Serie vorbei: Bayern Frauen verlieren in Wolfsburg

Justin Trenner 06.04.2021

Hätte den Bayern Frauen vor der Saison jemand gesagt, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt in der Bundesliga mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz 1 und in der Champions League im Halbfinale stehen, sie hätten es ohne Zögern unterschrieben. Egal, ob man Trainer Jens Scheuer oder die sportliche Leiterin Bianca Rech fragt, sie alle sind fast schon ein bisschen überrascht davon, wie schnell sich die Mannschaft weiterentwickelt hat.

Der Großangriff auf die Wolfsburgerinnen ist keiner, der als schneller Überfall geplant war. Die sportliche Leitung hat vor einiger Zeit einen Mehrjahresplan aufgestellt, der den Rahmen vorgeben soll für die ambitionierte Aufgabe, die Nummer 1 in Deutschland zu werden. Und doch schien es in dieser Saison bereits soweit zu sein, dass die Bayern den VfL bereits ablösen können – zumindest temporär.

Der Vorsprung von fünf Punkten besteht auch deshalb, weil sich die Mannschaft endlich auf einem gewissen Grundniveau stabilisiert hat, das es ihr erlaubt, im nationalen Alltag konstant Siege einzufahren. In den letzten Jahren scheiterten die Bayern häufig daran, dass sie vermeintlich einfache Siege noch hergeschenkt haben. Diesmal sammeln sie kontinuierlich Siege ein.

Machtwechsel?

Dementsprechend war und ist der Hype um diese Bayern-Mannschaft zurecht groß. Die beeindruckende Siegesserie von 26 Pflichtspielen, die noch beeindruckendere Konstanz und der bisher stabile Umgang mit Rückschlägen wie Verletzungen sorgten dafür, dass viele Beobachter:innen sich fragten, ob diese Mannschaft überhaupt irgendjemand aus der Bundesliga schlagen kann. Verstärkt wurde das Gefühl der Unschlagbarkeit durch einen deutlichen 4:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg im Hinspiel der Bundesliga.

Die Wolfsburgerinnen, so machte es den Anschein, sind in dieser Saison nicht mehr die Übermannschaft, die sie in den letzten Jahren zweifellos waren. Neben dieser deutlichen Niederlage beim FC Bayern patzte man auch einmal sehr untypisch in Freiburg (1:1). Außerdem war im Viertelfinale der Champions League gegen ein starkes Chelsea relativ deutlich Schluss (1:2 und 0:3).

All das verstärkte die Euphorie rund um den FC Bayern. Dabei wurde mitunter auch vergessen, wie das Hinspiel eigentlich verlief. Auch wenn das 4:1 ein Achtungserfolg war, so zeigten sich damals zugleich einige Probleme. In unserem Spielbericht schrieben wir:

In den letzten Wochen wussten die Bayern häufiger mit temporeichen und variablen Spielzügen zu überzeugen. Gegen Wolfsburg gelang es ihnen trotz des Ergebnisses zu selten, das auf das höhere Niveau zu transferieren. In der ersten Halbzeit blieb das Herzstück der Mannschaft, das zentrale Mittelfeld, nahezu komplett aus dem Spiel. Von Magull, Lohmann und Zadrazil war nicht viel zu sehen. In der zweiten Halbzeit riss vor allem Magull die Partie stärker an sich und konnte so Einfluss nehmen. Insgesamt bleib das Spiel nach vorn aber zu unstrukturiert und zu abhängig von Einzelaktionen. An diesem Abend mag das durch eine hohe Effizienz und etwas Glück funktioniert haben, für die Zukunft bleibt die Frage offen, ob diese Spielweise nachhaltig erfolgreich sein kann.Spielbericht FC Bayern Frauen 4:1 VfL Wolfsburg, vom 15.11.2020

Wolfsburg dominiert Bayern in allen Belangen

Bayern war damals unfassbar effizient, hatte zudem etwas Glück, dass bei den Wolfsbrugerinnen mehrere Schlüsselspielerinnen ausfielen – beispielsweise Alexandra Popp und Ewa Pajor. Das Ergebnis war letztendlich aber höher, als es das Spiel hergab. Es war im Gegenteil noch, wenn man es ganz nüchtern analysiert, ein Fingerzeig darauf, dass die Mannschaft nach wie vor einen weiten Weg bis an die Spitze hat.

