WM 2026: Tag 31 im Blog – Der deutsche Gareth Southgate – News und Analysen zur Weltmeisterschaft
Die WM 2026 in Nordamerika neigt sich dem Ende. In den kommenden Tagen spielen Frankreich, Spanien, England und Argentinien den neuen Weltmeister und damit den neuen Weltmeister aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.
England steht mit einem biederen Auftritt im Halbfinale. Die Schweiz verpasst eine große Chance gegen Argentinien und scheidet aus.
Miasanrot begleitet die WM 2026 nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
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Weitere Artikel zur WM 2026 und zum FC Bayern München:
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- FC Bayern: News und Gerüchte
WM 2026: Was ist passiert?
Norwegen 1:2 n. V. England
- 1:0 Andreas Schjeldrup (36.)
- 1:1 Jude Bellingham (45.+2)
- 1:2 Jude Bellingham (93.)
Das Spiel in aller Kürze: Ein absolut absurdes Traumtor und ein Konter, der nur deshalb entsteht, weil der Ball die Seile der Stadionkamera berührt* – das sind exakt die beiden wahrscheinlichsten Optionen, wie in dieser ersten Halbzeit Tore fallen können. Und so kommt es. Bitte keine Verlängerung denkt man sich in einem ebenso biederen zweiten Durchgang. Dann Verlängerung. Bellingham trifft früh und die ganze Welt ist sauer, dass er das nicht ein paar Minuten früher gemacht hat. Es folgen weitere 27 Minuten zähes Gekicke und anschließend „Football’s coming home“. Wenn das „football“ ist, dann gute Nacht.
*Genaue Aufklärung gibt es noch nicht. Es gibt ein Video aus der amerikanischen Fox-Übertragung, das so aussieht, als würde der Ball beim Abstoß die Richtung stark ändern. Die FIFA gab an, der Sensor im Ball habe keine Berührung registriert. Aber die FIFA nahm auch völlig grundlos eine Rote Karte für Balogun zurück. Insofern ist Vertrauen gerade so eine Sache …
Miasanrot-Note: 5
Argentinien 3:1 n. V. Schweiz
- 1:0 Alexis Mac Allister (10.)
- 1:1 Dan Ndoye (67.)
- Gelb-Rote Karte Breel Embolo (72.)
- 2:1 Julián Álvarez (112.)
- 3:1 Lautaro Martínez (120.+1)
Das Spiel in aller Kürze: Wer denkt, die Schweiz und Argentinien würden sich nach dem biederen ersten Viertelfinale des Abends einen Leckerbissen liefern, irrt. Die frühe Führung für Argentinien tut dem Spiel nicht gut. Während die Südamerikaner nicht wollen, können die Schweizer lange nicht. In der zweiten Halbzeit kommt die Schweiz etwas besser ins Spiel und der Ausgleich deutet sich zuvor sogar an. Es ist der Moment, in dem das Spiel kippen kann. Doch Embolo wird Opfer des starken Winds in den USA und fällt ohne ersichtlichen Grund. Gelb-Rot. Richtig so. Der Rest ist Geschichte.
Miasanrot-Note: 4,5
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WM 2026 in der Analyse: Dinge, die auffielen
Wo hat Thomas Tuchel sich verloren?
In einem der ersten WM-Blogs lobte ich die Engländer für Spielfreude. „Was ist denn mit England los?“, stand in einer Teilüberschrift. Die Sorgen waren unberechtigt. Das biedere, kaum anzuschauende und sich durch den Wettbewerb schwimmende England ist zurück. Tuchel scheint auch nur der deutsche Gareth Southgate zu sein.
Allzu schlecht starteten die Three Lions gegen Norwegen gar nicht in die Partie. Abgesehen vom Traumtor der Skandinavier ließen sie defensiv wenig zu und hatten offensiv ein paar ordentliche Pressingmomente und Angriffe – auch wenn der Feinschliff fehlte. Die zweite Halbzeit war dann aber bodenlos. Anders kann man es nicht sagen.
Nicht nur verteidigten die Engländer extrem tief, sie holten Norwegen auch noch komplett ins Spiel. Kein Druck auf deren ballführende Spieler, hinten immer wieder mit Problemen. Es brauchte viel Glück und etwas norwegisches Unvermögen, um diese Partie in die Verlängerung zu bringen. Scheiden die Engländer aus, wäre Tuchel zu Recht von der englischen Presse geroastet worden. Für schlechtes In-Game-Coaching und einen nicht nachvollziehbaren Matchplan in der zweiten Halbzeit.
