Mixed-Roundtable: Fünf Fragen zum Sommerloch

Justin Trenner 23.07.2019

Wir haben auf Patreon Fragen gesammelt und anschließend gemeinsam mit einem Leser und einem Bewerber beantwortet. Als direkte Reaktion auf die Umfrageergebnisse haben wir somit den “Mixed-Roundtable” ins Leben gerufen.

Dem Leser Jan und dem Bewerber Georg schließen sich unsere Autoren Maurice und Justin an, um fünf Fragen zu beantworten, die viele Fans sich schon seit Wochen und Monaten stellen.

Am runden Tisch sind dabei interessante Perspektiven entstanden. Was stimmt mit der Außendarstellung des Klubs nicht? Hat man mit Lucas Hernández den falschen teuren Innenverteidiger geholt? Und sind die Münchner wirklich die armen Außenseiter auf einem Transfermarkt mit Millardären und ganzen Staaten als Konkurrenz?

FC Bayern nicht weit weg von “Peak-Strahlkraft”

Welche Faktoren sind für Euch die essentiellen Baustellen, die es abzuarbeiten gilt, um mittel- bzw. langfristig wieder die Strahlkraft zu erreichen, die unseren FC Bayern mal national wie international ausgezeichnet hatte? (Niklas)

Jan: Auf nationaler Ebene fehlt mir ein Plan die Jugend sowie Talente in den Kader zu integrieren. Mal abgesehen vom Bau des Leistungszentrums und der damit verbundenen Möglichkeit, sich ausbilden zu lassen, fehlt eine Einbindung der jungen Spieler in die Profimannschaft. Der FCB verpasst hier riesiges Potenzial. Doch dafür bräuchte es auch einen neuen Masterplan, mit dem sich der Club präsentiert. Das Auftreten der Führungsorgane steht bei mir unter der Überschrift „mehr Schein als Sein“ und trotz aller Erfolge bleiben doch viele Fragezeichen und Unstimmigkeiten zurück. Es hakt gewaltig und das hat definitiv Auswirkung auf die Strahlkraft des FCB. Vergleicht man hier zum Beispiel den BVB, der in den letzten Jahren die deutlich attraktivere Anlaufstelle für (junge) Spieler geworden ist. Auf internationaler Ebene sehe ich das Problem bei der gelebten Spielphilosophie. Es braucht einen Trainer mit einer klaren Handschrift und einem Konzept, damit der große Wurf gelingen kann. Aber auch hier müsste der Verein sich geschlossener präsentieren. Die Strahlkraft eines Vereins ist geprägt durch Spieler, Trainer und Vereinsführung, wie sie gefördert, behandelt und präsentiert werden. Auf allen Ebenen muss der FCB nachbessern und sich hinterfragen, ob man sich an manchen Tagen zu sehr in der Vergangenheit wohl fühlt und die aktuelle Situation zu naiv und selbstsicher angeht, ohne zu merken, dass die Konkurrenz davonläuft.

Maurice: National ist die Strahlkraft des FC Bayern meiner Meinung nach ungebrochen. Im internationalen Vergleich wird es hier ungleich schwieriger, sich von den großen Vereinen aus Europas Topligen abzuheben und diese zu übertrumpfen. Der Grundstein muss eine durchgängige Philosophie im gesamten Verein sein. Hierbei geht es um Werte sowie Qualitäten auf und neben dem Feld – eine zugrundeliegende Idee, wie sie beispielsweise Matthias Sammer zu Beginn seiner Zeit beim DFB erarbeitet und präsentiert hatte. Eine ähnliche Rolle würde ich beim FC Bayern Oliver Kahn zutrauen. Eventuell auch in enger Abstimmung mit Hansi Flick, der durch seine Zeit als Sportfunktionär beim DFB bereits über weitreichende Erfahrung verfügt. Basierend auf dieser Strategie müssten alle wichtigen Entscheidungen von den Jugendmannschaften bis hin zum Profikader und Trainerstab getroffen werden.

Georg: Ich sehe den FC Bayern nicht weit weg von der “Peak Strahlkraft”. National war der Klub nie so dominant wie aktuell. International gab es in den vergangenen 50 Jahren zwei extreme Hochphasen: 1974-76 und 2012-16. Zu einer solchen Hochphase gehören neben dem Machen der eigenen Hausaufgaben auch ein Quäntchen Glück und die Schwäche der Anderen. 2012-16 konnte der FCB auch deshalb so strahlen, weil Premier League und Serie A schwächelten. Vielleicht öffnet sich in Kürze ein neues Fenster, wenn Messi und Ronaldo ihre Karrieren beenden. Wenn Rummenigges Dominosteine endlich fallen und dieses Jahr noch zwei gute Transfers gelingen und dann 2020/21 hochkarätig nachgelegt wird, kann die Lücke zu Barcelona, Liverpool und Co. geschlossen werden. Aber diese Transfers müssen auch gemacht werden – und sitzen.

Justin: Das Thema ist sehr komplex und viele Punkte wurden bereits genannt, die da mit reinspielen. Grundsätzlich würde ich mich dem Grundtenor anschließen, dass die Vereinsführung sich selbst wieder souveräner präsentieren muss. Die Außendarstellung ist aktuell eine Katastrophe. Wie ausgereift der “Masterplan”, wenn man das so nennen möchte, hinsichtlich Vereinsphilosophie und Transferpolitik ist, vermag ich nicht endgültig zu bewerten. Aber ich mache mir Sorgen, dass der Klub nicht weiträumig genug denkt und gerade in der Frage “Welchen Fußball möchten wir spielen und wie erreichen wir dieses Ziel?” die internen Antworten zu wenig Detail bieten. Wobei mir die Verpflichtung von Hansi Flick wieder etwas mehr Mut macht.

Warum will man trotz der negativen Erfahrungen bzgl. der Verletzungen mit so einem kleinen Kader in die Saison gehen und kann das gut gehen? (Obst83)

Maurice: Es ist geradezu töricht, mit solch einem kleinen Kader in die Saison zu gehen. Mit Alaba, Coman, Gnabry und Thiago verfügt man über vier verletzungsanfällige Spieler. Mit Neuer, Hernández und Tolisso kommen drei weitere Spieler erst im Sommer vollständig genesen von einer längeren Verletzungspause zurück. Wie bereits von Trainer Kovač bei der Pressekonferenz angemerkt, hat man letztes Jahr erst gesehen, wie schnell man bezüglich der Kadergröße in die Bredouille geraten kann. Dennoch scheint man davon überzeugt zu sein, seinem Trainer einen möglichst gefügigen Kader zusammenzustellen, wo die Spieler erst gar nicht auf die Idee kommen können, sich über fehlende Einsätze zu beschweren. Manager Salihamidžić verwies hierzu unlängst auf die polyvalenten Spieler im Team, die mehrere Positionen bekleiden können. Tatsächlich verfügt man über mehrere solcher Akteure. Doch kann man im Fall der Fälle im Champions-League-Halbfinale mit gutem Gewissen einen Pavard als Rechtsverteidiger, Müller als Rechtsaußen oder Gnabry im Sturmzentrum spielen lassen?