Das klingt hart bei einer derart starken Serie, wie sie die Bayern zuletzt hatten. Aber das Halbfinale im Pokal bestätigte den Eindruck. Diesmal waren die Münchnerinnen nahezu chancenlos. Bis auf eine kurze Phase vor der Halbzeitpause bekamen sie keinerlei Kontrolle ins Spiel – und da auch nur, weil Wolfsburg sich zurück zog. Sie konnten dem Druck der Wolfsburgerinnen nichts entgegen setzen und verloren sich in hektischen langen Bällen sowie viel zu risikoreichen Pässen in die Füße der Gegnerinnen.

Wolfsburg dominierte in allen Belangen: Physisch, technisch, aber vor allem gruppentaktisch. Das 2:0, es hätte noch höher ausfallen können, vielleicht müssen. Es ist nicht nur die erste Niederlage der Saison, es ist auch eine gegen eine Mannschaft, der an diesem Tag der unbedingte Wille anzusehen war, die vielleicht letzte Titelchance zu nutzen. Die Schlussfolgerung, dass dies nur ein Ausrutscher der Bayern war, liegt deshalb nahe.

Zu wenig Struktur im Mittelfeld

Das aber gilt es in den kommenden Wochen erstmal zu beweisen. Fakt ist, dass sich die Münchnerinnen unter Scheuer auf einem sehr guten Niveau stabilisiert haben. Der bisherige Saisonverlauf sowie die Ausgangssituation für den Endspurt um die Deutsche Meisterschaft sprechen ebenso für sich wie der erst zweite Einzug in ein Champions-League-Halbfinale, auch wenn das Losglück eine wichtige Rolle spielte.

Auf der anderen Seite ist es aber nicht das erste Mal, dass sich die Mannschaft unter Scheuer gegen ein Top-Team mut-, ideen- und fast schon antriebslos präsentiert. Und das ist der zentrale Punkt: Verlieren gegen Wolfsburg ist immer möglich. Besonders, wenn sie so stark aufspielen wie am vergangenen Sonntag. Die Art und Weise aber entspricht nicht den Ambitionen, die der Klub hat.

In der vergangenen Saison zeigten sich die Bayern gegen die Übermannschaft aus Lyon zwar engagiert, aber fast schon verängstigt. Im Hinspiel der aktuellen Spielzeit war es über viele Spielphasen ebenfalls sehr ideenlos. Dabei hat Scheuer gerade im Mittelfeldzentrum Spielerinnen auf sehr hohem Niveau zur Verfügung, die in der Lage sind, die Kontrolle zu übernehmen. Was dem Team aber fehlt, ist eine Grundstruktur.

Lina Magull beispielsweise hat am Sonntag viel probiert, war ständig unterwegs, um irgendwelche Lücken im Mittelfeld zu füllen – aber nach einer klaren Idee sah es nicht aus. Eher bewegten sich die Spielerinnen im Zentrum eher willkürlich, ließen sich von Wolfsburg immer wieder in Räume ziehen, in denen sie nicht helfen konnten. So verwaiste das Mittelfeldzentrum teilweise komplett. Und das ist eben kein komplett neuartiges Problem. Den Bayern fällt auch im Alltag noch zu oft der Übergang zwischen den Dritteln schwer. Es ist also nicht so, dass diese Beobachtungen allein auf einem Spiel beruhen, wo die Form durchaus mal schwanken kann und darf.

Wo befindet sich das Team wirklich?

Dass die Bayern Fehler machen, wenn sie von ihren Gegnerinnen unter Druck gesetzt werden, zeigten sie auch schon in einigen wenigen Phasen der laufenden Bundesliga-Saison auf niedrigerem Niveau. Dann fehlen oft die Anspielstationen in den Sechser- und Achterräumen. Eine klare Staffelung gibt es im Mittelfeld ebenso wenig wie klar wiedererkennbare Abläufe. Vieles wirkt intuitiv und individuell. Bestraft wurden diese Fehler aber selten bis gar nicht, weil das Niveau in der Liga einfach zu gering ist. Die Bayern sind dem längst entwachsen. Aber sobald eine Mannschaft gegenübersteht, die individuell genauso gut oder gar besser aufgestellt ist als sie, wird es kompliziert. Und das ist natürlich auch nachvollziehbar. Die Bayern sind immer noch am Anfang einer Entwicklung. Trotzdem: Die Niederlage am Wochenende war und ist ein klarer Rückschritt, der so benannt werden muss.

