier und da, etwas Pech beim Torabschluss oder auch mit Schiedsrichterentscheidungen – alles Dinge, die vorkommen können und auch in den Jahren totaler Dominanz unwillkommene Faktoren waren, die zu dem einen oder anderen Punktverlust führten. Bei vier unbefriedigenden Resultaten hintereinander jedoch ist es angeraten, dies nicht ausschließlich auf fehlendes Spielglück zurückzuführen, sondern etwas genauere Ursachenforschung zu betreiben.

Aus den ersten neun Spielen (7x Bundesliga & 2x CL) hat der FCB 17 Punkte geholt. Das entspricht einem Schnitt von 1,8 Punkten, was auf eine Bundesligasaison hochgerechnet am Ende etwa 64 Punkte ergeben würde. Ein Punktestand, der bislang nur in der Saison 2000/01 zum Meistertitel gereicht hat. 17 Punkte aus neun Spielen sind weit entfernt von den Fabelzahlen, die unter Guardiola (25/23/27 Punkte) oder Heynckes (je 24 Punkte) produziert wurden, und exakt die gleiche Ausbeute, die das Duo Ancelotti/Sagnol in der letzten Saison zum Zeitpunkt seiner Entlassung vorzuweisen hatte.

Kein Grund zur Panik?

Insofern wirkt es aberwitzig, wenn Uli Hoeneß im Anschluss an die gestrige Niederlage sein Unverständnis über die Panikmache äußert, schließlich sei man ja „nur 4 Punkte“ vom Tabellenführer Borussia Dortmund entfernt. Da nur 5 Punkte Rückstand in der letzten Saison zur Rückkehr von Jupp Heynckes führten, scheint zwischen 4 und 5 Punkten Rückstand also offensichtlich eine entscheidende Schwelle zu liegen, die einigen Beobachtern zumindest bislang verborgen geblieben ist. Darüber hinaus offenbart die Äußerung von Hoeneß eine seltsam defensive Anspruchshaltung für einen sechsmaligen Serienmeister, der noch vor nicht allzu langer Zeit der Liga bis in alle Ewigkeit enteilt schien.

Nun sind vier Punkte Rückstand tatsächlich nicht unmöglich aufzuholen und die Saison 2009/10 hat gezeigt, dass man sogar mit 15 Punkten aus den ersten 9 Spielen am Ende souveräner Meister werden und bis ins Finale der Champions League vorstoßen kann. Aber in jener Saison benötigte die Mannschaft schlicht Zeit, um sich mit dem durch Van Gaal initiierten Kulturschock arrangieren zu können und den Weg von einer anfangs allzu schematischen und wenig überzeugten Ausführung des Positionsspiels hin zu einer intuitiveren Spielweise zu finden.

Bleibt Kovac Trainer?

Der Grund für die betonte Gelassenheit dürfte darin liegen, dass Hoeneß sich bezüglich Kovac weit aus dem Fenster gelehnt hat. Er hatte ihn zu seinem persönlichen Wunschkandidaten erklärt und geradezu ostentativ allen übrigen Trainern, die mit in der Verlosung zu sein schienen, vorgezogen. Es ist noch nicht lange her, da triumphierte Hoeneß selbstzufrieden, „die Schlaumeier wollten“ ihnen – Gott bewahre! – „Tuchel einreden“. Ein frühzeitiges Scheitern von Kovac wäre also auch ein Eingeständnis seinerseits, im Unrecht gewesen zu sein, und würde seine Fachkenntnis in Frage stellen.

Ein bezeichnendes Bild vom sonntäglichen Wiesn-Besuch des FC Bayern. (Foto: CHRISTOF STACHE / AFP / Getty Images)

Wahrscheinlicher als eine Entlassung von Kovac dürfte deshalb sein, dass unter dem Vorwand der „unvorhersehbaren“ Verletztenmisere auf dem Transfermarkt nachgelegt wird, zumal zum jetzigen Zeitpunkt die Auswahl an verfügbaren Trainern ohnehin äußerst begrenzt ist. Und wahrscheinlich wird dafür sowohl mehr Geld locker gemacht werden, als man bei etwas mehr Weitsicht im Sommer für geeignetere Spieler hätte ausgeben müssen, als auch genau jenen Talenten, die man zu fördern beabsichtigte, der Weg hin zu regelmäßiger Spielpraxis verbaut werden. Ein dem Fußballverständnis von Uli Hoeneß entsprechender Transfer wäre beispielsweise die Verpflichtung eines Leitwolfs oder Agressiv-Leaders in der Tradition eines Jan Wouters oder van Bommels fürs zentrale Mittelfeld, womit man zugleich sowohl die Akte Renato Sanches endgültig schließen könnte als auch Thiago seiner stärksten Position berauben würde.

Probleme im zentralen Mittelfeld

Dabei ist es nicht einmal falsch, in der Mittelfeldzentrale die Problemstelle zu verorten. In Ermangelung einer eierlegenden Wollmilchsau, die alle Vorzüge (defensive Stabilität & offensive Kreativität) in sich vereint, ist es Kovac bislang noch nicht gelungen, die ideale Kombination der zur Verfügung stehenden Spielertypen für die drei Positionen im Zentrum zusammenzufügen: Als er anfangs noch aus der Perspektive eines erst kürzlich mit Konterfußball gegen Bayern erfolgreichen Trainers auf die Mannschaft blickte, versuchte er mit Javi Martínez für zusätzliche Stabilität und eine bessere Konterabsicherung zu sorgen. Als Lehre aus den sich dadurch ergebenden Problemen im Spielaufbau und der mangelnden Kreativität zog Kovac dann Thiago auf die 6 und griff in altbewährter Hitzfeld-Strategie nur noch in der Champions League auf die Sicherheitsvariante mit Javí Martinez zurück.

Acht verschiedene Mittelfeldspieler-Kombinationen hat es seit dem 1. Bundesligaspieltag in den neun Partien im Zentrum gegeben, und gerade auch für diese Rotation ist Kovac kritisiert worden, möglicherweise jedoch zu Unrecht. Zum einen erübrigt sich eine Diskussion über die prinzipielle Notwendigkeit von Rotation bei einem in drei Wettbewerben vertretenen Verein, der darüber hinaus noch fast ausschließlich aus Nationalspielern besteht; sei es aus Gründen der Belastungssteuerung, sei es aus Gründen der Kaderzufriedenheit oder auch der allgemeinen Spielpraxis. Andererseits bestand in der Zusammensetzung des Mittelfelds bis dato eben auch das letzte verbliebene Überraschungsmoment einer ansonsten komplett ausrechenbaren Mannschaft.

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Fehlendes Kollektivverhalten

Die Viererkette vor Neuer, bestehend aus Alaba, Kimmich und 2 (von 3) Innenverteidigern, ist fix, auf den Flügeln Ribéry & Robben (gelegentlich Gnabry) und im Sturm Lewandowski. Diese acht Spieler bieten den immer gleichen Rahmen für ein zentrales Mittelfeld, das nicht nur vom Personal her von Spiel zu Spiel einem ständigen Wechsel unterworfen ist, sondern durch die unterschiedlichen Spielertypen auch in seiner Spielweise stets anders auftritt. In einer Liga, die trotz der lediglich zwei Begegnungen pro Jahr gewissermaßen einen Fetisch entwickelt hat, sich der Spielweise Bayerns anzupassen und ein Gegenkonzept zu entwickeln (vom Doppeln bzw. der Dreifachbewachung Ribérys über das Verschieben der Ketten, als Robben als komplementärer Flügelspieler hinzukam, bis hin zur Preisgabe des Anspruchs auf Ballbesitz und dem ligaweiten, extremen Fokus aufs Umschaltspiel als Antwort auf Guardiola), sollte diese Varianz nicht als Manko begriffen werden. Zumal aufgrund von Verletzungen, Sperren oder notwendiger Rotation überhaupt fraglich bleibt, ob auf eine etwaige Idealkombination tatsächlich konstant zurückgegriffen werden könnte.

Was bislang fehlt und wo Kovac noch keine nennenswerten Erfolge erzielen konnte, ist eine Anpassung des „fixen Rahmens“ der acht übrigen Spieler an das jeweilige Mittelfeldtrio: Egal in welcher Kombination dieses Trio auflief, stets spielten die übrigen Acht fast deckungsgleich ihren gewohnten Stiefel runter. Dabei liegt es an sich auf der Hand, dass auch die übrigen Spieler unterschiedliche Anforderungen zu bewältigen haben, je nachdem ob das offensive Zentrum z.B. aus James & Müller oder aus Renato Sanches & Goretzka besteht. Prinzipiell scheinen im Kollektivverhalten bisher die größten Mängel zu bestehen: Während Gegner wie Hertha & Mönchengladbach über verinnerlichte Spielzüge verfügen und so Pässe im Vertrauen auf einstudierte Laufwege mit hoher Geschwindigkeit gewissermaßen auf Verdacht spielen konnten, scheint beim FC Bayern das einzige wiederkehrende Schema das Hinterlaufen der Außenverteidiger zu sein.

Fehlende Torgefahr

Und nicht selten führt dieses Hinterlaufen auch zu einer Flanke von der Grundlinie. Gegen Hertha BSC gelang dies z.B. in einer Häufigkeit und Mühelosigkeit, die in den Jahren zuvor nicht annähernd erreicht werden konnte. Zu einem erfolgreichen Torabschluss hat jedoch keine der Flanken geführt. Während vor allem Hertha & Mönchengladbach von einer gnadenlosen Effektivität zu profitieren wussten, steht das Verhältnis von Aufwand und Ertrag beim FCB in einem geradezu lächerlichen Verhältnis. Pech und Abschlussschwäche alleine liefern dafür keine hinreichende Erklärung, vielmehr ist eine Kombination von fehlender Dynamik und mangelhafter Strafraumbesetzung zu konstatieren.

In einer Mischung aus eigener Dominanz und bereitwilliger Preisgabe des Mittelfelds durch den Gegner steht das Team oft derart aufgerückt am gegnerischen Strafraum, dass für annähernd dynamische Läufe schlicht der Raum fehlt. Lediglich die Außenverteidiger können mittels des erwähnten Hinterlaufens raumgreifend und mit Geschwindigkeit agieren. Nicht selten beobachten sowohl Lewandowski & Co. als auch die gegnerische Innenverteidigung in aller Seelenruhe, ob es Ribèry/Alaba oder Robben/Kimmich gelingen wird, eine Flanke in den Strafraum zustande zu bringen. Dadurch fehlt einerseits den Angreifern die Dynamik, andererseits hat die gegnerische Abwehr genügend Zeit, sich möglichst ideal im Strafraum zu positionieren und von ihrer ohnehin dort bestehenden Überzahl zu profitieren. Spätestens seit der Verletzung Tolissos fehlt ein Mittelfeldspieler, der aus der Tiefe den Weg in die Spitze sucht und so für etwas Unruhe sorgt, wie es früher ein Ballack oder Schweinsteiger perfektioniert haben.

Auch ein Gesicht der Krise: Robert Lewandowski. (Christof STACHE / AFP)

Denn das Zentrum wird nicht nur sehr statisch, sondern auch positionstechnisch viel zu unzureichend besetzt, um hohe Flanken von außen oder aus dem Halbfeld nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt sein zu lassen. In einer Mischung aus Cleverness und Resignation verzichtet Lewandowski zunehmend darauf, sich überhaupt einem Duell um den Flankenball am ersten Pfosten zu stellen und lauert lieber im Hintergrund auf den zweiten Ball. Auch Müller ist eher ein „Opportunist“ als ein wirklicher Zielspieler, von den übrigen Mittelfeldspielern ganz zu schweigen. Daraus resultiert, dass das eigentliche Zentrum oft nahezu unbesetzt ist, die Außen im Falle eines erfolgreichen Durchkombinierens ohne Anspielstation im Zentrum bleiben und den Ball weg vom Tor in den Rückraum spielen. Prinzipiell eine gute Variante, die aber durch die angesprochene Statik relativ leicht zu verteidigen ist, zumal wenn nahezu alternativlos auf sie zurückgegriffen werden muss.

Gutes Gegenpressing, schlechtes Gegenpressing

Auch in der Defensive fehlt es an kollektiven Bewegungen. Einer der deutlichsten Schwerpunkte von Niko Kovac war es bislang, das in den Jahren seit Guardiola ins Schleifen gekommene Gegenpressing wieder zu intensivieren. Zum Teil ist dies schon beachtlich gut gelungen, nur scheint die Basis dieses Erfolges vor allem erhöhtes individuelles Engagement an Stelle von verinnerlichter Gruppentaktik zu sein. Wenn alle Spieler gleichermaßen beflissentlich dem verlorenen Ball nachjagen, ist zu sehen, dass das Potential der letzten Jahre keineswegs verloren ist. Aber allzu oft wird dem Gegenpressing in einer viel zu großen Bandbreite individueller Ausprägungen mit unterschiedlicher Risikobereitschaft nachgegangen. So rückt ein Thiago als 6er z.B. oft in alter „Bienenschwarmtaktik“ mit enormem Risiko heraus und sucht eine frühzeitige Balleroberung weit entfernt vom eigenen Tor. Rückt dann aber niemand nach oder lässt sich die Viererkette aus Vorsicht sogar absichernd zurückfallen, klafft im Zentrum oft eine gigantische Lücke, die auch technisch wenig versierte Gegner mühelos mit Konter einleitenden Pässen bespielen können.

Generell ist zu spüren, dass Thiago mittlerweile der letzte verbliebene zentrale Mittelfeldspieler ist, der die Grundzüge des Positionsspiels noch präsent hat und sie auch zu beherzigen weiß. Von ihm abgesehen sind nur noch Thomas Müller und Javí Martinez übrig, die durch die akribische Schule von Van Gaal und/oder Guardiola gegangen sind. Allen anderen ist dies weitgehend unbekannt, ob Goretzka, Renato Sanches oder James. Sie alle spielen ihre Position weitgehend nach eigenem Gusto, jedenfalls sind schematische oder einstudierte Abläufe eher selten zu beobachten. Im Gegenteil, es dominiert der Eindruck, als würden die Mitspieler meist selbst nicht wissen, was ihre Mannschaftskameraden mit dem Ball am Fuß zu tun beabsichtigen, und begeben sich ohne Ball in eine passive Beobachterhaltung: Fehlpässe durch missverstandene oder gar nicht erst initiierte Laufwege sind die Folge.

Fehlt die Qualität?

Bei keinem Spieler hat man derart den Eindruck, als würde eine Auffrischung der kollektiven Prozesse nottun wie bei Thomas Müller. Engagiert wie eh und je irrlichtert er im Mittelfeld herum und agiert glücklos wie selten zuvor. In dieser Form stellt er an sich keine Option für das zentrale Mittelfeld dar. An ihm wird aber zugleich deutlich, dass die bisweilen geäußerte Kritik an den Spielern, ihr fehlender Einsatz und Wille sei schuld an der Misere, ein Trugschluss ist. Aber ohne eine Ahnung, wohin man laufen soll, ist jeder noch so beherzte und engagierte Lauf zwecklos.

Da hilft es auch nichts, wenn Kovac mehr Direktheit in den Aktionen fordert. Sicher, es scheint sinnlos, ausgerechnet im vielbeinigen und in gegnerischer Überzahl besetzten Strafraum Kombinationen auszuprobieren, die schon im Mittelfeld nicht gelingen. Aber diese Versuche sind weniger Ausdruck von Verspieltheit und etwaigem Hang zu Schnörkeln, vielmehr sind es verzweifelte Versuche, eine spielerische Lösung gegen eine kompakte Defensive zu finden. In Ermangelung einstudierter Spielzüge kommt es deshalb mitunter zu geradezu wahnwitzig kühnen, improvisierten Kombinationsversuchen auf engstem Raum, die zwar regelmäßig scheitern, aber dennoch zeigen, welch begnadete Fußballer dort eigentlich auf dem Platz stehen.

Denn vergessen darf man eines nicht: Vor die Probleme, die sich den Bayernprofis bieten, wird in dieser extremen Ausprägung kein anderer Bundesligist auch nur annähernd gestellt. Es ist deshalb ein Irrglaube, die fehlende Kreativität und Durchschlagskraft einerseits und defensive Anfälligkeit andererseits auf mangelnde individuelle Klasse zurückzuführen bzw. anzunehmen, die Spieler, die derzeit bei anderen Bundesligisten reüssieren, würden dies mühelos besser machen als die Bayernspieler. Ihnen fehlt weder die grundlegende Klasse noch der prinzipielle Einsatzwille, es mangelt aber an einer leitenden Hand, die ihnen Lösungsmöglichkeiten in immer wiederkehrenden Situationen aufzeigt, um statische Zirkulation nicht durch einfallslose Flanken oder aussichtslose Dribblings auflösen zu müssen, sondern Dynamik erzeugen zu können.

Schafft es Kovac?