Jan: Wenn es Fortuna mit dem Verein gut meint, dann könnte es bis zu einem gewissen Punkt funktionieren. Aber spätestens, wenn viele englische Wochen anstehen, dann geht der Plan nicht auf. Selbst die relativ jungen Spieler wie Kimmich, Coman, Süle und Co. werden dieses Pensum nicht ohne Leistungseinbußen spielen können. Auch wenn der Kader scheinbar recht flexibel besetzt ist und es viele Varianten an Mannschaftsaufstellungen gibt, birgt die ganze Situation viele Risiken. Das Verletzungsrisiko wird bei hoher Belastung steigen und auf wichtigen Positionen gibt es einfach keinen adäquaten Ersatz im Kader. Wie sieht es aus bei Sperren, Formschwankungen oder Wechsel aus taktischen Gründen, wenn du unter Zugzwang bist? Der Druck auf die Spieler, konsequent ihre Leistung bringen zu müssen, ist mir zu hoch und kann jederzeit ein Schuss ins eigene Bein werden.  Denn Fortuna meint es in wichtigen Phasen nicht immer gut mit uns und sich auf das Glück zu verlassen, ist selten eine gute Option. Aber vielleicht ist es auch alles Teil eines größeren Plans und ich sehe ihn nur noch nicht.

Justin: Dass der Kader aktuell zu dünn ist, ist unstrittig. Interessant ist der von Maurice genannte Punkt, dass man dem Trainer damit in die Karten spielen möchte. Ich halte das für ein gutes Beispiel hinsichtlich der schwachen Außendarstellung: Salihamidžić sagt, er wolle einen kleinen Kader zusammenstellen, während Kovač einen größeren Kader fordert. Und dieser Widerspruch steht dann öffentlich in allen Zeitungen. Um aber noch kurz auf die eigentliche Frage einzugehen: Qualitativ ist der aktuelle Kader bereits sehr gut besetzt. Bayern hat in der Spitze extrem gute und auch junge Leute, die in Bestform jede Mannschaft schlagen können. Problematisch wird es aber, wenn dieser Optimalfall der Bestform nicht eintreten kann, weil der kleine Kader auf der Langstrecke unerwünschte Szenarien provoziert: Verletzungen, Formschwankungen, Müdigkeit, fehlende Erfahrung bei Einzelspielern – da hilft dir dann auch der variabelste Spieler nichts mehr. Zumal auch Kovač lernen muss, das taktische Potenzial seiner Spieler besser zu nutzen.

Georg: Ich verstehe die Bedenken, teile sie aber nur eingeschränkt. Der Kader ist nicht zu klein bzw. wird er es zu Saisonbeginn nicht sein. In der ersten Kovač-Saison absolvierten 17 Feldspieler 99% aller Feldspieler-Minuten, im Jahr davor 95%. Eine Statistik, die auch dem FC Bayern bekannt ist.  Davon ist der aktuelle Kader nicht weit entfernt. Ohne Arp, Davies und Mai, die ich in der Kategorie Talent einordne und Boateng, mit dessen Abgang ich rechne, stehen 14 “vollwertige” Feldspieler im Kader. Da ich von mindestens zwei, eher drei Neuzugängen ausgehe, mache ich mir keine großen Sorgen, sondern hoffe auf ein paar Einsätze für Arp, Davies, Mai oder Zirkzee und andere Talente.

“Die Inflation frisst das berühmte Festgeldkonto auf”

Ich habe ja die Befürchtung, dass Hoeneß wieder ein Übergangsjahr ausruft, weil wir keine Offensivspieler bekommen, da hierfür “verrückte Preise” fällig wären. Müsste man nicht aber eigentlich genau jetzt klotzen, bevor Spieler wie Lewandowski, Kimmich und Thiago bei anderen Vereinen bessere Chancen sehen, die Champions League zu gewinnen und mit einem Wechsel liebäugeln? (Sitzplatzjubler)

Jan: Vor allem stellt sich die Frage, was „verrückte Preise” sind und für welche Spieler diese gelten. Was nützt das Lamentieren, wenn sich dadurch nichts ändert. Die Spieler werden weiterhin zu viel Geld kosten, das ist nun mal so. Entweder man steigt mit ein oder sucht sich alternative Wege, um den Kader qualitativ aufzuwerten. Wie wäre es mit einer verbesserten Scoutingabteilung und der Förderung von Eigengewächsen? Es wundert mich, dass die Superstars und Toptalente Europas immer nur in anderen Vereinen rumlaufen. Damit wäre man für die Zukunft mehr gerüstet und hätte die nötige Qualität, um titelhungrige Spieler von sich zu überzeugen. Vielleicht sind die “verrückten Preise” aber auch eine Ausrede, weil es nicht gelingt, Wunschspieler zum FCB zu locken. Oder aber Hoeneß weiß es wirklich besser und irgendwann wird sich alles wieder normalisieren. Die Frage ist nur, wie lange der Prozess dauern soll, bis sich der Markt wieder normalisiert. Eventuell wartet man hier vergebens.

Könnte es Stars wie Thiago und Lewandowski bald wegziehen, wenn die Chance auf den Henkelpott zu klein wird?
(Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Justin: Ich sehe das etwas lockerer als Jan, gebe ihm im Kern seiner Aussage aber recht: Der FC Bayern war es lange nicht mehr gewohnt, dass die Wunschspieler nicht ohne weiteres nach München kommen. Man hat das Gefühl, dass der Klub die Konkurrenz auf dem Markt unterschätzt hat. Natürlich sind die “neuen Kräfte” wie PSG oder Manchester City da eine valide Ausrede. Die machen das Angebot eben breiter und treiben zeitgleich die Preise hoch. Aber Bayern muss sich als einer der umsatzstärksten Klubs der Welt nicht verstecken. Es gibt bei der finanziellen Bilanz des Klubs keine plausiblen Ausreden und es ist auch schlicht unmöglich, sich da als klarer Außenseiter zu positionieren. Da sind wir auch wieder bei der Strahlkraft eines Klubs: Wirtschaftliche Vernunft – insofern man bei diesem Markt davon sprechen kann – ist etwas, was ich am FC Bayern sehr schätze. Das soll bitte auch so bleiben. Doch wenn ein Spieler, von dem der Klub zu 100% überzeugt ist, sehr viel Geld kostet, muss man die Schmerzgrenze auch mal überspringen. Wie beispielsweise bei Hernández. Bayern ist da aktuell auch in einer Selbstfindungsphase und muss sich auf dem Transfermarkt neu positionieren. Das ist einerseits Teil des Umbruchs und vollkommen in Ordnung. Andererseits sollte man aber zusehen, dass der Abstand zur Konkurrenz nicht weiter wächst. Da wird schon dieses Transferfenster sehr entscheidend sein. Spieler wie Lewandowski oder Thiago werden nicht jünger und die wissen, dass sie in den nächsten 3 (bei Thiago vielleicht 5) Jahren die Champions League gewinnen müssen.

