FC Bayern: Der Ballon d’Or könnte zum zusätzlichen Problem bei Klara Bühl werden
37 Pflichtspiele für den FC Bayern und die deutsche Nationalmannschaft, 10 Tore, 23 Vorlagen, Einzug ins Halbfinale der Women’s Champions League, drei nationale Titel mit dem Klub, Finalistin in der UEFA Nations League: Die letzte Spielzeit von Klara Bühl war überragend.
Neben den gewohnt sehr guten individuellen Statistiken konnte die 25-Jährige nun auch international mit ihren Teams für Furore sorgen.
Und in der aktuellen Spielzeit macht die Außenbahnspielerin da weiter, wo sie 2025/2026 aufgehört hat. Schon jetzt steht Bühl bei 21 Scorerpunkten nach 13 Pflichtspielen für Klub und DFB-Elf.
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Klara Bühl wird die ganz große Anerkennung verwehrt
Zahlen, die keinen anderen Schluss zulassen: Bühl gehört (längst) in die Kategorie Weltklasse. Doch am Montagabend in London, auf der großen Bühne bei der Gala zum Ballon D’Or, wurde Bühl diese Anerkennung verwehrt. Platz 12 klingt wie ein schlechter Witz, allenfalls ein gut gemeintes Lob.
Die großen Titel, individuell und mit dem Klub, hamstern seit Jahren die Spielerinnen des FC Barcelona ein. Ein Klub, der seit Monaten um die Dienste der Nationalspielerin buhlt.
Klara Bühls Vertrag beim FC Bayern läuft im Sommer 2027 aus. Dann könnte die ehemalige Freiburgerin die Münchnerinnen ablösefrei verlassen. Ein Traumszenario für ihren umtriebigen Spielerberater Neblung, der seine Klientin Gerüchten zufolge schon am liebsten in diesem Sommer in einem anderen, womöglich rot-blau gestreiften Trikot gesehen hätte.
Beim FC Bayern kann man große Titel gewinnen – gilt das auch für Bühl?
Und der FC Bayern? Dieser wird mit Blick auf Montagabend mit gemischten Gefühlen aus London nach Hause kehren. Der Triumph von Harry Kane, erstmals seit 1996 gewinnt ein Bundesliga-Spieler den Ballon D`Or, wird die Granden im Klub in ihrer Meinung bestätigen, dass man für Silberware und goldene Auszeichnungen nicht nach Madrid, Manchester oder sonst wohin wechseln soll. Die Message ist klar: Große Titel sind beim FC Bayern möglich, ein Fingerzeig an Michael Olise und auch an potentielle Neuzugänge.
Aber was soll Klara Bühl sich denken? Da spielt sie eine überragende Saison und schafft es noch nicht einmal in die Top-10 der Auswahl. Dass mit Pernille Harder eine Spielerin des FC Bayern auf Platz 7 landet, kann man als große Auszeichnung werten, auch die Nominierung zum Team des Jahres spiegelt eine gewisse Wertschätzung wider, Bühl selbst wird aber genau hingeschaut haben.
Auf Social Media teilte sie ein paar Eindrücke. Der Abend dürfte Lust auf mehr gemacht haben. Sie war hautnah dabei, als Kane triumphierte. Womöglich kommt der Gedanke: ‚Das will ich auch.‘ Zumal es kaum Zweifel gibt, dass sie fußballerisch alles dafür mitbringt.
Der FC Bayern steht nicht ganz oben
Im internationalen Frauenfußball geht der Blick zuerst nach Barcelona, in die englische Liga oder in die USA. Die Bundesliga steht nicht im Rampenlicht, anders ist die Bewertung Bühls nicht zu erklären. Mit Pernille Harder steht zwar eine Mitspielerin vor ihr im Ranking, die Dänin bringt durch ihre Zeit beim FC Chelsea aber (noch) eine andere Strahlkraft mit als die Nummer 17 der Münchnerinnen.
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Die Verleihung des Ballon D’Or wird nicht alleine darüber entscheiden, ob Bühl ihren Vertrag in München verlängert oder nicht. Er könnte aber die Wechselgedanken bestärken. Dass der Klub im Vorfeld nicht, so wie bei Kane, etwas mehr die Werbetrommel für Bühl, Harder oder Tanikawa gerührt hat, ist schade. Die Zurückhaltung des FC Bayern im internationalen Showbusiness ist auffällig.
Die öffentliche Anerkennung aus dem Verein hätte das Trio, hätte Bühl verdient gehabt. Vielleicht ist die Erkenntnis der Nationalspielerin nach dem glamourösen Abend in London aber auch eine andere: Auch mit dem FC Bayern kann man große, individuelle Titel gewinnen. Dafür müsste man in München aber bereit sein, die Überzeugung, mit der man bei den Männern arbeitet, auch auf die Frauen zu übertragen.