Dass dies möglich ist, haben andere Trainer gezeigt, es liegt nun an Kovac, sich dieses Problemfelds anzunehmen. Man darf skeptisch sein; aber es ist für Niko Kovac wahrscheinlich die größte Gelegenheit seines Lebens, den Sprung in die absolute Trainerelite zu schaffen. Er hat Peter Hermann an seiner Seite und sollte sich so umfänglich wie möglich seines immensen Erfahrungsschatzes bedienen. Zudem hat er ungewollt nun die Gelegenheit bei adäquater Ansprache an die Mannschaft genau jene Wagenburgmentalität heraufzubeschwören, die Uli Hoeneß offensichtlich so liebt und herbeigesehnt hat.

Wenn Mannschaftsführung tatsächlich eine große Stärke von Niko Kovac ist, dann sollte es ein leichtes für ihn sein, das Team auf sich einzuschwören und an einem Strang ziehen zu lassen. Die Spieler wirken derzeit nicht nur höchst verunsichert, sondern müssen auch individuell mit einem für sie ungewohnten Maß an Kritik und Gegenwind umgehen. Vielleicht kann die aktuelle Misere und der plötzliche Statuswechsel zum Verfolger im Rennen um die Meisterschaft nicht nur einen stärkeren Zusammenhalt, sondern auch ein Feuer entfachen, das die Bundesliga dem erfolgsverwöhnten Serienmeister schon lange nicht mehr bieten konnte. Zu wünschen wäre es.

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Leserkommentare
  1. Beobachter

    Sehr guter Kommentar! Man muss die derzeitige “Krise” nicht überbewerten bzw. auf die letzten vier Spiele reduzieren. Verschiedene angesprochene Probleme gab es schon vorher – dank mehr Spielglück fielen sie aber nicht so auf – und mit etwas mehr Spielglück hätten wir wohl auch in zwei oder drei der vergangenen Spiele mehr geholt. Aber die Probleme sind sehr gut benannt! Danke!

    Am Kader kann man kurzfristig nichts ändern, aber NK wird nun beweisen dürfen, ob und wie er die Mannschaft in (irgend)eine Spur bekommt. Ich wünsche ihm viel Erfolg.

  2. Marco05

    Vielen Dank für die Analyse. Kann ich so zu 100% unterschreiben, sehr gut zusammengefasst.

    Hauptproblem fehlende Torgefahr:
    Ich kann mich an den Anfang der Saison erinnern als ich genau das Thema mit fehlendem Personal als erledigt erklärt habe. Und das Thema ist nicht ganz neu, das hatten wir fast unter jedem Coach ein Stück weit. Speziell der Treffer (und weitere Chancen) von Goretzka, James und Tolisso zu Saisonbeginn machten deutlich, dass wir in fast jeder Szene mit 3-4 Leuten in der Box waren.
    Das hat auch gegen Augsburg noch funktioniert, mindestens ein halbes Dutzend veritable Chancen sprangen da heraus, die leider nicht genutzt wurden. Ab Berlin ging dann ruckartig nichts mehr. Wie beschrieben ist das eine extrem eingespielte und defensiv fokussierte Truppe. War ja nicht das erste Mal, dass wir da schlecht ausgesehen haben. Kann also mal passieren, wie es auch gegen Gladbach schon passiert ist, wo jetzt Hecking eine Meisterleistung unterstellt wird weil die Truppe sich eingeigelt und aus 2,5 Chancen 3 Tore mit freundlicher Unterstützung gemacht hat.

    Wie dem auch sei, es ging doch. Warum geht nun momentan gar nichts mehr? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht alles so besprochen ist nur es hapert halt an der Umsetzung. Kann es sein dass die Truppe momentan in einem kleinen Loch ist nach WM und anscheinend harter Vorbereitung? Wenn ich lese dass man 7km weniger gelaufen ist als Gladbach sieht es fast so aus als ob die Frische fehlt – trotz Rotation.

    Was noch dazu kommt (und in der Analyse nicht angesprochen wird): Die Patzer in der Defensive gab es auch zu Saisonbeginn schon aber mit dem kleinen Unterschied, dass wir momentan eine gegnerische Chancenverwertung von 100% zu verzeichnen haben – Ausnahme Ajax. aber Augsburg, Berlin und Gladbach haben es geschafft aus 5 Chancen 6 Tore zu machen und mindestens 4 hätten durch “normales” Abwehrverhalten absolut verhindert werden können.

    Ich denke einfach, dass momentan sehr sehr viel zusammenkommt. Verletzungen eingeschlossen und die für mich frappierend hohe Anzahl Abendspiele (6 von 7 in der Bundesliga), wo immer ein ganz besonderer Fokus drauf liegt.

    Seis drum, die nächsten Spiele werden auf dem Papier etwas leichter und womöglich hat der ein oder andere durch die NM-Pause den Kopf etwas frei bekommen. Ich denke dass es dann schleunigst, wirklich schleunigst (wieder) besser wird.

    1. Beobachter

      Das mit der Laufleistung ist ja auch nicht neu. Beim Guardiolaschen Positionsspiel lief halt der Ball und nicht der Mann. Problem ist wohl, dass man in dem Maße, in dem man sich von selbigem (oder “dem Ballbesitz”) emanzipiert (oder dies anstrebt), wieder mehr laufen müsste. Was man in einzelnen Spielen ja auch getan hat, aber hin und wieder scheint man es zu vergessen. Und dann müsste man nicht nur Quantität, sondern auch Qualität des Laufens justieren, aber das ist ein anderes Thema ;)

      1. Matze

        Guardiolaschen Positionsspiel ???

        Das hat in meinen Augen nichts mit „laschem“ Spiel zu tun, es ist eine andere Philosophie.

        PG: „Wir passen nicht, um den Ball zu bewegen, wir passen, um den Gegner zu bewegen“

      2. Beobachter

        Habe nirgends gesagt, dass Guardiolasches Positionsspiel etwas mit „laschem“ Spiel zu tun habe – mir ging es 1) um Aussagen von ihm (sinngemäß), niemand könne so schnell und viel laufen, wie der Ball und 2) wenn man von seinem oder ähnlichen Ansätzen verabschiedet, dann muss man halt auch wieder mehr laufen.

  3. Grullit

    …ist das der stallgeruch? ist stallgeruch kombiniert mer mir san mir nur zu so viel wie’s jetzt ist faehig?

  4. Josef

    Herausragende Analyse. Sachlich, ohne das übliche Bullshit-Bingo anderer Medien…
    (was ich in den letzten Tagen an Absurditäten gehört/gelesen habe: “Leitwolf”, “Biss”, “Sattheit”, “WM-Jahr”, “er hat keinen Kroaten in der Mannschaft”, “verlängerter Arm auf dem Platz wie KP-Boateng fehlt”)

    …und gerade deshalb sehr besorgniserregend. Ich bin nach Lektüre dieses Artikels deutlich pessimistischer als vorher.

    Um aus der vor allem Offensiv-Krise herauszukommen, muss NK schnell eine offensive Spielidee einpflanzen.
    Kann er das grundsätzlich? Bisher war es nicht sein Steckenpferd.
    Reicht die Zeit? Bisher hatte er beim FCB andere Schwerpunkte.

  5. Osrig

    Auch ich kann diesen Beitrag von Tobias voll und ganz unterschreiben!
    Sagt der Text inhaltlich doch genau das aus, was ich auch meine:
    Es liegt nicht an der Qualität der Spieler, die noch immer zu fussballerischen Höchstleistungen fähig sind, die sich auch in Punkto Leistungsbereitschaft nichts vorzuwerfen haben. Auch der nachteilige Einfluß der Rotation hält sich in Grenzen.

    Was aber sehr gut herausgearbeitet wird, ist die Feststellung, dass den Spielern eine klare offensive Ordnung mitgegeben werden muss, welche sie in die Lage versetzt, Spielzüge durchzuführen, mit denen die Gegner in Unordnung gebracht und zu Fehlern gezwungen werden können.
    Aus dem Bericht wird mehr als deutlich, dass diese Ordnung fehlt, mit der ein kompakt stehender Gegner, der es versteht, gerade die Aussenpositionen zu neutralisieren UND gleichzeitig auch durch individuelles Pressing Druck auf unsere Ballführenden ausgeübt wird, während die kompakte Stafellung erhalten werden kann. Die Möglichkeit, durch “Hoch und Weit”oder ein gelungenes Pass-Spiel nach Ballverlust bei uns, selbst einen gefährlichen Offensivvortrag zu führen, inbegriffen – die berüchtigten Nadelstiche, die es immer geben wird!

    Gegen uns werden alle fast ausnahmslos alle gegnerischen Mannschaften so spielen, kein Team wird uns den Gefallen tun und sich in einer offensiven, Dominanz anstrebenden Aufstellung ins Match gegen uns begeben. Sie werden wie oben skizziert vorgehen, und diese Strategie im Saisonverlauf noch perfektionieren. Einzig DO wird vermutlich mit offenem Visier spielen.
    Und zu denken, wir haben in den ersten Spielen gegen derartig defensive Kompaktteams Tore erzielt und uns durchgesetzt, dass wird bald auch wieder gelingen, ist ein Trugschluss, denn zum Einen haben wir auch in den ersten sieben Spielen häufig nicht gut ausgesehen, ausserdem werden zum Anderen die Gegner sich weiterentwickeln, was jetzt ja teils schon zu sehen ist. Zuwarten und auf das Prinzip Hoffnung setzen, ist sicherlich nicht die Lösung!

    Selbst wenn wir a) Coman wieder dabei haben b) die alten Herren endlich auf der Bank sitzen c)wir wieder mehr Abschlussglück haben d) der neue Offensivstar für xxx Millionen Euro endlich da ist und/oder e) die Jungs noch mehr Konzentration und Bewegung zeigen, wird das alles nicht ausreichen! Weil die Grundlage fehlt, mit der die Defensivbollwerke und “über den ganzen Platz Manndeckung” spielenden Gegner bezwungen werden können.

    Diese Grundlage kann eben nur ein gutes Pass- und Positionsspiel auf dem Boden einer sinnvollen Zoneneinnahme sein! Mit der entsprechenden Geschwindigkeit im Pass selbst UND in der Bewegung kann ich selbst enge Formation auflösen, wenn der Ball eben auch schnell wieder weiterverarbeitet wird, am Besten im “one-Touch”. Dann laufen selbst Defensivmeister und Mauerkünstler hinterher und offenbaren vermutlich schneller als ihnen lieb ist, die Lücken, in die dann der entscheidende Pass kommen kann.

    Doch zu solch einem Spiel muss ich die nötigen Abläufe und Strukturen haben, eine Offensivordnung, mit welcher man die nötigen Dreiecke bilden und Passwege öffnen kann.
    Die dafür nötigen Spieler haben wir ganz sicher!! James und Thiago ganz vorne weg!!
    Haben wir aber auch den richtigen Trainer dafür???

    Und da sage ich: NEIN! Weshalb jetzt der Schnitt kommen muss, nicht erst, wenn man sich, ohne dass eine Lösung geboten wird, weiter dahinschleppt und – weil es ein Schritt vor, dann aber wieder zwei zurück geht – langsam aber sicher entscheidenden Boden verliert.

    1. Tipic

      Ich bin da weitgehend bei dir, Osrig. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Kovac kurzfristig entlassen wird. Das würde nämlich, wie Claudio Catuogno heute in der SZ treffend kommentiert hat, auf die Bosse zurückfallen.
      “Kovac sprechen sie im Klub weder den Arbeitseifer ab noch zweifeln sie an der Glaubwürdigkeit seiner Ansprache. Dass seine taktischen Vorgaben womöglich nicht allzu komplex sind? Nun ja. Das können sie ihm bei Bayern schwerlich vorwerfen, wo doch auch ihr Präsident gern gegen eine Überakademisierung des Fußballs polemisiert.”

    2. GS

      Hab gerade mal kurz recherchiert: am 8.10.1991 (!) wurde Jupp Heynckes wegen Erfolglosigkeit freigestellt und durch Sören Lerby ersetzt; der wiederum wurde am 10.3.1992 entlassen, es folgte Erich Ribbeck. Die Saison wurde als Zehnter beendet …

      Das nur als warnendes Beispiel für den Sinn und Erfolg schneller Trainerwechsel.

      Ob Kovac das richtige Offensivkonzept kennt und es den Spielern auch beibringen kann, ist eine offene Frage. Sah in den ersten Pflichtspielen ja durchaus öfter mal vielversprechend aus. Ich finde, man sollte ihm schon die Chance geben, zu zeigen, ob er es kann. Wird nach der Ansage von Uli Hoeneß ja wohl auch so gehandhabt werden.
      Automatismen einüben ist halt ein langwieriger Prozess, der mit englischen Wochen und Länderspielpausen kaum kompatibel ist. Insofern kann man frühestens zur Winterpause sehen, ob Kovac der Richtige ist, um mit dem aktuellen (suboptimalen) Kader erfolgreich zu sein und neben bei den Generationswechsel voranzutreiben.

      1. Klaus Koch

        Bei Heynckes funktionierte der schnelle Trainerwechsel, also warum sollte es nicht wieder klappen, selbst wenn es nicht Jupp ist? Natürlich wäre es eine Ohrfeige und das Eingeständnis der Führungsetage, bei der Besetzung der Schlüsselposition Trainer und Sportvorstand einen Griff ins Klo gemacht zu haben. Aber vielleicht werden die Skeptiker widerlegt und der FCB schafft mit dem jetzigen Personal mindestens einen Titel.

      2. GS

        Genau weil Hoeneß offenbar treibende Kraft pro Kovac war, wird er nicht jetzt plötzlich seine Meinung ändern, zumal ja die ersten Spiele prima gelaufen sind. Und als Heynckes für Ancelotti kam, war der ja schon über ein Jahr da.

        Ich glaube, dass er sich eher mal die Spieler zur Brust nimmt – bzw. hat er das indirekt mit seinem Statement, er würde Kovac “bis aufs Blut” verteidigen, ja schon getan.

  6. Tschemp

    Vielen Dank für die sehr interessante Analyse mit Fokus auf das spielerische Problem.
    Ich persönlich bin eher auf Seiten von Kneer (SZ Artikel “Wie viel steckt in diesem Kader noch drin?”) oder gar Fritsch (Zeit Artikel “Die Alleinherschaft ist vorbei”), welche die Ursachen der Krise vor allem im Management (Kaderplanung seit 2013) und Kader (Sättigung und Abstumpfung der Generation 30+) verorten.

    Es ist für mich glasklar, dass Kovac die ärmste Sau in der ganzen Geschichte ist. (Was ihn, wie hier im MSR Artikel durchschimmert, nicht davon befreit, dass er seine Befähigung zum Trainieren und Managen eines dominant spielenden Favoritenkaders noch erbringen muss.)

    Aber man muss Kovac zu Gute halten, dass kaum etwas in seine Richtung läuft. Der Kader ist zu alt(zu wenig Tempo) und zu klein(keine Doppelbesetzung auf allen Positionen). Die Spieler wirken müde und satt, auch wenn der Einsatz stimmt, der aber mehr Pflichtbewusstsein als Eigenantrieb ist. Dazu kommt Verletzungspech (mit COMAN wäre alles anders). Die Bundesliga-Gegner machen aus jeder Chance ein Tor. Dazu klappt bei Dortmund alles (von Vollands nicht-3:0 an den Innenpfosten bis zu Torwartfehlern in der 96.) und man hat Druck in der Tabelle. Und der Sportdirektor, zuständig auch für Mannschaftsklima und Leistungssteuerung, hat mehr mit sich zu tun als mit tatsächlichem Kader-Management.

  7. Olorin

    Schöner Kommentar, dem ich im Wesentlichen zustimme. Anders seh ich nur den Teil zur Offensive: das Problem ist nicht (hauptsächlich), dass seit der Tolisso-Verletzung zu wenige Zielspieler für Flanken da sind, sondern das Problem ist, dass Flanken quasi die alleinige Offensivoption sind. Das Ziel darf nicht sein, möglichst viele große Kopfballungeheuer in den gegnerischen Strafraum zu packen, sondern wir müssen ein über Flanken hinausgehendes Offensivkonzept entwickeln und es wieder schaffen, auch mal aus dem Zentrum Torgefahr zu entwickeln. Steil-klatsch-Kombinationen, Chipbälle über die Abwehr, Dribblings im Zentrum, um die bei vielen Innenverteidigern recht geringe Wendigkeit anzugreifen…allein damit, hohe Bälle in den Strafraum zu dreschen, werden wir nicht weit kommen.

