Ihr Vertrag läuft im Sommer 2027 auf: Franziska Kett vom FC Bayern
Bild: Pau Barrena/Getty Images

Droht dem FC Bayern der Super-GAU? Kett, Bühl und Gwinn gehen in das letze Vertragsjahr

Florian 06.07.2026


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Klara Bühl, Jovana Damnjanovic, Laila Portalla, Sarah Zadrazil, Alara, Linda Dallmann, Franziska Kett, Giulia Gwinn und das Torhüterinnen-Trio um Ena Mahmutovic, Anna Klink und Nachwuchsspielerin Julia Kreuzpaintner: Bei all diesen Spielerinnen läuft das Arbeitspapier – Stand jetzt – nach Ende der Saison 2026/2027 aus.

Für den FC Bayern ist dies eine erneut schwierige aber bekannte Konstellation, schon in diesem Sommer traf es einige Leistungsträgerinnen, die in eine ungewisse Zukunft blickten: Die Verantwortlichen der Münchnerinnen konnten allerdings mit Momoko Tanikawa (bis 2029), Glódis Perla Viggósdóttir (2028), Dallmann und Zadrazil verlängern.

Bei der 33-jährigen Österreicherin war es nach der schweren Kreuzbandverletzung wohl auch der gute Wille des FCB, sie nicht hängen zu lassen, bei Dallmann, inzwischen 31 Jahre alt, war es eine Belohnung für die Leistungssteigerung nach den Abwanderungsgedanken der deutschen Nationalspielerin im Vorsommer. Lediglich der Abgang von Georgia Stanway dürfte derweil wehgetan haben.

Doch wie wird diese Saison laufen? Können die Bayern erneut die meisten ihrer wichtigsten Spielerinnen halten?

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Elf Verträge laufen aus: Droht dem FC Bayern ein Total-Umbruch?

Elf auslaufende Verträge ist eine Menge Arbeit. Und nicht für jede der oben genannten Spielerinnen kann oder wird man eine Einigung finden. In diesem Sommer haben vier Spielerinnen den Deutschen Meister ablösefrei verlassen: Georgia Stanway wechselte zum FC Arsenal, Mala Grohs nach Lyon, Carolin Simon nach Leverkusen und Natalia Padilla Bidas nach Teneriffa.

Insbesondere der Abgang von Stanway schmerzte Bianca Rech und Co. sehr, da man sich eingestehen musste, dass man mit den finanziellen Möglichkeiten der Gunners nicht mithalten konnte. Stanway war, so ehrlich muss man sein, der Bundesliga auch etwas entwachsen und eine Rückkehr in ihre Heimat war abseits der finanziellen Aspekte sicher mitentscheidend. Umso tragischer aus Münchner Sicht, dass der Transfer ablösefrei über die Bühne ging.

Droht dem FC Bayern im Sommer 2027 nun dasselbe Schicksal? Mit Klara Bühl geht eine Ausnahmekönnerin in ihr letztes Vertragsjahr, eine Spielerin, die bereits mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde und mit 25 Jahren im allerbesten Fußballerinnen-Alter ist. Eine Spielerin, die in der abgelaufenen Saison bis zu ihrer Verletzung eine der besten überhaupt im Weltfußball war.

Ihr Abgang würde den FCB genauso schmerzen wie der Verlust von Giulia Gwinn oder Franziska Kett. Nicht nur weil diese drei Spielerinnen im System der Münchnerinnen schwer zu ersetzen sind. Nein, das Trio ist auch so etwas wie das Gesicht des FC Bayern: Jung, deutsch, erfolgreich. Mit Alara gibt es eine Spielerin, die dort auch hinkommen möchte.

Bei vielen Spielerinnen ist die Zukunft ungewiss

Die 19-Jährige hat gerade ihre erste schwere Verletzung hinter sich gebracht und tut sich aktuell noch etwas schwer gegen die starke Konkurrenz im bayerischen Mittelfeld. Lediglich sieben Startelfeinsätze in der Liga und im Pokal sprechen eine klare Sprache: Die kommende Saison wird für Alara immens wichtig. Noch konnte die Teenagerin nicht vollends beweisen, dass sie sich vom Talent zur Stammspielerin entwickeln kann.

