Vorschau: FC Augsburg – FC Bayern München

Justin Trenner 19.01.2021

La Décima – unter diesem Motto wurde nicht nur der zehnte Champions-League-Triumph Real Madrids vor einigen Jahren gefeiert, sondern auch das zehnte Jahr in der Bundesliga für den FC Augsburg am Stück. Oft wurden sie vor der Saison als klarer Abstiegskandidat gehandelt, ebenso oft zeigten sie schnell, dass sie besser sind als ihre Konkurrenten und machten den Klassenerhalt frühzeitig perfekt. Selten wurde es für sie so richtig eng.

Dass die zehnte Bundesliga-Spielzeit in Serie also im vergangenen Sommer als großer Erfolg gefeiert wurde, scheint folgerichtig. Im Umfeld des Klubs waren aber nicht alle in Feierlaune. Es gab auch Kritik an der Überschwänglichkeit, mit der die letzten zehn Jahre betrachtet werden. Einerseits also die positive Erkenntnis, dass der Klub sich im Oberhaus etabliert hat, andererseits kritische Stimmen, die mit den geringen Ansprüchen nicht zufrieden sind.

Es dürfte normal sein, dass auch kleinere Vereine sich stets weiterentwickeln wollen. Dass in Augsburg nicht jeder den Partyhut aufsetzt, könnte auch daran liegen, dass man zwischen 2013 und 2015 mit einem fünften und einem achten Platz gesehen hat, dass es zumindest punktuell möglich ist, für eine Überraschung zu sorgen. Seitdem begnügte sich der FCA mit Platzierungen zwischen 12 und 15.

FC Augsburg und die Suche nach Verbesserung

Eine Überraschung scheint derzeit auch gegen die Bayern drin zu sein. Zwar zeigte der Formtrend gegen Freiburg wieder nach oben, doch selbst beim 2:1-Sieg taten sich Schwachpunkte bei den Münchner auf. Augsburg ist auf dem Papier eine Mannschaft, die diese gut bespielen kann.

Ein gepflegtes Kurzpassspiel nach vorn ist nicht so ihr Ding, wie sich beim 0:2 gegen Werder Bremen am Wochenende abermals offenbarte. Gerade in der ersten Halbzeit, wo man mitunter über 60 % Ballbesitz hatte, konnte sich die Mannschaft von Heiko Herrlich keine Chancen herausspielen. Gefährlich wurde es lediglich nach einer Einladung von Marko Friedl.

Augsburg tut sich leichter, wenn der Gegner aktiv ist und mehr Spielanteile hat, oder zumindest haben will – Siege gegen Union und Dortmund am Anfang der Saison unterstreichen diese These. Dabei hatte der Trainer das Ziel ausgegeben, dass sich seine Mannschaft in allen vier Spielphasen verbessern soll – mit dem Ball, ohne Ball und in den Umschaltphasen. Nur Standards und schnelle Konter, so Herrlich, würden nicht reichen.

Nicht besonders, dafür aber gut

Will der FCA sich in der Liga nennenswert verbessern, wird er gerade in den Ballbesitzphasen weitere Fortschritte machen müssen. Über wenige Ansätze im Spiel nach vorn kam man hier nicht hinaus. Der FC Bayern ist jedoch nicht der Gegner, der diese Qualität abverlangen wird. Augsburg kann sich demnach auf seine Fähigkeiten im Umschaltspiel und die schnellen Offensivspieler verlassen.

Herrlich hat ein recht durchschnittliches Mittelfeldpressing etabliert, das in der Ausrichtung je nach Gegner variieren kann, meist aber im 4-4-2 durchgeführt wird. Es geht natürlich darum, die Räume eng zu machen und die andere Mannschaft erstmal kommen zu lassen. Angriffspressing gibt es unter Herrlich nur selten zu beobachten.

Wirklich viele Besonderheiten gibt es im Anlaufverhalten der Augsburger aber nicht. Herrlich scheint auf taktischer Ebene ein Trainer zu sein, der, will man es positiv ausdrücken, sehr pragmatisch handelt. Wer es nicht so mit ihm hält, wird wohl von Langeweile und Einfallslosigkeit sprechen. Die wenigen festen Abläufe im Anlaufverhalten (beispielsweise Außenverteidiger des Gegners unter Druck setzen) hat die Mannschaft aber gut verinnerlicht. Der Trainer fordert von seiner Mannschaft vor allem auf mentaler Ebene viel ein. Seine bisherigen Teams zeichneten sich stets durch eine hohe Laufbereitschaft und viel Aggressivität aus.

