Joao Palhinha (FC Bayern) schaut nach vorne in einer weißen Jacke.
Bild: Alex Grimm/Getty Images

Haben diese aussortierten Stars doch noch eine Zukunft beim FC Bayern?

Jonas 05.08.2026


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Mit den Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown hat der FC Bayern München seine Transferaktivitäten auf der Zugangsseite ungewöhnlich früh im Sommer bereits abgeschlossen. Nun geht es für Max Eberl und Co. noch darum, die Abgangsseite zu regeln.

„Wir haben jetzt noch die Aufgabe ein paar Spieler zu verkaufen“, kündigte der Sportvorstand kürzlich in einer Medienrunde an. Gemeint damit sind vor allem die Leih-Rückkehrer João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza, die immer noch beim FC Bayern unter Vertrag sehen.

Ehrenpräsident Uli Hoeneß stellte gleichzeitig klar, dass ein gültiger Vertrag beim Rekordmeister unantastbar sei und die Spieler über den Sommer hinaus in München bleiben würden, falls sich kein(e) Käufer fänden. Doch wie stehen die Chancen für einen Verbleib der drei Verkaufskandidaten? Welchen Platz gäbe es theoretisch noch im Kader von Vincent Kompany? Miasanrot mit dem Check.

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„Wir haben ganz offen kommuniziert, dass wir bei den drei Spielern sehr offen sind, sie abzugeben“, erklärte Eberl bereits öffentlich, dass Palhinha, Boey und Zaragoza in Zukunft eigentlich keine Rolle mehr in München spielen sollen. Sogar im Kader auf der vereinseigenen Homepage fehlt jegliche Spur der drei.

Zwar ist der Verkaufsdruck aufgrund Hoeneß’ jüngster Aussagen zum potenziellen Eberl-Verbleib nicht mehr so enorm und die persönliche Zukunft des Sportvorstands dürfte auch nicht mehr davon abhängen; sowohl für sein Standing in den kommenden Jahren als auch für die Gehaltsstruktur der Bayern sind die genannten Spielerverkäufe dennoch von Bedeutung.

„Es geht um die Balance. Die mittlere Ebene des Kaders darf nicht zu groß und zu teuer werden“, erklärte Jan-Christian Dreesen jüngst. Verbesserungsbedarf sieht er dahingehend beim FCB: „Die englischen Klubs machen das in dieser Hinsicht besser als wir“, so der Bayern-Boss weiter.

João Palhinha: Vom Königstransfer zum Missverständnis

João Palhinha gehört mit seinem Gehalt von kolportierten 8,5 Millionen Euro in diese mittlere Ebene. Der Portugiese, der noch bis 2028 in München unter Vertrag steht, kam einst als Königstransfer zum FCB – allerdings für einen anderen Trainer. Unter Kompany war schnell klar, dass der Spielertyp Palhinha nicht wirklich zu dessen kreativem und offensivem Spielstil passt.

Mehreren Medienberichten zur Folge hätten die Bayern gerne 25 Millionen Euro für den Sechser, der aus einer einjährigen Leihe bei den Spurs zurückkehrt. Stand jetzt möchte jedoch niemand diesen Preis zahlen. Sporting Lissabon und Aston Villa sollen Interesse (gehabt) haben, die Ablöseforderungen der Bayern seien aber zu hoch. Schließlich ist das monetäre Gesamtpaket für einen 31-Jährigen nicht zu unterschätzen.

Zwar hat der Abräumer vor allem in England einen Markt, ein Selbstläufer dürfte der Verkauf dennoch definitiv nicht werden. Auch weil Palhinha sich zuletzt öffentlich wenig kooperativ zeigte und mit einer Kampfansage aufhorchen ließ: Er wolle seine „Position behalten“, so der 31-Jährige bei der AZ.

Zugutehalten muss man dem Portugiesen, dass durch den Abgang von Leon Goretzka sogar ein Platz im Mittelfeld des Rekordmeisters frei wäre – auch wenn dieser Spot alsbald durch die feste Verpflichtung von Sapoko Ndiaye besetzt werden soll. Doch das senegalesische Talent verfügt selbstverständlich noch nicht über das Standing und die Erfahrung des Nationalspielers.

Etwas, das Palhinha dem vor allem durch junge Profis besetzten Mittelfeldzentrum ebenfalls geben könnte. Als erfahrener Abräumer für gewisse Situationen oder Spiele wäre er zudem ein Spielertyp, der im Bayernkader fehlt, auch wenn er eigentlich zu teuer für diese Rolle wäre und die Notwendigkeit dieser Rolle dann ebenfalls hinterfragt werden kann.

