Joshua Kimmich und Tom Bischof (FC Bayern).
Bild: Stuart Franklin/Getty Images

Kimmich und Bischof auf der Sechs beim FC Bayern: So lief das Debüt

Jonas 04.09.2026


FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Mit dem 4:1-Sieg in Osnabrück am Mittwochabend ist der FC Bayern erfolgreich in die „Mission Titelverteidigung“ im DFB-Pokal gestartet. Mit einer abgeklärten Leistungen drehte der Rekordmeister dabei einen Rückstand und zog souverän in die zweite Runde ein.

Vincent Kompany bot bei der Partie weitestgehend seine Stamm-Elf auf und verzichtete auf eine großflächige Rotation, die sich in einer Partie gegen einen Zweitligisten durchaus angeboten hätte. Nur auf der Doppelsechs probierte der Belgier mit dem Duo aus Joshua Kimmich und Tom Bischof eine Kombination aus, auf die er in der vergangenen Spielzeit noch verzichtet hatte.

Wie schlugen sich die beiden in ihrem ersten gemeinsamen Startelfeinsatz? Was funktionierte gut, was eher weniger? Hat die Kombination aus den beiden eine Zukunft beim Deutschen Meister?

Miasanrot als App und auf Social Media

Weitere Artikel zum FC Bayern München:

Wieso verzichtete Kompany bisher auf das Duo Kimmich/Bischof im Zentrum?

Sie hat jedenfalls keine Vergangenheit. In der Saison 2025/26 verbrachten die beiden kaum mehr als ein paar Minuten miteinander im Mittelfeldzentrum. Stattdessen kam Bischof meistens als Außenverteidiger zum Einsatz. Und wenn der Linksfuß doch mal im Zentrum ran durfte, dann nur gemeinsam mit Leon Goretzka oder Aleks Pavlović.  

Vermutlich lag das daran, dass einige Stärken des 21-Jährigen stark mit denen von Kimmich übereinstimmen und sich die zwei sehr in ihrer Spielweise ähneln. Beide haben einen Drang nach vorn, beide sind gut darin, Räume zu erkennen und zu bespielen, beide können mit Pressingdruck umgehen und beide sind gut darin, das Spieltempo zu diktieren.

Nur sind Bischofs Fähigkeiten aufgrund seines Alters und seiner Erfahrung logischerweise noch geringer ausgeprägt. Kimmich liefert gleichzeitig konstant Werte in allen relevanten Statistiken, die auch im internationalen Vergleich zur Spitze zählen – wie bei Torschussvorlagen, Deep Completions oder Vorwärtspässen.

Zudem ist er der verlängerte Arm auf dem Feld von Coach Kompany, weshalb ihn der Belgier wahrscheinlich so oft und so lange wie möglich spielen lassen möchte. Da der Bayern-Trainer zudem nicht von seiner strikten Rollenverteilung abweichen wollte, schien in der vergangenen Spielzeit (noch) kein echter Platz für Bischof im Mittelfeld der Bayern zu sein.

Neue Saison, neues Glück für Bischof beim FC Bayern?

Doch der Rekordpokalsieger setzt nach dem Abgang von Goretzka nun unmissverständlich auf den 21-Jährigen als Herausforderer und klare Nummer drei im Zentrum hinter der eingespielten Doppelsechs aus Kimmich/Pavlović.

Bischof sei ein wichtiger Spieler für die Zukunft des Vereins, stellte auch Kompany nach der Partie in Osnabrück klar. „Er wird seine Einsatzminuten bekommen und eine große und wichtige Rolle für uns spielen“, so der 40-Jährige. Man habe bewusst Platz im Kader für seine Entwicklung geschaffen.

An der Bremer Brücke durfte er nach zwei Kurzeinsätzen gegen Dortmund und Stuttgart zum ersten Mal in der laufenden Saison von Beginn an ran. Und der gebürtige Aschaffenburger zeigte genau das, was ihn charakterisiert.

Er hatte eine starke Ruhe am Ball und versuchte immer wieder, Akzente im Passspiel zu setzen und sich anzubieten. Insgesamt 107 Pässe spielte der Linksfuß in seinen 80 Minuten Einsatzzeit (Quelle: Sofascore). Dabei kam er auf eine starke Quote von 92% erfolgreichen Zuspielen.

Zudem bewies er sein Können im Gegenpressing und in der Offensive. Stellvertretend steht dafür natürlich das 2:1, als der 21-Jährige den Ball eroberte, anschließend ein Dribbling gegen zwei Gegenspieler gewann und im Anschluss an die vergebene Großchance von Diaz klug nachsetzte und mit seinem eigentlich schwächeren rechten Fuß ins lange Eck traf.