Für die Bayern Frauen wird es wichtig sein, dass auch die Konkurrenz hinter ihnen stärker wird, damit sie ihre Schwächen häufiger aufgezeigt bekommen. Denn es ist unfassbar schwer, sportliche Kritik an sich zuzulassen, wenn im Alltag nahezu jede gegnerische Mannschaft überrollt wird. In den kommenden Jahren soll vieles passieren, um den Niveauunterschied in der Liga anzupassen. Sowohl auf Vereinsebene (Frankfurt, Dortmund, Potsdam und Hertha usw.) als auch auf Verbandsebene soll einiges in Bewegung gesetzt werden. Von einer Umstrukturierung unter dem Dach der DFL oder einer ganz neuen, eigenen Struktur ist bisweilen immer wieder mal die Rede.

Die Frage nach dem Wochenende lautet für die Bayern: Wo befinden sie sich wirklich? Nur mit einer kritischen Herangehensweise wird es gelingen, auch den letzten Schritt nach oben zu machen.

Schweres Schlussprogramm

Das Pokalaus in Wolfsburg darf keinesfalls als Ausrutscher abgetan werden. Zu eklatant war der Unterschied, zu chancen- und ideenlos waren die Bayern nahezu in Bestbesetzung – der Ausfall von Sydney Lohmann wog natürlich schwer und auch von der Bank fehlten diesmal Impulse, aber hauptverantwortlich waren andere Faktoren. Einen schlechten Tag haben auch die Besten mal, aber wenn das Team sich so gar nicht gegen den Spielverlauf stemmen kann, läuft etwas falsch.

Scheuer und der gesamte FC Bayern haben in den kommenden Wochen noch einige Gelegenheiten, zu beweisen, dass sie wirklich schon weiter sind als in den Vorjahren. Eine ganz große bietet sich ihnen im Halbfinale der Champions League. Chelsea verfügt über eine enorme individuelle Klasse, ist aber gruppentaktisch nicht unverwundbar. An einem guten Tag sind die Bayern nicht ohne Chance. Favorisiert sind dennoch die Engländerinnen.

Mit zwei engagierten, mutigen und reiferen Auftritten als zuletzt gegen Wolfsburg ließe sich das Ausscheiden im Pokal unabhängig vom Endergebnis reparieren. Viel wichtiger aber ist das Abschneiden in der Meisterschaft. Schon nach der Länderspielpause geht es daheim gegen Hoffenheim, danach nach Potsdam. Es folgen der Showdown in Wolfsburg sowie ein weiteres Auswärtsspiel in Leverkusen, bevor die Saison daheim gegen Frankfurt beendet wird. Ein Spielplan, der es in sich hat. Alle kommenden Gegnerinnen sind in der Lage, die Bayern für eine solche Leistung wie am Wochenende zu bestrafen.

Jetzt zählt es!

Es wird sich jetzt auch zeigen, wie stabil die Bayern mental sind. Nicht unbedingt das 0:2 an sich ist es, das die Spielerinnen zum Nachdenken bringen könnte. Viel mehr ist es die Chancenlosigkeit, mit der man sich präsentierte. Kommen jetzt Selbstzweifel auf? Oder marschieren die Bayern gegen Hoffenheim und Potsdam souverän weiter?

Für die Bayern dürfte es hilfreich sein, dass jetzt erstmal die Länderspielpause ansteht. Danach wird es spannend. Bei aller Kritik am Auftreten der Münchnerinnen in Wolfsburg darf natürlich nicht vergessen werden, woher der Klub kommt. Bei der mittel- bis langfristigen Planung ging in München jedenfalls keine:r davon aus, dass das Team jetzt so gut da steht.

Und trotzdem sind vor allem erste Saisonniederlagen ein guter Grund, Dinge zu hinterfragen. Immer fair und sachlich sowie im angemessenen Ton, aber sich jetzt im Erfolg der 26 vorangegangenen Spiele zu sonnen, wäre gefährlich. Jetzt zählt es. Jetzt müssen die Bayern Frauen beweisen, dass sie tatsächlich eine Entwicklung durchgemacht haben. In dieser Saison ist noch viel zu erreichen. Aber auch noch viel zu verlieren.



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Munich Legend
  1. Ein angemessener Kommentar. Bis auf eine scheinbare Überlegenheit in den ersten Minuten war Wolfsburg klar dominant und hätte schon vor dem frühen 1:0 in Führung gehen können, vielleicht müssen.

