Die Bayern zwischen Atlético und Frankfurt

Justin Trenner 22.10.2020

“Wir haben unser Aufbauspiel ein bisschen verändert, um bestimmte Räume zu bespielen”, sagte Leon Goretzka nach dem 4:0-Erfolg über Atlético Madrid. Einblicke in die taktische Ausrichtung einer Mannschaft gibt es in der Regel nur selten. Oftmals liegt das an doch eher simpel aufgebauten Fragen, die sich mit wenigen Silben beantworten lassen.

Seit Hansi Flick Trainer beim FC Bayern ist, fallen taktische Stichworte aber immer häufiger – teilweise sogar von selbst. Vor allem aber fällt auf, dass die Analyse verschiedener Spieler direkt nach den Spielen sehr einheitlich ist.

Der FC Bayern ist eine Einheit

So schlug Flick in dieselbe Kerbe wie Goretzka: “Wir haben versucht, die Räume, die wir vorgegeben haben, zu bespielen.” Jetzt darf man süffisant fragen, ob das nicht völlig normal ist. Immerhin stehen da Profis auf dem Platz und daneben sehen gleich mehrere Trainer zu, die das Team auf ihre Aufgabe vorbereiten sollen.

Es gab aber durchaus Zeiten, in denen dieser gemeinsame Weg bereits in simplen Interviews nicht erkennbar war. Wo die Analyse vom individuellen Befinden des Spielers abhängig zu sein schien. Nicht unter Flick. Gemeinsame Räume, gemeinsame Laufwege, gemeinsame Ausrichtung, gemeinsame Ziele – der FC Bayern ist auf und neben dem Platz eine Einheit.

Und aus der Perspektive eines Blogs, der sich gern mit taktischen Aspekten auseinandersetzt, sind solche Aussagen ein Ohrenschmaus. Man darf sich das wie beim Pressing der Münchner vorstellen: Es gibt einen Trigger und eine daraus entstehende Aktion. Der Trigger ist in diesem Fall Goretzkas Aussage, dass man das Aufbauspiel ein Stück weit angepasst habe, um gegen den tief stehenden Gegner bestimmte Räume bespielen zu können. Und die Aktion? Nun. Aggressive Einschläge und absoluter Druck auf die Tastatur und (hoffentlich) zarte und präzise Pinselstriche auf der Taktiktafel. Denn wir wollen nun mal schauen, was Goretzka und Flick gemeint haben könnten.

Analyse: Bayern mit Detailanpassungen gegen Atlético

Typischerweise spielen die Bayern unter Flick mit einrückenden Flügelstürmern und recht hoch agierenden Außenverteidigern. Im Zentrum wird das Spiel dadurch mit viel Bewegung und guter Organisation verengt, um sich dann über die Halbräume Chancen zu erarbeiten – vereinfacht ausgedrückt.

Gegen Atlético hat sich der Fokus oftmals auf die rechte Seite verschoben. Die durchschnittlichen Positionen sehen laut der App “SofaScore” in etwa so aus:

Ungefähre Durchschnittspositionen des FC Bayern gegen Atlético.
(Nachgestellt, Quelle: SofaScore)

Die Erkenntnis: Goretzka, Kimmich und Tolisso haben viel rotiert, weshalb ein sehr enges “Knäuel” im Zentrum zu sehen ist. Ihr Fokus lag aber eher auf der rechten Seite des Spielfelds. Auch Alaba, Süle und Lewandowski sind im Vergleich zu ihrer Standardposition leicht nach rechts verschoben. Müller hingegen agierte erwartungsgemäß stark eingerückt, während Pavard im Schnitt höher positioniert war als Hernández. Comans Durchschnittsposition ist wiederum erheblich breiter als jene von Müller – und sie wäre wohl noch breiter, wenn er nicht in einigen Spielphasen auf die rechte Seite gewechselt wäre.

Hieran lässt sich schon in etwa erkennen, was die Bayern anders gemacht haben als in den Wochen zuvor. Nachdem es die Münchner geschafft hatten, Atléticos Pressing durch lange Ballbesitzphasen nach hinten zu drücken, sah die Grundausrichtung in etwa so aus:

Pavard schob hoch und Hernández war Teil des Aufbaus in erster Linie, seltener war es andersherum. Dadurch hatten die Münchner bei Ballverlusten mindestens drei Spieler in der Konterabsicherung. Müller orientierte sich wiederum in Richtung Mitte. Interessanterweise spielten die Bayern dann mit einem starken Rechtsfokus. 37 % aller Angriffe liefen über diese Seite, nur 31 % über links – in der Bundesliga sind es im Schnitt 34 % über rechts und 42 % über links.