    “Spätestens seit der Verletzung Tolissos fehlt ein Mittelfeldspieler, der aus der Tiefe den Weg in die Spitze sucht und so für etwas Unruhe sorgt, wie es früher ein Ballack oder Schweinsteiger perfektioniert haben.”
    Über den Satz bin ich sofort gestolpert, das vermittelt ja ein komplett falsches Bild von Schweinsteiger. Er war nie ein Spieler, der sich über Tore definiert hat, und ist mit Ballack in jeder Hinsicht eigentlich nicht zu vergleichen. Das sieht man schon daran, dass beide fast gleich viele Tore für uns geschossen haben (Ballack 44, Schweinsteiger 45)…allerdings hat Schweinsteiger mehr als das Dreifache an Spielen dafür absolvieren müssen (342) wie Ballack (107). Mit Müller und Goretzka haben wir auch nach dem Ausfall von Tolisso noch zwei Spieler in unseren Reihen, die Ballack deutlich ähnlicher sind als es BS31 jemals war. Rein von der Torgefahr her ist auch James deutlich näher an Ballack als Schweinsteiger.

  8. Olorin

    In meinen Augen entsteht der scheinbar extreme Leistungsunterschied zwischen jetzt und der letzten Saison auch teilweise einfach durch Glück/Unglück, die die letzte Saison aufhübschen und die jetzige runterziehen. Laut expected Goals haben wir in dieser Saison bisher zwei Punkte weniger geholt als zu erwarten wäre, alle Manschaften vor uns hingegen überperformen hingegen momentan. Letzte Saison hingegen stellt sich die Situation genau andersherum da, wir haben unter Heynckes sage und schreibe 10 Punkte mehr geholt als von den fußballerischen Leistungen her zu erwarten gewesen wäre. Natürlich waren wir letztes Jahr stärker als jetzt, aber ich denk nicht annähernd so extrem, wie es sich jetzt darstellt.

    https://understat.com/league/Bundesliga/

    1. GS

      Tja, der Faktor Glück ist leider bekannt für seine extremen Ausschläge. Aktuell scheint Dortmund den ominösen Bayerndusel gepachtet zu haben … und bei uns läuft gerade alles maximal Sch…

      Gladbach kommt nach gut 10 Minuten erstmals überhaupt in Tornähe, und – rumms zappelt der Ball im langen Eck. 10cm weiter links kommt Manuel Neuer noch dran, 10cm weiter rechts hilft der Pfosten.

      Später macht Lewandoski den Anschlusstreffer, steht aber 5cm im Abseits …
      Man könnte glauben, dass der vielzitierte Fußballgott dahinter steckt und einige längst nötige Veränderungen beim FC Bayern forcieren will :-)

    2. wipf1953

      Vielleicht sind die “expected goals” auch nicht das einzig entscheidende. Denn im Spiel gegen Gladbach kamen die Bayern doch noch nicht mal in die Nähe eines expected goals (ein Abseitstor, eine Ecke und in HZ 1 ein Schuss von Müller).

      1. Olorin

        Die expected Goals sind sogar überhaupt nicht entscheidend. Entscheidend sind nur die erzielten Tore. ExpG ist aber denk ich eine gute Entscheidungshilfe, inwiefern man in den letzten Spielen Glück oder Pech hatte und entsprechend ob es wahrscheinlich bergauf oder bergab geht. Und das daraus abzuleitende Urteil-dass der FCB in den letzten Spielen ungewöhnlich viel Pech und in der Vorsaison ungewöhnlich viel Glück hatte-entspricht auch ziemlich genau meinem subjektiven Eindruck.

        Korrekt was du zum Gladbach-Spiel sagst, es gab kaum Chancen. Das betrifft aber beide Seiten, ein naheliegendes Ergebnis wäre ein 0:0 oder 1:1 gewesen. Das wäre auch kein Traumergebnis, aber dennoch wäre in diesem Fall die Kritik hier denk ich deutlich gemäßigter.

    3. Jo

      Schön, dass du das ansprichst. Ich hatte schon keine Lust dazu, weil auf die größte Selbstverständlichkeit auf Erden, der Anfälligkeit des Fußballs für das was man gemeinhin Zufall (oder noch schlimmer Glück/Pech) nennt, die meisten maximal verständnislos bis aggressiv reagieren.
      Die “expected Goals” können, bei allen Schwächen die dem zwangsläufig innewohnen müssen, für mich dazu absolut dienlich sein den eigenen Augenschein ggf. zu untermauern oder infrage zu stellen.
      Für mich schließt dieser Ansatz auch die argumentative Lücke die bei allen sonstigen Erklärungsversuchen entsteht. Ehrlich gesagt überzeugt mich selber keine Theorie (oder ich finde auch selbst keine) die das Geschehene ausschließlich mit Versäumnissen des Managements, des Trainers oder der Mannschaft erklärt.

      Was dieser Faktor des Zufalls, des Spielglücks oder Pechs, ausmachen mag, kann man zurzeit in fast schon zur Groteske gesteigerten Perfektion an der Liaison Korkut/Stuttgart erkennen. Was dort in einem Jahr passiert ist, hat nun wirklich alle Züge einer gelungenen Farce an sich.
      Möge uns ähnliches erspart bleiben.

  9. wipf1953

    Der Beitrag von Tobias erklärt sehr gut, warum gegen Gladbach verloren wurde. Gerade die zweite HZ war ein Ausbund an Hilflosigkeit. Gladbach hat viel direkter gespielt, bei Bayern musste jeder Ball mit zwei, drei Berührungen weiterverarbeitet werden – und das meistens nach hinten. Doch selbst an so gebrauchten Tagen sollte eine Mannschaft in der Lage sein, die 2,5 Chancen des Gegners besser zu verteidigen (gut, das 1:0 war wirklich unglücklich).

    Was aber vor allem besorgt war das Spiel gegen Ajax. Die waren das insgesamt offensivere Team, und niemand hätte sich beschwert, wenn Ajax alleine in der zweiten Halbzeit die drei Tore erzielt hätte, die Gladbach nun auf dem Konto hat. Auch diesem offensiven Ajax konnte nichts entgegengesetzt werden. Schnelle Gegenangriffe unter Ausnutzung des gesamten Spielfelds, wie noch gegen Benfica? Fehlanzeige ..

    Die Antwort ist im Kopf der Spieler zu suchen. Es geht einigen zu gut in der Mannschaft, und da dürfen sich die angesprochen fühlen, die ständig “Gesprächsbedarf mit der Vereinsführung” anmelden (Boateng und Lewandowski). Auch Hummels muss man leider kritisch sehen. Wenn es insgesamt nicht funktioniert ist einer, der in jedem Spiel für einen Bock wie beim 3:0 gut ist, ungeeignet. Und Lewandowski sollte sich mal überlegen, ob er Führungsspieler und Leistungsträger sein will oder nur der, der fünf Tore in 15 Minuten macht, aber nur dann, wenn die anderen 10 Mitspieler um ihn herum perfekt funktionieren. Ein “Auflehnen” gegen die drohende Niederlage habe ich jedenfalls bei Lewandowski noch nicht gesehen, und werde es wohl auch nicht mehr sehen.

    Der kleine Kader, die Verletzungsprobleme, unzufriedene Spieler … bis zum Ende der Hinrunde wird sich Bayern irgendwie “durchmogeln” müssen.

  10. Das Team ist einfach nicht mehr gut genug (weder körperlich noch technisch-taktisch und schon gar nicht mental). Point blank. Die einzige Chance, die Kovac bis zur Winterpause hat, ist irgendwie ein System zu finden, bei dem die Spieler – wie zu Beginn der Saison – funktionieren und die Stärken ausspielen können. Zwei zwingende Punkte: Gnabry muss in den Strafraum gebracht werden und Kimmich wie Alaba (wenn fit) müssen offensiver und mehr ins Passspiel eingebunden sein. Eigentlich geht das nur mit einem 3:5:2 oder 3:4:3.

    Wenn du mit Coman und Davies in der Rückrunde wieder ein mehr Flügel-Optionen hast, entspannt sich die Lage hoffentlich, Robbery haben die nötigen Pausen – und es könnte knapp reichen für den Meistertitel. Könnte.

    1. wipf1953

      Wenn es aber doch vor allem am Mentalen liegt, muss man dann am System was ändern? Dann ist der Psychologe im Coach gefragt ..

      Eine Idee hätte ich noch: Standards trainieren bis es kracht. Nachdem aber Tolisso verletzt ausfällt, müßte man dazu auf Wagner setzen (oder auf Hummels, den ich aber derzeit als IV Nr. 3 sehe ..).

      Kovac ist in einer Situation, die man als Coach oft hat – die Saison läuft und das Team bzw. der Kader haben Mängel. Pragmatische Trainer trainieren da primär das Defensivverhalten. Nur sind sich dazu diverse Spieler, nach den Infos, die an die Presse durchgesteckt wurden, zu fein.

  11. Johannes

    Macht euch doch nix vor.In der Mannschaft passt es einfach nicht mehr und für mich sieht es so aus als wollte Kovac nur den Erfolg verwalten als irgendwelche Neuerungen zu präsentieren.Das reicht einfach nicht für Bayern denke mal der Co Trainer muss übernehmen wenn der Abstand zu gross wird oder sich keine Entwicklung zeigt.

    1. Klaus Koch

      Warum sollte man ein erfolgreiches System verändern? Wenn Veränderungen, dann in kleinen Schritten und nicht aus überstürztem Aktionismus.

  12. Anton

    Es ist schon seltsam! Vor dem Spiel gegen Herta präsentierte ein Sammer an Beispielen aus vorangegangenen Spielen, wie stark und überragend die Bayern-Spieler in der Rückwärtsbewegung arbeiten, wie sie innerhalb kürzester Zeit mit 9 Spielern hinter dem Ball sind, das Zentrum verdichten, dann die entsprechenden Positionen besetzen und so dafür sorgen, dass der Gegner praktisch keine Torchance bekommt.
    Sah alles sehr gut aus und hörte sich überzeugend an. Noch nach dem Motto – Augsburg, dumm gelaufen, kann mal passieren.
    Und dann wird in den nächsten drei Spielen drastisch vorgeführt, dass von dem, was Sammer angepriesen hat, nichts mehr übrig war. Warum sich das gegen Hertha in Luft auflöste, konnte er nicht erklären – außer:Hertha hat das gut gemacht.
    Das Ajax-Spiel ging nur mit Glück unentschieden aus und Gladbach – na ja.
    Was ist passiert, dass das hochgelobte System plötzlich in jedem Spiel derart gravierende Löcher hat? Man kann doch nicht alles in den 2 Wochen verlernt haben! Und was noch viel erschreckender ist, ist die Tatsache, dass ein Gegentor mittlerweile das gesamte Spielsystem regelrecht lahmlegt.
    Wenn man sich die Tabelle ansieht, hat der FCB bisher 8 Gegentore kassiert – aber davon 5 in den letzten 2 Spielen, während man gleichzeitig nicht ein einziges geschossen hat.
    Kann man das alles auf das System reduzieren – oder ist da noch was anderes? Aufgefallen ist es mir zum ersten Mal im Spiel gegen Hertha – 15 min vor Schluß wird sich im gegnerischen Strafraum gegenseitig angemotzt und zwar nicht nur einmal.
    Und das gemeinsam mit den Ergebnissen gibt mir mehr zu denken, als das Spielsystem.
    Das war eigenntlich immer eine Stärke, dass man sich auch durch einen Rückstand nicht aus der Fassung bringen ließ. Im Monent wirkt es eher so, dass bei einem Gegentor das gesamte Spielsystem kollabiert.

    1. Osrig

      Es passt schon gut mit der Systemfrage zusammen, wenn bis zum Hertha-Spiel unser FCB in der Lage war, mit bis zu 9 Spielern rechtzeitig genug wieder hinter den Ball zu kommen und Angriffe erfolgreich abzuwehren!
      Das zeigt, dass es den Jungs bis dahin gelungen ist, innerhalb ganz kurzer Zeit eine gute Defensivordnung aufzubauen! Das ist unter Kovac auch nicht verwunderlich gewesen, und eben ein Aspekt seiner Präferenz auf die Defensive, auf das Agieren aus dem eigenen Drittel heraus!

      Das Problem ist die Offensivordnung!!! Die Bewegung aus dem mittleren ins Angriffsdrittel! HIERgelingt es nicht, die nötigen Abläufe und Bewegungen, die erforderlichen Anspielstationen, zu kreieren! Kovac’ Problem ist die Offensive, was sich ja zum großen Teil schon in den ersten sieben Spielen gezeigt hat, nur dass diese Mängel durch die Siege und die zumindest phasenweise – meines Erachtens noch auf die “alte” Spielidee von Jupp zurückzuführende – gute Raumaufteilung und Bewegung in diesen Begegnungen noch “übertüncht” wurden.

      Und eine erfolgreiche Besserung dieser Offensivprobleme kann nur durch eine taktische Änderung im System erreicht werden! Und dafür halte ich Kovac (noch) nicht in der Lage!

      Einzig, wenn es ihm gelingt, wenigsten zum Teil wieder ein gutes Pass- und Positionsspiel zu initiieren, dass zusammen mit Flexibiltiät und Ausnutzen des ganzen Platzes und wieder besser koordiniertem Gegenpressing auf den Rasen gebracht werden kann, sehe ich die Chance, Zeit zu gewinnen und unter Kovac zum Erfolg zu kommen. Insbesondere, wenn die Spieler selbst auch noch mal deutlich nach aussen sichtbar zeigen, dass sie bis in die Haarspitzen motiviert sind und bereit, ewaige Animositäten untereinander zurückzustellen.

      Allerdings halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass die Spieler sich zusammenraufen, für höher, als die Wahrscheinlichkeit eines gelingenden dominanzorientierten Pass- und Positionsspiels unter Kovac! Denn dafür braucht es mehr, als ein paar Monate Führung der kroatischen Nationalmannschaft und ein paar Wochen Praktikum unter Pep Guardiola!

      Aber, und das wussten ja auch schon Andere hier im Forum, was soll auch in taktischer Hinsicht zu erwarten sein, wenn derart deutlich die Geringschätzung taktischer Belange zur Schau getragen wird, wie von unserem “Heldenpräsidenten”, der in dieser Hinsicht – bei allen fraglos und über Jahre vorhandenen Verdienste um unseren FCB – für mich seine Eignung für diese zukunftsorientierte Aufgabe nicht unter Beweis gestellt hat.

  13. Anton

    By the way- der FCB protzt auf seiner HP gerade damit, wieviele Nationalspieler aus der 2. Manschaft und der U19 gerade wieder zu Länderspielen unterwegs sind.
    Vielleicht sollte man mal dem ein oder anderen eine Chance geben. Soviel schlechter kann es auch nicht sein.

  14. Anton

    Man könnte ja mal etwas ganz ketzerisches schreiben.
    Als die NM ihre geniale WM gespielt hat, haben viele über die Gründe spekuliert.
    Der Kader wurde nicht nach dem Leistungsprinzip zusammengestellt. Dadurch gab es Spannungen in der Mannschaft zwischen den Etablierten und den jungen aus dem Confed-Kader. Man ist mit vielzuviel Überheblichkeit in die Spiele gegangen – “den Spieler schonen wir für die wichtigen Spiele”

    Irgendwie kommt einem da einiges bekannt vor. – Die Etablierten und die Jungen; Überheblichkeit -“währed des Oktoberfests verlieren wir sowieso nicht; und während des Spiels wird sich gegenseitig angemotzt.

  15. GestrandetinBerlin

    Sehr guter Artikel.
    Er hat mich irgendwie recht traurig gemacht, da er schonungslos ist und meine momentane Sorge ist, dass die Anzahl an Problemen neu in der jüngeren Vergangenheit ist.
    Letztlich kann man im Bezug auf Kovac nur spekulieren, schafft er es seine Ideen, sofern er welche hat, doch noch rüberzubringen oder ist er dazu nicht in der Lage? Reicht der Kader dazu vielleicht auch nicht? Letztlich werden es nur die Resultate zeigen.

  16. Bernhard B.

    1. Der Kommentar von Tobias trifft aus Sicht der Strategie und Taktik den Nagel auf den Kopf.
    2. Die Leserkommentare sagen zwar die Auswertung von Tobias “unterstütze ich voll”, um anschließend doch “aber…
    3. Die strategischen Ziele haben UH und KHR sehr wohl mit NK abgesprochen. Und hier hatte ich die Floskeln “soviele Weltklassespieler, vor allem im Mittelfeld”, angezweifelt. Klar haben die Bayernspieler ein höheres Können als die, die er bisher trainierte. Ganz schlimm finde ich die ständige Wiederholung “wir haben es ja gezeigt, dass sie es können”… Das ist, wie bei MSR öffter analysiert, sehr oberflächlich und rückwärts orientiert.
    4. Ich kann bei mir keine Hoffnung spüren. Schade.

    1. GS

      Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, insofern bleibe ich positiv.

      Was mich aber auch stört, ist dieses Gerede von wegen “wir wissen, dass wir die Qualität haben, ..” usw.
      Die Einstellung hat schon der Nationalmannschaft (bekanntlich teilidentisch mit dem FC Bayern) den frühen Abschied beschert.

