Vorschau: VfB Stuttgart – FC Bayern München

Hinter den Bayern liegt eine richtungsweisende Woche, aus der man viele Schlüsse für die Zukunft ziehen konnte. Gegen den VfB Stuttgart soll der erste Auswärtssieg in der diesjährigen Bundesliga-Saison gelingen.

Tayfun Korkut beruft sich derzeit auf die Erfahrungen, die er als Spieler unter drei späteren Weltmeister-Trainern sammeln durfte. Zwei Niederlagen zum Saison-Start sind alles andere als optimal. Besonders dann, wenn im dritten Pflichtspiel der FC Bayern zu Gast ist.

Doch wichtig sei es, die Gelassenheit beizubehalten, so Korkut. Als Spieler hatte er mit Joachim Löw, Carlos Alberto Parreira und Vicente del Bosque zusammengearbeitet. Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung lobte der 44-Jährige die emotionale Balance dieser Trainer. Es sei wichtig, Ausschläge ins Extreme zu vermeiden.

VfB Stuttgart: Gute Ansätze, wenig Ertrag

Tatsächlich hat Korkut wenig Grund dazu, die Lage zu dramatisieren. Das Ausscheiden gegen Hansa Rostock war ein herber Rückschlag und auch den Bundesliga-Start in Mainz hatte man sich anders vorgestellt. Doch der Trainer sah Ansätze, die für den weiteren Verlauf noch wichtig sein könnten.

So war die Anfangsphase beim FSV gar nicht übel. Stuttgart fand im Spielaufbau Wege durch die Halbräume. Santiago Ascacíbar und Gonzalo Castro waren dafür zuständig, diese Zonen zu überladen. Ein Fokus lag dabei vor allem auf der linken Seite.

Begünstigt wurde dies durch die nominelle Aufstellung Christian Gentners auf dem rechten Flügel. Der Mittelfeld-Spieler zog nämlich oft in die Mitte.

Über dieses Prinzip entstand auch die erste und einzige hundertprozentige Chance der Stuttgarter. Badstuber fand im Halbraum Thommy, der im Zusammenspiel mit Insúa und dem herauskippenden Gómez für einen sehenswerten Angriff sorgte. In der Mitte fand der VfB abschließend Gentner, der die Riesenchance zur Führung jedoch knapp verpasste.

Gegen Mainz zeigten die Stuttgarter, dass ihr Aufbauspiel durchaus gute Ansätze hat. Hier spielte Badstuber Thommy frei. Der Rest der Mannschaft verschob so, dass Mainz überfordert war und für den VfB Überzahl entstand.

Korkuts Aufgabe wird es sein, diese Tempovorstöße aus eigenen Ballbesitzphasen zu verfeinern und zu vermehren. Der Angriff zeigte eindrucksvoll, dass der VfB technisch und taktisch einige Möglichkeiten hat, um Gefahr zu erzeugen.

Es sollte an diesem Tag aber eine von nur drei guten Chancen bleiben. Denn Stuttgart schafft es im Moment noch nicht, konsequent das Tempo hochzuhalten. Dem Spiel geht das letzte Risiko ab und die Übergänge zwischen den Dritteln sind zu behäbig.

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In Mainz entstand ein sehr flügellastiges Spiel, das relativ einfach zu verteidigen war. Castro, Ascacíbar und dem einrückenden Gentner gelang es zu selten, das Positionsspiel so zu gestalten, dass Badstuber und Pavard über die Mitte oder den Halbraum eröffnen konnten. Deshalb ging das Spiel zu früh in die Breite. Besonders zwischen den beiden Innenverteidiger wurden viele Querpässe gespielt, die es den Mainzern ermöglichten, sich auf die Angriffe einzustellen.

Noch viel schlimmer war es aber für den VfB, dass die großen Qualitäten im Umschaltspiel kaum auf den Platz gebracht wurden. Im Endspurt der vergangenen Saison waren die Stuttgarter sehr erfolgreich darin, defensiv gut zu stehen und effizient zu kontern. Mussten sie das Spiel selber machen, gab es hin und wieder längere Schläge zu sehen, nach denen der VfB den zweiten Ball effektiv attackierte.

Gegen Rostock und Mainz fehlten solche Aktionen fast komplett. Die Mannschaft rückte kaum nach und ließ ihre vorderen Pressingreihen mehrfach im Stich. Gerade gegen die Bayern wird es eine andere Kompaktheit brauchen, um einerseits nicht die Zwischenlinienräume zu öffnen und andererseits Gegendruck nach langen Bällen zu entfachen, die der FC Bayern mehrmals provozieren wird.