    Bei Wolfsburg lässt sich auch eine Trotzreaktion denken nach dem klaren Aus in der CL, nachdem sie im Hinspiel Chelsea über weite Strecken noch beherrscht hatten. Jedenfalls konnten die Bayern ihnen am Sonntag erstaunlich wenig entgegensetzen. Dennoch ist das Team auf einem guten Weg.

  2. Vielen Dank für die ausführliche und treffende Analyse!

    Während Wörle auch deshalb gehen musste, weil er sich öffentlich immer sehr defensiv geäußert und Wolfsburg immer zur klaren Nummer 1 erklärt hat, kam mir die ein oder andere Aussage von Scheuer und Rech in den letzten Wochen schon einen Tick zu gefällig daher. Klar, das Team spielt bisher eine Tolle Runde und ein Halbfinale gegen Wolfsburg zu verlieren ist auch keine Schande. V.a. die deutliche Überlegenheit Wolfsburgs und die komplette Chancenlosigkeit unseres Teams sollten jetzt aber nochmal die Sinne schärfen. Die 26 Pflichtspielsiege sind eine tolle Serie, aber mehr auch Pflicht als Kür, wenn der Anspruch ist, um die Meisterschaft mitzuspielen und das CL-Halbfinale zu erreichen. Und trotz der verlustpunktfreien Serie hat man in der Bundesliga auch hier noch nichts erreicht und darf sich auf dem Weg zur Meisterschaft keine größeren Ausrutscher mehr erlauben.
    Ich hoffe das Team kann in der Bundesliga die Serie fortsetzen und sich im CL-Halbfinale gegen Chelsea wieder in Bestform präsentieren. Die Entwicklung ist natürlich trotzdem insgesamt positiv. Auf den Weg zur internationalen Elite muss das Team aber noch Beweisen, auch in direkten Duellen gegen Topteams konstant mithalten zu können. Im letzten Spiel war dies eindeutig nicht der Fall.

  3. Ich muss das jetzt hier loswerden. Ich denke wirklich, dass Ihr mit diesem Blog echt gute Arbeit leistet und ich bin wirklich der Letzte, der gegen angebrachte Kritik ist. Aber dieser Text wird der bisherigen Saisonleistung nicht annähernd gerecht und ist fast schon eine Frechheit. Das ist mir schon damals nach dem Sieg gegen Wolfsburg in der Hinrunde und eurem Bericht dazu sauer aufgestoßen, wo ich mich wirklich gefragt hatte, ob Ihr ein anderes Spiel gesehen habt. Ich empfehle euch dazu vielleicht das Spiel nochmals auf Youtube komplett anzuschauen, denn da haben die Bayernfrauen auch in dieser Höhe völlig verdient gewonnen und Wolfsburg konnte besonders in der zweiten Halbzeit von Glück sprechen, dass Bayern da nicht 5, 6 oder 7 Tore erzielt hat. Ab dem 1:0 war Bayern die klar überlegene Mannschaft und wenn Ihr darauf aufmerksam macht, dass Wolfsburg in diesem Spiel damals Spielerinnen wie Popp oder Pajor gefehlt haben, dann bitte aber auch, dass Bayern jetzt im Pokalspiel auch Spielerinne wie Lohmann, Gwinn, Damnjanovic, Rudelic und Demann gefehlt haben und sie zudem 29
    Stunden weniger Regenerationszeit nach der Champions League hatten als Wolfsburg. Dazu mussten Dallmann und Bühl spielen, obwohl sie nicht hundertprozentig fit waren, was ja dann auch zu Dallmanns früher Auswechslung geführt hat. Und ich finde, dass man in dieser Spielzeit absolut eine große Weiterentwicklung, auch im spielerischen Bereich beobachten kann und die Mannschaft in vielen Spielen auf unterschiedliche Szenarien eine Antwort hat und sehr variabel spielen kann. Außerdem finde ich es ziemlich ungerecht, die bisherige Leistung abzuwerten, indem man sagt die Gegner waren bislang zu schwach. In der ersten CL-Runde war Ajax eines der stärksten Teams, die man hätte bekommen können, Teams wie Hoffenheim und Leverkusen waren meiner Meinung nach noch nie so stark wie in dieser Saison und auch Rosengard war absolut kein Freilos und ein Team mit vielen schwedischen und dänischen Nationalspielerinnen. Und dass Ihr die Leistung gegen Lyon zu Beginn der Saison als ängstlich abstempelt geht auch nicht in Ordnung. Bayern hat da mit mehreren Neuzugängen (Thema Eingespieltheit) gegen das vermutlich beste Team der Welt gespielt, hat im gesamten Spiel vielleicht 3 gefährliche Chancen zugelassen und war kurz davor den Ausgleich zu erzielen. Erwartet Ihr da im Ernst, dass Bayern in so einem Spiel 60-70 % Ballbesitz hat und das Spiel bestimmt? Diese Niederlage im Pokal gegen ein Team, dass an einem guten Tag immernoch weltklasse ist, jetzt so an die große Glocke zu hängen und daraus ein scheinbar generelles Problem zu machen finde ich absolut nicht in Ordnung. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Mannschaft gestärkt zurückkommen wird, sich davon null verunsichern lassen wird und dann schon gegen Hoffenheim und Potsdam den Grundstein für die Meisterschaft legen wird um dann in Wolfsburg den Sack zu zumachen.