      Eigentlich müssten alle Spieler sagen: Wir wissen, dass wir nicht mehr so schnell sind wie früher und sich auch sonst einige Ungenauigkeiten eingeschlichen haben, aber genau deswegen wollen wir allen Nörglern zeigen, dass auch die “alten Säcke” noch was reißen können …

      Das klänge dann für mich nach echtem Ehrgeiz; das obige ist Überheblichkeit und Träumen von der Vergangenheit …

  17. Ju

    Mal ein Versuch, weder die jetzige Krise, noch den Saisonstart überzubewerten und sich Gedanken zu machen, wie die Potential der Mannschaft besser genutzt sein kann, auch wenn sie absolut nicht mehr so stark ist, wie vor einigen Jahren.

    Was kann Kovac’s Mannschaft?
    – in tieferer Stellung den Strafraum verteidigen
    – Gegenpressen, wenn sie aufgerückt ist (und nicht, wenn sie im Nirwana den Ball verliert)
    – durch Pärchenbildungen am Flügel Raumgewinn erzielen
    – Standarts

    Was kann sie eher schlechter?
    – das Zentrum kontrollieren
    – bei Flügelangriffen den Strafraum bzw. Rückraum besetzen
    – Manndeckungen ausspielen

    Wird man es nun mit dem vorhandenen Spielermaterial während der Länderspielpause und der folgenden englischen Wochen schaffen, durch einstudierte Automatismen in Verbindung mit besserem Positionsspiel das Zentrum zu kontrollieren und die gegnerische Deckung auf Thiago auszuhebeln? Eher nicht. Wäre ich Niko Kovac, würde ich am ehesten bei der Strafraumbesetzung anfangen um a) Flanken und kleinräumige Durchbruchsversuche bei Flügelangriffen erfolgsversprechener zu machen (da Robbery die Unterzahldribblings einfach nicht mehr bringen können) und b) das eigentlich verbesserte Gegenpressing der Mannschaft wieder zur Geltung zu bringen.

    Also: Man möchte eine stabile Zirkulation in der ersten Linie, anschließend entweder (wenn er sich freilaufen kann) durchs Zentrum über Thiago vorstoßen, oder relativ simple Flügelangriffe fahren, dabei kollektiv vorrücken und aufs Gegenpressing setzen. Da sage ich: Niko, pack die Dreierkette aus!
    Ich denke dabei an Müller als “echten” Halbstürmer, an Ribery als linken Zehner, der nicht ständig die Linie herunterwetzen muss, an Gnabry als rechten Flügelverteidiger und an Kimmich neben Thiago auf der Doppelsechs. Ich sehe Javi Martinez als vorstoßenden zentralen Verteidiger (der sich im Aufbauspiel nicht mehr im Deckungsschatten verstecken muss) und einen Süle, der durch die aufgestockte Restverteidigung mit seiner brachialen Athletik herausrücken und alles wegräumen kann, was irgendwie durchs Gegenpressing durchrutscht.

    Ob das funktionieren würde? Keine Ahnung. Aber irgendwelche Gedanken, die über “Tugenden abrufen” hinausgehen, muss sich ja auch der Trainer zur Misere machen, da ein “weiter so” ja nun ausgeschlossen sein dürfte.

    1. Rainer

      @Ju. Guter Ansatz. würde die nötige Sicherheit zurückbringen. Gerade während der Länderspielpause können keine Spielzüge verinnerlicht werden. Also erstmal das machen was wir können und evt. einige“dreckige Siege“ einfahren. Geht leider nicht anders. Trotzdem erwarte ich mittelfristig wieder ein gut aufgezogenes Positionsspiel (Dominanzspiel). Das ist die Spielweise, die zu unserer Mannschaft passt. O.k einige neue Elemente wie schnelle vertikale Pässe können gerne dazukommen.(Osrig würde jetzt daraufhinweisen, das Kovac für so eine komplexe Spielweise der falsche Trainer ist, aber m.M.n sollte man ihm bis zum Winter die Chance geben) Evt. ist ja im Winter ein guter Winger sowie ein Linksverteidiger zu bekommen. Das wären erste Maßnahmen. (Philipp Max wäre interessant).

      1. Osrig

        Heeee….! ;-)
        Aber, hast ja recht! Das schnelle vertikale Spiel ist nicht meins! Zumindest nicht als grundsätzliche Spielidee bzw. Systemausrichtung!
        Und so möchte ich es auch gern verstanden wissen: Das ich zonenausgerichtetes Pass- und Positionsspiel mit dem Bemühen, Dominanz durch Ballbesitz aufzubauen, als System am Erfolgversprechensten halte!

        Allerdings dürfte der Versuch, 90 Minuten lang den gegnerischen Strafraum quasi zu belagern, auch nicht die endgültige Lösung sein, Flexibilität ist sicherlich zielführender! Und zu solcher Flexibilität zähle ich natürlich auch Spielsituationen, in der schnelles vertikales Spiel genutzt werden soll…vorzugsweise durch Kombinationsspiel, nicht unbedingt durch “Hoch und Weit und auf die Aussen” wie im Moment

      2. Rainer

        @Osrig..:)) passt schon. Ich teile deine Einschätzungen ja meistens. Wie gesagt ein System, das dem Spiel unter Pep Guardiola schon sehr nahe kommt. Allerdings mit etwas mehr Variabilität in KO Spielen.

    2. wipf1953

      Ich sehe nicht, dass die Mannschaft den eigenen Strafraum besonders gut verteidigt:
      – auch auf dem Papier schwächere Gegner erzielen gut herausgespielte Treffer (das 2:0 von Gladbach, das 1:1 von Ajax).
      – das Zweikampfverhalten ist z.T. “sotto tutto il cannone” (das 3:0 von Gladbach, Hummels darf sich angesprochen fühlen).

      Bezüglich der Offensive befürchte ich in dieser Saison immer wieder Spiele, in denen Bayern relativ hilf- und phantasielos agiert. Vor allem, wenn der Gegner eine deutlich höhere Laufbereitschaft hat. Ohne die beiden Franzosen Coman und Tolisso fehlen auch die Einzelleistungen und Kopfbälle nach Standards. An sich müsste doch ein Sturm, bestehend aus Lewandowski und einem nachrückenden James, für Gefahr sorgen können. Aber das scheint unserem Coach zu riskant zu sein.

      Apropos Standards: Wann hat Bayern das letzte Standardtor erzielt (selbst die erfolgversprechendsten Standards, nämlich die Elfer, werden gerne verballert).

      1. Anton

        Standards: gegen S04
        1.Tor Eckball Kimmich – James
        2. Tor 11m Lewandoski

      2. wipf1953

        stimmt .. aber das ist diese Saison ziemlich neu ..

    3. GestrandetinBerlin

      Ich habe auch über die Dreierkette nachgedacht, in meinem Kopf hat das aber keinen Sinn ergeben. Vielleicht sehe ich es einfach falsch aber wo wäre der Vorteil? Sowohl die IV als auch die AV rücken ja tendenziell weit auf, sodass man im Ballbesitz ja teilweise ne Zweierkette mit zwei am Mittelkreis stehende IV spielt. Wenn Martinez Ballverteiler wäre, dann wäre er in einer Situation, wo er letzter IV ist natürlich Gold wert. Aber das können alle IV besser als er. Also eine offensive Dreierkette die potentiell einen IV ins Mittelfeld schiebt, scheint bei der schlechten Ballzirkulation eher sinnlos.
      Interessanter wäre die Variante, die hier glaube ich auch schon erwähnt wurde, AV die eher in den Halbraum gehen, wie bei Guardiola. Wenn ich die letzten Spiele richtig in Erinnerung habe, kleben die Außenverteidiger oft auf der Linie, ebenso wie der Außenstürmer und dann wird es halt schwierig mit Dreiecken.

  18. Klaus Koch

    Das Statement von Hummels beschreibt die Taktik und das Problem von Kovac doch sehr passend und da stellt sich schon die Frage nach der Einstellung.: “Wir haben den Ball, aber wir haben ihn in ungefährlichen Räumen. Weil wir uns mit zu vielen Spielern in völlig ungefährlichen Räumen aufhalten. Wir haben zu wenige Leute da, wo es dem Gegner weh tut”.

    1. Mehmet68

      Danke Lukas, kann man so unterschreiben.

    2. Anton

      Na bravo! “Selbst Wagner ist kein Nationalspieler mehr!” Hört sich so an, als hätte ihn Löw wegen Unfähigkeit rausgeschmissen!
      Man kann auch aus allem etwas Negatives machen.

    3. Olorin

      Ja, kein schlechter Kommentar. Der Rundumschlag gegen die Mannschaft geht mir aber ehrlich gesagt zu weit, bzw enthält teilweise seltsamen Vorwürfe. Zumindest würde ich eine Erklärung erwarten, inwiefern Süle nach Meinung des Autors die “taktische Reife” fehlt. Dass man von Kimmich wenig sieht ist ein ziemlich unfairer Vorwurf gegen den einzigen Feldspieler, der bislang jede Spielminute absolvieren musste…irgendwann leidet darunter natürlich die Durchschlagskraft. Zudem ist es für einen Verteidiger gar nicht das schlechteste Zeugnis, wenn man wenig von ihm sieht. Dass Leihgeschäfte eher die Sache von Frankfurt seien verkennt völlig, dass Bayern eine Kaufoption und somit alle Fäden in der Hand hat. Und der Schuss von Plea passt zentimetergenau, da kann man Neuer in meinen Augen keinen Vorwurf machen.

      1. Anton

        Seltsame Vorwürfe – das hat doch allerspätstens seit dem CL-Spel Methode. Und das zieht sich doch quer durch die Medien. Dazu noch die sogenannten Experten, die auch noch alle ihren Senf dazu geben. Ob Effenberg oder Hamann, ob Freund oder Vogts, jeder hat die Begründung und haut drauf.
        Und im Zweifelsfall wird dann auf noch vor Wochen hochgelobte Spieler eingedroschen.

        Aber auch das ist ja nichts Neues in dem Geschäft.
        So lange ist die WM ja noch nicht her.

      2. rotweiss

        …es ist halt immer das sich-abarbeiten am vordergründigen. zitat: “Und so wurden Spieler geholt, die längst wieder weg sind, etwa Arturo Vidal, Douglas Costa, Mario Götze, Sebastian Rudy oder Sebastian Rode” – aha, also ganz anders als bei…ach so, ja, stimmt, bei keinem anderen verein der Bundesliga. kimmich ist der aktivste, unermüdlichste, robusteste bayernspieler im Moment.

        dennoch stimmt natürlich die Analyse der fcb-entscheidungsfindung unter Hoeneß und der fahrlässigen kaderplanung. ich habe ja nie verstanden, wie man vor wenigen Wochen das Statement rausblasen konnte, dieses jahr würde man wenig tun am transfermarkt, weil man nächstes jahr um so heftiger zuschlagen wolle/werde/müsse. da bekommen die abgebenden vereine große lauscher und hauen gleich nochmal 20 % drauf, weil der große FCB sich in so eine Zwangslage gebracht hat.

      3. Lukas

        Es ist immer noch die Zeit und sie schreibt über Bayern… Ich sehe es wie olorin die Kritik ist gut und auch umfangreich bedacht und beschrieben aber dieser totale rundumschlag ist natürlich ein wenig albern…
        @anton
        Natürlich hat er Wagner wegen Unfähigkeit rausgeschmissen, hast du dem Kerl mal zugeschaut? Ich weiß garnicht was die passenden Worte sind für diesen transfer. Skandal? Frechheit? Im Endeffekt ging es aber auch nie so sehr um seine Fähigkeiten, sondern um den so oft erwähnten stallgeruch. Ich wiederhole es immer wieder aber es ist sehr hilfreich herauszufinden wer Wagners Berater ist!

      4. Anton

        Lukas, wenn jede Nichtnominierung ein Rausschmiss ist, dan werden vor jedem Länderspiel Dutzende von Spielern “rausgeschmissen”. Dann hat Löw auch Petersen oder Sane rausgeschmissen – und danach wieder eingeladen? Wagner hat nach seiner Nichtnominierung seinen Rücktritt verkündet. Und die Nummer mit Wagner-Petersen-Gomez war doch die Farce schlechthin. Da konnte man doch dran fühlen, was da geplant und letztlich ja auch gelaufen ist.

  19. Rainer

    @ROTWEISS..“ich habe ja nie verstanden, wie man vor wenigen Wochen das Statement rausblasen konnte, dieses jahr würde man wenig tun am transfermarkt, weil man nächstes jahr um so heftiger zuschlagen wolle/werde/müsse“……20% Aufschlag…genauso ist es!!. Allerdings herscht in Bezug auf öffentlicher Äußerungen, um es mit den Worten eines ehemaligen FCK Präsidenten zu sagen, ein Defizit an Durchblick. Was ja schon bei der „Granatendebatte“ deutlich wurde.

    1. Marco05

      Bitte mal die Quelle des “Statements” nennen!!!
      Das ist doch auch nur ein Medienhirngespinst. Das hat doch nie einer vom FCB gesagt. Das waren wieder Insider vom Falk oder vom Wild, die ein Mikro in der Kabine und im Büro von UH haben. Lasst euch doch von sowas nicht immer irritieren…

      1. Lukas

        Hat Ulli live bei Sky gesagt. Es lohnt sich den ganzen Auftritt anzuschauen, ich hab mich so sehr fremd geschämt wie seit Stromberg nicht mehr. Ein selbstgefälliges und gerechtes Gerede, dass mich höchstens noch an Trump erinnert

      2. Marco05

        Ok, danke. Aus den von dir genannten Gründen habe ich vermutlich unterbewusst auf die Sendung verzichtet…

        Dann nehme ich meinen Einwand hiermit zurück.

        Dennoch habe ich jetzt das Zitat nochmal rausgesucht:
        “Wir sammeln aktuell ein bisschen Geld ein, falls wir nächstes Jahr mal einen größeren Transfer machen müssen. In diesem Jahr sahen wir es nicht als notwendig an, viel Geld auszugeben. Ob es nächsten Sommer dazu kommt, hängt von unseren Spielern ab.”

        Liest sich dann doch etwas anders als hier kolportiert. Von “umso heftiger Zuschlagen” lese ich da nichts.

        Allerdings hätte es das Zitat (wie viele andere momentan) wirklich nicht gebraucht obwohl es ja konsequent ist – sonst hätte man nicht mit Robbery verlängern müssen, nach “unserer” Philosophie.

      3. wipf1953

        Hoeness ist Geschäftsmann (und, wie inzwischen jeder weiß, Zocker). Ihm waren vielleicht einfach die diesjährigen Preise zu hoch.

  20. Anton

    Ich wage mal eine ganz steile These in Sachen Kaderplanung – gut, Coman und Tolisso war nicht vorhersehbar.
    Und dann macht der FCB das, was er immer machte, er verstärkt den Kader. Mit wem? Mit Nachwuchsspielern oder wie immer mit “Hochkarätern”. Also noch ein As für die Außenbahn, am besten die rechte; einen weiteren Top-IV. den großen Dirigenten für das Mittelfeld und am besten noch einen Knipser für die Sturmmitte, und noch einen AV. Am besten alle so im gesunden Alter von 27, 28.
    Dann haben wir mit dem Jungen aus den USA dann 6 Außenstürmer, 4 Innenverteidiger, vier Außenverteidiger und im Mittelfeld den Neuen, Thiago, Martinez, Goretzka, James, Müller, Tolisso, Sanches also 8.
    Und wer darf dann spielen. Die Topstars? Und die neuen Jungen – nein, nicht die aus dem eigenen Nachwuchs- aber Spieler wie Gnabry, Goretzka, Sanches, und noch der ein oder andere, die haben dann eben Pech gehabt?
    Können ja wieder gehen! So wie ein James dann nächstes Jahr.
    Dann hast du zwar wieder eine schlagkräftige Truppe, aber wieder keinen Umbruch.

    Vielleicht ist es das, was hinter dem Plan steckt.
    Spieler wie Gnabry, Goretzka, den Jungen aus den Staaten und Sanches zu integrieren. Und dann hat man mit Kimmich, Süle, Coman, Thiago, Alaba und den Jungs schon mal ein nettes Gerüst.
    Und nächstes Jahr haben wir außer RibRob auch noch die 30er Wagner, Lewandowski, Martinez, Boateng, Hummels.
    Da muss man dann vielleicht zu den Integrierten noch den ein oder anderen einzukaufen. Aber eben erst dann.
    Und wenn man dann mal ein Jahr nicht die erste Geige gespielt hat, ist der Hunger auch wieder größer!

    Ist ja nur mal so eine These.
    Denn eines glaube ich immer noch nicht – dass Hoeneß und Rummenigge so gar keine Ahnung vom Geschäft haben.

