Carlo Ancelotti als Trainer von Brasilien bei der WM 2026
Bild: Megan Briggs/Getty Images

WM 2026: Tag 14 im Blog – Jogo Carletto! Das effiziente Spiel – Analysen und News zur Weltmeisterschaft

Justin 25.06.2026


FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase der Gruppenphase. Mit dabei: 17 Spieler des FC Bayern München.

Heute im WM-Blog: Carlo Ancelotti und Brasilien liefern am 14. Tag eine starke Leistung gegen Schottland, auch Ismael Saibari überzeugt weiterhin. Außerdem: Kanada erinnert an Deutschland 2006, Fernschüsse sind mal wieder ein beliebtes Stilmittel und vieles mehr.

Miasanrot begleitet die WM 2026 nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.

Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.

Zum WM-Blog des vorherigen Tages.

Weitere Artikel zur WM 2026:

WM 2026: Was ist passiert?

Schweiz 2:1 Kanada

  • 1:0 Rubén Vargas (46.)
  • 2:0 Johan Manzambi (57.)
  • 2:1 Promise David (76.)

Das Spiel in aller Kürze: Ein wildes Spiel, das kaum greifbar ist. Chancen gibt es auf beiden Seiten, Spielfluss auf beiden Seiten eher nicht. Kanada hat die etwas besseren Möglichkeiten, aber auch die Schweiz kommt mehrfach gefährlich nach vorn. Xhaka kann für ein hartes Einsteigen auch Rot sehen – Glück. Nach der Pause kommen die Schweizer so richtig ins Spiel und treffen doppelt. Kanada kämpft und wirft alles rein für die Hoffnung, auch in der K.-o.-Phase daheim bleiben zu können. Jetzt brennt die Hütte! Die Schlussphase ist unglaublich heiß, aber Kanada packt es nicht.

Miasanrot-Note: 2,5

Bosnien 3:1 Katar

  • 1:0 Kerim Alajbegovic (29.)
  • 2:0 Sultan Al Brake (34.)
  • 2:1 Hassan al-Haydos (42.)
  • 3:1 Ermin Mahmić (80.)

Das Spiel in aller Kürze: Bosnien ist von Beginn an das spielbestimmende Team, scheint aber statt Fußball eher Golf zu spielen – die Art von Golf, bei der man irgendwo auf einer Erhöhung steht und einen Ball nach dem anderen in die Ferne feuert. Sieben Abschlüsse haben sie in den ersten gut 30 Minuten, alle von außerhalb des Strafraums. Der sechste davon geht tatsächlich ins Tor. Bosnien fass dir ein Herzegowina. In einem langweiligen Kick holen sie sich die Qualifikation für die die K.-o.-Phase.

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Miasanrot-Note: 4,5

Marokko 4:2 Haiti

  • 0:1 Lenny Joseph (10.) – ich weigere mich, dieses Tor als Eigentor von Bono zu werten, liebe FIFA
  • 1:1 Achraf Hakimi (39.)
  • 1:2 Wilson Isidor (43.)
  • 2:2 Ismael Saibari (45.+1)
  • 3:2 Soufiane Rahimi (78.)
  • 4:2 Gessime Yassine (89.)

Das Spiel in aller Kürze: Marokko hat die ersten Szenen des Spiels, aber Haiti den Frankreich-Vibe in blau-weißen Trikots mit roten Akzenten. Und so geht Haiti mit der ersten nennenswerten Aktion direkt in Führung – per Hacke, wie wir es alle erwartet haben. Natürlich haben wir auch erwartet, dass Haiti auf den Ausgleich direkt wieder antworten kann. Sehr unterhaltsam, weil pures Chaos – vor allem kurz vor der Pause. In der zweiten Halbzeit etwas weniger Spektakel, aber immer noch Spannung und ein paar gute Momente.

Miasanrot-Note: 2

Schottland 0:3 Brasilien

  • 0:1 Vinícius Júnior (7.)
  • 0:2 Vinícius Júnior (45.+3)
  • 0:3 Matheus Cunha (60.)