Lässt sich Augsburg von den Bayern locken?

Was den Augsburgern auf taktischer Ebene gut gelingt, ist das Halten der vertikalen Kompaktheit. Sie lassen sich kaum locken, achten stets darauf, dass zwischen den eigenen Linien wenig Raum ist. Bayern ist wiederum eine Mannschaft, die sehr gut darin ist, Gegner vertikal auseinanderzuziehen.

Es dürfte somit der Schlüssel in dieser Partie sein, wie gut es einerseits Müller und seine Mitspieler in Offensive und Mittelfeld schaffen, Augsburg dazu zu bringen, den Zwischenlinienraum entscheidend zu öffnen. Andererseits gehört natürlich auch der FCA dazu und somit die Frage danach, wie gut sie eben das verhindern können. Bayern hat gegen Freiburg wieder mehr gegenläufige Bewegungen ins Offensivspiel integriert – also neben dem bekannten Abkippen der Offensivspieler ins Mittelfeld auch Läufe in die Tiefe gesucht. Das wird gegen Augsburg ebenfalls sehr wichtig sein.

Freiburg hat zumindest in einigen Phasen des Spiels (vor allem in der ersten Halbzeit) vorgemacht, wie man die Bayern stressen und zu Fehlern zwingen kann. Den Münchnern fehlt häufig die Geduld in Ballbesitz, um kompakt verteidigende Gegner zu zerspielen. Stattdessen erfolgen zu schnell vertikale Zuspiele, die wiederum wie ein Boomerang zurückkommen können. Gerade in Führung könnte das Team von Flick mehr Ruhe vertragen.

Immerhin: Gegen Freiburg gab es taktische Anpassungen, die sofort gut funktioniert haben. Darunter auch einige Abbrüche im Spiel nach vorn. Es ist also durchaus zu beobachten, dass die Mannschaft nicht stur ihren Stiefel herunterspielt.

Gegen Augsburg gilt es nun, den Weg des Fortschritts weiterzugehen. Oftmals wird dabei die Frage gestellt, wie und ob Flick im Training etwas tun kann, um die Probleme im Spiel zu beheben. Auch bei Patreon erreichte uns eine solche Frage, die wir dort bereits ausführlich beantwortet haben:

Patreon-Ausschnitt: Was kann und muss Flick jetzt tun?

“Diese Frage spielt wunderbar mit [den mentalen] Aspekten des Spiels zusammen, weil du im Training normalerweise dafür zuständig bist, den Spielern Lösungsansätze für verschiedene Situationen im Spiel an die Hand zu geben – und zwar nicht 4, 5 oder 6, sondern maximal 2 oder 3. Es geht darum, die Komplexität aus den Situationen zu nehmen und den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie jeden Moment eines Spiels schon mal erlebt haben. Durch das Zusammenspiel der sogenannten Automatismen entsteht dann im Idealfall ein fluides Ineinandergreifen vieler Einzelaspekte, die den Spielern die Entscheidungen vereinfachen und vor allem auch ermöglichen, dass sie sich schneller entscheiden können.

Die Basis dafür wird oft in einer Sommervorbereitung gelegt. Dort versuchen Trainer in der Regel, möglichst viele dieser Spielsituationen abzudecken und einzustudieren. Während einer Saison werden diese dann nur noch wiederholt und abgerufen. Fehlt aber die Basis einer Sommervorbereitung, wie es bei den Bayern quasi seit der Übernahme von Hansi Flick der Fall ist, ist es auch schwerer, diese Automatismen in den verschiedenen Bereichen regelmäßig abzurufen. Hinzu kommt dann vielleicht noch die mentale Müdigkeit der Spieler und die Veränderung des Kaders – Neuzugänge haben einen noch weiteren Weg, weil sie viel kürzer mit Team und Trainer zusammenarbeiten.

