FC Bayern: Gewinner oder Verlierer? Sechs Spieler vor besonders richtungsweisender Saison
Bei einem Klub wie dem FC Bayern gibt es in jedem Sommer mindestens etwas Fluktuation im Kader. Nahezu jeder Spieler wird nach einer Saison genauer unter die Lupe genommen.
Einige haben womöglich nicht so performt, wie man sich das von ihnen erhofft hat, andere sehen sich plötzlich großer Konkurrenz ausgesetzt. Wiederum andere hoffen auf ihren großen Durchbruch.
Miasanrot schaut schon jetzt auf die kommende Saison und nimmt sechs Profis des FCB in den Fokus: Sie könnten die ganz großen Gewinner dieser Spielzeit werden – oder auch die großen Verlierer.
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Tom Bischof: Ein Gesicht der Zukunft beim FC Bayern?
Für ihn hätte das Debütjahr beim Rekordmeister deutlich schlechter verlaufen können. Insgesamt absolvierte Tom Bischof 1.700 Minuten bei den Bayern, kam immerhin auf drei Tore und drei Assists. Nur auf seiner Stammposition im zentralen Mittelfeld durfte er kaum ran.
Lediglich 270 Minuten bekam er dort von Vincent Kompany. Eine Situation, die sich jetzt laut kicker ändern soll. Demnach plane man mit dem 21-Jährigen als Ersatz für Leon Goretzka. Fußballerisch passt das deutlich besser zum System von Vincent Kompany. Trotzdem bleiben ein paar kleine Restzweifel, ob der Belgier restlos davon überzeugt ist, mit Bischof als Nummer drei zu planen. Zu selten schenkte er ihm dafür auf der entsprechenden Position das Vertrauen.
Aufklärung darüber wird erst der Saisonstart liefern. Bischof hat aber allemal das Zeug dazu, einer der ganz großen Gewinner dieser Saison zu werden. Er ist jung, entwicklungsfähig, kennt jetzt die Anforderungen und bringt einen ganzen Haufen an Talent und Fähigkeiten mit, die es unter Kompany braucht. Perspektivisch könnte er in München Joshua Kimmich beerben, wenn alles nach Plan läuft.
Die kommende Saison wird auf diesem Weg aber bereits entscheidend sein. Überzeugt er den Trainer nicht, dürfte es im Sommer 2027 stärkere Bemühungen um eine Alternative im Mittelfeldzentrum geben. Weniger Konkurrenz wird Bischof in München tendenziell nicht mehr bekommen.
Jamal Musiala: Zurück zu alter Stärke?
Die Konkurrenz ist in der Offensive hingegen gewachsen. Zwar nicht unbedingt, wenn man nur die Beine zählt, aber auf jeden Fall, wenn man die Qualität von Ismael Saibari bedenkt. Der Marokkaner kommt mit viel Selbstvertrauen und kann auf mehreren Positionen spielen. Ein klarer Vorteil im Vergleich zu Nicolas Jackson.
Der Zehner könnte zudem eine Bedrohung für Jamal Musiala darstellen. Über den 23-Jährigen wurde in der Vergangenheit bereits viel gesprochen. Nach seiner schweren Verletzung kam er nicht mehr in Tritt. Nach der Metallentfernung und einer kleinen Pause in diesem Sommer will Musiala aber wieder angreifen.
Bei ihm ist die Situation vielleicht so prekär wie bei keinem anderen Bayern-Spieler. Einerseits ist seine Verletzung so strukturell und schwerwiegend gewesen, dass es kaum verwundern kann, wie viel Schaden sie angerichtet hat. Andererseits ist Musiala mit einem sehr üppigen Vertrag ausgestattet. Das Verständnis für seine Situation und der Zeitdruck aufgrund des typischen Drucks im Geschäft konkurrieren also von Monat zu Monat stärker.
Musiala hat in dieser Saison einiges zu verlieren. Aber die Gegenperspektive ist auch, dass er viel zu gewinnen hat. Schafft er es, sein Level von vor der Verletzung zu erreichen, kann er dieses Bayern-Team nochmal auf eine leicht höhere Stufe heben und die Offensive noch flexibler und vielseitiger zu machen.
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Lennart Karl hofft auf Bestätigung – mindestens
Der Druck ist bei Lennart Karl deutlich geringer. In seiner ersten Saison beim FCB bekam er als 17- und dann 18-Jähriger bereits fast 2.000 Minuten an Spielzeit. Das ist ein außergewöhnlicher Wert. Ebenso wie seine neun Tore und acht Assists. Die Ausgangslage könnte für Karl und den FC Bayern also kaum entspannter sein.