Anders gelagert ist die Situation bei Zadrazil, Damnjanović und Dallmann: Dieses Trio hat die FCB-Tauglichkeit längst bewiesen. Während Dallmann nach der Straus-Ära mit einem Abgang liebäugelte, scheinen Damnjanović und Zadrazil in München stärker verwurzelt. Bei beiden Spielerinnen scheint eine weitere Vertragsverlängerung nicht ausgeschlossen, sofern der Verein dieselben Pläne hat. Für Dallmann hingegen könnte es perspektivisch zum Karriere-Ausklang in Richtung Ruhrpott gehen, beim ambitionierten FC Schalke spielen ihre Schwestern Pauline und Jule. Auch das Ausland bleibt sicherlich interessant.

Im Tor gehen Ena Mahmutovic und Anna Klink in das letzte Vertragsjahr. Klink, die bisher bei den Profis gar nicht zum Zug kommt, scheint in München keine große Perspektive zu haben. Mit Rückkehrerin Anna Wellmann, bis Sommer 2027 an Eibar verliehen, hat der FCB bereits eine potentielle Nachfolgerin für die Position als dritte Torhüterin verpflichtet.

Und Mahmutovic? Die Nationaltorhüterin wird den Markt ganz genau beobachten und womöglich schauen, welche Tür im internationalen Fußball aufgeht. Auch hier hat der FC Bayern mit Regina van Eijk bereits eine potentielle Nachfolgerin verpflichten können.

FC Bayern: Gute Gründe für Vertragsverlängerungen

Klar ist aber auch: Einen kompletten Aderlass darf und sollte es nicht geben. Der FC Bayern hat es in der Vergangenheit immer wieder geschafft, Spielerinnen auch längerfristig zu halten. Und für einen Verbleib gibt es ja durchaus auch gute Gründe: Das Teamgefüge ist intakt, man ist sportlich erfolgreich und pirscht sich auch in Europa immer weiter vorne an. Ein größerer Umbruch ist immer verbunden mit einem zumindest für den Start kleineren Rückschritt, einem Neuaufbau eben.

In München lässt es sich als Spielerin durchaus gut leben, zumal der FCB mittlerweile auch keinen Hungerlohn mehr auszahlt. Für die Mehrheit der Profi-Spielerinnen mit auslaufendem Vertrag gibt es zudem aktuell keine Abgangsgerüchte. Dafür ist die aktuelle Spielzeit noch viel zu jung.

Zur Wahrheit gehört auch: Es ist kein exklusives Münchner Problem, dass viele Akteurinnen ein Arbeitspapier mit kurzer Vertragslaufzeit haben. Im Fußball der Frauen sind Langzeitverträge bisher noch nicht die Normalität – Verletzungsgefahr, wirtschaftliche Gründe und auch das Thema potentielle Schwangerschaft sorgen bei vielen Vereinen für konservative Verhandlungen. Auch die Spielerinnen selbst wollen sich oft nicht langfristig binden, weil der Markt schnell wächst und ein aktuelles Arbeitspapier schnell unter den steigenden Marktwert rutschen kann.

FCB steht vor kniffliger Zukunft

Gerade für junge Spielerinnen wie Kreuzpaintner oder Portella, die ihre Tauglichkeit noch nicht beweisen konnten (oder durften), ist diese Situation schwierig. Hier gilt es abzuwägen, ob man vielleicht nochmals verlängert und sich verleihen lässt (siehe Luzie Zähringer) oder einen ablösefreien Abgang anstrebt. In jedem Fall ist Geduld gefragt – für Spielerinnen, den Verein und die Fans des FC Bayern.

In der abgelaufenen Saison sah die Situation ebenfalls zu Beginn nicht rosig aus. Rech und Co. schafften es aber, bis auf Stanway alle Spielerinnen zu halten, die man halten musste. Gerade für die kommenden Jahre muss es aber das Ziel eines ambitionierten Klubs sein, nicht Sommer für Sommer in eine Situation zu laufen, in der die Zukunft des halben Teams ungewiss ist.

Sicherlich hängt das zum Teil aber auch damit zusammen, wie investitionsfreudig der FCB ist. Auch wenn Rech sich öffentlich stets darum bemüht, den finanziellen Aspekt als Nebensache abzutun, ist es ein Fakt, dass die internationale Konkurrenz allein bei den Gehältern und Ablösen in einer anderen Liga spielt als der FC Bayern.

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