    1. wipf1953

      +1, ANTON. Ich schreibe doch auch immer wieder, dass Bayern nicht für die nächsten fünf Spiele Transfers macht, sondern – hoffentlich – einem größer angelegten Plan folgt. Auch wenn dieser Plan hier von der Forumsmehrheit nicht für gut gehalten wird …

      Bayern hat noch nie in große Transfersummen investiert, sondern immer versucht, Top-Spieler mit Top-Gehältern zu halten. Auch im Prinzip richtig. Nur fehlt dem Kader, so meine Meinung, aktuell etwas der “Hunger”.

    2. GS

      Also wenn wir gerade bei steilen Thesen sind, dann würde ich hier mal gleich noch eine in den Raum stellen:

      UH und KHR haben sich geeinigt, dass man in diesem Jahr nicht unbedingt Meister werden muss, nicht zuletzt um der viel beschworenen Spannung in der Liga willen. Um in der Champions League oben mitzuspielen, ist – wie die letzten Jahre gezeigt haben – Erfahrung und ein eingespieltes Team wichtiger als jugendliche Frische. Also setzt man seitens der Bayern-Führung auf den noch vorhandenen Kern des 2013er CL-Siegers und hofft, dass dieser dank Erfahrung und dem Wissen, dass es die letzte Chance ist, es evtl. doch noch mal schafft. In der BL ist intern die CL-Teilnahme als Ziel ausreichend, so dass man auch mal die Neuzugänge und einige aus dem eigenen Nachwuchs intergrieren bzw. testen kann.
      Aus den so gesammelten Eindrücken ergibt sich der Bedarf, wen man im nächsten Sommer tatsächlich dazu holen muss, und wo für den Umbruch eigene Kräfte in Frage kommen. Denn wenn Thomas Müller der letzte ist, der es aus der eigenen Jugend zu den Profis geschafft hat, wird sich bei den jungen Talenten die Meinung festsetzen, dass man es eh nicht schaffen kann – und dann kommen die irgendwann erst gar nicht mehr zu Bayern.

      Kann natürlich auch sein, dass die beiden “Chefs” immer noch im Clinch liegen und einer (UH) nur aus Trotz sein Linie durchdrücken wollte. Aber, da bin ich ganz auf ANTONs Linie, es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass die beiden nach all den erfolgreichen Jahren jetzt plötzlich so unprofessionell arbeiten würden.

      1. Olorin

        Wenn man intern schon vor der Saison beschlossen hatte, die Saison abzuschenken, wäre es aber ein netter Zug gegenüber Kovac gewesen, wenn man das auch von vornherein so kommuniziert hätte. Den neuen Trainer mit einer übersteigerten Erwartungshaltung den Löwen zum Fraß vorzuwerfen wär schon eine Unverschämtheit.
        Wenn man diese Saison nutzen wollte, den eigenen Nachwuchs zu testen, wäre es aber erstaunlich, die vielversprechendsten Leute davor abzugeben. Götze, Friedl, Fein, Dorsch, Wintzheimer…alle weg. Und die sehr starke momentane U19 (Batista-Meier, Zirkzee) ist noch zu jung. Auf der TW-Position wird man bestimmt nicht anfangen, plötzlich Neuer für Früchtl zu demontieren.
        Der letzte Jugendspieler, der sich durchgesetzt hat, war übrigens David Alaba, nicht Thomas Müller.

      2. GS

        @OLORIN:
        Keine Details (“Der letzte Jugendspieler, der sich durchgesetzt hat, war übrigens David Alaba, nicht Thomas Müller.”) – so ernst war mein These auch nicht gemeint :-)

  21. Anton

    Noch eine Anmerkung zum FCB-Nachwuchs, der ja keine Chance bekommen hat und geht.
    Der eine geht zu Werder Bremen, wegen der Spielpraxis. Der gute Friedl hatte in dieser Saison immerhin schon einen Kurzeinsatz von 2 min gegen Nürnberg, ansonsten 8x auf der Bank.
    Felix Götze in Augsburg, vier Kurzeinsätze zwischen 5 und 30 min + 3x auf der Bank
    Winzheimer 6 Einsätze in der Regionalliga Nord – das hätte er auch beim FCB haben können.
    Benko 96 min in 10 Spielen in Österreich- na ja; Pantovic immerhin in vier Spielen eingesetzt, war aber auch verletzt.
    Dorsch hat es immerhin fast zum Stammspieler in Heidenheim geschafft.

    Die hochgelobten Gaudino – mittlerweile vereinslos, Hojberg – weder bei S04 noch bei Augsburg geschafft, Scholl-Regionalliga Nordost, seit April nicht mehr im Kader der 1.Mannschaft, z.Zt verletzt; Kurt, bei Herta aussortiert.
    Es scheint eben auch bei anderen Vereinen nicht so einfach zu sein.

    1. Olorin

      Ich würde da auf jeden Fall noch Adrian Fein nennen wollen. Wurde am letzten Tag des Transferfensters nach Regensburg verliehen und sichert sich dort in den letzten Wochen immer mehr Spielanteile: am 4. und 5. Spieltag noch nicht im Kader, dann am 6., 7. und 8. Spieltag Jokereinsätze und am 9. Spieltag dann das Startelfdebüt in der zweiten Liga in Fürth. Dabei scheint er auch relativ gut gespielt zu haben…jedenfalls legt das seine kicker-Note von 2,0 nahe (habs nicht gesehen). Von unseren verliehenen Spielern auf jeden Fall der spannendste momentan, ich seh einiges an Potential in ihm. Blöd ist halt, dass ausgerechnet auf der Mittelfeldposition so gar kein Bedarf bei uns besteht.

      1. wipf1953

        Adrian Fein ist an sich so ein “Michael Ballack Typ”, Olorin. Ziemlich groß und körperlich robust. Überragend – jedenfalls in der Regionalliga – im offensiven Mittelfeld, wenn er aufs Tor gezogen hat (wobei Ballack noch diese enorme Kopfballstärke hatte, das war glaub ich bei den Bayern Amas “nicht so gefragt”). Diverse Jugend-Länderspiele. Ich denke schon, dass dieser Typ Spieler bei uns eine Zukunft haben könnte. :Ein Lewandowski alleine im Strafraum ist wenig wert, wie man aktuell sieht.

        Für alle diese Talente gilt aber, dass sie erst einmal das Level erreichen müssen, für einen anderen Club als potentielle Leihspieler interessant zu werden. Gaudino war dafür “zu leicht”. Adrian Fein und Felix Götze könnten IMHO beide ihren Weg machen. Bei Wintzheimer muss man sehen. Bayern wollte ihn wohl nicht mehr (sondern hat die Fühler nach Jann-Fiete Arp ausgestreckt).

      2. Olorin

        Das seh ich genauso wie du…nur Mittelfeldspieler mit Zug zum Tor haben wir doch schon genug. James, Tolisso und Goretzka haben ein vergleichbares Profil und ihre Stärken im Zug zum Tor, auch Müller wenn er im Mittelfeld eingesetzt wird. Entsprechend ist genau das eine Position, auf der wir eigentlich (auch perspektivisch) keinen Bedarf haben. Gut, bis Fein tatsächlich auf dem Niveau eines Bayernspielers sein kann werden auch im besten Fall noch zwei bis drei Jahre vergehen…aber bis dahin ist realistisch gesehen von den oben genannten maximal Müller weg.

      3. Anton

        Okay, dann habe ich den Fein vergessen – aber all die anderen, von dir genannten – außer vielleicht Götze-spielen doch selbst in den z.T. unterklassigen Vereinen kaum eine Rolle. Wie sollen denn die dann in der ersten Mannschaft der Reißer werden.
        Es ist doch in anderen Vereinen auch nicht anders. Wo sind denn die ganzen Spieler des deutschen A-Jugendmeisters BVB, den einen hat man nach Kiel abgegeben und der sieht jetzt bei Düsseldorf in der 1.Liga auch kein Land., der andere wurde nach Hoffenheim verliehen und gurkt jetzt in der 2. englischen Liga rum. Und vom Rest spricht keiner mehr. Ein Pulisic ist nämlich kein Eigengewächs.

      4. wipf1953

        Sanches haben wir auch noch.

  22. Osrig

    Die hier mit wachsender Begeisterung geführte Diskussion über unsere Spieler, die in der Argumentation der Beiträge entweder zu alt, zu langsam, zu wenig laufbereit oder zu eigensinnig sind, läßt sich doch ohne Berücksichtigung der Systemfrage gar nicht angemessen führen.Gleiches gilt für unsere jüngeren Spieler, die ja ebenfalls in einem bestimmten System spielen und in diesem System auch ihre besten Leistungen abrufen müssen. Wenn das System nicht passt, KÖNNEN die Spieler, egal ob alt und erfahren, oder jung und talentiert, doch gar nicht ihre volle Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.
    Damit sind wir doch wieder bei der Spielidee und beim Trainer!

    Unsere erfahrenen Spieler, die wie andernorts schon angemerkt, teils noch unter van Gaal sowie unter Guardiola trainiert und gespielt haben, sind es gewohnt, Pässe mit höchster Genauigkeit zum eigenen Mann zu spielen, dabei auch den Gegner ins Laufen zu bekommen, selbst durch kluge Positionseinnahme das eigene Offensivspiel zu unterstützen.
    Sie sind es gewohnt,die Gegner früh unter Druck zu setzen, wenn der Ball verloren gegangen ist, und sofort die Pass-Stafetten wieder aufzunehmen, sobald er zurück gewonnen ist.
    Sie sind es nicht gewohnt, hinten zu stehen und den Gegner kommen zu lassen, sie sind es nicht gewohnt, nur mit langen, vertikalen Bällen zu arbeiten und im Sprint hinterher zu gehen. Einzig das Überlaufen oder kreuzen auf den Aussenpositionen erfordert ähnliches Agieren, wobei die Sprints in dem Falle meist nur kurz angezogen werden müssen und nicht über das halbe Feld.

    Kurz um: Die Mannschaft ist in ihrer Gesamtheit auf das Dominanzsystem ausgerichtet, nicht auf das abwartende aus der Defensive kommende vertikale Spiel und dessen Anforderungen hinsichtlich Sprintvermögen und Einzelduelle.
    Warum also die Spieler für etwas kritisieren, wo sie doch über Jahre sowohl in den Grundlagen als auch in den Feinheiten für etwas anderes geschult wurden? Zweifellos würden sie generell auch mit Schnellem Umschaltspiel zurechtkommen, aber eben nie so gut, wie ein Spieler, der genau in dieser Spielidee über Jahre gefördert wurde!

    Ich bin daher sicher, sobald Kovac wieder auf Ballbesitz und Dominanz ausrichten lässt, kommen wir auch wieder in die Erfolgsspur zurück! Denn das ist das, was die Jungs können – undzwar richtig gut! Wie die vergangenen Spielzeiten ja zur Genüge bewiesen haben!

    1. Olorin

      Ich glaube nicht, dass es in den letzten Spielen eine bewusste und gewollte Abkehr von Dominanz gegeben hat. Sondern daran, dass das Aufbauen von Dominanz versucht wurde und einfach nicht geklappt hat. Warum kann man noch nicht beurteilen…vielleicht weil Kovac es prinzipiell nicht kann, vielleicht weil er in den (für ihn ungewohnten) Wochen der Dreifachbelastung nicht mehr die Zeit für eine angemessene Gegneranalyse und Spielvorbereitung hatte, vielleicht weil wir mit Augsburg, Hertha, Ajax und Gladbach sehr unpassende Gegner hatten (gegen die drei deutschen Mannschaften sahen wir auch in den vergangenen Jahren öfter mal schlecht aus), vielleicht weil Schlüsselspieler Leistungseinbrüche hatten, weil sie satt, alt, verunsichert, überspielt oder sonst was sind. Wahrscheinlich ist es eine Kombination mehrerer dieser Faktoren. In den nächsten Wochen werden wir besser erkennen, welche dieser Aspekte (oder ob es vielleicht ganz andere Aspekte sind) zutreffend sind und ob und wie sie sich während der Saison beheben lassen. Jetzt voreilig eine Erklärungsmöglichkeit hervorzuheben halte ich erstmal nicht für sonderlich zielführend.

      1. GS

        Volle Zustimmung!

  23. Jo

    Gerade darüber nachgedacht, dass Kovac vor der Saison gerade mal 3 Wochen Vorbereitung mit der kompletten Mannschaft hatte. Dabei ist der BL-Start gemeint, Supercup und Pokal zähle ich schon mal nicht.
    Dann begann nahtlos das Programm mit englischen Wochen, LS-Pausen, die im Trainingsbetrieb jenseits von Reisen und Regeneration, für die Entwicklung mannschaftstaktischer Dinge o.ä kaum mehr Raum ließen.

    Davon ausgehend habe ich mal die übrigen Nach-WM-Jahre aus Bayernsicht betrachtet. Da ist schon erstaunliches zu beobachten. Ich nehme mal den Zeitraum von 1974 bis 2014, als die große Bayern-Ära mit dementsprechenden Bayern-Aufgeboten bei Weltmeisterschaften.
    Dann stelle ich fest, dass von den 11 anschließenden Nach-WM-Jahren der jeweilige Bayerntrainer es nur fünfmal schaffte dieses Jahr zu “überleben”.
    Diejenigen denen das gelang waren Lattek, Heynckes, Hitzfeld (zweimal) und Guardiola. Vielleicht kein Zufall, dass das auch die wohl größten und profiliertesten Namen unserer Trainergeschichte waren.
    Hinzufügen kann man noch, dass auch Lattek einmal an dieser Aufgabe scheiterte, Heynckes titellos blieb und Guardiola mit nur einem Titel sein “schwächstes” Jahr hatte.

    Also ein ganz schönes Päckchen das Kovac da zu tragen hat.

    1. wipf1953

      Ja, auch das Pep-Jahr 2014/2015 war sein schwächstes. Niederlagen gegen Wolfsburg in der Liga und gegen den BVB im Pokal .. (ja genau, gegen den “damals-rote-Laterne-BVB”, der auch ein “Nach-WM-Jahr hatte).

    2. Osrig

      Häufige englische Wochen und eine insgesamt hohe Belastung für die Spieler sind für unseren FCB nichts ungewöhnliches, sicherlich wird es im Verlauf einer Saison Spuren hinterlassen, weshalb ja auch das Thema “Belastungssteuerung” ziemlich wichtig ist.
      Ob die damit verbundene veränderte Trainingssteuerung es verhindert, sinnvoll an taktischen Dingen zu arbeiten, ist für mich schwierig einzuschätzen, immerhin ist es ja nicht so, als dass die Jungs nur zweimal die Woche auf dem Trainingsplatz stehen.
      Viel problematischer finde ich Situationen wie jetzt, wo durch – meiner Meinung nach überflüssige – Länderspiele unsere Mannschaft nicht komplett ist, dementsprechend eben nicht mit voller Stärke trainieren und keine mannschaftstaktischen Aspekte üben kann.

    3. Klaus Koch

      @Jo! Warum sollte die kurze Saisonvorbereitung ein Problem gewesen sein? Es wäre eins, wenn Kovac eine neuformierte Mannschaft trainieren müsste, aber das ist eben nicht der Fall gewesen. Heynckes hatte ihm nicht nur ein intaktes Team übergeben, sondern auch noch einen Co-Trainer Hermann, der das Umfeld genau kannte. Was kann sich also ein neuer Trainer denn mehr wünschen, als solche Voraussetzungen vorzufinden? Vergleich es mal mit dem BVB, wo Favre eine nicht gerade homogene Mannschaft übernahm und zudem neue Spieler integrieren musste. Da funktionierte der Trainerwechsel ohne großen Substanzverlust, zumindest bis jetzt. Also warum sollte Kovac das nicht auch leisten können? Keiner erwartet von ihm, das Rad neu zu erfinden, nur kommt es mir so vor, als würde er dies gerade versuchen. Kovac kann auf einen Fundus von erstklassigen Spielern zurückgreifen und dabei sollte es keine Rolle spielen, ob Müller ständig spielt oder Rib-Rob hin und wieder der Rotation zum “Opfer” fallen. Aber vielleicht sind die Gründe für den jetzigen Einbruch auch weniger beim Trainer zu suchen, sondern im Vergleich zum BVB mehr an den Stellschrauben außerhalb der Mannschaft. Mit Kehl und Sammer wurde dort ein Umbruch angegangen, der derzeit genau den Unterschied zum FCB ausmacht.

      1. Olorin

        Ich würde erstmal die weitere Entwicklung des BVB abwarten, bevor man die über den grünen Klee lobt. Vor einem Jahr um diese Zeit standen die genauso gut wie jetzt. Ansonsten könnte man anmerken, dass Heynckes Kovac gar kein so intaktes Team übergeben hat, sondern eins, das die letzten beiden Pflichtspiele mit 1:3 und 1:4 verloren hat, und das mit Frankfurt und Stuttgart nicht grad gegen die Liga-Elite. Zudem kann ich nicht erkennen, dass Kovac einen besonderen Umbruch gegenüber der Heynckes-Zeit versucht…magst du mal erklären, inwiefern Kovac versucht “das Rad neu zu erfinden”? Generell-ich habs weiter oben schon angedeutet-wird mir die Heynckes-Zeit etwas zu verklärt.
        Den Einwand mit den Ursachen außerhalb der Mannschaft teil ich aber durchaus.