FC Bayern: Zusammenhalt, Selbstverständnis und Stabilität

Während sich der VfB damit beschäftigte, wie die guten Ansätze ausgebaut werden können, lag der Fokus der Münchner auf einem Abschied, aus dem gleichzeitig viele Lehren gezogen werden konnten.

Bastian Schweinsteiger verabschiedete sich an einem äußerst emotionalen Abend von seinen Fans, seinem Klub und seiner Stadt – auf Zeit. “Ich bin einer von euch und ich werde immer einer von euch bleiben”, sprach er mit leicht angekratzter Stimme und ließ damit Raum für Spekulationen über eine Rückkehr in der Zukunft. Es war die große Bühne, die sich der Fußballgott verdient hatte.

Als ab der 60. Minute Rafinha, Thomas Müller, Arjen Robben, Franck Ribéry, Jérôme Boateng, David Alaba, Manuel Neuer, Thiago und Robert Lewandowski (jeweils mit der Nummer 31) gemeinsam mit ihm auf dem Platz standen, erlebten die Fans im Stadion etwas ganz Besonderes. Sie konnten in der Schlussphase eine Mannschaft sehen, die sich fast blind verstand, miteinander Späße machte, sich gegenseitig veralberte und so nochmal einen Hauch von 2013 aufleben ließ.

Es wurde deutlich, wie eng das Band zwischen den Spielern ist, die unter Heynckes diesen einzigartigen Erfolg feierten. Die gemeinsam durch ein Stahlbad gingen, um im Sommer 2013 endlich den Gipfel zu erreichen. Selbst Thiago und Lewandowski, die erst später zum FC Bayern kamen, waren sofort Teil dieser Verbindung.

Ja, es war ein Abschiedsspiel, das sportlich keinerlei Bedeutung hatte. Aber dieses Band war für jeden spürbar. Es stand eine besondere Mannschaft auf dem Platz, die Emotionen bei den Zuschauern wecken konnte. Die Euphoriewelle der Fans galt zwar hauptsächlich Bastian Schweinsteiger, zeigte aber auch, welch einmalige Verbindung die Triple-Sieger immer noch mit dem Publikum haben.

Die Symbiose zwischen Fans, Mannschaft und insbesondere Schweinsteiger war an diesem Abend herausragend, einmalig und in Worten kaum zu beschreiben. Das ganze Stadion ging mit, die Südkurve ließ sich mehrfach von anderen Teilen des Stadions mitreißen, Konflikte waren mit Ausnahme der Kritik an der Agentur-Choreografie gar nicht vorhanden – der FC Bayern konnte von diesem Spiel nur lernen.

Gerade Niko Kovač, für den das alles neu gewesen sein dürfte, sollte gemerkt haben, zu was dieser Klub in der Lage ist, wenn wirklich alles passt. Schafft er es, das Band in der Mannschaft nur annähernd so eng zu schnüren, dass eine ähnliche Dynamik entsteht, hat er viel gewonnen. Diese Dynamik war 2013 die Basis.

Daraus entstand ein besonderer Zusammenhalt und ein Selbstverständnis, das für alle weiteren Schritte notwendig war. Schwappt dieses Gefühl des Zusammenhalts dann noch auf die Fans über, ist der FC Bayern ein kaum aufzuhaltener Schnellzug. Vielleicht wird man am Ende der Saison dann auf diesen Schweinsteiger-Abend zurückblicken und sich dafür bedanken, dass er das Bewusstsein dafür geweckt hat, wie wichtig diese Basis ist.

Triple-Spirit! Für die Zuschauer und Fans war am Dienstagabend ein einzigartiges Band in einer einzigartigen Mannschaft zu spüren.
(Foto: Adam Pretty / Bongarts / Getty Images)

Gegen den VfB Stuttgart wird sich der FC Bayern noch nicht in der Lage befinden, ein Spiel über 90 Minuten zu kontrollieren. Das war die Erkenntnis des Hoffenheim-Spiels. Am ersten Spieltag begannen die Münchner sehr stark. Kovač antwortete auf die Aggressivität der Gäste mit guten Anpassungen. Im Zentrum war Thiago der Mittelpunkt der Ideen des Trainers.

Mehrfach konnte der Spanier enge Situationen auflösen und die Flügelspieler in Szene setzen. Der FC Bayern zeigte dabei keine komplett neuen Ansätze. Er machte das, was er seit Jahren macht, einfach nur sehr gut. Mit der Coman-Verletzung zeigte sich dann aber ein psychologisches Problem.

