Miasanrot Awards 2026 – Abteilung der Saison: Erstmals die Männer des FC Bayern
Die Miasanrot-Awards sind zurück! Auch 2026 zeichnet die Redaktion wieder die besten Spieler, Spielerinnen und Entwicklungen der Saison aus.
Der Bewertungszeitraum ist die gesamte Saison 2025/26. Die Abstimmung erfolgte unter allen Mitgliedern der Miasanrot-Redaktion.
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Seit 2021 zeichnen wir innerhalb unserer Awards auch das „Team“ beziehungsweise die „Abteilung“ der Saison aus. Bisher war das ein sehr einseitiges Rennen. Weder die Basketballer, noch die Männer, noch irgendeine andere Abteilung haben es geschafft, den Frauen diesen Titel zu entreißen.
In dieser Saison aber ist das anders. Was vor allem deshalb spannend ist, weil die Frauen die beste Saison ihrer Geschichte gespielt haben – nur kamen die Männer diesmal auf eine nicht minder erfolgreiche Saison und stellten dabei noch den einen oder anderen Rekord auf. Zwei Stimmen gingen an die Frauen, drei an den Campus als Talenteschmiede der Männer und acht an die Männer selbst – die damit die Abteilung der Saison stellen.
FC Bayern: Die Miasanrot Awards 2026
- Unsung Heroine der Saison: Von einer Abgangskandidatin zur Schlüsselspielerin
- Unsung Hero der Saison: Ein Bessermacher in der Defensive
- Newcomer der Saison: Wie ein Neuzugang den FC Bayern veränderte
- Newcomerin der Saison: Sie rettete die Saison des FC Bayern
- Spieler der Saison: Erfolgreiche Titelverteidigung!
- Spielerin der Saison: Enges Rennen um die Krone
Abteilung der Saison: Die Männer des FC Bayern
Der FC Bayern vereint zahlreiche Abteilungen unter seinem Dach, die sich berechtigte Hoffnungen auf die Auszeichnung als beste Abteilung der Saison machen durften. Am Ende sind die Männer zum ersten Mal erfolgreich in dieser Kategorie.
An ihnen führte für viele in der Redaktion trotz starker Konkurrenz kein Weg vorbei. Der ganz große Coup in der Champions League blieb zwar aus. In einer Saison, in der die internationale Konkurrenz verwundbarer wirkte als in vielen Jahren zuvor, scheiterte der FC Bayern erst in einem spektakulären Halbfinale an Paris Saint-Germain.
Dennoch lieferte diese Mannschaft genügend Gründe für Optimismus. Nach 2020 holten die Münchner erstmals wieder den DFB-Pokal zurück an die Isar. Und Harry Kane beendete seinen persönlichen Endspielfluch mit einer Galavorstellung.
Dazu feuerte der FC Bayern aus allen Rohren. Mit 122 Ligatreffern stellte der Rekordmeister nicht nur einen neuen Bundesliga-Bestwert auf, sondern erzielte mehr Tore als jede andere Mannschaft zuvor im modernen Fußball – für einen höheren Wert muss man bis in die 40er-Jahre zurückgehen. Selbst Real Madrid um Cristiano Ronaldo aus der Saison 2011/12 (121 Tore) wurde übertroffen, obwohl die Spanier vier Ligaspiele mehr zur Verfügung hatten. Damals erzielte Ronaldo unfassbare 46 Ligatore und trotzdem kommt Kane (61) in dieser Saison auf mehr Pflichtspieltreffer als der Portugiese (60) damals.
Die Bayern gewannen 2025/26 fast alles – es gab nur drei Niederlagen. Noch entscheidender aber ist das Gefühl: Unter Vincent Kompany entsteht in München wieder etwas ganz Großes.
Der nächste Schritt – nach ganz oben?
Der Unterschied zu den Frauen oder auch den Basketballern liegt bei den Männern vor allem in der wiedergewonnenen Fantasie. Erstmals seit Jahren wirkt der ganz große Wurf in der Champions League wieder realistisch. Die Frauen sind zwar ebenfalls näher an Europas Spitze herangerückt und zeigten im Halbfinale gegen Barcelona starke Leistungen, zur absoluten europäischen Elite fehlt dort aber noch ein kleines Stück. Die Männer des FC Bayern gehören dagegen wieder genau in diese Kategorie.
Dabei darf man nicht vergessen, wo der Verein noch vor zwei Jahren stand. Nach dem Ende der Saison herrschten Unsicherheit und Streitigkeiten rund um die Trainerfrage. Unter Thomas Tuchel spielte der FC Bayern zwar ebenfalls ein Champions-League-Halbfinale, gehörte aber nicht mehr zu den ganz großen Teams Europas. Das Halbfinale wirkte eher wie eine Anomalie.
Der Fußball war deutlich abwartender, vorsichtiger und längst nicht mehr so offensiv dominant, wie man es in München gewohnt war. Gleichzeitig musste man Bayer Leverkusen in der Bundesliga klar den Vortritt lassen und auch der Ausblick auf die kommende Saison wirkte wenig verheißungsvoll.
Vincent Kompany hat den FC Bayern gerettet
Mit Vincent Kompany folgte schließlich ein kleiner Umbruch und ein kompletter Neuansatz, einer der auf ganzer Linie aufgehen sollte. Das Entscheidende dabei: Man konnte in dieser Saison den nächsten Entwicklungsschritt erkennen. Während der offensive Spielstil in der Vorsaison häufiger völlig aus dem Ruder lief und man beispielsweise beim 1:4 in Barcelona auseinanderfiel, wirkte das Team diesmal deutlich stabiler. Die Dominanz blieb bestehen, gleichzeitig wurde die Mannschaft defensiv kontrollierter und reifer.
Auch personell ging vieles auf. Konrad Laimer entwickelte sich zur Lösung auf der Rechtsverteidigerposition. Dayot Upamecano machte den nächsten Schritt und profitierte sichtbar von der Ruhe und Souveränität, die Jonathan Tah in die Defensive brachte. Mit Jonas Urbig scheint man zudem bereits einen möglichen Nachfolger für Manuel Neuer gefunden zu haben.
Dazu kamen Spieler, die dem Team wieder eine andere internationale Strahlkraft verleihen. Harry Kane spielte ohnehin auf Weltfußballer-Niveau, Michael Olise stieg endgültig in diese Kategorie auf und auch viele andere Akteure performten plötzlich wieder auf einem deutlich höheren Level. Gerade in der Champions League setzte sich der FC Bayern in vielen Spielen klarer und souveräner durch als noch im Jahr zuvor.
Passend dazu funktionierte diesmal auch der Transfermarkt deutlich besser. Im ersten Sommer unter Kompany wirkten manche Verpflichtungen noch nicht perfekt auf seinen Stil abgestimmt. Dieses Jahr ging dagegen fast alles auf, obwohl der Transfersommer lange chaotisch wirkte. Luis Díaz erschien zwischenzeitlich wie ein weiterer Kompromiss, ähnlich wie Kompany bei seiner Verpflichtung selbst. Am Ende spielte der Kolumbianer jedoch eine herausragende Saison. Auch Tah schlug sofort voll ein. Und Tom Bischof, ablösefrei gekommen, empfahl sich für die Rolle im Mittelfeld der Zukunft.
Sogar Nicolas Jackson, der keine Zukunft in München hat, lieferte seinen Beitrag. Elf Pflichtspieltore stehen für den Chelsea-Leihstürmer am Ende zu Buche, nur Kane, Olise und Díaz trafen häufiger.
Der FC Bayern hat den Thron in Deutschland zurückerobert und steht national wieder ohne Zweifel an der Spitze. Nun geht es darum, die letzten Schwächen auszubessern. Denn nach dieser Saison kann das Ziel nur sein, im kommenden Jahr erneut die Champions League anzugreifen und nicht nur den Titel als Abteilung der Saison zu verteidigen.