Gerade die drei zentralen Mittelfeldspieler bewegten sich häufig in den rechten Halbraum. Sowohl Kimmich und der ohnehin halbrechts aufgestellte Goretzka als auch Tolisso, der eigentlich halblinks aufgestellt war, positionierten sich oft in der rechten Spielfeldhälfte. Manchmal war es Hernández, der Tolissos Position halblinks durch einen diagonalen Lauf zumindest ansatzweise oder absichernd abdeckte.

Durch das starke Verschieben hatten die Bayern nun mehrere Möglichkeiten: Beispielsweise Durchbrüche aufgrund von Überzahlsituationen im rechten Halbraum, oder das Freispielen des aufgerückten Pavards oder eines anderen Spielers, der gerade die Position auf der rechten Außenbahn besetzte. Allerdings waren solche Spielzüge eher ein Nebeneffekt.

Das eigentliche Ziel dieser Überladung war es, den eher breiter stehenden Coman freizuspielen. Durch den Rechtsfokus verengte sich auch die Defensivformation von Atlético stark. Vor allem über Kimmich, der immer wieder von Müller, Tolisso und Goretzka freigelaufen wurde, erfolgten dann einige Verlagerungen. Das gab Coman die entscheidenden Meter Platz, um bei Verlagerungen sofort Tempo aufzunehmen und in den Strafraum einzudringen. Sein Gegenspieler Trippier war meist überfordert, sein Gegenspieler gewann insgesamt vier Dribblings.

Zurück in den Bundesliga-Alltag

Flick zeigt damit abermals, dass er anpassungsfähig ist und welch vielerorts unterschätzte Qualitäten er im konzeptionellen Bereich hat. Siege wie auf dem Reißbrett geplant und trotz aller vorherigen Zweifel eine Leistung, die mental und physisch auf allerhöchstem Niveau einzuordnen ist.

Die Bayern machen damit in der Champions League da weiter, wo sie zuvor aufhörten. Es ist saisonübergreifend der 12. Sieg im 12. Spiel bei 47 zu 8 Toren – also im Schnitt 3,9 zu 0,6 pro Partie. Es gibt keine Superlative mehr für diese Mannschaft.

Und genau das dürfte den Bundesligaalltag in dieser Saison noch komplizierter machen. Im Prinzip geht es gegen Frankfurt am Samstag primär nicht darum, wie gegen Atlético Madrid auf taktischer Detailebene den Unterschied zu machen. Es wird darum gehen, mental und physisch erneut an die Grenze oder sogar darüber hinaus zu gehen. Woche für Woche für Woche …

Präzision, Effizienz und Geduld – auch gegen die Eintracht?

Fehlen nur wenige Prozentpunkte Konzentration, Laufbereitschaft oder Intensität, drohen Partien wie gegen Hoffenheim oder Hertha. Frankfurt ist gut in die Saison gestartet, hat noch kein Spiel verloren. Allerdings hießen die Gegner bisher auch nur Bielefeld (1:1), Hertha (3:1), Hoffenheim (2:1) und Köln (1:1). Immerhin, so könnte man die Situation zuspitzen, gelangen der SGE mehr oder weniger souveräne Siege gegen zwei Teams, die es den Bayern schwer machten. Auf der anderen Seite holte der amtierende Meister einen deutlichen Sieg gegen Bielefeld.

Klar ist, dass Frankfurt mit der aggressiven und gegen den Ball meist gut organisierten Ausrichtung unter Hütter immer eine Gefahr darstellt. Spielen die Bayern aber mit der Präzision, Effizienz und Geduld vom Mittwochabend, wird die SGE leer ausgehen. Auf dem Papier ist diese Rechnung leider so einfach. In der Bundesliga braucht selbst Borussia Dortmund viel Glück, um der Mannschaft von Flick an einem guten Tag den Bein zu stellen.

Dementsprechend wird Hütter auf die Hoffenheim-Bayern hoffen. Und womöglich wird er sich taktisch sogar an der Hoeneß-Ausrichtung orientieren. Zumindest hat er die Spielertypen dafür.

Es ist relativ unwahrscheinlich, dass Leon Goretzka nach dem Spiel wieder darüber sprechen wird, dass das Team im Spielaufbau einiges verändert hat. Womöglich wird der Fokus dann je nach Ausgang eher darauf liegen, wie die Mannschaft die komplizierten Gegebenheiten angenommen hat. In jedem Fall aber darf davon ausgegangen werden, dass wieder alle Spieler dieselbe Linie fahren werden wie ihr Trainer. Und darauf lässt sich der Erfolg dann auch ganz gut reduzieren – auf jeder Ebene.



