Vorschau: Welches Zeichen setzen Fans, Verband und Klub auf Schalke?

Justin Trenner 03.03.2020

6:0 führten die Münchner bereits, als Fans des FC Bayern beinahe einen Spielabbruch herbeiführten. Über das, was die Mannschaft von Trainer Hansi Flick vorher rund 60 Minuten auf den Platz brachte, redet heute kaum noch jemand. Zu wichtig und einschneidend war das, was rund um die Aktionen einiger Fans in den deutschen Stadien passierte. Dabei war es ein weiterer, wenn auch kleiner Meilenstein in der noch kurzen Amtszeit von Flick.

Auch das Unentschieden von RaBa Leipzig gegen Leverkusen wurde kaum thematisiert. Die Bayern konnten ihren Vorsprung damit auf drei Punkte ausbauen und haben darüber hinaus ihr Torverhältnis mächtig aufpoliert. Stand jetzt kann sich der Tabellenführer somit eine Niederlage mehr erlauben als die Leipziger, was bei der Betrachtung des Restprogramms hilfreich sein könnte. Auswärtsspiele bei heimstarken Mannschaften wie Union Berlin, Borussia Dortmund oder Leverkusen stehen noch auf dem Programm und auch das Heimspiel gegen Gladbach dürfte neben all den kleineren Stolpersteinen, die noch warten, erwähnenswert sein. RaBa hingegen hat fast nur noch Gegner aus der unteren Tabellenhälfte im Programm. Die Auswärtsspiele bei Wolfsburg und Hoffenheim sowie die Heimspiele gegen Dortmund und Freiburg sind der Tabelle nach die schwierigsten Aufgaben.

Zurück zum Sport? Geht (noch) nicht!

Trotz dieser sportlich erfreulichen Nachrichten für den FC Bayern ist es aber nicht so einfach, die Geschehnisse vom Wochenende einfach wegzuwischen. Was dort passierte, war nicht der Beginn einer Eskalation. Es war die Zuspitzung eines über Jahre hinweg ausgetragenen Konflikts, bei dem sich alle Seiten zunehmend in radikalen Standpunkten verrannten.

Der DFB, der seiner Rolle als vermittelnder Dachverband nicht gerecht wurde. Teile der Fans, die sich im speziellen Fall des FC Bayern immer weiter ins Extrem flüchteten, weil sie sich unverstanden fühlten. Und schließlich auch der FC Bayern selbst, der es nicht schaffte, den Dialog mit der Fanszene strategisch klug zu führen.

Es gibt nicht “die Ultras”. Allein bei diesen Bezeichnungen gehen die Probleme bereits los. Zu heterogen ist diese Gruppierung, die als eine Jugendbewegung des 21. Jahrhunderts zu betrachten ist, obwohl sie nicht ausschließlich aus Jugendlichen besteht. Von Menschen aus sozial schwierigem Umfeld bis hin zu finanziell wohlhabenden Leuten ist in diesen Gruppierungen nahezu alles vertreten, was unsere Gesellschaft ausmacht. Mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften.

Machtkampf statt Dialog?

Das bedeutet auch, dass es Leute gibt, die sehr wohl dazu in der Lage sind, mit den Verantwortlichen des FC Bayern und des DFB auf Augenhöhe zu kommunizieren. Wie uns auf Nachfrage von einem in der Südkurve gut vernetzten Fan erklärt wurde, sei es dem Klub in den letzten Jahren aber nicht ausreichend gelungen, den Dialog mit diesen Menschen zu fördern.

Stattdessen habe eine Verhärtung der Fronten stattgefunden. Die Interessen aller Seiten verschwanden hinter einem Schauplatz, auf dem sich am vergangenen Wochenende die Konflikte zuspitzten. Die vermeintlichen Lösungen liegen nun auf der Hand: Kollektivstrafen und Ausschlüsse auf Seiten der Bayern und des DFB. Andererseits noch ungeahntes Potenzial zur weiteren Eskalation bei den Fanszenen des gesamten Landes.

Schon die Partie der Bayern bei Schalke 04 könnte ein nächster Schauplatz dieses Machtkampfes werden. Während die Schalker ankündigten, den Platz bereits nach einem einzigen Vorfall verlassen zu wollen, darf man gespannt sein, was beide Fanlager diesmal vorhaben.

Konfrontation wird nicht helfen

Es scheint für alle Parteien keinen Weg mehr zurück zu geben. Zu verhärtet sind die Fronten, zu groß wäre das Eingeständnis, das man der anderen Seite machen müsste. Eigentlich müsste den Bayern aus eigener Erfahrung aber klar sein, dass Konfrontation und Kollektivstrafen nicht die Lösung sein können.

2008 versuchte man, die Schickeria aus dem Stadion zu bekommen, indem der Klub eine Jahreskartenliste vom Umzug in die Allianz Arena verwendete, auf der sich bei der Schickeria jedes Mitglied eintragen konnte. Das Problem: Man musste nicht Mitglied dieser Fangruppierung sein, um sich dort einzutragen. Das führte dazu, dass etliche Fans ausgesperrt wurden, bei denen es überhaupt gar keine Berechtigung dazu gab, sie auszuschließen. Fans, die mit den Gründen des harten Vorgehens rein gar nichts zu tun hatten.

Einige Jahre später ging das Experiment mit “Terrorexperte” Wolfgang Salewski total in die Hose. Erst als der Klub den direkten Dialog mit den Fans intensiver aufnahm, entspannte sich das Verhältnis ein wenig. Nun steht der Kurs wieder voll auf Konfrontation. Rummenigge distanzierte sich so deutlich von den Fans, dass es keinen Spielraum mehr gibt.

Die Fans wollen gehört werden

Das haben sich ohne Frage diejenigen selbst zuzuschreiben, die für ihre berechtigte Kritik eine radikale Strategie wählten, obwohl sie wussten, dass der DFB nach den Vorkommnissen der letzten Woche(n) härter reagieren würde. Und doch muss sich der FC Bayern fragen, ob er diesen Kurs jetzt wirklich durchziehen möchte. Oder ob es nicht doch sinnvoller wäre, statt der Distanzierung und der Gründung einer Kommission, die gegen statt mit den Fans arbeitet, lieber diejenigen innerhalb der Fankurve zu stärken, die für einen konstruktiven Dialog bereit sind und das in der Vergangenheit auch mehrfach unter Beweis stellten.

Vom FC Bayern wurde ein solcher Prozess in den letzten Jahren verpasst, wodurch auch die vermittelnde Rolle des Club Nr. 12 nach Angaben des von uns befragten Fans immer überschaubarer wurde. Radikalere Stimmen seien demnach innerhalb der Kurve immer lauter geworden, weil sie es geschafft hätten, andere davon zu überzeugen, dass sie vom Klub ohnehin nicht gehört werden. Außerdem sei die Überzeugung gewachsen, dass der moderate Kurs zu nichts führen würde. Denn der Klub habe sogar Versprechen gebrochen und die kompromissbereiten Fans im Regen stehen lassen.

Und genau deshalb ist es wichtig, dass die Bayern diesen schleichenden Prozess endlich stoppen, indem sie sich der Interessen der Fangruppierungen intensiv und ernsthaft annehmen. Kein Dialog des Dialoges wegen, sondern Dialog des konstruktiven Austauschs wegen. Dazu gehört es auch, VerterterInnen des Klubs zu Veranstaltungen zu schicken, auf denen kritisch über Fanthemen diskutiert werden kann. Fans veranstalteten in diesem Winter in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Kurt-Eisner-Verein in München eine Diskussion zum Thema Katar. Ein Mitarbeiter des Klubs war angefragt, doch die Bayern entschieden sich dazu, die Veranstaltung zu meiden und den Mantel des Schweigens drüber zu legen. Ist das ein angemessener Umgang mit Fanthemen? Nicht durch Kollektivstrafen und Distanzierung, sondern mit gezieltem, strategisch klug ausgerichtetem Dialog wird man Erfolge erzielen.

Andernfalls riskiert der Klub eine weitere Radikalisierung, die auf Dauer nicht zu kontrollieren sein wird. Menschen, die den Ausschluss ganzer Fangruppierungen der Ultras fordern, scheinen zumindest nicht zu verstehen, welche Bedeutung diese für die Bundesliga, den Fußball und die ganze damit zusammenhängende Kultur haben. Gerade in Deutschland, dem Land, das sich in der Vermarktung mit seinen vollen Stadien und mit der herausragenden Stimmung brüstet. Stimmung, das zeigten vergangene Proteste, die ohne die gut organisierten Fanszenen nicht möglich wäre. Rassismus- und Diskriminierungsfälle gab es in den Kurven zudem äußerst selten – gerade im Vergleich zu Ländern wie Italien.

Die Fanszenen sind entscheidend im Kampf gegen Diskriminierung

Die bei vielen so verhasste Schickeria bekam 2014 sogar den “Julius Hirsch Preis” des DFB für ihren Kampf gegen Diskriminierung und Antisemitismus. Sie hat die Kurt-Landauer-Stiftung sowie das jährlich stattfindende Kurt-Landauer-Turnier ins Leben gerufen. Sie erinnert darüber hinaus ständig an die Bedeutung des jüdischen Bayern-Präsidenten und den immer noch notwendigen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Die Südkurve ist sehr divers, hat auch Platz für den Fanclub “Queerpass Bayern”.