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Ich habe das BL-Hinspiel gegen Wolfsburg damals live gesehen, und habe es etwas anders in Erinnerung (wobei mich die Erinnerung freilich täuschen kann). Wolfsburg kam etwas besser ins Spiel, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Bayern hat mit der ersten guten Chance des Spiels das 1:0 gemacht. Dann ist erstmal nicht viel passiert, bis Bayern kurz vor der Pause durch eine Standardsituation(?) das 2:0 erzielt hat. Die Führung ging in Ordnung, war aber eher “ein Tor zu hoch” (ich weiß, der Phrasenmäher läßt grüßen).

      In der zweiten Halbzeit hat man dann mit dem sehr schönen Angriff zum 3:0 Wolfsburg ganz zu Beginn den Wind aus den Segeln genommen. Danach hatte man nie das Gefühl, daß Wolfsburg noch zurückkommt, allerdings kann ich mich auch nicht daran erinnern, daß Wolfsburg Glück gebraucht hätte, damit sie nicht gleich 6 oder 7 Stück kassieren. Das Spiel wurde von den Bayern-Frauen eher verwaltet, als daß sie noch agressiv auf weitere Tore gespielt hätten.

      Wie gesagt, alles aus der Erinnerung (und ich kann euch sagen, im Alter wird die Erinnerung… – was wollte ich noch sagen? Egal, hab’s vergessen…). Den Miasanrot-Bericht fand ich ziemlich treffend, glaube ich.

  4. Das Spiel gegen Lyon mal außen vor (das du hier schon arg schön redest). Dieser Auftritt ist nur der Ausgangspunkt von dem sich die Frauen weiterentwickeln wollten und es in den großen Spielen nicht getan haben. Das Hinspiel habe ich damals 3-mal komplett gesehen und durchanalysiert, dieses Spiel im Pokal ebenfalls. Wer die höchsten Ansprüche an sich selbst stellt, muss mit Kritik leben können (und die Bayern Frauen können damit auch leben, wie ich weiß).

    Du kannst natürlich gern eine andere Meinung haben. Ich halte das für starke Unterschätzung, wenn du behauptest, es sei gegen ein starkes Wolfsburg einfach nicht mehr drin. Für Lyon mag das vor einem Jahr noch zugetroffen haben. In dieser Saison ist ein solch desolater Auftritt nun mal eine Enttäuschung und ein Rückschlag. Du kannst gegen Wolfsburg immer verlieren und gute Gründe dafür finden, aber eben nicht so, mit dieser Ideenlosigkeit. Und die hat sich nun mal trotz der vielen Siege abgezeichnet zuletzt.

    Was die Ausfälle betrifft, hat den Bayern nur Lohmann in der Konsequenz gefehlt wie Popp und Pajor im Hinspiel fehlten. Die anderen Spielerinnen hat Bayern über die gesamte Saison bereits ersetzen können. Zählt für mich daher nicht so sehr wie die Situation der Wolfsburgerinnen im Hinspiel.

    Wenn wir Kritik auf hohem Niveau nicht mehr anbringen dürfen und einfach alles mit „wird schon“ abnicken sollen, können wir den Laden auch dicht machen und dann bewerten wir in Zukunft nur noch die Ergebnisse. Ich jedenfalls weiß, was die Mannschaft kann und am Wochenende war sie weit davon entfernt, das nur auf einen schlechten Tag schieben zu können.