Georg: Lewandowski, Kimmich und Thiago sind wahrscheinlich die drei Spieler, um deren Abgang man sich im Moment am ehesten sorgen könnte. Aber wie hoch ist die Gefahr? Wenn Lewandowski seinen Rentenvertrag unterschrieben hat, wird es das hoffentlich mit seinen Wechselgedanken gewesen sein. Kimmich hat noch Vertrag bis 2023 und die Perspektive, DER neue Leader und Kapitän des FC Bayern zu werden. Das kann verlockender sein als kurzfristig eine minimal höhere Chance auf den Champions-League-Titel. Denn, seien wir ehrlich, die europäische Spitze ist so ausgeglichen, dass es zehn Teams gibt, von denen jeder jeden schlagen kann. Und Thiago, ich liebe Thiago, aber ich könnte damit leben, wenn er den FCB nächsten Sommer nach dann 7(!) wunderbaren Jahren in rot-weiß für eine adäquate Ablöse verlassen würde. Dennoch sehe ich keine Alternative dazu, das Spiel der hohen Ablösesummen mitzumachen. Ich rechne nicht damit, dass Ablösesummen und Gehälter fallen werden, eher im Gegenteil. Die Inflation frisst das berühmte Festgeldkonto auf, wenn der FC Bayern das Geld nicht klug investiert.

Maurice: Die Aussagen von Neuers Berater wurden an der Säbener Straße hoffentlich intern ausgiebiger diskutiert, als dies öffentlich geschah. Für jeden der Spieler im Kader ist der Champions-League-Titel einer der Gründe, warum er sich damals für den FC Bayern entschieden hat. Ohne die Aussicht, zumindest mittelfristig um diesen Titel konkurrieren zu können, wird es zwangsläufig bei der nächsten Vertragsverlängerung Nachfragen bezüglich der Ambitionen des Vereins geben. Die Verpflichtung von Top-Spielern ist natürlich immer ein Grund, um die eigenen Ansprüche zu unterstreichen. Das Signal, das von einer Verpflichtung von beispielsweise Sané ausgehen würde, könnte hier entscheidend sein. Dementsprechend wird der FC Bayern über kurz oder lang in den sauren Apfel beißen und bei diesem “verrückten” Preistreiben einsteigen müssen.

Rodri ist wohl auch wegen Pep Guardiola zu ManCity gewechselt. Was kann eurer Meinung nach der FC Bayern bieten, was andere Topteams in Europa nicht haben? (Obst83)

Justin: Alles ist eine Frage der Vermarktung und der Perspektive. Bayern muss sich darum bemühen, diesen Spielern eine Perspektive aufzudrücken, die ihnen das Gefühl gibt, dass der FCB die einzig richtige Option ist. Da spielen bekanntlich viele Faktoren eine Rolle. Ein wichtiger Grund könnte das familiäre Gefühl sein, das der Klub intern vermittelt. Wer mal an der Säbener Straße war und mit Verantwortlichen sprechen durfte, der weiß, was für eine Grundstimmung dort meistens herrscht. Ich halte das tatsächlich für einen großen Pluspunkt. Aber ob das nicht bei anderen Top-Klubs auch so ist, kann ich nicht beurteilen.

Georg: Was der FC Bayern zu bieten hat? Eine Titelgarantie. Dazu 70 Millionen Follower auf Social Media. Und entgegen des von Hoeneß und Co. gerne benutzten Underdog-Narratives im Vergleich zu den Milliardären zahlt man in München auch kompetitive Löhne. Nur eine Handvoll Clubs in Europa hat höhere Personalausgaben.

Jan: Alles und auch nichts. Vergleicht man den FCB mit den Topteams in folgenden Aspekten: Mannschafts- und Spielerqualität, Talentförderung, Trainerteam, Gehalt, Prestige der Liga und der Pokale, Umfeld und Lebensqualität, Trainingsbedingungen und Vereinsqualität, fallen mir zu jedem Punkt gleichwertige oder bessere Vereine ein. Aber was bedeutet das nun genau? Geht das nicht allen Topteams so, dass sie nicht auf allen Ebenen spitze sind und muss man das sein? Und ist es nicht auch viel wert, wenn man ein sehr rundes und hochqualitatives Gesamtpaket abgibt? Schließlich kann man die Tour de France auch gewinnen ohne einen Etappensieg zu erreichen. Zugegeben, es wird dadurch nicht leichter, aber es ist nicht unmöglich. Was aber helfen würde, den FCB in eine bessere Ausgangsposition zu bringen, wäre ein roter Faden, der alle angesprochenen Punkte verbindet und ein stimmiges Gesamtkonzept abgibt. Der Verein muss eine Identität entwickeln, die den FCB auszeichnet und von anderen Vereinen abgrenzt.

Maurice: Ich glaube, Jan spricht hier bereits viele wichtige Punkte an. Allerdings hat der FC Bayern auch Qualitäten, mit denen er sich international nicht verstecken muss. Zum Einen wäre da die menschliche Komponente. Dies kann man wohl an keinem Beispiel so schön darlegen wie an Franck Ribéry. Auch in turbulenten Zeiten stand ihm der Verein öffentlich immer zur Seite. Ein Verhalten, das im modernen Fußball nicht selbstverständlich ist. Zum Anderen kann der FC Bayern momentan die Perspektive anbieten, mittelfristig ein Team an die internationale Spitze zurückzuführen. Die Posten der überragenden Einzelkönner Ribéry und Robben sind spätestens seit diesem Sommer vakant. Einem Neueinkauf von entsprechender Qualität könnte man bildlich gesprochen die Schlüssel zu diesem Schloss übergeben.