Die Bayern kamen folglich nicht mehr ins Spiel. Schon in den großen Spielen der Champions League gab es in der jüngeren Vergangenheit immer Phasen, in denen sich der FCB die Partie aus den Händen nehmen ließ. Kovač wird deshalb für die maximal mögliche Stabilität sorgen müssen.

Platzverweise, Verletzungen, vergebene Chancen, Gegentore aus dem Nichts – es ist unmöglich, solche unerwarteten Wendungen eines Spiels zu vermeiden. Wichtig ist aber, dass die Bayern sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie müssen wieder dagegenhalten können – taktisch, aber vor allem mental.

Eine mögliche Startelf von Niko Kovač könnte mit Neuer, Boateng, Alaba, Martínez, Müller, Robben und Ribéry aus bis zu sieben Triple-Siegern bestehen. Hinzu kommt noch Rafinha. Darunter sind zwar Spieler, die nicht mehr das Niveau von damals haben. Allerdings hat der Trainer eine gute Mischung aus deren Erfahrung und jungen Spielern, die sich daran hochziehen können.

Es liegt deshalb auch am Rest der Triple-Mannschaft, diese Erfahrungen zu kanalisieren, eigene Interessen in den Hintergrund zu stellen und gemeinsam für einen Zusammenhalt zu sorgen, aus dem sich wieder etwas ganz Besonderes entwickeln kann. Das gesamte Team ist der Schlüssel zum Erfolg. Das ist die Erkenntnis, die besonders bei den Triple-Siegern am Dienstagabend gereift sein sollte.

Das Thesen-Duell

Die Regeln findet ihr hier. Die Zahl für These 3 wurde diesmal von Fatbardh gewählt. Kurzfristige Änderungen sind bis zum Spieltag noch möglich.

Ergebnis nach dem letzten Spieltag: Justin 3,8 : 1,4 Fatbardh

Zwischenstand insgesamt: Justin 7,2 : 3,4 Fatbardh

Justins Tipps

  1. Torschütze: Thomas Müller
  2. Freie These: Stuttgart trifft nicht.
  3. Über/Unter 2,5: Unter!
  4. Aufstellung: Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Martínez – Müller, Thiago – Robben, Lewandowski, Ribéry

Fatbardhs Tipps

  1. Torschütze: Arjen Robben
  2. Freie These: Bayern trifft in beiden Halbzeiten.
  3. Über/Unter 2,5: Über!
  4. Aufstellung: Neuer, Kimmich, Süle, Hummels, Alaba, Martínez, Thiago, Müller, Robben, Lewandowski, Ribéry
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Leserkommentare
  1. dicker-bäcker

    Sehr gute Analyse.
    Ich möchte mal mitspielen…

    1. Torschütze: James
    2. Freie These: ein Spieler von uns wird verletzt rausgetragen…
    3. Über/Unter 2,5: Unter!
    4. Aufstellung: Neuer – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Martínez – James, Thiago – Robben, Lewandowski, Ribéry

    1. Mimikri

      Ich denke, dass es diese Aufstellung so nicht geben wird. Kovac spielte bisher immer mit einem vertikalen Spieler – was auch sinnvoll ist. Die Hilfe für Lewy bekommst du nicht, wenn du Robben und Ribery auf den Flügeln spielst – Gnabry wird aber wohl noch nicht starten. James und Thiago sehe ich daher nur mit z.B. einem Spieler wie Tolisso zusammen, wobei ich dann Thiago auf der 6 sehe.

      1. Josef

        Ich glaube auch nicht, dass die drei “Spanier” James, Thiago und Javi gemeinsam auflaufen. Ich rechne aber damit, dass Kovac im Mittelfeld sanft rotieren wird und James oder Goretzka von Beginn an bringt. Es ist immerhin schon das vierte Pflichtspiel, und ich denke nicht, dass Kovac die beiden zu unzufrieden in die

        Die gradlinigsten Rotationen wären James statt Thiago oder Goretzka statt Müller. Vielleicht bringt er aber auch James statt Ribery. Immerhin hat Rib bisher alle drei Pflichtspiele von Anfang an gespielt, und James über links sahen wir auch am Dienstag.

  2. wipf1953

    Der Wechsel zu Kovac hat den interessanten Effekt, dass die Spannung auf das nächste Bayernspiel steigt. Ich bin auch irgendwie gespannt, weil ich weder weiß, wie Kovac spielen lassen wird noch wen er spielen lassen wird. Ich mache jetzt mal einen “kühnen” Aufstellungs- und Wechseltipp, mal abwarten ob ich damit komplett danebenliege:

    “starting eleven” sind: Neuer – Kimmich, Boateng, Süle, Alaba – Martinez – James, Thiago, Goretzka – Müller – Lewandowski

    Weiter tippe ich, dass Martinez und Müller im Spielverlauf gegen Ribery und Robben ausgewechselt werden. Bei Tolisso bin ich mir unschlüssig. Warum hat den keiner auf der Rechnung?