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King Coman Hands of God
  1. Perfekte Analyse
    Es ist wirklich beeindruckend wie Flick es schafft das Team einzustellen und die Spieler es nahezu perfekt umsetzen. Die Anfangsphase war schon etwas holprig, Kimmich hat dann aber das Zentrum so dominiert das es rund lief.
    Coman hat natürlich geliefert in Abwesenheit seiner Konkurrenten, das Zeichen eines Klassespielers. Auch Tolisso mit einer guten Leistung die ihm hoffentlich mehr Selbstvertrauen gibt. Hoffe das sie die Wackler in der Abwehr weiter ausmerzen können.
    Eine wirklich tolle beeindruckende Teamleistung gegen ein immer sehr schwer zu bespielendes Atlético.

  2. Vielen Dank für die schöne Analyse, deren Qualität der akribischen Arbeti von Flick in jedem Fall gerecht wird. Bleibt zu hoffen, dass er das wirklich alles so geplant hat ;-)

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    1. @GS

      Flick ist der erste Trainer seit Jahren, bei dem es keine Rolle spielt ob Müller über rechts kommt oder in der Mitte spielt. In der letzten Rückrunde standen uns einige Spiele lang kein Außenstürmer zur Verfügung und trotzdem gewannen die Bayern immer mit 3, 4 Toren. Selbst Thiagos Ausfall war schnell vergessen.

      Von daher gehe ich schon davon aus, dass dies alles irgendwie so gewollt war, zumindest wenn ich es mit den Jahren davor vergleiche. ;-)

      Flicks Händchen den entscheidenden Spieler in die Mannschaft zu rotieren / zu wechseln soll nicht unerwähnt bleiben.

      1. Ich bin da ganz Deiner Meinung.
        Hatte mich auch nur augenzwinkernd auf Justin bezogen (“Denn wir wollen nun mal schauen, was Goretzka und Flick gemeint haben könnten.”); so eine Taktikanalyse im Nachhinein ist ja immer nur eine Beschreibung dessen, was auf dem Platz stattgefunden hat – insofern können da auch mal Muster entstehen bzw. taktische Abläufe beschrieben werden, die nicht unbedingt geplant waren, sondern der jeweiligen Mannschaft eher unterlaufen sind.
        Bei Flick ist aber in der Tat immer erkennbar, dass er der Mannschaft ein ausgefeiltes Konzept mitgibt, das auf die individuellen Stärken (oder Schwächen) der auf dem Platz stehenden Spieler abgestimmt ist. Ich gehe daher auch davon aus, dass das mehr oder weniger exakt so geplant war, wie Justin es beschreibt.

        Jenseits der Taktik war es aber gestern einfach eine Freude zu sehen, wie handlungsschnell und ballsicher jeder einzelne war, aber auch mit welcher körperlichen Präsenz gespielt wurde. Nur in der Kombination kannst Du ein Team wie Atletico, die ja wahrlich keine Kinder von Traurigkeit sind, besiegen.

      2. Ein weiteres Indiz für die bewusste Verlagerung war die Positionierung Lewandowskis: Auffallend häufig fand er sich auf der rechten Außenbahn wieder, während das Geschehen in die Mitte oder auf die andere Seite verlagert wurde.
        Auf den ersten Blick scheint es eine absurde Taktik zu sein, den besten Angreifer auf außen matt zu setzen – aber welchen besseren Köder hätte man zur Verlagerung der Atletico-Abwehr auswerfen können? Und wie überzeugend muss die Ansprache Flicks gewesen sein, damit sich ein Spieler wie Lewandowski darauf einlässt?
        Das Zauberwort scheint wirklich – wie von Justin erwähnt – ‘Einheit’ zu sein.

      3. @Alain Sutter: Und vor allen Dingen hat Lewa das auf Außen auch gar nicht so schlecht gemacht. Geradezu verblüffend die Szene, als er mal auf der linken Seite in klassischer Außenstürmermanier ins Sprintduell gegangen ist, und richtig Dampf gemacht hat. Ich war wirklich beeindruckt, wie schnell er da war, als er den Sprint angezogen hat.