In dieser Transferperiode war immerhin auch Matthijs de Ligt auf dem Markt. Er ist dreieinhalb Jahre jünger und hat vielleicht das noch größere Entwicklungspotenzial als Hernández. Die Chance war vermutlich ziemlich einmalig. Hat der FCB den falschen 80-Millionen-Innenverteidiger gekauft? (Marc)

Jan: Ich denke, dass bei diesem Transfer der Verein die richtige, weil sichere Variante getroffen hat. Bei Hernández weiß man, was man bekommt. Er hat für Atlético über einen längeren Zeitraum in der Liga und Champions League spielen dürfen und ist aufgrund seines Alters reifer und dadurch verlässlicher. De Ligt kommt aber auf ähnliche Werte in einer deutlich kürzeren Zeit in jüngeren Jahren. Das kann man jetzt auf zwei Arten einordnen: Entweder ist er wirklich der neue Topverteidiger und wird sich aufgrund seines Alters noch unglaublich entwickeln können. Oder aber er hat einfach gerade nur eine richtig starke Phase und seine Leistungskurve wird bald stagnieren. Er wäre nicht der erste Spieler, der außerhalb seiner gewohnten Umgebung Leistungseinbrüche hinnehmen muss bzw. seinem Hype nicht gerecht werden kann. Hernández hat man rechtzeitig für den Verein gewinnen können. Aber es ist schon spannend zu sehen, wie transferiert wird. 80 Millionen für einen verletzten Innenverteidiger, der erst mal fit werden muss, ist schon etwas anderes als den Kader mit einem Toptalent aufzuwerten. Ich würde gerne mal in so manchen Spieler- oder Beraterkopf schauen, um zu verstehen, wie solche Entscheidungen gefällt werden.

MUNICH, GERMANY - SEPTEMBER 06: Jerome Boateng of Germany is challenged by Lucas Hernandez of France during the UEFA Nations League Group A match between Germany and France at Allianz Arena on September 6, 2018 in Munich, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Hernández, hier für die Nationalmannschaft gegen Boateng im Einsatz, kam für eine festgeschriebene Ablösesumme von 80 Millionen Euro von Atlético Madrid zum FC Bayern.
(Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Maurice: Glaubt man den italienischen Medienberichten, wäre man mit einer Verpflichtung von de Ligt gehaltstechnisch in neue Sphären vorgestoßen, die die bisherige Gehaltsstruktur im Kader auf links gezogen hätten. Wie hätte wohl ein Lewandowski reagiert, wenn ein neu verpflichteter 21-Jähriger deutlich mehr als er selbst verdient hätte? Alleine aus diesem Grund erscheint die Verpflichtung von de Ligt kaum machbar. Zudem ist die Konkurrenz um den Holländer auch deutlich größer, als dies bei Hernández der Fall war. Man darf bezweifeln, ob sich der FC Bayern im Stechen gegen Juventus Turin und den FC Barcelona hätte durchsetzen können. Mit dem Franzosen hat man sich dementsprechend für die vermeintlich sichere Variante entschieden.

Georg: Die Einschätzung, vielleicht auf den falschen 80-Millionen-Innenverteidiger gesetzt zu haben, ist nachvollziehbar. De Ligt überzeugt spielerisch und durch seine Persönlichkeit, die ihn trotz seiner Jugend bereits zu einem Führungsspieler für Ajax und die Niederlande gemacht hat. Aber ein Vergleich der beiden nur in Bezug auf die Ablöse wäre ein unvollständiger, wie Jan und Maurice bereits erwähnt haben. Das kolportierte Gehalt, dazu Raiolas Provision und die Frage ob de Ligt für den FC Bayern überhaupt zu haben gewesen wäre, sollten bei der Bewertung nicht außen vor bleiben. Lucas Hernández war teuer, aber er ist vielversprechend. Er bringt eine Polyvalenz mit, die de Ligt nicht hat. Er könnte ein perfektes Puzzlestück für flexible Varianten zwischen Dreier- und Viererkette sein. Ich bin optimistisch, dass wir viel Freude an Lucas haben werden.

Justin: Nein. Das sage ich nicht, weil Hernández mir neuerdings bei Twitter folgt, sondern weil ich den Hype um de Ligt für etwas zu überzogen halte, ohne ihm diese Klasse absprechen zu wollen. In seiner Altersklasse ist er vielleicht der kompletteste Innenverteidiger. Aber Bayern hat mit Hernández eine sichere Bank geholt. Da bin ich zu 100% überzeugt. Ich glaube zudem, dass er in München den entscheidenden Schritt im Umgang mit dem Ball machen kann, um endgültig zu einem Weltklasse-Innenverteidiger aufzusteigen. Er wird bei Bayern eine von 3-4 zentralen Säulen der nächsten Dekade. Und dann bin ich dieser nervige Typ, der jedem erzählt, dass Hernández mir bei Twitter folgt(e).



»Eier, wir brauchen Eier!«

— Oliver Kahn

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  1. gutes Format!

  2. Der FCB und im erster Linie sind das heute Uli und KHR muessen sich erstmal auf eine Linie verständigen.
    Solange sie das zwar sagen das sie es wollen und es dann in Realitaet nicht machen ist alles andere Wunschdenken.

    Die Anstellung zweier Novizen in einer Phase des groessten Umbruchs des FCB ist sehr fragwürdig. Bei Hassan kann man noch einiges ausgleichen da er nur begrenzt agieren darf aber auch das was er in Eigenregie macht ist fragwürdig.
    Das eigentliche Problem ist der Trainer.
    Nicht das er keinen Namen hat sondern eher seine Art der Kaderfuehrung macht es problematisch. Und das mix aller Faktoren zieht uns unnoetig nach unten.
    Denn wir sind nunmal der 4.groesste Club in punkto Umsatz mit den niedrigsten Personalkosten aller top10 Clubs und der einzige schuldenfreie top10 club mit einem too ausverkauften Stadion. Wir haben eine riesige Liquiditaet und noch wichtiger jedes Jahr kommen zusätzliche liquide Mittel aus Ueberschuessen dazu.
    Und nach dem Abgang von RibRob James Vidal und Hummels haben wir noch mehr Spielraum bei den Gehaeltern.
    Es sieht ja auch so aus das man serioes an dem 100 Mio+ Sane Transfer arbeitet.
    Deshalb war auch das 89mio Invest in Lucas richtig.
    Wenn man nicht einen top Trainer verpflichten will dann doch zumindest einen wie Tuchel Nagelsmann Pochettino der eine Aufbruchstimmung mit einem überzeugenden durchgehenden Konzept ausloest. Und dazu gehoert eine durchgehende Ide welchen Fussball man spielen will.
    Die Englaender waren verwundert das Klopp die erste Woche 2015 in der Akademie verbracht hatte und ein Ziel ausgegeben hatte mind. 10 Spieler aus der Akademie ins erste Team zu bringen.
    Seit Tag 1 von Klopp hat kein anderer im Club ueber sportliche Ziele Ambitionen und Ergebnisse gesprochen. Das gleiche gilt fuer Pep und MCFC und Spurs und Poch.
    Die Englaender hatten einen Haenger weil sie in ihrem eigenen Stolz gefangen waren, naemlich kaum ausländischen Trainer zu verpflichten. Heute gibt es fast nur noch bekannte oder unbekannte Konzepttrainer (sehr viele Spanier oder Suedamerikaner die Pep oder Bielsa gepraegt sind) in der EPL. Nach deutschem Vorbild wurden modernste Akademien gebaut und Spieler en Masse hervorgebracht. I zwischen ist ein Trainer wie Mou nicht mehr vermittelbar in der EPL.
    Die naechste 3 Jahresperiode fuer die EPL beginnt jetzt. Die Einnahmen steigen weiter auch durch das Sponsoring. In Kuerze werden die letzten EPL Clubs entschuldet sein. Das einzige was dann noch einige von uns unterscheidet ist das top Stadion.