Erst Anfang des Jahres erinnerte die Südkurve abermals an die Nazizeit und die grausamen Verbrechen, die auch den jüdischen Bayern-Präsidenten betrafen.
(Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Soll das nun die große Rechtfertigungsrede für die Vorfälle am Wochenende und andere Spruchbänder wie jenes, das Dorothee Bär vor kurzem “zum Abschuss freigeben” sollte, sein? Auf gar keinen Fall. Das ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten und gerade das Bär-Spruchband hätte noch viel eher Aufregung verdient als das vom vergangenen Wochenende. Aber all das unterstreicht die Heterogenität innerhalb einer Fankurve und dass ein kollektiver Verlust der heutigen Fanszene auch zum Verlust der so wichtigen Erinnerungskultur rund um den FC Bayern und zum Verlust der Stärke im wichtigen Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus führen könnte. Oder, um dem DFB und der DFL auch noch ein für sie greifbareres Argument zu liefern: Es könnte zum Verlust eines Markenzeichens des deutschen Fußballs kommen. Nämlich der ach so tollen Fankultur innerhalb der Stadien, mit der sich die Bundesliga beispielsweise von England unterscheidet. Noch.

Der aktuelle Kurs aller Parteien wird zwangsläufig irgendwann dazu führen, dass ein elementarer Bestandteil der Fußballkultur zurückgedrängt wird. Die kommenden Monate werden zeigen, wie viel dem FC Bayern (und dem DFB) diese vielschichtige Kultur mit all ihren positiven Aspekten, die sie trotz ihrer negativen Seiten zweifelsohne hat, noch wert ist.

Der Fußball ist am Dienstagabend zweitrangig

Um die letzte Hoffnung auf Besserung zu wahren, müssten sich aber die vernünftigen Stimmen auf beiden Seiten wieder annähern, an einen Tisch setzen und ernsthaft überlegen, wie ein Kompromiss in Zukunft aussehen könnte. Mit der Sturheit, die sowohl einige Statements der beteiligten Südkurven-Gruppierungen als auch die Aussagen der Verantwortlichen suggerierten, wird alles in einem Chaos enden, dessen Resultat kein erstrebenswertes Ziel darstellen kann.

So oder so: Das Spiel auf Schalke wird in den Hintergrund rücken. Es wird penibel darauf geachtet werden, wie alle Seiten mit der Situation umgehen. Die herausragende Formkurve des FC Bayern ist deshalb nur sekundär. Für die bayerische Fanszene könnte das Schalke-Spiel ein entscheidender Marker für den nun eingeschlagenen Weg sein. Wird man den aggressiven, radikalen Kurs fortführen? Oder schlägt man nun, wo die Aufmerksamkeit da ist, doch wieder den moderaten Weg ein und äußert Kritik im Rahmen der Vernunft? Auch der Umgang des DFB mit der Situation bleibt spannend. Der aktuelle Weg könnte, wie wir an anderer Stelle bereits schrieben, zu einer nicht endenden Reihe an Spielabbrüchen führen. Eskalation statt Deeskalation.

Eine Annäherung aller Beteiligten sowie das Niederlegen der radikalen und teils überzogenen Standpunkte wäre wünschenswert. So, wie es auch die Interessengemeinschaft “Unsere Kurve” fordert. Hier sind vor allem die Verbände gefragt. Aber es bleibt die Befürchtung, dass die Radikalisierung eher noch weiter geht. Zu tief sind die Gräben, die von allen Beteiligten geschaufelt wurden. Zu aussichtslos erscheint die Lage, in die man sich gebracht hat. Und so fällt es schwer, angesichts der drohenden Folgen für den gesamten deutschen Fußball sportlich auf dieses Spiel am heutigen Dienstagabend zu blicken. Obwohl die Herausforderung für die Bayern insbesondere mit den Ausfällen von Jérôme Boateng und Lucas Hernández eine spannende wird. Wenn das Spiel nicht abgebrochen wird.



»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. Und nun doch zum Sport, um die Vorlage von Justin aufzunehmen.
    Und da es sonst anscheinend keiner tun mag, noch einmal retrospektiv zum letzten Wochenende, das man einfach nicht gänzlich unkommentiert lassen sollte, soweit es eben die sportliche Ebene betrifft.

    Was war das für ein phantastisches Spiel. Wieder mit einem Höllentempo losgelegt und die Hoffenheimer förmlich überfahren. Wir haben zur Zeit auch eine Phase in der immer im richtigen Moment, das heißt relativ schnell, die Tore fallen. Während es dann im Nachgang mit der Chancenauswertung etwas lockerer gesehen hat. Wer das Spiel nicht gesehen hat wird es kaum glauben, aber das hätte problemlos zweistellig ausgehen können.
    Diesmal haben wir dann auch im Laufe des Spiels das Tempo auch relativ problemlos runterfahren können, da das Spiel so nachhaltig entschieden war, dass die Hoffenheimer gar nicht mehr auf den Gedanken kamen, da wäre noch was zu holen. Und durch die besondere Geschichte des Spiels konnte man dann am Schluss noch bequem einige Körner sparen. Immerhin etwas.

    Individuell fast durchgängig alle Spieler auf hohem Niveau. Coutinho bedurfte auch diesmal sicher seine Anlaufzeit, aber nach dem ersten Tor war er dann auch da. Übrigens sehr schön zu sehen, wie sich die ganze Mannschaft für ihn freute und ihn immer wieder ermutigte. Binnenklima offensichtlich o.k.

    Und natürlich Zirkzee, die Geschichte des Spiels (nun zumindest die sportliche). Ich hatte immer schon ein gewisses Faible für ihn, war allerdings nicht nur ein bißchen überrascht wie gut das bei ihm dann aussah. Zumindest in diesem Spiel kein Gedanke, dass hier ein Jugend- oder Amateurspieler auf dem Platz stünde.
    Zwei Gedanken dazu: Einmal sieht man wozu er fähig ist, wenn er auf seiner Position eingesetzt wird, was bei den Amas aus bekannten Gründen bisher nicht möglich war. Und zweitens sieht man wieder mal die alte Weisheit bestätigt, dass gute Mannschaften Spieler besser machen und schlechte schlechter. Am Samstag war er in einer guten Mannschaft, an einem guten Tag.
    Da aus meiner Sicht nichts dagegen spricht, dass er auch gegen Schalke spielt, können wir alle gespannt sein, wie er sich unter diesen Verhältnissen schlägt.

    Zum Spiel selbst. Hernandez fällt aus, Coman noch nicht fit, Boateng wahrscheinlich auch. Also alles wie üblich. Vor allem wenn auch Boateng ausfallen sollte eine interessante Frage, wie sich die Abwehrformation gestaltet. Dann bliebe wohl nur noch Kimmich als RV übrig und Pavard als IV.
    Oder wagt es Flick es doch mit Odri rechts und Kimmich IV?
    Und sehr gespannt können wir natürlich auch wieder auf den Schalker Torwart sein, wer auch immer das dann sein mag.

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    1. Bzgl. Zirkzee habe ich so ein Startelfdebüt zwar nicht erwartet, aber mir durchaus vorstellen können. Bei den Amateuren können die anderen spielerisch nicht mit ihm mithalten. Ein Grund, warum manche behaupten, dass er in der dritten Liga nicht ganz so 100%ig überzeugen würde. Bei den Profis ist das natürlich anders. Gegen Hoffenheim hat sich das erstmal bestätigt.

      1. Ich denke die Probleme bei den Amas, wenn man die überhaupt so nennen will, liegen hauptsächlich an der Position.
        Dort hat er, sofern ich mich recht erinnere, nur einmal als MS spielen dürfen und dabei dann gleich zweimal gescort.

      2. Klar, er wurde meist nicht als Stürmer eingesetzt und hatte auch schwächere Auftritte. Dennoch war seine Spielintelligenz fast immer zu sehen. Hat sich auch gegen Hoffenheim gezeigt. Er hat sich immer gut bewegt, hatte immer seine Füße mit im Spiel wenn es gefährlich wurde. Bei den Amas ist er diesbezüglich den meisten ziemlich voraus und da kommen ihm die Mitspieler bei den Profis entgegen.

    2. Flick könnte doch auch Kimmich auf der 6 belassen. Pavard rückt in die IV, Odriozola geht auf rechts. Halte allerdings Deine erste Variante (Kimmich RV, Pavard IV) für wahrscheinlicher.

      1. Ah, ich sehe gerade bei der zweiten Variante sollte auch Pavard statt Kimmich stehen.
        Wahrscheinlich hat mich der Einsatz von Kimmich am WE zu sehr verwirrt :-)

  2. Justin, schöner ausgewogener Kommentar. Damit kann ich mich identifizieren im Gegensatz zum Vorherigen, aber dazu wurde ja alles gesagt, also Schwamm drüber :)

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    1. Zu dem ich übrigens weiterhin stehe. Aber Meinungsverschiedenheit gehört dazu.