  3. Die Zahlen von Flick in der CL sind wirklich beeindruckend. Er hat die (gar nicht mal so schlechten) Zahlen von Kovac aus der Anfangsphase der letzten Saison noch einmal deutlich gesteigert. Damals hieß es nach dem Heimspiel gegen Roter Stern( 3:0), dem Auswärtssieg bein den Spurs (7:2) und dem Sieg in Piräus (3:2) in Sachen Tordifferenz 13:4 also 3,3 erzielte Tore gegenüber 1,3 Gegentoren. Beides wurde noch einmal massiv zu unseren Gunsten beeinflusst, wenngleich ich (ohne irgend ein Haar in der Suppe finden zu wollen) schon noch einmal anmerken möchte, dass der Gegentorschnitt von 0,5 aus den vier Spielen gegen Barca, Lyon, PSG und Atletico schon auch auf einer gehörigen Portion Matchglück basiert. nach vorne ist allerdings der absolute Wahnsinn. In Sachen Offensive sind wir momentan auf dem wohl besten Level, an das ich mich erinnern kann.
    Selbst bei einem Highlight in der Pep-Ära, dem 2:1 gegen Atletico, gelang es uns nicht, so viele klare Chancen herauszuspielen. Das Spiel war damals in Sachen Pressing und Ballsicherheit eine Augenweide, aber Chancen aus dem Spiel heraus waren eher selten. Das 1:0 war ein Freistoß, der verschossene Müller-Elfer entstand ebenfalls durch ein Gezerre im Anschluss an einen Standard und außer dem 2:1 von Lewandowski fallen mir nicht mehr so viele wirklich klare Chancen ein. Möglicherweise war aber Atletico damals in der Abwehr noch stärker als heute. Sie hatten auch den Vorteil, dass sie zu keiner Phase des Rückspiels ihren Abwehrverbund lockern mussten, weil sie ja zu keiner Sekunde vom Spielstand her draußen waren. Gestern mussten sie zwangsläufig irgendwann mehr nach vorne tun. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir derzeit zu all der Variabilität, die es unter Pep gab einfach auch noch mehr Wucht im Angriffsspiel haben.

    Antwortsymbol9 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Kopfrechnen ist nicht meine Stärke. Offensiv war es sogar ein Schnitt von 4,3 in den ersten drei Spielen der Vorsaison. Einen ähnlichen Schnitt gegen fast nur hochkarätige Gegner über 12 Spiele zu schaffen, ist natürlich dennoch viel höher einzuschätzen.

      1. @Anton:
        Auch wenn du es wahrscheinlich nicht so gemeint hast, musste ich schon schmunzeln beim Lesen deines Kommentars.
        Weil irgendwie hab ich auf das schon gewartet.
        Erst heißt es, der Kader ist zu klein, wir brauchen mehr Spieler, die Bank ist zu dünn, wir können nicht von der Bank nachlegen.
        Und jetzt kommt: Wen soll denn Flick guten Gewissens auf die Bank setzen?

        Ich sehe schon die Schlagzeilen: “Das Hauen und Stechen hat begonnen”, “die ersten Stars murren schon”……………………………

        So ist das Leben. Und meistens regelt sich das alles von selbst. Viele Spiele, Verletzungen, Sperren.

      2. Wohlfahrt, das sollte ja auch kein Gejammer sein – im Gegenteil!
        Die meisten waren doch vorher von einem zumindest nicht so ganz einfachen Spiel überzeugt.
        Und das auch, weil eben ein Sane, ein Gnabry nicht und zumindest nach der Aussage Flicks in der PK ein Davies und ein Costa nicht wirklich zur Verfügung stehen.
        Von den geforderten 4 Wingern sind 2 nicht und einer nur bedingt einsatzfähig.
        Ein Kimmich hat mit den Folgen des Vaterwerdens zu tun und ein Hernandez ist offensiv kein Davies.

        Und dann gibt es ein sattes 4:0 und offenbar war Atletico der Angriffswucht nicht gewachsen.
        Da kann der alte Diego ja froh sein, dass da nicht noch andere Kaliber auf dem Platz standen.
        Ist doch wunderbar, wenn es so ist. Dann hauen eben die “Ungeeigneten” die Dinger rein. – Gelle!
        Zu dritt haben sie den Lewandowski zugestellt! Coman hatten sie irgndwie nicht auf der Rechnung.
        Den Müller muss man decken!! Goretzka nicht? Tolisso – ach so!

        Genau so wünschen wir es uns doch – Luxusprobleme bei der Aufstellung! Auch wenn das nicht immer so sein wird. Letzte Saison hat man geflucht, weil man manchml nicht mal mehr einen Profi auf der Bank hatte.
        Jetzt hat man jede Position doppelt besetzt und noch den Nachwuchs in der Hinterhand.
        So lässt es sich mit Sicherheit auch als Trainer besser arbeiten – und dass ein Flick das moderieren kann, daran besteht eigentlich kein Zweifel.

