Kap Verde jubelt bei der WM 2026 über ein Tor. Zwei Spieler liegen sich in den Armen.
Bild: Alex Slitz/Getty Images

WM 2026: Tag 11 im Blog – Nacht der Helden! Kap Verde schreibt weiter Fußball-Geschichte

Justin 22.06.2026


FC Bayern, FCB, Bundesliga, DFB-Team, Champions League, Alt Text vergessen

Die WM 2026 in Nordamerika hat ihre Überraschungen in petto. Erstmals sind 48 Nationen dabei, um den kommenden Weltmeister auszuspielen. Mit dabei: 17 Spieler des FC Bayern München.

Und was wurde diese Aufblähung kritisiert. Die Nacht von Sonntag auf Montag (deutscher Zeit) wurde jedoch zur Nacht der Helden und Außenseiter. Neben den sportlichen Ereignissen bringt das Turnier vor allem auch eine große politische Brisanz mit.

Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll – zum DFB-Team und zu allen anderen Themen. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.

Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.

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Weitere Artikel zur WM 2026:

WM 2026: Was ist passiert?

Spanien 4:0 Saudi-Arabien

  • 1:0 Lamine Yamal (10.)
  • 2:0 Mikel Oyarzabal (21.)
  • 3:0 Mikel Oyarzabal (24.)
  • 4:0 Hassan Altambakti (49., Eigentor)

Das Spiel in aller Kürze: Pass, Pass, Pass, Pass, Pass, Pass, Verlagerung, Pass, Pass, Pass, Pass, Pass, Tor. (Sehr gute Leistung von Spanien. Nicht so von Saudi-Arabien.)

Miasanrot-Note: 3,5

Belgien 0:0 Iran

  • Rote Karte Nathan Ngoy (66.)

Das Spiel in aller Kürze: Belgien hat oft den Ball und Belgien hat auch Chancen. De Cuyper scheitert mehrfach, auch De Bruyne ist unglücklich im Abschluss. Doch so einseitig, wie der xG-Wert von 1,82 im Vergleich zu 0,63 des Iran suggeriert, ist die Partie nicht. Die Iraner haben ebenfalls gute Chancen, die sie nicht nutzen. Ein Tor wird wegen Abseits aberkannt und wäre wegen eines Blocks neben der Mauer auch so aberkannt worden. Trotz statistischer Überlegenheit kommt ein biederes Belgien zu Recht nicht über das 0:0 hinaus – zumal ab der 66. Minute in Unterzahl.

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Miasanrot-Note: 4

Uruguay 2:2 Kap Verde

  • 0:1 Naldo Kevin Pina (21.)
  • 1:1 Araújo (44.)
  • 2:1 Agustin Canobbio (45.+6)
  • 2:2 Hélio Varela (61.)

Das Spiel in aller Kürze: Uruguay startet stark in die Partie, hat einige schnelle und scharfe Kombinationen drin und kann auch mit etwas mehr Präzision im Abschluss in Führung gehen. Doch dann scheint Kap Verde auf einmal Naldo unbemerkt eingewechselt zu haben: Unter dem Decknamen Kevin Pina hämmert er aus großer Distanz einen Freistoß humorlos ins untere rechte Eck. Fairerweise muss man auch sagen: Uruguays Mauer ist nach Trumps Mexiko-Mauer wohl die verheerendste auf der Welt.

Die Südamerikaner fangen sich aber relativ schnell und drehen das Spiel. In der zweiten Halbzeit dann eine absolute Slapstick-Show: Erst verschenkt Muslera das 2:2, dann verschenkt Vozinha das 3:2 – hat aber Glück, dass es zuvor Abseits ist. Das Spiel lebt von absolut verunsicherten Südamerikanern und beherzt kämpfenden Außenseitern. Nur Liebe dafür – trotz mäßiger Qualität.

Miasanrot-Note: 2,5

Neuseeland 1:3 Ägypten

  • 1:0 Finn Surman (15.)
  • 1:1 Mostafa Ziko (58.)
  • 1:2 Mohamed Salah (67.)
  • 1:3 Mahmoud Hassan (82.)