  3. Ich dachte „nach Prag“ wären die Differenzen zwischen Kurve und Verein beigelegt worden? Zumindest machte das die letzten Jahre den Eindruck. Ab und zu kam ja sogar das Gerücht der Zusammenlegung von Nord und Süd für einen einheitlichen Block auf.

    Ganz klar wie Justin gesagt hat: einen Streit mit der Fanszene ist das letzte, was der Verein gerade braucht. Das kostet Substanz und es wird keine Gewinner geben.

    Ich nehme hier ausdrücklich beide Institutionen in die Pflicht. Drakonische Maßnahme wie von KHR angekündigt wären absolutes Gift. Aber auch die Ultras müssen sich ihrer Verantwortung stellen: das Wohl des Vereins steht an oberster Stelle. Unabhängig wie unfähig der DFB sein mag und wie wichtig manche Themen Deutschlandweit sind. Am Ende geht es immer noch um den FC Bayern.

  4. Wenn die wirklich wegen Plakaten den Platz verlassen, falle ich vom Glauben ab. Wäre an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Als Stadionbesucher müsste man den DFB direkt verklagen.
    Wie kann man nur Angst vor Plakaten haben, unfassbar

  5. @Turbo: Danke für Deinen Schlußsatz. Nichts steht über dem Verein. Der Verein ist eine Familie und die Fans gehören dazu. Deswegen ist das m.E. auch so eskaliert. Auch für mich ist am Samstag etwas zerbrochen, denn ich hätte nicht gedacht, dass unsere Fans sich auf das gleiche Niveau von Fangruppierungen anderer Vereine begibt. Ich finde es einfach nur traurig, wenn, anstelle des Supports, pol. Themen Überhand nehmen. Der Kaiser würde sagen: Gehts raus und schaut Fussball!

  6. Eine Frage: warum schreibt Ihr immer noch “RaBa Leipzig”? Der Vereinsname ist RB Leipzig. Und gerade nach der Diskussion der letzten Tage finde ich Eure Schreibweise nicht angebracht.

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    1. Erstmal bin vor allem ich es, der „RaBa“ hier nutzt und das tue ich deshalb, weil ich deren Marketing nicht mitmache. Das Projekt kann von allen gern unterschiedlich wahrgenommen werden, ich habe mich dazu entschieden, deren Hauptzweck (Marketing des Produkts) nicht zu unterstützen. Das unterscheidet sie nämlich von allen anderen Klubs. In Anlehnung an den Rasenfunk, der das ebenfalls seit Jahren durchzieht, schreibe ich deshalb „RaBa“ und nicht die gängige Abkürzung von „Rasenballsport“. Auch weil ich das Wort ausgeschrieben albern finde.

      1. Dann sei konsequent und nutze Red Bull.

      2. Um das Marketing zu umschiffen, soll ich den vollen Namen des eigentlich gemeinten Produkts schreiben? Ich fürchte, du hast meine Argumentation nicht verstanden.

      3. Habe ich tatsächlich anders interpretiert, da ich von den Dosenjüngern schon häufig gelesen habe, dass sie Rasenball und eben nicht Red Bull heissen.

      4. Sorry – für mich bleibt diese Argumentation unverständlich. Der Verein heißt RB. Mag ja sein, dass der Rasenfunk das seit Jahren durchzieht, aber soweit ich das hier zuletzt mitbekommen habe, steht RaBa für “RattenBall”. D.h. Du förderst mit dieser Schreibweise – wenn auch ungewollt – Hetze gegen diesen Verein. Und angesichts der “Eskalation” der letzten Tage halte ich das für sehr unglücklich.

        Für jemanden, der journalistisch tätig ist, sollte diese Wahl der Bezeichnung meiner Ansicht nach sowieso wegfallen. Der Verein heißt nun mal RB Leipzig. Ob das Dir passt oder nicht, sollte keine Rolle spielen. Dabei sollte eher (D)eine Vorbildfunktion zum Tragen kommen.
        Just my 2cents.

      5. Tja. Bei mir steht es nicht für RattenBall und das habe ich so auch noch nirgends vernommen. Ich werde hier im Blog keine Werbung für Brauseprodukte machen.
        My 2 cents.

      6. Das kann nicht dein Ernst sein?!

        Und sorry bin bei deim unteren grade ausversehen auf melden gekommen.

      7. Doch. Max hat das vor Jahren gemeinsam mit weiteren Leuten gut begründet und ich schließe mich dem an. Ihr dürft das wie gesagt gern anders sehen.
        Zitat: Ich bleib mal beim Rasenfunk und blende den Umgang mit RaBa in anderen Podcasts und Medien aus. Was ich mache ist, dass ich den Namen verballhorne. Gründe dafür siehe oben. Aber was mache ich rund um diese Verballhornung? Ich rede über Leipzig GENAU SO wie über alle anderen Vereine im Rasenfunk. Ich kritisiere, lobe, spotte, differenziere. Ich habe Recht, ich liege falsch. Von einer Delegitimierung kann man meiner Meinung nach nicht sprechen, wenn man diesen Kontext beachtet. Und in diesem einen Fall würde ich die These in den Raum stellen: Der Kontext überragt den Einzelfall. Zeitlich und inhaltlich. Mein Versuch ist, Leipzig wie die anderen Vereine zu behandeln. Ja, es gibt vielleicht mal einen Hinweis auf seine Genese (implizit und explizit), das kommt bei Wolfsburg, Hamburg, etc. aber genauso vor.

        Link: https://mitmachen.rasenfunk.de/t/raba-stoert-mich/526/81

      8. Ich sage nie Leipzig oder Raba, sondern konsequent RedBull, weil die BL sehr froh sein kann, dass ein Mäzen Konkurrenz zum FCB fördert und die Leipziger geilen Fussball zu sehen kriegen.

      9. Ich verstehe es auch nicht ganz. Ich meine Bayer Leverkusen sagst du ja trotzdem, Justin, und das ist auch Werbung auch wenn die Entstehungsgeschichte ganz anders ist natürlich.
        Und ich persönlich denke bei RB nicht mehr an Red Bull als bei RaBa. RB ist für mich ziemlich neutral (einfach zwei Buchstaben halt) und ich sehe kein Problem darin RB Leipzig zu sagen. Ich finde RaBa klingt so dämlich, dass es noch mehr Aufmerksamkeit erzeugt irgendwie.

      10. Ich bin absolut dafür, sensibel auf Ausgrenzungen und Anfeindungen in Fußballstadien, im Netz und im Alltag zu reagieren. Was ich nicht verstehe, ist, dass immer wieder die Autoren hier Zielscheibe von ausufernder Kritik sind. Es gibt in Deutschland wohl keine annähernd inhaltlich wertvolle vereinszugehörige Berichterstattung, die sich zugleich derart reflektiert, menschlich und sachlich zu schwierigen politischen und gesellschaftlichen Themen äußert.

        Dann Kritik zu äußern wie “Ihr hättet im Spielbericht schon darauf verweisen müssen, dass noch ein Artikel zu dem Thema folgt.” oder “Rassismus attackiert ihr aber vehementer als die Beleidigungen gegen Hopp, obwohl Beleidigungen gegen Hopp um den Faktor 1,27 mal Pi schlimmer sind.” finde ich undifferenziert und unpassend.

        Liebe Autoren von Miasanrot: Macht weiter wie bisher, diese Qualität der Berichterstattung sucht seinesgleichen.

      11. Wer hätte das gedacht das dieser Forist zu so einer realitätsnaher Einschätzung möglich ist?

        RB Leipzig ist und bleibt natürlich RB Leipzig.

        Genauso wie der FC Bayern immer der FC Bayern bleiben wird- und nicht der FC Bauern wie es einige Journos immer mal gerne wieder einstreuen.

        Aber das ist nun wirklich ein lächerlicher Aspekt im größeren Kontext.
        Auch wenn die Betitelung jämmerlich ist und bleibt so befeuert es mMn nicht das eigentliche Problem.

    2. Dieses “Rattenball” gibt es auch nicht als geläufiges Synonym für RaBa. Da saugt sich der User Stiftl ordentlich was aus den Fingern.

      1. Ich meine, das erst hier kürzlich in den Kommentaren gelesen zu haben.

      2. Nein, RaBa nutzt einfach die beiden Anfangsbuchstaben von RAsenBAll im Ggsatz zu REd BUll (wäre ja dann ReBu), um sich so von Red Bull abzugrenzen.

  7. Schade! Schon wieder geht es nicht um Fussball. Die sollen sich eine Therapiegruppe suchen wenn sie es nicht schaffen ihren Frust, der sich über die Woche ansammelt, nicht anders kanalisieren können.
    Ich hatte einmal eine Jahreskarte für den Stehblock. Was ich da an Hass und blanke Wut regelmäßig entlud. Sei es rassistisch oder beleidigend. Ich war schockiert. Hat mir jeden Spass genommen. Hab mein Ticket weitergegeben.