    2. Atletico ist ja nun nicht irgendwer, den man mal so daherspielt.
      Da fragt man sich dann nach so einem Spiel und der von die angesprochenen Wucht im Angriffsspiel natürlich – wen soll denn Flick guten Gewissens auf die Bank setzen? Denn mit einem fitten Gnabry, Sane, Davies wird diese Wucht ja nicht gerade geringer. Und wenn schon die Defensivmonster von Atletico dem nichts entgegenzusetzen haben – wer dann, wenn die Mannschaft so spielt.

      1. Bei 5 Wechseln pro Spiel muss eigentlich kein Offensiver dauerhaft auf die Bank und man kann z.B. nach 60 Minuten noch einmal nachlegen. Das war ja auch ein Grund dafür, dass es gegen Barca am Ende noch 8 Tore wurden. Gestern waren die Wechsel gerade offensiv gesehen schon eine Schwächung. Kommt Costa auch noch in Form und Coman, Gnabry und Sane sind fit, dann können einem die Außenverteidiger der Gegner schon fast leid tun.

      2. Ich war eigentlich schon immer davon überzeugt, dass wir Fans des FC Bayern das Beste sind, was der Weltmarkt so zu bieten hat.
        Und wenn ich dann @willys Kommentar sehe, der selbst in der Stunde der größten Erfolge noch Mitgefühl für den Gegner empfindet, dann wird es mir ganz warm ums Herz und fühle ich mich in meiner Einschätzung mehr als bestätigt.
        Es ist wirklich Wahnsinn, wenn man dann bedenkt, dass uns trotzdem manchmal Arroganz vorgeworfen wird.

      3. @Alain
        Mal wieder großen Casino

    3. Matchglück gegen Barcelona,
      Matchglück gegen Lyon,
      Matchglück gegen PSG,
      Matchglück gegen Atlético…..

      Wie sagte schon Moses: “Immer Glück ist Können, immer Pech ist Unvermögen”.

      1. Willy bezog sich auf den Gegentorschnitt, der in den letzten CL Spielen für unsere Gegner einen Wert von 0,5 aufweist und merkte an, dass dieser niedrige Wert mit etwas Matchglück zusammenhängt. Damit meint er nicht den Ausgang des Spiels, sondern die Anzahl der Gegentore, die wir bei unseren Siegen bekommen haben…

  4. Schöne Analyse. Ich hatte mir bei der Aufstellung Sorgen gemacht, dass durch die Kombination von zwei offensiven Achtern plus Müller, der als RA stark nach innen zieht, der Bereich direkt vor dem Strafraum überfüllt wird und man Atletico das Verteidigen leicht macht. Weit gefehlt, die haben es gestern alle perfekt geschafft, geschickt zu rotieren und damit Lücken zu reissen. Tatsächlich habe ich die Atletico-Abwehr noch nie so desorganisiert gesehen, und das schiebe ich jetzt mal nicht auf einen schlechten Tag, sondern werte es als Erfolg unserer Taktik.

    Coman verdient in dem Zusammenhang auch noch ein dickes Extralob, nachdem ich ihn ja oft als Chancentod kritisiert habe. Gestern wusste er nicht nur genau, wann er in welche Räume starten musste, sondern hat dann auch mit dem Ball die Übersicht bewahrt und fast immer die richtige Entscheidung getroffen. Wenn er das jetzt regelmässig zeigt, ist er mit seiner Schnelligkeit und Technik ein weiterer kompletter Flügelspieler.

    Antwortsymbol6 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Versetze dich einmal in die Situation des Trainers bei der Analyse des letzten CL-Turniers und des neuen Saisonbeginns des FCB.
      Wer sind die gefährlichsten Offensivspieler, die man ausschalten muss?
      Zuerst einmal den Gefährlichsten überhaupt, der ja auch in der neuen Saison schon wieder da weitermacht – Lewandowski!!
      Danach den, der durch seine Tore und vor allem Scorer fast genauso gefährlich ist – Thomas Müller!
      Schaltet man die beiden aus, ist das die halbe Miete. Sane verletzt, Gnabry Corona, bleibt nur noch Coman, der die letzten Spiele auch in der Liga nicht so toll war.