    Man muss mal hinterfragen, ob die “Startaufstellung” wirklich gleichzusetzen ist mit der Aussage, dass diese elf die besten Spieler seien. Das war vielleicht vor 10, 20, 30 oder 40 Jahren der Fall, als man noch von “Stammspielern” und “Leistungsträgern” sprach. Heute ist doch eine andere Situation, es gibt viel weniger “Stammspieler” und viel mehr “Lesistungsträger”.. Eher gibt es heute Stars und Ergänzungsspieler. Ergänzungsspieler sind bei Bayern doch nur noch Rafinha (den ich aber seit einiger Zeit sehr gerne zusehe, er verkörpert für mich inzwischen fast sowas wie das “Bayern-Gen”), Wagner (der mir “off-the-pitch” besser gefällt als auf dem Spielfeld) und Sanches (= immer noch Wundertüte, Kovac überstürzt hier nichts, das ist gut). Und im Niemandsland zwischen Stamm- und Ergänzung bewegen sich aktuell Müller und Hummels, wobei Müller sich durchbeißt (erkennen eigentlich die vielen, vielen Müller-basher nicht, was dieser Kerl für einen Willen hat?)..

    Was ich damit sagen will: Mir “gefällt” Thiago ( <3) auf der Sechs dreimal besser als Martinez (dessen frühere Genialität im 1 vs 1 in irgend einem Nirvana verschwunden ist). Ich denke dennoch, dass Martinez auf der Sechs beginnen wird, ganz einfach deshalb, weil Kovac erst mal Gegentore vermeiden will. Thiago, der "viel bessere Sechser", könnte aber im Spiel auf diese Position wechseln.

    Warum alle meine Vorredner Ribery und Robben in der Startformation sehen, verstehe ich nullkommanull. Ich denke, dass beide ab der 60ten Minute kommen könnten.

    Wenn wir aus der letzten Saison etwas gelernt haben dann das: Robben und Lewandowski sind schlicht "inkompatibel" (ich nannte die beiden mal, bibelfest wie ich bin, Kain und Abel). Alle meine Vorposter gehen trotzdem von einer "starting eleven" mit Robben und Lewa aus. Da halte ich jetzt einfach mal dagegen.

    Hummels haben alle meine drei Vorposter in der Startelf … ist er aktuell wirklich sooo gut in Form? Warum war er gegen 1899 für 90 Minuten Bankwärmer?

    1. ucmy

      Die Analyse gefällt mir. Aus dem ersten Teil könnte man überspitzt sagen: “Bayern sorgt selber dafür, dass die Liga wieder spannend wird.”
      Mein Wunsch Experiment wäre einmal Thiago und Boateng als Doppelsechs.

    2. Dinzinger

      “Wagner (der mir “off-the-pitch” besser gefällt als auf dem Spielfeld)“
      Schon lustig manchmal, ist bei mir genau andersrum…

  3. Rainer

    Puh……Boateng bleibt. Die Champions League und Pokalsauslosung, es hätte echt härter kommen können. Insofern(ich muss es hier mal eingestehen) hat die sportliche Leitung auch nach der Verletzung von Coman richtig gehandelt. In der heißen Phasen der Saison ist der King zurück und mit Davies steht ein weiterer schneller Aussenspieler bereit. Bis dahin sollten wir mit Rotation und Systemumstellungen bestens über die Runden kommen. Scheinbar hat Paris eine Deadline für die Boateng Verpflichtung überschritten. Ich gehe davon aus, das unser Vorstand bis zu diesem Zeitpunkt eine Alternative in der Hinterhand hatte. Konsequent und durchdacht gehandelt.
    Torschütze: Robert Lewandowski
    Freie These: Bayern hat über 65% Ballbesitz
    Über/Unter 3,5: Über
    Aufstellung: Neuer, Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba, Goretzka, Thiago, James, Robben, Lewandowski, Ribéry

  4. Osrig

    Zunächst mal zum Thema Aufstellung:
    Bei einem ohnehin schon recht kleinen Kader noch drei Abgänge sind heftig! Warum sich Kovac drauf eingelassen hat? Vielleicht möchte er doch mit einer Stammelf spielen! Natürlich haben wir mehr als elf Leistungsträger, wie @WIPF weiter oben betont, aber um Stammspieler zu sein, kommt es ja auf viele Faktoren an, z.B. auch auf die Bereitschaft, im Training immer noch ein kleines Quentchen an Einsatzwillen mehr zu zeigen, oder die Fähigkeit, Vorgaben des Trainerteams besonders schnell und gut umzusetzen. Es mögen also durchaus diese “weichen” Faktoren sein, die bei Kovac dazu führen könnten, zu sagen: “Ihr seid meine Stammelf, und die anderen Spieler vorerst Ersatz!