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    1. Hoffentlich an bedürftige

  8. Ich finde Justin hat nachvollziehbar dargelegt, dass von allen drei Seiten (Ultras, FCB und DFB) Fehler gemacht wurden. Man kann nicht verneinen, dass der DFB und auch der FCB bei manchen Strafen nicht im richtigen Verhältnis reagiert haben. Man muss aber auch so fair sein und konstatieren, dass der DFB und der FCB ja nur durch die Ultras in die Rolle des Bestrafers gedrängt wurden. Seit der Gründung der Schickeria zeigte diese neben vielen gelungenen Aktionen auch immer wieder ihre hässliche Fratze, sei es mit tätlichen Angriffen auf Fans anderer Vereine, durch zahlreiche Geschmacklosigkeiten in der Kurve oder Pyro-Exzessen, die der Verein jedes Mal bezahlen durfte. Kurzum: sie überspannten den Bogen ohne dass man sie dazu gezwungen hätte aus freien Stücken ein paar Mal viel zu sehr, zuletzt eben am Samstag. Dann muss man eben damit rechnen, bestraft zu werden. Wenn die Bestrafung dann mal härter ausfällt, als man erwartet hatte, dann beruft man sich wieder auf Menschenwürde, Grundrechte, fairen Umgang, Regeln etc., also genau auf die Dinge, die vorher von ihnen mit Füßen getreten wurden. Zusätzlich versucht man zu relativieren, weil andere Dinge ja viel schlimmer sind. Tut mir leid, diesen Vergleich ziehen zu müssen, aber das erinnert mich manchmal an das Gebahren der AfD und gegenüber denen bin ich sehr intolerant und deshalb regt mich das Verhalten der Ultras wahrscheinlich so auf, auch wenn ich viele ihrer politischen und gesellschaftlichen Standpunkte durchaus verstehe und sogar unterstütze.
    Zudem ist es durchaus erwiesen, dass die Ultras vielen anderen Fans die Lust auf Fußball vermiesen. Man tat in den letzten Tagen so, dass es gerade die Ultras sind, die dem Verein zu jedem Spiel nachreisen. Es gibt aber auch andere Fanclubs, die beinahe zu jedem Spiel fahren, sich aber nicht daneben benehmen. Möglicherweise sind diese Fanclubs nicht so laut im Anfeuern und dadurch weniger auffällig, aber auch sie sorgen für Support. Von Teilen der Ultras werden sie oft genug belächelt, als die minderbemittelten Bauern aus den “bayerischen Randbezirken” (z.B. Niederbayern), die aus einem eher konservativem Umfeld stammen und es mit der intellektuellen Elite ja ohnehin nicht aufnehmen können. Ich rede hier aus persönlicher Erfahrung und weiß, dass die Schickeria und andere Gruppen innerhalb der Fan-Szene nicht gerade als unverzichtbar gesehen werden und schon gar nicht als sympathisch erachtet werden. Zum Schluss noch ein historischer Vergleich: Es ergeht den Ultras hier ähnlich wie dem bei ihnen sicherlich hoch angesehenen Kurt Eisner und der USPD vor 100 Jahren. Als erster bayerischer Ministerpräsident nach dem 1. Weltkrieg dachte er, dass er durch seine Vorreiterrolle in der Hauptstadt die Kontrolle über ganz Bayern haben würde. Bei der Wahl wurde die Partei dann mit 2,5% der Stimmen abgestraft. Heute meinen die Ultras, sie hätten durch ihre privilegierte Stellung in der Kurve und durch ihre großzügigen Kartenkontingente für Auswärtsspiele die Vorreiterrolle im Stadion übernommen. Etwas mehr als 2,5% Zustimmung dürften sie zwar haben, aber bei einer Mitgliederbefragung zum Thema harter oder kompromissbereiter Umgang würde die Mehrheit der Bayernmitglieder den Daumen sicherlich senken. Da würde die Mehrheit sicherlich die schlechten Seiten dieser Gruppe stärker gewichten als ihre positiven Errungenschaften. Das müssten sie halt so hinnehmen, denn das ist eigentlich schon immer das Schicksal der roten Avantgarde in Bayern gewesen.

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    1. Der letzte Absatz mal außen vor, weil wir da zu weit auseinander sind in unseren Meinungen, gebe ich dir im ersten absolut recht. Was viele hier nicht verstehen (wollen): Ich verteidige nicht(!) die Straftaten und/oder Beleidigung von Teilen der Fanszene. Ich verteidige die Kultur als Ganzes und all ihre Vorzüge, von denen wir alle und auch DFB/DFL mMn sehr profitieren. Ich mache außerdem darauf aufmerksam, dass es „die Ultras“ eben nicht gibt. Wenn hier fünf Leute schreiben, dass ich ein Hurensohn bin, sage ich ja auch nicht: „Die Kommentierenden sind Verbrecher!“ Ich schreibe im Artikel ja genau das, was du hier sagst: Die radikaleren Wortführer der Szene haben sich durchgesetzt und provozierten ein Handeln des DFB. Was ich aber stark hinterfrage, ist, ob dieses Handeln in der Form zielführend ist. Auch das des FCB. Da bin ich der Meinung, dass ein offenerer Dialog in Zukunft besser wäre. Wer sich mal das aktuelle Statement zum Dialog auf unserekurve.de ansieht, wird erkennen, was u. A. in den letzten Jahren falsch lief. Und dazu zählt eben, dass man auf Seiten der Funktionäre um jeden Preis die Deutungshoheit behalten will, teilweise Versprechen nicht einhielt und mitunter sehr hinterlistig agierte. Das geht so halt nicht. Unabhängig davon, ob nun alle Interessen der Fanszenen auch in unserem Interesse liegen. Und ich kann euch versichern, dass ich oft genug meine Differenzen mit diesen Interessen und den Handlungsweisen von Teilen der Ultras hatte.

      Es wird aber niemandem helfen, alle in einen Sack zu stecken, draufzuprügeln und in die Tonne zu verfrachten. Weder einigen Kommentierern hier, noch dem DFB oder der DFL. Das Statement der DFL war übrigens weitaus besser als das des DFB, wie ich finde.

  9. Roland Wohlfarth Seite 03.03.2020 - 17:54

    Es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Teile der Süd, die für das Spruchband gegen Hoffe verantwortlich wären, nachdem ihre Botschaft am Wochenende sehr viel Aufmerksamkeit bekommen hat, sich auf das besinnen was uns alle eint: Ihren Teil dazu beitragen, dass der Verein, den wir alle lieben, maximalen sportlichen Erfolg hat.

    Wer ernsthaft in Betracht zieht, heute einen Spielabbruch zu provozieren, um weiter die Fronten verhärten zu lassen und somit einen sehr wahrscheinlichen DFB-Pokalsieg unserer Mannschaft gefährdet, ist kein echter Fan unserer Mannschaft. Keiner schei*t, wie KHR wohl aus Wut über die Ereignisse am Wochenende gesagt hat, auf die Stimmung, wir alle wissen, wie sehr die Süd zur Unterstützung unseres Teams beiträgt.

    Es wäre echt wünschenswert, wenn die moderaten Teile der Süd heute sich zeigen würden und ganz Deutschland beweisen, dass in der Süd keine Chaoten oder was auch immer sind, sondern Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft die wie alle Ultras alles für ihr Team geben

  10. Ich meine, das erst hier kürzlich in den Kommentaren gelesen zu haben.

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    1. Sorry, das gehörte weiter oben hin.

  11. Deeskalation tut in dieser Situation bestimmt gut, aber den Konflikt auf recht oberflächliche, tagespolitische Fragen über Kommunikation, Fankultur und Stadion-Entertainment zu reduzieren, halte ich nicht für ausreichend.

    Auch wenn die meisten es nicht mehr hören wollen: Es geht grundsätzlich um die Kommerzialisierung des Fußballs. Die 50+1-Fassade wird nach wie vor aufrecht erhalten, während dahinter deren Substanz zunehmend ausgehöhlt wird – und das nicht erst seit Hopp, sondern seitdem die Beteiligungen von Volkswagen und Bayer legitimiert wurden; die inzwischen ziemlich lange Liste von De-facto-Investoren-Übernahmen ist im Land der Heiligen 50+1-Kuh ein wahres Sakrileg.

    Für mich steht der Protest der Kurven deshalb nach wie vor im Zeichen dieses Kulturkampfes: der Verteidigung der Heimstätte des je eigenen Vereins gegen die zunehmend aggressiveren und umfassenderen Versuche diese in privatwirtschaftliche Unterhaltungsindustriezonen umzuwandeln.

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    1. “Kulturkampf” Du sagst es. Dieser soll in die Stadien getragen werden.
      50+1: BVB- und FCB- Ultras wollen sich die Emporkömmlinge aus Leverkusen und Leipzig vom Hals halten, und sind damit die wahren Totengräber der BL.