Kimmich und Bischof mit überzeugender Leistung gegen Osnabrück

Sein Partner im Zentrum überzeugte in Osnabrück ebenfalls. Als Bayerns Herz und Kopf übernahm Kimmich spätestens nach dem Rückstand die Initiative. Der Nationalspieler spielte laut Sofascore insgesamt starke 144 Pässe, von denen ebenfalls 92% ankamen.

Vor allem mit seinen Chips über die Osnabrücker Abwehr erzeugte der 31-Jährige dabei immer wieder Gefahr, indem er einen Großteil der elf Verteidiger der Hausherren überspielte. Dadurch bereitete der Vize-Kapitän der Bayern zwei Großchancen sowie den Ausgleich durch Harry Kane vor.

Sowohl Kimmich als auch Bischof waren also beide gut im Spiel und überzeugten gemeinsam im Zentrum. Es spricht demnach nichts gegen eine gemeinsame Zukunft im Mittelfeld der Münchner. Es fehlt eigentlich nur noch ein passender Name für eine Kombination aus den beiden wie Kimschof oder Bimmich. Oder?

Probleme im Zusammenspiel von Kimmich und Bischof

So einfach ist es dann auch wieder nicht. Zum einen sollte man nicht den Fehler machen, eine Partie gegen einen Zweitligaaufsteiger als Blaupause für die Zukunft zu betrachten – im positiven wie auch im negativen Sinn. Denn defensiv wurden die beiden von Osnabrück kaum gefordert. Wie stabil das Duo gegen Top-Teams aus der Champions League oder der Bundesliga ist, muss sich erst noch zeigen.

Zum anderen waren noch ein paar Probleme im Zusammenspiel der beiden und bei ihrer jeweiligen Positionierung erkennbar. Vor allem zu Beginn der Partie war auffällig, dass Kimmich und Bischof oft den gleichen Raum besetzen wollten und sich dabei hin und wieder auf den Füßen standen oder ihrem Mittelfeldpartner einen Passweg zustellten.

FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen
Joshua Kimmich und Tom Bischof standen sich gegen Osnabrück immer wieder auf den Füßen. (Quelle: Sofascore)

Dies wird auch bei Betrachtung der durchschnittlichen Positionierung in den 90 Minuten an der Bremer Brücke deutlich, wo Kimmich (6) und Bischof (8) sehr eng beieinander liegen. Außerdem ließ sich keiner der beiden in die Verteidigung fallen, wie es sonst im Dreieraufbau von Kompany üblich ist, da dies gegen die tiefstehenden Osnabrücker nicht nötig war.

Fazit: Das Mittelfeld-Duo Kimmich/Bischof hat eine Zukunft beim FC Bayern

Das fehlende Fallenlassen begünstigte allerdings die teilweise unglückliche Positionierung der beiden. Dennoch muss man abschließend konstatieren, dass etwaige Schlussfolgerungen nach einem einzigen gemeinsamen Spiel gegen einen unterklassigen Gegner viel zu verfrüht wären.

Stattdessen stand im Vordergrund, dass die beiden einmal gemeinsam von Beginn an Seite an Seite im Zentrum aufliefen und sich unter Wettbewerbsbedingungen aneinander gewöhnen. Und diesbezüglich macht das gelungene Debüt des Duos Hoffnung für eine Zukunft, in der das Duo Kimmich/Bischof sich von Partie zu Partie besser auf dem Platz versteht und auch in wichtigen Champions-League-Spielen eine echte Alternative darstellt.

Denn das Bischof als Kimmich-Ersatz funktioniert, war ohnehin klar. Um eine vollwertige Rolle in der Stamm-Rotation zu übernehmen, muss er aber auch als Pavlović-Ersatz an der Seite von Kimmich funktionieren, idealerweise nicht als Pavlović-Klon, sondern mit eigenen Elementen. Diese Feuertaufe hat Bischof an der Seite von Kimmich bestanden.

Hat dir der Artikel gefallen?

Unterstütze unsere Arbeit, damit wir auch morgen noch unabhängig berichten und analysieren können.

Hier weiterlesen

Dieser Artikel gefällt dir? Lies ihn in der App.Mit Darkmode, Offline-Podcasts & Push-Benachrichtigungen bei News. Für iOS & Android.
App öffnen

Werde Teil des Miasanrot Clubs!

Werde Teil einer exklusiven Community, genieße besondere Vorteile und unterstütze unabhängige Berichterstattung mit Tiefgang und Qualität rund um den FC Bayern.

Ich unterstütze MIASANROT bereits.
Jetzt Club-Mitglied werden!