    Antwortsymbol3 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Und btw: „Eine Frechheit“ ist es, wie du uns hier indirekt unterstellst, wir würden Spiele anscheinend nicht richtig verfolgen, sondern einfach drauf los schreiben. Hinter jedem dieser Artikel stecken mehrstündige Arbeit. Du musst sicher nicht alles abnicken und gut finden, aber das geht zu weit.

    2. Ich verfolge die Spiele der Bayern Frauen auch schon lange und bin grundsätzlich auch komplett bei Dir, trotzdem ein paar Anmerkungen:

      – Die Bayern Frauen wirken seit ein paar Spielen “überspielt”, geistig nicht frisch. Schon das Pokalspiel gegen Hoffenheim war extrem knapp und hätte anders ausgehen können. Wolfsburg war da nur die Konsequenz.

      – Klara Bühl kam direkt aus einer Verletzung, Magull hatte vor kurzem eine Verletzung, Lohmann fällt ganz aus und Zadrazil hatte in den letzten Spielen auch heftig einstecken müssen, eine Pause hätte ihr in den Spielen zuvor gut getan (ging aber nicht, weil die mal mit Ausnahme des Rückspiels in der CL alle verdammt knapp waren).

      – Was Du in deinem Artikel zur Staffelung besonders im Mittelfeld schreibst, unterschreibe ich zu 100 %. Zadrazil und Magull versuchten die Löcher zu stopfen, aber das sah öfter nach Verzweiflung der Spielerinnen als nach irgendeinem wie auch immer geplanten System aus.

      – Scheuers Plan mit Ilestedt anstelle von Simon für mehr Stabilität zu sorgen (wenn es denn ein Plan war), ging irgendwie daneben, beide Tore fielen über Ilestedts Seite. Wobei die eigentlich nix für die Tore konnte, trotzdem konnte Huth bei beiden Toren quasi ohne Gegenwehr nach innen flanken während die nominelle Gegenspielerin von ihr weiter vorne unterwegs war. Beim ersten Tor verliert Magull dann Popp aus den Augen, beim zweiten Tor Carina den Zweikampf gegen Pajor.

      – Wie Du frage ich mich seit längerem, was denn die “übergreifende Spielidee” der Bayern sein soll. Klar, solange Lohmann fit war, rettete diese vieles, aber mal ernsthaft, Dallmann ist ja nun auch keine Anfängerin und ein Mittelfeld mit Dallmann, Magull und Zazdrazil ist eigentlich absolute Sonderklasse, auch wenn Lohmann anstelle von Dallmann nochmal das Ganze steigert. Aber ich sehe keinen wirklichen Plan, was will der Trainer? Wollte er gegen Wolfsburg defensiv sicher stehen und das Spiel kontrollieren? Warum dann die ballsichere Simon mit all ihrer Erfahrung draußen lassen? Ich hatte von Anfang an das Gefühl, Wolfsburg ist da raus gegangen, um mal deutlich zu machen, wer immer noch die Nummer eins in Deutschland ist und der FCB ging mit dem Motto raus, “erstmal gucken und dann mal sehen” … anstatt “die hauen wir mal so richtig weg und entscheiden die Meisterschaft gleich mit”. Wie Du richtig schreibst, es wirkte wie schon gegen Lyon fast ängstlich, ich würde eher sagen “übervorsichtig” oder “zuviel Respekt”.

      – Das nächste BL Spiel wird zeigen, ob nun die ganze Saison kippt. Hoffenheim hatte die Bayern schon im Pokal am Rand der Niederlage. Verlieren sie das, dann wird aus dem leisen “Triple-Traum” ein Totalschaden fürchte ich. Gewinnen sie das, am Besten hoch und mit einem guten Spiel, dann könnte es die Meisterschaft werden.

      1. Ach ja, Asche auf mein graues Haupt, von wegen Ilestedt war bei den Toren weiter vorne. Ich hab mir die Tore eben nochmal angesehen, weil irgendwas schien mir plötzlich “komisch”. Beim ersten Tor zieht Ilestedt nach innen, während Huth rechts außen völlig alleine ist. Beim zweiten Tor wird sie von Huth im Zweikampf “ausgetanzt” und kann daher die Flanke nicht verhindern.

        Zum Rest meines Textes steh ich aber weiter .-)

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