      1. Die Lösung wäre wahrscheinlich ein duales System: Sollen doch die Investoren Vereine kaufen und gründen, so viel sie wollen – aber nicht unter dem Dach des DFB, der UEFA und der FIFA; mögen sie ihre Spielzeugen-Truppen in einer dafür gegründeten Operetten-Liga auftreten lassen. Das Ganze wäre ein reiner Gewerbetrieb und sollte auch von den jeweiligen Behörden entsprechend behandelt werden.
        Größter Wermutstropfen für mich ist die Aussicht, dass auch der FCB aus dem bisherigen institutionellen Gefüge austreten würde. Mit Leuten wie Hainer, Rummenigge und sehr wahrscheinlich auch Kahn an der Spitze (die ich übrigens alle auf eine gewisse Weise schätze) sehe ich kaum noch interne Opposition. Das einzige, was sie noch zurückhält, ist die Einsicht, dass die Zeit noch nicht reif ist. Unterdessen wird aber im Hintergrund weiter zielstrebig an der Vorbereitung gearbeitet.
        Und in diesem Zusammenhang dann von Hopp zu hören, dass er keine Ahnung habe, warum er Zielscheibe so vieler Aggressionen sei, nicht verstehe, worum es im Prinzip überhaupt gehe und dass die Gegenseite ausschließlich destruktive Chaoten seien, mit denen es keinen Sinn habe sich zu verständigen, halte ich für eine mindestens ebenso große Provokation wie die Spruchbänder. Das ist reiner Zynismus. Und unser Kalle hält währenddessen seinem Premiumsponsor das Händchen – oder versucht es zumindest;)

    2. Eben, deswegen glaube ich auch nicht an eine Einigung. Wobei ich nicht ganz verstehe, warum ausgerechnet 50+1 als so wichtig angesehen wird. Die Kommerzialisierung des Fussballs ist, zumindest auf diesem Niveau, längst durch. Wir tragen Telekom-Werbung auf Adidas-Trikots in die Allianz-Arena und feuern Spieler an, deren Gehälter nur von einer hochprofessionellen Vermarktungsmaschine finanziert werden können. Die sportliche Konkurrenz zwingt alle Vereine dazu, ständig irgendwo noch ein bisschen mehr rauszukitzeln. Wenn 50+1 fällt, würde das auch keine grundlegend neue Qualität erhalten (und speziell bei uns ist es am wenigsten wahrscheinlich, dass sich was an der Eigentümerstruktur ändern würde).

      1. Dass sich Bayern Fans gegen die Kommerzialisierung bei den anderen aussprechen ist geradezu wahnwitzig komisch.

      2. @Horst
        Doch, es würde sich sehr viel ändern: aus Abhängigkeiten würden grundsätzlich andere Eigentumsverhältnisse werden. Ist das deiner Meinung nach nicht ein gewaltiger Unterschied?
        @sendlinger
        Nicht nur bei den anderen; ich habe gerade unseren Sponsoren-Vertrag mit SAP und den daraus resultierenden Folgen angesprochen. Wir sind fest in des Gespinst kommerzieller Abhängigkeiten eingeflochten.

      3. Ich finde es auch befremdlich, sich gegen die Kommerzialisierung zu wehren. Das Thema ist durch. Meine Frau regt sich darüber auf, dass es jeden Tag Fussball im (Bezahl)Fernsehen gibt. Warum ist das so? Weil es Leute gibt, die jeden Tag Fussball gucken möchten und dafür auch bezahlen (Sky, DAZN). Und die Namensrechte an Stadien werden auch für viel Geld verkauft. In der Sommerpause gibt es den Telekom-Cup usw., was auch alles geguckt wird. Darum kann es nun wirklich nicht mehr gehen. Wogegen man sich noch wehren könnte, ist die Abschaffung der 50+1-Regel und die Einführung von Investorenvereinen. Aber es ist schon lustig, dass ausgerechnet Fans des FCB oder auch von Dortmund (einer AG – geht noch mehr Kommerzorientierung?) gegen Kommerzialisierung wenden. Aber selbst Vereine wie St. Pauli oder Union Berlin spielen das Spiel mit; manchmal etwas kreativer und lustiger, aber das ist im Grunde nur noch perfider.

      4. @Herrispezial
        Aber es gibt zwei Arten von Kommerzialisierung: Einerseits den letzten Cent aus den Möglichkeiten innerhalb des bisherigen institutionellen Rahmen quetschen; dieser Prozess ist in der Tat schon sehr weit fortgeschritten.
        Aber unabhängig davon ist die Abschaffung der 50+1-Regel etwas ganz anderes: Der Fußball würde von einem (trotz allem immer noch) öffentlichen Gut zu einem fremdbestimmten Betrieb. Das würde die Grundlagen komplett ändern.

      5. @Mirko, eine Abschaffung von 50+1 würde zunächst mal nur die grundsätzliche Möglichkeit schaffen, dass Investoren die Mehrheit übernehmen. An der Zustimmungspflicht der Mitglieder ändert das nichts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dafür etwa bei uns je eine Mehrheit findet, wir zählen ja ohnehin schon zu den reichsten Klubs der Welt. Real und Barca sind auch noch im Besitz der Fans, obwohl es in Spanien keine entsprechende Regel gibt.

        Was es vermehrt geben dürfte, wären Investoren-Einstiege bei kleineren oder speziell gegründeten Vereinen wie Hoffenheim und RBL. Die es ja eben auch schon gibt, und deren Fans sich nicht an den Modellen stören. Da ist dann die Frage eher, wie sowas langfristig die Konkurrenz in der Bundesliga beeinflussen würde. Ich persönlich finde es nicht schlecht, dass RBL uns dieses Jahr ein echtes Rennen liefert. Sonst kommt praktisch nie mehr jemand an uns ran, was auf Dauer auch langweilig wird.

      6. @Mirko: Das hatte ich versucht, anzudeuten, aber ist vielleicht nicht klar genug geworden. Aber dann sollen sie gegen 50+1 demonstrieren und nicht gegen die Kommerzialisierung. Aber das tun sie ja nicht. Was ja nur noch mehr zeigt, wie unlogisch die Szene inzwischen agiert.

      7. @Horst
        Ja, ich denke auch, dass sich bei uns, solange wir den Platz an der Sonne noch einnehmen, nichts ändern wird.
        Aber es geht ja in einem ersten Schritt zuerst einmal darum, überhaupt die Möglichkeit generell zu schaffen – darauf bezog sich mein Kommentar, dass wir dem wahrscheinlich nicht im Wege stehen würden.
        Anschließend, wenn durch Zufluss externer Gelder der Wettbewerb derart verschärft wurde, dass selbst der FCB seinen Status als Brachenprimus oder auch nur Champions-League-Teilnehmer einbüßt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass man im Rahmen einer ‘großen Vision’ an ‘vergangene, glorreiche Zeiten’ anknüpfen möchte und vielleicht…

  12. Mit “vielschichtige Kultur” wird verbrämt, dass mit den Ultras immer auch kriminelle Energie mitkommt (“wir wollen dreckig bleiben”).

    Für den “Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus” braucht es keine Ultras. Dafür reicht die Zvilgesellschaft (die 95% der normalen Zuschauer, die Anstand haben), und die Behörden.

    Unter dem Deckmantel “wir sind das gute Gewissen, wir bekämpfen Rasismus” wollen die Ultras ihren “Spass” ausleben, und ein eigenes politisches Süppchen kochen (ganz recht, ganz links, “basis-demokratisch”) und den FCBayern da mit reinziehen und politisieren. Das geht jetzt schon viel zu lange so, diese Absurdität.

    Und die einzige Macht die sie noch haben, ist einen Spielabbruch und Punkteverlust zu provozieren. Auch das werden sie noch hinkriegen, bevor sie rausgeschmissen werden.

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    1. Sehe ich genauso. Bei Hass und Verachtung besteht kein Redebedarf. Im Gegenteil. Man gibt Ihnen mit jeder weiteren Diskussion nur ein erneutes Podium.

  13. Ich habe so meine Zweifel, inwieweit man einen konstruktiven Dialog mit Leuten führen kann, deren Wortmeldungen auf dem Niveau “Hurensohn” und “Fick Dich” angekommen sind. Dass die beteiligten Gruppen es auch besser können, ist bekannt. Trotzdem hat man sich ganz bewusst dazu entschieden, voll auf die Schiene Provokation und Beleidigung zu setzen. Aus der Ecke kommt man so schnell nicht wieder raus, und ich glaube, dass das am Samstag ein klares Signal war, dass man es gar nicht mehr will.

    Aber selbst wenn es gelingt, in einen Dialog zu kommen, wird dieser schlussendlich an dem Problem scheitern, dass der Verein den Ultras in der Sache nicht wirklich entgegenkommen kann. Die Vorstellungen, was Fussball sein soll, gehen zum einen einfach zu weit auseinander. Selbst ein eher familiär aufgestellter Grossklub wie Bayern befindet sich an der Vorfront der Kommerzialisierung und muss irgendwie dem Verlangen der Fans nachkommen, um die allergrössten Titel mitzuspielen. Aus diesem Rennen können und werden wir uns nicht unilateral ausklinken.

    Auch in der Praxis sehe ich wenig Spielraum. Sollen wir Spiele gegen Hoffenheim und andere Nicht-Traditionsvereine jetzt grundsätzlich boykottieren? Beim DFB gegen Kollektivstrafen intervenieren? In der Allianz-Arena die entsprechenden Richtlinien nicht anwenden? Das sind einfach ganz andere Fragen, als die Streitigkeiten um Ticketpreise oder Qatar, die rein den Verein intern betreffen und bei entsprechendem Willen auch gelöst werden könnten. Der konkrete jetzige Konflikt ist ja ursprünglich durch die Fixierung des BVB-Anhangs auf Hopp entstanden und erst durch die, meiner Ansicht nach komplett verfehlte, Solidarisierung auf uns übergeschwappt.