    Uli und KHR haetten schon frueher mutiger in einem steigenden Markt gut investieren muessen. KdB Sane Gabriel B.Silva Mbappe etc.
    Die Einschaetzung das die Einnahmen aus dem groessten Unterhaltungsmarktes namentlich Sport/Fussball bzw dessen content einbrechen wuerde war voellig irrational und falsch und bleibt falsch.
    Und in dem Masse wie die Einnahmen steigen werden Abloesen und Gehaelter steigen.

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Was für ein toller Kommentar. Du solltest dich beim FCB unbedingt als externer Berater anbieten. Egal für welche Position, du wärst dafür geeignet. Taktikfuchs, Finanzgenie, Marketingexperte, Nachwuchskoordinator, Medienguru, Personalchef, CEO, ….
      Hoeneß und Rummenigge ändern sich nicht mehr. Aber vielleicht könntest du “Hassan” und unserem blinden Trainer einige Nachhilfestunden geben. Aber den Oli nicht vergessen. Der wird vom Rummenigge und Hoeneß eingearbeitet. Vielleicht kann das den Untergang des FCB noch vehindern. Wieviel berechnest du pro Stunde? 918 € mindestens, oder?

      1. Du liest seine ellenlangen Ausführungen, die sich eh immer wiederholen, tatsächlich noch? Respekt ;-)
        Ich erfasse inzwischen nur noch die Schlagworte, und habe mich bei dem Gedanken ertappt, ob ich ein “918er Bingo” kreiere :-)

      2. AntwortsymbolSteffen Hennermann Seite 23.07.2019 - 20:58

        Gesagt, getan. Bingo ist fertig ;-)

      3. @Stiftl
        Bingo ist nicht schlecht. Aber ich bin Bayernfan seit Mitte der 70er Jahre. Es ist durchaus nicht alles Superduper was beim FCB in den letzten Jahren so gelaufen ist. Aber der FCB ist ein Traditionsverein, der seit Jahrzehnten im Konzert der Großen dabei ist. Manchmal ganz vorn, manchmal halt dahinter. Wenn ich dann abgehobene Kommentare von der Generation 918 (von mir geschätzt Jahrgang nach 2001) lese, dann juckts in den Fingern. Ich bin kein Experte, will ich auch nicht sein, aber die Stimme eines Fans, der seit den 80er Jahren im Stadion ist, sollte sich bei dem ganzen Internet-Irrsinn auch mal melden. Meine Hoffnung ist, dass es nicht mehr so lange bis zum 16.8 ist. Dann gehts wieder ins Stadion geht und das elende Gelaber ist Geschwätz von gestern.

  3. Ein ausgewogenes und sachliches Round Up, dafür +1!

    Ein paar Anmerkungen:

    Vergleicht man hier zum Beispiel den BVB, der in den letzten Jahren die deutlich attraktivere Anlaufstelle für (junge) Spieler geworden ist.

    .

    Naja – ist das unser Ziel? Bzw. wäre das vermittelbar? Der BVB ist sicherlich für junge Spieler attraktiver als wir – doch woran liegt das? Wir sind jetzt sieben Mal in Folge Meister geworden – eine einfach unfassbare Serie. Das hätten wir aber wohl kaum geschafft, wenn wir ähnlich wie der BVB vielen jungen Spielern Einsatzchancen gegeben hätten. Und irgendwo muss Dortmund aufpassen, dass das nicht ein verhängnisvoller Zyklus wird: junge Spieler aufbauen, aber titelmäßig (insbesondere international) nix reissen – die sehen dann keine Perspektive zum CL Sieg, verlassen den Verein, und der nächste junge Spieler kommt. Finanziell lukrativ und im Sinne einer AG vielleicht nicht mal das schlechteste Modell. Aber ob das in München umsetzbar wäre? Da habe ich doch meine Zweifel.

    Zum Kader: vor zwei Wochen hatten wir ja noch ein gefühltes “Vier Spieler Loch”, da ja die Abgänge von Sanches und Boa als fix angenommen wurden. Der eine bleibt jetzt, und so wie sich Boa aktuell präsentiert, sieht es danach aus, dass er uns auch erhalten bleibt. Und mit den kolportieren Sane und Roca wäre der Kader in meinen Augen dann schon komplett. Wie im Roundup angemerkt: wenn 17 Spieler fast alle Spieler abdecken, dann ist es halt wirklich fraglich ob es Sinn macht den Kader noch weiter aufzustocken – nur um für den Worst Case Fall mehrerer Ausfälle quasi “Hosenträger zum Gürtel” zu haben und das Ganze dann fast verlustfrei aufzufangen. Um dafür in den “Guten Zeiten” (die in der Regel ja überwiegen) eine massive Unzufriedenheit im Team zu haben. Insofern gehe ich da die anvisierte jetzige (kleine) Kadergröße mit; wichtig ist allerdings, dass man dann auch tatsächlich in den “Schlechten Zeiten” mal konsequent auf den ein oder anderen jungen Spieler setzt, anstatt dann irgendwie mit dem Restbestand eine (unpassende) Aufstellung hinzubiegen.

    Hernandez halte ich im Vergleich zu de Ligt auch nicht für die schlechtere Variante, da er eben in der IV und als LV einsetzbar ist. Ich hätte allenfalls de Ligt noch dazu genommen, aber dann wäre in der Verteidigung schon das Hauen und Stechen um die Stammplätze losgegangen.