Und trotzdem wird diese Saison für ihn persönlich sehr wichtig. Einerseits beim Rekordmeister, weil die Konkurrenz ja nicht nur mit Saibari gewachsen ist, sondern auch mit Rückkehrer Arijon Ibrahimović. Letzterer dürfte in der Hierarchie zunächst ganz am Ende stehen, doch die Möglichkeiten für Trainer Kompany sind gewachsen.
Bedeutet also: Sollte Karl – aus welchen Gründen auch immer – nicht an seine Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen oder vielleicht sogar konstanter spielen können, droht ihm ein Verlust an Spielzeit. Was andererseits auch mit Blick auf die Nationalmannschaft wichtig werden könnte. Dort übernimmt bald ein neuer Bundestrainer. Je früher Karl dort Eindruck hinterlassen kann, desto besser für ihn vor der EM 2028.
So entspannt er nach starker Debütsaison also auf seine nähere Zukunft blicken kann: In der kommenden Spielzeit werden auch für ihn wichtige Grundsteine gelegt.
Alphonso Davies bangt um seinen Platz
Für Alphonso Davies könnte schon die nähere Zukunft weniger entspannt sein, als er es persönlich gern hätte. Seine Karriere verläuft seit ein paar Jahren nicht mehr so, wie es nach dem kometenhaften Aufstieg zu Beginn ausgesehen hat. Verletzungen sind sicher ein Grund. Bei der WM konnte er bis auf einen Kurzeinsatz nicht spielen.
Beim FC Bayern erwartet ihn nun mit Nathaniel Brown ein vielversprechendes Talent. Brown kann zwar auch andere Positionen spielen, doch er dürfte zunächst als Linksverteidiger eingeplant sein. Für Davies ist es erstmals überhaupt in München eine Situation, in der er bedrohliche Konkurrenz hat. David Alaba hatte bei den Bayern einst eine ähnliche Phase.
Damals kam Juan Bernat. Der Spanier nutzte eine längere Ausfallzeit des Österreichers und überzeugte. Nach der Rückkehr von Alaba gab es große Diskussionen darüber, ob nicht Bernat mittlerweile der bessere Spieler sei. Am Ende setzte sich Alaba durch. Für Davies kann diese Geschichte in viele Richtungen gehen. Vielleicht ist die Konkurrenz genau das, was er braucht, um wieder in die Spur zu finden. Dann könnte er einer der großen Gewinner der Saison werden. Es könnte aber auch das Gegenteil passieren.
Jonas Urbig: Wachablösung im Tor?
Die spannendste Personalfrage wird sich aber womöglich zwischen den Pfosten abspielen. Bisher war die Hierarchie im Bayern-Tor klar: Manuel Neuer ist die Nummer eins, Jonas Urbig ist sein Lehrling, der eines Tages in diese Rolle hineinwachsen soll. Aber ist dieses Bild noch zeitgemäß? Die Zweifel an Neuer sind gewachsen, die Fehler häufen sich.
Urbig hingegen hat schon oft bewiesen, dass er bereit ist, mit der Verantwortung im Bayern-Tor umzugehen. Mit nun 22 Jahren wäre es ein guter Zeitpunkt, um mehr Spielzeit zu bekommen. Über die Verlängerung von Neuer ist bisher wenig bekannt, wenn es um seine sportliche Rolle geht. Bisher wird davon ausgegangen, dass er weiterhin Stammkeeper bleibt.
Selbst wenn das die Ausgangslage sein sollte, ist ein Wechsel mitten in der Saison aber keinesfalls undenkbar. Verletzungen, viele Fehler, starke Leistungen von Urbig – es könnte das Jahr des Youngsters werden.
Aleksandar Pavlović will zeigen, dass er es besser kann
Dieser Name mag für Verwunderung sorgen. Aber Aleksandar Pavlović hat ein paar schwierigere Monate hinter sich. Beim FC Bayern überzeugten seine Auftritte in den letzten Champions-League-Spielen nicht mehr so wie noch in den starken ersten beiden Saisondritteln. Bei der WM war er einer der schwächsten deutschen Spieler.
Fans, die ihn nur beim DFB-Team gesehen haben und nicht in München, fragten sich bereits, was all der Hype um ihn soll. Kennt man allerdings seine Auftritte beim FC Bayern und seine Entwicklung dort, dürfte es kaum große Zweifel daran geben, dass er aus diesem Loch herausfindet.
Auch für ihn gilt aber, dass die kommende Saison richtungsweisend wird. In München kann er sich endgültig als Taktgeber und Spielgestalter fest spielen und in der Nationalmannschaft gibt es fast noch mehr zu gewinnen. Dort kann Pavlović unter neuem Bundestrainer direkt eine wichtige und zentrale Rolle einnehmen.