Soweit zur groben Beschreibung des Problems. Wie kann man das nun lösen? Die Trainer*innen, die mit uns im Gespräch waren, waren sich relativ einig, dass eine hundertprozentige Behebung der Probleme nicht möglich ist. Es geht darum, Schadensbegrenzung zu betreiben. Ein wichtiges Mittel ist natürlich die Spielanalyse und die Hoffnung darauf, dass die Spieler die Fehler irgendwann wieder abstellen. Ein anderes Mittel ist es, zumindest die wenigen vollen Trainingseinheiten dazu zu nutzen, Prioritäten zu setzen und die Automatismen zu trainieren, die aus Perspektive des Trainers momentan am schlechtesten funktionieren. Beim FC Bayern könnte Flick beispielsweise die Absicherung bei Ballverlusten trainieren.

Auch hier wieder das Problem: Wirklich viele volle Trainingseinheiten gibt es nicht. Er muss also selbst nach der Priorisierung innerhalb des Teilaspekts nochmal priorisieren und einzelne Aspekte ausklammern. Im genannten Beispiel: Das Gegenpressing nach Ballverlusten praktisch trainieren, aber die Rückwärtsbewegung der Viererkette (bzw. bei einem hohen AV wäre es die Dreierkette) nur theoretisch trainieren.

Es ist zwar eine unbefriedigende Antwort, aber viel mehr kann ein Trainer nicht tun, der quasi zwischen Spielen und Regeneration hin und her pendelt. Ein letzter Ansatz wäre eine taktische Anpassung. Gegen Freiburg und auch in vielen anderen Spielen gab es solche Anpassungen durchaus, wenngleich viele sie kaum wahrgenommen haben. Darunter das konsequentere Absichern mit drei Spielern in der Defensive, ein phasenweise tieferes Pressing (nicht erst gegen Freiburg, sondern schon früher) oder kleinere Formationswechsel (4-2-3-1, 4-1-4-1, 4-1-2-3, Dreierkette gegen Atlético …).

Dass Flick nicht offensichtlicher Dinge verändert (deutlich kompakter und tiefer verteidigen oder auf Angriffspressing komplett verzichten), liegt neben seinen Überzeugungen daran, dass es für größere Anpassungen wiederum eine Basis bräuchte, die er nicht legen kann. Er bleibt lieber bei dem, was die Mannschaft in der Theorie kann, auch wenn sie es in der Praxis nur zu 70 oder 80 % umsetzt, anstatt auf ein System zu wechseln, das das Team in der Theorie nur teilweise kann und dementsprechend in der Praxis vielleicht auch nur teilweise gut umsetzt.

Auch hier aber die Einschränkung: Ein Systemwechsel kann aus dem Nichts heraus erfolgreich sein, weil es Gegner überrascht oder der Trainer ein glückliches Händchen hatte. Dass Flick da aber eher pragmatischer unterwegs ist, ist nachvollziehbar. Er wird darauf hoffen müssen, dass die wenigen vollen Trainingseinheiten reichen, um insbesondere bei den Ersatzspielern und Neuzugängen eine Verbesserung zu erzielen, was die Automatismen und die taktische Basis angeht. Es wird aber eine extrem schwere Aufgabe.

Auf einen letzten Aspekt hat uns Louisa Ramsaier (DFB-Stützpunkttrainerin und neuerdings auch Miasanrot-Autorin) gebracht. Im Zusammenhang mit den [im Patreon-Artikel] oben geschilderten Punkten zur Mentalität und der Psyche der Spieler ist es natürlich die Aufgabe des Trainerteams, die Spieler hier zu stärken und ihnen das Gefühl zu geben, dass diese Phase allenfalls kurzweilig ist. Die Spieler müssen das Vertrauen in das Trainerteam aufrecht erhalten, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Insbesondere bei Ersatzspielern ist das keine einfache Aufgabe, wenn die Leistungen oder Ergebnisse mal ausbleiben. Hier ist Flick vor allem auch als Moderator und Zuhörer gefordert.

Ein wichtiger Teilbereich: Die Kommunikation und das direkte Eingehen auf die Bedürfnisse der Spieler. Was will die Mannschaft? Was wollen einzelne Spieler? René Marić (Co-Trainer bei Gladbach) hat auf Twitter mal Einblicke in seine Arbeitsweise im direkten Spielergespräch gegeben und dabei vor allem die gemeinsame Erarbeitung von Lösungswegen in den Fokus gestellt.