    Alles in allem habe ich (zum jetzigen Zeitpunkt ;-) immer noch Vertrauen in unsere Führung. Ja, die Außendarstellung war in letzter Zeit nix Gscheits, man ist definitiv mit Brazzo und Kovac ein Risiko eingegangen – aber meiner Ansicht nach sollten wir da als Fans zu unserer Leitung stehen und sie supporten anstatt sie als “Novizen” die ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind zu disqualifizieren. Pep ist weg, Tuchel mir zu riskant von der Persönlichkeit her und Nagelsmann wäre mir jetzt definitiv ein zu großes Risiko gewesen. Und andere deutschsprachige Toptrainer fallen mir – mit Ausnahme Klopp nicht ein. Und der ist erstmal noch fest in Liverpool verbandelt.

    Was Brazzo angeht: lasst uns doch bitte das erste Zwischenfazit erst nach Abschluss der Transferperiode ziehen. Und beide dann nochmal nach der Saison bewerten – ob sie fehl am Platz sind, ob sie sich entwickelt haben, ob sie eine Zukunft beim FCB haben. Und nicht nach jedem Spiel einmal den Daumen heben und nach dem nächsten wieder senken.

    Warum sollen wir es uns als Verein nicht mal leisten können, nicht nur Spieler zu entwickeln, sondern auch einen Trainer und Sportdirektor? Die beiden “Novizen” haben das Double geholt – als Totalversagen kann man also die Entscheidung für sie nicht werten.

    Antwortsymbol5 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Dann kann man sich auch gleich das Forum sparen und erst nach der Saison diskutieren,was toll und schlecht war.
      Und wehe einer kritisiert Mitarbeiter vom FC Bayern.
      Das tut man als richtiger Fan nicht.
      Alles ist toll und alles wird super.
      Aber Hauptsache Stiftl und Co. Machen sich ständig über ein User hier lustig.
      Seid ja richtig starke Kerle.

      1. O mei – den Unterschied zwischen Diskutieren und Fazit ziehen kennst Du aber schon? Natürlich ist es vollkommen legitim, über (vermeintliche) Schwachpunkte zu diskutieren. Aber dann doch bitte nicht in der Form “der kann sowieso nix”, “das wird nie was”, “der ist unfähig” etc. Nur weil die EIGENE Erwartungshaltung gerade nicht erfüllt wird.

        Ein “richtiger” Fan steht zu seinem Verein und trägt auch mal Entscheidungen mit, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen. Und stempelt in so einem Fall die Verantwortlichen eben nicht als (Halb-) Idioten ab, wie das hier von dem ein oder anderen User an den Tag gelegt wird.

      2. Spiel dich mal nicht so auf hier.
        Es ist jedem selbst überlassen wie er was kommentiert.
        Und was ein “richtiger Fan”zu tun hat, entscheidest auch nicht du.

      3. @Gerdl 20:

        Es ist jedem selbst überlassen wie er was kommentiert.

        Absolut richtig.
        Aber wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
        Und wenn man nicht mal genug Respekt aufbringt, um die Namen der Protagonisten richtig zu schreiben ( oder zu dumm dazu ist?) , dann muss man halt auch mit Gegenwind leben.

    2. @Stiftl
      Das ist ein guter Punkt. Ich frage mich oft auch, was es mit dieser Diskussion auf sich hat, dass es seit Badstuber kein Talent mehr in den Kader geschafft hat. Wenn man das Niveau erreicht, dass sich Bayern seit 2012 aufgebaut hat, gibts es einfach nicht mehr viele Spieler, die gut genug sind es in den Kader zu schaffen. Für eine Top 5 (inzwischen vielleicht eher 8) Mannschaft ist es nun mal so, dass es nur noch alle 3-4 Jahre ein Talent aus den eigenen Reihen gibt, dass es schafft.
      Ich erinnere mich an Barcelona vor 8 Jahren. Da haben sie Real weggeballert, der Kader war mit LaMesia Genies vollgepumpt und alle haben gedacht, krass Real kauft und kauft und Barca hat diese geniale Nachwuchsakademie. Tja nicht ein einziger – also tatsächlich KEIN Einziger dieser Spieler hat es zum Stammspieler gebracht. Barca ist kurz darauf dazu übergegangen, sich die besten Spieler zu kaufen…
      Hier eine Liste an neuen Messis der letzten 10 Jahre aus La Mesia:
      Bartra
      Muniesa
      Bojan
      Montoya
      Gomez
      Dos Santos
      Affelay
      Gomez
      Tello
      Delofeu
      Cuenca
      Rafinha
      Halilovic
      Munir
      Samper

      Das selbe bei PSG. Man hat(te) 7-8 der vielversprechendsten Talente der Welt – alle weg. In der NBA werden diese unterschiedlichen Prozesse klar benannt. Da gibt es die Aufbauphase und das “win-now” .

      Lange Rede kurzer Sinn – wenn man im win-now ist, interessieren mich die Transfers von Dortmund reichlich wenig, da brauch ich einen Sané :-)

  4. Schoen das KHR zunehmend Klartext spricht und sich durchzusetzen scheint.
    Zumindest spielt LKovac inzwischen 4-3-3 .
    Heute in tz
    Doch Rummenigge tat ihm diesen Gefallen nicht. Kovac habe die Erwartungen erfüllt, sein nüchternes Urteil.
    Und das war es dann auch schon mit Worten über den Chefcoach. Karl-Heinz Rummenigge stellte lieber direkt die Verpflichtung des neuen Co-Trainers in den Vordergrund. „Ein wichtiger Neuzugang ist Hansi Flick“, weicht er direkt aus, „er wird eine große Hilfe für Niko.“
    Rummenigge schwärmt von Hansi Flick – Erneute Spitze gegen Kovac
    Der 63-Jährige fährt mit einer Aufzählung der Qualitäten des ehemaligen DFB-Co-Trainers fort. Schwärmt von seiner Erfahrung und Klasse. Dass er seinem Chefcoach ein klares Lob verweigert und dessen Co hervorhebt, für Kovac sicherlich schon Provokation genug, doch er legte noch einen drauf.
    „Seine erste Saison war nicht Vergnügungssteuer-pflichtig, aber lehrreich“, fügte Rummenigge hinzu. Vor allem die schwere Phase im Herbst vergangenen Jahres setzt ihm wohl noch immer zu. Mit Kritik wurde ohnehin selten gespart, dafür aber gerne mit Bekenntnissen zu Kovac. Auch im Sommer nach dem Double wird Rummenigge also nicht so schnell euphorisch.