      2. Klaus Koch

        @Olorin! Ich hatte nirgends etwas von einer Erwartung geschrieben, sondern genau das Gegenteil. Die Mannschaft war jedenfalls so intakt, damit sie die Meisterschaft locker gewinnen konnte, obwohl sie mit großem Rückstand übernommen wurde. Die Niederlagen zum Schluss der letzten Saison haben sicherlich etwas mit dem unglücklichen Ausscheiden gegen Real zu tun, die sicherlich bei allen ihre Spuren hinterließ. Solche Enttäuschung steckt auch eine Mannschaft der absoluten Spitzenklassen nicht so einfach weg. Der Hinweis auf eine erfolgreiche Trainerarbeit – egal ob Guardiola oder Heynckes – hat wahrlich nichts mit Verklärung zu tun, es ist lediglich die Anerkennung einer Leistung.

      3. Marco05

        Weil es jetzt schon ein paar mal erwähnt wurde wollte ich mal kurz drauf eingehen:

        “Heynckes hat ein intaktes Team hinterlassen”

        Aus meiner Sicht ist das eine Verklärung der Situation. Es war längst nicht alles intakt. Heynckes hat an den Symptomen gearbeitet und das weitestgehend in den Griff bekommen (bis zum späten Frühjahr) aber nicht die Ursache!!!

        Seit Ancelotti funktioniert der Kader nicht mehr so wie früher, die Zeit unter Heynckes war eine kurze Ära, ein Zurückversetzen in alte “Heile-Welt-Zeiten” aus 2013. Die Spieler – die weitestgehend die gleichen waren, waren direkt wieder in der Komfortzone. So lange bis sie auch diesem Trend die Luft ausging.

        Stichwort Pokalfinale. Mit einer vermeintlich “intakten” Mannschaft wäre das Spiel anders ausgegangen. Man hätte sich nicht von einer limitierten und taktisch doch – in diesem Spiel – sehr eindimensionalen Truppe derart vorführen lassen. Auch da, wie jetzt zuletzt gegen Gladbach die gleichen Probleme: keine Chancen, hinten fahrlässig, keine Inspiration, kein Feuer.

        Also daher zu behaupten es wäre unter Heynckes alles rosarot gewesen stimmt einfach nicht. Die Probleme mit denen sich jetzt Kovac rumärgern muss sind die gleichen geblieben, seit Ancelotti. Und auch das Personal.

        Also der Schnitt muss kommen und er muss unter Kovac kommen. Jeder andere würde aktuell genauso scheitern.

      4. Olorin

        @Marco05
        Absolute Zustimmung, seh ich wie du.

        @Klaus Koch
        Es war schon vor den beiden Abschlussniederlagen nicht alles super. Wie gesagt, ich seh das wie Marco: Heynckes hat für ein paar Monate nochmal die Mannschaft von 2013 (in etwas schlechter) reaktiviert, aber das war eine kurze Hochphase zwischen zwei Tiefs und kein stabiles intaktes Team. Und wie ich oben schonmal angemerkt hab, war auch einiges an Spielglück dabei

      5. Marco05

        Und noch was:
        der “Einbruch” wäre sehr wahrscheinlich schon viel eher gekommen, wenn Guardiola die Truppe nicht bis ans Limit (und darüber hinaus) gefordert hätte. So war halt Ancelotti der erste, der es ausbaden wollte.

        Leider haben es die Bosse anscheinend noch nicht kapiert dass das unweigerlich ansteht (oder jetzt vielleicht so langsam) und wollten stattdessen mit Heynckes verlängern. Das ist wie wenn man einen Knochenbruch immer wieder mit Eisspray behandelt. Es machts unterm Strich nicht besser und irgendwann geht’s ohnehin nicht mehr.

        Den Umbruch damals nicht mitten in der Saison zu vollziehen, war noch verständlich. Auch nicht direkt Tuchel zu holen. Aber zumindest diesen Sommer hätte man es durchziehen müssen. Jetzt ist Kovac der nächste Leidtragende. Ich für meinen Teil hoffe, dass man es jetzt mit ihm durchzieht (um nicht als völlig unfähig dazustehen) um nicht noch einen Trainer zu verbrennen weil das unweigerlich der Fall wäre.

      6. Osrig

        Wenn die Spieler das spielen, was sie am besten können – Ballbesitz und Dominanz – dann wird das Team auch wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. An den Spielern liegt es jedenfalls am Wenigsten, dass es nicht läuft, denn sie haben das Fussballspielen in der Zwischenzeit ganz sicher nicht verlernt und setzen die Vorgaben des Trainers um. Ergo taugen die Vorgaben des Trainers nicht viel!!!

        Und wenn mit einigem Recht darauf hingewiesen wird, dass auch unter Jupp nicht alles rund lief und funtkionierte – wobei ich das wie @Klaus Moor auf die unglückliche Niederlage gegen Real zurückführe und noch ergänzen würde um die sich abzeichnende Trainerposse – dann verstehe ich erst recht nicht, warum Kovac so geschont wird. Denn Heynckes hat für mich gerade hinsichtlich Ballbesitz-Strukturen die taktisch bei weitem höhere Expertise im Vergleich zu Kovac. Es glaube doch keiner, dass Kovac da plötzlich schulen lassen kann,worauf es ankommt, wenn es ihm vorher schon nicht gelang, die passenden Vorgaben zu machen!

        Und wie gesagt, dass es an den Spielern liegt, die plötzlich nicht mehr können, oder – höchst unprofessionell – nicht mehr wollen, dass ist sicherlich nicht der Grund für diesen drastischen Absturz.

  24. Anton

    Das hat was für sich. Mit regenerierten Spielern eine komplette Vorbereitung zu bestreiten, ist sicher etwas anderes als 3 Wochen, mit Spielern, die zum Teil- Tolisso ausgenommen- noch an einer verkorksten WM knabbern.

  25. Marlene Dietrich

    Falls es stimmt, dass Bernat für ca. 5 Millionen verkauft wurde, ghört der ganze Vorstand vom Hof gejagt.

    1. Anton

      Warum wurde den Bernat abgegeben? Weil er eigentlich seit Jahren als Backup vom Backup es über Jahre nicht geschafft hat, sich auch nur ansatzweise in den Vordergrund zu spielen. Und das bei vier verschiedenen Trainern. Woran das wohl gelegen hat? An den Trainern?
      Und auch bei PSG ist er noch lange kein Stammspieler mit vier von neun Spielen.

      1. Marlene Dietrich

        Und, weiter?
        Rafinha is doch ebenfalls primär als Vertretung für die Stammkräfte verpflichtet worden. Stört auch keinen, oder?
        Dass Bernat anscheinend an seine Grenze gestoßen ist, brauchen wir ned auszuführen, aber als Back-Up war er meistens solide. Genau das hätte jetzt Alaba erforderliche Ruhepausen verschaffen können.

      2. Anton

        Offenbar hielt man ein Backup für genug. Dass der gleich im 2. Heimspiel so zusammengetreten wird, konnte man ja nicht vorhersehen.

      3. Marlene Dietrich

        Natürlich nicht, aber in Anbetracht dessen, dass man (i.e. der gesante Verein) in allen drei Wettbewerben möglichst weit kommen möchte, is der Verkauf Bernats umso mehr deppert.
        Ein mittelmäßiger Back-Up is immer besser als gar keiner.

      4. chucky

        Sorry, aber Bernat ist bei PSG bislang absoluter Stammspieler. Er ist erst am 31.08. gewechselt, war deshalb am 01.09. noch nicht im Kader und hat dann 4/5 Ligaspiele und 2 komplette CL-Spiele absolviert.

      5. Karsten

        Konsequent wäre es nun einen jungen Spieler für die LV Position hochziehen. So hat es der der Großteil unserer Mannschaft vor längerer Zeit auch erlebt.

      6. Olorin

        Für LV haben wir aber nicht wirklich ein Talent, das man hochziehen könnte wie seinerzeit Alaba. Und das war auch schon im Sommer klar, als der Verkauf erfolgte. Am ehesten wären dafür Friedl (momentan nach Bremen verliehen) und Götze (mittlerweile an Augsburg verkauft) in Frage gekommen, die sind aber halt nicht mehr da.

      7. Jo

        Bernat ohne Ersatz gehen zu lassen war ein schwerer, gar nicht nachzuvollziehender Fehler.
        Mal abgesehen von dem was er individuell leisten könnte, nimmt man sich so auch taktische Manövriermasse.
        Nehmen wir mal an Kovac würde tatsächlich daran denken, Kimmich neben Thiago auf die Doppelsechs zu stellen (wie auch oben hier schon mal angedacht). Ein interessanter Gedanke, ein strategisch anderer Spieler als die bisher dort eingesetzten, hätte auch was von Zeichen setzen, von agieren an sich, Handlungsfähigkeit demonstrieren usw.

        Wenn er sich diesem Gedanken tatsächlich nähert braucht er nur mal durchzuzählen um festzustellen, dass ihm dann noch zwei Verteidiger für zwei Positionen bleiben. Auch mal gar nicht so prickelnd.
        Wir kennen ja alle das Bild von der zu kurzen Decke. Wenn das so ist, kannst du dich nur noch entscheiden, ob du oben oder unten frieren willst.

  26. Anton

    Bei jedem Spielertransfer – das war ein schwerer Fehler. Costa – das war ein Fehler(was hat er denn bis auf das erste halbe Jahr gebracht?) Vidal- das war ein Fehler! (Die Leistungen des letzten halben Jahres waren eher suboptimal) Bernat – das war ein ganz schwerer Fehler ( nur hat er sich selbst zu Guardiolas Zeiten, der ihn haben wollte, nie durchsetzen können)
    Und wer das Spiel PSG gegen Liverpool gesehen hat, kann eigentlich nur froh sein, dass er nicht beim FCB spielt.
    Rudy – ein Fehler.( Das letzte halbe Jahr – konnte man vergessen! Und bei S04 sitzt er auch mehr draußen.)
    Alles nur Fehler – da fragt man sich doch, woran die -egal bei welchem Trainer- immer nicht das bringen, was man erwartet hat.
    Gut, das geht allen anderen Mannschaften auch immer wieder so. Und das ist auch nichts ungewöhnliches, weil eben nicht jeder Spieler bei jedem Verein klarkommt. Robben – da war man froh, als man ihn los war und dann kam er beim FCB steil aus der Kurve. Ein Ibisevic schießt in 18 Monaten als Stürmer kein Tor beim VfB, wechselt den Verein und schießt in den ersten zwei Spielen vier Tore.
    Ein wirklicher Fehler war einen Spieler wie Mandzukic gehen zu lassen, weil man glaubte mit Lewandowski braucht man ihn nicht mehr.
    Aber bei der Masse derer, die kamen und gingen, war es eben kein Fehler, sondern das normale Geschäft.
    Was ist denn mit den richtigen Top-Stars? Ein Bale, der für über 90 Mio wechselt und bei Real nie die Rolle spielte, wie in England. Ein di Maria , der bei PSG auch nicht der ist, der er vorher war, und,und,und. Und umgekehrt genauso.
    Warum kommen Spieler bei dem einen Verein groß raus und beim anderen nicht.
    Manchmal passt es einfach nicht.
    Und wir, die wir ja alles wissen, wissen auch wann es ein Fehler ist einen zu verkaufen oder zu kaufen.
    Da werden Spieler für zig Millionen geholt oder verkauft- aber keiner weiß, was in den Spielern vorgeht.
    Ein Costa spielt in Turin eine Supersaison – hat er hier nicht getan. Ein Bernat – mal sehen, was er bei PSG bringt.
    Wird er der Kracher, sagen alle: Hoeneß, wie konntest du nur; wird er dort zum Bankdrücker, sagen alle: Hoeneß alles richtig gemacht.
    Also Vorsicht mit den vorschnellen Urteilen!
    Und wenn man ehrlich ist – man kann von Bernat halten, was man will – wenn der Verkauf des Backup vom Backup so ein gravierender Fehler ist, dann stimmt doch was nicht. Wenn ein Rafinha in 2 Wochen wieder fit ist, spricht danach keiner mehr von Bernat, so wie vorher eigentlich auch keiner von Bernat gesprochen hat, wenn die anderen fit waren.

    1. Rainer

      @Anton..natürlich kann man immer nur die aktuelle Leistung des Spielers beurteilen. Bei Bernat und Costa bin ich da bei Dir. Ich hätte auch beide abgegeben. Allerdings hätte ich zum Zeitpunkt des Costa Transfers einen neuen Winger verpflichtet. Schon zu diesem Zeitpunkt sollten Nachfolger für Ribéry und Robben sukzessive aufgebaut werden. Und bei der Vetragssituation von Bernat, keine Frage, da musste man handeln. Allerdings wusste die sportliche Leitung das schon lange genug. Rafinha ist ein Back Up, der beide Seiten gut (ist das unser Anspruch?) besetzen kann. Allerdings ist er auf links zwei Klassen schlechter als Alaba in Topform. Zudem sollte m.M.n. aufgrund der vielen Spiele und unserer hohen Ziele jede Position doppelt besetzt sein. Eine andere Möglichkeit wäre zum Zeiptpunkt der Coman Verletzung und des Bernat Verkaufs die Verpflichtung eines Spielers gewesen, der beide Positionen spielen kann.

      1. Anton

        Für Costa wurde Coman geholt und auch fest verpflichtet. Zusätzlich wurde Gnabry geholt. Der dritte kommt im Winter. Das Problem sehe ich nicht im Ersatz, sondern in der Tatsache, dass der Ersatz dann auch spielen muss. Wenn ich einen verletzten Coman habe, nutzt es mir relativ wenig, wenn ich die zweite Alternative mehr auf der Bank als auf dem Feld habe. Sieh dir doch mal die Aufstellung des Ajax-Spiels an – wo sind denn da die jungen Spieler, wie Süle, Gnabry, Goretzka – und auch James und Sanches gewesen? Auf der Bank!
        Und dann heißt es hinterher, dass die Leistungen der genannten ja nicht so toll sind. Woher denn auch! Spiepraxis bekommst du nicht auf der Bank und gerade bei jungen Spielern ist die mitentscheidend für die Form.
        Warum ist denn ein Berat nie wirklich “aus dem Knick” gekommen, weil er in der Zeit,in der er sich eigentlich noch entwickeln sollte, die meiste Zeit draußen saß. Als er kam, hat er die erste Saison fast durchgespielt. In den drei Jahren danach waren es zum Teil nicht einmal mehr 30%.
        Und dann hast du eben bei der Konkurrenz keine Chance mehr.

      2. Olorin

        Das ist ein guter Punkt, Anton. Es ist in der Tat kein gutes Zeichen, wenn die jungen Spieler dauernd draußen sitzen müssen, obwohl die Leistungen der Alten eher schlechter sind. Wir haben einfach zu klare Hierarchien im Kader, die das Leistungsprinzip außer Kraft setzen. Dass Hummels und Boateng in den entscheidenden Spielen vor Süle und Ribéry, Robben und Müller vor James stehen resultiert nicht aus dem momentanen Leistungsstand, sondern aus dem “Status” dieser Spieler, der auf der Vergangenheit beruht.

    2. GS

      “Da werden Spieler für zig Millionen geholt oder verkauft- aber keiner weiß, was in den Spielern vorgeht.”

      In dem Satz versteckt sich für mich ein zentraler Punkt, der im Zusammenhang mit Spielertransfers fast nie diskutiert wird: was geht in den Köpfen der Spieler vor, und wie sieht umgekehrt der Verein dessen Persönlichkeit?

      Wir reden hier über junge erfolgshungrige Männer, die ihren Arbeitsplatz wechseln wollen, und nicht über Zuchtbullen, die meistbietend versteigert werden …
      Das Motiv für einen Wechsel kann natürlich mehr Geld sein, aber noch viel mehr ist es im Normalfall der Wunsch, in einer möglichst erfolgreichen Mannschaft Stammspieler zu werden. Nur in Ausnahmefällen kommt einer von vornherein als “Backup”.

      Man kann also getrost davon ausgehen, dass alle, die im Sommer den FC Bayern verlassen haben, schlicht und einfach auch weg wollten. Und dass es sicher alles andere als trivial ist, (z.B.) Außenverteidiger zu finden, die zumindest potenziell das geforderte Niveau haben, die zumindest grundsätzlich zum FC Bayern (oder überhaupt nach Deutschland) wollen, ins Team passen und nicht 30+x Mio. kosten …

      1. Osrig

        Das sehe ich genauso! Und es darf bei der Frage “was geht in den Köpfen der Spieler vor”nicht vergessen werden, dass zum sportlichen Profil der Spieler auch immer ein psychologisches Profil erstellt werden dürfte, das sich sicherlich nicht auf Allgemeinplätze begrenzt. Nicht zu vergessen, es gibt ja auch noch die Vertragsgespräche, in denen sich beide Seiten einen Eindruck von einander machen!
        Also: Psychologisch wird schon drauf geachtet, ob es passt!