Sacha Boey: Von Anfang auf dem Abstellgleis beim FC Bayern

Auch Sacha Boey steht seit seiner Ankunft auf dem Abstellgleis beim FC Bayern. Der Franzose wirkte einen Großteil seiner Zeit in München wie ein teures Transfermissverständnis. Und als er sich in der vergangen Saison endlich einen Platz in der Mannschaft zu erspielen schien, machte ihm erneut sein Körper einen Strich durch die Rechnung.

Ganze 30 Millionen Euro legte der FC Bayern im Januar 2024 für den Rechtsverteidiger auf den Tisch. Vor allem Christoph Freund war dem Vernehmen nach überzeugt vom 25-Jährigen. Doch statt einer Dauerlösung auf der Rechtsverteidigerposition bekam der Rekordmeister einen Dauergast im Lazarett.

Verletzungen und Krankheiten bremsten den Abwehrspieler immer wieder aus in seiner Zeit bei den Münchnern. Sowohl bei Thomas Tuchel als auch bei Vincent Kompany bekam Boey jedenfalls keinen Fuß in die Tür. Durch Verpflichtung von Nene Brown wird dies wohl auch in den kommenden Spielzeit der Fall sein. Denn auf den Außenverteidigerpositionen sind die Bayern sowohl quantitativ als auch qualitativ ausreichend besetzt.

Trotz erfolgreicher Gala-Leihe: Boey wieder zurück im Bayerntrikot

Mit Konrad Laimer und Josip Stanišić auf rechts sowie Alphonso Davies und Brown auf links stünden jedenfalls vier Spieler in der Hackordnung klar vor dem Franzosen. Lediglich durch eine Verletzungsmisere könnte ihm ein wenig Spielzeit winken. Für die Karriere eines (immer noch erst) 25-Jährigen eine kaum erfolgsversprechende Aussicht. Ein Abgang scheint der unausweichliche Ausgang.

Ein Abnehmer fand sich bisher noch nicht. Nach einer durchaus erfolgreichen Winter-Leihe bei Ex-Klub Galatasaray, die sich jedoch aufgrund der Kaderbestimmungen der türkischen Süper Lig gegen eine Verpflichtung des Franzosen entschieden haben sollen, kam der Abwehrspieler sogar bei den ersten Testspielen wieder zu Einsätzen im Münchner Trikot.

Es könnten sogar noch weitere Einsätze bei der Asientour folgen, denn selbst Gerüchte rund um den Verteidiger sind derzeit rar gesät. Gut möglich, dass der Rekordmeister seine Ablöseforderungen senken oder erneut eine Leihe in Betracht ziehen muss, um Boey noch vor dem Ende des Transferfenster loszubekommen.

Eberl deutete bereits an, dass die Bayern vor allem auf jene Klubs warten würden, die im August durch Verletzungen oder Qualifikationserfolge plötzlich Handlungsbedarf bekommen.

Bryan Zaragoza: Erneute Leihe als letzter Ausweg?

Im Gegensatz zu Boey kann sich Bryan Zaragoza nicht einmal bei den Testspielen ins Schaufenster stellen, um das Interesse von anderen Klubs zu wecken. Der Spanier laboriert nämlich noch an einer Knieentzündung und absolviert derzeit nur individuelles Training. Wie bei den anderen beiden Rückkehrern wurde vom Leih-Verein AS Rom die Kaufoption nicht gezogen.

Der Spanier, der 2024 für insgesamt rund 17 Millionen Euro von Granada verpflichtet wurde und in München nie wirklich ankam, möchte laut übereinstimmenden Berichten ohnehin zurück in seine Heimat, wo er durchaus einen Markt hat.

Doch aufgrund seines hohen Gehalts von kolportierten vier Millionen Euro und einer Verletzung, die ihn seit der Saisonendphase pausieren lässt, gab es bislang noch keine konkreten Interessenten. Gut möglich, dass Zaragoza auch am 1. September noch auf dem Gehaltszettel der Münchner. Eine erneute Leihe wäre ein weiterer Ausweg.

Denn der FCB dürfte wenig Interesse an einem Verbleib des 24-Jährigen haben, der aber noch bis 2029 an den Rekordmeister vertraglich gebunden ist. Zaragoza konnte seit seiner Verpflichtung weder in München noch bei einer seiner vier Leihstationen nachhaltig überzeugen. Zudem ist die Konkurrenz auf den beiden Flügelpositionen enorm.

Die rechte Seite, die für den Rechtsfuß im inversen Flügelspiel der Bayern ohnehin kaum infrage kommt, wird von Michael Olise und Lennart Karl besetzt. Auf der linken Seite stehen neben Dauerbrenner Luis Diaz hochwertige Alternativen wie Jamal Musiala oder Serge Gnabry zur Verfügung. Als klassischen Backup haben sich die Verantwortlichen der Bayern zudem für Arijon Ibrahimovic entschieden. In der Offensive vom FCB ist also kein Platz mehr für einen weiteren Profi.

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