Beispiel: Wenn ein Spieler Probleme damit hat, die richtige Position im Gegenpressing zu finden, dann hilft neben dem Videostudium und dem Ansprechen der Fehler vor allem die empathische Kommunikation. “Was glaubst du, warum du dich da unwohl fühlst?”; “Was könnten wir deiner Meinung nach anders machen, damit du dich in diesen Situationen besser auf dem Platz verhalten könntest?” Auf der Basis der Spielermeinung kann man dann einen Lösungsansatz herausarbeiten. Wer eine Philosophie einfach nur mit einer Schablone auf die Mannschaft drücken möchte, wird kaum Erfolg haben. Flick scheint von außen betrachtet ein gutes Händchen dafür zu haben. Gerade in der aktuellen Phase ist eine solche Vorgehensweise umso wichtiger.”

Dies war ein Ausschnitt aus unserer exklusiven Patreon-Kolumne. Darüber hinaus geht es dort um den Abgang von Stiller, die Gerüchte um Costa und Zirkzee, Zahlen zum Freiburg-Spiel und die mentalen Aspekte des Fußballs. Unterstützt uns gern für einen Betrag eurer Wahl und helft uns dabei, in Quantität und Qualität weiterhin das zu tun, was wir gerne tun: Diesen Blog betreiben.

Wie rotiert Flick?

Gerade was die Personalentscheidungen angeht, war das Händchen von Flick aber nicht immer so glücklich. Tolisso darf seit Wochen immer wieder ran, obwohl seine letzte gute Leistung lange zurückliegt. Lucas Hernández muss nach guten Auftritten immer wieder auf die Bank. Auf der Makroebene dürfte Flick den Kader im Griff haben, sorgt er doch für eine recht ausgewogene Verteilung der Spielzeit – insbesondere im Vergleich zu den Vorjahren.

Allerdings könnte es auf der Mikroebene bald zu Problemen kommen, wenn eine toxische Mischung aus schlechten Ergebnissen/Leistungen und unzufriedenen Einzelspielern entsteht. Noch ist das nicht zwingend absehbar, aber gerade die Personalie Roca gibt weiter zu denken. Selbst wenn der Spanier noch sehr weit von den Vorstellungen des Trainers entfernt ist, so darf die Frage erlaubt sein, was er so viel schlechter machen kann als Tolisso und was der wiederum so viel besser macht.

Die kommenden Spiele sind für das Kadermanagement und die Belastungssteuerung wichtig für Flick. Man darf gespannt sein, welche Mannschaft gegen Augsburg und welche dann gegen Schalke auflaufen darf. Denn eines ist auch klar: Mit zu viel Rotation geht Flick ein hohes Risiko ein. Dass die Bayern gegen Freiburg rund 70 Minuten gut gespielt haben, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es danach im Verbund mit den Wechseln sehr zerfahren und unsicher wurde. Augsburg wird das zur Kenntnis genommen haben.