        Von daher denke ich eben nicht, dass unser FCB sich Spieler – oder Trainer – holt, die von ihrer Einstellung her nicht mit dem Druck bei uns zurecht kommen würden.
        Das heisst nicht, dass die Spieler nicht unbewusst ein paar Prozente liegen lassen könnten, wenn es nicht läuft, aber das erklärt meines Erachtens eben nicht den derzeitigen Einbruch!

        Wenn wir auf die psychologische Seite der Krise schauen, dann halte ich Unzufriedenheit mit dem derzeitigen System für am wahrscheinlichsten für den starken Einbruch.
        Als Spieler merke ich doch, wenn taktisch gesehen die Reise woanders hingeht, als es den eigenen Fähigkeiten – und somit der Ausrichtung des gesamten Teams – entspricht!
        Wenn ich dann noch daran zweifele, mit dem Neuen genauso erfolgreich zu sein, dann ist Unzufriedenheit vorprogrammiert. Und die Unzufriedenheit, die durchschimmert bei Robben, bei James, bei Lewa und bei Kimmich scheint nicht nur mit fehlenden Spielminuten zu tun zu haben!

        Kovac steht also vor der Aufgabe, Spieler, die in den zurückliegenden Jahren so ziemlich alles gewonnen haben, was es zu gewinnen gibt, davon zu überzeugen, dass sein eigener Ansatz, seine eigene Spielidee besser oder zumindest gleichwertig ist, wie die bisherige Herangehensweise! Nur dann wird er die Spieler auf seine Seite ziehen können.

      2. Anton

        Osrig, imm dir mal als Beispiel ein en Costa. Costa wurde verpflichtet und hat eingeschlagen, wie eine Bombe. Was hat der im ersten halben Jahr gebracht. Und jeder hat gesagt- tolle Verpflichtung, super, und und und.
        Und was bitte ist dann im Kopf dieses Spielers passiert. Der hat doch nur wegen einer Verletzung nicht alles verlernt. Aber er hat, obwohl das Umfeld und auch der Trainer das gleiche war, wie vorher plötzlich auf dem Platz nichts mehr gebracht.
        Dann wechselt er den Verein und bringt wieder Top-Leistung. Womit war er plötzlich unzufrieden, wenn doch alles genauso war wie vorher.
        Bei einem Trainerwechsel mag das ja teilweise noch erklärbar sein. Aber warum ist ein Costa bei einem Guardiola 2015 top und bei einem Guardiola 2016 eher Flop.
        Und ein Bernat hat es weder bei Guardiola noch bei Ancelotti oder Heynckes geschafft, aus der Reservistenrolle herauszukommen. Für einen Rudy gilt das gleiche – ein grundsolider Spieler, aber eben auch nicht mehr-und da siehst du eben bei der Konkurrenz im Mittelfeld kein Land. Der hat sich selbst überschätzt und musste dann feststellen, es reicht eben nicht.

        Der andere Aspekt,den du beschreibst könnte durchaus zutreffen, denn der Leistungseinbruch erinnert in einigen Dingen doch stark an die Ancelotti-Phase.
        Auf der anderen Seite – und da sehe ich vor allem auch das Ajax-Spiel als den Höhepunkt- sollte man die Unzufriedenheit derer, die alle für den propagierten Umbruch geholt wurden und dann doch wieder draußen sitzen, nicht unterschätzen.
        Im Moment ist das, wenn man das alles zusammennimmt, eine ziemlich unselige Mischung.
        Insofern hat Kovac ein ganz dickes Brett zu bohren.

      3. Rainer

        @Osrig. Ohne Zweifel alles Richtig. Trotzdem ist das meines Erachtens nach keine Entschuldigung für die Kaderplanung. Die meisten hier aufgeführten Argumente sind richtig. Aber sie gelten eben nicht explizit für unseren FCB. Der Kader wurde ohne Zwang ausgedünnt. Wir stehen jetzt vor einer Grundsatzentscheidung, ob wir bei Neuverpflichtungen unsere bisherigen, dem Ballbesitzspiel (Dominanzsystem)entsprechenden, Spielerprofilen bleiben, oder einen neuen Weg gehen. Das die Spieler, die verkauft wurden, schlicht und einfach weg wollten mag sein. Allerdings wollten das Lewa und Boateng auch. Daher zählt dieses Argument für mich nicht.
        Es lässt sich noch nicht abschließend sagen, ob man gerade Lewandowski nicht besser hätte gehen lassen sollen. Für die hohen gebotenen Ablösesummen wäre es möglich gewesen div. junge, hungrige Spieler auf dem Markt zu kaufen. (Batshuayi, Martial,….) Aber letztlich wissen wir am Ende der Hinrunde mehr. Auch der weiter oben genannte Einwand, das der FCB keine Spieler für kurze Zeit einkauft, sondern ein langfristiges Konzept dahintersteckt ist durchaus richtig. Allerdings sollte diese Vorgehensweise kein Dokma sein. Um es einmal mit der Formel 1 zu vergleichen. Ein Team stellt Defizite bei den Reifen fest. Wird jetzt erklärt, das nächstes Jahr neue, bessere Reifen vom Hersteller kommen? Sicherlich zum Ende der Saison kann das sein. Am Anfang wird alles versucht, die Schwächen zu beseitigen. In unserem Fall wäre das nach der Coman Verletzung und des Bernat Abganges eine Kaderkorrektur gewesen,

      4. Osrig

        Sowohl Costa, als auch Rudy oder Bernat, erst recht ein Coman, wurden sicherlich geholt, nachdem eine psychologische Beurteilung erfolgt war, die neben den rein sportlichen Aspekten auch vermuten lies, dass die Spieler zum FCB passen.
        Solch eine psychologische Beurteilung ist ja immer nur ein Teilaspekt, die noch dazu auch nicht immer “ins Schwarze treffen” wird.
        Und das Spieler, die von vorn herein als Ergänzungsspieler geholt wurden, an dieser Vorgabe “zu knabbern” haben, ist sicherlich auch nicht überraschend.

        Meine grundsätzliche Aussage ist ja die, dass auf das psychologische Profil der Spieler geachtet wird und sie deshalb zum “System FCB” passen müssen, ich deshalb mangelnden Leistungs- und Einsatzwille aus “Mauligkeit” nicht vorstellen kann, da in höchsten Maße unprofessionell. Gut vorstellen kannich mir hingegen, dass es Unzufriedenheit gibt, wenn die Spieler erkennen, dass sich das System FCB gerade auch hinsichtlich taktischer Aspekte ändert, eine über Jahre erfolgreiche Strategie verlassen wird und plötzlich Fähigkeiten gefordert sind, in denen die Spieler weniger stark sind. Da lasse ich unbewusst schon mal nach!

        Dem Spieler Costa übrigens weine ich sozusagen keine Träne hinterher! Es ist richtig, dass der Brasilianer in seiner ersten Spielzeit groß aufgetrumpft hat, aber es auch schnell deutlich wurde, dass er sich für den kommenden Weltstar hielt, der sich auch nicht einfügen muss. Mangelnde Demut und mangelnde Einsichtsfähigkeit hat ihm seine weitere Karriere beim FCB unmöglich gemacht. Vielleicht hatte die psychologische Beurteilung in diesem Bereich eine Lücke!
        Im Vergleich jedenfalls zu Coman, der zwar jünger war, aber keineswegs weniger talentiert, hat sich unser junger Franzose erfreulich zurückhaltender gezeigt und seine Rolle von Anfang an akzeptiert und von dort aus seine Schritte gemacht.

      5. Anton

        Rainer, das mit dem Kader ist sicher eine Überlegung. Aber der Kader ist nicht das entscheidende für mich. Entscheidend ist, wer denn letztendlich auf dem Platz steht.
        Was hilft dir denn die Verpflichtung eines Martial, wenn der neben Gnabry auf der Bank sitzt, während das altbewährte Duo spielt.
        Im Mittelfeld ist jetzt schon Betrieb ohne Ende – stelle dir das mal mit Rudy und Vidal vor – was hat Brazzo gesagt – wir haben neun Spieler für 4 Positionen. Gut, da hatte man weder Tolisso noch Coman so auf der Rechnung.
        Trotzdem, solange die jungen Spieler mehr draußen als auf dem Feld sind, wird man keinen Umbruch hinbekommen.

      6. Olorin

        “Wir reden hier über junge erfolgshungrige Männer, die ihren Arbeitsplatz wechseln wollen, und nicht über Zuchtbullen, die meistbietend versteigert werden …Man kann also getrost davon ausgehen, dass alle, die im Sommer den FC Bayern verlassen haben, schlicht und einfach auch weg wollten.”
        Vor allem reden wir hier über volljährige Menschen, die aus freien Stücken und bei klarem Verstand einen Vertrag bis 2020/21/22… unterschrieben haben. Das heißt, dass man den im Zweifelsfall auch zu erfüllen hat. Ich kann auch nicht einen Stromvertrag über zwei Jahre unterschreiben und dann nach sechs Monaten sagen, dass ich jetzt keine Lust mehr hab. Wenn künftig jeder Bayernspieler einfach gehen kann, wann er mag, können wir den Laden auch gleich dicht machen. Und der FCB hat immer schon Spieler auch gegen ihren Willen gehalten…diesen Sommer Boa und Lewy, das berühmteste Beispiel war vor ein paar Jahren Ribéry. Sorry, aber das ist überhaupt kein Argument.

        “Und dass es sicher alles andere als trivial ist, (z.B.) Außenverteidiger zu finden, die zumindest potenziell das geforderte Niveau haben, die zumindest grundsätzlich zum FC Bayern (oder überhaupt nach Deutschland) wollen, ins Team passen und nicht 30+x Mio. kosten …”
        Wenn ich keinen Nachfolger zu einem adäquaten Preis finde darf ich Bernat halt nicht verkaufen. So einfach ist das.

        @Anton
        Kein Mensch hier trauert Bernat, Rudy oder Costa nach, weil die so unvergleichlich gut waren. Aber im Zweifelsfall ist ein Spieler besser als kein Spieler. Und es gibt noch immer Leute in unserem Kader, die mit Sicherheit nicht stärker sind als die drei erwähnten (Rafinha, Wagner und mittlerweile auch Ribéry).

      7. Olorin

        @Osrig
        Wir haben aber leider jede Menge “Mauler” im Kader, die für Unruhe sorgen, wenn sie ihrer Meinung nach zu wenig spielen. Oder wenn sie der Meinung sind, momentan zu wenig Unterstützung zu bekommen. Insofern scheinen die von dir vermuteten psychologischen Tests wohl wenig effektiv zu sein.

      8. Osrig

        @Olorin:
        Kein psychologischer Test kann einen Menschen zu hundert Prozent durchleuchten; und natürlich können psychologische Einschätzungen potentieller Neuzugänge auch falsch liegen. Aber es wird sie sicherlich in der einen oder anderen Form geben, wobei mit Sicherheit der hohe Druck eine Rolle spielen wird, dem die Spieler bei uns ausgesetzt sind. Und ich sollte mich sehr wundern, wenn dabei in unserem Verein, der “Mia san mir” ja auch familiär interpretiert, soziale Kompetenz keine Rolle spielt in den Vertragsgsprächen bzw. ihren Vorbereitungen.

        Übrigens, Ich sage ja auch nicht, dass es keine “Mauler” bei uns gibt, unsere beiden Altstars und Lewa sind da die besten Beispiele für! Aber eben auch gute Beispiele dafür, dass sie sich trotz “Mauligkeit” auf dem Platz reinhängen, sich eben nicht aus dem Team streiken oder desinteressiert nur nebenher traben!

  27. Anton

    Vielleicht noch einmal etwas zum immer wieder gebrachten Spielsystem des FCB. Ja, wir waren mit diesem Spielsystem vor allem zwischen 2013 und 2016 sehr erfolgreich. Im Zeitraum bis heute haben wir aber danach nicht nur den mittlerweile 3. Trainer sondern auch eine ganze Menge neuer Spieler. Ob man mit diesen Spielern das alte System so einfach 1:1 “kopieren” kann, oder ob man auch aufgrund andere Spielertypen, die man geholt hat, das System nicht auch variieren muss, ist hier die Frage. Ein Kimmich ist eben kein Lahm und ein James kein Müller oder Robben, ein Achter Goretzka kein Vidal
    Muss man die jetzt in ein System hineinpressen, oder sollte es die Kunst des Trainers sein, aus den vorhandenen Spielern das Optimale herauszuholen.
    Und dann stellt sich mir die Frage, ob man das innerhalb kurzer Zeit schafft oder ob dieser Prozeß nicht länger dauert, als man erwartet hat.
    Vor allem bei Vereinswechseln von Spielern, die auf ein bestimmttes System “geeicht” waren, ist das vermutlich genauso schwierig, wie die Spieler, die jahrelang ein bestimmtes System gespielt haben, plötzlich “umzuerziehen”.
    Ich glaube, die Aufgabe, die ein Kovac davor sich hat, ist viel schwieriger, als er es sich vorgestellt hat.

    1. Rainer

      @Anton. Sorry haben aneinander vorbeigeschrieben.:)) aber kurz zum zum letzten Kommentar. Jupp Heynckes hat es letztes Jahr auch geschafft, diese Spieler zu integrieren…..

  28. Rainer

    @Anton. Vollkommen richtig, das eine Vepflichtung eines Martial unter diesem Aspekt kritisch zu hinterfragen ist. Mein Denkansatz geht jedoch generell dahin, das ich mir vier schnelle, dribbelstarke, kombinationssichere und torgefährliche Winger bei unserem Programm wünsche. (Martial sehe ich zudem als Mittelstürmer Backup und Winger) Letzte Woche beim Spiel ManCity vs Liverpool kamen Jesus, Sturridge, Sane und Keita von der Bank….da ist das dann eben so(das die vorher auf der Bank sitzen). Und die Denke von Pep, KHR und Sammer ging ja mit Ribéry, Robben,(3Jahre jünger), Coman und Costa in die gleiche Richtung.
    @Osrig „eine über Jahre erfolgreiche Strategie verlassen wird und plötzlich Fähigkeiten gefordert sind, in denen die Spieler weniger stark sind. Da lasse ich unbewusst schon mal nach!“ das ist Fakt. Und allein aufgrund der WM ein Spielsystem das erfolgreich war grundliegend zu überdenken ist fragwürdig.(und wie ich bereits mehrfach betonte, sperre ich mich da nicht gegen neue Elemente wie vertikale Pässe etc. Allerdings auf Grundlage des gelebten Spielphilosophie.)

    1. Anton

      Rainer, und wenn du dann diese Denke nimmst – streiche Costa/setze Gnabry dann bist du doch genau da. Und nach der Saison werden dann Robben/Ribery ersetzt. So war wohl der Plan – Comans Verletzung war nicht geplant.

      1. Rainer

        @Anton. Ist korrekt. Allerdings sehe ich Robery nicht mehr als zwei vollwertige Winger.(Kondition, Verletzungshistorie etc) ist allerdings nur mein subjektives Empfinden.

      2. Anton

        Kann man so sehe, ist eben die Frage, wie man sie einsetzt. Ich persönlich halte auch den Einsatz in der Startelf mit dem dann notwendigen Wechsel spätestens in der 60. min für problematisch. Aber das ist im Moment offenbar die bevorzugte Variante.

  29. Dinzinger

    Gerade gelesen, dass Niko Kovac beim FCB-Basketball-Besuch ausgepfiffen wurde.
    Wie bescheuert kann man eigentlich sein? Das ist jawohl das Allerletzte. Leute gibt’s.

    1. Osrig

      So? Also sollen die Fans lieber ihren Mund halten und schön auf “Heile Welt” machen? So nach dem Motto “Weiter so!” oder “die da oben wissen schon, was richtig ist?” Damit stelle ich mich als Fan mit einer je nach Thema abweichenden Meinung von vorn herein beiseite und lasse die Dinge laufen, ohne Einfluss zu nehmen. Das ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg!

      Pfiffe und Buhrufe stellen ja keine Beleidigung dar, sondern sind eine der wenigen Möglichkeiten, die uns Fans bleiben, unseren Unmut zu äußern – und ergeben sich oftmals eben eher zufällig! Ich hätte in der Situation vermutlich mit eingestimmt in die Buhrufe.