Tuchel macht den Tuchel
Ja, sie stehen im Halbfinale und im Fußball haben die Sieger immer Recht. Aber schaut man in die Vergangenheit von Tuchel, fragt man sich: Wo hat er sich eigentlich verloren? Mit Mainz 05 stand er für offensiven, unterhaltsamen Pressingfußball. Beim BVB ließ er nach den Guardiola-Bayern den schönsten Fußball der Bundesliga spielen – progressiv, ballbesitzlastig, offensiv. Klammert man die unantastbare Ära von Jürgen Klopp in Dortmund mal aus, war das der attraktivste Fußball in der schwarz-gelben Historie.
Irgendwo zwischen den Salz- und Pfefferstreuern, die er mit Pep Guardiola einst auf einem Tisch in München verschoben hatte, und seiner Zeit als Trainer verschiedener Topklubs hat er die Überzeugung für progressive Ideen aber verloren. Mit Paris Saint-Germain erreichte er ein Champions-League-Finale. Mit dem FC Chelsea gewann er es. Mit dem FC Bayern kam er immerhin ins Halbfinale.
Fair also, zumindest anzumerken, dass sein inhaltlicher Wandel nicht ganz unerfolgreich war. Aber von dem Tuchel, den man sich zumindest beim englischen Verband erhofft hatte, ist bisher wenig zu sehen. England spielt exakt denselben Quatsch zusammen wie unter Southgate. Bieder, mitunter kopflos und massiv abhängig vom Spielglück.
Tuchel ging dafür hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. Seine Mannschaft habe „schlampig“ und „nicht schnell genug“ gespielt, „eine Menge technischer Fehler“ gemacht: „Wir hatten Glück heute“, gab der Deutsche zu. Kritik, die zumindest bei Bellingham nicht gut ankam: „Vielleicht weiß er nicht, wie es ist, unter diesen Bedingungen gegen Erling Haaland, Ødegaard, Nusa, Sørloth zu spielen. Es ist nicht einfach, gegen dieses Team zu spielen.“
Klar ist dennoch: In den nächsten beiden Spielen braucht es entweder eine klare Leistungssteigerung und Rückbesinnung auf die offensiven Ansätze gegen Kroatien – oder einen Pakt mit dem Teufel.
Podcast: Transferplanungen des FC Bayern und DFB-Zukunft mit Klopp
Die WM der Längen
Es ist bereits der 31. Tag dieser Fußball-Weltmeisterschaft. Und erst jetzt kommen die Halbfinals. Sportlich mag die Erweiterung das Niveau nicht grundlegend verändert haben. Viele einzelne Geschichten wussten zu begeistern und rein aus fußballerischen Gesichtspunkten hat sich nahezu jede Kritik an der FIFA-Entscheidung in Luft aufgelöst.
Aber: Wenn dieser Viertelfinal-Abend mir eines gezeigt hat, dann ist es, wie zäh Fußball sein kann. Und wie viel zäher er in den USA nochmal wirkt. Klimatische Bedingungen und europäische Anstoßzeiten sind der eine Aspekt in dieser Geschichte. Die Teams passen ihre Spielweise nochmal sichtlich an, wenn es besonders warm oder schwül ist. Wirklich hoch ist die Intensität dann meist nicht. Von 23 Uhr bis fast 6 Uhr zwei sehr biedere Fußballspiele zu schauen und beide in die Verlängerung gehen zu sehen – muss man wollen. Da kommen selbst Liebhaber*innen an ihre Grenzen.
Auch die Trinkpausen erweisen sich dahingehend nicht als echte Hilfe. Kommerziell und taktisch mag es Gründe dafür geben, aber die ewig langen Nachspielzeiten, die langen Unterbrechungen – das hilft weder dem Spielfluss, noch meinen Augen, wenn sie mitten in der Nach mehrmals fast zufallen, ehe dann doch nochmal etwas auf dem Platz passiert.
Diese WM hatte viele tolle Momente. Aber das Achtelfinale fühlte sich bereits an wie ein Viertelfinale und dass jetzt erst das Halbfinale kommt, fühlt sich ebenfalls surreal an. Ich zumindest werde langsam Fußball-müde. Das mag zugegebenermaßen auch daran liegen, dass ich bei einer WM wirklich alles sehen möchte und darüber auch noch berichte. So langsam freue ich mich aber aufs Ende und das war bisher bei kaum einem anderen Turnier der Fall.
Die Schweiz verpasst eine historische Chance
Für die Schweiz ist das Turnier nach dem Viertelfinale beendet. Und das ist bitter. Wer ihnen vor der WM gesagt hätte, sie würden die Runde der letzten Acht erreichen und dort knapp gegen Argentinien ausscheiden, hätte wohl viel Zustimmung von den Eidgenossen bekommen. Nimmt man mit.