Das Spiel in aller Kürze: Ach, Schottland. Eine der Feel-Good-Stories dieser WM. Aber sie machen sich selbst das Leben so schwer. Ein komisches Spiel, weil Schottland schon vor dem 0:1 viel Ballbesitz hat. Ancelotti schafft es sogar gegen einen klaren Außenseiter, die Spielgestaltung zu verweigern. Muss man erstmal hinbekommen. Die Schotten sind davon auch überrascht. Zwei katastrophale Böcke führen zu zwei Gegentoren – aber eines wird immerhin vom VAR einkassiert. Brasilien klar besser und in Phasen sogar ganz ansehnlich. Das Spiel hat dennoch seine Längen.

Miasanrot-Note: 3

Südafrika 1:0 Südkorea

  • 1:0 Thapelo Maseko (63.)

Das Spiel in aller Kürze: Südkorea startet wie eine Mannschaft, die sich noch für die K.-o.-Phase qualifizieren muss – und hört dann einfach auf. Im „Süd“-Gipfel ist es Südafrika, das mit Kontersituationen deutlich gefährlicher ist als die Südkoreaner, die mehr Ballbesitz haben als ein Sportgeschäft. Dafür aber wenig Ideen, wie man den Ballbesitz klug verkaufen kann. Und so nutzt Südafrika tatsächlich den einen goldenen Moment, um Geschichte zu schreiben. Erstmals stehen sie in der K.-o.-Phase. Entsprechend ungläubig wirken auch die Südkoreaner nach Abpfiff.

Miasanrot-Note: 3,5

Tschechien 0:3 Mexiko

  • 0:1 Mateo Chávez (55.)
  • 0:2 Julián Quiñones (61.)
  • 0:3 Álvaro Fidalgo (90.+4)

Das Spiel in aller Kürze: Bei Spielen wie diesem hinterfragt man natürlich Sinn und Unsinn eines solchen WM-Blogs. Die Tschechen in der Defensive beim 0:2 ähnlich verpeilt wie der Autor dieses Texts, der sich früh am Morgen mit fünf Stunden Schlaf aus dem Bett prügelt, um dann zu erleben, wie in diesem Kick fast eine Stunde lang so gut wie nichts passiert. Dann aber erwacht Mexiko aus seinem Tiefschlaf und spielt zumindest punktuell etwas, was man mit dem vergleichen könnte, was heute Fußball genannt wird. Der Sieg ist etwas zu deutlich, aber nichts anderes haben die einfallslosen Tschechen verdient.

Besonderer Moment: Das größte Highlight allerdings ist ein Wechsel. Seit dem WM-Start vor einigen Tagen haben die Mexikaner hart daran gearbeitet, den ewigen Ochoa aufzutauen und nun war es soweit. Die Legende wurde kurz vor dem Ende eingewechselt und das Aztekenstadion flippte komplett aus. Eine schöne Sache.

Miasanrot-Note: 4,5

WM 2026 in der Analyse: Dinge, die auffielen

Jogo Carletto: Brasilien sollte nicht unterschätzt werden

So richtig überzeugend wirkt Brasilien bisher nicht. Fußballerisch ist das oft zäh, die Superstars wirken in vielen Spielphasen abgemeldet und bisher hatten zumindest zwei von drei Gegnern in der Gruppe ihre Momente im Spiel, in denen sie für eine etwas andere Spielgeschichte hätten sorgen können.

Aber Brasilien macht genau das zur Tugend. Carlo Ancelotti hat womöglich die Real-Madrid-Mentalität ins Team gebracht. Womöglich, weil sie das in der K.-o.-Phase erst noch nachweisen müssen. Aber bisher verstehen sie es gut, ihre Gegner in Sicherheit zu wiegen, ihnen zu vermitteln, dass sie die Kontrolle hätten. Nur um dann in den entscheidenden Momenten des Spiels eiskalt zuzuschlagen.

Vinícius Júnior hat keine besonders starke Saison hinter sich. Das war eine große Sorge der Seleção. Aber der bisherige Verlauf hat dafür gesorgt, dass der Angreifer von Real Madrid wieder mit dem Selbstverständnis spielt, das ihm zuletzt etwas abging. Mit Carlo Ancelotti haben sie einen der besten Trainer des Turniers. Vor allem einen, der gut zum Nationalmannschaftsfußball passt.

Oft wird sein Pragmatismus hervorgehoben. Seltener wird über seine Fähigkeit gesprochen, taktische Komplexitäten zu erkennen, richtig zu analysieren und für sein Team die wesentlichsten Aspekte auf ein Minimum zu reduzieren. Genau das macht Brasilien zu einem ernstzunehmenden Team. Ähnlich wie Deutschland mit so mancher Schwäche im taktischen und individuellen Bereich – aber auch mit sehr vielen Qualitäten.

Ancelotti hat ein Händchen für alles, was es bei einer sensiblen Nationalmannschaft wie Brasilien braucht. Auch die Einwechslung von Neymar beim Stand von 3:0 hatte Symbolcharakter. Nach außen, aber auch nach innen, wenn man sieht, welche Bedeutung er für diese Fußball-Nation hat. Jogo Bonito war einst das schöne Spiel. Schön ist Jogo Carletto nicht immer. Aber es ist das effiziente Spiel. Und oft war Ancelotti damit schon erfolgreich.

Turnier der Fernschüsse?

Ein Banger nach dem anderen verzaubert die Fußball-Fans bei dieser WM. Allein an diesem 14. Tag gab es mit Bosniens Kerim Alajbegovic und Haitis Wilson Isidor wieder zwei Spieler, die aus großer Distanz sehenswert trafen. Bosnien hatte in den ersten 30 Minuten sogar ausschließlich Fernschüsse auf seinem Konto.

Und der Eindruck täuscht nicht: Viele Teams versuchen es überproportional oft von außerhalb des Strafraums. Entgegen einer Entwicklung, die bereits vor vielen, vielen Jahren einsetzte, als sich Analyst*innen mit Torerzielungswahrscheinlichkeiten auseinandergesetzt haben. Fernschüsse haben einfach keine hohe Erfolgsquote. Und das Risiko von Abprallern und anschließenden Kontersituationen ist durchaus hoch.

Viele Angriffe versanden, statt den Gegner durch mehr Ballbesitz und größere Chancen müde zu spielen und hinten reinzudrücken. Aktuell liegt die Quote an Abschlüssen von außerhalb des Strafraums bei dieser WM bei 37 Prozent. WhoScored listet 1.338 Abschlüsse, 495 davon außerhalb des Sechzehners.

Zum Vergleich: In den abgelaufenen Spielzeiten in der Bundesliga und in der Premier League lag die Quote jeweils bei 32 Prozent, in der Champions League bei 33 Prozent. Aber: Bei der EM 2024 waren es 39 Prozent und bei der WM in Katar vor dreieinhalb Jahren 36,5 Prozent. Ein Unterschied, der sich womöglich auch dadurch erklären lässt, dass Nationalmannschaft in der Regel nicht viel Zeit zusammen verbringen.

Es ist schwerer, Abläufe in Ballbesitz zu trainieren und die Zusammensetzung des Kaders ist für Trainer ebenfalls komplizierter, weil es keinen Transfermarkt gibt. Bedeutet: Auch Top-Nationen haben oftmals Problempositionen. Aus diesen und noch mehr Gründen ist Nationalmannschaftsfußball oft etwas simpler. Und fürs Auge sind zumindest die Tore aus der Distanz in jedem Fall etwas.

MSR446: Bayern-Brille und Deutschlands Statementsieg bei der WM 2026

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Weitere Informationen

Amerikanische Klinsmann: Kanada erinnert an Deutschland 2006

Ja ja, die Ausgangslagen beider Nationen sind doch sehr unterschiedlich und Deutschlands Kader dürfte im Verhältnis zu den anderen Nationen 2006 trotz mancher Probleme immer noch besser gewesen sein als Kanadas Kader es 2026 im Verhältnis ist. Und trotzdem erinnert dieses kanadische Team an den Aufwind, für den das DFB-Team einst beim „Sommermärchen“ sorgte. Nicht unbedingt taktisch und fußballerisch, aber vom ganzen Vibe her.

Sie spielen wild, aggressiv, offensiv, druckvoll und vor allem verlieren sie nie den Glauben an sich. Selbstverständlich spielt Kanada auch fehlerbehaftet, aber dieser Teamgeist und wie sie mit Laufbereitschaft und getragen vom Publikum immer wieder Lücken schließen können – das ist bemerkenswert.

Die Stimmung bei den kanadischen Spielen ist herausragend gut gewesen. Natürlich kann man taktisch den Rotstift ansetzen und die Limitationen analysieren. Kanada tut sich im letzten Drittel schwer damit, mehr Subtanz auf den Rasen zu bekommen als Flanken oder Standardsituationen, wenn sie nicht gerade kontern können. Die Schweizer Tore brachten sie deshalb in eine sehr ungünstige Position.

Für Jesse Marsch und sein Trainerteam wird es entscheidend sein, die Frage zu beantworten, wie man Jonathan David (zwei Abschlüsse, 0,22 xG) und Cyle Larin (ein Abschluss, 0,13 xG) besser in Szene setzen kann. Gerade Davids ungemein hohe Qualität, in den Schnittstellen der Abwehr hinter die Kette zu kommen, wird zu wenig genutzt. Das liegt natürlich auch an fehlendem Top-Personal im Mittelfeld.

Aber Kanada legt eine Leidenschaft in die Spiele, mit der sie auch Mannschaften wie die Schweiz, die fußballerisch und technisch sauberer spielt als die Kanadier, zumindest in Phasen niederzukämpfen. Diesmal hat es nicht für ein positives Ergebnis gereicht. Und damit ist auch der ganz große Heimvorteil erstmal weg. Kanada muss jetzt in die USA, nach Los Angeles.

Das könnte ein Momentumkiller werden. Man darf gespannt sein, wie viele Kanadier den Weg ins Stadion finden. Marsch hat dem Team erfolgreich die Deutschland-2006-Mentalität eingeimpft. Und ein Ass hat er ja immer noch im Ärmel: Südkorea, der Sechzehntelfinalgegner, kennt deren Capitano noch gar nicht!

WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick

  • Koné war beim letzten Gruppenspiel tatsächlich im Stadion – im Rollstuhl. Der schwer verletzte Kanadier wurde von den Fans frenetisch und emotional empfangen.
  • Madibo, der Koné gefoult hatte, wird für sein Einsteigen für satte fünf Spiele gesperrt. Das gab die FIFA bekannt.
  • Ghanas Coach Carlos Queiroz ist wütend auf den VAR. Dieser habe sich „einen Kaffee geholt, was ja normal ist. Aber das war ein klarer Elfmeter und eine Rote Karte“, sagte er nach dem 0:0 gegen England. Angreifer Prince Adu wurde in der Schlussphase im Strafraum zu Fall gebracht. Ezri Konsa traf dabei nicht den Ball. Mats Hummels sagte anschließend bei MagentaTV, dass er aus Verteidigersicht erst bei Elfmeter gewesen sei. „Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger ist es ein Elfmeter“, erklärte er dann aber. Grund dafür: Das Einsteigen habe keinen Einfluss auf die Aktion gehabt und sei auch nicht hauptursächlich für den Fall gewesen.
  • Panama nimmt das vorzeitige WM-Aus mit Fassung zur Kenntnis. „Natürlich sind wir nicht zufrieden. Ein ganzes Land hat sich auf diese Nationalmannschaft gefreut, und wir haben verloren“, sagte Nationaltrainer Thomas Christiansen nach dem 0:1 gegen Kroatien: „Aber wir sollten stolz sein auf das Team. Ich bin super stolz.“
  • Die Schweiz steht jetzt zum siebten Mal in Folge bei einem großen Turnier in der K.-o.-Phase. Aus Europa gelang das bei EM und WM aktuell nur Frankreich, die nun zum achten Mal in Serie in der K.-o.-Phase sind.
  • Nathaniel Brown wird das Ecuador-Spiel voraussichtlich verpassen. Der Frankfurter hat Probleme an den Adduktoren.
  • Jürgen Klopp ist zuversichtlich, was das DFB-Team anbelangt. „Wir haben gesehen: Fußball spielen können wir. Ich mag die Art und Weise, wie wir spielen. Wir haben verschiedene Abläufe“, sagte der 59-Jährige bei einem Besuch des Adidas Home of Soccer, einem Fantreff in New York. „Defensiv können wir gern noch ein bisschen mehr Griff kriegen. Dann kann es weit gehen bei diesem Turnier.“
  • Julian Nagelsmann wird nicht rotieren. Auf der Pressekonferenz in der deutschen Nacht zum Donnerstag erklärte er, dass Rüdiger und Raum seine einzigen Einwechslungen bleiben würden. Damit ist die Frage geklärt: Rhythmus statt Rotation.
  • Felix Zwayer wird die Partie zwischen der DR Kongo und Usbekistan am Sonntag pfeifen.
  • Cristiano Ronaldo wurde auf einer Pressekonferenz von einem Journalisten nach Lionel Messi gefragt – unklar ist allerdings, was der Journalist fragen wollte. Denn Ronaldo brach die Frage sofort ab, machte eine Handbewegung und forderte einen anderen Reporter auf, eine Frage zu stellen. Classy.
  • Dönerwetter! Das „Kebaphaus am Feuersee“, der Lieblingsdönerladen von Deniz Undav, hat für die WM eine besondere Aktion angekündigt. „Jeder Kunde, der im Laden ist, wenn Deutschland spielt und Deniz trifft, bekommt einen Döner von uns aufs Haus“, sagte Besitzer Ali Abdi bei Sky.

Rund um den FC Bayern: Scouting und Einzelkritiken

Alphonso Davies

Anders als angekündigt, hat Davies gegen die Schweiz doch keinen Einsatz bekommen.

Ismael Saibari

Diesmal begann Ismael Saibari für Marokko auf der Zehn. Gegen Haiti deutete er von der ersten Sekunde an auch auf dieser Position an, wie er dem FC Bayern helfen kann. Keine Minute war gespielt, da besetzte er schon drei verschiedene Positionen. Saibari ist immer auf der Suche nach Zwischenräumen, unglaublich aktiv und fordert Bälle, um das Spiel schnell machen zu können.

Eine große Qualität von ihm sind die Tiefenläufe, mit denen er Raum für sich oder seine Mitspieler öffnet. In der 6. Minute wurde es erstmals gefährlich, als Saibari aus dem Halbraum diagonal einlief und dabei seinen Gegenspieler mit nach innen zog. Der nachrückende El Khannouss war dadurch halblinks komplett blank.

Er weiß genau, wie er sich in Abschlusspositionen bringen muss – wie in der 13. Minute, als er mit zu viel Rücklage aus kurzer Distanz deutlich vergab. Hater würden sagen: Den muss er machen. Miasanrot sagt nach dem 13. WM-Tag: Saibari kann Kane. Kurz vor der Pause holt er seinen Treffer aber nach – mit einem präzisen und scharfen Abschluss.

Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, wie er im Kompany-System helfen kann.

Min-jae Kim

Der einzige Bayern-Spieler im Einsatz. Hat direkt zu Beginn eine gute Kopfballchance, der Abschluss wird aber geblockt. Mit dem Ball am Fuß ist er sicher, spielt aber auch hauptsächlich risikofreie Pässe. Gegen den Ball ist er dagegen deutlich anfälliger als in den ersten beiden Partien. Verliert mehrere Zweikämpfe und sieht dabei vor allem in der Luft schlecht aus. Beim Gegentor macht Kim seinen Trademarkmove: Er lässt sich vom Mittelstürmer aus der Kette ziehen, kommt nicht in den Zweikampf und rennt dann hinterher. Nicht hauptverantwortlich für den Treffer, aber fehlt dann hinten in wichtiger Position. Miasanrot-Note: 4

Wie geht es heute weiter bei der WM?

Heute ist wieder Deutschland am Start! Die Partien des nächsten Blocks im Überblick:

22 Uhr:

  • Curaçao vs. Elfenbeinküste (MagentaTV)
  • Ecuador vs. Deutschland (ARD, MagentaTV)

1 Uhr:

  • Japan vs. Schweden (MagentaTV)
  • Tunesien vs. Niederlande (ARD, MagentaTV)

4 Uhr:

  • Türkei vs. USA (MagentaTV)
  • Paraguay vs. Australien (ARD, MagentaTV)

Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier

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