    Ich hoffe, dass ich mich irre. Vielleicht erreicht es eine Überzahl vernünftiger Leute in der Kurve, den echten Radikalen ins Gewissen zu reden oder sie konsequent auszugrenzen. Ich bin kein Ultra und habe keine Ahnung, wie es da um die interne Dynamik steht. Aber ich glaube eher, dass der Verein diesmal konsequent die beiden hauptverantwortlichen Gruppen aussperren wird, und recht damit hat. Gerne auch verbunden mit einem intensiveren Dialog mit den verbliebenen Fans und echtem Entgegenkommen bei den Themen, die man intern lösen kann – wie etwa dem Qatar-Sponsoring.

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    1. Das ist doch alles Geschwätz – wenn man die Stellungnahme der Schickeria liest, dann sind die entweder noch dümmer, als man glaubt, oder sie wollen alle anderen für dumm verkaufen.
      Am 23. Spieltag gab es wegen der gleichen Banner und Plakate in Gladbach die Spielunterbrechung und den drohenden Spielabbruch – und dann will die Schickeria allen Ernstes glauben machen, dass man von der Spielunterbrechung völlig überrascht worden ist.
      Ja und eigentlich geht es ja nur um den DFB – und das Sportgericht soll sich zum Deppen der Nation machen, wenn es eine Bewährungsstrafe verhängt, die den Betroffenen analog zum Pyroverbot völlig am Selbigen vorbeigeht, woran sie auch keinen Zweifel lassen. Mit Hopp hat es ja eigentlich nur am Rande zu tun.
      Wer das wirklich glaubt, ist von der Realität weit entfernt.

      Und die ganzen Bösen stecken einen mit Rassisten und Mördern in einen Topf.
      Der letzte Politiker, der bei einer läppischen Dmo so abgebildet wurde, ist vier Wochen später erschossen worden. Das war dann halt ein Verrückter!
      Und gerade die Schickeria, die so geschichtsbewusst ist, müsste es wissen – in den 60er Jahren wurde von einer Zeitung der Untergang des Abendlandes heraufbeschworen, weil ein gewisser Rudi Dutschke “das Volk aufwiegelte”. Nach wochenlangen Tiraden machte sich dann ein “aufrechter Bayer” auf den Weg nach Berlin.
      Dort hat er dann – nach seinen eigenen Worten – “das dreckige Kommunistenschwein auf offener Strasse abgeknallt!” Auch ein Verrückter.
      Und keiner war es schuld, genau wie bei Walter Lübcke.
      Und in der heutigen Zeit gibt es ja keine Durchgeknallten mehr.
      Fadenkreuzbild – Spässle gemacht!
      Gestern in Hannover waren es schon zwei Bilder.

      Und diese Stellungnahme soll man noch Ernst nehmen?

    2. @Horst Mohammed +1 – Dieser ganze Aufstand entbehrt nicht einer gewissen Bizarrerie. Ich verstehe durchaus die – vielfältig begründbare – Notwendigkeit einer Kapitalismuskritik. Nun allerdings diese Auseinandersetzung ausgerechnet in den Kontext des professionellen Fußballs einzulesen, diesen quasi stellvertretend zum symbolischen Kampfplatz zu stilisieren für all das, was an gesamtgesellschaftlichen und auch geopolitischen Dingen schief läuft, mutet fast schon wieder dadaistisch an, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Traditionsvereine dabei die “Guten” sein sollen, die nicht weniger durchkommerzialisiert sind als die wenigen anderen. Jubeln nicht die gleichen Leute, die den Reichtum Einzelner verurteilen, Spielern zu, die ebenfalls Millionen verdienen, was im Grunde auch jeder Vernunft entbehrt? Der ganze Betrieb würde doch überhaupt nicht funktionieren, würden nicht Riesensummen hin- und hergeschoben, die keinesfalls nur über Einnahmen aus Ticketpreisen, sondern eben auch nur über kapitalistische Dynamiken erzeugt werden, und hinter denen letztlich die gleichen Leute stehen, die auch jetzt zur Zielscheine geworden sind? Übrigens: auch in den vormals “sozialistischen” Ligen, und sogar heute im Amateurbereich herrscht(e) keine paradiesische Chancenegalität, wie es unserer sans-culottischen Fußball-APO vorzuschweben scheint. Ich habe gar nichts gegen Kritik, aber warum muss sie sich so niederträchtig und vulgär zeigen, und dann auf so einem Nebenschauplatz? Gäbe es nicht andere, wichtigere Felder des Engagements, wie auch kreativere, nachvollziehbarere Aktionsformen dafür? Fühle mich bei dergleichen schon länger an das berühmte Marx-Zitat aus dem “18. Brumaire” erinnert, demzufolge sich in der Geschichte alles zweimal ereigne, einmal als Tragödie, dann als Farce – so auch diese Fussball-APO, deren Motiven ich nicht ganz vertrauen kann, zu suspekt ist mir dabei die Selbstinszenierung und -darstellung. Und nochmal: die “Kurven” haben oft einen beträchtlichen Anteil daran, dass die Sitten verrohen, und sind ganz bestimmt- gerade in Bezug auf den BVB – teilweise selbst nicht frei von faschistischen oder rassistischen Ressentiments und Beleidigungen, Hetze oder Herabsetzungen der gegnerischen Spieler. Bei den “Kapitalisten” wird generalisiert, sich selbst möchte man, wo es bequem ist, nicht über einen Kamm geschoren wissen.

      1. @several
        1+

        DIe FCB Ultras sollen doch erstmal vor der eigenen Haustür kehren, und den FCB de-kommerzialisieren. ;-)

        Absurd.

      2. @several
        Es geht um Kapitalismuskritik (von den Fans der Erzkapitalisten) und Randale.

      3. @severalseasons Antikapitalismus als Schnittstelle zwischen deutschen Links- und Rechtsextremen hat ja einige Tradition, und so eine Querfront scheinen unsere vorgeblich progressiven Ultras jetzt auch mit dem Dortmunder Anhang zu bilden. Das das ausgerechnet die Fans der beiden reichsten (in einem Fall börsennotierten) deutschen Vereine tun, entbehrt tatsächlich nicht der Ironie. Möchte mal wissen, was die sagen würden, wenn wir die ganzen teuren Stars im Sommer rauswerfen und ab sofort konsequent mit einer sozialistischen Arbeiterjugend antreten.

        Welches Ziel sie sich dafür ausgesucht haben, ist auch bizarr. Hopp ist so ziemlich der Idealfall des Investors: versucht weder, einen kurzfristigen Reibach zu machen, noch pumpt er Geld ohne Ende rein und verzerrt damit den Markt. Wenn das schon für Morddrohungen reicht, möchte ich nicht wissen, was den Glazers in Deutschland widerfahren wäre.

      4. @sysrel
        Bingo.
        Es geht den Chaoten bei den Ultras nur um Macht und Meinungshoheit.
        Mit den Mitteln bester althergebrachter linker Argumentationskünste!!!
        Sie repräsentieren eine geringfügige Minderheit im Promillebereich im Club und im Stadion.
        Und daran sollten wir alle und immer erinnern.
        Eine Überhöhung ist lächerlich.
        Aktionen und Taten die wir in unserem Stadion nicht wollen müssen und werden unterbunden.

        Die Verantwortlichen bei den Chaoten sind den meisten Gruppierungen bekannt.
        Warum unternehmen sie nicht dagegen?
        Warum verstecken sie sie und sich?

    3. @Horst Mohammed: Ich stimme Dir voll und ganz zu. Wer sich auf dieses Niveau begibt (und das kam ja nicht aus dem Affekt, sondern war durchdacht), der signalisiert: ich will mit dem Gegenüber nicht mehr reden.

      Bleibt zu hoffen, dass sich weite Teile der Fankurve davon distanzieren. Noch schöner wäre es, wenn diese Teile der Fankurve bei Hopp um Entschuldigung bitten würden für das Fehlverhalten der “Kollegen”. Und parallel Kritik am DFB äußern, die sachlich bleibt. Wenn ich träumen dürfte, dann würden sie auch noch versuchen, die Deppen ausfindig zu machen, die für die Entgleisung am Wochenende verantwortlich sind. Das wären starke Zeichen, nach denen man auch problemlos in den Dialog treten könnte. Wobei der DFB und der Verein den Dialog sowieso anbieten sollten, aber eben auch deutlich machen, dass es klare Regeln für diesen Dialog gibt, zu denen u.a. gehört, dass solche Aktionen in Zukunft gefälligst nicht mehr geschehen dürfen (ansonsten sofortiger Abbruch des Dialogs inkl. öffentl. Inszenierung) und man jetzt eine Selbstreinigung der Kurve erwartet. Und man sollte deutlich machen, dass man trotzdem die Leute ausfindig machen möchte, die für die Vorfälle am Wochenende verantwortlich sind und daran mitgewirkt haben. Und dass diese Leute empfindliche Strafen zu erwarten haben.