      1. Anton

        Nein, das sollen die Fans natürlich nicht! Wenn ich es aber richtig gelesen habe, hat der Hallensprecher Kovac namentlich als “Besucher” vorgestellt – und dann wurde gepfiffen. Damit reduziert man dann die ganze jetzige Situation alleine auf Kovac. Und ob das gerechtfertigt ist, ist die andere Frage?
        Alles das, was hier so in den letzten Wochen diskutiert wurde – Transferpolitik, Form der Spieler, Vorbereitungszeit, WM-Nachwirkungen etc. alles uninteressant. Kovac ist an allem schuld! Bei einem, der bei der ein oder anderen Sache zumindest Aktien drin hat – Hoeneß – wurde nicht gepfiffen.
        Insofern ist diese Geschichte in meinen Augen zumindest grenzwertig.
        Wenn ja nun der Alleinschuldige schon feststeht, ist er zumindest als Alibi für alle anderen schon mal gut geeignet.
        Dann braucht ja keiner der Involvierten mehr nach Fehlern zu suchen – Kovac ist an allem schuld!

        Erinnert so ein bischen an die Ligadiskussionen, wo dann in der Vergangenheit an den Leistungen der anderen Vereine, der Schiedrichter usw. immer der FCB schuld war. Vom Schwachkaufen über Fernsehgelder bis zu sonstwas. Dann braucht man ja im eigenen Verein keine Fehlersuche betreiben.

        Vielleicht sehe ich das ja zu überspitzt – aber man hat ja nicht der Vereinsführung seinen Unmut kundgetan, sondern es auf eine einzige Person bschränkt.

      2. Osrig

        Es ist schon richtig, dass Kovac nicht allein Schuld ist an der Misere! Hoeneß tat sicherlich gut daran, erst in der Halbzeit mit dazu zu kommen. ;-)
        Allerdings finde ich es schon recht weit aufgefasst, von den Pfiffen gegen Kovac darauf zu schließen, dass die Pfeifenden nur unseren Trainer als Schuldigen ausgemacht haben. Er war in dem Moment für sie greifbar, um die eigene Kritik auszudrücken! Vielleicht wäre unser Präsident, wäre er so vorgestellt worden, sogar mit einem noch viel gellenderen Pfeifkonzert bedacht worden. Unwahrscheinlich zwar- immerhin ging es um Basketball und somit das momentane Steckenpferd von Hoeneß – aber nicht völlig abwegig!

        Wichtig ist es mir, dass wir Fans unseren Unmut äußern sollen und müssen, dabei aber stets den Respekt vor den Menschen bewahren! Beschimpfungen oder Abwertungen haben in solchen Fällen nichts zu suchen, zumal sie wieder auf denjenigen negativ zurückfallen, der sie tätigt – als jemand, der augenscheinlich zu konstruktiver Kritik nicht fähig ist und deswegen auch nicht ernst genommen zu werden braucht!

        Nur nebenbei erwähnt und ein wenig hin zum Thema dieses Blogs:
        Ich für meinen Teil realisiere schon, dass es augenscheinlich unter den Spielern einige gibt, die Bedenken haben, ob Kovac in der Lage ist, die offensive Schwäche zu beheben, weil er keine Lösungen anbietet! Das ist genau meine von Beginn an befürchtete Problematik, und ich werde immer wieder darauf hinweisen, dass hier eine Änderung bewirkt werden muss, wollen wir nicht Gefahr laufen, an Boden zu verlieren.
        Ob das nun bedeutet, dass Kovac nun sein Repertoire an “Ballbesitzfähigkeiten” auspackt, oder er vielmehr die Koffer packt, weil er eben diese Fähigkeiten nicht hat, ist zunächst zweitrangig! Wichtig ist, dass etwas daran getan wird, und dass sollte möglichst schon gegen Wolfsburg zu erkennen sein.

      3. Anton

        Okay, beim Fanverhalten sind wir beieinander.

        Das mit den Spielern, die mit dem Trainer unzufrieden waren, hatten wir vor nicht allzulanger Zeit schon mal. Gerüchte darüber gibt es auch jetzt schon wieder.
        Da sehe ich aber dann auch die Vereinsführung in der Pflicht. Denn das ist eigentlich etwas, das erwachsene Menschen miteinander klären können müssten.
        Die Vorstellung, dass sich dann Spieler überspitzt gesagt hinter dem Rücken des Trainers bei der Vereinsführung ausweinen und der Trainer weiß von nichts, ist eher abenteuerlich. Im Vertrauensverhältnis Spieler-Trainer ist das eigentlich der Anfang vom Ende
        Ich hoffe, dass es wirklich nur Gerüchte sind.
        Wenn ein Spieler – insbesondere auf dem Niveau – Probleme mit dem vorgegebenen Spielsystem hat oder zu erkennen glaubt, müsste doch der Trainer die erste Adresse sein. Und ich weiß nicht, ob ein Kovac da den Alleinherrscher spielt, mit dem man nicht reden kann.
        Und dann kommt noch dazu, dass es vor allem auch in den letzten Spielen eben immer wieder auch die, wie sie so schön heißen, individuellen Fehler sowohl vorne als auch hinten waren, die das Ergebnis versaut haben. Und für die ist dann nicht das Spielsystem verantwortlich.
        Ggen Augsburg wird das leere Tor nicht getroffen, dafür greift dann Neuer daneben. Gegen Hertha dieser unsägliche 11m. Gegen Gladbach dann gleich zwei Blackouts. Und jedesmal rennt man dem Rückstand hinterher.

        Ich glaube einfach immer noch an eine Kopfsache. Ein 0:1 ist doch nichts Neues, hat aber zu anderen Zeiten nie die Mannschaft beeindruckt. Im Moment hat man aber das Gefühl, dass ein Gegentor den ganzen Apparat lahmlegt. Das war gegen Hertha so, das war gegen Ajax unübersehbar! Zuerst die Führung und nach dem Ausgleich war vollkommen die Luft raus. Und gegen Gladbach war es nicht besser.
        Da liegt meiner Meinung nach das große Problem – sichtbar auch in der gegenseitigen Anmeckerei, die ich in dieser Art auch noch nicht erlebt habe. Ein Matthäus, ein Effenberg, ein Kahn hat auch schon mal, wenn er es für nötig hielt einen Mitspieler angeblafft. Aber wenn, wie zum Beispiel gegen Hertha, sich vier, fünf, sechs Spieler im gegnerischen Strafraum gegenseitig anmotzen, hat das eine andere Aussagekraft.
        Da hängt innerhalb der Mannschaft – trotz aller Beteuerungen – der Haussegen schief.
        Und da fällt mir die Stimmung in der NM in Russland ein. Hoffentlich irre ich mich.

  30. Osrig

    Du hast recht, @Anton, das mit den unzufriedenen Spielern hatten wir schon mal! Die hatten dann ohne Erklärungen einfach eine Startformation an die Tafel geklebt bekommen, und dann nahmen die Dinge ihren Lauf!
    Die Frage ist doch, warum agieren die Spieler jetzt zum zweiten mal so? Aus Machttrunkenheit? Aus Überheblichkeit? Aus Angst, nicht mehr zum Zuge zu kommen unter dem Trainer Kovac?
    Oder weil sie aus jahrelanger Erfahrung heraus erkennen, dass das aktuell gespielte System zu viel Schwächen hat, ganz genauso wie die Spielidee unter Ancelotti, der auch die Zentrale weitgehend verwaist gelassen hatte?

    Mag sein, dass ein Ribery erstmal zu Hoeneß läuft, oder einem seiner Medien-Spezl interne Dinge zu kommen lässt! Einem Hummels, einem Kimmich, einem Robben traue ich es zu, den offenen Weg zu gehen, und direkt Trainer bzw. Sportdirektor zu anzusprechen. Vermutlich hat das nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, weshalb die Spieler durchblicken lassen, Kovac habe keine Lösungen MEHR! Vielleicht schaltet Kovac auch aus der Annahme heraus auf stur, er könne es sich nicht leisten, auf die Spieler zuzugehen, weil er sonst seine Autorität zu verlieren drohe. Vielleicht ist er auch deshalb stur, weil er sagt: Defensive zu erst! Was er ja auch offenbar zu allererst trainieren läßt!

    Trotzdem braucht er Lösungen!! Die Gegner haben sich besser auf die bisherige Vorgehensweise eingestellt, und auch schon vorher war der Weg ins letzte Drittel auch oft holperig, war viel Glück mitdabei, von so manchem aus Jupp’s Taktikkiste gar nicht zu reden!

    Tatsächlich ist es ein ganz dickes Brett, was Kovac zu bohren hat, und ich befürchte, sein Werkzeug taugt nicht dazu! Ich denke, die nächsten Spiele werden es zeigen! Entweder kommt das Team JETZT nachhaltig in die Spur, oder wir haben zur Winterpause einen neuen Mann an der Seitenlinie. Denn jeder Punktverlust wird die Lage brenzliger machen, und WOB bzw. Mainz sind gerade in der aktuellen Situation kein Fallobst. Wir werden es sehen. Vielleicht gibt es auch die Gala, den Befreiungsschlag, und plötzlich läuft es!

  31. Stern des Südens

    Vielleicht ein bisschen Off-Topic, aber ich beschränke mich auf unsere Spieler beim heutigen Länderspiel. Habe das Spiel im spanischen Free-TV verfolgt.

    Müller: Entschuldigung, aber das war ja wohl eine Unverschämtheit, was er heute angeboten hat. Warum durfte er in HZ2 nochmal auflaufen? Schlechte Spielgerätannahme, unpräzise Pässe, Missverständnisse … (Der eine Torschuss war gut)

    Kimmich: Hoffentlich hat Kovac aufgepasst. Wie ich diesem an sich ehrgeizigen Mann fast jede teamdienliche Wirkung nehme, hat Löw heute eindrucksvoll demonstriert. Und noch dazu, wie eine Position verschenkt wird, wenn keine adäquate Unterstützung an die Seite gestellt wird (siehe Thiago letztens).

    Boateng: Hat Kovac trotz der der nicht erfreulichen Süle-Kapriolen in den letzten Spielen wohl schon gemerkt. Boateng ist nicht fit und die im Moment schlechteste IV-Wahl. Die Frage ist nur, ob körperlich oder mental oder beides oder ganz anders.

    Neuer: Übt sich mehr in Erhabenheit ausstrahlen als einfach nur seinen Job zu machen. Anmerkung: Diesen kuriosen Kopfball zum 0:2 nach dem Unterlattenknaller hätte er fast noch geholt. Gab es vielleicht mal Zeiten, in denen er …

    Hummels: Nicht schlecht, nicht gut. So halt wie in Liga- und CL-Spielen. Sportliche Autorität geht anders. Ein weiterer Beweis, dass der Leistungshierarchie Fixpunkte fehlen. Und für echt haarsträubende Piruetten jederzeit in der Lage.

    Kein Gnabry: War tatsächlich zu verantworten angesichts von Sané und Draxler stattdessen.

    Tja, war wohl bisher nix mit einer “angenehmen” Länderspielpause. Vielleicht gibt’s ja gegen Frankreich eine ergebnistechnische Labsal. Gibt ja auch Leute, die wahrscheinlich bessere Laune mitbringen. Einen gutgelaunten James dann auch in der Startelf auflaufen zu lassen und Thiago natürlich, empfehle ich Kovac ausdrücklich. Coman und Tolisso können ja leider im Moment keine Laune mitbringen. Was wiederum der deutschen Nationalmanschaft vielleicht das Erreichen einer “Labsal” einfacher erreichbar macht.

    1. Olorin

      Kimmich war doch mit der stärkste Spieler, warum hackst du denn auf dem rum?
      Zu Neuer: der Mann war fast die komplette letzte Saison verletzt, davor kam er auch frisch aus einer Verletzung. Da ist es kein Wunder, dass er noch nicht auf dem Zenit seines Leistungsvermögens steht.

      Ansonsten muss ich dir leider zustimmen.
      Die Spieler haben in einem anderen Umfeld noch immer die gleichen Probleme wie in München. Scheint also nicht nur ein Protest gegen Kovac zu sein.

  32. Osrig

    Zunächst mal ein Umstand zum Nachdenken: Wieviel FCB-Feldspieler standen auf dem Rasen? Vier, von denen zwei wenigstens halbwegs Normalform hatten, zwei allerdings neben sich standen. Erklärt das den Leistungsabfall der Nationalmannschaft?

    Und dann kommt noch dazu, dass Löw wie Kovac reagiert hat und versucht, der Mannschaft ein anderes Spielsystem, eine andere Spielidee zu geben! Sicherlich kann man Nationalelf und unseren FCB nicht direkt vergleichen, doch finde ich es höchst auffällig, dass in beiden Fällen der Versuch, das Spiel vertikal und schnell zu machen – somit eine Abkehr vom Ballbesitz zu schaffen – gründlich in die Grütze geht! Was daran liegt, dass im Moment jedenfalls weder Kovac noch Löw Lösungen haben, um ins letzte Drittel zu kommen UND hochwertige Chancen zu kreieren. Womit sicherlich NICHT die inspirationslose Halbfeldflanke auf den Stürmer und der folgende noch irgendwie aufs Tor gebrachte Kopfball gemeint ist!!

    Spannend finde ich die Frage, ob es Löw als ersten gelingt, eine gute Lösung zu präsentieren, oder ob er nach einer Pleite gegen Frankreich dann doch seinen Hut nehmen muss. Sollte hingegen eine Lösung gelingen, so wäre sie vielleicht auch ein Modell für unseren FCB.

    1. Anton

      Der Vergleich mit der NM – na ja! Werner frei vor dem Keeper -soll sich mal bei Jojic von Frankfurt erkundigen, wie man sowas macht. Müller – den hätte er in Normalform mit links reingemacht. Sane-auf der 5-mLinie alleine vor dem Keeper – den hätte ein Gerd Müller, wenn es sein muss, mit der Pike durchs Netz gehämmert. UND DAS KANNST DU NICHT DEM TRAINER ANKREIDEN!
      Über andere Dinge kan man sicher streiten, aber wenn ein Stürmer aus 5 m Entfernung das Tor nicht trifft, liegt es an ihm.

      1. Osrig

        Das war natürlich eine Hochprozentige von Sané, und sie zu versemmeln zeigt, dass er eben kein Zielstürmer ist. Andererseits ist ein Torwart auch nicht so einfach ausgespielt, wie man an anderen Gelegenheiten gesehen hat. Das Nervenflattern der Offensivkräfte vor dem gegnerischen Tor kann tatsächlich weder Löw noch Kovac ankreiden, aber zumindest beim FCB ist wenig bis gar nichts herausgespielt! Und genau das ist der Punkt! Wofür der Trainer verantwortlich ist.
        Grundsätzlich ändert es also nichts daran, dass die Probleme im Spiel nach vorn bei uns genauso wie in der Nationalelf eklatant sind und letztlich den selben Hintergrund haben.

      2. Anton

        Na wenn ich so an die ein oder andere Szene denke, wo die Protagonisten frei vor dem Tor auch aus 5 m den Ball nicht reinbekommen haben. Mehr rausspielen, als den Mitspieler auf der 5m-Linie frei anzuspielen geht eigentlich nicht – aber wenn der dann neben das Tor semmelt, nutz halt der beste Spielzug nichts.
        Genau wie am Samstag, da wird dann dreimal trotz einer massiven Deckung der Stürmer im 16er frei vor dem Torwart angespielt. Weder Müller, noch Can noch Kimmich können sich aber für ihren Tollen Pass was kaufen, wenn dann so kläglich versemmelt wird.

        Und dann bist du plötzlich durch genauso einen blöden Fehler statt in Führung im Rückstand. Und dann hast du das Problem – noch massiertere Deckung und noch mehr Kontergefahr. Wieder einen versemmelt und mit dem nächsten Fehlpass der nächste Konter und noch mehr Rückstand.
        Und wenn dir das mehrere Spiele hintereinander passiert, dann hast du ein echtes Problem.

        Und wenn du es dann auf den FCB überträgst-gegen Augsburg werden die Chancen, die ja da waren, vergeben und dann greift ein Neuer am Ball vorbei, was dem eigentlich nie passiert – 1:1, blöd.
        Über den 11m gegen Herta braucht man eigentlich auch nichts sagen, den hätte ein Boateng in Normalform locker abgelaufen – was hat den da geritten? 0:1; nächster verunglückter Zweikampf, hinten geschlafen 0:2. Und das reicht einer Hertha, wie man auch an den letzten Spielen gegen sie sieht.
        Ajax 1:0, alles gut – und statt bei den Chancen 2:0, der nächste Bolzen und 1:1!
        Eigentlich hat sich der FCB mittlerweile darauf spezialisiert, durch eigene Fehler- aber richtige – den Gegner nicht unter Druck zu setzen sondern aufzubauen.

  33. […] Die Frage nach der Schuld an der derzeitigen Misere ausschließlich bei Niko Kovac zu suchen, wäre … Die Kaderplanung muss ebenfalls kritisiert werden. Außerdem stehen selbstverständlich auch die […]

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