Die Realität war in der Nacht zum Sonntag aber eine andere. Argentinien legte den nächsten überschaubaren Auftritt hin. Wie schon gegen Kap Verde und Ägypten gab es Spielphasen, in denen der Weltmeister seinen kontrollierten Ansatz mit Passivität verwechselte. Eine dieser Phasen nutzte die Schweiz zum Ausgleich. Es schien, als könne das Spiel jetzt entweder richtig Fahrt aufnehmen oder der Außenseiter das Geschehen sogar komplett umdrehen.
Dann kam der berechtigte Platzverweis. Selten gab es eine sinnlosere Schwalbe. Was Embolo damit bezwecken wollte, ist nur schwer zu erahnen. Vielleicht wäre die Schweiz auch so ausgeschieden. Dass dieser Moment aber die beste Phase im Spiel killte und damit auch die Titelträume der Eidgenossen endgültig begrub, ist kaum von der Hand zu weisen.
WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick
- Erstmals überhaupt haben es die vier Weltranglistenbesten ins Halbfinale geschafft.
- Gianni Infantino hat bereits angedeutet, dass es bald eine Aufstockung bei der WM von 48 auf 64 Teams geben könnte. „Das ist auf jeden Fall ein Thema, das man nach dieser WM anschauen und in den Gremien diskutieren wird“, sagte der FIFA-Boss: „Jede Nation soll davon träumen dürfen, an der Weltmeisterschaft dabei zu sein. Man sieht, dass die Qualität der Teams extrem hoch ist – und sie wird immer höher, überall auf der Welt. Wenn man kleineren Ländern keine Chance gibt, an der WM teilzunehmen, fehlt ihnen auch der Ansporn, sich weiter zu verbessern.“
- Der südafrikanische Fußballprofi Jayden Adams ist im Alter von 25 Jahren verstorben. Adams war Teil des WM-Kaders. Über die Todesursache ist bisher wenig bekannt. Seine Familie hat den Tod aber schon bestätigt und bittet nun um Respekt für ihre Privatsphäre.
- Der DFB hat einen Bericht von ran dementiert, in dem es hieß, dass die Rückkehr von Manuel Neuer nicht nur Torwarttrainer Andreas Kronenberg beinahe zum Rücktritt bewegt habe, sondern der Bayern-Keeper auch Forderungen bei der Nominierung des Torwartteams gestellt habe. Demnach soll er Jonas Urbig statt Alexander Nübel gefordert haben. Dass Ersterer als Trainingskeeper dabei war, sei ein Kompromiss gewesen. „Der DFB dementiert einen Alleingang von Julian Nagelsmann in Bezug auf die Torwartfrage ebenso wie eine Rücktrittsandrohung von Andreas Kronenberg“, heißt es nun in einem Statement des Verbands, der zudem ausschließt, dass Neuer in irgendeiner Form Einfluss auf die Kadernominierung gehabt hätte.
- Lamine Yamal ist der erste Spieler, der bei Männer-Weltmeisterschaften im Alter von 18 Jahren oder jünger sechs Spiele absolviert hat.
- Mikel Merino ist der erste Spieler in der Männer-WM-Geschichte, der als Joker in zwei verschiedenen K.-o.-Spielen den Siegtreffer erzielte.
- Die FIFA wird den Final-Rasen verkaufen, berichteten mehrere Medien. Wenn jemand etwas noch Stumpferes als die FIFA selbst sucht, dann tut euch keinen Zwang an.
- Nochmal DFB: Der DFB hat auch bestätigt, dass man sich mit Klopp grundsätzlich einig sei. Es gehe jetzt noch um Details und um die Vereinbarung mit Red Bull. Vorschläge: Das Leipziger Stadion als deutsche Wembley; Red-Bull-Dosen am Spielfeldrand, in die die Klinsmänner der Zukunft treten können; Umbenennung in Deutscher Rasenball-Bund.
- Paolo Maldini ist neuer Technischer Direktor von Italien. Ja, keine WM-News, aber vielleicht ja doch interessant.
Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik
Harry Kane
Leitet mit seinem Ballverlust das 0:1 ein. Beim vermeintlichen zweiten Tor der Norweger hebt er das Abseits auf und hat Glück, dass auf Foul entschieden wird. Vom spielfreudigen, tiefen Kane ist im England-Trikot nichts zu sehen. Hat auch offensiv so gut wie keine Szenen. Miasanrot-Note: 4,5
Wie geht es heute weiter bei der WM?
Der WM-Blog und die WM selbst gehen jetzt in die Pause. Weiter geht es dann mit den Halbfinals:
- Dienstag, 14.7., 21 Uhr: Frankreich vs. Spanien
- Mittwoch, 15.7., 21 Uhr: England vs. Argentinien
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier



