Dayot Upamecano (FC Bayern) freut sich über ein Tor.
Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Dayot Upamecano verlängert langfristig – muss der FC Bayern trotzdem Schlotterbeck holen?

Jonas 13.02.2026



Dayot Upamecano bleibt dem FC Bayern erhalten. Wie der Klub bekannt gab, hat der 27-Jährige ein Arbeitspapier unterschrieben, das bis 2030 gültig ist. Sein Vertrag wäre im kommenden Sommer ausgelaufen.

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Damit haben die sich wie ein Kaugummi ziehenden Vertragsgespräche nun doch überraschend schnell ein Ende gefunden. Berater Moussa Sissoko und der Innenverteidiger sollen den Deal in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder verzögert haben.

Dayot Upamecano: Ein weiteres Wechseltheater beim FC Bayern

Überhaupt schien eigentlich im Frühjahr 2025 bereits alles geklärt. Eine grundsätzliche Einigung mit dem Franzosen für einen neuen Vertrag soll es laut kicker längst gegeben haben, ehe die Verhandlungen ins Stocken gerieten und nach längerem Hin und Her vor der Klub-WM vorerst auf Eis gelegt wurden.

Unter anderem wegen der Konditionen, die Bayern bei den Verlängerungen von Alphonso Davies, Jamal Musiala und in Form von Handgeld bei Jonathan Tah genehmigte. Im September wurden die Verhandlungen dann wieder aufgenommen.

Seitdem sorgten die Gespräche immer wieder für Schlagzeilen, auch wenn sich Upamecano und sein Berater kaum dazu öffentlich äußern wollten. Jedoch verging fast keine Pressekonferenz, in der Christoph Freund und Max Eberl sich nicht dazu erklären mussten. Im Anschluss an die Partie in Hamburg betonte Eberl beispielsweise bei Sky, dass jetzt dann irgendwann mal auch eine Entscheidung her müsse.

Sogar eine Deadline soll der Rekordmeister dem Abwehrchef gesetzt haben. Auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß schaltete sich (mal wieder) in die öffentliche Diskussion ein und attackierte Upamecanos Berater, die alles tun würde, „um ihn aus München wegzulotsen“. Über dieses Verhalten sei der 74-Jährige entsetzt.

Dayot Upamecano: Verlängerung mit einem Schlüsselspieler

Nach all den Mühen ist die Verlängerung des Verteidigers nun aber in trockenen Tüchern. Eine wichtige Errungenschaft der Verantwortlichen des FC Bayern, egal wie man zu den medial gehandelten monetären Zugeständnissen für den Verteidiger steht. Schließlich wäre ein ablösefreier Verlust dem Deutschen Meister ebenfalls teuer zu stehen kommen.

Der Franzose hat sich überdies seit der Ankunft von Vincent Kompany beim FC Bayern enorm weiterentwickelt, seine defensiven Schnitzer weitestgehend abgestellt und sich zu einem der besten Innenverteidiger Europas entwickelt. Upamecano passt wie die Faust aufs Auge zum athletischen und risikofreudigen Fußball, den der Belgier beim FC Bayern spielen lässt.

Mit 27 Jahren befindet er sich außerdem im besten Fußballalter, was die langfristige Verlängerung um vier Jahre unerlässlich macht. Auch wenn der Verbleib bis zum Vertragsende (wie im Fußballgeschäft üblich) durch eine medial gehandelte Ausstiegsklausel im mittleren zweistelligen Millionenbereich, die bereits im kommenden Jahr greifen soll, nicht garantiert ist.

Ausstiegsklausel? Weshalb beim FCB dennoch Optimismus beim angesagt ist

Jedoch gibt es dazu keine offiziellen Informationen, weshalb solche an die Presse durchgesteckten Vertragsdetails stets mit Vorsicht zu genießen sind. Zudem haben solche Ausstiegsklauseln für den FC Bayern in der Vergangenheit oft einen guten Ausgangspunkt für Verhandlungen dargestellt.

Sie sind im heutigen Transfergeschäft mehr als üblich und deshalb nicht ausschließlich negativ zu bewerten. Zusätzlich gibt es meist eine Deadline, die dem Club ein gewisses Maß an Planungssicherheit ermöglicht. Harry Kane soll beispielsweise ebenfalls eine solche Klausel besessen haben (die bereits im vergangenen Monat gezogen hätte werden müssen).

Und der fühlt sich bekanntermaßen mit seiner Familie sehr wohl in München und hat bereits die Tür für eine Verlängerung von dessen Arbeitspapier weit aufgemacht. Auch Upamecano ist sehr glücklich beim FCB, das brachte der 27-Jährige mehrmals selbst zum Ausdruck.

Zumal Upamecano bald in einem Alter ist, in dem Summen von 60 Millionen Euro oder mehr eher selten für Innenverteidiger gezahlt werden.

Trotz Upa-Verlängerung: Braucht es trotzdem noch Nico Schlotterbeck?

Trotzdem bleibt ein Thema weiter offen: Brauchen die Bayern weitere Innenverteidiger? Nico Schlotterbeck war immer wieder ein heißer Kandidat und ist angesichts seiner Situation und als Nationalspieler des DFB sicher weiter unter Beobachtung in München. Häufig hieß es, er wäre eine Alternative zu Upamecano – aber warum nicht beide?

Der Abwehrchef von Borussia Dortmund wird schon länger mit den Bayern in Verbindung gebracht. Der Vertrag des Nationalspielers läuft noch bis Juni 2027, etwaige Vertragsgespräche über eine Verlängerung sind ins Stocken geraten.

Sollte der FC Bayern im kommenden Sommer trotz der Verlängerung mit Upamecano zuschlagen? Angesichts seines besonderen Profils, seines Alters und der Tatsache, dass er sich in Dortmund zuletzt kontinuierlich weiterentwickelt hat, sollten sich die Bayern für den kommenden Transfersommer jedenfalls ernsthaft mit dem 26-Jährigen auseinandersetzen, falls sich die Gelegenheit zu einem Transfer bietet.

Zumal der Dortmunder eine überragende Saison spielt und in vielen Werten nochmal einen Tick stärker unterwegs ist als Upamecano. So ist er beispielsweise torgefährlicher, gewinnt mehr Kopfballduelle, dribbelt etwas erfolgreicher und spielt präzisere lange Bälle. Upamecano hingegen spielt genauere Vertikalpässe und insgesamt kürzere Pässe, was gut ins System von Kompany passt.

Dayot Upamecano und Nico Schlotterbeck im Vergleich

Alle Daten von Wyscout. Betrachtet wurden alle Wettbewerbe in dieser Saison. Die Minuten sind inklusive Nachspielzeiten.

Statistik (pro 90)UpamecanoSchlotterbeck
Minuten2.3882.519
Tore0,040,12
Assists0,040,03
Erfolgreiche Abwehraktionen88
Zweikampfquote71 %72 %
Kopfballduelle gew.56 %60 %
Dribblings (erfolgreich)0,45 (41,6 %)0,57 (62,5 %)
Vertikalpässe (erfolgreich)23,6 (85 %)25 (82 %)
Lange Bälle (erfolgreich)4,3 (49,5 %)10,7 (66,3 %)
Passlänge im Schnitt18,3 m22,1 m
Pässe in Gefahrenzone*0,230,43

*Pässe in Gefahrenzone oder auch Deep Completions: Erfolgreiche Zuspiele in den Raum vor dem gegnerischen Tor mit einem Radius von 20 Metern.

Schlotterbeck ist eine hervorragende Ergänzung zu den spielerischen Fähigkeiten Upamecanos und damit hätte der Rekordmeister dann wohl eines der spielstärksten Innenverteidiger-Duos der Welt im Kader. Beide suchen stets vertikale Lösungen, tragen den Ball mutig nach vorne und zeichnen sich durch ihre Risikobereitschaft aus. Schlotterbeck bringt dabei nochmal andere Elemente ins Spiel als der Franzose. Da die Münchner im Aufbau ohnehin häufig mit einer Dreierkette agieren, würde der Dortmunder auf der linken Seite dieser Kette seine logische Rolle finden.

Wobei auch die Frage relevant wäre, inwiefern sich die beiden dann vor allem im Defensivverhalten doch zu ähnlich sind. Beide haben sich zwar stabilisiert, sind in der Vergangenheit jedoch für den einen oder anderen Fehler gut gewesen. Es scheint als würde Upamecano sehr von Tahs Ruhe profitieren. Würden sich Schlotterbeck und Upamecano hier auch gegenseitig besser machen?

Bei Schlotterbeck-Transfer: Was passiert mit Jonathan Tah und Min-jae Kim?

Tah ist auch das Stichwort: Mit ihm steht noch ein weiterer Innenverteidiger im Kader der Münchner, der als Führungsspieler Ansprüche an einen Stammplatz stellt, doch was spricht gegen eine Koexistenz von drei Innenverteidigern auf Top-Niveau?

Angesichts der hohen Anzahl an Spielen und im Hinblick auf die Zukunft könnte sich die Investition in Schlotterbeck jedenfalls lohnen. Zumal der Dortmunder wegen seiner kurzen Vertragslaufzeit nicht allzu teuer werden sollte.

Ob es dazu kommt steht zwar noch in den Sternen und wäre vor allem an die Zukunft von Min-jae Kim gekoppelt, der seinen Platz in der Innenverteidigung der Bayern räumen müsste. Schlotterbeck könnte dafür aber ein entscheidendes Puzzleteil für die Abwehr sein.

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