  14. Anders als Justin sehe ich in den letzten Jahren eine klare Annäherung zwischen Verein und aktiver Fanszene. ( seit dem Abgang des Terrorexperten)
    – Abschaffung Blockzwang
    – Austausch der Hintertornetze
    – Südkurvenparty
    – die gemeinschaftliche Verschönerung der AA
    – Festlegung einer Mindestanzahl von zu besuchenden Arenaspielen, sonst JK Entzug.
    – Soundanlage

    Sind alles Maßnahmen / Zugeständnisse, welche gemeinsam also von Verein und Fans erreicht wurden.
    Darauf gilt es meiner Meinung nach aufzubauen.

  15. Ich hab das empfohlene https://www.unserekurve.de/blog/verbaende-muessen-differenzieren-deeskalieren-und-fans-einbeziehen/ gelesen und kann gar nicht mehr aufhören zu lachen.

    Da wird behauptet, wenn es sich nur gegen ein Individuum richtet, dann ist es keine Diskriminierung oder Rassismus.
    Da wird behauptet die “aktiven Fans” würden sich seit je her gegen Diskriminierung und Rassismus, Homophobie und Sexismus wenden, obwohl sie jemanden als Hurensohn bezeichnen.

    Und mit der Beschimpfung Hopps als Hurensohnt “werden Menschen eben nicht individuell abgewertet, sondern aufgrund eines zugeschrieben Merkmals einer „Gruppe“ zugeordnet”.

    Hopp soll sich also nicht angesprochen fühlen.
    Dass man nun anklagt Hopp würde persönlich beleidigt, ist sozusagen eine Frechheit: “Der Vergleich mit einer persönlichen Beleidigung relativiert und bagatellisiert die Bedeutung von Rassismus und Diskriminierung.”

    Und eigentlich wollte man ja nur die Kollektivstrafen-Volte des DFB kritisieren. Und das wird jetzt alles aus dem Zusammenhang gerissen!

    Ach und Hopp hat auch irgendwann mal die Behörden eingeschaltet! Das ist natürlich sehr sehr verwerflich!

    Und dann das Argument Hopp würde ja schon seit 12 Jahren so beleidigt.

    Im Rest des Statements wird sich beklagt warum sich der DFB nicht öfters zusammensetzt mit den Leuten die Hopp als Hurensohn bezeichnen.

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    1. Die ganzen Äußerungen zeigen nur, wie krude das ganze Denken inzwischen ist. Die radikalen Teile der Kurve sind inzwischen so verbohrt, dass sie sich Argumenten zusammenzimmern müssen, damit es noch ansatzweise rational klingt. Aber das ist so schräg, dass man es nicht mehr glauben kann. Diese Teile der Kurve sind eindeutig nicht dialogbereit – und dialogfähig sind sie sowieso nicht.

    2. Es ist wirklich lächerlich
      Man kann das wirklich nicht Ernst nehmen .
      Eine total verquere Denke.
      Wichtig ist ach eher was bei unserem Club passiert

  16. Ich wage mal eine Prognose für heute abend: Spielabbruch.

  17. Nach den heutigen Statements der diversen Ultragruppierungen sehe ich schwarz.
    Und selbst wenn die Organisationen nichts tun, irgendwelche 5 Mann Gruppen werden einfach um des provozieren Willens Aktionen fahren, die Unterbrechung oder sogar Abbruch bedeuten.
    Sollte Nübel bei S04 spielen, geht es wahrscheinlich noch schneller, irgendein “Traditionsfan” wird mit Sicherheit genügend Feuerzeuge zum Werfen mitgebracht haben…………

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    1. Spielabbrüche sollten immer nur die Ausnahme und situationsbezogen sein.

      Eine kommunizierte Automatik ist naiv und dumm da sie quasi eine Anleitung dazu ist.

      Da muss sich der DFB gegen die UEFA Fifa wehren

  18. Puh, die Aufstellung gefällt mir nicht so wirklich, hab da ein ganz flaues Gefühl in der Magengrube! Mal schauen wie es läuft, tippe aber auf ein sehr zähes Spiel!

    Sg und hoffentlich hab ich mal wieder unrecht……

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    1. Vor allem erahne ich noch nicht mal, wie die Positionen so ungefähr sein werden. Müller auf der 10 oder 9? Oder rechtsaußen? Gnabry auf der 9 oder rechtsaußen oder linksaußen? Goretzka auf der 10 oder rechtsaußen oder auf der 8? Und wo spielt Coutinho? Und wo Tolisso? Vielleicht macht man so Schalke ja auch vollkommen nervös, aber am Ende spielen etliche Spieler bei uns nicht auf den Positionen, auf denen sie gut sind (was natürlich auch an dem kleinen Kader liegt, der bei 3-4 Verletzten schon aus dem letzten Loch pfeift).

      1. Vor allem Müller würde ich nie von seiner Paradeposition wegziehen. Man hat doch gesehen, was er zuletzt an Scorerpunkten geliefert hat. Auf dem Flügel und als 9er verliert er komplett seine Stärken und unsere Offensive an Überraschungsmomenten

  19. Hätte mir auch die Aufstellung von Samstag gewünscht. Durch den Ausfall von Boa dann halt Pavard in der IV und Odri als RV…

    Bin gespannt.

  20. Hm. Offensiv hat doch alles gepasst in Hoffenheim. Warum nicht wieder Zirkzee auf der 9?

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    1. Leon Goretzka soll wohl gegen seinen Ex-Verein ran. Mal sehen, ob er aus seinem Deckungsschatten rauskommt.

      1. Sobald du über Leon sprichst, bekommt er einen Doppelnamen von dir: Goretzka-Deckungsschatten. Man könnte meinen, du…

  21. Phonzie wird gedoppelt. :D

  22. Tolisso ist ein riesiges Sicherheitsrisiko. Ballverluste, Konter, hinterhertraben. Im Gegenzug kommt nach vorne nichts. Klar steht der Gegner tief und eng. Aber so planlos wie er darf man nicht sein.

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    1. Macht dann ne Bude.

  23. Todibo mit unserer besten Chance bisher.

  24. Müller fehlt auf der 10. Die Räume sind eng und weder Goretzka noch Tolisso machen Laufwege, um mal die Räume etwas zu öffnen. Dazu lassen sie die Bälle nicht prallen und spielen sie auch nicht schnell weiter (wie Müller das gerne mal macht).

    Und so muss das Tor dann nach einer (eigentlich schlechten) Ecke fallen und wird von einem IV aus der Distanz (etwas glücklich) erzielt.

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    1. Finds eigentlich ganz angenehm. Also deine Kritik ist zutreffend, aber jetzt nach dem Tor wirkt es ja nun echt nicht so, als würde uns Schalke heute noch gefährlich werden.

      Es ist interessant zu sehen, wie oft man den hohen Ball, oder einen Steilpass versucht um dann abprallen zu lassen. Sieht für mich nach Konzept aus und nicht Ratlosigkeit.

      Fans bisher wohl auf beiden Seiten sehr zurückhaltend. Hoffen wir, dass es so bleibt.

      1. Stimmt schon, Schalke wirkt nicht sonderlich gefährlich. Die langen Bälle sind mir auch aufgefallen; sie sind ab und zu ein gutes Mittel, doch weil das Spiel durch die Mitte bisher nicht klappt, sind sie das einzige Mittel, da wir ja auch nicht mit Tempo über die Flügel kommen können (da Schalke dann sofort noch tiefer schiebt, wenn wir in die Richtung aufziehen). Und da sollten wir schon variabler sein, denn leider reicht ja ein Ballverlust für den Konter zum Gegentor.

    1. Ja, mal wieder bester Mann auf dem Platz.

    2. Mühsamer Sieg, aber verdient. Was deutlich wurde, ist, dass Müller besser auf der 10 spielen sollte. Und dass wir viel zu viele box-to-box-Spieler haben, die in Spielen, in denen der Gegner tief steht, kein Faktor sind. Goretzka und Tolisso haben in der Mitte viel zu wenig bewirkt. Thiago musste dann mal wieder viel zu viel der Last tragen – was er brilliant gemacht hat.

  25. habt ihr gerade den ARD Kommentator über Thiago gehört? Super Staubsauger, traut man so einem Techniker gar nciht zu. Was Thiago heute wieder defensiv macht ist WEltklasse, ich glaube es gibt keinen MF der so defensiv unterschätzt wird, weil es einem Klische widerspircht, dem Jens Jeremies Klischee, Holzer=defenisv stark, Edeltechniker gleich offensiv stark. Wenn der verkauft wird, raste ich aus. Noch zehnmal dümmer als Kroos zu verscherbeln

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Ich wollte es vorhin schreiben, gibt es eigentlich sowas wie “Rebounds” beim Fußball? Was der in der Rückwärtsbewegung alles an Bällen zurückerobert bzw. dem Gegner noch vom Fuß wegspitzelt ist sagenhaft.

    2. @rookie: +1

    3. Die Thiagointelligenz ist unfassbar überragend

  26. Sauber! Auswärtssieg. Kräfte geschont. Erkenntnissgewinn. Flick bitte Müller nicht mehr sinnlos verheizen.

  27. Bei Müller auf der Position krieg ich Anfälle. Was der da alles verdaddelt, geht so gar nicht.
    Ansonsten eiskalt den Gegner laufen gelassen und immer schön so latenten Druck aufgebaut. Ich glaube, man hätte das Tempo auch noch verschärfen können, nur war das heute nicht nötig.