      Ein Lewandowski sah sich fast durchgängig mindestens 2, zum Teil 3 Gegenspielern gegenüber. Bei Müller war es teilweise ähnlich. Da sah man dann einen Lewandoski mit seinen 2 Bewachern auf dem rechten Flügel und einen Müller mit seinen im Schlepp durch den Strafraum laufen.
      Kimmich mit dem Ballgewinn und dem Pass auf Coman, für den sich irgendwie keiner zuständig fühlt. Dumm gelaufen.
      Müller zugestellt, Lewandowski gedeckt und wer war bei Goretzka?
      Wer war eigentlich für diesen Tolisso zuständig – aber der war doch garkein Stürmer.
      Lasst bloß diesen Lewandowski nicht aus den Augen – haben sie gemacht, aber dafür den Coman zum zweiten mal.
      Da hatte aber einer ein paar ganz kluge Ideen – und genauso hat es dann funktioniert.
      Offensichtlich hat sich die Abwehr von Atletico völlig auuf die falschen Leute konzentriert. Und der Plan ist voll aufgegangen.
      Es gab eine Szene, die eigentlich typisch für Atleticos Spiel war. Ein Pass aus der eigenen Hälfte zu Robert Lewandowski, der etwa am Mittelkres den Ball annimmt und mit drei Gegenspielern als “Begleitung” den Konter dann abbricht.
      10 min später gab es dann den Pass nicht zum wieder vom Rudel zugestellten Lewandowski sondern zum völlig alleine gelassenen Coman, der daraus das 4:0 machte.

    2. Die Desorganisation der Atletico-Abwehr ist sicher zum größten Teil unserem segensreichen Wirken zuzuschreiben.
      Allerdings habe ich auch den Eindruck diese Abwehr hat in den letzten Jahren, auch bedingt durch Personalwechsel, einiges von ihrer “Unbesiegbarkeit” eingebüsst.
      Was mir vor allem auffällt: Sie nerven mich viel weniger als in der Vergangenheit. Dieses ganze Arsenal am Mitteln (oder Mätzchen) das Atletico in der Vergangenheit zu Einsatz brachte, scheint mir etwas ausgedünnt.
      Um in diesem Zusammenhang noch einmal das Müller-Wort von der Rabaukentruppe aufzunehmen. Sind sie gestern tatsächlich so aufgetreten? Mir erschienen sie regelrecht zahm und das nicht nur in diesem Spiel.

      1. Wenn man sich so die Statistiken ansieht, kann man da nicht so ganz zustimmen. Gut, deutsche Stadien mögen sie offenbar nicht!
        Aber in den ersten 4 Ligaspielen 1! Gegentor spricht nicht gerade für eine schlechte Deckung. Und in der gesamten letzten Saison waren es 25 in immerhin 38 Spielen, was auch nicht unbedingt für eine Schießbude spricht.

        Gerade Simeone mit seiner Spielphilosophie lebt von der Stimmung im Stadion, von Emotionen, Schauspiel, Pfiffen und einer daraus teilweise auch resultierenden Beeindruckung des Schiedsrichters.
        Nun gibt es keine Emotionen, kein Schauspiel, keine Stimmung mehr. Es gibt fast eine klinische Atmosphäre in den Stadien und das Abrollen des armen geschundenen Spielers, das Lamentieren des Trainers beeindruckt in dieser Atmosphäre eben nicht mehr.
        Und deshalb findet es auch kaum noch statt. Und das ist zum größten Teil, bei aller Härte das Nerven, das mittlerweile fehlt.

      2. Stimmt einerseits, andererseits hat es vor ein paar Wochen Sevilla geschafft so zu nerven. Gut, da waren ein paar Fans im Stadion.

      3. Spanische Liga ist nochmal was anderes.

      4. @JOP:
        Ja, genau. Sevilla war da deutlich nerviger.

  5. Um auf das SGE Spiel zurückzukommen.
    Es war MMn zu erwarten das man Atlético klar besiegt. Und genauso klar ist es mMn das das anstehende Spiel sehr sehr schwer wird.
    Hoffe auf einen knappen Sieg.
    Eigentlich müsste es heißen der FCB zwischen Atlético und Moskau.
    Flick wird sicher viel rotieren vor dem nächsten Spiel in Moskau. Das wird auch ein ziemlich komplizierter Trip

    Neuer
    Sarr Boa Alaba Davies
    Kimmich Roca
    Müller
    Costa Lewa Coman/Sané

    Antwortsymbol8 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Passt…….fast ;-)
      Neuer
      Pavard Boa Alaba Davies
      Kimmich Roca
      Choupo Moting
      Costa Lewa Coman

    2. Passt…….fast ;-)
      Neuer
      Pavard Boa Alaba Davies
      Kimmich Roca
      Choupo Moting
      Costa Lewa Coman

    3. Frankfurt wird schwer. Ohne Tolisso sind wir eigentlich Außenseiter.
      In Moskau ist er ja wieder dabei, also wird das ein lockerer Spaziergang für uns.

      1. Dieser erfrischende Sarkasmus, einfach schön. :)

      2. Aber sowas von Außenseiter!
        Anscheinend haben wir keine erste 11 sondern maximal eine erste 5.
        Wenn man sich mal ansieht, wer da ohne einen Sane so alles noch auf der Bank saß, dann ist der FCB auch bei einer entsprechenden Rotation immer noch Favorit.
        Vielleicht sollte man einfach mal Flick machen lassen.

      3. Ja…@wohlfarth..echt schade, das Tolisso fehlt.

    4. Gegen Frankfurt würde ich mit Pavard, Süle und Goretzka nicht unbedingt physisch starke Spieler auswechseln. Mehr als die Hälfte unserer letzten Gegentore gegen Frankfurt fielen gefühlt nach Standards. Von den nächsten drei Gegnern schätze ich Frankfurt als mit Abstand am stärksten ein. Da würde ich eher in Moskau und Köln rotieren und evtl. manchen Spielern sogar mal die Reise zum Auswärtsspiel ersparen.

      1. Das sehe ich anders. Lok Moskau ist sicherlich stärker als Frankfurt- in jeder Hinsicht. Man muss sich nur die highlights des Spiels in Salzburg ansehen. Das Spiel in Moskau hat sicherlich auch höhere Priorität. Gegen die SGE brauchen wir nicht die volle Kapelle.

    1. Danke für den Tipp!
      Es scheint, dass der Autor Tolisso so wenig kennt wie wir alle und vielleicht auch alle anderen.

      An positiven Attributen wird ihm zugute geschrieben, dass er sich wehre, torgefährlich durch Mittelfeld kreuze, irgendwie cool und körperlich ausgesprochen anwesend sei. Aber da er seit seiner Ankunft in Deutschland so viel Pech gehabt habe, könne man das alles nicht so genau wissen.

      Scheint mir eine realistische Einschätzung: den Spieler Tolisso, der 2017 verpflichtet wurde, kennt noch niemand vollumfänglich.

      1. Ja, und er hatte nicht nur Verletzungs-, sondern auch Trainerpech : – )

    2. Danke für den Link. Über die Aussage, dass man ihn 2017 als neuen Mittelfeld-Chef geholt hätte, habe ich mich etwas gewundert. Ich glaube, ein grösseres Problem für Tolissos bisherige Bayern-Karriere war, dass man eben nicht so genau wusste, wie man ihn jetzt einsetzen soll. Prinzipiell am ehesten als Box-to-Box-Spieler, aber die Rolle hat meist Vidal ausgefüllt, zudem noch das damals hochgehandelte Talent Sanches, und an Goretzka waren wir auch schon dran. Die restlichen Plätze wurden dann meist an einen kreativen Spieler wie Thiago/James/Coutinho und einen defensiven Sechser vergeben, was er beides nicht so gut ausfüllen kann.

      Ähnlich wie bei Hernandez deutete die hohe Ablöse auf einen angedachten Stammspieler hin, ohne dass wir ihm wirklich eine entsprechende Perspektive gewähren konnten. Ohne den Thiago-Abgang wäre er wohl der oberste Verkaufskandidat diesen Sommer gewesen, so wird er sicher noch einige Bewährungschancen erhalten – aber am Duo Kimmich/Goretzka wohl nicht vorbeikommen.

    3. Kleine Anfrage an die MSR-Redaktion: Mein Beitrag hier ist verschwunden, dürfte ich in Erfahrung bringen, warum? Ich hab nichts Despektierliches geschrieben, niemanden beleidigt, nicht einmal was kritisiert. Vielleicht wars aber auch nur ein technisches Problem oder Versehen. Danke für Eure Bemühungen.

      1. Dein Kommentar war vielleicht zu anständig. Eventuell zu konstruktiv? Oder sogar intelligent?
        So etwas wird hier argwöhnisch betrachtet; da braucht man sich nicht zu wundern, wenn es gelöscht wird.

        PS. Meine Beiträge werden nie gelöscht!

      2. @Alain Sutter: Danke für die Unterstützung…meine Beiträge werden sonst auch nicht gelöscht… :-)

  6. Danke für die (wieder mal) tolle Analyse!!

  7. Ja,gute Analyse.
    Vor allen Dingen bin ich gespannt auf die Veränderungen in der Start-Aufstellung.
    Davies wohl für Hernandez
    Roca für Tolisso,tippe ich mal.
    Ebenso wird Boa wohl wieder spielen,warscheinlich für Alaba,denn der Junge braucht dringend! eine Pause.

  8. Saison gelaufen. Davies mit Sicherheit für Wochen verletzt.

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Sprunggelenksverletzung. Scheiße. Soviel zum Thema Davies vs. Hernandez

      1. Mich würde mal interessieren, wie schlimm es ist, wenn so ein Spieler noch vom Platz humpelt bzw. humpeln muss. Hatte neulich bei einem anderen Spieler den Gedanken, dass doch das Ärzteteam einen an der Seite mit nem Tablet haben kann, der sich die Szene sofort in der Wiederholung anschaut und dann sagt “sofort Trage holen”.