    Ich kann mir daher gut vorstellen, dass Kovac gegen Stuttgart gar nicht so viel wechselt, also Hummels und James wieder das Nachsehen haben. Obwohl eine über die Saison sehr gut eingespielte Stammelf ganz klar große Vorteile hat, sehe ich doch auch einige große Risiken, nicht nur Unzufriedenheit bei den anderen Jungs, sondern eben auch nicht genügende Eingespieltheit mit dem Stamm. Ich hoffe, Kovac sieht das genauso, und wir sehen gegen Stuttgart eine Elf, die nicht nur auf ein oder zwei Positionen verändert ist im Vergleich zum Spiel gegen 1899.

    Taktisch werden wir sicherlich wie bisher sehen, dass Kovac aus einer etwas zurückgezogenen Position vertikal schnell aufbauen lassen wird, und den Ball schnell auf die Aussenposition bringen lässt. Einmal mehr wird sich zeigen, dass der Verzicht auf die 10er-Position Probleme im Spielaufbau mit sich bringen wird, und Stuttgart unser Angriffsspiel relativ einfach hemmen kann. Die Frage ist, wie wird Stuttgart agieren? Werden sie, in einem Heimspiel angetrieben von den eigenen Fans und im Bewusstsein des letzten Sieges, schnell nach vorn spielen wollen und versuchen, unsere Jungs früh unter Druck zu setzen? Oder reagieren sie lieber, warten ab, und hoffen auf den schnellen Konter, der sich sicherlich das eine oder andere mal ergeben wird?
    Ich meine, wenn Stuttgart aufmacht, dann haben wir die Räume, die wir für unser eigenes vertikales Spiel brauchen, und es wird eine klare Sache für uns. Bleibt Stuttgart defensiv kompakt, dann wird es zäh, und es muss – einmal mehr – ein Standard her, um die Führung zu erzielen. Wobei ich Stuttgart für recht stark im Konterspiel halte. Aber die Saison ist noch jung, und Stuttgart wird sich zuhause gerade gegen uns beweisen wollen, was uns in die Karten spielen wird.
    Ich rechne jedenfalls mit einem klaren Sieg für uns.

    Meine Tipps:
    1. Torschütze: Müller
    2. Freie These: Das erste Tor für uns fällt durch einen Standard
    3.Über/unter: Über 3,5 Tore
    4. Aufstellung: Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Martinez, Thiago, James – Robben, Müller, Lewandowski

  5. Herrispezial

    Diese Ideenlosigkeit ist einfach traurig. Ohne Coman auf dem Flügel entsteht einfach keine Dynamik. Goretzka bisher gar nicht eingebunden. Und warum James wieder nicht von Anfang ran darf, ist uererklärbar. Aber wir müssen uns wohl daran gewöhnen, das die Gegner immer tief stehen und wir dann auf die Standards hoffen.

    1. Kurt

      LOL

      Da wurde Dir ordentlich das Maul gestopft.

      James fängt nicht an, weil er nicht bei 100% ist. Deshalb fährt er auch nicht zur Nationalmannschaft. Könnte man ja wissen, wenn man sich zwischen all dem Meckern auch etwas Informationen anlesen würde.

      1. Herrispezial

        Also wenn die Mannschaft so reagiert ist ja alles okay. Aber dass Goretzka in den ersten gut 30 Minuten kaum im Spiel war, ist ja nicht meine exklusive Meinung. Ansonsten war es anfangs sehr zäh und erst das Tor hat zur Entkrampfung geführt.

      2. Anton

        Gut, dass nicht immer alle Vorhersagen so eintreffen.
        Ich glaube langsam, dass ein Kovac genau weiß was er tut, auch wenn er hier den ein oder anderen immer wieder überrascht.
        Zumindest aufstellungstechnisch hatte hier keiner einen Volltreffer.

        Und dass so ein Spiel gegen eine Mannschaft, die in der Anfangsphase mal wieder den Mannschaftsbus im Srafraum parkte, am Anfang zäh wird, war eigentlich nicht anders zu erwarten

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