Das Spiel in aller Kürze: Neuseeland startet richtig gut ins Spiel, ist aggressiv und offensiv, hat direkt zwei Szenen, in denen sie vors ägyptische Tor kommen. Dann ist es eine Ecke, die das verdiente 1:0 bringt – technisch toller Kopfball. Ägypten findet noch nach der Trinkpause ein paar bessere Lösungen, bringt vor allem Salah häufiger in Szene. Aber erst Mitte der zweiten Halbzeit nimmt der Favorit richtig Fahrt auf. Plötzlich kombinieren sie mit all ihrer Qualität und belohnen sich innerhalb von neun Minuten mit zwei Toren. Am Ende packen sie noch einen drauf. Ein Spiel mit vielen Abschlüssen, in dem es hin und her geht und auch einige gute Spielzüge dabei sind. Hat Spaß gemacht.

Miasanrot-Note: 2,5

WM 2026, Analyse: Dinge, die auffielen

Spanien spaziert ins Turnier

Spanien ist am Sonntag im Turnier angekommen – und das ohne spürbare Anstrengung. Ein Spaziergang war es für das Team von Luis de la Fuente. Gegen einen erschreckend passiven und schwachen Gegner konnten sie ihr Positions- und Passspiel beinahe nach Belieben aufziehen. Nicht falsch verstehen: Das war eine sehr gute Leistung. So wie es gegen Kap Verde, klammert man das Ergebnis mal aus, auch schon eine sehr gute Leistung war.

Die Spanier können kicken und sie können Ballbesitz so einfach aussehen lassen wie keine andere Nation. Eine große Neuigkeit ist das nicht. Wo sie wirklich in diesem Turnier stehen, wird sich aber zeigen, wenn ein erster Gegner sie auch mal dazu zwingen wird, vom leichten Spaziergang mit Ruhepuls zumindest mal in den Ausdauerbereich zu schalten – oder, man mag es kaum glauben, sogar in den anaeroben Bereich!

Sorry, kurzer Ausrutscher in den Ausdauersport. Zurück zum Fußball: Bei den Spaniern ist deutlich sichtbar, dass sie sich im letzten Drittel schwerer tun als bei vergangenen Turnieren. Und ja, das gilt auch für dieses an sich souveräne 4:0. Lamine Yamal hat dem Europameister extrem gut getan. Sein frühes Tor könnte der Startschuss zu einem Comeback zur Topform rechtzeitig für die K.-o.-Phase sein. Es ist aber auch das Gegenteil möglich.

Nico Williams scheint ebenfalls weit entfernt zu sein von seiner Form von vor zwei Jahren. Den Spaniern fehlen bei all der Eleganz und Passsicherheit ein paar Spieler für die besonderen Momente. Das könnte ein großes Manko werden. Trotzdem zählen sie selbstredend zu den Topfavoriten. Und Saudi-Arabien? Die können noch so viel Geld in ihre Liga und gute europäische Spieler stecken. Am Ende wird auf der Ebene der Nationalmannschaft entscheidend sein, wie schnell die Investitionen in die Jugendentwicklung fruchten.

Auch hier arbeitet man mit Europa zusammen. Juventus hat gleich drei Jugendakademien in Saudi-Arabien. PSG, Liverpool und die beiden Mailänder Klubs Inter und AC sind dort ebenfalls aktiv. Nachdem man initial viele alte Stars für sehr viel Geld ins Land holte, wurde die Strategie mittlerweile angepasst und geändert. Man will zunehmend junge Spieler. Sowohl bei Transfers als auch in der eigenen Ausbildung.

Ziel ist es natürlich, bei der WM 2034 eine andere Qualität auf dem Rasen zu haben als bei der diesjährigen Weltmeisterschaft. Diesmal gelang es ihnen nicht mal, spazierende Spanier aufzuhalten. Suboptimal für das perfekte Sportswashing. Denn auch das sollte nicht in Vergessenheit geraten: Der Sport hat hier den Zweck, das zu verstecken, was Menschenrechtsorganisationen schon lange kritisieren: 2025 wurden so viele Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet wie nie zuvor dokumentiert wurden. Und das ist nur ein Beispiel. Hier gibt es mehr dazu.

Die Kleinen schreiben Geschichte

Was wurde über diese WM diskutiert: Zu aufgebläht. Zu zäh. Zu langwierig. Zu geringes Niveau. Die Realität ist eine ganz andere. Kantersiege bleiben insgesamt eher die Ausnahme. Curaçao gelingt ein 0:0 gegen Ecuador, Panama macht Ghana das Leben schwer, DR Kongo spielt 1:1 gegen die Portugiesen, Jordanien bringt Österreich zumindest ins Wanken, Haiti verliert nur knapp gegen Schottland und versucht es zumindest offensiv gegen Brasilien – und dann ist da dieses Kap Verde, das Spanien ein 0:0 abgekämpft hat.