        Ich bin da ein Laie, am Ende macht so ein “Auslaufen” ja sogar Sinn, aber mir wirkt das trotzdem immer alles so archaisch. “Kannst du laufen?” kann doch nicht das Optimum sein, mit dem man unsere Topathleten erstversorgt.

  9. Tor nach Kimmich Ecke. Jetzt klappt langsam Alles. Und Lewa will wohl endlich die 40 Tore von Gerd knacken ;-)

    Antwortsymbol2 AntwortenKommentarantworten schließen
      1. Ist halt immer noch ein seltenes freudiges Erlebnis ;-)

  10. Eine sehr konzentrierte Leistung vor allem defensiv. Sarr straft bisher die ersten Eindrücke Lügen und spielt ruhig und fehlerfrei. Bin positiv überrascht. Insgesamt ein sehr reifer Auftritt, nicht spektakulär aber grundsolide.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. er wirkt für mich noch sehr gehemmt, aber ok, erstmal keine Fehler machen wollen ist völlig in Ordnung, klar dass er erst ankommen muss

    2. Ebenfalls schön zu sehen, dass der berüchtigte ‘Plan B’ zunehmend irrelevant ist, weil ‘Plan A’ immer vielseitiger und ausgewogener wird, so dass man taktisch letztlich gar nichts anderes mehr braucht.

      1. Ja, das Gefühl hatte ich heute auch.

      2. ich glaube mit Plan B war gemeint , auch mal den Ball zu halten, auch mal quer spielen und nicht immer bei jedem Ballgewinn mit viel Risiko vertikal spielen. Insofern ja, hat Flick jetzt Plan B. Es ist eine schöne Mischung, in Führung wird das Spiel auch mal beruhigt, auch mal “verwaltet”. Immer wieder wird aber auch das Tempo angezogen. Diese Rhytmuswechsel sind aus meiner Sicht das Geheimnis von Real gewesen. Für mich haben wir jetzt Peps Ballbesitzfußball mit Vertikalelementen aufgewertet. Der Fußball von letzter Saison war für mich spektakulärer aber auf Dauer eben nicht machbar bzw. Defensiv anfällig. Die Mannschaft wirkt auf mich reifer, geduldiger ohne satt zu wirken.

  11. Was war gleich nochmal der Clubrekord für erzielte Tore in einer BL-Saison?

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    1. 102 in der (glaube ich) Saison 71/72 (also der letzten Meistersaison vor der Gladbacher Dominanz.

      1. Puhhh, leider alles falsch.

      2. Es waren 101 in der Saison 71/72 (richtig :-)) und wir wurden auch die zwei Saisons danach Meister. Gladbach durfte davor zweimal und danach dreimal.

    2. Danke an die Wohlfarths: der Rekord könnte wackeln…

      1. Bin da pessimistisch. Wir werden keine 34 Spieltage erleben.

  12. coman megastark, arbeitete auch nach hinten, gute Vorlagen, hoffentlich bleibt er gesund,Hernandez ist jetzt richtig im Team, immer besser nach vorne, wenn er jetzt auch noch die hundertprozentigen macht ;-), Sarr habe ich gemischt gesehen, auch ein paar Ballverluste in der Vorwärtsbewegung , fast ein Eigentor, wirkt noch serhu nsicher, aber auch verständlich. Für mich bestätigt sich die Erwartung, dass Costa der Neuzugang ist , der gleich liefert, am wenigsten Eingewöhung braucht, war ja auch schon mal da, ein paar sehr geile Aktionen, Torvorlage. für Musiala freut es mcih riesig, wenn er mit Goretzka noch ein wenig pumpen, geht wird das was

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    1. Ich bete auch jedes Spiel, dass Sarr das gut macht. Einfach um die Hater Lügen zu strafen. Finde er hat das im Großen und Ganzen ordentlich gemacht. Über das Fast-Eigentor redet in ner Woche doch eh keiner mehr. Wichtig wird sein, dass er sich nach vorne mehr traut und dass man ihn nicht in Kopfballduelle zwingt. Die fand ich heute noch mit am kritischsten.

      1. Wer gleich beten muss, weil er Hater ausmacht, sollte vermutlich zuerst bei sich selbst anfangen.

        Im Übrigen ist der Gedanke, ob nicht ein eigener Jugendspieler einen RV-Backup darstellen kann – anstatt einen 28-jährigen Unbekannten aus dem Mittelfeld einer ausländischen Liga zu kaufen – eine rein sportliche Fragestellung.

  13. Ca. 6 bis 8 Wochen Pause… Bänderriss.

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