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  1. Ich finde es super, dass du den Bereich Kadermanagment ansprichst, denn hier ist der Bereich, in dem wirklich bald Stunk aufkommen könnte. Im Vorjahr hat die wiedergewonnene Spielfreude aufgrund der Systemumstellung in Kombination mit dem fokussierten Blick auf das Triple mögliche Unruhe im Keim erstickt. Dazu kamen ein paar Verletzungen, die Flick Problemherde von vornherein ersparten. Thiago fiel einen Großteil der Bundesliga-Restsaison aus und deshalb gab es keine Notwendigkeit am Duo Kimmich/ Goretzka zu rütteln. Als Thiago wieder fit war, verletzte sich Pavard und somit lies sich die Mittelfeldfrage auch relativ elegant lösen, indem Kimmich zum rechten Verteidiger wurde. Hernandez war nach zwei schweren Verletzungen lange Zeit nicht topfit und somit nicht auf dem Level wie seine Konkurrenten. Coutinho fiel ebenfalls mehrere Wochen aus. So gab es eigentlich kaum personelle Diskussionen, und auch die Boulevardmedien konnten nichts lancieren, was sie ja sonst immer gerne tun, wenn ein gestandener Spieler auf der Bank sitzt.
    Das wird sich – falls es keine Verletzungen gibt – bald ändern. Mit Hernandez und Roca hast du zwei Spieler bereits angesprochen, wobei die Personalie Hernandez da schon dringlicher ist, denn er spielt ja wie du sagst passabel bis gut, hat aber derzeit trotzdem keine wirkliche Chance auf einen Stammplatz. Heute sprang die tz schon auf diesen Zug auf.
    https://www.tz.de/sport/fc-bayern/fc-bayern-muenchen-lucas-hernandez-hansi-flick-transfer-aufstellung-90173363.html
    Andere Zeitungen werden folgen und dann hat Flick trotz möglicher Stabilität in der Viererkette ein paar Fragen mehr zu diesem Thema zu beantworten als bisher. Alaba hat sich bisher nur für einen Wechsel entschieden, aber noch nicht wohin. Laut Zahavi kann sich das noch bis in den Mai ziehen. Den Kopf wieder komplett frei haben, wird er also so schnell nicht. Da wird bei jeder schwächeren Leistung von ihm Kritik von außen kommen und möglicherweise sogar von innen, denn sowohl für KHR als auch für Brazzo war Hernandez ein absoluter Wunschspieler und sie haben anders als Flick nicht nur die Ergebnisse in dieser Saison im Blick, sondern auch die Zukunft und wollen deshalb sicher nicht, dass ihr Mann erneut eine komplette Rückrunde mehrheitlich auf der Bank sitzt, während derjenige, der sie gemeinsam mit seinem Berater vorgeführt hat, dauerhaft spielt. Das Thema Hernandez hat für mich deshalb ganz hohe Sprengkraft und könnte sogar zu einem ziemlichen Theater innerhalb der Führungsriege führen. So etwas dürfte dann auch an der Mannschaft nicht spurlos vorübergehen.
    Bei der Besetzung der beiden Flügel könnte es auch zu Diskussionen kommen, wenn Flick hier ähnlich klare Prioritäten setzen sollte wie beim Trio Alaba, Davies und Hernandez. Dann könnte auch hier einer aus dem Trio Coman, Gnabry und Sane Thema von Diskussionen werden und möglicherweise auch selbst für Unruhe sorgen. Ansonsten sehe ich möglicherweise noch bei Süle ein kleineres Konfliktpotential, aber das wird sich nicht so hochschaukeln, da Boateng immer wieder Pausen braucht und von Flick auch bekommt.
    Bisher hat Flick alle Probleme souverän gelöst und aufgrund seiner Art ist ihm das auch dieses Mal wieder zuzutrauen. Der FCB macht es einem Trainer halt auch nicht leicht.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Wie immer wenn das Thema “was machen wie nur wenn wirklich mal alle fit sind” aufkommt, gibt es für mich zwei Dinge zu sagen.
      1. Das alle fit sind ist die Lösung, nicht das Problem
      2. Ich glaube leider nicht, dass diese Situation allzu lange andauert
      Und gerade zu Punkt 2 würde ich mir wünschen, oh ja ich würde es mir wirklich wünschen, ab und zu mal Unrecht zu haben.

      Was mich zu einem anderen bemerkenswerten Punkt bringt, der in der Betrachtung der Saison etwas zu kurz kommt.
      Wann hatten wir zu diesem Zeitpunkt der Saison je so eine entspannte Verletzungslage? Vor Beginn dieser Saison hätte ich mir das bis dahin durchaus deutlich kritischer vorgestellt. Im Grunde hatten wir nie eine Zusammenballung von Verletzungen allgemein, oder auf spezifischen Positionen. Es gab immer diverse Möglichkeiten. Das einzige was uns in der Hinsicht wirklich zu schaffen gemacht hat, war die Kimmich-Verletzung, da ihn eben sowieso niemand ersetzen kann.
      Gerade in der Kategorie der ernsthaften Muskelverletzungen ist fast gar nichts zu verzeichnen. Außer Unglücksrabe Nianzou natürlich. Und das in dieser Saison mit ihren speziellen Anforderungen und mit Spielern, von denen viele wahrlich nicht unzerstörbar sind.
      Es scheint, dass man beim Thema Belastungssteuerung bis hierher sehr viel richtig gemacht hat. Auch wenn es z.B. aus Fansicht etwas nervig ist, wenn ständig Spieler mit diffusen muskulären Beschwerden kurzfristig aus dem Verkehr gezogen werden, zahlt sich dies nun evtl. längerfristig positiv aus.
      Oder wir hatten vielleicht auch nur eine Riesenportion Glück ;-)

      1. Oder es liegt am Fitnesstraining. Höhere Maximalkraft führt zu weniger Verletzungen, da weniger oft die Grenze der Belastungsfähigkeit erreicht wird.