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    1. Meine Fresse, du zitierst die TZ. Meinst du die interessiert irgendwas, außer einem potentiellen Konflikt zwischen Kovac und Rummenigge? Du musst wirklich nicht alles, was dir über den Weg läuft oder du gerade denkst, posten.

  5. So. Alles zurück auf Los. Uli macht Feierabend. Morgen glühen die Foren.

  6. Ich denke, dass wir hinsichtlich der “soft skills”, in erster Linie Verläßlichkeit und respektvoller, familiärer Umgang – trotz aller fragwürdigen Interviewaussagen von Uli und Kalle – sowie Gehälter, mit den europäischen Spitzenclubs mithalten und sogar punkten können. Perspektivisch halte ich die vielversprechende Aussicht auf nationale Titelgewinne für wichtig genug, um ebenfalls als Positivum gewertet zu werden.

    Entscheidend ist für mich allerdings die Gesamtausrichtung des Vereins hinsichtlich Spielphilosophie und Umsetzung gerade in unserer ersten Mannschaft! Hier muss es auch eine nach aussen zweifelsfrei erkennbare Herangehensweise geben, mit der der FCB versucht, die sportlichen Erfolge zu erringen: Ein Konzept basierend auf dem “Ancelotti-Gedächtnis-U” und “dem langen Hafer” als stilbildendes Element jedenfalls lockt nur noch die wenigsten Spieler zu uns! Die richtig guten Spieler wollen vor allem SPIELEN, und nicht mit dem Ball am Fuss Meter machen oder die drölfzigste Halbfeldflanke in den Strafraum schlagen müssen!

    Ok, auch wenn vermutlich nur durch eine Regeländerung initiiert, es zeigen sich Änderungen in den bisherigen Testspielen unter Kovac! Ob sich diese Entwicklung zu einer Spielidee entwickelt, die nach Rummenigge “bayern-like” wäre und ein Erkennungsmerkmal unserer Mannschaft werden könnte, bleibt abzuwarten!

    Nur ist es allein mit einer passenden Spielidee nicht getan! Top-Spieler erwarten, trotz ihrer herausragenden Fähigkeiten immer noch etwas besser gemacht zu werden und weitere Entwicklungen erfahren zu können – auch und gerade hinsichtlich ihres individuellen Könnens.
    Und da sehe ich Kovac trotz zweier Titel – zu denen er eher wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ist – deutlich im Nachteil!
    Die Installation eines Trainer mit internationaler Strahlkraft und Können ist daher ein “Muss” – und auch da dürften die oben genannten Softskills eine wichtige Rolle spielen.
    Übrigens gilt das für Kovac Gesagte in gleicher Weise auch für Salihamidzic, dem man im Moment nur konstatieren kann, er sei “stets bemüht”, aber eben nicht mehr! Auch hier gilt es, namhaften Ersatz zu finden, wollen wir wieder im “Konzert der Großen” mitspielen!

    Im Gegensatz zu den bisherigen Strategien wäre es andererseits auch denkbar, dass sich unser FCB aus dem “wahnwitzigen” Rennen um Ablösesummen und Gehälter ausklingt, diesen Wettlauf nicht mehr mitmacht und sich bewusst auf junge Spieler konzentriert und sie sich entwickeln lässt. Sie sowohl aus dem Ausland, als auch aus der eigenen Akademie heranführt! Damit würde die bisher so wichtige Säule “erfahrene Top-Stars unterhalb Weltfussballer-Niveau” zu holen und sie noch einmal zu “pushen” wegfallen!
    In dem Falle könnten wir es uns auch erlauben, das Duo Kovac/Salihamidzic weiter arbeiten zu lassen und sich beide quasi parallel zu den jungen Spielern ebenfalls weiter entwickeln zu lassen – in der Hoffnung, wir können dann zwischenzeitlich verlorenen Boden wieder wett machen. Das hieße dann auch, darauf zu hoffen, dass wir dann nicht “BVB reloaded” werden und Kovac im Verlauf dieser Entwicklung “den Guardiola auspackt”, also eine Spielidee entwickelt, die über Kombinations- und Zonenspiel sowie koordiniertes Pressing eine Dominanz aufbaut, und damit sowohl gegen die Maurermeister in der Liga genauso wie gegen die Schnellen Umschalter zum Erfolg kommt. Noch ist Kovac davon weit weg!

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    1. Und da sehe ich Kovac trotz zweier Titel – zu denen er eher wie die Jungfrau zum Kinde gekommen ist – deutlich im Nachteil!

      Dass Kovac als Trainer noch dazu lernen kann, steht außer Frage. Aber wieso kommt er – nach zwischendurch 9 Punkten Rückstand – wie die Jungfrau zum Kinde zum Meistertitel? Der ist ihm also einfach so in den Schoß gefallen?

    2. “Ok, auch wenn vermutlich nur durch eine Regeländerung initiiert, es zeigen sich Änderungen in den bisherigen Testspielen unter Kovac!”

      Welche Regeländerung sollte das sein?

      1. Vorher war es so,dass der Ball beim Flachabstoss,erst ausserhalb des Strafraums
        vom Mitspieler angenommen werden durfte.
        Jetzt siehst du in der Regel schon 1-2 Spieler am Fünfer beim Torwart stehen.
        Eine klasse Regeländerung,wie ich finde.

      2. Ich finde diese Regeländerung auch gut, Manuel Neuer ist sicherlich begeistert davon.
        Inwieweit unser Trainer dadurch gezwungen sein soll, “seine” Spielweise zu ändern, erschließt sich mir aber nicht.

      3. @Wohlfahrt:

        Inwieweit unser Trainer dadurch gezwungen sein soll, “seine” Spielweise zu ändern, erschließt sich mir aber nicht.

        Na, jetzt hat der Verteidiger vielleicht ne Sekunde mehr Zeit, bevor ihn der Gegenspieler angehen kann.
        Das revolutioniert Kovačs Offensivkonzept doch total. ;)

  7. Uli Hoeneß will wohl aufhören. Eine Ära geht zu Ende.

  8. Uli stellt sich nicht als Praesi zur Wahl.
    Wie erwartet will er Hainer als Nachfolger.

    Das erklaert warum KHR jetzt so dominant Auftritt.
    Uli wird erstmal als ARVS weitermachen denn er ist ja gewählt aber er muss auch beantworten wie das mit den Statuten des e.V.und der AG vereinbar ist die besagen das der Praesi immer AR VS sein muss.

    Ist auch egal.
    Fuer den FCB ist es gut denn jetzt hoert hoffentlich das oeffentliche Gezerre auf.
    Denn das ist die absolute Voraussetzung dafuer das wir wieder geeint auftreten und den Club staerken.