  28. Funfact am Rande: Schiedsrichter Stieler, der vor ein paar Wochen Plea wegen Reklamierens mit Gelb-Rot vom Platz schickte, lässt sich von Burgstaller anrempeln und anbrüllen. Und ist plötzlich zu feige ihn rauszuhauen.
    War mir sowas von klar. Erst weit aus dem Fenster lehnen und dann noch weiter zurück rudern.
    Wird mit den Spielunterbrechungen/Spielabbrüchen genauso sein. In ein paar Wochen kannst wieder Hurensohn-Plakate raushängen und keinen interessiert es.

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    1. In beiden Sachen muss ich dir da Recht geben.

      Leider.

      Wäre schön, wenn SR mal konsequent wären. Würde Einiges erleichtern.

    2. Mensch Wohlfahrt
      Wird immer sympathischer der Jung weil immer realistischer.

      Ein schwacher Schiri bleibt ein schwacher Schiri

  29. Die Jungs könnten echt mehr Zielwasser trinken. Alaba Freistösse nicht so überragend. Reine Konzentrationssache.

    Man muss Coutinho noch viel mehr einbinden, über ihn das Spiel laufen lassen, er ist einer der wenigen die eine Abwehr knacken können.

  30. Ein sehr enttäuschender Artikel
    Justin scheint so wenig zu lernen wie die Ultra Gruppen die die trouble maker sind

    More later

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    1. Grandioser Artikel. Julian reflektiert und 918 ärgert sich, dass nix passiert ist.

      1. hey 918 – es ist fastenzeit. wäre das nicht mal ein anlass, sich des logorrhoe-artigen dauerkommentierens zu enthalten? nur bis ostern! mit Option auf verlängerung, wenn es den leuten gefällt! come on, du schaffst das!

  31. @sendlinger hat zwar schon kurz was dazu gepostet (03.03.2020, 18:07 Uhr), und ich wollte hier auch nichts mehr schreiben. Aber bei einer Passage des – die Kritik war berechtigt – auch im übrigen schwachen Artikels hat es mich dann doch “gerissen”:

    Wenn hier – offenbar ernst gemeint – die Meinung vertreten wird, der FC Bayern hätte zu einer Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung / des Eisner Vereins (!) einen Vertreter entsenden müssen, dann kann ich nur dringend anraten, sich mal Gedanken über die Fremd- und die Selbstwahrnehmung dieses Blogs und der so genannten FCB-Ultra-Szene zu machen. Mit Verlaub, aber da müssen ein paar verwöhnte Vorstadtkiddies schleunigst von ihrem trip runterkommen.

    Unser Verein geht aus gutem, sehr gutem Grund der politischen Selbstdarstellung bestimmter Kreise konsequent aus dem Weg. Und zwar jedweder Richtung. Und ebenso, wie sich FC Bayern außen vorhalten wird, wenn die “Desiderus Ersasmus Stiftung” mal zu einer Diskussion über “angemessene Kurzhaarschnitte [ vulgo: Glatzen ] und dazu passende Schnürstiefel im Stadion” laden sollte, gibt es schlicht und einfach gar keine Diskussion, dass auch die beiden bezeichneten parteinahen Stiftungen bei ihrer “Aufarbeitung von Fanthemen” unter sich bleiben müssen.

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    1. @wipf
      Kevin Keegan würde jetzt sagen.
      I love it
      I absolutely love it.
      Ich bin vor Lachen fast vom Hocker gefallen.
      Klassisch überragend guter Kommentar!!!

    2. Von oben herab, arrogant und selbstherrlich. So kommt dieser Kommentar bei mir an. Und das nicht wegen deiner (politischen) Meinung, die du gern so vertreten darfst und auch unbedingt musst. Sondern viel mehr wegen deiner Art und Weise, wie du sie hier vorgetragen hast. Mach mit dieser Information, was immer du willst. Ich werde so jedenfalls nicht in eine Diskussion einsteigen. Wobei das wahrscheinlich auch gar nicht der Zweck deines Kommentars war.

  32. Wiederspricht hier etwas Lahm dem Lahmsteiger?

    Lahm sagte zu den Beleidigungen und Plakaten mit einem Konterfei von Hopp im Fadenkreuz: “Erst mal muss man sich davon distanzieren. So etwas hat im Stadion oder außerhalb nichts zu suchen.”
    Der 36-Jährige erinnerte an einen Vorfall in der 3. Liga, bei dem ein Zuschauer in Münster nach rassistischen Kommentaren von seinen Nebenleuten den Ordnungskräften übergeben worden war. Lahm nannte dies “das perfekte Beispiel”, wie man mit solchen Situationen umgehen soll. “Zivilcourage und die Gemeinschaft kann das im Stadion lösen.”

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    1. @918, der “Lahmsteiger” war auch gut ..

      1. War natürlich als Scherz und nicht als Provokation gemeint.

        Hoffe mal das unsere Verantwortlichen jetzt besonnen und konsequent handeln.

        Und wir beide streiten wieder über das sportliche……..

    2. Erstens gibt es da keinen Widerspruch. Ich habe mich ebenfalls von der Beleidigung distanziert.
      Zweitens: Selbst wenn es einen Widerspruch geben würde, sind Philipp Lahm und ich doch nicht eine Person. Warum sollte eine Meinungsverschiedenheit in irgendeiner Form Relevanz haben?

  33. 918 04.03.2020 – 09:43
    Wann werden sie sich dieser Rhetorik bedienen?
    Nach einer Revolution, wenn wir ein Prozent der Reichen erschossen haben“, brauche man eine Energiewende für Heizung und Mobilität, sagt die Teilnehmerin in einem Video vom Strategiekongress der Linkspartei am Wochenende in Kassel.
    Direkt neben ihr auf dem Podium hört Linken-Chef Bernd Riexinger (64) seelenruhig zu. Seine Klarstellung im Anschluss: „Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie für nützliche Arbeit ein.“

    Was bezweckst Du mit diesem Kommentar, 918? Das ist genau die Art und Weise, die ich als “Hetze” bezeichne. Mal ganz abgesehen davon, das ich nicht verstehe, was die Links Partei in diesem Blog verloren hat.

    Für alle hier ein Link, der umfassender auf den Text von 918 (den dieser wieder mal nicht als Zitat gekennzeichnet hat) erklärt:
    https://www.bz-berlin.de/deutschland/skandal-aussage-auf-kongress-linke-will-reiche-erschiessen-lassen

    Antwortsymbol1 AntwortKommentarantworten schließen
    1. Haben wir genau deshalb gelöscht. Außerdem haben wir auch wegen anderer Posts gehandelt. Beispielsweise die ständige Vebreitung von (Falsch-)Informationen zu den Ultras ohne eine einzige Quellenangabe. Siehe auch Jans Post unter der Spielanalyse. Danke aber für deinen Hinweis.

  34. Im Nachgang noch zwei Gedanken:

    1.
    Justin, der Text vom 3.3. gefällt mir besser als der vom 1.3.
    Ich möchte da nur kurz ne Murmel in Topf 2 werfen ;) Der Maßstab bin ich ja selbstverständlich nicht ;)

    2.
    Dann habe ich mittlerweile die Stellungnahme der Schickeria auf suedkurve-muenchen gelesen.
    War auf jeden Fall interessant. Wo ich zustimme und wo nicht, ist erstmal nebensächlich.

    Es geht in der Stellungnahme unter anderem darum, dass man zum einen von einer solchen Eskalation überrascht war und sich zum anderen missverstanden fühlt.
    Als “Sofa-Fan von Auswärts” ;-) habe ich von der Auswärtssperre gegen Dortmund gelesen. Eine Woche später habe ich auch in Gladbach den dreifachen Hurensohn mitbekommen und eine Anspielung auf Dortmund vermutet. Wieder eine Woche weiter gegen Hoffenheim beim nächsten Hurensohn lag dann zwar ein gewisser Zusammenhang auf der Hand. Die komplette Geschichte dazu mit allen Einzelheiten war mir im ersten Momemt aber schlicht nicht präsent. Ist teilweise auch schon ne Weile her. Die Live-Bilder waren da nun mal Vordergrund und ich war auch überrascht.
    Wenn ich mir so hinterher überlege, wen ich wo gehört habe bzw. was ich wo gelesen habe, ist der Gesamtzusammenhang am Anfang nicht oder nur wenig dargestellt worden. (Nur meine bescheidene, persönliche Wahrnehmung)

    Worauf ich raus möchte:
    Damit man in Zukunft über die wesentlichen Sachen diskutiert, könnte man vielleicht so ähnlich wie in Krimis die Ermittler eine Tafel füllen, den Stand der Diskussion auf eine übersichtliche Weise zusammenfassen und an geeigneter Stelle veröffentlichen.
    Das mag für manche überflüssig sein, weil selbstverständlich. Einigen anderen an verschiedenen Stellen könnte ein “Spickzettel” mit dem jeweils aktuellen Stand vielleicht helfen bei kommenden Diskussionen.
    Wie und wo genau, keine Ahnung. Nur so ne Idee.

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