Gegen Uruguay knüpfte der WM-Debütant direkt daran an. Defensiv warfen sie alles rein, offensiv hatten sie offenbar Thor mit an Bord, der die Kugel mit Mjölnir mal eben aus 300 Metern Entfernung ins Tor hämmerte – ja ja, auf Kap Verde sind sie überwiegend christlich, aber vielleicht mögen sie ja trotzdem Marvel-Filme. Zurück zum Wesentlichen: Wer sich die Gesichter der Fans im Stadion angesehen hat nach diesem Traumtor, wird verstanden haben, was diese Führung bedeutet hat.

Als Uruguays ewiger Muslera ebenfalls Gefallen an dieser Heldengeschichte fand und Kap Verde in der zweiten Halbzeit zum 2:2 ausglich, tanzten und weinten die Fans vor Freude. Es war unglaublich. Wir waren dabei, als Fußball-Geschichte geschrieben wurde. Erneut. Kap Verde, Uzbekistan, Jordanien und Curaçao sind erstmals bei einer WM dabei. Sie alle trafen erstmals bei einer solchen. Ebenso wie die DR Kongo erstmals bei einer Weltmeisterschaft der Männer traf und seinen ersten Punkt überhaupt holte – so wie Katar, Kanada und Kap Verde. Kanada, bisher nur bei den Frauen ziemlich erfolgreich, gelang sogar der erste WM-Sieg bei den Männern.

Manchmal ist das aus unserer mit vielen Erfolgen verwöhnten Perspektive schwer zu verstehen. Aber was für manche Nation die Teilnahme an einem WM-Finale oder der Titelgewinn ist, ist für Kap Verde diese Gruppenphase. Schön. Bei aller Kommerzialisierung und aller Kritik an der Aufblähung: Für solche Momente lohnt es sich dann doch.

MSR446: Bayern-Brille und Deutschlands Statementsieg bei der WM 2026

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Weitere Informationen

Salah ist groß

Ägypten hat einen großen Schritt in Richtung Sechzehntelfinale gemacht. Mit nun vier Punkten führen sie Tabelle nach zwei Spieltagen an und können am letzten Spieltag gegen den Iran exakt diesen Platz verteidigen. Gegen Neuseeland tat sich der leichte Favorit zunächst etwas schwer. Die „All Whites“ rannten aggressiv an, pressten clever und schienen taktisch gut eingestellt zu sein.

Immer wieder störten sie den Spielaufbau empfindlich, ließen Ägypten kaum in einen Rhythmus kommen. Vor allem Mohamed Salah war es dann, der sein Team ins Spiel brachte. Zunächst mit vielen Ballkontakten (57 laut Fotmob), später auch mit Tor und Assist. Zwei seiner drei Dribblings gewann der Superstar, fünf Chancen spielte er heraus. Hey Siri, definiere GOAT in ägyptisch. Für die Ägypter war es übrigens ebenfalls ein Novum: Erstmals gewannen sie ein Spiel bei einer WM.

WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick

  • Belgien spielte bisher zweimal im roten Heimtrikot. Feuilleton-Fans warten sehnsüchtig auf den ersten Einsatz des Auswärtstrikots, das von sich behauptet, gar keines zu sein. „Ceci n’est pas un maillot“, so der Aufdruck über der Rückennummer. Das ist eine Anlehnung an den berühmten belgischen Surrealisten René Magritte und sein Ölbild „La trahison des images“. Es zeigt eine Pfeife samt erklärendem Text, dass dies keine Pfeife sei: „Ceci n’est pas une pipe“. Das Trikot ist ebenfalls im surrealistischen Stil gehalten. Auch wenn die Belgier das Trikot nicht trugen: Nur wenige Meilen entfernt vom Spielort hängt im Los Angeles County Museum of Art das „La trahison des images“ von Magritte. Hoffentlich hat die FIFA Kombi-Tickets angeboten, sodass die belgischen Fans nach der Enttäuschung gegen den Iran noch etwas die Nicht-Pfeife bestaunen konnten.
  • Nochmal Belgien: Jeremy Doku wird in der Heimat mitunter hart dafür kritisiert, dass er lieber bei seiner Frau war, um sie bei der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes zu begleiten, als beim WM-Spiel gegen den Iran. Dazu können wir nur eins sagen: Wenn man die schönste Nebensache der Welt zur Hauptsache erklärt, dann hat man ganz andere Probleme als einen werdenden Vater, der Prioritäten setzt.
  • Kommt es zu einem großen Highlight im Sechzehntelfinale? Deutschland könnte dort, je nach Verlauf, auf Schottland treffen. Wenn die Gruppendritten aus Gruppe C und D beide weiterkommen, kommt der Gegner von dort. Wenn nur einer der beiden weiterkommt, wird der es sehr wahrscheinlich. Und in Gruppe C wird mit großer Wahrscheinlichkeit Schottland als Gruppendritter weiterkommen. Ein Punkt reicht ihnen, eine knappe Niederlage vielleicht. Nur eine hohe Niederlage gilt es unbedingt zu vermeiden. Es wäre ein Duell, das mit einer großen Party beider Fanlager einhergehen würde. Schon bei der EM 2024 freundeten sich beide Seiten an und feierten gemeinsam.
  • Der Irak bat bei der FIFA extra darum, seine Flagge über dem Boden zu halten. „Wir haben den Ausdruck „Gott ist allmächtig“ auf der Flagge und darum ging es bei der Anfrage unseres Verbandes“, erklärte Aymen Hussein. Im Spiel gegen Norwegen kam die FIFA der Bitte nach.
  • Kein „Wundliegen“ mehr! Mehrfach konnte bei dieser WM schon beobachtet werden, dass Spieler mit vermeintlichen Schmerzen am Boden liegen, ehe kurz darauf die Wunderheilung einsetzt. Das hängt mit einer neuen Regel bei dieser WM zusammen: Wird man behandelt, muss man das Spielfeld für eine Minute verlassen. Ausgenommen sind nur die Torhüter und Spieler, die durch ein Foul verletzt wurden, wo es Gelb oder Rot gab. Mehmet Scholl gefällt die Maßnahme gegen das Wundliegen.
  • „Ich habe gefragt, ob wir mit drei Torhütern spielen können, aber sie haben nein gesagt“, sagte der irakische Fußball-Nationaltrainer vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen Frankreich am Montag. Die Franzosen können sich wohl auf jeden Fall auf einen Bus vor dem Tor einstellen.
  • Felix Zwayer hat sich von seinen Krämpfen bei seinem WM-Debüt wieder erholt. „Felix ist untersucht und wohlauf, es lag eine Muskelkontraktion infolge einer unnormalen Bewegung vor“, sagte Schiedsrichterboss Knut Kircher auf dpa-Anfrage. „Es geht ihm gut, und er kann weiter im Turnier bleiben, was uns und ihn sehr freut.“ Beim Spiel der USA gegen Australien musste er kurz vor Ende behandelt werden.
  • Harry Kane ist in seiner Country Era! Abwehrspieler Dan Burn berichtete, dass der Bayern-Stürmer „großer Fan“ sei und es einen Plattenspieler im Hotel gebe. Wenn Kane diesen bediene, würde vieles davon Country sein. Das aber reichte dem Torjäger offenbar nicht. Mit Burn und Ella Langley besuchte er am freien Tag ein Konzert von Country-Star Ella Langley im naheliegenden Independence. „Wir wurden gefragt, ob wir uns Ella Langley anschauen wollen“, so Burn: „Ich war der Einzige mit Cowboyhut und Jeans – das volle Programm.“

Rund um den FC Bayern

Kein Spieler des FC Bayern war am Samstagabend bzw. Sonntagmorgen im Einsatz. Dafür gibt es im kommenden Block die volle Ladung: Konrad Laimer trifft auf Argentinien, Dayot Upamecano und Michael Olise haben es mit dem Irak zu tun und Nicolas Jackson und Bara Sapoko Ndiaye fordern mit dem Senegal Norwegen heraus.

Wie geht es heute weiter bei der WM?

Also hier die Begegnungen im Überblick:

  • Argentinien vs. Österreich (19 Uhr, ARD)
  • Frankreich vs. Irak (23 Uhr, ARD)
  • Norwegen vs. Senegal (2 Uhr, nur MagentaTV)
  • Jordanien vs. Algerien (5 Uhr, ZDF)

MagentaTV überträgt zudem alle Spiele der WM.

Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier

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