    2. Ist manchmal schon toll hier … entweder es wird lang und breit diskutiert, dass der Kader nicht breit genug mit Topspielern ist. Oder alle machen ein Faß auf, weil nicht alle aus dem Kader gleichzeitig spielen können.

      1. “ALLE machen ein Fass auf”??

      2. Nein, natürlich nicht alle, war nur pointiert formuliert, sorry .. :-)

  2. Es stimmt schon, dass Hansi Flick noch keine Sommervorbereitung machen konnte. Aber wie um Himmels willen konnten wir dann das Triple gewinnen :-)
    Auf die Aufstellung bin ich wirklich gespannt. Tippe mal Hernandez und Roca sitzen auf der Bank.

  3. Alle Spieler sind mehr oder weniger fit und verfügbar.
    Das Team muss natürlich jetzt das machen was sie kann nur muss sie es viel besser machen als in den letzten Wochen.

    Eine wichtige Sache ist mMn das zzt nicht perfekte Passspiel. Viele Bälle werden entweder nicht genau oder scharf genug gespielt. Dazu kommen dann auch noch viele Probleme bei der Annahme. Es sind diese simplen Dinge die verhindern ob man einen Ballverlust hat und sich den Ball mit Aufwand zurückholen oder eine Torchance zulassen muss.

    Das Team gegen Freiburg besteht aus Stammspielern die die Mechanismen und Abläufe aus dem Effeff kennen. Die kann man durch Videoanalysen auffrischen.
    Was die Jungs brauchen sind MMn simple Formen des Balltraining also Rondo, Schussstraining und Standards.
    Nicht überfrachten sondern einfach Spaß mit den Ball.

    Damit bindet man natürlich die neuen Spieler die unsere Abläufe nicht kennen, nicht ein. Aber dafür ist es sowieso zu spät. Spieler wie Roca Sarr CM müssen eben dann in den sauren Apfel beißen und versuchen es hinzubekommen wenn sie mal dran sind.
    MMn werden Roca und Sarr erst nach einer Vorbereitung im Sommer beurteilbar sein. Ninanzou sowieso.

    Die nächsten Monate wird Flick hauptsächlich mit den Spielern bestreiten die schon hier waren(wenn keine gravierenden Verletzungen kommen).
    Also mit
    Pavard Boa Alaba Davies Süle Lucas
    Kimmich Goretzka Tolisso Javi
    Müller Gnabry Coman Lewa
    Sane und Musiala sind so gut das sie natürlich auch eingesetzt werden.
    16 Spieler sollten auch eigentlich ausreichen.

  4. Übrigens- falls ihr es verpasst haben solltet- unser Oberguru Didi hat gerade erklärt das Thiago für Liverpool unbrauchbar ist.
    Vielleicht bekommt Flick ja sein Herzstück die Thiagointelligenz wieder zurück. Ist ja schon 918 mal diskutiert worden wie wichtig er für uns war……..

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. “Ceterum censeo Thiagonem esse repetendum.” 918

      1. Will heißen?

      2. Nicht vergessen der Typ der den Spruch erfunden hat, hat am Ende seinen Willen bekommen ;-)

    2. Kann kein Latein, aber müsste in die Richtung gehen: “ich werde bis zum Erbrechen Thiago nachweinen” :)

      1. “Im übrigen meine ich, dass Thiago zurück geholt werden muss” (ich lege meine Hand nicht für die grammatikalisch Korrektheit ins Feuer.)
        Cato der Ältere soll jede seiner Reden vor dem römischen Senat mit den Worten beschlossen haben: “Ceterum censeo Cartaghinem esse delendam.” Im übrigen meine ich, dass Karthago zerstört werden muss. Geflügelte Worte, wenn jemand immer wieder eine Forderung stellt.
        Wäre doch ein schönes Ende für 918s Kommentare.

      2. @Jo, damit könnte ich leben.

  5. Hach Leute, wir spielen ja bekanntlich eine Grottensaison, sind aber morgen womöglich 10 Punkte vor den Bienen. Sachen gibt’s?!