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    1. Also gibt er den AR VS wohl doch ab.
      Konsequent und hoechsten Respekt Uli Hoeness.
      Kahn muss noch unterschreiben.

      Wir werden es nie wissen aber denke das Kahn zur Voraussetzung gemacht hat (wie Jupp vor ihm) das das Gezerre vor allem in der Oeffentlichkeit ein Ende hat.
      Dazu kommt wohl das Uli immer mehr gemerkt hat das die Realitaeten im Fussballgeschaeft nicht mehr mit vielen seiner Auffassungen übereinstimmen.
      Und das die Art damit umzugehen mit dem gesamten Vorstand kaum noch uebereinstehen. Natuerlich koennte er alle auswechseln aber insbesonders bei KHR, dessen Vertrag er ja nach langem Bitten erst noch 2 Jahre verlaengert hatte , waere es extrem grotesk.
      Mit Hainer hat er einen starken Nachfolger.
      Hoffe das mit Hainer als ARVS der Vorstand und insbesonders KHR sich nicht ausruhen und vor allem die Fehler nach der Pep Aera vermeiden 
      Denn KHR hat da einiges angefangen mit Anc zu verantworten.
      Hoffentlich ist der Weg fuer Kahn jetzt frei .
      Hoffentlich werden die Kapitel Kocac und Hassan spaetestens naechsten Sommer beendet und durch eine sehr gute sportliche Leitung ersetzt mit klarem Offensivkonzept.
      Hoffentlich wird bis dahin abgestimmt und punktuell begrenzt kommuniziert.
      Hoffentlich kaufen wir gute Spieler die uns weiterhelfen und den Wert der Marke FCB steigern.

      1. Du antwortest um 7:17 Uhr morgens auf deinen eigenen Kommentar von 22:34 Uhr des Vorabends. Das erklärt einiges. Hoffentlich …

      2. Wir werden es nie wissen aber denke dass Uli hier mitliest und die Schnauze voll hat von 918. KHR wird ihm gesagt haben dass 918 der Inbegriff des Fussball Experten ist und Uli doch bitte endlich einsehen solle dass seine Zeit vorbei ist. Denke dass KHR sich durch 918 gestärkt fühlen und nun die Zügel an sich reissen wird.

  9. Ja, damit hätte ich nicht gerechnet! Vorteil Rummenigge!
    Und sowohl Kovac als auch Brazzo geht jetzt der entscheidende Fürsprecher verloren!

  10. Sollten ihm ein Denkmal bauen!

  11. Alexander der Große tritt ab. Die Diadochen werden sich bis aufs Blut bekämpfen. Das Reich wird kurz vor dem Untergang stehen.

    Ich denke, das war es noch nicht. Uli wird wiederkommen.

  12. @wipf: als was? Als Geist?

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Tolle Fragen. Treffen den aktuellen Nerv. Und gut zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der glaubt Hernandez wird spielerisch (und menschlich) voll einschlagen.

      Frage an die Runde: wenn wir permanent von top Transfers reden: würdet ihr Neymar kaufen? Gesetzt den Fall er wäre für 130 Millionen (plus 1 Spieler, plus Leih-Option etc.) verfügbar und würde hierher wechseln wollen. Auch mal als Gedankenspiel zum Thema, wie weit kann und soll der FC Bayern auf dem internationalen Transfermarkt gehen. Vorweg: ich würde es machen. Meine einzige Sorge wäre hier nur, ob unser Trainer mit so jemandem umgehen kann.

      1. Bitte nicht diese Diva!
        Und bei Lucas wünsch ich mir nur eine Sache.
        Verletzungsfrei durch die Saison!

      2. Ich würde es auch machen aber nur unter der Voraussetzung das wir einen Trainer haben der mit ihm umgehen kann aber vor allem nur wenn man im persönlichen Gespräch und da würde ich Elber dabei haben wollen, merke das sich Neymar mit Haut und Haaren dem FCB verschreibt.

      3. Tja, der so sehr ersehnte Tuchel ist dann ja wohl nicht dieser Trainer…

        Neymar oder Dembele zu uns? Nope, bitte nie und nimmer. Die können sportlich noch so genial sein, menschlich sind das reine Egozentriker ohne Rücksicht auf Verluste…

  13. Aktuelle Aussage von Kovac: sein bevorzugtes System ist mit einer Sechs und zwei Achtern…

    Shitstorm in 1..2..3….

    Antwortsymbol4 AntwortenKommentarantworten schließen
    1. Wieso Shitstorm, ist doch geil? Check ich nicht
      Übrigens haben sich Tuchel und Neymar super verstanden. Naja, ich hoffe, dass ich mit 52 mal nicht mehr so viel Wert auf Provokation lege

      1. Naja, der überforderte Novize Kovac hat doch den begnadeten Weltklassezehner James vergrault. Da geh ich einfach mal davon aus, dass konsequenterweise die üblichen Verdächtigen über sein bevorzugtes System (ohne Zehn) herfallen werden ;-)

        Will Neymar deswegen weg, weil er sich so super mit Tuchel versteht? Das wäre ja mal ganz was Neues :-)

    2. Ja, er bevorzugt das. Hat er auch letzte Saison schon versucht. Hat aber zu selten gut geklappt. Deswegen haben wir letzte Saison in fast 60% der Spiele mit einem 4-2-3-1 gespielt. Da hätte man schon auf die Idee kommen können, James irgendwie einzubauen. Aber klar, der Minderleister James war halt den Anforderungen nicht gewachsen.

      Selbstverständlich wird Kovac diese Saison sein bevorzugtes System auch auf den Platz bringen. Wäre ihm zumindest zu wünschen. Sofern er das schafft, ist ihmnichts vorzuwerfen. Weshalb man deshalb provozieren muss, verstehe ich nicht.

      1. @Beobachter:
        “Minderleister” würd ich ihn nicht nennen, aber der glorreiche Weltklassemann, der vom bösen Kovač vergrault wurde, passt halt auch nicht.
        Ist ja nun nicht gerade so, dass sich die sportliche Elite um ihn prügelt.
        Gestern ging das Gerücht, dass Neapel ihn grundsätzlich verpflichten will, aber nicht bereit ist 42 Millionen für ihn zu zahlen.
        Woran das wohl liegt?

  14. 4-3-3 oder 4–1-4-1 sind die Koenigsformationen.
    Richtig trainiert und abgestimmt haben wir den besten Fussball ever gespielt.

    Und wir haben noch viele Spieler die es unter Pep eingeddrillt bekommen haben.

    Neuer Kimmich Alaba Thiago Javi Mueller Lewa Coman.
    Ist immerhin noch die Haelfte des Kaders die wissen wie es geht.

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