  6. Wenn ich höre das Musiala jetzt auch hoch pockert, verstehe ich unser Management nicht mehr… Wir haben Arp mit einem Vertrag über 5 Millionen gegeben und bei einem Talent im eigenen Kader wird wieder geknausert… Da hoffe ich mal auf die Talente in der nächsten Transferphase. Vielleicht finden wir ja nen begabten Neuseeländer.

  7. Ich habe keine Ahnung welchen Vertrag Arp hat, aber wenn ich lese, dass ein 17-Jähriger für seinen ersten Profivertrag 5,8 Mio./Jahr fordern soll, wird mir schlecht. Nehmen wir mal an ein Mensch fängt nach Schule und Studium mit 25 an zu arbeiten und macht dies bis er 75 ist. Der Einfachheit halber verdient er konstant 100.000 im Jahr. Wenn das mit Mathe noch funktioniert hat er dann stolze 5 Millionen erarbeitet – und dafür ein Leben lang geschuftet. Klar zahlen wir das dem Nachwuchs im ersten Profi-Jahr, müssen ja irgendwie leben die Jungs.

    Antwortsymbol8 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Und dann jammern einige wieder los, wenn unserem Management die Millionen nicht ganz so locker sitzen.
      Das wir gerade eine Pandemie haben und unser Festgeldkonto, lt. Rummenigge, bös gelitten hat, wird geflissentlich ignoriert.

    2. Du hast schon recht, immer wenn man sich mal die Summen vergegenwärtigt, die unsere Jungs (und viele andere) so bekommen, wird einem schwindlig. Das Dumme dabei ist nur, dass im Profifußball insgesamt derzeit (Stand vor Corona) so viel Geld im System ist, dass wir den Anspruch, jederzeit um den CL-Titel mitspielen zu können, nur dann beibehalten können, wenn der FC Bayern ein konkurrenzfähiges Gehaltsniveau anbietet.
      Und erfreulicherweise setzt das Management hier seit langem auf gesunde Finanzen und verzichtet auf die anderswo (dank Scheich-Milliarden oder großzügiger Steuergestaltung wie in Spanien) möglichen Exzesse.

      Speziell Musiala ist nun einfach ein Toptalent, wie ich es lang nicht mehr gesehen habe. Der mit 17 schon so weit ist, dass er beim amtierenden CL-Sieger nochmal das i-Tüpfelchen sein kann – sicher noch nicht stabil (aber wer ist das schon), aber mit dem Potenzial, eine tragende Figur der Zukunft zu werden. Den kannst Du nicht gehen lassen, solange seine Forderungen im Rahmen sind.
      Und im Vergleich zu den 20 Mio, die Alaba wollte, sind sie das halt.
      Auch wenn unsereinem dabei kurz die Spucke wegbleibt …

      1. @GS:
        Du hast Recht, es ist ein schmaler Grat.
        Hauptproblem ist, dass du damit eine Messlatte setzt, für alle zukünftigen Verhandlungen mit Nachwuchsspielern.

    3. @ Katsche: Das sind halt die “Gepflogenheiten der Branche”.
      Und es wird noch absurder:

      Problem: Mit dem FC Liverpool sowie den Manchester-Klubs City und United verfolgen drei finanzstarke englische Schwergewichte die Situation genau.

      Die gesamte Fußballbranche ist eine Blase, eine Parallelwelt. Man könnte darüber Bücher schreiben und Filme drehen. Und man muss es sicher nicht gut finden. Aber das Rad dreht sich weiter, weiter, immer weiter…

      Insofern konzentriere ich für meinen Teil mich auf das Sportliche. Sonst machts wirklich keinen Spaß mehr.

      1. Ehrlich gesagt kann ich seine Forderungen nachvollziehen. Es gibt zum einen eben den Präzedenzfall Arp, der 5 Mio kassiert, aber noch nicht über die 2. Mannschaft hinausgekommen ist. Musiala ist da deutlich weiter und jetzt schon zumindest ein Rotationsspieler bei den Profis. Und zum anderen würden ihm das die genannten Klubs auf der Insel ohne weiteres zahlen. Die sind bekannt finanzstark und speziell nach dem Brexit erpicht darauf, englische Talente zu binden bzw. zurückzuholen. Hudson-Odoi, den ich ebenfalls schwächer sehe, konnte bei seiner Chelsea-Verlängerung sogar noch ein knapp höheres Gehalt rausschlagen. An sowas orientiert man sich dann halt, nicht an der Normalität.

    4. ich würde auch mit solchen Vergleichen aufhören, weil es einfach nicht vergleichbar ist. Da könnte man noch ganz andere Sachen anführen wie z.B. jemand der einen kleinen weißen Ball in ein rundes Loch bugsiert oder jemand der für 75 Mio Dollar einen paar minütigen MMA Kampf absolviert…

      Es ist einfach eine parallel-Realität die mit Otto-Normalverbrauchern nichts zu tun hat. Love it or leave it. Und wenn ich Musiala mit Arp vergleiche müsste er eigentlich das 3fache bekommen. Hudson-Odoi ist nicht viel älter, wieviel bekommt der / hätte er bei uns bekommen? So Fragen stellen sich im Grunde nur im Vergleich mit dem Markt. Ach ja: Musiala unbedingt halten. Bei Alaba fällt demnächst ein Haufen Gehalt weg.

      A propos: warum ist der auf einmal mit “nur” 11 Mio bei Real zufrieden. Sowas…!?

      1. Netto. Netto netto netto.

    5. Theoretisch wäre der Arp-Vertrag unser Sündenfall und gemessen an dessen kolportiertem Gehalt, wäre die Musiala-Forderung ja geradezu ein Schnäppchen.
      Dazu müsste man allerdings die immer wieder angeführten 5 Mio € für glaubwürdig halten. Ich habe da meine großen Zweifel.
      Im Klartext müssten unsere Verantwortlichen ja völlig bekloppt gewesen sein, Arp diese Summe anzubieten. Aber diese Zahl stand nun einmal im Raum, wird jedesmal zitiert und gewinnt im Zeitablauf eine gewisse Selbstverständlichkeit.

      Jetzt bieten gerade bei den Zahlungen an Spieler, mit ihren vielen möglichen Variablen wie Fixum, Boni, Prämien, Signing Fee, Provisionen und was weiß ich noch, wunderbar an damit so lange herum zu spielen, bis man die gewünschten Ergebnisse hat. Und die gewünschten Ergebnisse sind aus medialer Sicht fast immer die Maximalzahlen.
      Es mag also sein, dass im Falle Arp, wenn ich alle Zahlungen auf ein Vertragsjahr umlege, er Weltfußballer wird und im im Alleingang das Triple gewinnt, 5 Mio € fließen könnten.
      Dass diese Summe allerdings sein jährliches Fixum sein sollte, würde ich erst glauben wollen. wenn mir jemand den Vertrag vorlegt.

      Und mit oder ohne den Referenzrahmen Arp, würde ich das im Falle Musiala auch erst einmal so sehen. Und auch in diesem Fall könnte man sich zuerst einmal fragen, woher diese “verbürgten” Zahlen denn wieder stammen sollen. Die Spielerseite hat im Regelfall nie ein Interesse Gehaltszahlungen zu leaken.
      Der Verein?
      Nun muss man leider sagen, dass in den Fällen Neuer und Alaba wohl bewusst Informationen durchgesteckt wurden, um die Position der Spieler zu beschädigen und die eigene zu stärken.

      Aber im Falle Musiala? Sind wir schon soweit? Bisher behandeln wir den doch noch als unseren guten Jungen. Würde man jetzt schon, da die Verhandlungen kaum begonnen haben, mit Kanonen auf 17-jährige schießen? Fällt mir zumindest erst mal schwer zu glauben.
      Bis auf weiteres ist das für mich aktuell nicht viel mehr als heiße Luft.

  8. Roca übrigens nicht im Kader!!
    Dafür Tolisso und Javi…

    Ist Roca verletzt, angeschlagen oder mal wieder nicht “gut” genug?? :(

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Die nächsten Monate wird Flick hauptsächlich mit den Spielern bestreiten die schon hier waren(wenn keine gravierenden Verletzungen kommen).
      Also mit
      Pavard Boa Alaba Davies Süle Lucas
      Kimmich Goretzka Tolisso Javi
      Müller Gnabry Coman Lewa
      Sane und Musiala sind so gut das sie natürlich auch eingesetzt werden.
      16 Spieler sollten auch eigentlich ausreichen.

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